Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 14 (4.4.1935)
- Date
- 1935-04-04
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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(rflm DMUEMg der SruifKAl äMis8Ll8»!<üi2«8is!»iafi Ter Deutsche Makkabikreis verabschiedete und verpflichtete seine zur Makkabiah ausgelvähltcn Vertreter um 24. März in Anwesenheit einer grosten Anzahl non Ehrengästen, unter ihnen Vertreter der Deutschen Sportvehörde, der NeichSvcrtretung der deutschen Juden, der Berliner Indischen Gemeinde und jüdischer Organisationen. 'Auch Dr. Hans Fricdenthal und Tr. Aiurt Lewin sprach der Gemeindc-Borsihende, Direktor Heinrich Stuhl, der der Hoffnung Aufdruck gab, du» nach der Alakkabiah die Streitigkeiten im jüdischen Sport Deutschlands aufhörcn möchten. V. Fußball Einen allzu schlveren Gegner hatte sich die BSG 66 Berlin in Gestalt der Nördlichen T pielvereimgting (in der Bezirksllasse des Gaues III) zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Obwolil BSG seine A'euerU'ervungen. die Stürmer Hip und Glas; und den Torwart 'Redlich, entsetzte, waren die Spieler der Spielvereinigung immer Vesser als ihre jüdischen Gegner, die gar nicht zu gefallen wuschen. Bor allem versagte der Sturm, ivährend auf seiten der Nördlichen zweckinästig tomviniert und vor allem jede sich bietende Chance ausgenutzt wnrd^. Da obendreii; der sonst so t^ntc Mittelläufer Nosenberg bei BSG nicht in jrvrm tvar, konnte der hohe Sieg der Spiel- Vereinigung mit 6.2 (1.0) nicht überrasclieu. Ein Wort zum sportlichen Verhalten beider Parleien: Obwohl die Nlannschaft in der zweiten Halvzeit durch Verletzung ihres Stürmers Straf;- berg nur zehn Mann stark war. stellte der Führer von BSG seinen eigenen Verteidiger Biegeleisen vom sZ-eld. der durch wiederholte Fouls die Disziplin und daS sportliche Ansehen seines Vereins gefährdete. — Erfolgreicher vermochte die Fugend der VSG 66 zu spielen, deren l. Mannschaft über die entsprechende Eis von Schnltheist-Patzcnhofcr mit : 1 siegreich blieb, während sich die beiderseitigen 2. Fngendtnannschaften unentschieden trennten. Bei den am gl. März zum Austrag getaugten Bervandsspielen der ersten blasse erlitt der diesjährige Meister. Hatoah In, eine überraschend klare Niederlage durch seine eigene lb-Mannschaft. Hatoah In muhte 'mehrfachen Ersah einstellen. Nathansohn, der beste Stürmer der ld-Elf. tonnte noch vor der Pause zwei sehr schöne Tore erzielen, ivährend Hatoah In leer ausging. Erft ein Elfmeterball gab Gelegenheit, den Vorsprung der Ib-'Maunschait Zu verringern. Ein Fehler Bogners fülirte zum .".Tor für Ib, und Nathanfohn erhelle den vierten Treffer für seine Farben. Nur durch ein Selbsttor des IK-Vertcidigcrs Borchert konnte der diesjährige Meister die Niederlage etwas glimpflicher gestalten. Gegen dieses Spiel fiel die Begegnung Hagibor In — Hagivor Id erheblich ab. da beide p.idem ersahgesehwäehten Mannschaften an Technik und Sicherheit deutlich hinter den beiden Hakoaymannschaften zurückstehen. Auch beim 5. Tor für In. das der Mittelläufer Wind erzielte, machte Torhüter N'athan leine glückliche Figur, zumal er zu sehr auf Publitumswirtung bei seinen Paraden auszugehen scheint. Ein sehr hübsches Spiel, dessen Niveau benimmt über der Höhe des vorigen Spieles stand, lieferten sich im Entscheidungsspiel um die Nleistersciiasr der Fugendmannschaften die la-Fngendmannschaften von BSG 66 und Hakoah. Fn der ersten Halvzeit ivar die BSG. deren Fugendspieler teclmisch hervorragend sind, llar besser. Nacii der Panse änderte sich das Bild mit einem Schlage, denn Hakoah erzwang durch restlosen Einsah aller Spieler ein Tor. an dem der Torsteher der BSG allerdings mitschuldig ivar. Dieser Erfolg erschütterte die BSG) und spornte die Blan-Wcisten an: Hakoah erzielte den Ausgleich. BSG fiel deprimiert zurück. Hakoah war mit diesem schönem Sieg über einen technisch besseren, aber allzu nervösen Gegner Meister geivvrdeu. Fm Gesellschaftsspiel hatte FSK I die I. Mannschaft der dem Gau III angehörigen Sportvereinigung Süden 69 als Gegner und verlor nach gleichwertigen Leistungen knapp mit 6:2 (1:6). Ein Loh dem hervorragenden Schiedsrichter, der den Charakter des Freundschaftsspiels jederzeit zu wahren verstand. II. A. C. Ncpräsenlativspiel Nt akkabi - NI a u n s ch n j t — 3 ü d w c st d e u t s ch e A n s w a h l m a n n f ch a f t 6:2 (I : l) in Frankfurt am Main. Für Crmittluug der Kandidaten für die NIatkabial) fand ein Auswahlspiel zlviselien einer sehr gut zusaiiiuieugeilelltrn NIaunschast der Süd» westdeutsehen Ärbeitsgemeinschaft lNIallabi und NjF) und einer Malkabi-Nlannschaft statt. Die beherzteren und einheitlicher spielenden Südwestdeutschen konnten dank der guten Hintermannschaft einen knappen Sieg davontragen. Tie Malkalüspielcr ivurdeu mehrmals ausgeivechselt. Die Besten waren bei Nlakkabi Attermann (Dnistmrg), Grünebaum (Frankfurt a. AI.) und Zwickler (Mannheim). Tie Nlannschaft der Lüdwestdcutschen hatte keinen schwachen Punkt; man kann der Arbeitsgemeinschaft zu der Ausstellung gratulieren. Das sehr faire Spiel ivurde von Löivenstein (Hanau) geleitet. Fu Frankfurt hatten die aktiven Mannschaften Spielruhe, die ihnen zweifellos sehr gut bekommen wird. Dafür mussten die ganz kleinen lind Allen auf den Plan treten. Schild l Fugend gegen Bar .üochda I Fugend trennten sich unentschieden 2:2. Schild II Schüler verlor gegen Bar .üochba l Schüler 0:$. Schild I Schüler gewann'gegen Osfenbach I Fugend 6:1. Anschliestcnd spielten die Allen Herren von Schild gegen die gleiche NIaunschast des NjF. NIannheim. Die Senioren ivaren sehr schnell und lieferten sich ein ausgeglichenes Treffen. Das Spiel endete 1:0 für Frankfurt a. M. Spiele in S ü d w e ft d e u t f ch l a n d am 2-1. März: Langenselbold l—Schild Frankfurt am Alain I 1 : 1. Schild konnte in diesem Verbandsspiel wenig imponieren. 'Noch einen derartigen Punktverlust — und die Meisterschaft kommt nicht mehr in Frage. Der Sturm mus; engmaschiger und weniger aus lueite Vorlagen spielen. Der Gastgeber loar schnell am Ball und kam öfters gefährlich in Tornähe. — Bar Alodjört Friedberg I—NjF Giesten I 1:1 (0:1). Die Friedberger waren teclmisch besser und im Fetdspiel überlegen, konnten aber gegen die ausgezeichnete Giestener Hintermannschaft wenig ausrichteu. — Bar Kochba Frankfurt am NIaiu I—Mitteldeutsche .üettensabrik Frankfurt am Main I 2 :1 (2 :1). Erstmalige Begegnung zwischen einer jüdischen und Paritätischen Mannschaft im südwestdeutschen Bezirk. Das Spiel ivurde schnell und jederzeit fair durchgesührt. Bar .üochba gewann verdient. Fu der Firmenmannschaft standen n. n. einige bekannte Ligaspieler von Union-Niederrad und Griesheim 02. Pli. F. ATH .H annove r I — Schild Twistringen I 7:0 (2:0). VTH .Hannover II — Schild Twrislringeu II Jo:6 (6 : oi. Die Hannoveraner zeigten sich auch im Rückspiel ihrem Gegner weit überlegen und siegten hoch mit 7:0 (2:0). Die Gäste verteidigten sich bis zur Halbzeit recht tapfer, mnstten dann aber der grösteren Spielerfahrung der Hannoveraner weichen. Schild Hildesheim I — Schild Vrenren I 1-6 (0 - 6)' Fn Hildesheim gewann Schild Bremen in sicherer Manier den Punkttampf gegen Schild Hildesheim. Damit bleiben die Bremer weiterhin an der Spitze des Landesverbandes Niedersachscn. __ _ _ Schild Hildesheitu I — B^.H Hannover I 0 : 12 (o :5). Das Spiel endete mit einem hohen Siege der Hannoveraner. die ihrem Gegner kaum eine Chance licsten. Fm Anfang des .Üampfcs persnchten die .Hildesheimer zwar mit aller Macht, diesmal ein besseres Ergebnis zu erzielen, mnstten jedoch bald der überlegenen Spielweise Fhrer Gäste weichen. K-! In Bcuthe n trafen in der V o r ni n d e lt nt d i e N e i ch S m e i st e r s ch a f t NjF-Breslan und Schild-Bcnthcn aufeinander. Trotz sehr anfgeweichten Bodens wurde das Treffen flott durchgeführt. ES endete mit dem verdienten Siege des NjF-Breslau 6 : 1 (0 :1). Bis zur Pause führte Beutheu. Nach der Pause wurde daS Tressen sehr hart. Drei Breslau-Spieler wurden herausgestellt, von denen zumindest einer nngereeliterweise vom 'Plaste veriviesen murde. — Vor diesem Spiel standen sich die Fngendmannschaften der genannten Bereine gegenüber. Breslau siegte knapp, aber verdient mit 1 :0 (1:0). Bcuthcn war körperlich überlegen, Breslau technisch weitaus besser. ' H. Br. Handball Am 24. März standen sich auf dem Grunewaldsportpchst in Berlin die ersten Mannschaften des FTSC 05 und der BSG 66 in einem A u s - f ch c i d u n g s f p i e l um die N j ,F - NI e i st e r s ch a f t i m Handball gegenüber. Wenn auch der Sieg des FTSC 05 mit 1): 6 Toren ziemlich llar errungen wurde, konnte die Leistung des Siegers doch keineswegs befriedigen. Der vielgerühmte Sturm des FTSC <>5 zeigte fein tvahres .Nonnen nur in der ersten Halbzeit. die mit 7 : I glatt abgeschlossen wurde. Nachher war eS geradezu trostlos, anzusehen, wie kläglich iede noch so schöne Chance durch ungenaues Schiesten versiebt wurde. Bei der BSG 66 zeigte die Hinterinannschast. in der die Stammverteidigung ersetzt tverden mustte. bedenkliche Schwächen, die sich bei voller Form des gegnerischen 'Angriffs leicht katastrophal hätten ausloirken können. Fn den Berliner Spielen am 24. März überraschte vor allem der glatte 8:4-Sieg de8 FS.E gegen die I. Fugend des Bar.stochba, der zugleich den Gewinn der Aleisterschaft der dritten Atlasse bedeutet. Tie FSAi-NIannschast mit den Gebrüdern Siegel und Langesfcld an der Spitze, hat sich in der letzten Feit so gut entwickelt, das; ihr der Sieg in dieser starkbesctzteu Atlasse verdient zugcfallcu ist. Am 61. März gab cs eine erneute Begegnm.g zwischen den 1. Aiannschasteu der BSG st'.:; und dem FTSC 05. die sich diesmal im fälligen Bcrbandsfpiel gegenüberstanden. Wie schon vor acht Tagen endete das Spiel mit einem glatten Siege des FT SG Halbzeit: 6:1. Schluststand: 7:2. Bei der BSG 66. die ebenfalls mit Ersatz antrat, gefiel diesmal Bannasch, der ohne rechte Lust zu spielen schien, glänzend in der zweiten Hälfte der B^G-Torstcher Holstein, der mit Bravour vielen Schüssen deS FTSC 05-Sturms den Weg ins Tor versperrte. DaS Spiel der ersten Frauenmannschaften der beiden Vereine endete mit 9 : 0 ebenfalls für beit FTSC 05. Umgekehrt wie bei den Alänncrn kam hier das hohe Ergebnis nach einem knappen 2:0- Halbzeitstand erst nach der Pauje zustande. Ucberraschend gut hielt sich die FFSC05- Fugend, die gegen die I. Bar-.üochba.Fugend nur knapp mit 6:4 den kürzeren zog und zeigte, das; jetzt, nachdem die endgültige Besetzung gesunden ist. mit ihr wieder zu rechnen sein wird. Fn den übrigen Verbandsspielen gab es die erwarteten Ergebnisse. Die ersatzgeschwäckste Zweite des FTSC 05 besiegte Bar Atochba III mit §£ yi £ iiiiü L- Das bekannte Spezialhaus Frankfurt a.M. / Offenbach / Giessen 9:6, FTSC 05 III, die nur mit neun Mann antrat,' 'verlor gegen Bar Atochba II mit 2:9. FSAt 1 konnte nur knapp 6:4 gegen Bar Atochba IV die Lbcrhand behalten und die BSG 36-Fugend beendete ihr letztes Spiel gegen FTSC 05 V mit 6 : l in guter Form siegreicl,. Fn den Verbandsspielen des Spielausschusses mustte sich am 24. März der I.BC Maccabi. der mit Ersatz für Jacob und Wasserlaus antrat, in Stettin dem dortigen Bar Atochba mit 2:5 beugen. Der Maccabi-Sturm zeigte wiederum, das; er nicht in der Lage ist. die im Felde herausgeärbeitetcn Chancen zu Torerfolgen ans. zinoerten. Bei Stettin zeigten der Ermtz. torwächter und der fchnstgewaltige Halblinlc Philipsborn die besten Leistungen. I-. N. j. F. Breslau — S. E. Pfeil 7 : 6 n : in. N. j. F. geriet zu Beginn mit 6:0 in Nnclstand. verloren aber nicht den Mut. cs gelang ihm. niclit nur den Vorsprung anfznholen, sondern sogar noch das Siegestor zu schicsten. — Die zwcile Nlannschaft des N. j. F. unterlag der znoeilen Nlannschaft des S. C. Pfeil glatt. Auch die Fugend deS S. C. Pfeil feierte einen üherlcacnen Sieg. Sie gewann hoch mit 12 : 5. II. l!r. Spiele in S ü d;v e st d c u t i ch l a n d am 24. Alärz: Schild Franlsnrt a. AI. Damen I - Bar Atochba Frankfurt a. NI. Damen l 2 : o nt: in. Das Spiel litt rinter groster Härte von beic,-,, Seiten. Schiedsrichter Stern lGiesten) hatte 'Mühe, cs in seinen Grenzen zu halten. Die Tore für Schild konnte die Nlittelslürmerin Erica B'oienthal ans ztoei Tllrchhrüchen eintoandsrei erzielen. Die Meisterschaft ist den Bar Atochha-NIädels maul nicht mehr zu nehirten. Sic führen mit 6 Puntten Vorsprung cmd haben nur noch einige leichte Bc gegnungen. — NjF Darmstadt Asterren I BiF NIainz Herren I 2 : s (2 : 6l. Der Sieg der Nlainzer hat nicht überrascht. Darmstadt siel scchon sctt Nlonaten immer mehr zurück und musste diescnat stark ersatzgeschivächt antretcn, wogegen die NIain. zer eine komplette, durchtrainierte Mannschaft ins i^cld stellen konnten. -- Das Spiel der beide» Tameicmannschaftcn gewann auch NIainz 0: l (0 : 0). Fh.!-. Leichtathletik Der Deulschc NIalkabikreiS hatte seine Icidjtathletischen Vertreter für die NIakkabiah am 24. März zn einem abschliesteicden Training aus dem Grnnelvaldsporiplatz in Berlin zusammen' gezogen. Vor zahlreichem Publikum absoloicrten die Allioeu einige scharfe Läuse, trainierten besonders in den Sprintstaffeln, deren Wechsel sotvohl bei den Mäiincrn als auch bei den Frauen iioch nicht rcd)i klappen wollte, sprangen und roarfen. soweit es die kalte Witterung ohne die Gefahr einer Zerrung zuliest. Daneben trugen die Berliner Makkabi-Bereiiic eine Waldlanfstassel über 6X6 Alilometer aus. die Bar Awchba! vor M'ak-- kabi I und Bar Atochba II gewann. V. Wassersport Am 24. März trafen sich die Anderer und Paddler der Berliner Bereiiie ..Helvetia'. „Lbcrsprec^. „Triton" und .Atzellc-Poseidoii" zur Aicrudererseier. Etiva nuo Wassersportler ivareu dem Anse ihres Verbandes gefolgt. Alan begrustle ailch (5äste aus Fraiilsurt a. d. Lder und Leivpg. Der Verliiier NuderchAnb „Welle-Poseidon" feierte im Aiischlns; an das Anrudern des (lstaster-- fportverbandes im NjF die Weihe eines neuen Achters. Tag von Gleimitz ivieder nach Berlin zurück — ein bistchen abgespannt, aber trotzdoni in angeregten lüesprächen über die letzten Tage, den Erfolg und die roeiteren NIögliclj!eilen des Ansbaus solcher Tourneen. Fmnw'r ivieder neue Pläne, neues Wollen iind Streben cmd immer ivieder das Glück der Künstler über jeden Erfolg, lieber die Abrechnung. die Herr Fisclicr noch am letzten Borniittag in bnleiivili liatte. schiveigt er fein still. 'Mit deiii lünsllerisciieii Ergelmis ist inan jedenfalls >chr zufrieden. Es zeigte sich wieder einmal, das; der AUiltiirbniid den deutschen Fnden in der Provinz grosre Freude» zn machen versteht. Das ist eigentlich das Wichtigste, was „die Presse" notieren kaiin: sie hat es übernoniinen dafür zn sorgen, das; es sich herum spricht. Hilde ÖI;«rx. *»:L' l1« r '..•/''iiv .•-.-v;. •.,*/ '-'*«/ C*J »w) Eigentlich ist es ntüstig. dieses Thema zn behandeln: denn der wahrhaft schöpferische Mensch folgt ivedcr Prvgramnien noch Nichtlinien, sondern erfüllt die Sendung, die ihm sein innerstes 65csetz gebietet. Weil sich heute Auchdichter und llnvernfene hervvrdräiigen. mit falschem Pathos iliid Tiradcn zn überreden versuchen, halte ich es einmal für notwendig, die Ausgabe des dcutschjüdischeii Dichters näher zu formulieren. Keincsroegs eine pl;ilosophifche-literarifchc odcr^ gar historijche Abhandlung: geboren atrs der /Forde viiirg der Stunde und dem Schirkfalhaften unsere^ Gemeinschaft. Fimner war und ist die Ainnst das Heiligste das ' über Vlenschen thront. Neben der Religion kommt ihr traiiszendente Bedeutung zn. und mir sehen von den ersten Anfängen der .stnltur bis zur Gegenwart, wie sich Menschen bemühen, ihr Empfinden, ihr Denken, in küiistkerische Gestalt zu giesten, ausgedrückt diirch die Macht der Sprache, den Ton der Musik, ben Marmor des .Bildhauers, die Farbe des Malers. Nie war Lyrik eine -Herzenssache junger Backfische, und das Drama eine Angelegciihcit geltungsbedürftiger lokaler Gröstcn. Von Aefchylos bis, Werfel haben die Fähigsten um die dramatische Form gerungen. Der Aiamps des Menschen gegen das nnaknoendbarc Geschick: Tafeln zerbrachen und neue ivurdeu beschrieben. Aus der Mitte ihres Volles schisten die Dichter Menschen, Helden und Vorbilder, im Astinipf mit der Unrast ihres Blutes, gegen Gott, gegen die nnvollkonunene Weltordmmg. Nicht der Wille bestimmt ben Alnnsller — daS können. 2ster nicht berufen ist. schweige imd scheue das Licl,t. Das Werkzeug des Dichters ist die Sprache. Das Wort sei unser Heiligtum, und in unserem Schassen das deutsche Wort. Wir sind mit ihm unzertrennlich verbunden, ebenso wie mit der Landschaft, der wir entnurchsen. mit den Menschen, die uns umschreiten. Der Dichter, der nicht die höchste Achtung vor dem Wort besitzt. versündigt'sich am Geist der Sprache. Wir können niis nicht von der deutschen Sprache lösen, die mir uns genährt haben am klassischen Geist, an Hölderlins H'omnen. an Georges tmd .Hoffmannthals wunderbaren Verseii. Wir trage» ein Erbe, nrid das Erde verpflichtet. Rilke schriebeinmal: ..lim eines Verses willen must man viele Städte sehen. Menschen und Dinge, mau must die Tiere kennen, mau must fühlen, luic die Vögel fliegen und die Gebärde wissen, mit welcher die kleinen Blumen sich auftun am Morgen." Die deutsche Philosophie war unsere Erzieherin, lieber uns leuchtete das Gestirn Alant, Schopenhauer. Nietzsche ciud zilletzt Nlax Scheler: durch sic fanden viele ihren rechten Weg und wurden sich ihrer wahren Sendung bewusst. Wir. die wir zwischen den Geschlechtern stehen, wissen, die kommende Jugend wird einen neuen Weg einschlageu. sie toird jüdischer, vielleicht arich frömmer sein. Das darf uns nicht hindern, den Weg zu schreiten, den uns unser Gewissen und unsere Wahrhaftigkeit zwingt. Die Form entscheidet, ob ein Werk Daseinsberechtigung hat oder nicht. Die Dichtung, die für den Tag geschrieben wird, ist nicht tvert, geschrieben zuwerden. Nicht darf sich dcutsch-jüdische Dichtung zu provinziellem Charakter verlieren, sie must sich einreihen in die Literatur der Völker, die grasten allgemein menschlichen Probleme behandeln, .Glied d.er. Mcnschheitüdichtung sein. In dem Werk must ein Hauch des Ewigen pulsen. Unsterblich der Moses Nlichclangelos, nicht weil er eine jüdische Gestalt ist. weil sein Wesen übermenschliches. gigantisches ausdrückt, reich an göttlicher Sphäre. Viele Dichter haben ihre Geliebte besungen, »vor aber mit der Urlrast des Gefühls, wie -Hölderlin feine Diotima besang! Hätten die Propheten ihr Schauen in nackte, bildleere Worte gekleidet, ihre Stimme wäre in den Fahrtaiiscnden erloschen, ihr. Mund ist erfüllt von der Herrlichkeit Gottes, non der Unendlichkeit der Erde, ihre Gleichnisse haben ewige Geltungsdauer. Durch die Schönheit ihrer Sprache, die Zartheit ihres Gefühls bleiben das Hohe Lied und die Psalmen Kunstwerke ewigen Wertes. Wie schlecht lässt sich in diesem Zusammen-, hang von Technik, Mode, N'eportage, Stimmnifg sprechen. Es war oft in der Dichtuilg. das; sich die Nlarktschreier hcroordrängten, ebenso schnell umrde ihr Dasein ausgelöscht. Unsere Zeit eilt mit Leidenschaft zu neuen Polen, kaum können wir ihren Sieheumcilenstieselu folgen. Ein neuer Nhhthmus brandet. Werden wir ihn bezwingend Formen überleben sich, wichtig ist der Geist, der in ihnen uwhnt. uilr die Stimme, die aus dem Herzen fliesst. dringt in die Herzen. Entscheidend rst die Fülle der Gesichte, die den Dichter umschweben. Nicht, das; er Gestalten schasst, ist wichtig, sondern wie er sie formt, psychologisch erfastt. mit welchem Blut cr sie tränkt, was sie zu verkündeir haben, wohin sie schreiten. In diesen anderen Alenschen müssen wir etwas von dem finden, was wir bis heute vergeblich gesucht habcli, sie müssen uns trösten oder aufwühlcn, erheben oder zerschmettern. Welche heroische Aufgabe. die Tragik unseres Geschlechts zu gestalten, dabei ist es nicht notwendig, dast das Drama oder der Roman in der Gegenwart abläuft, das Leid jener Menschen kann uns packen, als wäre es unser Schmerz, die Worte eines Märtyrers können uns trösten, als wiese uns ein neuer Prophet ein verheißenes Reich. Wir. die wir uns anmaßen, künstlerisch zu schassen, seien wir streng gegen alle. Dilettanten, die heuchlerisch um die Würde des Dichters buhlen, noch strenger gegen uns. Hinweg mit den Stümpern und Technikern! Unsere Schöpfungen dürfen nicht hinter der Größe der nichtjüdiscilen Dichtung znrückstehen. Sciiöpfen mir .Urliste aiOrder Geschichte, dem Boden, der uns erzeugte. Besser nichts schaffen, als dast schlechte Toten uns herabwürdigen: denn nur die höchsten Werke sind für das Volk gerade gut genug. Max Spanier ©stillet $c<?ticnfant!8!!c? Fm „Mitteilungsblatt des Nationaliozialinischeu Lehrcrbundes Sachsen", Nr.!. lästt W i l l Vesper einen Beitrag „Geistige Plattwirtschai:" erscheinen, in dem es u. a. heistt: „Eine der nüoitigsten Aufgaben für die Neiehsschrifttumskarnmer scheint mir eine Art geistige Planwirtschaft gegenüber uitd im Eiuverstäuduis mit dem Ausland, eine Art geistige Devisenkontrolle, zn sein, die es verhindert, das; andere Völker sich geistig gegen Deutschland absperren und mir dennoch ihre Literaturen anfnehmen. Fn vielen Ländern findet Zttrzeit nur die jüdische Emigrantenliterotnr. als „Tctcksche Literatur" Atlsnahme und Beaäüu".g' Z. B. in Ftalicn! Wir müssen diesen Lä>'dc>m deutlich macheil. dast wir es so lange gleichfalls ohne ihre Literatur aushaltcn. wie sie die unsere anssperren. Es wäre möglich, von hier ans küno tig zu einem wirtlich vernünftigen Literaturansgleich zit komnwN'. bei dem nicht mehr nur die Jüdische Schmarotzcrliteratnr von Land zu Land getauscht würde mic jetzt, sondern bei dem jedes Land durch feine tvirklich berufenen Vertreter daiiir sorgen könnte, das; feilte cigeittliche wei'cnha'se Dichtung übersetzt würde." Die' Schwierigkeit scheint uns vor allem darin zu liegen, das; »der den Begriff „Schmarotzer-Literatur" diesseits;md jenseits der Grenzen nur schwer die notwendige Uebereiitstimmrtng zu erzielen sein dürste. Am Landsberger Platz in Berlin steht seit dein Fahre 1876 ein von Calandrelli geschaffenes, in seiner Einfachheit um so wirksameres Tenkinil, das der V. Berliner Distrikt „Seinen in den Kriegen 1864. 1866. 1870/71 gefallenen Löhnen gesetzt hat. 214 gefallene Söhne. Protestanten. Katholiken. Inden, werden in schlichter, alphabetischer Anordnrmg ausgeführt. An ihrer steht der Name des Infanteristen Adolf Abraham so h n. Geda