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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-09 · 19 (9.5.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
19 (9.5.1935)
Date
1935-05-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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x. unsacn iÄÄA htA ^UUU?öö5 uWÄ^ VW E^l§W Der heutige Gebictsumfang des Königreiches Ungarn wurde durch den ^lertrag von Lrianon von etwa 325 000 Quadratkilometer auf 92 ODO Quadratkilometer verkleinert, cs verlor weite tOelnetsteilc an die Tschechoslowakei. an Ingoslawien und Rumänien, kleinere Teile au Oester' reich und Italien. Zwar war die Dichte der jüdischen Bevölkerung in der Gesamtheit dieser abgetretenen Landestcile geringer als in dein Ungarn verbleibenden Hoheitsgebiet; für die demv' graphische Betrachtung der Juden aber ist entscheidend, daß gerade die in geschlossensten Massen lebenden Teile der ungarischen Iudenheit, gerade die Gebiete, welche die größte Physische Vitalität anfwiesen, voit Ungarn abgctrcnnt wurden. In Richtung nuf die Bevölkcrnngszahl waren diese Gebiets ab treu nun gen so einschneidender Natur, daß von der Gesaintbevölkcrung Vorkriegsungarns etwa zwei Drittel und von dern jüdischen Bevölkcrungssektor etwa die Hälfte in andere Staateuvcrbände ü b e r g e g a n g e n ist. Die Berechnung der Zahl der Juden im heutigen ungarischen Staatsgebiet nach den Ergebnissen der Konfessionsftatistik des Jahres 1910 ergibt eine Zahl von -171 000 Juden, während innerhalb der Vorkriegsgrenzen tut gleichen Jahre 938 000 jüdische Menschen fcstgcstcllt nwrdcn sind. Tie Loslösung der lebensfähigsten Teile der 'ungarischen Iudenheit der Vorkriegszeit hat eine grundlegende Wandlung volksstrukturellcr Art in dem jüdischen Sektor des heutigen Ungarn hervorgerufen. Die ch a r a k t e r i st i s eh e n Züge der Entwicklungstendenzen der ungarischen Inden in der Nachkriegszeit sind: M a s s e n t a u f e n , Vt i s ch c h c n in außerordentlich hoher Zahl und der Uebergang v o m G e b u r t e n ü b e r s ct] u ß z u m Sterbeü b e r s ch u ß. Unter der Einwirkung dieser Tatbestände mußte die Zahl der ungarischcu Inden ständig abnehmcn. Die Volkszählung von 1920 ergab noch eine Ziffer von -173 000 Inden. Die Verluste von etwa 10 000 ungarischen Inden, die im ungarischen Heere während des Weltkrieges gefallen waren, sind damals noch durch eine gesündere Geburtenfolge anfgeholt worden; aber schon in: Jahrzehnt von 1920 bis 1930 vollzieht sich die für die künftige qnantitative Größenordmmg der Juden in Ungarn entscheidende Wandlung. Bis 1926 ist noch in jedem Jahre eine kleine natürliche B e v ö l k c r u u g s - Zunahme scstzustellen. im Jahre 1 92 7 beginnt das Ueberrvicgen der Sterbcfällc über die Zahl der Geburten, ein weiteres Iahrfl'mft später. 1932. hat der Sterbenberschuß bereits die beachtliche Höhe von 1500 Personen erreicht. Der zahlenmäßige Erfolg dieses Tcndenzumschwunges der Frnchtbarkeitsknrve wird durch die Volkszählung von 1930 bestätigt: in diesem Jahre wird nur mehr noch eine Gcsamtziffer von '445 000 Inden fcstgcstellt. cs hat sich also ein absolutes Minus von rund 28 000 Menschen ergeben! Dieses aufrüttelnde Ergebnis ist jedoch keineswegs ausschließlich die Folge westeuropäischer Einflüsse ans eine regulierte Geburtenrcduktion, gleich starke Bedeutung kommt der Welle der M a s s e n - taufen zu. die nach Beendigung des Krieges entsetzte und sich in den politisch unruhigen Zeiten, die hiernach für Ungarn folgten, verstärkte. 1l OOD Juden Ungarns traten in dem Jahrfünft von 1919 bis 1924 ausweislich der Statistik zum Christentum über, wobei die Inden Budapests in besonders großem Umfang beteiligt waren. Wenn auch die Anstrittsbelvcgnng allmählich abgeebbt ist. so lind doch in dem Jahrzehnt von 1925 bis.zur Gegen» ivart noch weitere etwa 3500 Inden aus ihrem Neligionsverbandc ausgeschiedcn. Zn dieser großen quantitativen Verlustquelle tritt das außerordentlich hohe Maß von Mische h e n. die in den letzten anderthalb Jahrzehnten allein in Budapest auf 600 bis 700 jährlich zu beziffern sind. Für die bevölkerniigsstruktiirelle Situation des jüdischen Bevölkcrnngsscltors in Ungarn ist hierbei entscheidend, daß nicht mir ein großer Teil der Mischehenpartner dem Judentum verlorengeht, sondern — im Gegensatz zu den Verhältnissen in einigen anderen Ländern —, daß die überwiegende Zahl der Binder ans diesen Mischehen getauft werden. Die amtliche ungarische Statistik erlaubt hier insoweit einen weitgehenden Einblick, als durch sie die Zahl der Fälle erfaßt worden ist, in denen bei jüdisch-christlichen Mischehen eine gesetzliche Ucbcreinknnst über die Religion der künftigen Kinder getroffen worden ist. Als Beispiel seien die Ergebnisse dieser Feststellung ' für das Jahr 1933 angeführt. In diesem Jahre wurden über 1090 jüdisch-christliche Mrschehen geschlossen, in rund 200 Fällen kamen gesetzliche Uebercinkommen über die religiöse Erziehung der zu erwartenden Kinder zustande: und zwar in 175 Fällen nach der Richtung, daß die Kinder der christlichen Glaubensgemeinschaft zugesührt werden. Hierin liegt neben der gcwollten Fruchtbarkeit?, beschräntnng die uüchtigstc Quelle für die fortdauernd steigenden quantitativen Verluste der jüdischen Bevöllcrnng in Ungarn. Tie statistischen Ergebnisse geographischer, kultureller und ivirtschaftlicher Natur werden in der nächsten Nummer der ..E.-V.-Zeitnng" folgen, in der das soziographischc Bild der Juden Ungarns abgeschlossen wird. DivE. E—i. (Nachdruck verboten) Der Zlgb Cemmtmonec beim Bcüadwvltr der Ellmarilaner Der High Evinmissivner von Palästina, Sir Arthur Wanchope, wohnte der Zeremonie des Pessachopfers der Samaritaner auf dem Berge Gerisim bei Nablus (Sichem) bei. Ter samaritanische Hohepriester hielt eine Ansprache, in der er die Regierung bat, der Samaritanergemeinde finanzielle Beihilfe bei der Errichtung einer Synagoge zu gewähren. Eine Umschafsung von Molibrcs „Eingebildetem Kranken" durch Alfred Auerbach in Frankfurt am Main ist in italienischer Sprache vom Sender Lugano erworben worden und erlebt dort die Funknraufsührnng. SßeZSBl 1/ \ KurfrofeS Fürstonhof U \SU l v> _ .... . Heitqucttenversand auch durch Apotheken usw. Prospekt» und Brunnenschr/ften gratis 28tägige Pauschatkur 755.— RM. Vergünstfg.-Kur 215.— RM. /Hl, 2J!II!l!illI * Mi ylü iraiSüilii ®: hä! Vorm. Frais Helene Meyor HagensSrasse 33-47 / Telefon: H9 Schmargendorf 7751 AllerbcMe Verpflegung wie anerkannt. Ftreng klinische iirr.tllcli© Versorgung der Kranken. Modernisiert«} elcktro - hydrotherapeutische Apparaturen. BtUsitpren HmorMiehungon, OlatUoriiito.l&urxvrellrii, Orimtl» limsntzbrstiromungen. Besondere Vereinbarungen tvcgrn etwaiger Pauschnlknren. 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