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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-30 · 22 (30.5.1935) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
22 (30.5.1935)
Date
1935-05-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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asage fiLmordnung Schulungs-Aktionen für Einwanderer aus Deutschland Von unserem Palästina-Berichterstatter Zwei Gnmdforderungen des jüdischen Lebens sind es, die zunächst die Kräfte deS neuen Einwanderers . voll in Anspruch nehmen: die wirtschaftliche Einordnung und die geistige Einordnung. Es hängt von den äußeren Verhältnissen und der inneren Beschafscnheit des Neulings ab. welche dieser Fragen ihm vordringlich erscheint. Aur die Dauer wird er sich jedenfalls mit beiden Fragen auseinandersehen müssen. Denn gerade in einem Land, das sich noch mitten un Aufbau befindet, ist der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher, kultureller und Politischcr Entwicklung besonders eng. Nun ist schon die wirtschaftliche Einordnung durchaus nicht immer so leicht, wie man cs bei einer so guten Konjunktur erwarten sollte. Immer- ■ hin schafft es früher oder später wohl jeder, der das nötige Maß von Geduld, Kraft und Umstellungssähigkeit ausbringt. Die Sorgen und Mühen um den Aufbau einer wirtschaftlichen E r i st e n z haben die meisten schon einmal in ihrem Leben durchgemacht. Tie Notwendigkeit, sich in einen neuen K n l t n r k r e i s cinzuordnen, ist dagegen für unsere Generation ein neuartiges Problem. Tie Einwanderer der mittleren und höheren Altersstufen und unter ihnen besonders diejenigen, die früher nicht Zionisten waren, begrüßen es deshalb dankbar, daß die alten Palästinenser ihnen jetzt auch auf diesem Gebiete hilfreich entgegenkommen. Die letzte Zeit hat verschiedene Veranstaltungen gebracht, die dem gleichen Ziele dienen. Die interessanteste und eindrucksvollste war die „Erste hebräische Landestagnng der Einwanderer aus W e st e u r o p a Sie fand in dem kleinen Habima-Thcatersaal am Rothschild-Boulevard in Tel-Aviv statt und war von etwa 400 Menschen aus allen Teilen des Landes besucht — in Anbetracht der sprachlichen Schwierigkeiten und des durchaus anspruchsvollen Niveaus ein starker Erfolg. Aber diese Landestagung war gewissermaßen eine Sonderveranstaltung für Fortgeschrittene. Nur ein kleiner Teil der neuen Einwanderer ist heute schon in der. Lage, schwierigeren Verhandungen in hebräischer Sprache zu folgen, und, abgesehen davon, gehört.schon ein gewisses Maß von Ele- . mcntarkenntnisscn über Gegenwart und Vergangenheit des jüdischen Palästina dazu, um in-die verwickelten Probleme, die auf der Tagung behandelt wurden, einzudringcn." Auch dieser Elementarunterricht ist in jung- - fter: Zeit erheblich ausgebaut worden. Dieselbe Organisation, die auch die „Landestagung" einberufen und vorbereitet hat, die „Hitachdut Olej Germania" (Vereinigung der Einwanderer au8 Deutschland) unterhält, zum Teil gemeinsam mit den Behörden, Abendkurse, die teils der bloßen Erlernung der hebräischen Sprache dienen, teils aber euch schon durch Vorträge, Diskussionen, ge- ° Äeinsame Lektüre mit der sprachlichen Hebung die Einführung in Probleme und Ereignisse des Landes verbinden. Daneben finden in deutscher Sprache — trotz mancher Widerstände der öffentlichen Meinung — Vorträge und Vortragsreihen über Geschichte. Landeskunde. Politik und Wirtschaft : statt, und für diejenigen,, die die hebräische Tagespresse noch nicht zu. lesen vermögen, werden, in den Städten und größeren Kolonien wöchentliche Pressereferate gehalten. Verhält sich aber das Publikum bei solchen ' Vorlesungen mehr passiv und ausnehmend, so versuü)t man neuerdings, dem neuen Einwanderer schon vor Erlernung der Landessprache die Teilnahme an aktiven Arbeitsgemeinschaften zu ermöglichen. Namentlich die Angehörigen der zionistischen Akademikerverbindungen aus Deutschland entfalten eine rege Tätigkeit. So hat das „K. I. 93." (Kartell jüdischer Verbindungen) in Tel-Aviv ein deutschsprachiges Seminar ins Leben gerufen, nt dem Fachleute aus der zionistischen Bewegung Vorträge über Sonderfragen halten, an die sich eine kurze Aussprache anschließt. Aehnlichc. aber zwanglosere Abende veranstaltet die ,.Z. A. G." (Zionistisch-Akademische Gesellschaft», eine Gruppe, die sich aus Gründen der innerjüdischen Partei Politik vom öl.I. V. getrennt hat. Was ist der tiefere Sinn all dieser Bemühungen, für die wir hier nur einige Beispiele andeuten konnten? Wer nach Palästina kommt, will kein Emigrantendasein mit all seinen negativen Belastungen führen. Er will — so stark auch der unvermeidliche Schmerz der Auswanderung noch nachwirken mag. und so wenig er auch die deutschen und europäischen Quelle,t seiner Bildung jemals verleugnen wird — so schnell wie möglich das Gefühl einer neuen Zugehörigkeit und einer aufbauenden Gemeinschaftsarbeit gewinnen. Das ist die ideale Forderung. Wie aber wird sie verwirklicht? Tie ersten Pioniere, die den Wiederaufbau Palästinas begannen, hatten es in dieser Beziehung.; freilich nur in dieser, eher leichter als ihre Nachfolger. Sie hatten nur das Rohmaterial kennenzulerncn — etwa das Klima nnd den Boden —..aus dem sie dann unter Eini ihres Lebens nach -ihren mitgebrachten Idealen neue Wirklichkeit schufen. Der Einwanderer von heute aber findet schon eine Fülle fertiger Tatbestände, Beziehungen. Der- Wicklungen vor, die er als gegeben zur Kenntnis nehmen, mit denen er sich auseinandersetzen muß. wenn er nicht in ewiger Leere und Unfruchtbarkeit draußenstehen will. Als die neue Siedlungsbewegung um die Jahrhundertwende den jüdischen Menschen nnd das jüdische Land wieder zusammcnsührte. hatten beide, das Land und der Mensch, zwei Jahrtausende getrennter Entwicklung hinter sich. . Das Land war verwahrlost, abgeschieden von den abendländischen Wirtschafts. und Kulturzentren der Welt, zurückgeblieben hinter dem Standard der zibilisierten Staaten. Das Volk aber, das nach so langer Abwesenheit wieder ins Land zu strömen begann, hatte trotz aller Not doch im wesentlichen die Fortschritte der abendländischen Menschheit mitgemacht. Allerdings hatte es sich an der Entwicklung nur in einer besonderen, seiner Sonderstellung entsprechenden Weise beteiligt. Nur mit Auswahl hatte cs sich die Errungenschaften der neueren Zeit zu eigen machen können. Fortschritte, die der Jude im Gleichschritt mit allen anderen Europäern gemacht hatte, konnten ohne weiteres auch nach Palästina übernommen werden. Was aber nur durch die jüdische Sonderstellung in einer fremden und meist feindlichen Umwelt entstanden ' war — sei cs. daß gewisse Abwehrkräfte einseitig ausgebildet wurden, sei es, daß durch -eine unnatürliche Berufsschichtung andere Eigenschaften verkümmert sind — all diese Diasporafolgen waren für Palästina unbrauchbar. So kommt es, daß die älteste Kulturgemeinschaft der Welt hier im eigenen Lande vielfach den Anblick eines ganz jungen Volkes, auch mit typischen kulturellen Kinderkrankheiten, bietet. Nicht nur die Herkunft aus verschiedenen Ländern nnd Ständen, sondern auch das Berufsschicksal und die Bindung im neuen Laude schasst Verschiedenheiten. Der alte Pionier, der. seit zwanzig Jahren als Angehöriger einer kollektivistischen Siedlungs» oder Arbcitsgeineinschaft lebt, ist anders als etwa der Besitzer einer großen Orangcnplantage oder gar der kapitalistisch orientierte Neueinwandercr in der Stadt. Die Auffassungen über Vergangenheit und Zukunft des jüdischen Volkes, über Religion und Politik, sind verschieden. Ernstere Probleme noch als aus der Mannigfaltigkeit der Kulturinhalte ergeben sich aus dem Fehlen' fester Formen, einer Sorge, die auch auf der; erwähnten Landestagnng einen breiten Raum einnahm. Vor allem fehlt das wichtigste formgebende Element: Es gibt keinen jüdischen Nationalstaat, der eine einheitliche verpflichtende Kulturpolitik treiben könnte. Die englische Verwaltung ist kulturpolitisch streng neutral, die Atmosphäre des Landes ist immerhin auch von dem arabischen Bevölkernngssektor mitbestimmt. Die religiöse Form wird von einem großen Teil der Nationalst! den nicht mehr als gültig anerkannt. Was, geschieht, ist das Werk freiwilliger Organi- '• sation nnd instinktiver Gemeinsamkeit, von-, der Volksschule bis zur Universität, vom Kino bis zur Oper. Viele werfen die bange Frage auf, ob sich der mühsame Weg durch die Erlernung einer neuen Sprache, das Ein- . fühlen in eine neue Atmosphäre denn lohne, ob man am Ende dieses Weges denn wirklich eine Kultur vorsinden werde, deren Eroberung der Mühe wert ist. Wer eine fertige „Star-Kultur" erwartet, die man aus dem bequemen Parkettsitz genießen kann, wird enttäuscht sein. Wer aber Sinn für das . lebendige Werden einer Kultur, für den ■ schöpferischen Reiz des Mittuns hat. für den war schon die Laudestagung ein beglückendes Erlebnis. Sowenig wie eine fertige Kultur,' ' gibt es eine durchorganisierte Kulturpolitik, und der rührige Organisator der Landestagung, Nachum Lewin — wie viele andere russische Juden Absolvent deutscher Hochschulen und Freund der deutschen Einwanderer —, ist einer der wenigen, die sich intensiv um einen Ersatz dafür bemühen. Aber auch auf allen anderen Lebensgebieten, nicht zuletzt aus dem Gebiete der Wirtschaft, häugt die Entwicklung ent-, scheidend davon ab, daß sich wenigstens eine einheitliche öffentliche Meinung innerhalb des jüdischen Sektors bildet. Die - jüngste Einwanderung von Menschen, die bis vor kurzem allem Jüdischen und Palästinensischen ziemlich fern gestanden haben, hat ohnehin eine gewisse Gefahr der Atomisierung mit sich gebracht. Gerade der Neuling aber muß lernen, das Land nicht nur nach den ans Europa mitgebrachten Maßstäben, sondern nach den inneren Gesetzen der Entwicklung zu messen. Dann aber muß er auch die Möglichkeit haben, seine Stimme in die Waagschale zu werfen, wenn er aus Grund seiner besonderen Schulung und Erfahrung Positives zu sagen hat. Daraus legen gerade die besten Elemente des „alten Jischüw" Wert. Den Weg dazu zu bahnen, die Isolierung des neuen Ankömmlings zu sprengen. ihm 'auch in der Stadt zu bYtf Eingliederung zu verhelfen, die sich aus dem. Dorfe und in der landwirtschaftlichen Siedlung beinahe von selbst ergibt, das ist der fruchtbare Sinn all der erwähnten Veranstaltungen, die sich beinahe plötzlich zu einer großen Bewegung, einem Werbefeld^ug um die Seelen der deutschen Alija, entwickelt haben. Die Fortsetzung und Intensivierung dieser Arbeit ist gesichert. Das Verständnis und die Achtung, die man dabei dem mitgebrachten Kulturgut des deutschen Einwanderers bekundet, trägt dazu bei, diesem den mühevollen, aber nötigen und lohnenden Weg der neuen Einordnung zu erleichtern. * Die Hitachduth Olej Germania (Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland) hat jetzt in Tel Aviv einen weiteren Schritt zur sprachlichen und geistigen Einordnung der deutschen Juden in die hebräische Kultur Palästinas getan. Sie hat ein hebräisches Seminar zur Vervollkommnung der Kenntnisse über Land, Volk und Literatur ins Leben gerufen. In fünf Kursen, deren jeder einmal wöchentlich stattfindet, werden erste Lehrkräfte über jüdische Geschichte, jüdische Literatur, Landeskunde, Bibel und hebräische Grammatik lesen. Der Vortrag des Dozenten soll durch Fragen, Meinungsäußerungen und Anregungen der Schüler ergänzt und vertieft werden. Die Unterrichtssprache ist ausschließlich hebräisch. «Jüli.iiM denn man will gerade diejenigen, .die den Elementarunterricht schon hinter sich haben, dadurch weiter fördern, daß man sie daran gewöhnt, sich mit hebräischen Dingen in hebräischer Sprache zn beschäftigen; selbstverständlich wird auf das Fasiungs- und Ausdrucksvermögen der noch nicht perfekten Hebräer Rücksicht genommen werden. Außerdem hofft man. daß auch die alt Ansässigen diese Gelegenheit zurgeistigen Anregung und Fortbildung benutzen werden, so daß auch dadurch eine hebräische Atmosphäre geschaffen und zugleich eine Fühlungnahme Zwischen Alten und Neuen hergestcllt wird. Hebräische Blindenschrift Ter Rat des Synagogcnvcrbandcs in Amerika beschloß die Herausgabe von Werken in hebräischer Blindenschrift, die von Rabbiner Harry Brevis erfunden wurde, zur Benutzung durch jüdische Blindenanstalten in der ganzen Welt. Rabbiner Brevis, selbst ein Blinder, arbeitete vier Jahre an seinem System. Dem Kunsthandwerk wird aufgeholfen In der „Fränkischen Tageszeitung"' Nr. 114 vom 17. Mai finden wir nachstehendes Bild mit folgender Erläuterung: „Der Bürgermeister der Gemeinde Oberasbach, Bezirksamt Fürth i. B., ließ innerhalb der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP über die Vcrwirtschastung der Politik. Die Rolle der Juden in der bildenden und darstellenden Kunst wird weiterhin dargestellt. Ein weiterer Aufsatz behandelt den Kulturbund deutscher Juden und die gegenwärtige jüdische Kulturbewcgung. Es werden sodann u. a. unter der Uebcrschrift „Wcltsront gegen das Judentum" die antijüdischen Strömungen in Europa besprochen. 613, nicht 13600 Ans einer Kundgebung der Deutschen Glaubensbewegung in der Stadthalle zu Königsberg führte nach einem Bericht der „Preußischen Zeitung" vom 23. Mai 1935. „Amtliches Nachrichtenblatt aller staatlichen und städtischen Behörden", der Redner Trinius das folgende ausr, „Während der Jude versuche, durch Erfüllung der 13 600 Gesetzesvorschriften des Talmud Jahwe zur Gewährung irdischen Segens zn veranlassen, gehe das Christentum den Weg der Gnade, um in ein besseres Jenseits zu kommen. Diese beiden Wege seien jedoch dem arischen Menschen wesensfremd ..." Falls es sich nicht um einen Hörfehler des Berichterstatters handelt, liegt bezüglich ' der Zahl ein Jrrtmn des Redners vor. Das' jüdische Gesetz enthalt bekanntlich 613 Ge- und Verbote, und nicht 13 600. feiner Gemeinde Schilder aufstellen, die die Einwohner und insbesondere die Bauern auf die Gefahr Hinweisen sollen, die ihnen entsteht, wenn sie mit dem Juden Geschäfte machen. Solche - Tafeln stehen in Oberasbach. Unterasbach und Attenberg. -Das Warnungsschild stellt in Holzplastik einen alten vergrämten Bauern, einen feisten Juden und eine Kuh dar. Ter Dauer sitzt vergrämt.auf einem Stein und sieht zu, wie der Jude feine schönste Kuh wegführt. Unter der Holzplastik ist folgender Spruch angebracht: „Schaut Leute, euch den Bauern an, welch Leid der Jud ihm angetan!" 'Entwurf und Holzschnitzerei stammen aus der Werkstätte des bekannten Nürnberger Bildhauers Hugo Ziegler (Nürnberg), die Malereien und Beschriftung von Kunstmaler Karl Lange (Nürnberg). Die Schilder sind ein Kunstwerk und zugleich ein weithin sichtbares Warnungszeichen für. die Einwohnerschaft und die Besucher der Gemeinde Oberasbach. Es sollte heute keine Gemeinde mehr geben, in der die Einwohnerschaft nicht öffentlich vor dem ewigen Juden gewarnt wird. Wenn nun in Form von Schildern gewarnt wird, dann muß auch auf Kunstsinn ein Hauptaugenmerk gelegt iverden; denn erstens bilden Schilder tn der Art der hiesigen ein Kunstwerk für die Gemeinde und andererseits ist dem einheimischen und in so schwerem Existenzkampf - liegenden ' Kunsthandwerk etwas ausgeholfen." Eine Sondernummer des „Freiheitskampfes“ Dem „Westdeutschen B eob ach t e r", der Anfang April eine Sondernmmner unter dem Titel „Der Jude in Staat. Wirtschaft und Kultur" herausgab, folgt nunmehr die m Dresden erscheinende nationalsozialistische Zeitung „Der Freiheitskampf^ mit eurer Sonderbeilage „Ter Nationalsozialist ist Antisemit." Sie um-, faßt 12 Seiten, ist reich bebildert, und enthält eine' Beilage „Verzeichnis, von Handwerk- und Gewerbetreibenden." In einem einleitenden Artikel wird die begonnene große Auseinandersetzung zwischen Jude und Arier geschildert. Unter ' der Uebcrschrift „Juden sehen dich an", werden Namen und Cha- ' raktcristika von Juden und Judenstämmlingen . aufgeführt, die bisher in Politik und Wirtschaft eine Rolle gespielt haben. Ein weiterer Aufsatz. behandelt „Das Treiben der Juden in Sachsen". Die Liquidierung der deutschen Judenfrage behandelt Dr. Otto Heuer, der im wesentlichen die unter dem Titel „Die Liquidation der deutschen Judenfrage" im .völkischen Beobachter" er- . schienene Aufsatzreihe wiedergibt. Ein weiterer Artikel behandelt die. Zionistischen Protokolle. Weiterer Aufsätze behandeln die Stellung der Juden in der Wirtschaft, Unter anderem schreibt Unerwünscht In Bad Honnefs a. Rh. sind über den Straßen Plakate angebracht mit dem Text: .Für Juden ist in Bad Honnefs kein Platz!" Der „Angriff" meldet unter der Ueberschrift „Juden nicht erwünscht — Selbsthilfe gegen Aufdringlichkeit" folgendes: Im Kreise N e u st e t t i n hat die Bevölkerung beschlossen, der zunehmenden Aufdringlichkeit der Juden dadurch zu begegnen, daß von nun ab an allen Ein» und Ausgängen der Ortschaften Plakate angebracht werden, aus denen u. a. folgende Aufschriften zu lesen sein werden: Juden sind nicht erwünscht. Juden haben an diesem Ort nichts' verloren. Judenhändler werden an diesem Ort keine Waren los. Juden hassen wir, Juden sind unsere Feinde. Ein jüdischer Kanzelparagraph? Die „Jüdische Rundschau" veröffentlicht in großer Aufmachung die Mitteilung, daß dem be-' kannten zionistischen Agitator und Europa-Bemistragten der Universität Jerusalem Dr. Joachim' Prinz wegen einer. Ansprache, die .er im Friedenstempel in Halensce in seiner Eigenschaft als Rabbiner der Jüdischen Gemeinde gehalten hat,' für den Monat Juni weitere Predigt- oder Ansprachefunktionen. nicht mehr übertragen werden würden. Trotz mancherlei Einwendungen, die wir gegen Tendenz und Formulierung der von der „I. R." veröffentlichten Rede erheben müssen» scheint cs uns doch, falls der gedruckte Text mit dem Wortlaut oder dem Eindruck des Wortlauts der Ansprache auf die Zuhörer tatsächlich überein-, stimmt, als ob zu dem äußersten Schritt, einem, jüdischen Geistlichen von jüdischer Seite die Ausübung feiner Funktion zu untersagen, kein hin-" reichender Grund Vorgelegen habe. Gerade weil - wir in heftiger und unveränderter Ablehnung . zu Prinz stehen, und weil, wir uns sehr oft in erheblicher Meinungsverschiedenheit mit ihm über die Auffassung befunden haben, was des Amtes eines Rabbiners sei, stehen wir trotz aller Der- - v ehrung, die wir dem Leiter der Berliner Gemeinde entgegenbringen, nicht an, im vorliegenden Fall den Wunsch nach nochmaliger Ilebcr- - Prüfung eines Schrittes zu äußern, durch den die Meinungsäußerung eines Rabbiners mit Mitteln der formalen Dtacht einer jüdischen Stelle verhindert werden soll. : Hauptscbriftleiter: Dr. Alfred Hirscbberg: -Stclmitr.: Dr. Margarete Ed ei beim. Beide ln Berlin. Für Rücksendung unverlangter Manusk-rij.to ist Freiumschlag bmufügen. Leiter der Anzeigen- Ablellunp uni verantwortlich für den Inhalt der An- . zehren: Friedrich Nathan. Berlin. DA I. Vj. 40 769. Verlag: Ccntr&lvercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin W 15. Emser Strasse 42. Tel.-Adr.: „Ccntralglaubcn Berlin". 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