Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 20 (16.5.1935)
- Date
- 1935-05-16
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 m j rr\! i n m i-;' “1 ^1! u m u n!! i *-ULJ \JÖS LJ L~*_ o. ~V J LJ S<LJ LJ Ü |! | i! u I ’ A! j j M i , ~J [ ' .•),— E3 JJ U J/ n & ■ W ETI ca / / □ nr inl- ~n n n 4 ^LLU 16. Mai 1935 tr s Von Dr. Bruno Glaserfeld, Vorsitzenden: Die Entschließung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom 5. Acai, sowie das Emnmitniqnc der Fraktion des Indischen Vollsbundes und 'der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in der Berliner Jüdischen Gemeinde haben unter den Berliner Juden lebhaftes Erstaunen und Vesremden hervvrgerusen. Als führende jüdische Organisation Berlins weist auch der Landesverband Groß-Berlin des Central-Bereins die Forderungen der Zionisten schärsstens zurück. Bor allen Erwägungen im einzelnen leitet ihn dabei die Uebcrzeugung, daß es heutzutage nicht mehr möglich ist, Politik vom grünen Tisch aus zu machen, ohne sich um die Stimmung der Massen zu kümmern. Helle Empörung herrscht in den Leihen aller Mitglieder der Berliner jüdischen Gemeinde. Gleichgültig, ob der Einzelne in den Gedanlengängeu des Central-Bereins denkt, ob er dem Zionismus zuneigt, ihn sogar bejaht, oder ob er den jüdischen Fragen indifferent gegenübersteht .. „ alle sind entsetzt darüber, daß es unter den Juden Menschen gibt, die sich als Führer der Gesamtheit bezeichnen und dabei nicht eimnal so viel Instinkt haben. zu sehen, daß die jüdischen Menschen Berlins mit alter Entschiedenheit innere Störungen ablehnen! Alis allen Gebieten des jüdischen Lebens, in allen jüdischen Familien herrscht starke materielle und ideelle Aot. Ueberall findet sich seelisches Leid. Fieberhaft wird an allen dazu berufenen Stellen gearbeitet, um das über uns gekommene Schicksal einigermaßen zu meistern. Ost genug muß leider die Hilfe versagen! Und da halten» es Führer der zionistischen Organisationen für angemessen, einen Streit zu entfesseln, von dem kein um das eigene und daS Gemeinschaftsschicksal besorgter Jude auch nur das Geringste wissen will! Der gesunde Sinn der überwältigenden Mehrheit der Berliner Juden bäumt sich auf gegen solche Perirrungen sogenannter Führer. In voller Einigkeit werden von allen Berliu-er Inden die Störungen der jüdischen Arbeit zurückgewiesen. Es ist unnötig, die Worte des alten A'ttinghauseu den jüdischen Menschen Berlins mahnend ins Gedächtnis zu rufen. Um so notwendiger ist es, den führenden Männern der verschiedenen. Organisationen das Gewissen dafür zu schärseih daß es wirklich nicht an der Zeit ist, sich in gedankliche Auseinandersetzung __ über Führungsansprüche, Ideologien, persönliche Bänke nslv. einzulassen. Die einige jüdische Blasse steht hinter denen, die mit Talkrast, Schnelligkeit und Erfolg die Zionistische Bereinigung ans den Platz verweisen, der ihr znkommt: ans den Platz der 'Arbeit und des gemeiusamcn Werkes abseits von Nnhestörung und Demagogie. Eine Landesverbandsversammlung des Gross-Berliner Centra.l-Vereins, ans der Dr. Margarete Edel he im unter starkem Beifall über „Eindrücke von einer Palästina-Reise" sprach, beschäftigte sich mit den innerjüdischen Vorgängen in der Berliner jüdischen Gemeinde. Die Stiuunung der stark beftichteu Bersanuulung fand in folgender Resolution ihren Ausdruck, die einstiinmig angeuounueu wurde: Der LarideSverbaridsVorslaud deö C.-B., Groß-Berlin, gibt seinem tiefsten Bedauern darüber Ausdruck, daß durch die völlig undagegen des Landesverbandes Gross-Berlin des G.-V. begründet erhobenen Machtansprüche der Zionisten der notwendige und von uns selbstverständlich gewahrte i n n e r jüdische Frieden gestört wird. Ein inncrjüdischcr Kampf gegen jüdische Gesamt- Organisationen und gegen die Gemeinde- Führung in diesem Augenblick entbehrt jeder sachlichen Grundlage und zeugt von einer mangelnden Verantwortung gegen die gesamtjüdischen Interessen, die heute g e m e i n s ch a f t l i ch e 'Arbeit inr Dienst der gefährdeten Iudenheit erfordern. Für persönliche Machtansprüche und Organisations-Egoismen haben die Berliner Juden keinerlei Verständnis; sie hoffen, daß die überwältigende Mehrheit der Berliner Juden den Friedensstörern jede Gefolgschaft verweigern wird. Jüdische Wahlen in Spandau Am Sonntag, 12. Mai. fanden in Spandau Repräsontantcnwahlen statt, die infolge eines zionistischen Wahlprotestes wiederholt werden mußten. Hierbei errangen die Liberalen einen bemerkenswerten Wahlerfolg. Bei einer Wahlbeteiligung von 9b Prozent konnte die liberale Lisie zwei Drittel aller Stimmen ans sich vereinigen. Bon den zu besetzenden vier Repräsentautensitzeu und den drei stellvertretenden Sitzen erhalten die Liberalen alle Sitze. Die Z i o n i st e n g e h c n völlig l e e r a u s, da nach dem in Spandau herrschenden Zensitemvahlrecht die einfache Mehrheit entscheidet. Die neue Spandaner Repräseniantenversammlung setzt sich nunmehr aus sieben Liberalen und einem Z i o n i st e n zusamemn. Die Liberalen waren zu einem Kompromiß mit den Zionisten auf der Grundlage der Verteilung der Repräsentantensitze 2:2 bereit gewesen. Aber die Zionisten wollten die gesamte Macht. So kam es zu einem Wahlkampf, dessen Ansgang um so bemerkenswerter ist, als die Z i o n i st c n eine Kraftprobe w o l l t e n und die Spandaner Wahlen als Auftakt der Berliner G e m e i n d e w a h l e n betrachteten. Zahlreiche zionistische Agitatoren ans Berlin waren die letzte Woche hier tätig, hatten persönlich die Gemeindemitglieder zu beeinflussen versucht, zionistisch zu wählen; an dem gesunden Sinn der Spandaner Gemcindemitglieder sind alle zionistischen Wahlbccinflussungsversuche gescheitert. giiinmninunniiTinimHHiimHmniiiiniiHimiminiimniHiHinniiii» Da das Berliner Gemoimlohlatt jetzt bereits so pünktlich zugcstcllt wird, dass die Synagogoiibexuehor sich über die Stunden des Gottesdienstes und die Redner rechtzeitig informieren können, füllt im Berliner Blatt der „C.-V.-Z<*ilung“ von heute an die Rubrik „Gottesdienste“ fort. Die Ankündigungen aus den Synagogcnvereinen dagegen werden auch in Zukunft nach Massgabe des Raumes veröffentlicht werden. lI!!!III!!!lirlI!I!I!II!IlMlIIlI!!iriIIIIIiII!!!IlIlII!lIIlIllIII!Illl!IllIIlIII!llIl» C.-V.-Frauengruppen Gross-Berlin Während der Monate Mai und Juni treffen sich die Mitglieder jeden Donnerstag, von 17 Uhr ab, im Kurhaus „Alscngrund“, Krumme Lanke. Hcnr.nnnstrasse 7/9. Die Arbeitsgemeinschaft über die „Geschichte der Juden in Deutschland" wird fortgesetzt. 18. Mai, 20 IlHr 30 Min.: Shtnb Dcmfch.Jüdischer Iucicnü, Wcrtfininpc Siolnifoc, 0. Z,:g. „toabbatai Zmi". Echu» bcrt'6aat,' Bülowstratze 104. Die Ausstellung im Berliner Jüdischen Museum Die Frühjahrsausstelümg Berliner indischer Künstler, über die wir in unserer letzten Nummer ausführlich berichteten, erfreut sich eines sehr regen Besuches. Eine Anzahl von Schicken hat die Ausstellung bereits unter Führung ihrer ,Junge Frau“, Pastell von J. Avrach Phot. Grete Karplus Lehrer besichtigt; vielfachen Wünschen^ entsprechend ist der Eintrittspreis für cschüler, wenn sie in geschlossener Klasse erscheinen, ans fünf Pfennig herabgesetzt worden. Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Ausstellung neben der täglichen Besuchszeit (10 bis 14 Uhr) auch am Montag, Mittwoch, Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, am Dienstag von 15 bis 20 Uhr geöffnet ist. Das Rambam-Lehrhaus Ueberzeugt von der Notwendigkeit gemeinsamer religiös-geistiger Arbeit, eröffnen die Berliner Gruppe des „Misrachi" und der „Verein zitr Er- Haltung des überlieferten Judentums in Berlin" eine Reihe von Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften unter dem Rainen „Rambam-Lchrhaus". Der shstematische Lehrbetrieb wird in seinem vollen Umfange erst iin Herbst beginnen. Doch wird bereits im Sommer-Semester ' eine größere Anzahl von Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften stattfinden. Die Eröffnungsveranstaltung findet am Lag-bc-Omer (Dienstag, den 21. Mai) im Logenhans, Kleiststraße 10, statt. Oberrabbiner Dr. Joseph E a r l e b a ch (Altona) hält den Erössnnngsvvrtrag. Das Rambam-Lehrhans will seiner Zielsetzung nach neben den bereits bestehenden jüdischen Lehrhansern in Berlin eine besondere Ausgabe erfüllen: Die Welt der religiösen Ueberlieferuicg vom Staridvrt dieser Ueberliefcrung selbst dem jüdischen Menschen der Gegenwart erschließen und erlebbar machen. Es glaubt damit, dem tiefsten Bedürfnis gerade des in der hentigetr Situation stehenden Juden am besten zu dienen. Sekretariat: Dr. Kopfstein, W 30, Bamberger Straße 18. Cornelius 5719. - Vortragsreihe: Joseph Carkebach: Tie Welt des Midrasch. Dienstag, 21. Mar. I. Jacobovits: Talmudische Gespräche. Dienstag. 4. Juni. Alerander A l t m o n n : Die jüdische Mystik. Dienstag, 18. Juni. Alle Beranstaltungen finden in dckr Loge Kleiststraße statt und bcginnen um 20 Uhr 30 Minuten. Arbeitsgemeinschaften. Montag: Dr. B e r k ow i tz: Lektüre ausgewäylicr Stücke ans dem Mischne Tora des Rambam. (Beginn: 27. Mai, Synagoge Münchener Straße.) Harry Levy: Der jüdische Alltag. (Beginn 27. Mai. Misrachi-Heim, Kantstraße 6.) — Mittwoch: Alerander A l t - mann: Die Sendschreiben des Rarnbam. (Beginn: 22. Mai, Loge Kleiststraße 10.) Tr.' Ist Broch: Die jüdischen Feste. (Mit musikalischen Erläuterungen.) (Beginn: 22. Mai, Synagoge Münchener Straße.) — Donnerstag: Ernst. Daniel G o l d s ch m i d t: Interpretation des Pro. pheten Micha. (Beginn: 23. Mai, Loge Kleist, straße 10.) I. Ja cobovits: Einführung in den Talmud. (Beginn: 13. Juni, Synagoge Münchcner Straße.) Das Berliner Lehrhaus Donnerstag-Vortragsreihe: 20 Uhr 15 Dl in. Logenhaus, Kleiststraße 10: 23. Mai: Paul E p P st e i n : „Die jüdische Gesellschaftck 30. Mai: Leo B a e ck: „Die Existenz der Juden/- Arbeitsgemeinschaften: Am Montag, dem 20. Mai, beginnen: Fritz Bamberger: Lektüre und Besprechung wichtiger Duellen der jüdischen Geschichte und Kulturgeschichte des Mittelalters. 20 Uhr, »Fa. sancnstraße 79/80. Paul Eppstein: Jüdische Gegenwartskunde an Hand von Dokumenten. 21 Uhr, Fafanenstraßc 79/80. Hans R athan: Gustav Mahler (mit musikalischen Beispielen). 20 Uhr 30 Min., Marbrrrger Straße 5, III. Kurt Ball: Steuerrecht. 20 Uhr 30 Min., Marburgcr Straße 5, III. Ter Eintritt in die Sprach-, Handels- und Photokurse kann noch erfolgen. Anmeldungen im Sekretariat, Marburger Straße 5 (10—1, 3-6 Uhr). Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde In der mittleren und höheren Klasse der Schule können auch innerhalb des Sornmersemcsters Reuaufnahmen erfolgen. A. In den folgenden Klassen der Schccle. Große Hamburger Straße 37: 1. Montags und Ptittwochs, 20 Uhr 30 bis 22 Uhr: Auswahl aus den Psalmen und vollstümliche Erzählungen von Perez. Lehrer: Reier. 2. Rtontags und Mittwochs, 18 Uhr 15 bis 20 Uhr 15: Auswahl aus Amos, Hofea und Micha und Agnon, Bilcvacv Jammim. Lehrer: W e r b a. IZ. In den Klaffen der Schule Klovstockftraße 53: 1. Dienstags und Donnerstags. 18 Uhr 45 bis 20 Uhr 15: Tora und Smilansli, Erzählungen. Lehrer: Dr. Gold mann. 2. Dienstags und Donnerstags, 18 Uhr 15 bis 20 Uhr 15: Rambam, Mischne Tora und Lialik. Essays. Lehrer: B c r g g r ü n. Daneben in allen Klassen Konversation und schriftliche Hebungen. Sprechzeit des Schulleiters: Rtontags und Mittwochs, 17 Uhr 30 .vis 18 Uhr 30, Große Hamburger Straße 37: Dienstags und Donnerstags, 17 Uhr 30 bis 18 Uhr 30, Schule Klopstockstraße 53. Anmeldungen für die nächsten Aufängerklassen sind an den Schulleiter Berggrün, Charlottenburg 5, Kaiscrdamm 101, zu schicken. Aus den Synagogenvereinen Srinaqogenvcrcin Nrikcftraßt. 90. Mai, 2«) Uhr M Min.: Lag ba'Onicr-Fcier. Änsprachc: Rabbiner Dr. Nutzbaum. Mi'.wirkcndc: Eugenia Hcilbrnnn, Marion Uocgel. Eile Dubion. Fcrris cüondolch, Alerander Modii, Werner Scelig-Vas;, Rudi Lehmann. Nesidenzsestsüle, Landsbcrqer Slraf;e öl. Jüdische Gemeinschaft Verlin-Tcgcl und Umgcdunst. 22. Atai, 20 Uhr: Gcmeindeabend. Rabbiner Dr. Nugdaum: „Geschenke deo Eäiictsals". Uiinsilerische Umrahmnnsi. Bei GroZmann. Tc^et, Karolincnslrane 7. Liberale Synncioac „Osten"! 2.'! Btai, 2» Uhr: ,"(X> Jahre jüdische Ausik." UnIUiorescrent der Jüdischen Gemeinde Ehrcnrcich, Ober'antor John. Schulaula der ltnabcnvolkoschu'lc, Naiserstragc bO. Die Jüdische Kinderhilfe E. D. hat ihre Kinder-Polikliuik und die Geschäftsstelle von Auguststraße 14/15 nach Blumenstraße 97 verlegt. Aerztliche. Sprechstunden für: Allgemeine Krankheiten täglich (außer Sonnabend und Sonntag) 13—14 Uhr, Augenkrankheiten Dienstag und Donnerstag 12—13 Uhr, Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten Montag und Donnerstag 14—15 Uhr, nervöse Kinder und Erziehungsberatung Dienstag und Donnerstag 14—15 Uhr, Orthopädie Montag 11—12 Uhr, Stimm- und Sprcchstörungen Donnerstag 14—15 Uhr, Tuberkulosefürsorge Mittwoch 14—15 Uhr, Zahnkrankheiten Montag und Freitag 12—13 Uhr. Das Tagesheim für Säuglinge und Kleinkinder ist in der Auguststraße verblieben. §) A\S3 v ln i u i i n i V U ft n eSsEeisIws r\/7 _ 00 » Ä i; v* ck /^s. fr , o! ■ H ii Ruth Mcsnus, MaSer.see, JonchJm-Frlcdrlch-Str.41) pt. (1 Hinuto vom Kurfürstendamru) Hochmeister J 7, 1250 0''rr!p.!B-nr'nrSn Apoth. 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