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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-24 · 17 (24.4.1935) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
17 (24.4.1935)
Date
1935-04-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Haifa, Anfang April. P a l ä st i n a i st ein junges Land. Diese Tatsache muß sich der Europäer, besonders der Deutsche, auch dann vergegenwärtigen, wenn er an das Studium des Wohlfahrts-, des Unterrichts, und des allgemeinen Gesundheitswesens herangeht. Man \ xiti i,Ci i üvniunt e.u. Mit» Henriette Szold täte dem Lande Unrecht, wenn man auf diesen Gebieten Einrichtungen nach dem Muster eines alten Landes erwarten und ihren Mangel kritisieren würde. Auch hier ist alles erst im Aufbau, und die deutschen Einwanderer finden noch ein reiches Betätigungsfeld vor. Was für das öffentliche Gesundheitswesen geschehen ist, lag bisher hauptsächlich in den Händen der H a d a f s a, des amerikanisch-jüdischen Frauenvereins, der Hospitäler und anderes mehr errichtete und jetzt, wie früher schon berichtet wurde, den Ausbau der medizinischen Fakultät der Universität Jerusalem mit ermöglicht. Außerdem besteht eine Krankenkasse (Kupat Cholrm). der jedes Mitglied der Histradut (Gewerkschaft) angehört, also in der Regel jeder Arbeiter und jeder Insasse einer Kwuzza. Sie besitzt schöne, moderne Erholungsheime in vielen Orten, z. B. in Achusa auf dem Karmel, in Mezza u. a. m. Schon arbeitet man auch an der Errichtung einer Art Mittel« standsversicherung. Aber es gibt z. B. noch keine Unfall- und Invalidenversicherung. Dagegen ist die Schwangeren- und Wöchnerinnenfürsorge gut ausgebaut. Mißlicher steht es um die reine Wohlfahrtspflege. Für sie fehlt es an den wichtigsten Doraussepungen: es gibt keine Polizeiliche Meldepflicht und keine Steuerpflicht. Die sozialen Anstalten sind in Palästina vorwiegend ein städtisches Problem. Die Siedlungen sorgen in vorbildlicher Weise für die Kinder wie für die Alten. Das Kindcrhaus ist gewöhnlich das schönste in der Siedlung, und die „Großeltern", die man jetzt schon vielfach hat Nachkommen lasten, helfen in der Kwuzza bei den leichteren Arbeiten, in der Küche, bei der Verpackung der Früchte und werden besonders gut gepflegt, erhalten zusätzliche Nahrung, Suppen, Eier und führen ein behagliches Leben. In den Städten dagegen reichen die Altersheime nicht aus und bedürfen, soweit überhaupt welche bestehen, der Erweiterung. In Jerusalem ist die Wohlfahrtspflege im Waad Leumi zentralisiert. Sie untersteht hier der Leitung einer wundervollen Frau: Miß Henriette Szold. Ich konnte sie mehrfach sprechen und erbat mir Auskunft von . chr über die Gebiete, die sie speziell betreut: soziale Fürsorge und die deutsche Jugend- Alija. Henriette Szold, die 1860 in Baltimore als Kind ungarischer Eltern geboren wurde, spricht fließend deutsch. Schon mit acht Iahrcn. so erzählt sie mir, mußte sie „Hermann und Dorothea" in deutscher Sprache lesen, denn ihr Vater, ein Rabbiner, war ein großer Deutschenfreund und ein glühender Verehrer Goethes. Sehr jung schon widmete sie sich auf ihres Vaters Wunsch dem Studium der Judaica, und dadurch lernte sie den Zionismus bereits in feinen frühesten Anfängen kennen. Das erste Mal ging sie vor etwa 25 Jahren nach Palästina. Jetzt ist sie ununterbrochen seit 1920 dort. Sie setzte zunächst ihre Arbeit für die Hadassa fort, die sie bereits in Amerika begonnen hatte, trat dann in die Zionistische Exekutive ein und gehört seit 1931 dem Wad Leumi an. Sie ist gewissermaßen anS Leidenschaft Organisatorin. und sie stellte diese Neigung besonders in den Dienst des Gesundheitswesens und der sozialen Fürsorge. Da sie außerdem das mütterlichste Herz besitzt, war. es fast selbstverständlich. daß'sie, als die deutsche Jugend« Alija einsetzte, ihre Absicht, nach Amerika zurückzukehren, ausgab. denn sie sah eine neue große Aufgabe vor sich: die Unterbringung der deutschen Kinder in Palästina vorzuberciten. So wurde sie zur Beschützerin dieser deutschen Jugend, und sie trägt ihren Beinamen „Mutter der deutschen Jugend-Alija" mit Recht. Miß Szold erläuterte zunächst den Aufbau des Wohlfahrtswesens in Palästina. An der Spitze steht der Kenessed Jesreel, seine Organe sind eine Delegiertenversammlung, die nach dem Muster des alten Sanhedrin aus 71 Mitgliedern besteht. Diese wählt eine Exekutive aus 23 Mitgliedern, der Zahl des .kleinen Sanhedrin, die wiederum einen Ausschuß von sechs Menschen wählt, der die ' Arbeit täglich leitet. Dieser Ausbau ist durch. eine Regierungsverordnung festgelegt (Religious Eommunitics OrdinanceS). Der Kenessed Jesreel hat nun lokale Organisationen in den Gemeinden (Kehillot), die auch das Recht haben, Steuern einzukassieren; dieses Budget wird von der Regierung begutachtet. Aber diese Einnahmen reichen für die vielfachen Aufgaben nicht aus und so ist die Wohlfahrt auf Unterstützung - von privater Seite und ausländischen Fonds stark an-' gewiesen. Denn zu all der schon bestehenden * Armut kommt dauernd eine neue große Elendseinwanderung: zum Teil sind cs Menschen aus dem Osten, zum Teil aber auch deutsche Flüchtlinge, die erst nach gescheiterten Versuchen in anderen Ländern nach Palästina kommen. Dem Kenessed Jesreel unterstehen die rabbinische Gerichtsbarkeit, daS Unterrichtswesen, das Gesundheitswesen und die soziale Fürsorge. Er besitzt in jeder Kehilla eine be- Iandere lokale Organisation, die die praktische oziale Arbeit leistet. Selbstverständlich arbeiet auch die Hilfsorganisation für die deutschen Juden, die Hitachduth Olcj Germania, Hand m Hand mit diesen lokalen Stellen. Miß Szold hat auch die Leitung der offenen Fürsorge und eine ihrer engsten Mitarbeiterinnen ist jetzt Siddy W r o n s k y, deren reiche Erfahrung aus der Wohlfahrtspflege in Deutschland Palästina zum Segen gereichen wird. Einen kurzen Einblick in ein wichtiges Spezialgebiet der praktischen Fürsorgearbeit konnte ich noch in Jerusalem tun: in die Gefährdeten-Fürsorge. Aehnlich wie es bei der Berliner Jugendgerichtshilfe war, weist das Gericht dieser Stelle alle Fälle zu, in denen Jugendliche straffällig werden. In jahrelanger Arbeit ist — mit allerdings viel Jii geringen Mitteln — wie mir die Leiterin Frau Bloch zeigte, schon viel Gutes geschehen. Die besondere Bedeutung dieser Arbeit liegt in der Tatsache, daß die Kinder in Palästina durch keinen Schulzwang von der Straße ferngchaltcn und schon in den Jahren, in denen die Kinder sonst noch in der Schule sitzen, häufig zur Arbeit gezwungen werden. Wie cs auch bei uns oft geschieht, weitet sich die.Gefährdeten-Fürsorge häufig zuv Familicnfürsorge aus. Durch die Not des Kindes wird die Fürsorgcstelle mit dem Elend der ganzen Familie bekannt, und es ist bisweilen bereits gelungen, die ganze Familie in eine neue Umgebung und zur Arbeit zu bringen. Erfreulicherweise brauchte die Gefährdetenfürsorge sich um deutsch-jüdische Kinder noch nicht zu kümmern. Aber so dankenswert alles ist, was hier ■ an Fürsorgearbeit geleistet wird, es ist doch erst ein Anfang, und ein flüchtiger Einblick in das jüdische Ghetto Mea Schearmin (Stadt der hundert Tore), deren malerischer Reiz so oft von Journalisten geschildert wird, ließ mich schaudern vor dem Massenelend, das hier wie zum Teil auch in der Altstadt noch zu bekämpfen ist. Dann fragte ich „die Mutter der Jugend- Allija" nach ihren Erfahrungen mit den deutschen Kindern. Mit freudigem Aufleuchten ihrer schönen Augen, das ihrem Gesicht trotz ihrer Jahre einen jugendlichen Charme derleiht, erzählte sie nur, daß von den vierhundert Kindern aus Deutschland, um deren Unterbringung sie sich persönlich bekümmert, von denen sie jedes einzelne gesehen hat, nur siebzehn sich nicht eingeordnet hätten. Und. das ist dann weniger Schuld der Kinder als der Eltern gewesen, die sich nicht immer an die Verträge gehalten, ja rn einem Fall sie sogar bösartig mißbraucht haben. Besondere Schwierigkeiten mache manchmal die Unterbringung religiöser Kinder, denn sie weigerten sich bisweilen, entgegen dem Wunsche ihrer Eltern in eine orthodoxe Siedlung zu gehen, und man habe ihnen nun von ihrem siebzehnten Lebensjahr an die persönliche Entscheidung in dieser Frage zugestanden. Die. Kinder, die die deutsche Jugend-Alliia nach Palästina geschickt hat, sind je nach ihrem Alter in Kwuzzot oder Ausbildungostatten untergebrackit, und viele von ihnen konnte, ich ' sehen: in dem Kinderheim Ahawa, das letzt noch in einigen Hausern m Neveh Schaanan bei Haifa untergebracht „ist und bald auf ' neuem Boden in der Harsabay, siedeln wird, im Kinderdorf Ben Schemen ber Tel Aviv, trt En Charod - und Dagania, .in .Mischmar Haemek, in Ajeleth Haschaschar u. a. m. Und mit manchen dieser jungen Burschen und Mädchen konnte rch sprechen und mir von ihnen selbst erzählen lassen: von den Unterrichtsstunden in Palästinakunde und Hebräisch, in Landwirtschaft und allgemeiner Wissenschaft, von dem Leben mit den anderen Mitgliedern ihrer Gruppe, mit denen die meisten schon in Deutschland in der Dorbereitungszeit zusammen waren, und von der besonderen Wärme und Kameradschaftlichkeit, mit der die älteren Mitglieder der Kwuzzot sie in ihrer Gemeinschaft aufnehmen. Und rch konnte ihre sauberen Schlafräume in schönen Steinhäusern sehen, die man zu ihrem . Empfang gebaut hat. Palästina ist em junges Land, und es ist auch das Land der Jugend. Wie in den Siedlungen das Säuglings, und Kinderhaus immer das größte und schönste ist und meist schon weithin als Wahrzeichen der Siedlung ins Land leuchtet, so sind auch die Ausbildungsstätten für die Kinder besonders großartig angelegt. Da rst das Kmderdorf Ben Schemen, das Mädchen und Knaben aufnimmt, die Kinder durch alle Schuljahre führt, ihnen neben dem Schulunterricht das Gemeinschastsleben anerzicht und Knaben und Mädchen in die handwerklichen, landwirtschaftlichen und neuerdings auch hauswirtschaftlichen Aufgaben einführt. Der Leiter dieses Kinderdorses, das in baumreicher Landschaft fast wie in Thüringen liegt, berichtete mir von der Geschichte der Anstalt, die er einst mit Kindern von Pogromopfern in Kowno begründet hat. Bon ihnen sind einige heute schon Verantwortliche Mitarbeiter in dieser Schulgemeinschast. Dr. Lehmann sprach mit mir von den besonderen Schwierigkeiten, die manchmal deutsche Großstadtlinder haben, wenn sie sich in diesem neuen Klima, in der neuen Lebensgemeinschaft fern von der Heimat und oft auch fern von den Eltern ein-' leben sollen. Er tadelte bei manchen, daß sie mit Ueberheblichkeit statt mit Bescheidenheit an die neuen Verhältnisse -herangegnngen seien, aber er lobte auch, daß sie sich nach kurzer Zeit fast iinmer durchgcbissen hätten und viele von ihnen seien „ganze Kerle" geworden. Daß die fremde Sprache den Kindern zunächst das Eingewöhnen erschwert, ich selbstverständlich. Ader schon nach, einem Jahr unterhalten sie sich gewöhnlich fließend mit ihren Kameraden. - Da gibt es weiter für große Jungen eine herrliche landwirtschaftliche Schule am Fuße des Tabor, die Kadoorie-Schule. Sie hat eine merkwürdige Geschichte. Vor einigen Jahren hinterließ ein indischer Jude auf Hongkong, Sir Ellis Kadoorie, eine Stiftung von hunderttausend Pfund zur Errichtung landwirtschaftlicher Schulen in Palästina und im Irak. In der Stistungsurkunde fehlte das Wort „jüdische". Die Juden meinten nun, wenn ern Jude solche Stiftung für Palästina mache, habe er selbstverständlich Anstalten für Juden schassen wollen. Die Negierung aber erklärte nach langwierigen ' FM - W Kadoorie-Schule am Tabor Auseinandersetzungen, die Stiftung müsse geteilt werden. Und so wurden zwei Schulen errichtet: eine für Araber in der Scharon- Ebene, die andere für Juden im Emek am Tabor. Da steht nun ein herrliches modernes Saus mit schönen Schulräumen, lustigen chlaf- und Speisesälen auf der Spitze eines Hügels, und rings am Hange und weit hinein in die Ebene sieht man Obst- und Weingärten, Felder und Blumenbeete, dazwischen ein Schwimmbad, das zugleich der Bewässerung dient, moderne Stallungen, ein Musterhaus für Milchpasteurisierung und Käserei, eine Konservenfabrik und anderes mehr. Wo vor zehn Monaten nur steiniges Land wen. blüht und treibt es unter der kundigen Hand von Lehrern und Instruktoren, die die Jugend hier ' in alle Fächer der. Landwirtschast einführen. Das alles zeigte mir der Leiter der An-; stalt, Direktor Zemath. Die Schule enthält 55 Plätze für Schüler. Zwei Lernjahre sind obligatorisch. Die Besten können sich in einem dritten Lernjahr zu Admiuistratoren oder Instruktoren sortbilben, spezialisieren und ein Diplom erwerben. Sieben Lehrer und mehrere landwirtschaftliche Fachlcute, unter ihnen der bekannte Köuigsbergev Lehrer Tr. Siegfried Hirsch, der als der größte Praktiker im Lande gilt, teilen sich in den Unterricht in Vieh-, Geflügel- und Bienenzucht, allgemeine Landwirtschaft, Obstkultur. Blumen- und Gemüsezucht, Konserven- ' Herstellung. Chemie, Physik, Mathematik, ' Botanik und die wichtige Lehre von der Bewässerung des Landes. Die Schüler arbeiten unter der Anweisung von Vorarbeitern; außerdem werden einige Praktikanten beschäftigt, die bei freier Station und geringem Entgelt dort gute praktische. Fortbildungsmöglichkeiten haben. Die Schule rst Negicrungsinstitut und nimmt jüdische Schüler jeder Nationalität auf, sofern sie Angehörige in Palästina haben. Dieser Grundsatz wird von allen derartigen Anstalten (ungehalten. da die Schule natürlich Jemanden im Lande haben muß. der für das Kind zum mindesten in materieller Beziehung bürgt. Das Aufnahmealter ist sech- ' zehn Jahre, es wird eine Aufnahmeprüfung in Mathematik, Hebräisch und Englisch verlangt, die Ausbildungs- und Pensionskosten betragen alles in allem etwa 30 Pfund jährlich, eine erstaunlich geringe Summe, die dadurch ermöglicht wird, daß die Negierung zuschießt. Aber auch die anderen Anstalten verlangen nur wenig mehr. Bei den meisten betragen die Pension und Unterricht vier bis fünf Pfund im Monat. Daneben gibt es zahlreiche Mädchenfarmen. Tie älteste ist Nachlath Jehuda bei Nischon Lezion, eine ähnliche Anstalt ist in Talbioth bei Jerusalem. Tie Wizo hat unter anderen die beiden großen Mädchcnsarmen Nesziona südlich von Tel-Aviv und Nahalal im Emek begründet, wo Mädchen alle Zweige der Haus- und Landwirtschaft, wie sie sie später im Privathaushalt oder in der Kwuzza brauchen, 'lernen. Tie Ahawa, die unter der Leitung der bekannten Berliner Oberin Beate Berger steht, bildet ihre Kinder hauptsächlich zu Hausangestellten aus, ein Erwerbszwcig, der in Palästina noch ausgezeichnete Aussicht bietet. Denn, darüber muß sich jedes Mädchen, das Palästina zn seiner Heimat wählt, klar sein; Palästina braucht die Frau vor allem als Hausfrau und als Helferin in der Landwirtschaft, uu ländlichen und städtischen Haushalt und iu allen Zweigen der Kinderpflege. Deshalb gelten diesen Berufen auch allein die bisher bestehenden Ausbildungsanstalten für Mädchen. Sie nehmen die Mädchen fast ausnahmsweise erst mit dem achtzehnten Lebensjahre auf, weil die Ausbildung große körperliche Kräfte und eine gewisse geistige Reise erfordert. Die meisten Mädchen verlassen die Schule aber schon mit 14 oder 16 Jahren. Kaufmännische Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in geringem Maße. Lehrstellen noch gar nicht, und es ist ein Problem, das noch der Lösung harrt, was mit den Mädchen zwischen der Schulentlassung und der Ausnahme iu den landwirtschaftlichen Schulen geschehen soll. Aber, wie gesagt, das Land ist noch jung, und es harren noch viele Probleme der Lösung. Auch für dieses wird ein Ausweggeschaffen werden, zumal die führenden Frauen den Mangel bereits erkannt haben. vr. Margarete Edelheim. LsrlraMenö derSMii-allla inMlin In Form eines Tceabcnds veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend- Alija einen Vortragsabend, der zugleich der Erinnerung an Max Liebermann gewidmet war. Die Gedenkrede auf Max Liebermann hielt Dr. Max Osborn. In meisterhafter Darstellnrig fügte er das menschliche und künstlerische Werden dieser einzigartigen Persönlichkeit, seine Verwurzelung in europäischer, deutscher und berlinischer Kultur zu einer fugenlosen Einheit zu- . sammen. Liebernrann habe stets sein Judentum als ältesten Adel empfunden, und somit sei auch seine Hinwendung zu Palästina, die in den letzten Jahren sichtbar wurde, organisch gewachsen und nicht etwa aus bloße Enttäuschung über die Geschehnisse in der Umwelt zurückzuführcn. Als zweiter Redner sprach Rabbiner Dr. Leo B a e ck zu der Frage „Jüdische Jugend — wohin?" Er ging davon aus, daß wir nur so viel Recht auf Gegenwart haben, als wie Beziehungen zur Zukunft besitzen. Unserer Jugend eine Zukust zu bereiten, in der sie aufs neue ihrem Berufe — denn schlimmer als Arbeitslosigkeit fei Berufslosigkeit — zugeführt wird, sei die große Aufgabe, der wir gegenüberstchcn. Der Abend endete mit einem Bericht von Eva Stern über die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alija. Mit Rücksicht auf den Feiertag der nationalcf« Arbeit erscheint die nächste Ausgabe der ,,E.-D.» ^Zeitung" erst am Freitag. 3. Mai. Redaltions¬ und Anzeigenschluß Dienstag, 30. April. Hauptscbrif tleitcr: Dr. AlfredHirschbcrg; Stelfverti’. Dr Ma.rca.rete Edelheim. Beide in Berlin Für Rücksendung unverlangter Manuskripte ist Breiumschlag beizi'fflccn Leiter der Anzeigcn-Abteilung und verantwortlich türdco Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nat-b&n. Berlin. DA I. Vj. 40 709. Verlag: Centralvcrein deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens e. V., Berlin W 15. Emser Strasse <2 Tel -Adr.; „Centralglauben Berlin" Fernspr. J?Olm8141-45. Postscheck' Berlin 30472 Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH. Berlin SW I» Zurzeit ist Preisliste Nr. 4 gültig. Bezugspreis vierteljährlich RM 0,48 einschl. Zustellgebühr.

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