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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-11 · 15 (11.4.1935) · page 20

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 20)
Language
German
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frflflpn crftvprftp. Durch hnt Verlauf der anschliestenden iiffcnUiriirn Diskussion sah sich jedoel, die Veitimn der Histadrnth bewogen, die Natitiziermig diesem Palt es einer Urabstimmung der "Mit,Wieder zu nuierdreileii. Diese Urabstimmung hat am Danntag den 23. Atärz stattgesnuden und eine Dreisünstei iNehrheit gegen den Heskem er» geben. Alan hasst jedoch, das; bei der grasten Zahl gemeinsamer Ausgaben, insbesondere in der Negeinng des Verhältnisses zwischen jüdischer und arabischer Arbeit, und bei der weitgehenden Ilebereinstimmung in gciaissen nationalen lvragen die nnerjrenlichen .Nainpsmethvden früherer Jahre trotzdem nicht nneder anslebeu werden. "An ber> schiedenen Orten linden sich die örtlichen Organisatianen der beiden '"Parteien zur Lösung praklischer Tagesaufgaben in gemeinsamer Arbeit znsainnleinngnuden. k Die Ablelnnmg des T r ie d e >> s p alle s mit den Aeviiianijlen durcli die Niiiglieder der allgemeinen Arbeiterarganisalian (Histadrnth) erstreckt lidt. io in betont inird, nicht auf die Abmachungen über "Veredelung der politischen Luimpsmethaden, sondern nur ans die Vorschläge über Zusammenarbeit ans sozialpolitischem Gebiete. Das Abfommni über die üampsmel Hoden, das bereits in .grast ist, war nicht Gegenstand der Volksabstimmung. Die Leitung der Histadrnth hat der Führung der revisionistischen Organisation sofort nach der Vollsabsliunnnng einen neuen Vorschlag zur Zusammenarbeit gemacht, wobei die von der Mitgliedschaft beanstandeten Punkte des ersten Entwurfs sortgelafsen bczw. modifiziert lvordcn sind. High Eommissioner Dir Arthur Wanchvpe hat seine provisorische Zustimmung zur liebernähme des Amtes eines dänischen Konsuls für Jaffa und Del Awiw durch Herrn Nathan D. .g a P l a n gegeben. AÄ RLÄM WW8LMZ jK Äii (Schlich des Anfstihes „Lord Mclchett" ans Attliniler 12 der..E.-V.-Zeitung".) Als Llovd George Ende 1016 Premierminister wurde, übertrug er Mond, dessen Jähigleiten und Arocitslraft er sehr hoch schätzte, die Leitung der öfsentlichen Arbeiten. Nach dem -ürieg wurde er 192! Minister für Gesnndheitsloesen. zu dessen Nessort die wichtigsten sozialen fragen, ivie z. B. die Wohnungsfrage, gehörten. An beiden Stellen bewährte er seine Energie und seine Aeforinsrendigleit. Aber der Sturz Llvhd Georges zog auch ihn mit sieh und so mnstte er fiel) in den nächsten Zähren seiner Parlamentär!- scheu Tätigkeit mit einer ihn >venig befriedigenden Oppositionsstellmig begnügen, freilich fand er ancl) l,icr bald seine besondere Note, eine grundsätzliche, leidenschaftliche und lcnntnlsreiehc antisozialistische Polemik. Seine Abneigung gegen den Sozialismus führte ihn schlicstlich 1926 zur Trennung von der liberalen Partei, als sie sich den agrarpolitischen Vorschlägen Llvhd Georges znncigte, die Mond als sozialistisch ansah. Die Trennung erfolgte nicht ohne recht heftige Auseinandersestnngen, namentlich mit Llvhd George, der gerade,!veil er bisher so besonders viel von Mond gehalten hatte, besonders tief getroffen!var und in der ersten Aufregung die heftigsten Ausdrücke gebrauchte. Es war verständlich, das; Mond in seinem ungestillten Tatendrang Anschlnst an die konservative Partei suchte; aber cs machte doch bei vielen einen ungünstigen Eindruck. das; er 192S von dein konservativen Ministerpräsidenten Baldwin eine Berufung ins Oberhaus — unter dem Titel Lord Mclchett — anncchm. Er hat ihm nur noch zwei Jahre angehört. ' Aber feit seinem Ausscheiden aus dem Ministerinm geliörr seine Kraft und sein Interesse mehr als der Politik anderen Dingen. Gr nahm wic» der die Leitung seiner indnstricllcn Interessen in seine festen Hände und leistete namentlich in der Organisation der chemischen Industrie unzweifel-!;aft Bedeutendes. Er ivurde einer der wichtigsten Vorkämpfer für die wirtschaftliche Einheit. des englischen Weltreiches. Er machte auch aus eigene ,Jaust den Versuch, die grasten Streitfragen, die Arbeitgeber und "Arbeiter trennen,^ durch eine freie Anssprache zwischen beiden Gruppen _ der Lösung näherzubringen: auch hier zeigte er seine Freiheit von alten Vorurteilen und seine /Fruchtbarkeit an neuen Ideen. Wenn die „".Nclcheit- Tnrncr-Konfereliz" airch keine bleibenden Ergebnisse geliefert hat. so bleibt sie doch eine nicht vergcstbare Episode der sozialen Geschichte. Das Wichtigste und zugleich Merlwürdigste in der Alterseickwicklnng "Alfred Monds ivar seine ^stendnng znm Judentum. Er, der in seinem elterlichen Hans lanin eine Berührung mit jüdischen Dingen gehabt hatte, der mit einer Ehristin eine glückliche Ehe führte und feine Kinder im christiitijc«t Glauben hatte erziehen lassen, entwickelte ein leidenschaftliches Interesse am Judentum, und zwar in der Jorm des Zionismus. Es war ivvhl vornehmlich der Einstich von Dr. Weizmann. der ihn 1921. bewog, Palästina zu besuchen. Es machte einen ganz tiefen, ergreifenden Eindruck auf ihn. Bolithv. der selbst hervvrhebt, das; er Ehrist ist, schreibt non der psychologischen Wandlung, die "Mond in Palästina erlebte: „Dieser einsame Mann, der sich eine grvste Stellung im englischen Leben errungen hatte, der von der Knabcnzeit an zur Macht änsgestiegcn ivar durch Energie, Beharrlichkeit, Talent und eine gewisse Härte, dank deren die Pfeile, ohne ihm;ii schaden, von ihm abpralltcn — dieser fast egoistische . . . Industrielle und Politiker, der in allem, was er sprach oder schrieb. liicrnals einer göttlichen "Macht einen Einslus; ciugeränmt hatte, wurde plötzlich ein leidenschaftlicher Jude. Ein Jude in Vlut und Denken und Geist." Er hat seitdem stärkstes aktives Interesse an Palästina genvmnicli. Vielleicht hätte er noch wcsenttich rnehr getan, wem, ihm ein längeres Leben bcschicdcn gewesen wäre. In seinem 63. Lebensjahr packte ihn eine Krankheit, von der es keine Heilung mehr gab. Ende 1930 starb er im Glauben seiner Väter, wid nach der Sitte der Väter wurden die letzten Gebete für ihn gesprochen. Auch sein Sohn und Erbe, der im christlichen Glauben anscrzogen war. sprach diese Gebete mit. Jetzt ist auch er znm Glauben seiner Väter zurückgekehrt. _ Dr. Erich Eyck. ■ Em mtDecec Ar <$jn gin-on Tic ..E.-V.-Zeitnng" ist der unrichtigen Angabe, das; der englische Anstenminister Sir John -Liinon Jude oder jüdischer Abstammung sei. bereits m der Ausgabe "c>m 21. März 1933 enigegengctrcten. Zn diesem Irrtum hat vielleicht folgender Umstand beigctragen: Es gab in England tatsächlich einen 'bekannten jüdischen Juristen mit dcni Namen Sir John Simon, der aber nnt dein jetzigen Anstenminister in teinen verwandtschaftlichen Beziehungen steht. Der jüdische Jurist wurde im Jahre 1818 geboren und ist bereits im Jahre 1S97 verstorben. Er erlangte, wie übrigens auch der englische Anstenininister, nicht nur in fetnetn Berufe ein hervorragendes Ansehen, sondern gehörte mal, 20 Jahre dem englischen Unterhansc aii. Sowohl als Parlamentsmitglied, >vie auch sonst mit Wort und Schrift hat sich Simon für die Belange seiner Glaubensgenossen warm eingesetzt und ist den Judenverfolgungen unter anderem in Marokko, Nnstland und Nnmänien entgcgengcircten. Er ivar auch "Mitbegründer der Anglo- Zcwish-Association. De. Orze^mv. I)ii»el,!urs. MD EINZELH nEL C Won ( Mssllbesrstodlt Jheipzig . U&UuÜskfclii 3MWU3 IO 7*? c Q J Zigarren, Zinarcücn cn gros - en dclai 49 Zcii 49. M. Berkitz Hamburg 22- Gegr. 1897 F. Ehreef eW Das Haas für Geschenke £.Q2§ HO'*-?1 Schmuck / Lederwaren / Kristall Bestecke ✓ Beleuchtung. ( FffeilasM’g ä. SB. J Gustav Feldßianu S Cis. Herren- und Knabenkleidung Gegr. 1895. Mrai - G. m. b. H. 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