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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-24 · 17 (24.4.1935) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
17 (24.4.1935)
Date
1935-04-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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G*V.-2tg, Nr. 17 3. Beiblatt ■rtli 24. April 1935 Von unsrem stSndigrn NalüstiM«AeMrlerstattrr Tel Aviv, 10. April 10:15.;\cbcs» Land ift wirtschaftlich Teil eines geographisckicn Raumes oder einer politischen Gruppe. Es steht mit den anderen Ländern dieser Gruppe in einem Verhältnis der Arbeitsteilung und des bevorzugten Warenaustausches, sei es auf Grund besonderer Staatsverträgc. sei cs durch die natnrlidic Entwicklung der nachbarlichen Beziehungen, selbstverständlich erstrecken sich diese Bindungen immer nur auf bestimmte Spezialgebiete, sie sännen auch, je nach den Zeitumständen, mehr oder weniger eng sein. Immer aber >vird sich zeigen, bofj für die Außenhandelsbeziehungen eines Landes ein bestimmte r Kreis von Ländern infolge ihrer natürlichen Lage oder infolge einer geschichtlich begründeten Zusammengehörigkeit besonders wichtig ist. Für Palästina ist diese Frage hervorragend bedeutsam, tveil hier der Außenhandel einen besonders großen Teil der wirtschaftlichen Gesamtumsätze bestreitet. Tie Einfuhr ist größer als die gesamte Produktion der heimischen Industrie und Landwirtschaft, ein Verhältnis, das man wohl nicht so bald in cinenr anderen Lande wiedcrsinden wird. Ter Import je Kopf der Bevölkerung ist annähernd so groß wie in den höchstentwickelten Industrieländern Europas! ES ist eine thpische Erscheinung, daß der neue Eimvanderer. auch wenn er schon längst Wirtschaftlich eingeordnet ist und mitten in der Arbeit steht, über die äußeren Beziehungen Palästinas viel unklarere Vorstellungen hat als über die inneren Verhältnisse. An die inneren Verhältnisse des Landes hat er sich längst gewöhnt, aber daß Palästina als Vorposten moderner Wirtschaft in einer zum Teil noch nomadischen und wüsten Umgebung, in Asien liegt, muß er sich .noch ziemlich häufig ins Gedächtnis rufen. Bezeichnet man als natürlichen Wirtschaftsraum eines Landes den ganzen Kreis der vornehmlich in Frage kommenden Wirtschastspartncr, so sind für Palästina gewissermaßen drei Wirtschafts- . räume gegeben: Tie Rachbarländer des Vorderen Orients, daö Britische Weltreich und — so seltsam cs im ersten Augenblick klingen mag — die Indenschaft in der Diaspora. Untersuchen wir jeden einzelnen dieser Wirtschaftssaktorcn und Palästinas Siellung zu ihm. Ter vordere Orient, in der englischen Terminologie ..Naher Osten" oder ..Mittlerer Osten" genannt, umfaßt das östliche Mittel me er« decken und sein außereuropäisches Hinterland. Es handelt sich um ein Gebiet von mindestens drei Millionen Quadratkilometern mit einer Lcvölkcrnng von mindestens 46 Millionen Menschen. An Gebiet und Bevölkerung ist das engere Palästina (also ohne Transjordanicn) mit 26 000 Quadratkilometern und l,2 Millionen Einwohnern nur ein winziger Bruchteil dieses Komplexes. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist ungleich größer, und man darf -wohl annehmen, daß der Außenhandel Palästinas heute ungefähr 15 Prozent der gesamten Außenhandelsumsätze des Mittleren Ostens ausmacht. Im Jahresdurchschnitt der Periode 1928—1932 ergaben sich folgende Anßenhandclsziffern (in Millionen Pfund Sterling): Palästina Syrien Aegypten Ehpern Irak Aden Persien Türkei Zusammen Einfuhr 6,93 9,30 42,91 1.60 6,16 4,31 14,17 17,60 102,98 Ausfuhr 1,87 3,03 38,98 1,19 ' 3,50 3,36 25,06 15,00 91,99 An diesem gesamten Außenhandelsumsatz des Ristlercn Ostens von etwa 200 Millionen Pfund waren beteiligt England mit rund 40, Deutschland. Frankreich und Italien je mit 11 bis 15, Indien mit 11, Rußland mit 10, NSA mit 8 und Japan mit 5 Millionen Pfund. Inzwischen haben sich die Verhältnisse durch die Psnndabwcrtimg. die stürmische Svndcrcntwicklung Paläftinas und das Vordringen Japans auf dem asiatifcfim Markt natürlich geändert, aber uns lag daran, das Tnrrhschinttsbild einer längeren Periode, unabhängig voll Zusallsbewegungen einzelner Jahre, zn zeigen. Für Palästina selbst hat die anhaltende Inlandskonjunktur zu einer gewissen Bernachlässigung der Nachbarbeziehungen •' geführt. Die genannten sieben Länder sonne die Staaten der arabischen Halbinsel hatten 1931/32 noch rund ein Drittel der palästinensischen Einfuhr geliefert und rrmd ein Drittel der palästinensischen Ausfuhr ausgenommen. Im ersten Halbjahr 1934 aber bestritten sie mrr noch 5 Prozent der Ausfuhr und 15 Prozent der Einfuhr Palästinas. Diese Entwicklung ist ganz natürlich. Die Eitrusfrüchte nehmen einen immer größeren Raum in der Ausfuhr Palästinas ein: gerade für dieses Produkt aber find die Nachbarländer, die zum Teil selber Orangen pflanzen, keine besonders geeigneten Abnehmer. Der steigende Einfuhrbedars Palästinas aber erstreckt sich zum großen Teil auf Produktionsmittel für den Ausbau einer eigenen Industrie sowie für die Modernisierung des Verkehrs und die Stärkung der Landwirtschaft, also aus Tinge, welche die Nachbarländer nicht liefern können. Palästinas Zcmentcrport nach den Nachbarländern ist zeitweilig fast ganz eingeschlafen, weil die hiesige Industrie noch nicht einmal den Bedarf der heimischen BaMvirtschast decken kann. Handelspolitisch ist die Stellung Palästinas gegenüber den Nachbarländern im Mandat festgelegt. Naäjbarliche Borzugsverträge darf es nur mit Staaten schließen, die vor dem Kriege, wie Palästina selbst, Glieder des alten türkischen Reiches waren, in Asien liegen und unmittelbar an Palästina angrenzen. Auf Grund dieser Klausel besteht eine Art Zollunion mit dem französischen Mandatsgebiet Syrien und mit Transsordanien. das sa auch verwaltungsmäßig nur einen Teil des Mandatsgebietes Palästina bildet. Im übrigen ist die handelspolitische Bewegungsfreiheit der Mandatsregierung sehr gering. Die arabische Nationalbcwcgung steht dem jüdischen Aufbauwerk, das ja der palästinensischen Wirtfchost das Gepräge gibt, vielfach mißtrauisch gegenüber, so besonders in dem arabischen Königreich Irak. In der Praxis beginnt sich freilich schon die Erkenntnis durchzusetzcn, daß die Fortschritte Palästinas auch aus seine Nachbarn befruchtend wirken, und die bestehenden Bcrbindungen zwischen den Arabern innerhalb und außerhalb Palästinas schlagen auch wirtschaftliche Brücken. Ist aber der Ausbau des Nachbarhandels doch noch mehr eine wichtige Zukunftsaufgabe, so ist die Stellung Palästinas im Britischen We 11reich schon gegenwärtige Wirklichkeit. Zwar ist Palästina offiziell nicht Mitglied des British Empire und nicht Partner der Zollverträgc von Ottawa. Aber schließlich ist es doch eine englische, dem Londoner Colonial Office unterstellte Beamtenschaft, die das Land regiert, der Hafen von Haifa und die dort mündende Petroleum« lcitung verkörpern wichtige Interessen und ebensojetzt konnte Professor Weizmann auf der Tagung des Aktionskomittees das wachsende Interesse des Empire an Palästina seststellen. Auch nicht« jüdische Finanzkrcise der City haben sich in Palästina stark engagiert. Oft hört man in Palästina den Hinweis, wie sehr der Export des nahen Eypern durch den Genuß der Empirc-Borzugszölle begünstigt sei. Heute bestreitet England mit Feinen Kolonien und Dominien etwa 20 Prozent der Einfuhr und 50 Prozent der Ausfuhr Palästinas. Ein starker Auftricbsfaktor der palästinensischen Konjunktur ist endlich die Wechselwirkung zwischen Palästina und der I u d c n h e i t in der übrigen Welt. Idee und Dhnamik dcS WirtschaftsaufbauZ in Ercz Israel sind schließlich außerhalb Palästinas entstanden. Der Motor der heutigen Bewegung ist die anhaltende Einwanderung jüdischer Menschen und jüdischen Geldes, sei es durch Spenden zu den zentralen Fonds, die noch immer die wichtigsten Träger der KolonisationSarbcit und der Bodenpolitik sind, sei cs durch Investitionen auswärts wohnender Juden, sei es durch mitgebrachtes Vermögen der Einwanderer. Das Geld aber kommt vornehmlich in Form von Waren ins Land, und zwar von Erzeugnissen des gleichen Landes, aus dcru das Kapital stammt. Auch darüber hinaus ist der Einwanderer, durch seine Gewohnheiten oder durch bestehende Geschäftsverbindungen. oft ein Schrittmacher für die Produkte seines alten Heimatlandes, wie umgekehrt der Zionist im Ausland den Absatz palästinensischer Exportartikel fördert. Sclbstpcrständlich stehen die jüdischen Verflechtungen Palästinas auf einem ganz anderen Blatt als seine arabischen oder britischen. Die Iudenschast der Diaspora ist weder politisch, noch territorial, noch wirtschaftlich eine Einheit, ihre Bedeutung für den Außen- Handel Palästinas entzieht sich also der.zahlen-, mäßigen Erfassung. Man weiß, daß im letzten Jahr die jüdischen Investitionen etwa 10 Millioneu Pfund betragen haben und daß Palästinas Einnahme aus dem Touristenverkehr etwa 1 Million betragen hat. Aber für dieses Geld sind nicht „jüdische", sondern englische. amerikanische, deutsche und andere Waren ins Land gekommen. Endlich aber ist nicht zu vergessen, daß sich die drei Strömungen — die mittelöstliche, die brrtische und die jüdische — auch gegenseitig stark beeinflussen. Jüdische Beziehungen können auch für die Stellung Palästinas zu anderen Stan«. t c n bedeutsam werden, und die Politik des British Empire strahlt wiederum auS auf das Verhältnis Palästinas zu anderen Ländern des Mittleren Ostens. So hat eben, jetzt eine Zusammenkunft zwischen den britischen Hohen Kommissaren, bzw. Ministerresidenten für Palästina—Transjordanien, Aegypten und Arabien stattgefundon. Aus der NWAtisn SleiörgruM Muilrit Auf der Tagung des Bayerischen Industriellen. Verbandes, ans dem dessen Nebcrsi'ihrnna in die Bezirksgruppe Bayern der Reichsgruppe Industrie beschlossen wurde, machte der Staatssekretär im R e i ch s w i r t s ch a s t s m i n i st e - r i u m, Posse, u. a. Ausführungen über den organisatorischen Aufbau der W i r t« schüft. Nach dem Bericht der „Frankfurter Zeitung" erklärte er, es sei das Ziel, die sachliche und bezirkliche Gliederung in möglichst engen Zusammenhang zu bringen, eine einheitliche Vertretung der Industrie sicherzustellen. Es solle vcrhindert werden, daß die fachliche Organisation sich bezirklich weitergehcnd anfgliedcre. als es die besonderen Verhältnisse empfehlen. Das Reichswirtschaftsministcrinm sei entschlossen, eine lieber- Organisation in den Bezirken unter allen llinständen zu verhindern. Für die Bezirksgrr-ppen ergebe sich daraus die Verpflichtung, mit den sachlichen Gruppen engste Fühlung zn halten, und ebenso müßte:: sie und die Kammern zusammenarbeiten, wobei die Frage oer etwaigen Ausgabenabgrenznng noch zu prüfen sei. Die Zwangs- Mitgliedschaft sei mindestens bei der Industrie problematisch. Aut dieser Frage hänge eine zweite eng zusammen. Wenn man mit Recht die Billigkeit der Organisation fordere, daun werde das dauernde Nebeneinanderbestehen der organisierten Wirtschaft und der Kartellverbände nicht möglich sein. Alle diese Fragen verschwänden an Bedeutung gegenüber der Kosten der Organisation. Werzn die Kostenfrage noch weiter so wie jetzt behandelt werde, dann habe die organisierte Wirtschüft ihr Leben verwirkt. MrtfSaslsgruvve EümlSaMl Der Leiter der Wirtschastsgruppe Einzelhandel. Dr. Franz Hayler, hat. wie die Zeitungen berichten, zum H a u p t g e s ch ä f t s s ü h r e r der Wirtschaftsgruppe Dr. Fritz Wieser bestimmt. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel übernimmt zugleich die Arbeiten der bisherigen Spitzcnorganisationen des Einzelhandels, insbesondere der Hauptgcmeinschast des deutschen Einzelhandels. Der Hauptgeschästsführcr soll die gesamte Arbeit aller Abteilungen der Wirtschaftsgruppe zusammcnfassen. Durch die Hauptabteilung A, die unter der Oberleitung von Dr. Tiburtius steht, wird die sachliche Betreuung des Einzelhandels und seine wirtschaftspolitische Vertretung erfolgen. Die Hauptabteilung B bearbeitet Presscfragen und die Propaganda im und für den Einzelhandel. Es soll auch für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und Verbraucher in der Leffcntlichleit geworben werden. Die Hauptabteilung C tVcrwaltungsabteilung) soll Arbeit und Kosten durch gemeinsame Betreuung für sämtliche Gliederungen ersparen. Außerdem führt diese Hauptabteilung den Aufbau der Wirtschaftsgruppe im Reich durch. Im Einvernehmen zlvischcn dem Leiter der Wirtschastsgruppe Einzelhandel und dem Leiter der Bezirkswirtschastskammcr wurde, wie die Zeitungen aus Köln melden, Heinrich Remagen, Köln, zum Leiter der Bezirkswirtschaftsgrnppe Einzelhandel im Trenhändcrbezirk Rheinland ernannt. AiisfuhrhanLel Der Verein Hamburger Exporteure ist, wie die Tagespreise meldet, im Zuge des Neuaufbaues der gewerblichen Wirtschaft in die Bczirksfachgruppc Ausfuhrhandel Hamburg-Nordmark der Fachgruppe Ausfuhrhandel übcrgeleitet worden. In einer Mitgliederversammlung gab ihr Leiter. Kurt Justus, dem auch die Leitung der alle Ausfuhrfirmen des Reiches umfassenden Fachgruppe Ausfuhrhandel in der Wirtschastsgruppe Groß -Ein- und Ausfuhr Handel übertragen worden ist, ein Bild von der Stellung und dem Ausgabenkreis, den die neue Organisation innerhalb der Gesamtwirtschast zu erfüllen haben wird. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte Herr Justus das Verhältnis zwischen Erporthandcl und Industrie, und wies im einzelnen zahlreiche praktische Möglichkeiten auf, um die Zusammenarbeit zwischen den aufeinander angewiesenen Faktoren der Wirtschaft reibungsloser zu gestalten. RkWgrlwve Banken Ter Leiter der Reichsgruppe Banken hat. wie die Zeitungen berichten, die Herren Georg Simonis, Inhaber des Küstriner-Plah-Leihhauscs. Berlin, zum Leiter der Fachgruppe „Private Leihhausbetriebe" und Dr. jur. Walter Kaminski von der Eesi-Gescllsckiaft für Kundenkredit-Finanzierung m. b.H.. Berlin, zu Leitern der Fachgruppe „T e i l z a h l u n g s - Kredit Unternehmungen" berufen. Reichsnährstand Durch eine in der Tagespreise im einzelnen wiedergegcbene Verordnung des Reichsernährungs- Ministeriums wurden einschneidende Beitimmungen über den Zusammenschluß aller zur Brauwirtschaft gehörenden land - wirtschaftlichen und industriellen Fachgebiete im Rahmen des Reichsnährstandes erlassen. Es werden Brauwirtschaftsverbände und eine „Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft" geschaffen. Aufgabe der Zusammenschlüsse ist Durchführung der Marktordnuna durch Regelung der- Erzeugung des Absatzes sowie der Preise und Preisspannen von Hopfen. Malz und Bier. Die Verordnung, die die Erzeuger von Gerste und Weizen, soweit diese Produkte zn Branzwecken in den Verkehr gebracht werden, die Erzeuger von Hopfen sowie die Mälzereien und Brauereien, ferner die Verteiler von Hopsen und Malz, sowie die Großvcrtciler von Bier betrifft, tritt am 15. Mai in Kraft. MjUMUMN Br öle ta Der Reichswirtschaftsminister hat für den Bereich seiner Zuständigkeit den Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandcs zur Erteilung der in § 1 der Anordnung betreffend die E r r i ch t u n g" g ew c r b l i ch c r Unternehmungen und Betriebe im Saarland vorgesehenen Einwilligungen ermächtigt, soweit Unternehmungen und Betriebe des Handwerks, Handels. Konsumvereine. Werlkonnimanstalten. Kominissivns- und Auslieferungslager in Frage stehen. Hiervon ausgenommen sind Tankstellen. Kreditinstitute und llertitnersandgeschäste. Für die Erteilung von Einwilligungen bei Untcrneh. mungcn und Betrieben anderer Art (also insbesondere Industriebetriebe) ist nach wie vor allein die Zuständigkeit des Reichswirtschasts- Ministers gegeben. * Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes macht, wie die Zeitungen berichten, die Firmen im Reich darauf aufmerksam, mit der Gründung von Filialunternehmungen oder Beteiligung an bestehenden saarländischen Speditionsfirmen zurückzuhalten. Das Rcichswirtschastsminiskerium erwäge die Ausdehnung der Errichtnngsfperrc auch auf das Verkehrsgewerbe, wahrscheinlich sogar mit rückwirkender Kraft. * Der Reichskommissar für Pfalz-Saar hat. wie die Tagespreise meldet, angcordnet. daß das im Saarland und in der Pfalz erzeugte Schlachtvieh nicht außerhalb der Pfalz und des Saarlandes verlauft oder gebracht werden darf. Es muß vielmehr innerhalb dieses Gebietes zum Verkauf gebracht werden. Der Eeschüstsschluß an Ernnabenden Die Fachgruppe Großhandel der Reichsbetriebsgemcinschaft Handel der Deutschen Arbeitsfront erläßt, wie die Tagespresse berichtet, im Einvernehmen mit der Wirtschastsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel an die Betriebssichrer des Elektro-, Radio- und Fahrradteilcgroßhandels einen Ausruf, einheitlich für das gesamte Reichsgebiet ab 1. Mai den Wochenendschluß Sonnabends spätestens 15 Uhr nachmittags cinzusühren, nachdem in der weitaus größten Mehrzahl der Großhandlungen dieser Branchen eine einheitliche Regelung des Wochciiendfrühschliisses bereits durchgeführt sei. Das gleiche gelte für die Fabriklagcr, Auslieferungslager und Fabrikvertreter der Industrie. die sich dieser Regelung anschließen. An den Ein.^Ihcmdcl und das Handwerk geht gleichfalls die Bitte, Waren, die zum Wochenende erfahrnngsgcmäß stärker gefragt werden, nicht erst am Sonnabend zn bestellen, sondern dein Großhandel durch rechtzeitige Auftragserteilung die Möglichkeit zu geben, die Lieferung am Freitag anszuführcn. Für den Krattfahrzcngtcilegroßhandel könne im Interesse der Motorisierung diese Regelung nicht voll durchgeführt werden, dort könne ab 15 Uhr ein Bereitscyastsdicnsi eiugesührt werden, der bis zu einem Drittel der Gefolgschaft der einzelnen Betriebe umfassen dürfe. Wichtiges aus kt Wirtschaft In einer dritten Verordnung zur Vorhind e r u n g von Preissteigerungen auf dem Gebiet der Leder Wirtschaft wird, wie die Tagespresse berichtet, bestimmt, daß Ausnahmen von den bekannten, mit der Verordnung vom 20. April 1934 getroffenen Bestimmungen vom Reichskommissar für Preisüberwachung oder von den von ihm bestellten Stellen zngelasscn werden können. * Die Ha u p t v e r e i n i g u n g der deuts ch e n V i e h w i r t s ch a f t hat. wie die „Deutsche Flcischerzeitung" berichtet^ zur Stabilisierung der Rinderpreisc veranlaßt, daß den Hauptverbraucher- Plätzen neben Vieh auch Fleisch durch die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse zngesührt wird. Darüber hinaus habe sie, um alle Versuche der Spekulation anszuschalten, nunmehr auch Richtpreise für Rindvieh festgesetzt, die nach oben nicht überschritten werden dürfen. Diese Richtpreise liegen bei 40 Pf. pro Pfund Lebendgewicht in Erzeugungsgebieten und bis 43 Pf. in Znschußgebieten. * Nach der Berechnung des Statistischen Reichsamts. die nach der Tagesprcsse soeben in „Wirtschaft und Statistik" veröffentlicht.wird, betrug das deutsche Arbeitseinkommen im Jahre 1934 rund 29.5 Milliarden Reichsmark und war damit um rund 3,5 Milliarden höher als im Vorjahre. * Ter Monat März 1935 hat nach den Berichten der Tagespreise im deutschen Außenhandel einen Ausfuhrüberschuß von 12 Millionen RM erbracht. * Zum Geschäftsführer der W i r t s ch a f t s - kam me r für Westfalen und Lippe hat der Präsident Dr. Borbet den Syndikus Tr. Hugo (Bochum) bestellt. Tr. Hugo führt gleich, zeitig als erster Sndikus die Geschäfte der Jndustrie- und Handelskammer zn Bochum und Dortmund. li' »

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