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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-11 · 15 (11.4.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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M UM SA m Mr MW -II W8& Ua XL AÄrHsfksWÄLi Die Tschechoslowakei wurde nach dem Kriege als selbständiges Ltaatswescu errichtet und hat gegenwärtig eine Bevölkerung von rund 15 Millionen Menschen. Bl ehre re Volks st nur me staben in der Republik istrcn Politischen Zusam. inenselstuß gefunden: zwischen 81: und 0 B.'illioiten lvträgt die Zastl der Dschechoslowisten, weit über 3 Millionen die der Deutschen, % Brillionen Ungarn und A BliIlion Rnthenen leben als tscheehoslowtstische Staatsbürger in diesem Lande neben einer Anzahl weiterer Bolksgrnp;>en in kleineren Größenordnungen. K o n f c s s i o n e l l ist der Katholizismus vorherrschend. zu istm bekennen sich utehr als vier fünftel der gesamten Bevölierung. Tie Zahl der Juden in der Tschechoslowakei deziffert sich nach dein letzt sestgestclltcn Stande (19:;0) u.sf rund 657 000, eine Za bl, die sich bis zur Gcgeinvart auf 075 000 erböstt staben dürfte. Antcilmäßig bedeutet dies einen jüdischen Bcvölkcruugsprozeutsatz von 2,5. Mit dieser Luvte steht die Tschechoslowakei weit über dein Hiindcrtsatz der Juden im Deutschen Reich, der bekaiintlich nahe bei 0,75 Prozent liegt. Unter 1000 Einwohnern der TscherstosUnvakei leben 24 bis 25 Inden, unter loou Deut sehen 7 bis S Zudem also relativ lvtrachtct etiva der dritte Teil. Die sestr gute amtliche Statistik deS tschechoslowakischen Staates, der seit seinem Bcstesten bereits ,;n'ri groste Bolkszählnngen in den Za streu 1021 nud 1000 dnrchgesüstrt stat, bringt sestr interessante Einzckemgaben über die Struktur der einzelnen Bollsteile und Minderheiten. Für die ^oziograpstie der Juden ist es besonders anfschlnstreich, das; sic einerseits im Nahmen der Konfessionsstatistik als „Israeliten" ersaht werden, andererseits in der Nationalitätenstatistik auch als „Juden". Dabei ist aber festznheckten, das; eS eine Frage des subjektiven Ermessens des einzelnen statistisch erfassten Bürgers ist, inwieweit er sich zur jüdischen Nation oder zu einer anderen zugehörig fühlt. Das Ergebnis der doppelten Erfassung der tschechoslowakischen Juden ist in mehrfacher Richtung interessant. Ans der einen Seite zeugt es von einem starken jüdischen eipcnvolklichen Bewußtsein. insbesondere bei den Inden inr Osten des Landes, auf der anderen k-eitc dagegen von einem hohen Grad der Assimilation besonders im Westen der Tschechoslowakei; hier überwiegt das vollliche Zngestörigkeitsgefnstl zu dem Staatswesen, das ihr Vaterland geivordcn ist, und zu dem BolkStum. dessen Sprache auch zu der ihren wurde. Von den 357 000 Juden, die die Statistik im Jahre 1900 ausweisl, staben sich 20-1 000 ziir jüdischen Nation I^ekannt, 87 500 fühlen sich zur tschecstoslowakischen gehörig, über -15 000 zur deutschen, fast 17 tKMJ zur nngariscln'n, etiva 1100 zur russischen und der kleine Nest von etwa 1000 zu verschiedenen anderen Volksgemeinschaften. Zn diesem bunten Bild drückt sieh der Eiuslus; der Ilrmvelt mit ihren kiilturelleu und sprachlichen Bindungen aus die Juden Plastisch ans. Das; in der Zeit zwischen 1921 und 1900 der Prozentsatz der National judcn in der Tschechoslowakei von etwa 54 Prozent auf 57 Prozent gestiegen ist. erklärt sich mit dem grösteren Kinderreichtum inr Osten deS Landes, wo die cigenvolkliclM Ideen an Boden gewinnen. Zu besonderer Klarheit zeigt die Statistik der Tschechoslowakei die 11 n t c r s eh i e d l i ch k e i t c n z w i s ch e n O st - n n d Üiic st judcn in (y u r ü p n. Ilm hier die strukturellen Unterschiede heransheven zu können, ist es nötig, die vier Gebictsteile in knappen Stricken gesondert zu betrachten, auS denen sich daS Stemtsmeseii zusammensetzt. Ze nach den LandcSteike», in denen sie beheimatet sind, haben sich die Juden entweder überwiegend den Vvlksnrehrheitcn 'prachlich und in ihren; volkliehen Empfinden angepasst, in anderen Teilen haben sie neben ihrem jüdischen Religionstnm ihr jüdisches Nationalbewusstsein unbeschadet ihrer Staatstreue ausgeprägt erhalten. Auf diese Verschiedenheiten wird in der nächsten 3iummct der C.-V.-Zcitung cingegaugcn werden. I)r. L. ir—i. (N a ch d r n ck verböte n!) Die MMA Msy 1516-IM Die Auswertung der nenesten hevölkernngsstatistischen Ergebnisse fördert weiteres bemerkenswertes Material zutage. Zu der an dieser Stelle kürzlich veröffentlichten Gcsamiübcrsicht „70 st- 00" (Nr. 11 vom 14. März 19-'w.) war Berlin nur flüchtig erwähnt als die Stadt mit der absolut größten jüdischen Gemeinde im Reich; hier wohnen nach der Statistik vom Jahre 1933 über 160 000 Juden, die 3.« v.-Y. der Berliner Gesamt^ d c v El k c r u n g ausmachcno Wie hat sich dieses Zahlenverhältnis feit Beginn des vorigen Jahrhunderts entwickelt und verändert? 1816 gab cs 0400. d. h. 1.5 v.H. Juden in Berlin. 1861 rvarcn cs bereits 3,2 v. H., 1880 schon mehr als 4 v. H. Dann trat ein Prozentiialer Rückgang bis zu 3.9'v.H. (1910) ein, bis 1925 die Prozcntzaht 4 noch einmal überschritten wurde. Mit 0,8 v.H. im Jahre 1900 ist der Stand von 1871 und 1910 wieder erreicht. Anders vollzog sich die Entwicklung. rvenu man die Zahl der in B e r l i n u n E> i m ganzen R cid; ansässigen I n d e n vcrgleiciit: bcinerleiisivcrt ist dabei eine stäiidige Aufivärtsbeiveguug. 1816, wiederum Ausgaugspuukt der statistisch-histvrischetr Betrachtung, zählte Berlin 1,6 m-ft. aller Inden im .Reich — gegenüber 1903 mit nielit iveiiiger als 02,1 v. H. In dieser Gegenüberstellniig kommt die durch die Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bcgri'mdete Konzentration in der Rcichshauptstadt am sinnfälligsten Zinn Ausdruck. Bis um die Jahrhundertmitte stieg die Anteilsziffer an der Gesamtzahl der Inden im Reich langsam. Ab 1871 zeigte sich dann eine sprunghaftere Bewegung mit größerer Prozentzahl, unterschieden .stoischen den Zählsahrcn, die seit 1816 jeweils nenn bis zehn Jahre ailscinanderlagen. Das Ergebnis von 1871 lautet 9.6 v. £>., .1880 meldet 12,7 v. L>.. um die^Jahrhundertwende ist fast das Doppelte (22.2 v.H.) erreicht. lieber mehr als '/« inr Jahre J910 und 00,6 v. H. bei der vorletzten Enquete 1925 steigt dann die Zahl der Berliner Inden im Bergleich zir ihrer Gesamtzahl im Reich ans 32,1 v.H. E. G. L. Die Zentraltvohlsahrtsstellc der deutschen Juden teilt mit: Für den int Herbst d. I. beginnenden Zweiten Lehrgang für jüdische Kinder g ä r tnerinnen und Hortnerinnen liegt cirrc so große Zahl voir 'Anmeldungen vor. daß die Ansnalune irener Schülcrinneit in Kürze abgeschlossen werden muß. Jungen Mädchen. die in den Ausbildnngslchrgang ausgenommen werden möchten,, ist anznratcn. fid) bald zu melden. Svrechstundcn der Leiterin: Montag niid Freitag 10 bis 12 llhr, 5V l5, Bleinckestraßc 22. Anrneldepaviere durch die Geschäftsstelle (Jcntralwvhlfahrtsstellc der deutschen Juden, Bcrlin-Eharlottcnbnrg 2. Kairtstraße 158). Da4 Kindergärtnerinncit-Jntcrnat teilt mit. daß zum 1. Mai. d. I. noä; H a n s h a l t u n g s schulerrnnen ausgenommen werden können. Anmekdüngen dis 15. April an das Internat, Berlin W 15, Blcinetestraße 22, l. Der Jüdische Frauenbund e. B.. Bcrliir-Eharlottenbnrg, Kantstraße st'E. teilt mit: Unter ^Mitwirkung der Acichsvcrtretnng der deutschen Juden und des Jüdischen Frauenbundes beginnt am h Aiai d. I. in der Jüdischen Hanshaltnngsschule. Frankfurt a. M.. Konigswartcrstraßc 20. ein Lehrgang für technische Lehrerinnen. Ter Lehrgang baut aus der Ausbildung der wnsenschaitlichen oder Liolksschnllehrcrin auf lZulaiinng von anders Vorgebildeten wie Kindergärtnernnten. Hortnerinnen. vlhmitaslikleliretlnnert usio. wird itach Antrag entschieden». Datier des Lehrgangs: ein Jahr mit kurzer Ferieniintrrbrechung im Herbst. Ziel des Lehrgangs ist die Befähigung zur Erteilung von Hauswirtschasts- und Handarbeitsnirtcrricht an jüdisei)cn Schulen tind in haustvirtscliaftlichen Betrieben. Anmeldungen an die Jüdische Haushaitmtg-- schnle, Frankfurt a. Bl.. Königswarterstraße 20. oder an den Jüdischen Frauenbund, Berlin-Eharlvtlenbürg 2, Kairtstraße 158. Der Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes e. 21. teilt mit: Es bcücl,t die 'Absicht, llciire Arbcilsgc>uci>tschaircn zri bilden, in denen eine gute, grüudjictre und vielseitige Vorbereitung ans theoretischer und praktischer Grundlage für die Arbeit im 'Büro des Kanlmanns. des Handlvcrkcrs, des Vereins, der sozialen 'Anstalt gegeben lvird: gegebenenfalls auch für die Arbeil im 'Verkauf. Ein deraniges betrieb-:- und volksioirtschaiiliches L e r nj a \) x cingjifljlt sich auch für Jugendliche, die ihre Sclintbildmig abbrechen mußten und für die noch eine Zeit ander--, gearteter shstematischer Schularbeit erwünscht ist. Ansknnft geben Tiplom-Öandelslehrerin Luise Bamberger, Bcrlin-Steglih. Fvrststraße 20 st: 2 Steglih lind Diplom-Handelslehrerin Dr. 'Aora Strebcl, Berlin 5V 15, Meinckestraße 1 (.11 Bt:- marck 0701). Die Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes hat unter Leitung der Blcistcrin für Hauswirtschaft, Eilli H nt n , eine Hausfrauengrtippc gegründet, die den Hausfrancn der Gemeinde in allen die Hauswirtschaft betressendcn Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Das Israelitische Ärankcnhcim, Berlin ]N 24, Elsässer Straße 85, teilt mit: Infolge Wegzugs pon Tr. S. Hildcsheiiner und Dr. S. Schereschewskh ist Tr. Alfred R o s c n b e r g , früher dirigierender Arzt der Augenabteilung des Städtischen Krankcnhatises Neulöllu, zum Leiter der Augenstation, Tr. Ernst Loevh, bisher Tegel, zum Leiter der Rvntgenableilung berufen. Hanptkonsiliarus der Röntgenabteilung für Tiagnvstik ist wie bisher Tr. I. T u g c n d r e i 6), für Strahlen- und Radiumthcrapic Dr. Albert S i m v n s. In allen Abteilungen besteht freie Arztlvahl. in eigener Regle: Kurhoie! Fürstenhof Heilqueilenversanct auch durch Apotheken uaw. Prospekte und Brunnenschriften gratis. 28 tägige Pauschalkur 255.— RM. VergOnstlg.-Kur 215.— RM. -“nmü nstllÄ fey üuätvwaäey 8-5-iiiiiiiiiiis' 0. n.- vorm. Freu KgSqsig Meyer HagensSrasse 39-47 | Telefon: H9 Schmargendorf 7751 hat in seinem Betriebe die kolgeudea AendorunKen vorgenommoti: 1. ErheMIdie Iloralt.-ivtzung’ 6er Preise, auf Wunsch: Pauschalabniac-hunKen. 2. Streng Uliitlsche iirztllcho Vorserfctinff der Kranken. 8. Moilernisiorutip: der Kloe.tro Hydrotherapie. lUintcrenuntersiielmngen, Wlntiicrmlo, Kurzwellen, Grundumsatrbosliinniungen. 4. Krrlchtiinp eines rcnsl«jnsliauses fiir besonders Pilegonnd Kr}iolungsBedürfti!:c 7.u billigen festen Monatssätzen.^ llnveriimlert bleibt der Grundsatz, dass jeder Kranke sich von dem Arzt seiner Wahl behandeln lassen kann, ferner die als vonüffllcli anerkannte Verj»l'lep:un^. üäyia HE. | Ocriin.ßni SahniisIZoo “S Tel.: Bicm.8100-15.Zimmorv.M.6,-ati fflIlIIIIIIII!IIIII!IIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIlIII!!I>l>IIlI!IIIIIIII!lIIIIIIIII!IIIIlIIIIIIlIIlIIS Kurhotel „Barenberger Hof |iil Schierke i. Harz T yy zu Ostern geöffnetl [, Itf J U vl ki i-ü! Hurhaus CeciHeip>iiad Bilder im Hause, tliess. W asser. Heizung. Zunclassonn KurnnstaU BIr Mit^l. der Reichsv8rsicherungsanstalt f. Angestellte. Auskunft, u. Prospekt durch l'ecillen-?eaiÄS>,H",: Hugo Moses. |f Zucker Magen Galle Darm] l^^untorjpcrsönlichor Leitung | Besuchen O » 1©PSDS5’^ in der KBrscfofofltsSe! 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