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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-24 · 17 (24.4.1935) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
17 (24.4.1935)
Date
1935-04-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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ob der Ort der Absendnng oder des Empfanges des Briefes maßgeblich ist. Tie Unsicherheit ist um so großer, als die deutsche Gcrichtspraxis in vielen Fragen mit der ausländischen nicht übereinstimint und es oft ganz vom Zufall abhängt, wo der schließlich unvermeidliche Prozeß anhängig wird. E h e v e r t r ä g e gehören in Dentscchland seit 1900 zu den Seltenheiten, aber andere Länder andere Sitten. 26er im Ausland heiratet, tut gut, sich vorher über die vcrmögcnsrcchtlichen Wirkungen zu erkundigen, auch wenn beide Teile deutsch sind. Für Frankreich wird zum Beispiel der Abschluß eines güterrechtlichcn Vertrages dringend anzuraten und zu beachten sein, daß er nur vor der standesamtlichen Trauung zulässig ist und weder nachgcholt noch geändert werden kann. Wer möchte gleich an Scheidung denken? Aber nach Jahren kann das Schicksal eines Mensehen davon abhängcn. ob eine kirchliche Trauung slattgesunden hat oder nicht, waS z. B. für Ehen mit jugoslawischen Staatsangehörigen und deren Trennung von Wichtigkeit ist. Sind die Eheleute Ausländsdeutsche geblieben, so kann zwar in der Aegel auch das auswärtige Gericht angerusen werden, die ausländische Scheidung wird aber in den ineisten Fällen von Deutschland nicht anerkannt, so daß, wer nach Deutschland zurückkehrt oder den andern Teil in Deutschland wegen Unterhalt in Anspruch nehmen will, sich in Deutschland scheiden lassen muß. Sind umgekehrt beide Teile Ausländer. (die Frau erwirbt bekanntlich in der Regel die Staatsangehörigkeit des Mannes), so kann arich die frühere deutsche Frau hier nur daun die Scheidungsklage erheben, wenn das deutsche Gericht auch nach dem Heimatsrecht des Mannes zuständig ist oder das Haager Ehescheidungsabkommen eine Ausnahme zuläßt (die drei Haager Abkommen sind noch teilweise in Kraft). Oesterreicher können in Deutschland nicht geschieden wcr- .den, auch Tschcchoslowaken nicht (worüber allerdings Reichsgericht und Kammergcricht verschiedener Meinung sind). Für russisch-polnische Juden ist übrigens nach den zaristischen und polnischen Gesehen noch imwer das b i b l i s ch - t a l m u d i s ch e Recht maßgebend und von den deutschen Gerichten. zu beachten. Erst neuerdings hat sich das Kammergericht in einer ausführlichen und vorzüglich begründeten Entscheidung vom 11. Dezember 1933 (Jur. W. 1934 S. 619)^ damit zu beschäftigen gehabt, da die Ehefrau, die früher mit ihrem Mann in Polen gelebt hatte, gegenüber der Scheidungsklage einwandte, es fehle an der Erteilung und Annahme des Schcidebriefes. Das Kanunergericht entschied aber, daß die Erteilung des Briefes keine notwendige Voraussetzung ist; die Ehe sei zu scheiden: 1. wenn beide Teile einverstanden sind oder der Mann nach talmudischom Recht zur Erteilung des Briefes befugt ist oder die Frau sie verlangen darf und 2., ivenn außerdem auch nach deutschem Recht ein Scheidungsgrund vorliegt. Die französische Kolonial-Rechtsprechung erkennt übrigens für die nordasrikanischcn Juden auch die religiöse Verpflichtung einer Witwe an, sich erst dann mit einem andern wiederzuverhciraten. nachdem sie die Brüder ihres verstorbenen Mannes vergeblich zur Ehe aufgefordert hat. Das Scheidungsrccht ist neuerdings durch das deutsche Gesetz vom 24. Januar 1935 zugunsten der Frau, welche die deutsche Staatsangehörigkeit behalten oder wicdcrcrworbcn hat, geändert worden; vgl. hierzu die Ausführungen von Eyck im 4. Beiblatt der C.-V.-Zeitung vom 31. Januar 1935. Schließlich sei noch' das Gebiet des E.rbrechts gestreift. Ausländsdeutsche werden nach deutschen Recht beerbt, auch wenn sie noch so lange im Ausland gelebt haben. Bei Testamenten im Ausland empfiehlt es sich, die Form innezuhalten, die sowohl dem deutschen wie dem ausländischen Recht entspricht. Denn ein von einem Deutschen im Ausland errichtetes Privattestament ist zwar nach deutschem Recht gültig, braucht aber vom ausländischen Staat nicht anerkannt zu werden. Für die Vermittlung von Erbrechtsansprüchen sind die deutschen diplomatischen Vertretungen im Ausland zuständig. Aber die Pfändung m Arzt- und Mn. ' mMnoraren Nach den bisher in Geltung befindlichen geschlichen Vorschriften war sowohl das Privateinkomlnen der Aerzte und Zahnärzte aus ihrer Praxis als auch die ihnen von den kassenärztlichen Vereinigungen zu zahlende Vergütung für ihre kasscnärztliche Tätigkeit der unbeschränkten Pfaudmig unterworfen, da die Vorschriften über die Pfändung des Arbeits- oder Dicnstlohues auf die fraglichen Vergütungen feine Anwendung fanden. Nachdem nunmehr die Vorschriften über die Pfändung von Gehalts-, Lohn- und ähnlichen Ansprüchen durch das Gesetz vom 24. Okcober 1934 sowohl in persönlicher als auch in sachlicher Beziehung eine erhebliche Ausdehnung erfahren haben, kommt für die beiden Arten von Einnahmen der Aerzte und Zahnärzte nunmehr ebenfalls ein Schutz gegenüber der Pfändung in Frage. Was zunächst die Einnahmen aus der Kassenpraxis anbelangt, die heute wohl regelmäßig die Haupteinnahinen bilden, so handelt cs sich hierbei um wiederkchrend zahlbare Vergütungen für geleistete Arbeiten. Nach § 8500 ZPO sind diese Vergütungen der beschränkten Pfändung in gleicher Weise wie eine gewöhnliche Lohn- oder Gehaltsforderung unterworfen, wenn die zu vergütenden Leistungen die Erwerbstätigkeit des Schuldners vollständig oder zu einem wesentlichen Teil in Anspruch nehmen. In diesem Falle ist daher mindestens ein Drittel des monatlich 150,— Reichsmark übersteigenden Bruttoeinkommens der Pfändung nicht unterworfen. Hat der Schuldner seinem Ehegatten, einem Verwandten oder einem unehelichen Kinde Unterhalt zu gewähren, so erhöht sich der unpfändbare Teil des Mehrbetrages für jede Person, der Unterhalt gewährt wird, um ein Sechstel, höchstens jedoch aus zwei Drittel des Mehrbetrages. Soweit das Einkommen 500,— Reichsmark übersteigt, ist der Mehrbetrag unbeschränkt pfändbar. Für Pfändung wegen gesetz- [ßtüibjWwOüiüxB coctxß Wowssadsücsuß jyiiiiiiiiHiiiiiiiiniiiiiinniiiiHiiiiniisiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiinHiiiiiiiiiiiiintiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiinii^ I Textilien I i Fabrikanten und Grossisten bczichon ihro AHskunftol-Anfrngcxettol j Bankier HugoLevr. Hannover, BSdokerstr. 85. J Vertreter anerkannter Auskunfteien. -- Litte verlanden Sie Angebot. - D. Jtegmskwgec Jiitlfi L ^Bayern / Qzqziindct 1855 3uUtecsta$& / Siteichwacm Eigene Aastüstmy. iSfern & Loewenstein I B o c h o 11 i. W. 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