Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 16 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Vk 8MMW Ißl ll&a XI. MMsMÄri i-LS Tie Verteilung der Juden über das tschechoslowakische Staaisgebiet zeigt die geringeren absoluten Zahlen und die geringere Dichte in den beiden westlichen Landesteilen. die weit höheren absoluten Zahlen und die viel größere Dichte in den beiden östlichen. Nach der amtlichen Statistik des Jahres 1930 leben Juden Einw. in Böhmen rund 76 300, d. h. 10—11 unter 1000 in Mährisch-Schlcsicn -11 -00, d. h. 11—12 unter 1000 in Slowakei 136 800. d. h. -11 unter 1000 in Karvathorußland 102 500. d. h. 11t unter 1000 Je geringer im Westen — in Böhmen und Mährisch-Schlesien — ihr Anteil an der Bevölkerung ist, desto höher der Grad der Assimilation. so weit er in dem Bekenntnis zu einer anderen als zur jüdischen Nation zum Ausdruck kommt, umgekehrt, je größer im Osten — Slowakei und Karpathvrnßland — ihre Quote innerhalb der Bevölkerung, desto stärker haben sich die Gefühle als nationale Minderheiten erhalten. Böhmen. Hier ist der jüdische Bevölkerung-;- sektvr der niedrigste innerhalb des gesamten Staatswesens. Die Iaht der Juden läßt sich auf Grund der Statistik der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zum Jahre 1880 zurnekverfolgen. Sie betrug damals rund 93 000, blieb bis IN'.«) etwa ans dieser Höhe und ist in bcu seitdem vergangenen -13 Jahren ständig znrückgegangen: bis zur Jahrhundertwende ans 92 500, bis Kricgsbeginn auf etwa 85 000 und bis zur Gegenwart auf rnnd 70 000. Wie iveitgehend die Inden Böhmens sich anch innerlich ihrer Umwelt angepaßt haben, ohne deshalb ans ihr religiöses Jndcntnm verzichtet zu haben, geht daraus hervor. daß säst die -Hälfte von ihnen — üvcr 35 000 — bei der Frage nach der nationalen Zugehörigkeit sich zur tschechoslowakischen Nation bekannt haben, 24 000 suhlten sich im Jahre 1930 znm Deutschtum gehörig und nur rnnd 15 500 zur jüdischen Nation. Die hohe Quote der Mischehen wie auch der starke Geburtenrückgang zeigt die Aehnlichleiten der Inden Böhmens mit den Entwicklungstendenzen der deutschen Inden: anch bei den böhmischen Inden ist der zahlenmäßige Rückgang bereits auf einen Stcrbenberschnß znrückzusnhrcn. wobei festznhalten bleibt, daß die Gesamtbevölkernng Böhmens im Gegensaß hierzu einen beachtlichen natürlichen Bevölkernngs- Zuwachs aufzuwciscn hat. Die Mischehen haben einen solchen Umfaug angenommen. daß z. B. im Jahre 1927 ans 100 rein jüdische Ehen bereits 60 Mischehen kamen, sechs Jahre zuvor tvaren es erst etwa 25. hier spielen insbesondere die Verhältnisse in der Hauptstadt Prag die entscheidende Rolle, in der knapp die Hälfte der böhmischen Inden (35 0001 wohnen: von ihnen haben sich allein 29 000 (also mehr als 80 Prozent 1. znm tschechischeu und zuin deutschen Volkstum bekannt, nur knapp 7000 zur jüdischen Nation. Die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Bohnen ist T e p l i tz - Schönau mit 3200 Juden, in dem weltberühmten Pilsen wohnen 280«) Inden, in dem nicht minder bekannten .Karlsbad 2100. Bon größeren böhinischeu Städten sind alsdann noch Reichenberg mit fast 1100 und B n d w e i s mit über 1100 Juden zu erwähnen. Es gibt also sechs Städte in Böhmen mit mehr als 1000 Wien scheu jüdischen Glaubens, in loeiteren sechs Städten — darunter in A n s s i g und in G a b l o n z, das auch in Deutschland durch seine Glas- und Echmnckindnstric bekannt ist — leben zwischen je 500 und 1000 Inden, in »'eiteren 39 Städten des böhmischen Landes bewegt sich die Zahl der jüdischen Einwohner zwischen je 100 und 500. Mähren - Schlesien. Dieser Landestcil schließt sich nach Südosten an Böhmen an. seine jüdische Bevölkernngsguote ist nur wenig höher als dort. Die Zahl der Juden ist hier bis 1890 zurückznverfolgen. Damals lag sie mn 10 000 höher als in der Gegemvart. die Gründe für den Rückgang sind ähnliche wie in Böhmen. Der Mischehenantcil an der Gesamtzahl der rein jüdischen Ehen ist von 13 Prozent im Jahre 1910 ans 40 Prozents im Jahre 1927 gestiegen, der Sterbeüverschnß. der anch bei de:« Inden in Mihrcn.Schlcsien vorhanden ist. steht im Gegensaß zu dem hohen Geburtenüberschuß der nichtjüdischcn Bebölkernng. B r ü'n n ist mit über 11 000 Inden die größte jüdische Gemeinde des Landesteiles; in Mä livisch. Ost rau wohnen fast 7000 Inden, in Ol muß 2200. In drei weiteren mährischen Städte» find mehr als je 1000 Inden seßhaft, in fünf weiteren Städten — darunter in T r o p p a u und in L nnde n v nrg — zwischen je 500 und 1000. Im übrigen sind die Juden über das ganze mährisch-schlesische Land verstreut, was daraus liervorgeht, daß die Siaiistik . sie in sämtlichen Städten über 10 000 Einwohner )vie anch in samt, liehen, die kleineren Orte und Dörfer umfassenden Verwaltungsbezirken in mehr oder weniger hoher Zahl anfweift. Jedoch ist der Zug vom flachen Lande in die Städte in Böhmen wie in Mähren deutlich spürbar. Die soziographisch-statistische Betrachtung der Inden in der T s ch e ch o s I o w »fei wird in der nächsten Nummer der „E.-B.-Zeitung" fortgesetzt und abgeschlossen. vr. L.!i—z. (N a ch d r n ck verböte n.) Sie Lege Lee Merr in Europa Der Board vf Depntics vf British Jews veröffentlicht seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 1934. In dem Bericht ist auch derjenige des Joint Foreign Eommittee des Board vf Depntics und der Anglo Jeivish Association enthalten. Er schildert eingehend die Lage der Inden in dcm einzelnen Länder,: Europas, wobei erwähnt wird, daß die antisemitische Propaganda bemüht ist. auch in England Erfolge zu erzielen. Diese von einer unbedeutenden Minderheit getragene Propaganda erfahre jedoch keinerlei Unterstützung seitens verantivortlicher Prcsstorganc oder ernster Führer der öffentlichen Meinung. Die Inden diffamierende Erklärungen, mit denen sich das Presse- und Jnformationsloinitce des Boards zu befassen hatte, erschienen durchweg in Zeitungen . und Zeitschriften untergeordneter Bedeutung und verrieten in fast allen Fällen ihre Herkunft ans' der gleichen, englischer Tradition nach Ursprung und Geist fremden Quelle. In einem Ucberblick über die politische Lage in Oesterreich im Jahre 1934 wird fcstgesteltt. daß trotz Anfrcchterhaltung der bürgerlichen Gleichberechtigung und der religiösen Rechte der Juden in der neuen Berfassnng diesen von den zu ihrer Handhabung bernfcncn Behörden Schwierigkeiten bereitet würden. MaiMrriZAAsGs88Ng m §MtMÄ 0. M. Frankfurts Bibliotheken besitzen die größte Sammlung an Judaica aus dem .Kontinent. Keine Stadt dürfte daher mehr als Frankfurt berechtigt und praktisch dazu imstande gewesen sein. Mainwnides durch eine Gedenk a u s [teil u n g zu ehren. Ihr Zustandekommen in den Räumen des Museums jüdischer Altertümer und des Rothschild- Muse,„ns ist das große Verdienst Professor Tr. Aron F r c i m et u n s, der sie in Gemeinschaft mit Tr. Hermann G n n d e S h c i m c r und Dr. Ernst Blau aus öffentlichem und privatem Besitz znsammengestellt hat. Die Schau enthält zahlreiche Handschriften von Werken des Maiinonidcs und Erstdrucke seiner medizinischen, philosophischen und religiösen Arbeiten. Mit besonderem Interesse bleibt das Auge des Besuchers auf einer erlesenen illustrierten Pergamenthandschrist des Mischne Thora ans dem H. Jahrhundert haften, die ungewöhnlich schöne ganzseitige Miniaturen ansznweisen hat. Unter den zahlreichen ausgezeichnet erhaltenen Erstdrucken fesselt in erster 'Reihe eine 1574/75 in Venedig heransgebrachte. technisch meistcrliafte Ausgabe des 'Mischne Thora. Belebt wird die Ausstellung noch durch Bilder von Stätten, au denen 'Moses bei, Maimun gelebt und gewirkt hat. In dieser Abteilung ist Jacob N u ß - b a u m mit einem Gemälde von Tiberias vertreten. Die. ganze Ausstellung präsentiert sich als eine Sehenswürdigkeit von starkem wissenschaftlichen und künstlerischen Reiz. A. H—e. Felix Esldnrann Zum ErLäAtuis Ein Kreis von engeren Freunden des am 7. Oktober 1934 dahingegangenen Rabbiners Dr. fyclii; Gold in et n n, des Vorsitzenden des Landesverbandes Mitteldeutschland des E.-V., hatte sich in den Räumen des Felir-Gvldmann-Heimes zusannnengesunden. um das von dem Leipziger Eduard Einschlag gemalte Bild zu enthüllen. Die Feier wurde mit'Gesang des Oberlantors Lampe! eröffnet. Syndikus Kurt Sabatzky hielt die Gcdächtnisansprache. Es gelte, so führte der Redner ans. neben dein unvergänglichen Denkmal, das sich Felir Goldmann selbst in dem Herzen aller derjenigen, die ihn gekannt haben, gesetzt hat. anch ein äußeres Denkmal der Jüdischen Gemeinde Leipzig zu übermitteln. Ans diesem Grunde habe ]id) ein Ausschuß gebildet, der das Porträt angelanst habe, um cs der Gemeinde znm Geschenk zu machen. Das Bild solle ein Mahnmal für alle Kreise der Gemeinde, insbesondere aber für die Jugend sein. Anschließend sprachen Direktor Siegfried Jacob und Carl G o l d s ch m i d t. Schulungskurs für Jugendsührcr in Stuttgart. Lchrhans und Landesansschnß für Jugendverbände haben gemeinsam unter Leitung von Prof. Bondh und mit Hilfe^dcr Mittelsteste für Erwachsenenbildung einen Schul,, ngsknrs Für Jugendsührcr veranstaltet. An dem dreitägigen Kurs nahmen 35 Jugeiidsührer ans allen Jugend, bnnden teil. Die Sorgen und Nöte der Gruppenarbcit. die sich ans dieser Lage ergeben, traten klar zu Tage. Bor allein tuleresjierte die Psvchvlogic der ..Mittleren", d. h. der l4-l<'.jährlgen und dlc richtige Eiiistelluiig auf diese Altersstufe. Direktor Karl Adler sprach im Rahmen einer Freitagabciidfeicr über Festgestaltung. Man be> schloß, die Bildungsarbeit mif alten Gebieten nicht spezieller Bnndesäufgaben ans den Bünden her. anszimehmen und gemeinsam in Lehrhanslnrsen znsammenznfasscn. 'Am Sonntag sprach abschließend nach einer gemeinsamen Tagesfahrt Professor Bondh über „Bündischc Erziehung und Selbsterzichung". R. B. Aus Srn Familien Leopeld K a h n und Frau Bertha gcb. Abraham (Berlin) feierten am 16. r'lvril das Fest ihrer goldenen Hvarieit. — Frau Amalie Ellert (Berlin- Eharlottenbiirg, wird am 2t. Avril 75 Jahre alt. — Moritz Salomo n (Hannover), langjähriges Mitglied des Vorstandes der Ortsgruppe des E.-V.. starb im 79. Lebensjahre. — Jsaac E h a n a n a e ('.Unnaberfl, Erzgebirge,. langjähriger Vorstand der Gemeinde, starb am 5. 'Avril. * Tie Gesellschaft für jüdische Familicnsorschnng hat ans ihrer Gcneralversaminlimg den bisherigen Vorstand, an der Spitze Dr. E z e l l i tz e c, nnedergewählt. Ne,: hinzngclvählt wurden Herr Ficbig iliid Frieda Ledcrmann. Zubiläum Am 22. 'April fährt sich zum 50. Riale der Tag. an dem Lehrer Abraham L ev i in Snh l «Thür.) sein Amt als Religivnslehrcr der Synagogengemeinde antrat. Fünfzig Jahre sind i,n Leben eines Menschen eine lvciie Spanne, fünfzig Jahre sind in der Geschick,te einer jüdisciien Gemeinde ein langer Weg, fünfzig Jahre lang Lehrer und Gemeinde vereint, ist ein Belveis von Hingabe und Treue ans beiden Seiten. Sie zeugen davon, daß es dem als 28jährigen tatkräftigen Manne in eine fremde Stadt Gekommenen gelang, in die Gemeinde hineinznwachscn. ihr das Verständnis und Begreifen seines Wirkens abzngewinnen und das Vertrauen zu gründen, aus dem ihm feine Amtstätigkeit zu vertiefter Befriedigung wurde. So entstand aus dem Lehrer und der Gemeinde die Einheit, die ein halbes Jahrhundert besteht und sich beivährt. Die Gemeinde in Suhl lvird diesen Ehrentag ihres geistigen Führers gebührend feiern, seine musterhafte Pslichterfüttnng wird man loben, seine tätige 'Anteilnahme an Freud und Leid wird man rühmen. Ro.^nljerg (Magdeburg) Der Berliner KÄmLuird teilt mit: Der für Soimiag. 21. April, nngcsetzte Liederabend Alexander Kipniü muß ans technischen Gründen aussallen. Tie bereits gelösten Karten werden bei den Zahlstellen, bei denen sie gekauft sind, sowie im Mitglicderbüro, Lindcnstraße 74, zurückgenommen. tau 11 LL u*\L3’0L'Lhl 1 Kantstr. 165!£G To!.: Bism. 8100-15. Zimmer v.M. 6,-an Pension SSeärafctoaS Borl.-Charlottenbg,, Bismarckstrasse 102 (U-Bahnhof). Tel.: C 1 Stciupl. 1273. Komfnrtz. m. Bad 2.50 Mk. Doppclz. 6.- Mk. aa. Pauerpens. UO-löö.- Mk. Ehepaare 220.- Mk. an. WIIII1I1 rilllillllli!!lliilll!linillliilil!lilinilllli!llllliinii[lllü!llllill!lü!llllllllll!!!llllll[lll[!lllll!l!l!l!i!!inirn EMeiia üaiiasee Wunnseo. VlsniMrasso 25 Telefon: H 0 \V.mnsee 5626 u. 6164 Für Erholungsbedürftige und Rekonvaleszenten. Innere u. Nervenkranke. Zeitgemiisse Preise. Sanltältsrat »r. tVllhelm Oroner.* ] Pemion Heitmann 0 ] 2S .lahre hesfehrnd. jetzt Bln.- 1 Wilmd., GUntzclstr. 62. Nähe Pragerplatzu. Kaisorailee. Tel.: H (i Kmser- « platz.3.TS8. Neu renov. Knltiv. Meint. il KlWKEfsLÄ §-S-M.IS ] c-i mi ki.J t- Li Le.4 Vj 11 |y ||s - (iil Ü Si liü lütdk (iii) 8 U3 y Vorm. Frau Helene Kager.strasse 39-47 | Telefon: II 9 Schmargendorf 7751 hat in seinem Betriebe die folgenden Acnderuugcn vorgenommen: 1. Erhebliche Herabsetzungder Preise, auf Wunsch: Pauschalabmnchmifren. 2. Streug klinische ärztliche Versorgung der Kranken. 8. Modernisierung der Electro - Hydrotherapie. Käntgcnuntcrsuchungcn, Ulatbcrmie, Kurzwellen, Grun<lumitatz> bestimmungen. 4. 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