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Central-Verein-Zeitung · 1935-04-11 · 15 (11.4.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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f />n m x+iuß® *6« Vrclndendurg 21 nt 21. yjlär.s 'fprndj in einer Gemeindeverfmmnlung der Ortsgruppe Guben Professor Eugen W olbe (Berlin) über das Thema „Mit dein -Knrifncf durch das Heilige Land". Der objektive Bor trug fand das starke Interesse der zahlreich Erschienenen. MkKKtin Assessor Richard Selo (Köln) sprach in gut besuchten Versammlungen am 21. Februar in Dortmund, am 25. in .Koblenz, am 28. in Essen über fragen des neuen deutschen Arztrechtes. Am 27. Februar fand in .Köln eine Bersainmlung des jüdischen Fraueuvereins statt, in der Assessor Richard Selo über „Der Wirtschastsraum der deutschen Inden" sprach. In der Diskussion wurde der Wunsch nach (üründung einer E.-B.- Franengriippe laut, der hossentlicl) bald verwirklieht werden kann, lieber das gleiche Thema sprach der Referent am 27. März in Mcckcnhcim. Ter Landesverband fährt in feiner Arbeit für die .Kleingemeiudeu fort. lieber das Thema „(Gegenwartsfragen des deutschen Judentums" sprach Dr. I a e o b i (Köln) am 17. März in einer Bezirksversammlung in Bcrncastel-Encs, am!!>. März in Schweich, wo alle Anwesenden dem E.-B. beitraten, am 20. März in Wittlich, wo sich die Zahl der E.-B.-Mitglieder verdreifachte, am 24. März in Altcnkirchcn/Sieg, wo dem C.-V. 13 neue Mitglieder geworben wurden. Wvrcchrn In Königsberg sprach vor Mitgliedern der gesamten Gemeinde in einem Vortragsabend des E.33. am 12. März Gemeinderabbiner Dr. Grün über „Warum Religionsgemeinschaft?" Jude sein, so führte Dr. Grün etwa ans. erfordere, die Religion als oberste Kontrolle für alle Lebensäußernngen zu betrachten. In dem Begriff Judentum liege das Bewusttsein'enthalten, sich in der Welt als Gottesvolk zu bewähren. Ist Marienwerdcr sprach Dr. Grün über das gleiche Thema am 3. März. MtMtutschlanö lieber die Rechte aus der Zugehörigkeit zu den früheren Gewerkschaften sprachen Mitte März in der Ortsgruppe Leipzig des E.-B. hauptsächlich vor Angestellten Arbeitsgerichtsrat i. R. Dr. Bruno Man es, Landgerichtsrat i. N. Dr. Kurt G o h n und Syndikus Kurt S a b a tz k h. Der Borst Heu de des Landesverbandes Mitteldeutschland, Dr. Kurt Gohn, Ehemnitz, sprach in Magdeburg und Halle in gutbcsuchten Bcrsammin Freiburg. Berlin und Strastbiirg. wo er 1892 bei Oskar Miulvwslh sein Staatseramen machte und promovierte. Danach arbeitete er eine Zeit lang am St. Georg-Krankenhaus in Hamburg, inner sich als Mitarbeiter Professor Eisenlohrs in der Abteilung für innere Medezin während der Eholera-Epidcmie so sehr anszeichnete, das; ihm ein Diplom verliehen wurde. Rach kurzer Wirksamkeit am Eppendorser Krankenhaus beschäftigte sieh Dr. Delbanco 1894 am Hhgienischen Staatsinstitut unter Anleitung von Professor Tunbar mit bakteriologischen Problemen, in denen er sieh dann vervolllommnete in enger Zusammenarbeit mit Dr. R o eh t, dem späteren Begründer des Tropeninstitnts. mit dem ihn in der Folge lebenslange enge Freundschaft verband. Bereits im Jahre 1898 hatte Tr. Delbanco sich in Hamburg als Spezialarzt für Dermatologie niedergelassen. Reben seiner ständig wachsenden praktischen Wirksamkeit fand er noch Zeit und Energie für rege wissenschaftliche und literarische Tätigkeit, die ihm bald den Nus eines führenden Dermatologen eintrng. Bekannt geworden sind seine Arbeiten über Bern. Erpsipeloid und den indischen Madurafuß. Als Mitarbeiter der Unnaschen Monatshefte für'pral-.-. Esche Dermatologie verfastie er zahlreiche Artikel. Später wurde er in das Redaktionskollegium dieser Zeitschrift, die jetzt „Dermatologische Wochenschrift" hiest, ausgenommen. Er übte diese Redaktionsarbeit bis 1923 ans. Seine vielseitige -und fruchtbare "Arbeit blieb nicht ohne Resonanz. So war Professor Delbanco eine Zeitlang Bor- . fistender der biologischen Abteilung des ärztlichen Bereins, bei dessen Beraiistaktungeu wie auch sonst. bei dermatologischen Kongressen/der regsame Forscher ständiger Gast war. Im Jahre 1921 wurde Dr. Delbanco zum ansterordentlichen Honorar- Professor in Hamburg ernannt, um 1929 zu seinem no. Geburtstag mit der Leitung der Hautstation des Barmbccler Krankenhauses betraut zu werden. Bis zu seinem (50. Geburtstag, an dem er durch eine wissenschaftliche Festschrift mit Arbeiten seiner vielen in- und ausländischen Freunde geehrt wurde, siud etwa 134 .Publikationen von ihm erschienen. Insgesamt hat Professor Delbanco etwa 160 Arbeiten hinterlassen. Verschiedene der von ihm geprägten Ausdrücke und Bezeichnungen sind in die wissenschaftliche Terminologie eingegangen, und einige dermatologische Erkrankungen tragen seinen Ramen. Professor Delbanco ist nicht zulestt bekannt als erfolgreicher Vorkämpfer des deutschen Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Schon früh trat er für eine Aushebung der Reglementierung der Prostituierten ein. Neben einem 4> lebhaften schöngeistigen Interesse war es vor allem die Musik, die ihn beschäftigte und ihn in engen Kontakt mit dem Komponisten Richard Straus; brachte. Bei der Bestattung im Krematorium in Ohlsdorf sprachen Professor Griesbach und Tr. Paul Unna sowie ein Verbindungsbruder ans der Studentenzeit Worte des Gedenkens. H. L. luugen am 25. und 26. März über: „Unsere ' Arbeit — unsere Zukunft." In Oscherslcbcn sprach am 4. April Shndikus Kurt Sabatzky über: „Das Gebot der Stunde." , SsllveMalcn und NcickbarscbiUc Rach längerer Panse hatte die Ortsgruppe Osnabrück am 21. März die "Mitglieder der Gemeinde zu einem Vortragsabend in den Gemeindesaal eingeladen, der von dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsgruppe, R. F l a t a u er, eröffnet und geleitet wurde. Einleitend sprach zunächst der - Vorsitzende des Lau-- desverbandes, Dr. Katzenstein, Bielefeld, . der vor allem die Verdienste des G.-V. bei^ der Schaffung der Reichsvertretnng der Deutschen Juden hervorhob. Anschließend hielt der Syndikus des Landesverbandes, Dr. Dnvidsohn, Herford, ein ausführliches Referat über „Aufgabe und Arbeit" des E.-B., das von Zer gut besuchten Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Es ist zu hoffen, daß diese Veranstaltung dem E.-B. in Osimbrück neue Freunde gewonnen hat. Am 23. März sprach Dr. D a v i d s o h n , Herford, in Bünde in einer von dem Vorsitzenden, der Ortsgruppe. Th. R o s e n b a u m, rinberufenen und geleiteten Gemeindeversammlung über die G.-V.-Arbeit deS letzten Jahres. Tie Ausführungen des Redners wurden mit starkem Beifall ausgenommen. In der anschließenden Aussprache kam die Zustimmung der fast vollständig versammelten Gemeinde mit den Zielen. und Bestrebungen des C.-B. zum Ausdruck. Ei» Geschenk an die jüdische Schuljugend Der Eentral-Verein hat dem Schuldezernat bei der Reichsvertretung der deutschen Juden einen Sonderdruck der Bildbeilage der E.-B.- Zeitung zur Verfügung gestellt, die' anläßlich des Todes von Max Lieb er mann erschienen ist. Ter Sonderdruck, der im Kupfertiesdruckverfahren Werke des großen Malers enthält, soll zahlreichen Werke des großen Malers enthält, soll so allen jüdischen Jungen und "Mädchen, die zu Ostern die Schule verlassen, als Geschenk überreicht werden. As den Familien Adolf B u k o f 3 c t (Berlin) beging am 5. Avril seinen 1)1. Geburtstag. — Tie Zwillingsbrüder Alired und Georg 2 o b e r s k y (früher Zeit;, jcist Haifa und . Düsseldorf» begehen am 16. Avril ihren 80. Geburtstag. — Heinrich B l u m c n 11) a t (Berlin) feiert am 19. April seinen 75. Geburtstag. — Nechuungsrat Ferdinand Nürnberg wird am 20. Avrit 80 Jahre alt. — Emanucl Nadelmann und Frau Minna geb. Dannenbaum (Berlin) begehen am 12. April da» Fest der goldenen Hochzeit. — Jakob M chcrsohn und Frau (Elbing)'feiern am 11. April ihre goldene Hochzeit. — Joseph R o s c n t h a l (Gevelsberg). Vorsitzender der Ortsgruppe des Ecntralvercins Schwclm- Gcvelsbcrg, starb am 30. März im Alter von 63 Jahren. _ Tagung des Allgemeinen Rabbinrr- . MrbMLrs Präsident Leo Baeck hielt einen Festvortrag . über „Das Rabbinische in der Persönlichkeit des Maimonides". Er wies darauf hin. daß es für den Rabbiner eine dreifache Tradition gebe: die Tradition des Gesetzes, der religiösen Idee und des Gebetes. Verhältnismäßig früh sei die Tradition des Gebetes vom Rabbiner auf die Gemeinde übergegangcn; geblieben sei ihm die Tradition dos Gesetzes und der religiösen Idee. Der echte Rabbiner müsse beides in sich vereinigen, wofür die Persönlichkeit Maimonides ein - Beispiel sei. — Rabbiner Dr. D i e n e m a n n erstattete den Jahresbericht, Dr. W r e s ch n e r den Finanzbericht. In der Diskussion wurden im wesentlichen Schulsragen erörtert. Tr. Neum a r f berichtete über die Duisburger jüdische Volksschule, Dr. S i m o u s o h » vom jüdischen Lchulwcrt in Breslau. Köln: 14. April, 11. Uhr: SnnaaimnißcniriHbe Müht, uub. 3»r«, ci»iqurfl Jud. Lehrbaus. Maimomdcs.GrdcnNci-r. Einlcircndc Worte: Gcmcinbcrabtnncr Dr. 5.obcr. Eestoortrog: Rabbiner Dr. Vacck (Berlin). Schluß, wort: Gemeinberabbincr Dr. Roscnthal. Solo- und Eborgesäugc. Siinogoge Nooustraße. Breslau: * 14. April, 11 Uhr: Jüdischer Mnsitrcrein. 6. Abonncniour-Koi^ert. „gubas Maccabcius". Mitwirkcudc: Lotte Lronbard, Suiaune Stein, Adolf Fu'chcr (Prag), Leopold Aleraudcr lBrcolau). Dirigent: Werner Sander. Licbich-Thrater. Rhein-Ruhr: Jüdischer Kulturbund. „Der Große Bariton": 11. und JO. April, 20 Uhr 30 Min.: Äötn: Aheinlaiibloge. 13. utib 14. April. 20 Uhr 30 Min.: Esten: Jugendheim. 15. April, 20 Uhr 50 Min.: Krefeld: Thcatersaal der Stadlballe. Ofsciibach-Adcitb mit Dr. Anneliesc Landau, Erna Eisncr, Mar ÜitUnec. Ella Eonrad: 11., 13. und 14. April, 20 Uhr 30 Miu.r Dortmund: Ge. mciildrhaus. 15. und 16. April, 20 Uhr 30 Min.: Duisburg: Theodor- Lautcr-Haus. _ Die Reichsvertretnng der Deutschen Juden hat am 1. April 1'.'35 die Leitung des gesamten Hilss' und Aufbauwerks der deutschen Juden übernommen. In einer Ansprache vor sämllichcn "Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Reichs- ' Vertretung- und der nunmehr angegliederten Stellen wies Ministerialrat i. R. Dr. Otto H i r s ch auf die Bedeutung der Umgestaltung hin. die ein organisatorischer Ausdruck für den Willen zum Zusammenschluß aller helfenden Kräfte des deutschen Judentums sein soll. ¥ Lehrer Oskar Stern von der Hildesheimer Jüdischen Bolkssehnle ist wegen Erreichungder Altersgrenze in den gesetzlichen Ruhestand getreten. Stern hat über 30 Jahre, nachdem er zuvor ein Jahrzehnt in Eilubeck amtiert hatte, in seinem hiesigen Amte erfolg- und segensreieh gewirkt. Jur Sabbatgottesdienst wies Landesrabbiner Tr. Lewinskh daraus hin, daß viele Generationen von Schülern ihm die Heranbildung zu kenntnisreichen und charakterstarken Menschen verdanken. — Zum Nachfolger von Oskar Stern ist seitens der Negierung Hermann E i n st e i n ' aus Buchau (Württemberg) an die hiesige Bolkssckpile berufen worden, der früher u. a. am Philanthropin in Frankfurt a. M. wirtte. ¥ Der jüdische Jugendbund Moses Mendelssohn" zu Bad Kreuznach veranstaltete am 31."März eine "Maimonides-Gedenkicier unter Mit- . Wirkung des Ingendbundvrchesters. das von Dr. G. P. Wollt geleitet wurde. Tie Festrede hielt Dr. Eduard Strauß (Frankfurt a. M.)^ . H. K. * Die Ehewrah-Kadischah zu Ratibor veranstaltete am Tage der 50jährigen Zugehörigkeit von Josef Böhm und Hermann W a ch s rrt a n n zur Brüderschaft eine Feier, bei der Rechtsanwalt Dr. Brauer den beiden Inbilaren Urkunden über die Ernennung zu Ehrenmitgliedern über- ' reichte. Tie Feier wurde durch einen Festgottes- ' dienst unter Leitung von Rabbiner Dr. K r e n g e l eingeleitet: sie fand ihren Abschluß durch die feierliche Ausnahme von fünf neuen Mitgliedern. * Kursus für Religionsunterricht. Der preußische' Landesverband jüdischer Gemeinden hat beschlossen, neben dem von Studiendirektor Tr. Gutmann geleiteten Kurs zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen. einen zweiten Kurs konservativer Richtung zu eröffnen. "Meldungen sind bis spätestens 13. April einzureichen. . MU wM m Lieber Junge mit dem blauen Pullover und dem weißen Schiller-Kragen und dem klugen Kopf — das ist fein Eharakieristikum: Du könntest vielleicht Rolf heißen, und Du wirst mich schon verstehen, wenn ich Dich so nenne. Also: Lieber Rolf! Bor einigen Tagen saßen wir nebeneinander im Berliner Theater und hörten „Rabucco". Ich bin Dir sicher nicht ausgefallen; aber'Du sielst mir auf, und deshalb schreibe ich Dir heute. Bis jetzt habe ich mir überlegt, ob ich es tun soll; aber ich fand scl)ließlich. ich müßte e? eben, und ich hoffe, Du nimmst diese Zeilen nicht krumm, sondern so. wie sie gemeint sind. Wenngleich ich sicher nicht viel älter bin als Du — oder gerade deshalb — traue ich mich. Dir folgendes zu sagen — und dann, weil Du ja einen klugen Kopf hast: Bor Beginn der Borstellimg sah ich Dich sehr vertieft im Programm und Tertbuch lesen: daraus schloß ich ein gewisses Interesse — das Du sa schließlich auch dadurch bezeugtest, daß Du überhaupt da warst. (Denn ich nehme doch nicht an, daß Du den Abend sonst gar nicht hättest rum« bringen können!) Als sich der Vorhang nach dem 1. Akt gesenkt hatte und alle Leute — mm, ich will sagen: fast alle — klatschten, rührtest Du keine Hand. Ta dachte ich, daß es Dir wohl nicht gefallelr hat, und ich gebe selbst zu, daß auch mich der Anfang der Oper nicht so ganz erschütterte. Aber nach Schluß der nächsten Akte verhieltest Du Dich ganz genau so. Und als ich nach der Panse wieder ans meinen Platz kam, saßen neben Dir, wo vorher noch zwei Plätze frei gewesen waren, noch ein Junge und ein "Mädel mit frischen, hellen Angen. In den Zwischenakten des zweiten Teils schwiegt Ihr alle drei — über das Stück nämlich: sonst unterhieltet Ihr Euch ziemlich angeregt über ein neues Automodell oder so. was Aehnliches — entschuldige, daß meine Ohren indiskreterweise Brocken Eures Gespräches ausfingcn! Geklatscht hatte keiner von Euch, und als die Oper zu Ende war, gingt Ihr weg — so wie jemand weggeht, der vergeblich auf einen anderen gewartet hat, und dem es ganz gleich- . gültig ist. ob der nun kam oder nicht. Siehst Du, da habe ich das Wort, das den Beyrisf in siä) schließt, der mir — und besonders nn Zusammenhang mit uns jungen Menschen — etwas Furchtbare? ist: „gleichgültig". Man kann sicher auch diese Oper ablehnen — und auch die. Jugend hat das Recht auf eigene Kritik —, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, daß einen weder der Gedanke noch die herrlichen Melodien packen sollten. Alan kann auch die Darstellung ablehnen, obwohl ich mir wieder nicht vorstellen kann, daß unter den vielen schönen Stimmen nicht einige doch besonders zu Herzen sprechen sollten, und daß es keine unter den vielen Leistungen gäbe, die einen mitreißt. Aber man kann nicht alldem mit dieser Gleichgültigkeit gegenübertreten, der man das Richlvorhandensein innerer Bereitschaft so deutlich aumerlt! Empfindest. Du nicht das Glück, daß für uns in dieser doch reichlich schweren Zeit wenigstens die "Möglichkeit besteht, die Gedanken einmal an einem Kunstwerk auszurichten, das noch viel länger als in den kurzen Stunden des Abends in unseren Tag leuchtet? Hast Du nicht Achtung vor den Menschen, die dieser Ätöglichkoit Wirklichkeit verleihen? .Möchtest Du nicht am liebsten mit-. helfen an allem Schönen, das uns heute beschieden ist? Und Deine Mithilfe kann doch schon darin bestehen, daß Du mit der inneren Bereitschast an alle Dinge herangeh st! Ist das so viel.?' Und tust Du nicht am meisten' Dir selbst etwas Gutes damit, ganz abgesehen von der Umwelt, die Du erfreuen und beleben hilfst? Denk mal: )vo kämen wir hin, wenn schon wir Jungen in gleichgültiger Resignation leben wollten, die man vielleicht ciuem alten, abgekämpsten, immer und immer wieder vom Leben enttäuschten. Menschen verzeihen kann? Lieber Rolf, sage jetzt nicht: „Alles mit ein Theaterstück!" und lächle nicht überlegen und verächtlich! Wenn Du schon lächelst, sei es ein Lächeln der Verlegenheit — davon könnte Dir ein bißchen gar nicht schaden. Ob das nun Theater im Kulturbund ist oder sonstwas: heute gehört alles zum großen Geschehen bei un8, und es ist gar nichts, aber auch gar nichts unwichtig genug, als daß man ihm gleichgültig gegenübertreten dürfte. Ueberall laust der Faden des großen Zusammenhanges mit den Dingen und Gedanken und Menschen — und auch mit Dir. Und auch Du bist wichtig mit Deinem ganz.m Loben in jeder seiner Aeußerungen — so wichtig, daß ich Dir das sagen mußte. Denk mal drüber nach und suche zu verstehen Deine .., H, M, KiNMLMrsn Die Sammlung James L ö b, die in ihrem Grundstock auf König Ludwig I. zurückgeht, ist in München jetzt ausgeicellt. Dieses Vermächtnis antiker Kleinkunst bildet einer Zierde des Antikenmusemns. Kleinbronzen stehen neben Reliefs und Vasen der besten Gpoehen, Silber- Plaketten neben Opfersehalen des 6. Jahrhunderts, „eine Kollektion", wie die „Weltkuust" berichtet, „die. wenn auch nicht durch ihre Größe, so doch durch ihr Niveau eine geachtete Stellung einnimmt und eine saalsüllende Bereicherung des Atünchener Museums ausmacht." Der Direktor des Museums, Professor Tr. I. S i e v e k i n. leitet in einem ausführlichen, mit vielen Photos versehenen Aufsatz der Zeitschrift „Pantheon" (Heft 2, 1935) die Beschreibung der einzelnen wertvollen,seltenen Plastiken.Vasen.Terrakotten, Schmuckstücke usw. mit folgenden Sätzen ein: „Seit den Tagen Ludwigs I. und der Einverleibung der Sammlung Arndt im Jahre 1907 haben die Antikensammlungen Nlünchens nicht mehr eine Bereicherung erfahren, die diesem Bermächtnis vergleichbar wäre, die Anziehungskraft des Mnsenms griechisch-römischer Kleinkunst ist mit einem Schlage wieder einmal ganz gewaltig verstärkt worden." v- In das Breslauer Kunstgeiverbe- Museum gelangte die Sammlung Reißer. Das Reißer-Haus in Breslau gehörte bisher zu den öffentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt, es war das Privathaus jenes verstorbenekt Gelehrten. der durch seine bahnbrechenden Forschnngen für die Volksgesundheit als Mitarbeiter Wassermanns Weltruf genoß. An sein Wirken als Dozent erinnerte über seinen Tod hinaus das Haus, das er und seine Gattin, Toni Reißer aus der Familie Meier KaussmaNn, in großem Stil geführt, haben. In diesem kultivierten Haushalt gingen Künstler ein und aus und fanden,..wie zum Beispiel der Maler Fritz Erler, in dem Ehepaar Reißer Gönner und Freunde. Albert Reißer war ein großer Musiker und Freund der Musik. Die Räume des Reißer-Hauses wurden nach dem Tode von Frau Toni Reißer der Stadt Breslau geschenkt: und als Kleinod deutscher Wohnkultur aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts gehütet. Rtan ließ, sie völlig unverändert und veranstaltete nur. ab und an.Kunstausstellungen in den Räumen, die sich vorzüglich für repräsentative Zwecke eignen. * Das Museum in Boston erwarb ein Oelgemälde von Degas und das ausgezeichnete Pastell einer Tänzerin aus der S a m m l u n g B e r n h e i nt Ieune, das Meier-Gräse in die Zeit um 1880 datiert. * Im Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin stellt der Bildhauer Dautort Medaillen und Plaketten ans. Reben den Bildnissen verschiedener Generäle des Weltkrieges tind mehrerer Hochschullehrer erfreuen die Rledatllen mit den Porträts Ätozarts und Schuberts, Beethovens und Bismarcks. Von ganz besonderem Interesse ist die L i e b e r m a n u - Plakette, die "Medaille mit dem Porträt des Präsidenten E. W a r b n r g und von Professor Artur B c r s o n. Dr. 0. B. Der AiM NM m Msey Ter große ttngarische Geiger Franz v. Vccseh, der setzt im Alter von 42 Jahren gestorben ist. verdankte^ seine künstlertsehe Entwicklung zum großen Teil dem iüdischen Rceister Joseph I o a ch i tu, unter dessen gut Halbtausend Schülern der Ungar eine Sonderstellung cinnahm. Durch Ienö Hubah, der selbst wieder Joachim.Schüler war. wurde der achtjährige Knabe zunächst unterwiesen. zwei Jahre später suchte er Joachim in Berlin auf, dessen "Mtßlranen 'gegen Wunderkinder schwand, als der Knabe ihm Schumaitns „Träumerei" und Bach vorgespielt hatte. Er nahm sich des Kindes sofort liebevoll an. und seiner gütigen und klugen Einwirkung hatte es Becsey zu verdanken, daß ihm stets der "Musiker vor dem Virtuosen wert blieb. Ter 73jähriclc Joachim ging in seinem väterlichen und inbrünsNg ernst ansgefaßten Unterricht so weit, daß er im Herbst 1904 das Beethoven-Konzert dirigierte, das der nun elf Jahre alte Vecsey' mit den Berliner Philharmonikern zum Vortrag brachte. Tie aristokratische Eleganz des Spiels, der adlige Ton, diese Eigenschaften Becseys, die mit der Zeit immer mehr ausreisten und ihn charakterisieren, haben durch Joachim die geistige Vertiefung erfahren, so daß Franz v. Lecsey eine Persönlich' feit unter den bedeutendsten Meistern seines Instruments ivcrden konnte, die einen ebenw eigenartigen »vie faszinierenden Eindruck bei Millionen Hörern hinLerlasjen hat. Kai. >:

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