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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-23 · 21 (23.5.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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4.8 Pro 1000 der Wohnbevölterung vorhanden ist, ergibt sich bei den Inden ein Sterbeüb er schuft von 12,0. Die „fränkische Tageszeitung" meldet, daß laut einer vom Statistischen Reichs-- amt durchgeführtcn Sondererhebung die Zahl der Jude n rn der Stadt N iirubct g von 1925 bis - 190.0 um 1101 oder 12,08 v. H. zurückgegangen ist. 1903-wurden in Nürnberg bei einer Bevölkerung von 410 438 7502 Juden gezählt. Demgegenüber wurden 1925 in Nürnberg bei einer Wohnbevölkerung von 392 202 8603 Inden gezählt. Statistisches au3 einer Äleingerneinde. Die Gemeinde (Slogan hatte im Jahre 1812 1.834 Seelen (646 Familien), 1858: 924, 1913: 600, 1934 (Oktobcrzähliing) 390 Seelen. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, wie die einst so grofte alte Gemeinde znsanunengcschmolzen ist. Das Gemeindearchiv wird jetzt sehr in Anspruch genommen, -und die Anfragen, soweit die Auszeichnungen reichen, erledigt. —dt. Weshalb hohe Gemeindesteuern? Im „frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt" nimmt Dr. ,franz Wolf im Anschluft an die beabsichtigte S-enkcing der christlichen Kirchen steuern zu der frage Stellung, weshalb die jüdischen Gemeindesteuern seit einigeil Jahren in einer beträchtlichen Steigerung begriffen, und welches, die Gründe dafür sind. Dabei vergleicht er die Entwicklung der Gemeindesteuern mit den Kirchensteuern. Nt an glaube offenbar, so sagt Tr. Wolf, bei den Kirchensteuern die bisherigen Steuerbeträge mit niedrigeren Zuschlägen erreichen zu können. beständen aber leider Iris» irge'Gründe zu der Annahme, daft in dieser Hin» sicht die Entwicklung bei den jüdischen Steuerpflichtigen nicht mit der allgemeinen Schritt halte. 'Zwar l>abe fidj bei einem Teil der jüdischen Sleuerzayler die Wirtschastsbelebung auch aiwgeivirkt: aber viele andere haben eine starke Beeinlräci,ti'gnlig ilwes biniennuenS erfahren oder ihre loicislljosUiche Ecijteuz verloren. 'Auch sei die'Auswanderung, zum Teil recht leistungs» fähiger Steuerzahler, ztt berücksichtigen. Und nicht nur die Einkonunenä-entlvicklilng sei bei Inden und Riehtjnden verschieden, sondern auch der Stenerbedars. \\m Uu'uluiltniv zur .tropfzahl sind bei den -v.ircliengemeinden die Ausgaben niedriger, die fonfligen Einnahmen dagegen höher atS bei den iüdifehen Genlemden. Elitscheidend sei, das; die Kirchengemeinden erhebliche Staats» Zuschüsse zu den Gehältern ihrer Pfarrer und Be>- amten erhallen, die jüdischen Geineinden aber nicht. Andererseits bennhear die Ntitglieder der .Urrchcugemcinden staatliuie Einrichtungen in chner Reihe von fällen, in denen die Juden auf ^vridk-rcinrichtringen ihrer lvemeinden angewie» seu sind (Schuten, Krankenhäuser, Friedhöfe nsw.). So sei voll jcl;er der Stenerbedars der jüdischen Gemeinden in; Verhältnis zu ihrer Ntitgliederzahl beträchtlich höher gewesen alZ bei den Kirchengentenideit. Und gerade in den letzten zwei Jahren sei zum Beispiel in franlfurt eine Erhöhung der Zuschläge zur Reichseinkommen« stcuer, die als Steuerbetrug von der Jüdischen (Gemeinde erhoben werden, von 15 ans 22Z.4 Prozent, in Berlin von 13 auf 25 Prozent, in Breslau von 16 auf 25 Prozent, in Köln von 20 auf 30 Prozent, in Halle von 20 ans 36 Prozent erfolgt. In vielen kleinen jüdischen Gemeinden €=“l'7="a,GSO£’ trinken nur den Kaffee, 7eo, Kakao der 2c:;:Ci3 [Ic^sg gisSrBsfcrel Stoaca Ye - stiegen die Zuschkagssätze bis 31t 150 Prozent. Die- - - Wandlung der Lage dc§ deutschen Iudentuins,' - die erhöhten Lasten zur Erhaltung jüdischer-Schn-- '- len und Wohlfahrtseinrichtungen fänden hierin ihren Ausdruck. __ Dia Quellen des Judentums Ein Vortrag von Dr. Fritz Bamberger Die Donnerstag-Vortragsreihe des Jüdischen LehrhanseS Berlin, die während des Sommer» semesters nur drei Abende umfasstu wird, wurde, mit einem Vortrag von Tr. fritz Bamberger eröffnet. Der Abend gestaltete sich zu einer Er» innerungsstier für Franz Rosenzwcig, wie sie schöner lind würdiger kalim gedacht werden kann. Mit shmpathischer 'Offenheit bekannte der Redner, daft er seinen Vortrag über „Die Quellen des Judentums" ursprünglich ganz anders habe an» legen lvollen als er sich dann unter dem Eilifluh der Lektüre der jüngst hcrausgckommenen Briefe Nosenzwcigs gestaltet habe; und immer wieder im Laufe des Abends, wenn ein Gedanke besonders deutlich hcraliSgearbeitct werden sollte, geschah dies durch Zitierung eines Wortes oder einer Redewendung von Rosenzlveig. „Es gibt keinen Lehrgang in? Judentum hinein!" Wenn dieser Ausspruch Rostnzwcigs richtig ist — welcher Weg führt dann dennoch ins Juden». ium und welche Bedeutung kommt den Quellen deS Judentums zu? Rosenzlveig hat selbst chic- Antwort ans diese frage gegeben: da? Judentum kennt llnr tue fragen, nicht den Zweifel: es kennt eine Gemeinschaft der fragenden, die ihre Existenz aus eben dicstm fragen aufbauen,' es kennt das „Jüdische Lernen" im Gegensatz zur Wissenschaft. Wenn wir diesen Weg gehen, komnlen wir zu den Quellen des Indeutums und durch sie hindurch zum Judentum selbst. Welches sind nun diese Quellen? Historie und Literatur, die indessen in einer seltsamen Beziehung zueinander stehen. Tic jüdische Geschichte besteht nicht mir aus Historie und alS Historie, sondern auch alS frage in der Literatur. Die Schwierigkeiten der indischen Geschichte und der jüdischell Literaturgeschichte werden einfacher, sobald man erkennt, das; das Geschehen lvie das fragen sich als Ableitnilgen aus einem gemeinsam' jüdischen Sein darftellen. Beides war zur Zeit der Bibel beieinander: daher ist die Bibel ein im besten Sinne naives Buch, das schlicht konstatiert, das gläubig versichert, das weder Ziveisel noch frage kennt. Im selben Augenblick aber, in. dem die Unterlagen für diesen Sachverhalt sortfallen und nicht mehr vorhandelt sittd, wird die Forderung gestellt, die Identität und Konformität wieder he'rznstellen und den Bestand der Bibel den neuen Verhältnissen anzupasscn. Das geschieht in form der frage, die von nun an nicht mehr anfhört, ultd 'Mischna, Talmud und allen späteren Kommentaren und 'Rcsponsenwerken ihren Stempel anfgedrückt hat. In diesem Sinne ist auch daS berühmte „HerauStefen" nichts anderes als das Bestreben, in einer Zeit, in der 9ieneS gefordert wird, an? dem Vorhandenen etwas ganz Neues- „heraus"znholen und beides miteinander in Einklang zu bringen. Zum Schluß machte Tr. Bamberger einige . Mitteilungen ül>ct die künftige Programm-; Gestaltung des Lehrhanses. Es soll liicht mehr in jedem Setnester von neuem eilte tttehr oder lveniger ' ausgedehnte Uebcrficht über die Grundlagen und Quellen des Judentums gegeben werden: vielmehr wird der Versuch gemacht werden, sich diese Gebiete in systematischem Ausbau stusenweist zu erarbeiten. Dem etwaigen billigen Entwand, daft daS „Jüdische Lernen" als solches durchaus kein System benötige, begegnete Dr. Bamberger von vornherein mit der Erklärung, daft das „Jüdische Lernen" zwar in der Tat nicht unbedingt ein Shstent erfordere, ein solches aber erst recht nicht anschließe. Günther Looser. Bildungsarbeit in Breslau In immer größerer Zahl verlassen jetzt junge Menschen die Schule in einem Alter, in dem ein Abschluß ihrer Bildlutg in keiner Weise erfolgt sein kann. Die Einsicht in die dringende Not» weitdigkeit. eine Eiitrichtnng zu schaffen, die cS unternimmt, diesen berufstätigen Jugendlichen in shstematisch geschlossenen Lehrgängen eine stärkere allgemeine, vor allem aber jüdische Bildung zu vermitteln, hat deu Anlaß zur Gründung einer „Jüdischen Lchrstätte für Schulentlassene in Breslau" gegeben. Jeder Teilnehmer soll zur prakuschen Mitarbeit in mindestens einem Kursus mit jüdischem Arbeitsgebiet verpflichtet sein. Im Lehrplan ist eine jüdische und eine a 11 - gemeine Fachgruppe vorgesehen. Die jüdische Fachgruppe umfaßt vor allem Mische Geschichte und Gegenwartskunde, die Allgemeine Fachgruppe Dctltsch. Geschichte. Mathematik und Naturwissenschaften. Nähere Auskünfte erteilt der Ortsausschuß der jüdischen Jugendverbändc. (Pinszower, Matthisplatz 1.) tff** Re» BreSlau: 26. SStil, 11 Uhr: Feier zu Ehren der Universilcit Icrukalem. Prof. Dr. ssischcr, Etadtrat a. D. Lcß. Dozent Dr. Lewkowitz, Stadbinrr Dr. Joachim Prinz. Orchester des Jüdischen Mustkoerclna unter Leitung von Ncioellmeifter Wirt Havelland. Frennde-Ecial. rv. Mai, LN Uhr 60 Min.! Indische» Mcchlfahrloamt. Ennagogcnkoiizcrt. Erich Echäfscr (Orgel), 'Lnnte Hecker (Sopran). Der vcrstcirkte Synagogenchor unter Leijung von Heinrich Markt. Neue Synagoge. Frankfurt a. M.: 3. Juni, 20 Uhr: Mcihcstunde der Weslendsynagoge: Lciiinig: Slndicitrat Frank Aottzschild. Milwirkende: Stanimcrslingcr Hermann Jadlowker, Frau Megger« LaNermann, Nikolaus Nanmow-Fletschmann, Beitinn Fcliler, Herbert Fromm, Theo Rainer, (fcid) Tbplitt, Chor der Mestcndsynagogc. Urauffiihrunge» von Äoni« posttionen von Bernhard Sektes, Max Wolsf und Rosy Geigcr.Kullmann. Synagogenjubiläum ln Stettin. Am 24. Mai wird in Stettin der 60. Wiederkehr des Tages festlich gedacht werden, an dem die Shitagvge eingctveiht wurde. Außerdem sind 100 Jahre vcrflössen, seit an der Stelle des heutigen Gotteshauses die erste Stettiner Synagoge erbaut wurde. Aus Anlaß dieses Doppeljubiläums erscheint eine .Schrift von G. Peiser: „Die Geschichte der Syvnagogengemeinde zu Stettin". Außerdem veranstaltet die Gemeinde vom 26. bis 26. Mai eine „Jüdische Kunstschau". -worden war-.-Uwier seinen Schriften-verdient die- „Thermodynamik der Gestirne" besondere Er. wühnung. Aus den Familien Sigmund Sichel (Neustadt a. d. Saale), Derstattd der Knltusgcmcinde.^ wurde am 2». Mai. 80 Jahre alt. - ft rau eabuic Nvscnbau m (Llidwigchasen a. Nh.l vollendete am 20 .Mai ihr 36. Lebensjahr. — Otto tod)ftlct (Magdeburg, wird cm 24. Mai CO Jahre alt. — I. Al arr (Wierbadenh seit 5(1 Jahren Mitinhaber der Tuchgros;- handlung Moritz Edenfeld, ftrankmrt a. Ät.. feiert am 25. A!ai seinen 7». Geburtstag. — Samuel de T a u b c (Wilhelmshaven) wird am 23. tJJtai 80 Jahre alt. — S. Vorbau m (Beverungen an der Weser) war am 3. Mar 40 Jahre in, Dienst der Gemeinde als Lehrer und Kultusbcamtcr tätig. — Georg 2J! <j n a f f c (Dramburg i. Pniiim.) verstarb am 13. Mai im 65. Lebensjahre. Sein?cr,lf al? (^etreidchändlcr brachte ihn mit dem Krvtzgrundbcsih und dem Bauerntum in engste Berührung. Sic Wertschätzt:ng. die er 'sich erworben hatte, zeigte sich auch jetzt anläßlich seines Tode?. Ter Verstorbene war langjähriger Vertrauensmann und eifriger Förderer des (5..-P. Jtlstizrat Leo Lppenhcimer (München) stiert am 25. Viai seineir 70. Geburtstag. Tie Gerneinde München dankt ihm an diesem Tag in atn'richtiger Verehrung für die ultermüdliche Wohlfahrrs- Arbeit, die er feit Jahrzehnten an führender Stelle verschicdetter Institutionen leistet. Heute noch ist Leo Oppenheimer hingebnngsvvll hilfreich tvirkcnd; in der ihn auszeichnendett Bescheidenheit hat er gebeten, Ehrungen,^ die man ihm zu seinem 70. Gebtirtstag ztidachte, dent Verein Israelitische Krantenfnrsorge Ncultchen ztiznwenden. Dem Inbilar gelten an seinem Ehrentag unsere herzlichsten Glückwünsche! Karl M. Dacr, der Leiter des Büros der Berliner Bne-Brilh-Logen, wmrde anr 20. Niai 50 Jahre alt. Mehr als zehn Jahre ivar er in der Berliner Indischen Gemeinde tätig. Von dort wurde er 1920 zur Leitung de8 Büros der Berliitcr jüdischen Logen (1ILBB) berufen. Auch in der Bertvaltung der Llkadcmie für die Wissenschaft des Iiidciltllms hat siigrl Vt. Baer in der Gründtntgszcit mehrere Jahre eifrig mitgearbcitct. In seiiter sozialen Arbeit bemühte er sich stets, Gegensätze ausznglcichen. Obwohl feit je überzeugter Zionist, hat er für die praktische Tätigkeit des C.'V. stets vollste? Verständnis bewiesen. Wir wünschen dem Jubilar, daß cs ihm vergönnt sein möge, noch lange Jahre seine soziale Arbeit und seine Tätigkeit des Ausgleichs wciterzuführen. Professor Erwin Freundlich Am 29. Mai begeht der in wissenschaftlichen Kreisen Berlins geschätzte Astronom und Physiker Prof. Dr. Ertvin ,finlay Freundlich feinen 60. Geburtstag. 1885 in Biebcrich geboren, wurde er schon früh dtirch seinen älteren Bruder Herbert, der später als Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts und des Instituts für physikalische Ehemic einc^ verdienstvolle Wirksamkeit ausübte, angeregt, sichdem ..Studium der Atathematik, Physik und Astronomie zu widmen. Nachdem ^r 1910 in Güttingen promoviert hatte, wurde er schon im solgendett Jahre Assistent an der Berliner Universitätssternwarte, dann Mitglied des Kaiser-Hilhelm-Jnstituts für Physik und des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam. ,freundlich leitete 1914 und 1922 die Sonnensinsternisexpeditionen, die der experimentellen Prüfung der Einsteinschen Theorie von der Ablenkung deS Lichtes durch die Schwerkraft galten. Don 1921 bis 1933 leitete er das astrophysikalische Laboratorrum, das in Verbindung mit dem vor 14 Jahren errichteten Turmteleskop begründet Eine Gedenkfeier für den verstorbenen Landesrabbiner Tr. de Haas fand am 12. Mai in der Synagoge in Oldenburg statt. Für den Eentral-Verern lvidntete ihm Rudolf Hcrzbcrg. stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Nordwcstdentschland, ehrende und dankend? Worte. - In Aleinkrohenburg (Hessen) wurde am Sonntag, 19. Mai, - in der Synagoge eine Gedenktafel für die Gefallenen des Weltkrieges feierlich.- enthüllt. . . - Rabbiner Dr. Lorge aus Mainz wurde als-,- Bezirlsrabbiner für den Gemcindebezirt. So^ b e r n h e i m (Nahe) gewählt. Die Jüdische Bezirksschule in Worms wurde von Rabbiner Tr. Holzer, dem Vorsitzenden der Gemeinde, Dr. T r y f u s und dem Schulleiter R 0 s e n b u s ch in der alten Synagoge feierlich eröffnet. _ Dem Fabrikbesitzer Walter Call mann (Berlin) und dem Kaufmann Leo B e r n h.a x b t (Berlin) ist die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr verliehen worden. ähnlich wie Bartök au? nationaler Melodik heraus sich einen individuellen Stil bildete. * Bruno Kaiser. In 8cm Man tag, dein 27. Mac. in der Ptzilhatmnme stattsiudenden .Oan^rt, das die hebräische (srstausführung des Bvssischen btzorwerkes „Das Hohe Lied" bringt, wirken als Solisten mit: Rose Lüaltcr und Hermann Schey. Im „Psalmus HungaricuS" von Kodülv singt Oberkantor Karl Reumann das Tenorsvlo. Dett Orchesterpart in beiden Wecken hat daS verstärkte -siiilturbundorchestcr übernommen; Leitung: 'Alexander Weinbaum. Fritz Spira phot. JJcrbi’) l Svnnenfeld (Ücrlin) Fritz Spira begeht am. 29. Mai sein 40jährige8 Bühnenjubiläum.. Am Dienen Theater-in'Berlin, dem jetzigen Schiffbanerdamm-Theatcr, trat er zuerst unter Leitung Josef Jarnos in Pfcrhoserö ..Flitterwochen" als Partner der unvergessenen Niese auf. Später am gleichen Theater, unter A!ax Ncinhardt. u. a. tu Nestrvys „Eilten Jux U'ill er sich machen", in Wildes „Salvntc": unter Zickel im Lnstspielhans spielte er über 200mal in Rößlers und Rodas „feldherrnhügcl". Zuletzt konnte man ihn in Sprechrollen im Vterropoltheater neben Gitta Alpar mtd Richard Tauber sehen, mit dem er noch im vergangenen Jahr im „Dreimäderlhans" in London, Paris und vielen anderen europäischen Hauptstädten gastierte. Sein Jubiläum werden am 29. Mai, 8 Uhr 30 Min., im Dachgarten Leon seine Tochter Camilla, Rita A t l a ß , Egon Jacobsohn, Else D u b l 0 n. Mar. Ehrlich. Dora G e r - s 0 n, Wilhelm G u 11 m a n u, Julius Lieban, Willy Prager u. a. feiern. Oer Komponist des „Zauberlehrling** Wie die Tagespresse berichtet, starb am 18. Mai in Paris Paul Abrayam Dukas. der neben Dell u f s y und Ravel der führende Kops für die neuere Entwicklung der französischen Atusik und zum Teil auch für den nutsikalischcn Impressionismus überhaupt gewesen ist. Er hatte ztlttächst unter dem beherrschenden Einfluß Cäsar Frattcks rtnd attch Wagner? gestanden. Mit eisernem Willen zwang er sich nach tiefstem Studium der alten Meister — Ramcau und Scarkatti hat er später - yerausaegcben — zur ehernen form der Klassik. . Eine r!esige Klaviersonate in Qs-Vur und eine. Sinfonie entstammen dieser Periode, Lis^ sichschließlich 1897 bei dem 32jährigen die starke cigenwillige Persönlichkeit mit dem blendenden'. Orchesterscherzo „L'Apprenti Sorcier", - nach Goethes .-.Zauberlehrling", durchsetzte. Häufig ist Paul Dukas als Nachfahr Debussysbezeichnet worden, ganz zu Unrecht: denn schon vor Debussy finden sich vei .ihm impressionistische Züge. Isgcsamt hat Dukas verschwindend wcmg verosfeittlicht. da er nur heransgall. was ihm nach genauester Prüfung 'zu verbessern nicht mehr möglich schien. In mwestechkicher Ehrlichkeit gegen sich nnt, als Kritiker grgen attdere hatte er nie Wert auf öffentliche Anerkennung gelegt, suchte die Salons und Hellen Konzertsäle zu merden, um - ungestört seine Schüler und sich selbst fortbilden zu können. Und dieser heilige und bescheidene Ernst ist vielleicht als das hohe Erbe anzusehen, das Paul Dukas vom Judentum übernommen hat. Kni. Kunstnachrichten Vom 21. bis 24. Mai findet bei Hugo Helbiitg in Frankfurt a. M. eine bedeutende Versteigerung statt. Es handelt sich um die Sammlung Geheimrat Ottmar Strauß und die 3tachlässe Schwarz (Berlin) und Gcheimrat W. Presto rin s (Mainz). Alte und moderne Gemälde, Plastiken und Kunstgetverbe aller Art kommen unter den Harnmer. Zwei Altarflügel von Barthel Brnyn d. Ae., Maria mit dem Kind von Lukas Eraunch d. Ae., Vteister vom heiligen Blut, Vteister der heiligen Sippe, Cornelitis v. Old Capelle, eine schöne vettezianische Vedute von Marteschi und unter den modernen Gemälden Corinth, Hugo Kauffmann, Knaus, Lenbach. Liebcrmann, Slcvogt. Spitzwcg. Thoma. Uhde Ury u. a. Ebenfalls englische und französische Farbstiche. Schöne Keramik der Samntlunfl Schrvarz nttd Porzellane der Sämmltrng Preetorins. Atöbel nttd Tapisserien. Bon größter Bedeutung ist das ntittelalterliche Kunstgetverbe, darunter Lintogcsarbeiten des 12. Jahrhunderts. Plastiken der Gotik und der Renaissance in Holz und Stein. Die zwei Liebermanns sind besonders schön. Sie waren jetzt beide auf der Frankfurter Liebermann-Ausstelltrng. Beide sittd im Katalog. Tafel 28, abgebildct: Nr, 142. Sonnige Parklandschatt mit Dame und Kind im Mittelgrund.- Links unten bezeichnet. Das Bild ist mit 1000 NM tariert. — Nr. 143. Zwei Hunde.-- Spaniels nach liriks gewendet, das vordere braun-- weiß, das andere schlvarzweiß.- Rechts unten bezeichnet. Ejn besonders gutes und reizvolles Bild m feinde gehaltenen Bewegung. Das Bild ist mit 2000 NM taxiert. — Lesser It r t). Nr. 184. Abend im Berliner Tiergarten.- Links, über dem Gewässer, zwischen Banmen, eine Straße mit Equipagen-und Fußtgängern. Links unten bezeichnet: L. Ury 89. vr. M-k. A-S. LhristieZ. Mansion L Woods versteigern Ende' Sühn . die wert über London'' hinaus bekannte- Saytmlung von S. B. Joel. Meißener Porzellane. französische und englische Möbel sowie bedeutende' frühe eitglische Bilder erregen das Interesse de? gesamten kontinetttalcn Kunstmarktes. Die Royal Academy in London plant im BnrlingtoN'House eine große Ausstellung altchincsifcher Kunst. Tie chinesische Negierung hat sich bereit erklärt, die Ausstellung aus den Beständen des Peipinger Palastmtiscums zu beschicken. Attch europäische und amerikanische Sammlungen sollen zur Teilnahme aufgefordert werden. Es hat sich ein Arbeitsausschuß gebildet, an dessen Spitze-- Lord Lytton steht. Ter König und die Königin von Ettgland sowie der Präsident der chinesischen Republik übernahmen die Lchutzherrschaft über diese Ausstellung. Sir Percival David und Oscar' Raphael sind nach China abgcreist, um als Kunst-', kettner von Ruf die Dorarvcitcn in Angriff zu nehmen. „Das Bildltis im 15. Jahrhmtdcrt" kautet der Titel einer kleinen, sehr interessanten Ausstellung, die in den New-Porkcr Knocdler Galleries eröffnet wurde. Aus amerikanischen Privatsammlungen kamen die bedetltcndstcn Werke europäischer Bildnismalerei zusammen. Neben den berühmten Italienern der Morgan - Sammlung, manchem schönen Niederländer der Sammlung Bache, erregt großes Interesse das Bildnis eines Arckütckten, das 1501 Hans Bugmair der Aeltere geschaffen und das als großer Anziehungspunkt dieser Ausstellung und als Glanzstück der New- Porker Sammlung Nosenseld in der Presse abgebildet ist. ' - Dr.O.B. Der Reichssender Breslau hat ein Preisaus- - schreiben für Hörspiele veröffentlicht, das zur. Beteiligung für deutsche, österreichische undandere Autoren offensteht, soweit sie arischer Abstammung und auch nicht mit Nichtarieren ö«», ehelicht sind. Ter „Film-Kurier" veröffentlicht ein Interview' , mit. dem Staatskommissar Hans Hinkel, der soeben zum Reichsgeschästssübrer in der Neichskultur- - kammer ernannt-worden ist, über die künstlerische Betätigung der.Juden in Deutschland. Hinkel, gibt darin. Informationen über die Organisatlon. trnd daS Tätigkeitsgebiet der jüdischen Kultt»^ bünde. mit deren-Beaufsichtigung er seit ihrer Ent-' , stehung betraut war. ' - -r

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