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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-23 · 21 (23.5.1935) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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— aoer wie C 3mmcr wieder hört man das Wort: Mehr Judentum. Niemand aber sagt, was er denn darunter versteht;.ob er Innerlichkeit, Gefühl oder Aeußcrliches, Sichtbares, ob er Betätigung im jüdischen Leben oder Beschäftigung mit der Ideenjvclt de!> Judentums, meint. So kommt cs. daß der eine, dir bisher gar keine Bindung mit seinen Glaubensgenossen hatte. Plötzlich, volksmäßig mehr Jude sein will. Zionist wird und nun gleich radikal jüdisch-nationalistische Gedanken verfolgt. So kommt;s. daß ein anderer, der religiös negativ elngestcl t war und jeden Brauch als ungcistig ablehnte, glaubt die alten ehrwürdigen Gebräuche halten zu sollen, die er kaum kennt und zu denen ihm jede. Bindung fehlt. Solchen Typen begegnet man in erschreckendem Maße; erschreckend, weil das diejenigen sind, die bei einer auch nur scheinbar eintretendeu Befriedung unserer Lage sofort m die alte Lethargie zurückversaller. Beide habe» nicht ersaßt, was Judentum ist. Schuld daran ist das Schlagwort, bei dem sich jeder denken kmn. was er will. Nur eines könnte die Menschen für iuuner an ihr Judentum fesseln und ihren lllarakter festigen, und das ist die Beschäftigung mir dem Wesen seiner Lehre. Sie würden von Gedanken, Gesetzen und Hoffnungen erfahren, die nicht an eine bestimmte Zeit gebunden sind, sondern die zeitlos für alle Ewigkeit Geltung haben. Ob sie sich dann für eine bestimmte jüdisch-politische oder religiöse Richtung entscheiden, ist dieser Grundtatsachc gegenüber von untergeordneter Bedeutung. ' llnb )er Weg zu dieser Haltung inneren Gleichgcmichts? Das Schlagwort ..Mehr Judentum" sagt nichts. Auch der Rat, die Bibel zu lesen und Hebräisch zu lernen.-hilft nur wenig; denn allzubald sieyt man. daß man da nicht weiter kommt, weil noch Hemmungen vorhanden sind. Nein! Man empfehl-: oder leihe diesen Schicksalsgenossen, die oft schwerer. weil noch viel unvorbereiteter an unseren. Jndcnschicksal tragen als wir selbst, solche Bücher, durch welche ihr Gemüt ergriffen und erhoben und ihr Verstand befriedigt wird. Bücher, die sie seeli'ch und geistig erfassen. So führe man sie in daS Wesen des Judentums ein und zu unserer Lehre, zur Bibel hin. Und damit kommen wir zur zweiten Seite der Neueinstellung, nämlich zu unserer Stellung zum Gcistigtn in der Jetztzeit überhaupt. Es scheint fast. a!s ob wir Juden jede Mode mitmachen sollten. Wes drängt zurzeit fort von der geistigen Betätigung — auch bei uns. Wohin,kommen wir, wenn das so weiter geht? Wir würden eine Gemeinschaft, die außer der Religion kein Gebiet geistiger Betätigung mehr kennt. Damit aber würden wir in Zustände sinken, die lang und ausgebreitet im Osten herrschen, und die wir nicht als das Ideal anseh en können. Wohl war eine Umstellung auf Handwerk und Landwirtschaft schon längst notwendig, wohl rst eine Vertiefung aus religiösem Gebiete ein unbedingtes Erfordernis, wenn das Judentum ans Achtung Anspruch erhebt und lebensberechtigt bleiben will. Man muß aber warnen, daß wir nicht in ein Extrem verfallen, daß wir nicht alle Wissensgebiete, auf denen wir bisher Hervorragendes geleistet haben, völlig ansgeben! — Daß uns für eine gewisse Zeit der Nachwuchs fehlt, ist erklärlich. Er wird aber wieder erscheinen. und dann darf er auf keinen Fall ein Vakuum vorfinden. Er muß dann die Alten vorfinden, die trotz allem in ihren: Fache auf der Höhe geblieben sind, die durch die Isolierung nicht auch den wissenschaftlichen Boden verloren haben. Hierzu genügt nicht das Private Durcharbeiten von Büchern und Zeitschriften; hierzu genügt auch nicht das Anhören einzelner Vorträge, knrze Aus- . sprachen; es genügen nicht einmal Arbeitsgemeinschaften während der Berufstätigkeit. Nein, wir brauchen wirkliche fachliche Zusammenarbeit. Arbeitsgemeinschaften durch 2—4 Wochen, in denen man vom Beruf losgelöst sein muß. Nur Leben erweckt Leben. Viele von uns haben führende Plätze in Fachverbänden innegehabt; sie haben sich resigniert zurückgezogen. Wir müssen sie heranholen, auch wenn wir bisher wenig Bindung mit ihnen hatten, damit die Wissenschaft bei uns nicht aussterbc. Bei aller Arbeit für Umstellung und religiöse Vertiefung darf das nicht vergessen werden. Wir jüdischen Lehrer, die wir 5—6 Wochen Ferien haben werden wohl ausnahmslos gerne 2—3 Wochen in der allgemeinen Pädagogik und rein wissenschaftlich auf unseren Fachgebieten gebend und empfangend arbeiten wollen. Auch das Körperliche kann und mutz in Turn-, Gymnastik- und Schwimmstunden zu seinem Rechte kommen.' Ebenso werden handwerkliche Hebungen einem jeden willkommen sein. Auf diese Weise werden wir uns fortbilden zu unserem und unserer Kinder Nutzen und werden uns die Achtung der die Aussicht führenden Behörden sowie der früheren Freunde und Kollegen bewahren. Und was für uns Lehrer gilt, das gilt für jeden Beruf. Es wäre leicht, gleich einen Plan vorzulegeu. jedoch gehört das kaum in einen Artikel. Ueber die Finanzierung muß aber noch etwas gesagt werden. Biele Kollegen, vor allem die außerhalb der Städte wohnen, in denen solche Kurse eingerichtet werden, müßten Zuschüsse irgendwelcher Art erhalten. Unterbringung und Verpflegung könnten vielleicht in einer Anstalt gestellt werden, die in den großen Ferien sonst geschlossen ist. Damit würden die Kosten enorm verbilligt werden kön« nen. Wenn in diesen Anstalten auch die Möglich» ' keit besteht, den größten Teil des Arbeitsprogrämms zu erledigen, würden Fahrgelder und Zeit gespart werden. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. vr. F. Reich. im aM®. Universalismus — ein Problem der Geschichtsforschung Im Vorwort zur zweiten Auslage seines berühmten Buches „Weltbürgertum und Nationalftaat" (1911) forderte Fr"iedrich Meinecke ven der deutschen Geschichtsforschung, sie solle, um ihr eigenstes Wesen entwickeln zu können, universal und national zugleich sein. An^ diese. v)r mehr als zwei Jahrzehnten erhobene Forderang wird man erinnert, wenn.nunmehr Wilhelm Stapel in einem Aufsatz ..Streit um die Geschichte" (..Deutsches Volkstum". 17. Jahrr, Nr. 2) der Geschichtsforschung vorhält, sie in der n a t r o n a l st a a t s g e s ch i ch t - l i ch e n Betrachtungsweise des 19. Jahrhunderts 'teckengeblieben. Aber das planetarische Schicksal der Menschieit. meint Stapel, ist über diesen Zustand hininsgewachsen. Das Zeitalter der Weltunpcrreu bat begonnen. Der Krieg von 1914 war bereits eine Plauetarische Krise. Dem geänderten Anstande der Menschheit entsprechend hätte sich ("ach Stapels Ansicht) die Thematik der Geschichtschreibung ins Planetarische senden müssen. Auch die der alten und mittelalterlichen Geschichte. Wo aber wurde die immer neu durchgedachte Papst-Kaiser-Geschichte.überholt durch eine Darstellung des weltgeschichtlichen Kampfes zwischen der christlichen und der mohammedanischen Staatcnwelt? Freilich hätte es dazu arabischer. spanischer. türkischer Geschrchtssorschung bedurft. ES gab Einzelstudien dieser Art als'Fachailgelegenheitcn. aber die große Gesamtan schaumig blieb aus. Und wo wird uns eine geschichtliche Anschauung davon gegeben. wie das französische Kolonialimperium entstand und nach welchen Gesetzen eS angetreten ist? Wo »st die große Geschichte der Berührungen und der sich anbahneuden Auseinandersetzungen der europäisch-amerikanischen mit der japanisch geführten asiatischen Welt? Das setzt freilich voraus ein Eindringen in die japanisch-chinesische und Gedankenwelt. — Was Stapel vermißt, sind führende geschichtliche Werke von Planetarischer Ausrichtung. Dabei entspricht die „planetarische Ausrichtung" genau dem. was mau bisher „universale Blickrichtung" (weltgeschichtliche Betrachtung, die über die nationalstaatügeschichtliche hinausgrelst) nannte. Besteht nun aber nicht die Gefahr, daß die planetarische oder universale Geschichtsanschauung mit der nationalen kollidiert? In einem Vortrag, den Neichsleiter Alfred Rose n b e r g vor einiger Zeit über das Thema „Die Weltanschauung in der Außenpolitik" hielt, hat er diese Sorge als unbegründet erachtet. Alle die verschiedenen, sich oft gegenseitig todfeindlich gegenüberstehenden Weltanschauungen des 19. Jahrhunderts haben — so führte Alfred Rosenberg aus — eine gemeinsame Gebärde. Generell und politisch gesprochen, ist ihre entscheidende Haltung universalistisch. Der entscheidende weltanschauliche Bruch, wie wir chn heute erblicken, besteht nun darin, daß die geistige Auseinandersetzung nicht mehr innerhalb einer imiversalistischeu. sondern nunmehr innerhalb einer nationalistischen Weltanschauung ausgetragen wird. Die aus Blut und Boden begründete Weltanschauung des Nationalsozialismus ist nicht universalistisches Dogma. Sw ist eine bewußte Abkehr von jener Geschrchtsbctrachtung. die das Wesen der verschiedenen Völker und Nassen nicht als Abwendung von A 11 g e m c i n g ü l t i g k e i t anstrebenden kulturwissenschaftlichen Doktrinen berücksichtigt. Sie ist der Versuch eines erhöhten und zugleich vertieften Sclbstbewußtwerdens der eigenen Triebkräfte. Aus diesem Grunde hat sie höchste,i Respekt vor einer ganz anders gearteten arteigenen Rasse und einem ebensolchen Staatswesen, wie z. B. Japan und China. Den Weg zu einer Forschungömethode. die sowohl den Planetarisch-universalen als and) den cigenvölkrsch-nationalcu Belangen gerecht werden könnte — die das B 5 l C c t i n b t ö i b u u m wie die Völkergemeinschaft gleichmäßig berücksichtigt —. zeigt Professor I. Thyssen m einem Aufsatz ..Der Universalrsmus der Wrsienschaft" („Kölnische Zeitung". Nr.22) .Wenn das Gemeinschaftsleben — so führt Professor Thyffen aus — mit Recht der Alternative unterstellt wird, ob jedes Individuum die Richtschnur seines Handelns nur von seinem eigenen Interesse oder von der Gemeinschaft empfange, so gewinnt diese Gegenüberstellung von „Individualismus unh „Nniversalismus, wenn man sie aus das Erkennen überträgt. daS gleichartige Aussehen: der Forscher ist in seiner Erfasiung der Tatbestände entweder dem Individuum (also jeder sich selbst) oder der Gemeinschaft untertan. Aber es gibt eine dritte Möglichkeit: die Forschung als solche ist weder dem forschenden Individuum noch irgendeiner kleineren oder größeren Gemeinschaft. zu der es gehört, als,, der leitenden Norm untertan, sondern allein der Wahrheit. „Die Forschung als solche" ist zu betonen, das heißt: in ihrer Herausstellung der rn der Welt vorhandenen Tatbestände. Auf unsere Fragestellung angewandt, darf eine „Forschung - als solche" weder die nationalen zugunsten der universalen noch die universalen zugrinsten der nationalen Gesichtspunkte hintansetzen. Ob wohl dementsprechend der alte Begriff der Universalgeschichte im Sinne Herders, Schillers und Brcysigs wiedcrauserstehen wird? Eine neu erscheinende „Zeitschrift für universalgeschichtliche Forschung", die „Welt als G e - schichte" (Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart), läßt es hoffen. Ihr erstes Heft enthält einen Aufsaß Oswald Spenglers „Zur Weltgeschichte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends". Nachdem Spengler im „Untergang des Abendlandes" eine Morphologie der Hochkulturen gegeben hat, legt er hier, auf Grund zehnjähriger Studien, den ersten Teil einer Weltgeschichte „von den Anfängen her" vor. Man wird zu der hochbedeutsamen Arbeit erst Stellung nehmen können, wenn ihre Veröffentlichung abgeschlossen ist. — und der Rassenlehre In einem Aussatz „Die Rasienfrage vom Stand- Punkt der ganzheitlichen Gesellschaftslehre" (..Ständisches Leben , 5. Jahrgang, Nr. 2) überprüft Otto Brandl den Werdegang der modernen Nassenanschauung; hieran anschließend legt er die Bedeutung, die der Rasse im System der universalistischen Sozialphilosophie zulommt. dar. Der Aufsatz ist deshalb wichtig, weil er die Stellung der einflußreichen Wiener Schule Othmar Spanns zum Rassenproblcm wiedergibt. Alle heutigen Rassentheorieu lassen sich, wie Brandl zeigt, auf das Werk des Grafen G o - bineau „Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen" (1853/55) zurücksühren. Nach Gobineaus Ansicht sind unter allen Rassen die Germanen die einzigen Kulturschöpfer und alle Kultur eines Volkes entsteht nach Maßgabe der Vermischung einer anderen Rasse mit der nordischen (weißen), oder nach Ausstcrben des nordischen Blutes verfällt sie. Alle Geschichte, auch die des Geistes, wäre also das automatische Ergebnis einer mechanischen Mischung und Entmischung der Rassen. Der Materialismus dieser Auffassung und ihre letzten Endes jedes Volkstum zerstörende Tendenz liegt (nach Brandls Urteil) offen zutage. Schon vor Gobineau hat ein deutscher Denker, der Schellina und Goethe nahestand. C. H. Carus. ein Werk „Ueber die Ungleichheit der verschiedenen Menschbeitsstämme für höhere geistige -Entwicklung" (1849) veröffentlicht. Carus sicht vom Körperlichen mehr ab und will den Grnno des geistig Andersgeartetseins der Völker in der Verschiedenheit ihrer Stellung zur Sonne erkennen. Diese Gedanken sind nun nicht kosmischmaterialistisch aufzufassen, sondern der gcmüts- - tiefe Forscher und deutsche Romantiker, der Carus war, versuchte mit dem Hinweis auf die ' Sonne im Gegensatz zur rein materialistischen Rassenlehre seiner Zeit und der Vergangenyeit eine geistige Richtung einzuschlagen. Leider blieb es nur bei diesem Versuch, der zwar die Tiefe der Schau offenbart, im einzelnen aber vielfach unklar und schwer verständlich bleibt. Ebenso unmöglich — fährt Brandl fort — Und die Vorstellungen derjenigen Rasschygicniker und Bevölkerungspolitiker, die ans Grund der Vererbuugsgesetze Gregor Mendels eine Edelrasse züchten wollen. Denn die Entdeckungen Mendels, an Pflanzen und Tieren gewonnen, lassen sich nicht ohne weiteres auf menschliche Verhältnisse übertragen. Im scharfen Gegensatz zu Gobineau sieht die Lehre Othmar Spanns in der Bildung und Umbildung von Raffen nicht eine Geschichte von Rassenmischungen, sondern das Ergebnis geistiger, geschichtlicher Ereignisse von besonderer' Stärke. Sie vertritt die Ansicht, daß Kriege, das Auftreten großer Männer in Religion und Gesellschaft auch die äußeren Bestimmungen des Menschen dauernd beeinflußt haben. Rasse, lehrt Spann, ist „jene geistige Vergangenheit der Völker, die einen körperlichen Niederschlag gesunden hat." Professo.r Hans W e i u e r t, der Verfasser des Buches „Biologische Grundlagen für Rassenkunde und Nassenhygiene", weist in einem Aufsatz „Ueber die Entstehung der heutigen Menschenrassen" („Ter Naturforscher". 1935, Nr. 1) darauf hin, daß die Nassen Unterabteilungen der Art sind; sie entstehen durch Aufspaltung einer ursprünalich einheitlichen Art (Spezies) durch erbliche Veränderung (Mutation) bestimmter Merkmale, durch nachfolgende Auslese und Isolierung in sich begrenzter Gruppen. Wenn wir also die heutige Menschheit überblicken und sie dann auf ihre erblich-verscbiedenen Merkmale hin in Nassen eiuteilen, dann fangen wir mit dieser Syitematisieruiig eigentlich am falschen Ende an: nämlich, nicht mit dem Gange der Entwicklung beim Ursprnng der Rassenspaltuna beginnend und beim heutigen Zustand endend, sondern umgekehrt:, wir folgern zunächst einmal ' aus den äußerlichen Unterschieden, daß wir verschiedene Rassen vor uns haben. Ob wir damit aber im Recht Und. würde sich erst dann ergeben, wenn uns der Entwicklungsgang, zum mindesten aber der Ursprung der betreffenden Raffensonderung bekannt wäre. Zunächst können wir — erklärt Professor Weinert — keine Erforschung des Rasien-Ursprunges treiben, wenn wir uns nur aus eine Rasse — also etwa die Raffe Europas — beschränken. Smon dabei fällt einem bald auf, daß wir überhaupt nicht von „europäischen" Staffen sprechen dürfen. Europa ist ein politischer Begriff mit willkürlich festgelegten Grenzen — und an solche Grenzen halten sich Raffen scheinbar grundsätzlich nicht. Wir sprechen deshalb in der Menschenkunde von „euröpiden" Raffen oder von der „europiden" Hauptrasse, die auch die Mittelmeerküsten nach Nordasrika und Vordera s i e n mit umgreift. — Seitdem sich die Menschheit in Raffen spaltete, haben sich die einzelnen Gruppen beim Zusammentreffen befehdet und sich gegenseitig totgeschlagcn — aber deshalb haben sie sich doch geschlechtlich vermischt und dadurch dem Rasseuforscher immer wieder neue Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Aber die Entwirrung solcher Rasscnmischungcn ist durchaus nicht die einzige und vor allein auch nicht die größte Schwierigkeit. Sie zeigt uns aber, daß wir nicht in der Lage sind, den Entwicklungsgang einer Rasse zu untersuchen, ohne auch die anderen Raffen zu kennen und zu erkennen. Oie nordrassische Leistung In einem großangelegten Aufsatz „Arteigenes Denken" (Nationalsozialistische Monatshefte". 6. Jahrgang. 58. Heft) fordert Professor W o l f - gang Schultz, daß die deutsche Philosophie wieder auf dem Boden der volksnahen, wertgebundenen Tatsachen lande und ans ihm neue Kraft schöpfe. Die innere Haltung des deutschen Denkens soll „vom Charakter, vom Blnte. vom Volke" her bestimmt lein. Ferner verricht Professor Schultz die These, daß „der heldische Geist des nordi sehen Menschen, der Wikingergeist" Urheber der großen Kulturleistungen der Menschheit sei. Es sind, so meint er. gewaltige geistige und zugleich blutgebundene, volksgebundene lind raffegebundene Vorgänge. Bloß nordrassisch bestimmte Voller sind solcher Schöpfungen, solcher letzten Klarheit. Besinnnng und Hingabe über sich selbst empor fähig gewesen. Tie Babylonier haben zwar die Gestirne beobachtet und in der Genauigkeit dieser Beobachtungen und im Ausbau der Maße von Raum und Zeit Großes geleistet. Trotzdem kam nicht die Wissenschaft der Astronomie dabei heraus, sondern ein verzerrter Vorläufer, die Astrologie, der erst überwunden werden mußte, damit der Weg für die Wiffenschaft frei wurde. Auch am Nil, in China und bei den Inkas in Meriko . ist nichts den geistigen Leistungen nordrassischer Völker Vergleichbares zu verzeichnen. So bleiben Wissenschaften und Philosophie eine Erscheinung, die im Wesentlichen und in ihren Ursprüngen auf Volker nordischer Rasse beschränkt ist, und unter diesen wieder aus die führenden Völler, im Altertum auf die Griechen. Jranier. Inder, in der neueren Zeit auf die fast insgesamt germanischer Grundlage entsproßten Brudervölker Europas und vor allein ans die Deutschen als Herz dieses Erdteils und Träger seiner blutgebuudenen Zukunft. Sprache und Volkstum In der Zeitschrift des Deutschen Sprachver- ' eins. „Muttersprache" (49. Jahrgang. Nr. 12). veröffentlicht Georg Schmidt- N^o h r. der Verfasser des bekannten Buches „Die Sprache als Bildnerin der Völker", einen Aufsatz „Volkstumserhaltung durch Spracherhaltung", in dem er betont. daß die Sonderartigkeit der Sprache wesentlich aus der Rasse mitbedingt ist. Sprache ist durchaus nicht nur Schöpferin, sie ist selbst auch Geschöpf. Verdanken wir schon -- erklärt Schmidt-Rohr — unser höheres Menschlein wesentlich der Sprache,' so ist die Entwicklung und Höherent» Wicklung des deutschen Menschentums gar nicht ohne die deutsche Sprache zu denken. Es gibt viele Bedingungen, unter denen wir erkennen, daß das deutsche Blut, von dem wir mit neuer und tiefer Liebe wissen, nicht allein genügt, deutsch sein und deutsch bleiben zu lassen. Wenn wir uns unter unseren Mitmenschen urnsehen. so treffen wir immer wieder mtf Deutsche, die fremdländische Ranren tragen, Namen, die uns sagen, daß die Vorfahren dieser Volksbrüder einstmals Franzosen oder Polen oder Italiener waren. Französisches oder polnisches oder italienisches Blut fließt heute noch in ihren Adern, und doch sind sie deutsch, so deutsch in ihrem Denken und »Fühlen, in ihrem Erleben der Welt wie irgendeiner mit rein deutschem Blut. 'Denken wir an Brentano. Sein Vater war Italiener. Brentano aber war ein Deutscher. Seine Schöpiungen gehören zum Schönsten der deutschen Romantik überhaupt. Wie zart, innig, wie deutsch klingt das Lied der Spinnerin in der Chronik» eines fahrenden Schülers! Hier strömt uns die ganze Fülle deutscher Innerlichkeit, deutscher Sehnsucht, deutscher Derschwärmtheit entgegen und packt uns ganz urgewaltig. Wohl ist es richtig, daß das fremde Blut eine svnderariige Färbung in deutsches Denken bringt, aber gerade daraus erwuchs unserem deutschen Volkstum eine so reiche Mannigfaltigkeit. Nr. 27 der bei V e l h a g e n & Klasing erscheinenden Zeitschrift „Daheim" erfreut burd) die schöne Kunstbeilage. Eduard M a g n n s' Gemälde „Tie Kinder des Präsidenten von Lamprecht" aus dem Jahre 1834 ist in besonders guter Aufmachung. auch farbig trefflich, veröffentlicht worden. Königin Wilhelmine von Holland hat die Crti* nennung der jüdischen Gelehrten Professor Levtl. Civita in Rom und- Professor Weyl in Princeton zu auswärtigen Mitgliedern der Kgl. niederländischen Akademie der Wissenschaften bestätigt. nauptschrlftlcitcr: Dr. AlfredOirsehberg; Stellvertr Dr Margarete Edelbeim. Beide in Berlin Fiir Rücksendung unverlangter Manuskripte ist Freiumschlag beizi'Higcn Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwnnlich rtirdeo Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. . Berlin DA I Vj 40 76!) Verlag; Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e V., Berlin W 15, Emser Strasse 42 Tel Adr.: ..CentralglaubenBerlin" Fernspr J?Oljv»8141-45 Postscheck- Berlin 20472 Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH. Berlin SW 19 Zurgelt ist Preisliste Nr 4 gültig. 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