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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-03 · 1 (3.1.1936) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
1 (3.1.1936)
Date
1936-01-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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frmnt Iclu'niM'ii, * nc'H'IIidjaftfi'rl) rnmumiiortcii Berliner Gelehrten und Vnrgers, der iin Umgrmg mit den Männern seiner „Nation"und in der "Adtolge des /religiösen Jahres sich zuverlässig lind ganz eindeutig \u il,nen halt. Mendelssohn lebt sicher und selbstverständlich in Neiden Sphären. Darin liegt das Wunder seiner Erscheinung und ein großer Teil Kleine Büste aua Fürsten' Porzellan Jüdisches M useum, Berlin phot. Uedi Schiff seines Reizes und seiner Wirkung begründet. Er ist zwanglos von einer Welt in die andere gestiegen. Es waren damals noch zwei Welten —das beweist ein soziologischer Schnitt ebensogut wie eine Analyse ihrer Gefühle und Stimmungen. Es gibt für Mendelssohn bei diesen beiden Sphären lein Hoher und kein Niedriger und kaum Spuren eigenen Reslektierens über fein Leben hier und dort. Etwas Ironie . in einem Brief einmal, das ist säst das einzige Anzeichen, daß ihm das Grnndphänvmen seines Lebens bewußt war. Es würde das Bild. das wirDns von Mendelssohn machen, stören^ ja aufheben, fändenrnnr bei ihm diese Tatsache und Form seines Lebens in "Maximen gefaßt. Das, ^vas in unserer Terminologie E i g c n w e l t und Umwelt heißt, steht bei Mendelssohn naiv b e i e i n a n d e r. Und jedem ivird er gerecht. Die Leistungen Mendelssohns innerhalb der allgemeinen Knlttirbewegtlng seiner Zeit sind'zu verstehen und bleiben, auch wenn man von seinem Judesein abstrahiert. Aber gilt umgekehrt das gleiche? Ist MendelssohyS.jüdi^ sche Leistung glelchcrmaßcn unabhängig von der autzerjiHi-» schen Bildung? ' ' An einem außerordentlich aktuellen Beispiel läßt sich diese . Frage klären — an Atvses Mendelssohns Berdiensten um die hebräische Sprache. Das hätte schon einigermaßen Sinn und könnte vertreten werden, wenn man Mendelssohn den Vater der modernen „neuhebrüischen" Sprachbewcgung nennen wollte. In die Schablone, in die man. sein Werk gepreßt hat. gelst dieses Verdienst überhaupt nicht llinein. Verwendet imm sie. so bekommt inan die deutsche Bibelübersesumg Mendelssoyns und die Gründung der Zeitschrift „Hauieasses". hebräisch geschrieben lind der-Pflege des Hebräischen bestimmt (unter maßgeblicher 'Mitwirkung Friedländersj. schlecht zueinander. .steinerlei Grund von außen hat Mendelssohns.Arbeit an der „Verbesserung" des Hebräischen »bestimmt. Das Hebräische sollte wieder eine safa "berura, eine klare gediegene ordentliche Sprache sein. Siegmar längst verderbt, ihrem unverdorbenen Oucll, der Bi^>el, entfremdet, fremdes. Verdorbenes und Mißverstandenes des Wort- und ForinenschatzeK znsainlnen mit der Unkenntnis grammatischer'.Gesetze hatten aus dem Hebräisch ein häßliches Kauderwelsch gemacht, in dem die Reste des alten klassischen Hebräisch und seiner legitimen Fortbildung ein unedles Dasein fristeten., . Aus welchen Motiven kam Mendelssohn die Forderung nach einer Wiederbelebuna der echten und guten Sprache?. Es ist„tichtzs andersIstHiii allgemeines Gefühl für Echtheit und Form, das ihn dahin kommen läßt. Es ist. keinerlei Schielen nach draußen dabei. Allerdings/ der .Zustand der ..jüdischen Nation sollte dadurchgebessert werden. Und Voraussetzung war, daß alles Falsche überhaupt verdirbt, den - ganzen Menschen verdirbt, und daß das Rechte nicht nur echt ist, sondern auch echt macht, daß es bildet. Tie.Reorgani-. sation des Hebräischen ist ein Teil des Bildungswerkes, das Mendelssohn als jüdisches Bildungswerk beginnt. Wir wollen uns noch einmal gegen ein Mißverständnis verwahren. Es werden hier keine Normen des Nichtjüdischen auf Jüdisches übertragen, um dieses in solcher Assimilation gesellschaftsfähig oder zeitgemäß zu machen. Sondern: es werden hier an Jüdisches Bewertungen angelegt, die allgemein gelten, für Jüdisches ebenso wie für Nichtjüdisches. -Man kann selbstverständlich danach forschen, ob diese Ansicht Mendelssohns von ihm nicht Anschauungen seiner Zeit entnommen werden konnte. Alan wird in den pädagogischen Bestrebungen des l 8. Jahrhunderts Belege genug finden. Aber darauf kommt es nicht an. Ter Fundort ist nicht wichtig, wohl aber der Sinn, in dem das Gefundene verwertet wird. Es wird nicht so ausgenommen, daß der Fundort — wie das Etikett bei einem Museumsstück — stets vermerkt bleibt. Was Mendelssohn hier dem Jüdischen abfor-- derte. mag ihm durch seine Zeit nahegelegt sein, aber es galt ihm durch alle Zeit hindurch. Hier wurde keine Synthese versuchst Sondern es würde für das jüdische eine Qualität gefordert, die weder jüdisch n o ch nichtjüdisch ist, sondern überhaupt Geltung hat. Was hier am Beispiel des Hebräischen angedeutet wurde, gilt für Alendelssohns jüdische Leistung überhaupt. Tie Erziehung der Juden, aus die es ihm bei allen seinen jüdischen Unternehmungen.ankommt, abgesehen von denen, wo Angriffe ihm die apologetische Feder in die Hand drücken, richtet sich nuf den verderbten Zustand der Juden, den er vorfindet. Es kommt ihm bei dieser Besserung und Hebung dieses Zustandes nicht aus Umformung und'Hinführung zu etwas Neuem an. sondern zur Wiederherstellung des Guten und Echten, das schon einmal war, aber verschüttet wurde. Es ist Wiedersinden und damit Sichernden. Tic Ziele liegen nie außerhalb des Judentums; es selbst in seiner Reinheit und Echtheit ist das Ziel. Mit all dem ist immer nur'das eine Wort umschrieben: Bildung. Manche Voraussetzung ist an dieses Ziel geknüpft und manche Wirkung als sicher mit ihr eintretend'an sie gebunden gedacht. Hier rühren wir nun wirklich an Ideen der literarischen Vorbereiter der Judenemanzipation. 'Bildung befreit aus sozialer Minderwertigkeit und Niedrigkeit, sic macht den Menschen aller Vorzüge fähig, die eine Gesellschaft zu vergeben hat. Für Mendelssohn rangieren Jüdisches und Allgemeines gleich, wenn sie nur in gleichem Sinne zu ihrem vollkommenen Sinn'ausgebildet worden sind. Das ist eine unpolitische Haltung, die alle Rechte als Rechte der Bildung ausfaßt und sogar alle Tatsachen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens von dem Bildungsmäßigen abhängig sein läßt. Es ist der Standpunkt des Humanismus des 1 8. Iah r h ändert Mendelssohn gibt ihm die Ueberzeugung hinzu, daß das Judentum in seiner gan z e n Ausbreitung bildungsfähig isst Deshalb ist für ihn keine Reform, die wegschueidet. vonnöten. Deshalb bleibt er der ..Stückjude", der alle Tatsachen des Jüdischen aufrechterhält. Daß Mendelssohn seinen Büdungsbegriff in der Ausführung ctuf das ganze Judentum hat anwenden können, daß Brüche nnd Unvollkommenheiten und Unverarbeitetes überhaupt stehen blieben, solH ohne Ausführung nur gesagt sein. Tie Generation nach.ihm hat gespürt, daß der Bildungsbegriff, den Mendelssohn verwandte. bereits Inhalte hatte, die nicht ohne weiteres' vom Judentum ans zn tragen waren. War. dieses erkannt, so war eine Entscheidung nötig, weil bei der dann allerdings notwendigen Synthese R e ste blieben. Tie Generation nach Mendelssohn hat diese Entscheidung ans ihre Weise.gefällst Die Entwicklung wurde Moses Mendelssohn, Miniatur Jüdisches Museum, Berlin tragisch und geriet ins Unglück, als ein neuer Begriff der Bildung auskam, ,sehr viel inhaltlicher als der der Aufklärung, und die jüdischen Ideen nun den fremden und neuen einer lockenden, aber seiner Natur nach änderen Bildungswelt gegenüberstanden. Die Geschichte des 19. Jahrhundert und die Nolle, die die Auseinandersetzung des Jüdischen mit dem Andern in ihr spielte, kann hier nicht einmal angedeutet werden. Es wäre die Geschichte der E u r o p ä i s i e r u n c; d e s I ü d i s ch e n , die Mendelssbhn vor der Emanzipation in Gang gesetzt hatte. Tenn nichts.anderes bedeutet es, wenn er das Jüdische unter das gleiche Gesetz der Bildungsnorm stellte, das anderem Bildungsgut gegenüber galt. ' Wir Inden in Deutschland leben wieder außerhalb der emanzipatorischen Gleichstellung. Unser Hauptanliegen ist die Formierung unserer jüdischen Bildung. Und die große Frage ist zu allerletzt die: sollen dabei die Prinzipien Mendelssohns oder vormendelssohnsche Prinzipien gelten? - Auf diese gleichnishafte Frage gestellt, entspringt dem Gedenken an Mendelssohns Todestag die Lebendigkeit einer neuen Aufgabe. Wissenschaftliche Notizen Geheimrat Professor Hermann Strauß, der ärztliche Direktor des Jüdischen Krankenhauses zu Berlin und Hauptvorstandsmitgliüd des C.-V., war jüngst eingeladen, an der Medizinischen Klinik der Universität Groningen in Holland einen Vortrag aus seinen Forschungsgebieten zu halten. Dieser Bortrag, stark besucht von holländischen Aerzten, fand überaus reichen Beifall bei den Zuhörern. Dr. Richard Mayer aus Zülpich bei Köln, der bis zum Juli 1933 Assistenzarzt am Städtischen Hospital in Berlin-Buch gewesen ist, wurde zum Profesior des Kwangsi Provincia! medical College in Nanking berufen. Er übte in den letzten Jahren seine ärztliche Praxis in Kanton (China) aus. Die mathcmatisch-naturwisienschaftliche Fakultät der Universität Lemberg hat dem Unterrichtsministerium vorgeschlagen, auf den zurzeit unbesetzten Lehrstuhl für Chemie Professor K. Fajans zu berufen, der früher jahrelang an der Universität München tätig war. Die Nationäldemokraten wenden sich scharf gegen die Berufung eines jüdischen Gelehrten an die Lemberger Universität. lieiten fahnden. Nur dem Erlenntiiisttieb ge' horsckytnd, begibt er sich, indem er Frau. UinD. ' Sippe und Heimat verläßt, nach Dentsiyland. . - Nun folgt eine Irrfahrt ohnegleichen. Königsberg, Stettin. Berlin. Posen, Haintnirg. Holland. Hannover. Breslau/ Desian find ihre Stalionen. Hunger nnd Elend sind zumeist feine Begleiter. Auf feiner Flucht vor dem geistigen Zwang des polnisclien Ghettos denn nichts anderes war sein Brncl, mit der nbersomnienen Weit) lenlt er nicht weniger als viermal nach Berlin feine i-'-Niden Schritte, denn.hier ist das Hanptyin.elierder Aufklärung. hier brennt das Licln der Vernunft, nach dein feine Seele dürftet. ,. Strebe n n a eh G e i st e s an s v.i l - d n n g i m e U' i g e n K a in p f in i t E l e n d olle r A r t ". so hat er ein Kapitel seiner Lelbstbiographie übersehrieben.- Es' könnte als Motto. über seinem geiainlen Lehen stehen. Er, der als einsamer Inngliiig mit unsäglicher Mühe die Elemente der'deutschen Sprache sich 'angeeignet, er. , der im Dienst der Wahrheitsfindung jegliches Spier ans 'ich genvmiiten hatte.' stand mm zu Berlin vor dem Manne. der die -..koperitisanüche Blendung" der -neueren -jndisclien Gescln'clile herbeigeführt hatte: Moses Al e n d e l s - l v h n. Er hat dem Andenken des Mannes, der ihm hilfreich nnd verständnisvoll begegnete. ein besonderes Kapitel seiner Lebens-" beichte gewidmet; das zn deiit Schöilstelt nnd Aufschlußreichsten gehört, nvas über . den Weltweisen ausgezeichnet 'wurde. - Gewiß', stand ihm innerhalb des Kreil es der Berliner ,Aufklärer der im traditionellen Jndeittnm verharrende Mendelssohn weit naher als etwa D ä v i d F r i e d l ä it b'er., der den brobkematischen Akt. der AisimilatimL-mndie deutsche Tase ins tvrm vollzog. Dsieriiicht nur dem persönlicheil Temperamente., solider» auch dem Densstil nach blieb ihm Aleiidelssohn fern: mit fast numerklicher Kritik deutet er an. daß er deit D e lt k e r Mendelsfvhn (unbeseiiadet seiner Bereyrnng des Menschen) wegen seines Festhaltens' an der Leibniz-Wolfschen Philosophie für eilte abgetane Größe halte. Tie Geschichte der Philosophie hat seiitem Urteil recht gegeben. "Nicht Mendelssohn. soiidern Maimon bat den vorkantischen Togmatismns überwunden und den kailtischen Kritizismus-sich erobert. Tie Kantianer L a z a r il s B e n - d er v i d und At a r k n s H e r z waren ihm vefreilndet. Als er sich nunmehr ivvhl auf' ihren Hinweis an das Stndiniit von Kants ..Kritik der reineit Berlnutft" begab, da brach in seinem ruhelosen.Leben die Stunde des Schicksals an. . Was einein Mendelssohn versagt, blieb, siel ihm zn. Er stieß bis znden tiefsten Schichten der netten Erkerlntilistheorie vor. .Aber feine Lektüre Kants war nicht bloß Stndiiuit. sondern selbständige logische Ansei nandersetziiltg. -Siewarf als Frucht ein tiiitfangreiches philosophisches Werk ab: den. 'Be r \ u ch eine r D r a n f z e tt d e n takp II i l o t o p h i e" {1790). Markus Herz all nt sofort die Bedelitnng jener kritischen tliltersnchnng lind übersendet sie Kant. Der alternde Kant zögert znitächst. fiel) mit. dein umfänglichen Spns zn befassen, aberschon ein tlüchkiger Blick-, belehrt ihn über die anßerordeiltliche Gedaitkentiefe der Arbeit. Atit wachsendem Erstaunen tiintmt er von ihr Kenntnis. ..Allein ein Blick, den ich daraus 'warf." so schreibt er an Her;. ..gab mir bald die Vorzüglichkeit desselben (des Werkes) zil erkennen, nnd-daß nicht allein nieinand von meiiten Gegitern mich lind die Hauptfrage.so wohl verstanden, sondern daß auch nur wenige zn dergleichen tiefen Untersuchungen soviel Scharfsinn besitzen möchten, als Herr Maiinon ..." 'Ioltann Gvttlieb Fichte hat seiner eigenen EKlärung zufolge dlirch Maimons Kritik tv Kantischen Pliilosöpht^Mx^ eittschcidendeit '' nregtingeit. erfahren. Durch seine Aitaivse ses ..'Dingan-sich"-Vegriffs hat Maimon dein Kritizis-- inuS die einschneideiide Wendung ztmt Idealismus hiii gegeben. -Hieriii liegt die eigentliche -schöpferische Leistung seines Lebens. hierauf gründet sich sein Anspruch ans Geschichtlichkeit. deshalb inmitten seiner Irrungen sich Gott- Natur offenbarst Ein führender deutscher Denker unserer Tage hat es unternommen, das Symbolhafte jenes Vorgangs zu deuten. Oswald Spengler schreibt im Zweiten Band'seines ..Untergangs des Abendlandes": „Ein anderer Jünger (des Ehassidismus), Salomon Maimvit. vpn - dem es eine merkwürdige Selbslbiographi'e gibt, ging von dem Baalschem zu Kant, dessen abstrakte Tenkart auf talmudische Geister immer eine ungeheure Anziehungskraft ausgeübt hat." Aber dieser Gang von dem Baalschem zn Kant — dieser Weg von der Mystik zum Kritizismus — ist ja nichts weiter als - die Slchtbarwerdung der C|‘t=Se st - S P a n n u n g in der Geschichte der abendländischen Iudenheit. Wir kennen die Bedeutiing, welche die Lst-West-Spannnng in der Geschichte des neueremRussentnms besitzt. Während T n r g e n j e w nach dem Westen ging, dessen Geist er leidenschaftlich liebte, hat im Gcgen- ___ _ satz zn jenem „Westler" T o st v j e w s k i die Kennttiis der zeitgenössischen ° Zivilisation des Westens als den Herd des Werk erregt Atifsehcn. Ilcbels. als die. Stätte des Untergangs " ' " ' einpfiinden. Tolstoi hat zlvischen beiden Extremen geschwankt. Salomon Maimon ist nun weder mit Turgenjew noch mit Tostolewski (was bic Ost-West-Spannnng anbetrisst) zn vergleichen, er gleicht in gewisser Hinsicht Tolstoi: die K r o n e s e i n c s L e - bens-baumes ragt gen Westen, die Wurzeln aber sind im Osten verhaktet. Mit der gleichen Wahrhaftigkeit, die er zur Richtschnur seiner Beschreibung des eigenen ____... ... .... „.. Lebens genommen hat. müssen wir noch seines nbersteiglich scheinen." Aber nur dadnrch. ^^^sgangs gedenken. Salomon Aiaimon ist daß Ataiinoit nach seiner eigenen Aussage Ds" Dämon Alkohol zum Opfer gefallen. Sffcnherzigkeit und Wahrhästigkeit zu den ^chon während seiner Leidenszeit in. Polen Grundprinzipien-feiner Darstellung gemacht!laite Oegen die Entbehrungen im Brannthat. ist seine Bekenntnisschritt zu einem gervenr Bergesseit gesucht.^ Aus dem schlesischen lvichtigeit Dokninente geworden, zn einein Aieder-Liegersdorf des Grafen Adolf Seitenstnck der Konfessionen Augustins'undvon Kalck^enth. der thnt lvälirend seiner letzten Rousseaus. Ans ihr spricht ein Mensch, der "-.cbenszeit in hochherziger Weise Gastfreundden At'.lt hat. sich auch in seiner allznmensch- U'hart gewährte. t)t er 1800 gestorben, lichen Fühlbarkeit zu zeigen, und dem gerade Vr. kritr Priedlaoder Aber der Mann, der in der Höhenregion des Gedankens ein König war-, blieb hienieden im irdischen Bezirk ein Bettler. Ein "Almosenempfänger, der. zum Verdruß seiner in geordneten Verhältnissen lebenden Frenltde in der bürgerlichen Welt nicht Fuß fassen konnte. Was hat er nicht alles, um sein Dasein zn fristen, zn betreiben versucht? Noch in Poleii hat er zeitweise das Metier eines Heilknndiaen und eines Hosineisters (d. h. Erziel,ers) atrsgeübt. In Deittschland zwingt inan ihn, die Apothekerei zn erlernen; " eine Zeitlang-will'-man ihn dlirch einen literarischen x'ltlftrag, der der "Anfklärlmg seiner polnischen Elaubensbrüder dienen soll, über "VKtsser halten. Er. der den echt talinndischen Drang zinit „Lernen" in sich spürst fühlt sich eigentlicti nur in der Eristenz eines Privatgelehrten ivohl. Während der tiefsinnige Ausleger Kants nur in Fachkreisen ans Verständnis zn rechnen vermag, gelangt endlich, als er-1792 seineLcbensgeschichteveröfseittlicht. das Wunder nnd Rätsel seines Daseins zur allgemeinen . Bildung. Goe t h e liest cs mit starker "Anteilnahme und wünscht den Verfasser in seinen Kreis zn . ziehen. Auch Schiller interessiert sich für ihn. K a r l P h i l i p p Moritz, der geniale delitsche Aesthetiker. der dem'Buche eine bedeutsame Vorrede schrieb, -will den Reiz der Lebensschrift in der Tarlegting verspüren. ..wie die Denkkraft, .auch unter den drückendsten Umständen, sich in einem menschlichen Geiste entwickeln kann, nnd wie der echte Trieb nach Wissenschaft sich durch Hindernisse Nicht abschreckew läßt, die un>

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