Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 16 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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sich, sic sind' in.der Sekuudc tot. Die Schachtenden rufen die-Bcwuntnissormcl. -die Umstehenden klatschen/und rufen: „Galt ist stark, ßtofr „nd siegreich/ ooll Güte und voll Erbarmen." Die Tiere werden-' nun. mit kochendem Wasser aus den Kejsclu, die ans dein iv^trcr der Schlachtgrnbe jiel,e». .begösse». Die Riänner umstellen die Sastmliigriibc und singen weiter au* dem Exodus.?en hievon wird rasch die 'V.llüle aiisgeztipft, sie n'erden an einer ./lange ansgestangt. die auf den Dlstulliern gineier junger Männer liegt. Der 'Priester im un'iicu Nstmlcl beugt sich herunter, l'ssnet den Veil» de* Tiere*, da* Gedärm wird auf ste!,!e!seei'geit unlersniiit. alle* genau nach der .urorsu,rist: „ein ,e!)iersreie* Siück Bich sollt Ihr nebnieuD!sr,:‘; hatte ein Tier eine zusammen, gewachsene Vunge, inin ein Tier eine Niere zu ineistg. Iedr*mai Nnirde da* Ersastlainm sofort geschlachtet. Da* Betrachten der Eingeweide durch 'llricster war ja auch berühmter altrömischcr Br.utch. W-,>,rer,d de-.- '.'!n*nehmeu* der Tiere N'ird immer wieder gerufen: „Es gibt leinen Gott nusier einem." Und mau geh! Weiler, handelt weiter, Schritt für DU,rill nach den Vorschriften uralter Gesetze, 'wörtlich, ohne Auslegung und ohne Schriftdentung. na ei) den Büchern Most*: „Aus alle Deine Ovfergaben sollst du Salz streuen." Und danach N'ird gehandelt. Salz wird ans die Eingeweide gestreut, denn wir die Eingeweide werden verbraiiui. lllaneii steigt ans. da* Gott wohlgefällige Brandopfer. Schritt für Schritt! Aach Denteronviniimi ./blan soll dein Priester da* rechte Vorderbein geben", wird jetzt den Lämmern da* rechte Vorderbein abgeschnitten. Tie ausgciiommencn Tiere werden anfgcspiestt. Das Holz ist „GranaiapseUiolz". „ein gerader Spiest wird von den mitersten Teilen bis zum Kopf durchstochen", die Vorderbeine werden ertra aufgestziestt. Aach der ungeheuren Erregung des Dienstes au Gott lehren die Unbeschäftigten in die Zelte zurück, ruhen an*. Inzischen ist ein ungeheure Glut im Bratloch, der zweiten Qpserstelle de* Festplatze*. entfacht worden, ein tiefe* runde* Loch mit unbehauenen Steinen nnd ohne Mörtel ausgemauert. Die Spieste mit den Tieren und der eine Spiest'mit den Vorderbeinen werden zur Bratgrube gebracht, e* wird da* Schmäh gebetet nnd die acht Spieste gleichzeitig, den .tropf der Tiere nach unten, in die glühende Braigrnbc gesenkt. Tic'Grube wird mit Erde abgedichtet. Die Tiere braten viele Stunden. Dann findet da* Passahmahl statt. Jede Sippe sitzt um die Schüssel mit dem Fleisch, das mit bitteren Kräutern bestreut ist. die Lenden gegürtet, den . PSALM F'Vc Alpcnsinfonic ward nicht geschrieben Von einem Sohn der Erde, nur von Dir. Du mischst Lawincnprnll mit Sturzbachstieben. Vor Deiner Allmacht beben Mensch und Tier. . Du lässt in Adler Sonnen sich verlieben Und schenkst der Glockenblumen Traumrevier ln blauen Bergseen blanke Spiegelscheiben Und lässt die weissen Wolkcnhcrdcn treiben Von Engeln, die Dir cw'ig dienstbar bleiben Und uns als Scclenhirtcn hüten hier. Die Alpcnsinfonic ward nicht geschrieben Von einem Sohn der Erde, nur von Dir, Nur Du vermochtest, Ewiger, sic zu schreiben. P|u schriebst sic in den Zeilen steiler Schroffen Und in der flinken Gemsen Zickzackspur Und lässt in Mulden Strophenreihen offen Für alle Quellen Deiner Blütcnflur. Ein jeder Künstler sicht sein kühnstes Hoffen Erfüllt in Deiner Meisterpartitur ’ Und staunt, jäh vom Erkcnntnisblitz getroffen, Wie sicher trotz verwegener Zäsur Die Hügctwcllcn bunter Lämmerweiden Sich von dem Gipfclhovst der Geier scheiden. . \YJ as sind vor Dir die grossen Freskenmaler W Mit ihren prunkenden Allegorien? Nur Zwerge, kleine, aufgeblähte Prahler, Die um Dein Weltbild bunte Wände ziehn. Doch Du, des Dunkels Sterncnübcrstrahler, Entthronst die falschen Farbendynastien. Was sind selbst unsre höchsten Heldentaten Vor Deiner Allmacht Urgigantengraten? ]\/[ it Früchten überschüttet Deine Gnade Der Landschaft farbensattes Aquarell. Der Firnen e.isgcpanzcrtc Parade Befiehlt Dein Föhn oft zum Gcbctsappcil. Du weist der Falkenschar die Wallfahrtspfade Zu Deinem Herzen, Herr. Selbst der Rebell. Der Sturm, erstirbt vor Dir. Dein Borngeplätjeher Beschwichtigt die Lawinenwut der Gletscher. T\ie Löwenstimmen Deiner Donner proben. Ob sie des Blitzes Zunge überzischt. Und wenn sich Geierschrci und Gicssbachtoben Mit eines Stromes Waldchoral vermischt. Dich aller Ozeane Orgeln loben Im klangregisterreichen Wogengischt, v Jauchzt lerchcnhaft mein Herz, zu Dir erhoben. Doch wenn ein jedes Klangbild sich verwischt. Im Nebel. Geister von den Gipfeln steigen, / Dann überwältigt, stillster Gott der Geigen, ' ./yucK mich der Wälder andachttiefcs Schweigen: Es,stirbt.mein Lied, wenn mir Dein Licht erlischt! Arthur Silber gleit Stab reisefertig tu der -Hand. Man ißt wie' der Erodn* befiehlt „in ängstlicher Hast", dazu ungesäuerte* Brot. Nicht Mazzoth, wie die übrigen Iitden es tun, sondern wirkliche Teigflahen. die nicht gebacken wurden. Wenige Minuten dauert das Mahl. Jede* Jahr, die Lenden gegürtet, den Stab reisefertig in der Hand, essen sie, zur Flucht bereit, in ängstlicher Hast, diese seltsamen Juden, die sesthafiesten von allen, die seit Tausenden von Jahren hier sitzen, am gleichen Fleck, in der Stadt Samaria. Und ebenso lange opserit sie auf dem Ewigkeitshügel — manchmal unterbrochen — genau so unter den heidnischen Römern, unter den christlichen Byzantinern. unter den mohammedanischen Kaliselt. unter den Türken. Sie bringen Gott das Brandopfer und essen „in ängstlicher Hast" die Lämmer, die Leudeit gegürtet, den Reisest* j in der Hand, zur Flucht bereit. Um 1750 lauste ein wohlhabender Samaritaner den heiligen Allgemein herrscht die Meinung, dast den Juden die Darstellung jedweder siguraler Ausschmückung verboten sei. Dabei beruft man sich auf da* 2. mosaische Gebot. daS ja tatsächlich gegen diese Darstellungen Stellung nimmt. Aber künstlerisch veranlagte Inden gab es zn allen Zeiten, und es mag gerade den deutschen Juden des Mittelalters schwer gefallen sein, sich bei Anfertigung von R'itnalgegenständcn aller Schinuckmotive zu enthalten. Denn diese Künstler, die in der schmuckfrcudigen Umwelt des Mittelalters lebten und denen sich in den deutschen Städten die Acnstcrnngen einer hohen Kunst geradezu aufdrängten, nutstten den inneren Drang nach künstlerischer Betätigung fühlen. — So darf es uns nicht wundern, wenn uns berichtet wird, dast Rabbinen und Gelehrte gegen diese Ueberschreitung des mosaischen Gebotes immer wieder Stellung nehmen mussten. Wir erfahren, dast Rt a i m o n i d e 4 gegen allen- Schmuck in den Gotteshäusern eifert, nnd dast G l j a t i m energisch gegen die Darstellung von Löwen und Schlangen in der ehemaligen Synagoge zu Köln Stellung nimmt. Ebenso wendet sich TA o sc s o r sa r ua gegen die Malerei von Bäumen und Vögeln in der Synagoge in Meisten. Der berühmte Rabbi Nt e i r v. R o t h e n b n r g hat sogar Bedenken gegen den Buchschutuck der Machsorim. Aber wie ein Hohn must cs aninisteu, wenn wir erfahren, dast ein jüdischer Künstler, der um 1 w'w den Prächtig illuminierten „Breslauer Machsor" schrieb. sich als Schüler Meirs bezeichnet und es nicht unterliest, das Buch nicht nur mit prächtigen Randleisten zu verseheii. sondern auch die Opferung IsaaeS als Illustration in reicher Malerei in die Gebete für den zweiten Rcujahrstag einznschmuggeln. Beispiele dieser Art. atich bei dett spanivlischen Juden, sind so zahlreich, dast ihre Aufführung hier kaum möglich wäre. Im Nachstehenden soll nur auf den Schmuck der Thoraschildcr hingewiescn werden, der uut so bedeutsamer nnd seltsamer erscheinen must, als hier sogar die m e u s ch l i ch e Figur in Gestalt biblischer Personen in zahlreichen Abwandlungen zur Darstellung gelangt. So verschiedenartig der Schmuck auf den silberneu Schildern auch sein mag, fast immer erscheint hier die Darstellung des Tckalvgcs. der überlieferten Toppelstcle rnit dett 10 Geboten. Und darin liegt ein durchaus gesundes rekigiös-künstlerisches Empfinden. Tenn lein anderes Symbol lönnte die kulturelle und ethische Bedeutung des alten Volkes Israel besser dokumentieren. Erst dem IO. Jahrhundert war cs Vorbehalten, immer und immer wieder das Heragramm. den Magen David, als Schmuckmotiv hcranzuziehen, der in den Synagogen dieser Zeit gleichsam als „Derlegenheitsmotiv",angewendet wurde; nur in feiteneren Fällen bedienten sich die Architekten der Menorah, des siebenarmigen Leuchter-Motives, das als Symbol, des Lichtes.'unserer Lehre und als Erinnerung an das Nationalhciligtum weit bester dekorativ verwendbar erscheinen mußte. Es war nun naheliegend, im Zusammenhang mit den Gesetzestafeln aus deren Vermittler — Berg von den Arabern. Sie feiern dort weiter, von Ewigkeit zu Ewigkeit, sic, die Einzigen, die wirklich durch die Jahrtausende an der gleichen Stelle saßen. Kein Wein wird getrunken, kein Süßes gegessen. keiner lehnt sich an, kein Tisch ist da, es gibt keine Liturgie während des Mahles, wie bei den übrigen Juden. Und dann wird alles verbrannte Alle Geräte, die mit dem Passahlamm in Berührung kanten, alle übriggcbkicbcnen Knochen und Fleischreste. Nacht ist herabgefallen. Man geht von Festplatz, von Zelt und Hütte nnd Opfer den Berg hinab, ni)00 Jahre hinter uns. Kamele ziehen hin. Esel tragen Wasser. Unten wächst der Feigenbaum, der Oelbaum blüht und der Wein zieht sich am Berge entlang. Auf der Landstraße warten die Autos. Gabriele Tergit. Moses — zurückzugreisen, und als Gegenstück zu diesem dessen Bruder, den ersten Träger der Würde des Hohenpriesters. Dieses Motiv: Gesetztafeln, Moses und Aaron beginnt etwa im 17. Jahrhundert eine bedeutsame Rolle in der Kunst der Juden zu spielen, nicht nur in jener der Gold, und Silbcrschmiedc, sondern auch in der Graphik, wo es mit Vorliebe bei Titelblättern angewandt wird. . Tie zahlreichen, dem Verfasser durch Reisen und Studien bekanntgewordenen Leispiele von Thoraschildern dieser Art lassen erkennen. dast dieses eigenartige Schmuckmotiv zuerst im Osten entstanden ist, dessen Künstler sich im 17. unb 18. Jahrhundert in der Ausmalung der (zumeist hölzernen) Synagogen allerlei Freiheiten in der Verwendung tierischer Gestalten erlaubten. Von hier bis zur Verwendung ineuschlich-figuraler Motive war nur ein Schritt. Tie tiefe Frömmigkeit der Lstjuden bot-hierbei kein Hindernis. Ein polnischer Kunstgelehrter erklärt diese Toleranz, dieses Nichtbcachten einer Upberfchrcitung des göttlichen Gebotes damit, daß er meint, die frommen Juden hätten nur deshalb auf derlei Schmuckmotive. verzichten zu müssen geglaubt, „iveil demGottesdienst das Sinnenfälligc zum Preise des Uebersinnlichen unzulänglich und das Nachstammeln seiner Werke den Meister nicht zu rühmen schien." Diese Thoraschildcr sind zumeist Werke jüdischer Künstler, denen vielfach die nötige zünftige Schickung gefehlt hatte und deren Arbeiten künstlerisch und technisch eine gewisse Naivität aufweisen. Dies gilt in erster Linie von dem Daß auS S t iic dtel kOberschlesicn). Tic stark gedrungenen Figuren (Abb, 1), die beiden Säulen, besonders auch die Krone zeigen derbe Formen, der sonstige Zierat ist stilistisch z.T. unverstanden, da* Ganze primitiv. Typisch für diese soivie die übrigen .Beispiele ist die Darstellung Aarons, der nach Art katholischer Geistlicher das Weihrauchsaß schwingt, wie es die jüdischen Goldschmiede von den Prozessionen ihrer polnischen Städtchen her kannten; nur das Brustschild kennzeichnet-das Amt des Hohenpriesters. Wesentlich künstlerischer erscheint uns das Beispiel aus der Sklower-Schul zu B r e s l a u (Abb.2), ein Werk des 18. Jahrhunderts, das sich heute im Breslauer Jüdischen Museum befindet/ Der Goldschmied zeigt ein beachtenswertes Verständnis in Zeichnung und technischer Ausführung des stilistischeu Dekors. Die sorgfältige Durchführung der Randleiste und der drei Kronen weisen gutes Können aus. Ebenso verraten die Kartusche im unteren Teile des Silbcrschildes sowie die gewundenen Säulen ein verständnisvolles Einfühlen in den barocken Zeitgeschmack. Im Gegensatz zu dieser anerkennenswerten ornamentalen Leistung stehen aber die beiden Figuren von Moses und Aaron, die in ihrer naiven Auffassung deutlich erweisen, daß der Künstler hier vor einer ihm neuen Aufgabe stand, deren Bewältigung ihm offenbar -Schwierigkeiten bereitete. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, daß er diese Halbreliefs nach einer Zeichenvorlage anfertigte. wie solche in jener Zeit als Kupferstiche und Jllustra. tionen jüdischer Gebe/bücher viel in Umlauf waren. Auch in dem Werle von Ga st er erscheint eine Reproduktion ähnlicher Art. die Zehngcbotctafcl in der ehemaligen spanischchortugiesischen Synagoge in London vom Jahre 167 l. Als Verfertiger dieses Sihberschildes ist ein Breslauer (offenbar christlicher) Meister. George Kahlert ermittelt, der cs um 1770 hcritelllc. Es ist sehr üiterejjant, das; dem gleichen Silberschii-.ied auch ein Taß für die „Synagoge zum Tempel" in Breslau zugeschrieben ist, das er 17 Jahre früher herstellte, und da* geuatt die gleiche Komposition atifwcist, aber wesentlich nitvollkommener in jeder Hinsicht, so dast man deutlich die Fortschritte des Meister* aus oiesem Gebiete scsistellen kann. Dieses ältere Werk, gleichfalls im Besitze des Breslauer Jüdischen Museum*, ist im Katalog der Ausstellung „Das Judentum in der Geschichte Schlesiens" abgebildet, die das Museum 1029 veranstaltet hatte. — Diese Schildcr mit den Figuren des Moses und Aaron sind überaus zahlreich verbreitet: besonders im Osten. Aber damit ist die Entwicklung dieses Motivs keineswegs abgeschlossen, wie die beiden folgenden Beispiele lehren. In der altchrwürdigcn Synagoge des Mar- ^dochai Meist in Prag, der als Financier und Kaiserlicher Rat Rudolfs II. die für die damalige Zeit unerhörte Erlaubnis erhielt, 1521 die nach ihm benannte Synagoge zu errichten, befindet sich neben einer Reihe überaus kostbarer Ritualgegenständen auch ein Thoraschild, ein Prunkstück barocker Kunst, das vom Mäzenatentum und der hohen Kultur der Prager Judenschaft spricht. Die reich mit Weiitrebeu geschmückten Säulen, der stilisierte Ghanutkaleiichler und der in barockem Raukcnwcrk geschrnückte Untergrtlnd verraten die Meisterhand des leider noch nicht erforschten Silberschmieds. Die Krönung des Schildes zeigt den Doppeladler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Bon fignralen Motiven wurde aber nur die Gestalt des Hohenpriesters bei-« behalten, deren Ausarbeitung mit ungewöhnlicher 7Feinheit und Detaillierung erfolgte. Als Gegenfigur sehen wir Judith mit dent Schwert und Haupte des Holesernes, eine Darstellung, die in der Kunst der Rcnaissanee besonders beliebt war und hier vermutlich aus derartige Vorbilder zurückgreift. Man kann behaupten, daß dieses einzigartige Silberschild zunt Beilen gehört, was christliche Künstler jemals nu jüdischen Ritualgegcnständcn geschaffen haben. Endlich sei noch ein Taß vorgeführt (Abb. 8), das in der fignralen Komposition völlig neue Wege geht und zum Tempelschatz der Getneinde Preßbürg (Bratislava) gehört. Hierbei stehen Hintergrund und Figuren hinsichtlich ihrer Technik in ererklärlichem Gegensatz: dort derbe, fast pri:nitivc Form, hier hochbeachtliches künstlerisches Können. Targeftellt sind Mirjam und König Tavid. Tie schmalen Schriftbänder unter den Figuren nennen die bezüglichen Urterstc: „Es nahm Mirjam, die Schwester Aarons, die Pauke" (II. B. Mos.) und „Tavid nahm die Harfe und spielte sie mit eigener Hand" (II. Sain. 16). Das wertvolle Schild stiftet R. Tavid-Zevi, Sohn dos Samuel Trebitfch zu Ehren seiner Frau Hannah, die „in der Mitte ihrer Tage starb, abgepflückt wie eine Rose in ihrer Blüte — verstummt ist ihr Jubel und liebliches Lied . . ." Nach der hebräisch angefügten Jahreszahl hätte man cs hier mit einem zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesertigten Ritualstück zu tun. Und das wäre erfreulich. Tenn es würde erweisen, daß sich hier eine 800jährige Tradition nicht nur erhalten, sondern weitergebildet hat, und daß der alte schöne Brauch, teure Tote durch Spenden für den Thoraschmuck zu ehren, noch nicht ausgestorben ist. Die Nusgrabung Occkischs Neue Dokumente für die jüdische Verknüpfung mit Palästina haben soeben die Ausgrabungen von I. L. Starkey, Direktor der „Wellcome Archeological Research Erpedition" zutage gefördert. Am Fuß der judäischen Berge, zwischen Jerusalem und Gaza, wurde das alte L a k i s ch sreigelegt. das an vielen Stellen der Bibel, so im 10. Kapitel Josua und im 34. Kapitel Jeremia erwähnt wird. Die kleine Festung hatte eine bewegte Geschichte. So fand man Baulichkeiten aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses Ih» des Zeitgenossen von Moses. Das interesfantcste aber ist das Archiv der Festungskommandantur. Es enthält eine Reihe von Schriftstücken, die tu reinstem Bibelhebräisch abgefaßt sind, offenbar Kopien und Originale einer Korrespondenz zwf sehen Dienststellen in Lakisch und Jerusalem. Menschliche Figuren auf Thoraschiläern Von Professor Dr. Mfreä Grotte (Breslau)