Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 13 (28.3.1935)
- Date
- 1935-03-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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BlScIu \ P r ■—r, f 'n r*.o „ r„ «v* _ } iiatMillof u.BeliollBK«(f, alloFuouboschwarden. / f-'acfwois der nächsten Verkaufsstelle durch y DEUTSCHE SCHOLLW ERKE G.m.b.H. Frankfurt a. M., SUd 10. brn rechten Glauben, da? Bekenntnis' zum Gatt der Juden oder zum Götzen Baal greift in die Handlung symbolisch und tatsächlich ein. Wunder geschehen: Ein Blitzstrahl reißt dem König die 'Vlranc vom Haupt, gerade in dem Augenblick, da er den Gott der Inden lästert und sich'selber zum Gott erhöht. Ein zweites Wunder: al? die Liebliugstochter de? „Nabuccv". Feueua, dem Baal geopfert werden soll, kracht das Ricsenstandbild de? Götzen, au? Gold und Elfenbein gebildet, „ans tönernen Füßen stehend". in sich zusammen. Aehnlich war dem Bater diese? König?. Belsazar, ein Wunder erschienen. Nur das; sich jetzt dem Tyrannen, nicht mehr ein Fluch gegen Ichovah entringt, das; nicht Tod und Verbannung das Schicksal der Inden wird, sondern das Gelübde der Resignation: „Zurück zu des Jordan? Ufern kehre Israel! Tu sollst Dich der.Heimat erfreuen!" Man sieht: hier wird mit den Mitteln des Theaters gearbeitet, gegen Geschichte und Wahrheit. Spannung um jeden Preis, Kontraste und Elcineutarereignisse halten den Episoden der bittendeu und betenden Menschen da? Gleichgetvicht. Und auch die Liebe fehlt nicht als Ausgleich, als Ablenkung der Stimmung vom Schicksal de? eiu- -elncn. Abigail. die vermeintliche Tochter des Ncbukaduezar, liebt Ismacl, den Neffen de? Inden.- köuigs Zedckia. Sie strebt nach der Kvuigskrvue und sucht durch List und Intrigen da? Volk auszustacheln gegen ihren Vater. Sic findet bei Ismacl keine Gegenliebe, dessen Herz der jüngeren Schwester Abigail?. Feueua. zuschlägt. Konflikt zwischen Liebe und vaterländischer Pflicht — da? blaß angedeutete Problem Phadames—Aida—Ameris meldet sich. Verrat Ismaels, Bache Abigails, Gefangennahme de? König?, Bettung der Inden durch Bcbukadnezar, der seiner Gefangenschaft entslicht, Selbstmord der herrischen Abigail. Wahnsinn de? König?, Erlösung de? jüdischen Volkes und Hymnus des Danke?: in grellen, blitzartigen Bildern rollt sich das Theaterstück vor Ang und Ohr ab. Als Dichtinig lvedcr logisch, noch durchsichtig, oder gestuft. Als Vorlage für Verdi? Musilsprachc ein Idol. Er hat Gelegenheit, die Grnndlraft seiner rhythmisierten Melodie zu erproben: im Eiugaugschor, in den Finales, im Gesang der Leviten, die den Typn? aller Verschtvörergesäuge italischer. Vcrdischcr Herkunft vorwegnimrnt im 2/2 Presto des Rachegesang? Nabuccos, da? unweigerlich in die chvrische Wiederholung mündet. Er prägt die typischen Wendungen der Melodie in ihren Bogen. Noteu-Puultierimgen. Pausen, Trivleu, da? Uebergcheu von Einzelstimmen in Duett, Sextett, Chor, die Eimvnrse de? Chors und die Steigerungen zum Finale. Aus der Konstruktion einer Arieumumner wird ein gewaltiges Tongemäldc. Im Furioso jagt die Musik, sich selbst übertönend, zu dem Effekt des knallenden Altschlusses. Daneben der Unisono-Chor, pianissimo. <il? Zeielicn de? Gelälnntsein? („Ter Himmel rächte stets'), als Zeichen de? kriegerischen Einverständnisses (Leviten- und Magier-Chor), als tiefstes Svmbol der Verbundenheit in Klage, Hoffnung. Gebet (Chor der Gefangenen). E? meldet sich der Mollton des Schmerze? in den Bitten des Rebuladnezar. da? schneidend klare S-ckur des Jubel? bei dem Bachgesang der Abigail. der Trvstrede Zacharias', da? weich erlösende?-<lue in der Opferszcne der Fcneua, da? Senszen in A-mo!I beim Licbesgescmg Ismaels. glaubensstarke? v-clur im Hymnus der Juden. Da? Streben nach Charakterisierung in Tonart. Nhythmns. Orchesterchlclo?, ist also unverkennbar, der Zwang, dem einzelnen wie dem Chor, die Einheit de? mnsikatischen TYP? zu verleihen, so mächtig, daß der Mclodiker Verdi schon hier der Grenzen aller Sangbarleit spvtre.t. Schon hier im „Nabucco" findet er. beim Jammern de? Vater? vor seiner Tochter, detl Ton jener Träne, deren sich Bigolrlio nicht zu schälueu braucht, sc!,on I,ier liegt die Lust au Phantastisti;oin und Gespenstischem so in der Leidenschaft der Musik verankert, tvie später im „Maskenball". Im Typischen der Empfindungen, soweit Arien sie kennzeichnen, bahnt sich auch Stereotypische? an, und zn -Ausdeutungen tiefster Liebcsregnngen bleibt der Baum bei der Größe de? Stoffe? zu eng. Aber auch hier, in den primitiveren und schwächeren Regionen de? Werke?, strebt Verdi ans der Schablotte wieder heraus. Wenn nn? mnsilalifeh etwa da? Liebeslied der Abigail („Ja, ich weihte dir mein ganzes Leben") nicht viel Beseelung nnd auch nicht viel Originalität verrät, so ist die Abnahme der Melodie. Einwurf und Abwechslung. Uebernahme in? Orchester, Unisono von Instrument und Stimme, Wesirs und wo finden Sie s£ctf? liiaksrhein Köln j .\.2:'i)'piiuil)fius._ Breite Sips>x* Kfon 1;iVt bis'Freilos 11‘—13 Uhr! Aiu-lif» i;enirimlrli;ui>. lt!—lti1 j Uhr um II. Aj'i'il. Die Sprechstiimlo am 2ll. April fällt feiertags-. halber aus. Kohle nr. in der Wohnung von Paul Hirseh, Kaiser-Wilheim-Ring H7. ]. 15Vi—lSVj Uhr am 2. und 16. April. Trier •im Büro von Rnclitsanwalt k»r. Voremberg, Adolf-Killer* Slrnsso v. 11!?—13Vi Uhr am 3. April. Die Sprechstunde am 17. April fällt feiertagshalber Bonn rsemelndobaim Tenipelslrftsso. 17 Zs—19 >A Uhr am 1. und . 15. April, . kadenzterender Schluß und' Verhallen der Melod'le ohne Begleitung schon Hinweis auf kommende, glückhafte, letzte Weisheit der Meisterjahre. Die dramatisch zentrale Kraft ist Nabucco! Macht. Uebermut, Haß, Furcht und Liebe in einen Körper gebannt, der die Herrschaft über sich selber gleichzeitig behält und verliert. Seine Arien, Ausbrüche, Rezitation sind von elementarer Wucht, die musikalische Sprache wird hier in alle Variatioucn des Heftigen. Rauhen, Wahnsinnigen und Brutalen aufgetcilt. Schließlich die Lcidensgeste de? .Vaters und die Auflösung seiner seelischen Haltung im Wahn sein: Das Vorbild des Boris Godouor ist geschaffen, großartig, anfrühmcnd, packend. Wahrlich: Die Verdi-Renaissance könnte auch dann mit dem „Nabucco" beginnen, wenn uns Juden das Grundthcama nicht so ins Blut gedrungen wäre. Der Vielsältigkeit deS umsitalischen Ausdrucks der Nabucco-Partitur muß ein szenischer Eindruck gesellt werden, der im Textbuch wenig- Stütze findet. Will sagen: ein eigentliches Szenarium existiert nicht. Der Textdichter begnügt sich damit, anzugeben, wo ctu Akt spielt; wann und wie, warum und wie lauge Menschen agieren, das verrät er ebensowenig, wie er etwa audeutet, welche Vorstellung er sich von dem „Innern de? Salomonischen Tempels", von der Beschäftigung gefangener Hebräer, von dem Hoszeremoniell in Babylon gemacht hat. Und daß die Stätte, in der über Leben und Tod entschieden wird, die „hängcudcil Gärten" sein sollen, da? klingt schon mehr als unwahrscheinlich. E? ist nicht der letzte Reiz dieser kommenden Ausführung eine? unbekannten Vertuschen Werkes, daß hier keiner, weder der Bühnenbildner, noch der Regisseur oder der Musiker eine Vorlage kennt, eine Erinnerung anfbcwahrt hat. Aus Neuem muß Neues geschaffen werden, aus freier Phantasie muß die Handlung der Musik, auch der nicht gesungenen und dem (von ^chottläuder in? Deutsche übertragenen)' Wort szenisch ungegliedert werden. Wir stehen vor der bisher größten Aufgabe de? Kulturbundes. Wir wollen sic mit ganzer Inbrunst und mit innerlicher Liebe zn losen versuchen. m kn Mch-ZMN Felix M cndel? s v h n? Verdienst um die Wiedererweckung der Matthauspassion. von der wir in der vorigen Ntuumer der „E.-V.-Zeitung" bereit? berichteten, hat auch in diesen Tagen des Bach-Jubiläums wieder seine Anerkennung gefunden. So schreibt der jetzige Thomaskäutor Professor Dr. Karl Straube in der „Illustriertcn Zeitung" (Leipzig) vom 7. März u. a.: „Durch vcrioandtschastliche Beziehungen in naher Fühlung mit dem Kreise der Romantiker, war er (Mendelssohn) mit dem Preußentum und wiederum mit Goethe verbunden durch seinen Lehrer Zelter. Des ehrwürdigen Zelter aufopfernde Treue und des jungen Mendelssohn bezwingende Persönlichkeit haben bewirkt, daß jene denkwürdige Berliner Ausführung der Ri a t t h ä n s p a s s i v n vom 1 l. März 1829 über die Einmaligkeit de? Erlebnisse? hinaus in einem gewaltigen Aufbruch da? ganze Schaffen Johann Sebastian Bacli? zu neuem Leben eriveckie. Au jenem Tage begitmt die Herrschaft Bach? über da? mnsikalische^Leben der Welt ... Mendelssohn, dem Vorbild Zelter? folgend, hat in seinem kurzen Erdenleben von Leipzig au? die Hauptgebiete de? Bachscheu Schassen? dem europäischen Musikleben zugcführt." Und in der „Nationalsozialistischen Beamtenzeituug" (Berlin) vorn 17. März heißt c? in einem Artikel von Professor E. S ch a f f r a n n. a.: - „Bewundert nmrdc damals nur der Orgckmcistcr und Theoretiker. Den Schassenden erkannte vorerst noch nicht einmal Zelter, trotz seiner Bearbeitung Bachschcr Werke. Dafür trat Händel in den Vordergrund. Der Umschwung begann, als 1802 Forkel? tüchtige Biographie Bach? erschien. . . Beethoven ivies wiederholt begeistert auf den Thomaskautor hin, Zelter revidierte seine erste Einstellung und gewann in Goethe und vorzüglich im jungen Mendelssohn der Bachschen Kämst zwei neue, warme Freunde. 211? daun endlich Mendelssohn die Matthauspassivu aufführte, da war cs, als stünde der deutsche Geist zivischen den Musikern und spräche mit gewaltiger, zeitloser Wucht zn diesen nnd zu den erschütterten Hörern. In dieser damals beginnenden Bach-Renaissance stehen eigentlich auch wir noch." In Dessau, dem Geburtsort Mose? Mendelssohns. der der Großvater Felix Mendelssohns gewesen ist, wurde, ivie die „Fraukfurtcr^Zeitung" meldet, die Mendelssohnsstraße in Sebastian- Bach-Straßc mnbcnannt. ©338?& ZrrW LöLrm Ganz Frankreich gedenkt jetzt anläßlich de? 2ö. Todestage? am 28. März seine? berühmten und populärsten'Dirigenten ans den Jahrzehnten um die Iahrhundertivende, dessen Name auch heute noch durch die regelmäßigen, nach ihm benannten Konzerte in Paris seinen alten Klang bewahrt hat: Edouard Iitda? Eolonne hat für die französische Musikgeschichte eine ähnliche, nur noch tun* sasjeudere Bedeutung, wie sie Hermann Levi, der ja tvie Eolonne rein jüdischer "Abstammung war, in bezug ans Deutschland besitzt. Nicht nur daß sich Eolonne ebenfalls mit Leidenschaft für Wagner einsetzle, er trat immer lvieder für die neuere Musik seines Landes ein, die ihn: manchen Erfolg verdankt, durch ihn konnten sich zahlreiche Solisten, unter ihnen zum Beispiel Alfred Cortot, einen Namen machen, nnd schließlich ist sein Verdienst um Berlioz von überragender Bedeutung, da er manche Werke einer drohenden Vergessenheit entriß und dem Gesarntschaffen überhaupt erst den gebührenden Platz im Musikleben sicherte. Alle internationalen Musiklexika und .geschuhten, ver». Fo}RR L. ZJ L-T5 April 1935 Adar Sehern* 5695 3. Mittwoch 29. Jaum Kippur Koton 4. Donnerstag 6. Sonnabend 8. Montag 13. Sonnabend 17. Mittwoch 18. Donnerstag 19. Freitag 20. Sonnabend Nissan 5695 t Rausch Chaudesch 3. Wochenahschnitt: Tasria 3. B. M. 12—13 Haftara 2 Kön. 4,42—5,19 5. Tekufo 10. Schabboss Hagodaul Wochenabschnitt: Mezauro 3. B. M. 14—15 Haitara 2 Kön. 7,3-20 14..Erew Pessach 15. 1. Tag Pcssach. Beginn des Aumer-Zählens 16. 2. Tag Pessach 17. Schabboss Chaul Haraaued Schir haschirim 24. Mittwoch 25. Donnerstag 27. Sonnabend 21. 7. Tag Pessach 22. 8. Tag Pessach 25. Wochenabschnitt: Acharc Mauss 3. B. M. 16—18 Haftara Arnos 9,7—is Neumondsweihe Pirke Owauss I zeichnen seine erstmaligen vollständigen Aufführungen des „Requiem", das er in Originalbcsctzung, also mit 16 Pauken, 16 Posaunen usw. zu ungeheurer Wirkung brachte, oder die Tatsache, daß er „Fausts Verdammni?" allein über 200 mal dirigierte. Seine Tätigkeit war jedenfalls schöpferisch und ausbauend,darin den zahlreichen anderen großen jüdischen Dirigenten gleich, die, jeder besonders in seinem Heimatland, sich untilgbare Verdienste um die höchste der menschlichen Künste erworben haben. . Kai. Sie Amu Gedelmrat Au? einem gesegneten und erfüllten Leben ist, fast 02jährig. unser treues Mitglied, Frau Gcheimrat Bertha F r i e d l a c u d e r, gcb. Schäfer, Glciwitz, früher Lubliuitz i. Obcrschlcsieu, abberufen tvvrden. llm sie' trauert ein Kreis von Menschen, denen sie der verehrte, bctvunbcrtc, oft genug atich augestauute Mittelpmtlt war. Als Frau des vor 10 Jahren ihr in den Tod vorangegangenen Gehcimrats Heinrich Friedlaeuder, der schon in den achtziger Jahren das Amt eines Krcisphysikns in Lubliuitz bekleidete, hat sic viele Generationen hcrauwachseu, wirken, adsterbcn sehen. Reife Menschen, auch solche, die selbst am Lebensabend stehen, hatte sic „mit Armen getragen", hatte sie von Jugend ans betreut nnd gefördert. In ihrer Nähe,'im Umkreis der Hochbetagtcit nnd doch bis in die letzten Wochen Jugendfrischen waren die Zeitalter eigenartig vertauscht: die Alten wurden unter ihren Augen wieder ztr den Kindern, al? die sie einstmals in ihren Gesichtskreis getreten waren, und au den Enkeln und Urenkeln einstiger Freunde entdeckte sie liebevoll die Züge der Ahnen. Die Kraft, mit der sie ihre Zeit erlebte, die Weite de? Geiste?, mit der sie bis zuletzt Kunst nnd Literatur gattzer Epochen in sich eiusvg und kritisch verarbeitete, ftclitcn sie zusammen mit der Schärfe ihre? Gedächtnisses auf eine Höhe, die nicht häufig erreicht tvird. In all ihrer Anonymität und Zurückgezogenheit tvar sie ein echte? Wahrzeichen oberschlesischen Judcutums. jene? eigenartigen, vitalen Bezirke? am Rande des Reiches, der eine starke deutsche und jüdische Eigenfärbe betvahrt hat. Dort klafft jetzt eine große, schmerzlich empfundene Lücke in den Herzen der vielen, betten die „Frau Geheimrat" Hin Stück Frieden und Heimat bcdctitct hat. E. lt. — J. WntecM, &cc örsMiMellLM'LlMris Seit sieben Jahrzehnten zählt das schon im Altertum vielgebrauchte Wasserheilverfahrcn wieder zu den beliebten Heiliuittelu der Medizin. An den meisten Universitäten bestehen Institute zur praktischen Ausübung und wisjcuschaftlicheu Förderung der Wasserhcilkunde und in den großen Krankenhäusern hydrotherapeutische Abteilungen, deren Leiter in Verbindung mit den meditoincchanischen Instituten eine verdienstvolle Wirksamkeit ansübeu. Was Binccuz Prießnitz und Pfarrer K u e t p p in erfolgreichen Wasserkuren, teil? durch Umschläge, teils durch Tuschen tmd Güsse, praktisch erprobt hatten, dem gab Wilhelm W i n t e r - nitz. dessen Geburtstag sich am 1. März znm hlindertstcn Male gejährt hat, eine wissenschaftliche, ans physiologischer und klinischer Grundlage beruhende Begründung. Es waren keine „Wundcrkurett", die in Grasenberg und Wörishosen ausgeführt wurden, sondern die Erfolge der beiden großen Vtcnschenkenncr basierten ans der Wiedereinführung des Wassers al? Heilsaktor, wie es der schlesische Arzt Johann Siegmund H a h n schon in seinem 1768 erschienenen „Traktat von der Kraft und Wirkung des kalten Wasser?" empfohlen hatte. Und der junge, kn Josefstadt geborene Sltident Winternitz, der in Prag und Wien vornehmlich unter Oppolzer, Skoda und Jalsch die Lehren der Heilkunde in sich anfnahm. war es, dem es Vorbehalten blieb, schon frühzeitig dein Wasserhcilversahreu die erforderliche Stellung im Gesanügcbiet der Medizin zu geben und es gleichzeitig aller Uebertreibungen zu entkleiden. Schon in seiner Doktordissertation (1857) ),Zur rationellen Begründung einiger hydrotherapeutischer Prozeduren" zeigte er das Bestreben, das Wasserheilverfahren nur unter genauer Berücksichtigung der Individualität der Kranken anzuwenden. Nachdem Winternitz in der österreichischen Marine als Korvettenarzt gedient hatte, ging er nach der Kuranstalt Gräfenberg bei Freiwaldau, wo er unter Schindler, dem Nachfolger von Prießnitz, dessen. Methoden aufs genaueste studierte. Daun habilitierte er sicy 1865.in Wien als Dozent für Hydrotherapie, und war alcickncitia Mitbegründer der Allgcmcrnen Poltklinik, wo er sein Fach praktisch vertrat. Tie Wiener Universität umschloß seine ganze Lehrtätig^ keit hier wurde er 1881 zum außerordeutlicheu Prösessor ernannt und hier erhielt er 1808 als ordentlicher Professor den osfizrelleu Lehrauftrag für Hydrotherapie. Daneben entfaltete er m der ihm 'gehörigen Wasserheilanstalt Ka teuleu gebeit eine erfolgreiche Wirksamkeit. 1910 trat Wtntetuitz von seinem Lehrcunt zurück, und aut 22. Februar 1917 rief ihn der Tod aus semeiu arbcrlsreichen Leben ab. ' tseiuc Veröffentlichungen galten durchweg feinem Hauptfach. Außer zahlreichen Monographicu gab er ein zweibändige? Handbuch über „Tie Hydrotherapie auf Physiologischer und kliuischer Grundlage Hera»?, das, in mehrere Sprachen übersetzt, die weiteste Verbreitung tand. Ferner sind ttoch seine „Erperimentalarbecken über .tltcrmischc Einflüsse aus. den tierrsclieu. ..Organismus" und eine Abhandlung über „Wasserkur mcd natürliche Jmmur'.iiät" hcrvorzuhebcn. Er^führte im Wasserheilverfahren viele praktische Einrichtmtgen, wie den Magenschlauch,^ den Duschenkathcdcr und den Elektrodentisch. ein, die nach ihm benannt wurden. Noch heute sitzen Vertreter der W i u t e r u i tz sch c n Schule .auf den Lehrstühlen der Iluivcrsitätett oder walten als Leiter hydrotherapeutischer Abteilungen in großen Krankenhäusern ihres Aintcs. msr. Sc. Louis Lcvin zum n». Sobuctslüg Ol^rlaudcsgcrichtsPräsidcnt i. R., Tr. Louis Sentit feierte am 2.8. März seinen 70. Geburtstag. Louis Lcvin war ursprünglich Amtsrichter, dann Kammcrgcrichtsrat. schließlich Chefpräsideut des Oberlandcsgerichts Brannschwcig und zugleich Professor au der dortigen Technischen Hochschule. Er lebt jetzt im Ruhestand in Berlin. Tic Bedeutung von Louis Lcvin liegt darin, das; er die „verständnisvolle Mitarbeit zwischen Gericht und Anwaltschaft" nicht mir theoretiicl> verlangte, sondern auch wissenschaftlich behandelte und auch auf Grund seiner richterlichen Erfahrung in seinem grundlegenden Werl über die „Richterliche Prvzeßlciluug^ in weite Kreise getragen. Louis Levin hat auch das grundlegende Buch über die Bedeutung des A u lv a l t s - Zwanges geschrieben, in dem die Bedcutung des Anwaltszwanges und das vielfach zur Phrase gewordene Wort, daß der Anwaltszwang nicht der Anwälte lvegcn da ist, sondern al? Äcittel der Wahrheitsfindung der Erleichterung des Gerichts in der Förderung des Rechts b e io i c i c n wird. Starke soziale Tätigkeit hat er bei seinem Wirken im R'eichsvcrsielierungsamt entfaltet. Er hat auch al? Professor der Technischen Hochschule in Braunschweig über die Reichsverstchernngsordnung gelesen. Er ivar vom Jahre 1921 bis 1980 Rlüglied bei der beim Reichsjustizminlsteriuin gc-bildetcu Kommission für die Vorbereitung der deutschen Zivilprozeßordnung. Ms den FLAilltir Minna N i s ch kKölu-Ehrenfeld) begeht nm März ihren PO. ae.eburtStaa. — Ernestine O e l s t (Halbersladt) rvird am l. 'Avril 91 Jahre alt. — Mathilde K a h u czcb. Wnrzmaun feiert ani 1. Avril ihren >!". ^.elniri^laa. — Moritz Happ und Trau (Erfurt) feierten da? Fest ihrer goldenen Hochzeit. In diesen Taaen feiert ein treuer Freund de? E.-B.. Tr. ined. Tavid Jlothschild, Frankfurt a. N--, seinen 6b. lvcdurtslag. Dem in weiten Kreisen bekannten rüstigen Äiann gilt unser besonderer Gliickwunsch. Ta? Kaufhaus M. Motulfky. FischhLuscn, besteht am 1. April TU Jal;re. T ic Firma Innrdc im Jahre l86ö in Fisäihausen gegründet, sie iß ununterbrochen in den Händen der Familie de? fetzigen Inhabers geblieben. Tie Firma erfreut sich in großen Teilen Lstpreußcns eines guten Ruses. Die Firma I. Neppen, Ledcrgrotzhandlung. Kolberg. feiert am I. April ihr Tbjährigcs Gcfäzäst?.' jublläuin. Tie Inhaberin. Frau Sander, ist langjährige? Alitglied de? C.-V. Tie Firma L. Sittenfcld, Inh. Earl Seiler, Konsektion und Modewaren, Landeshut i. Schlesien, feiert am 1. April ihr 50jährige? Bestehen. Tie 23r; gründerin der Firma, Frau Clara Sittenseld, wird am 7. April 70 Jahre alt. Ta? Kaufhaus D. Jacobsohn, Einswarden i. besteht am 1. April 25 Jahre. Ofscubach a. Main: 30. März: Gruppe junger Schauspieler, Frankfurt. „?ec ciiigcbildeic Aranke" von Malii>rc. Aeuformunfl und moderne?>es!allung vo>r Alfred Auerbach, «ä-renea aus Alfred Auerbachs neuem Buch „Feierstundcu". cbcincindchaus. Breslau: ^0. Mör^. 12 Uhr: daula Ollendorff-HaushaltungssäMle: Slroihnung der SchtUcrausstellium. 21. März, ii Uhr: Jüdischer Mulitvercin. Dr. D-.^ar «bntiinan» (Berlin): „G. F. Händel und sein Dratorium Judas Maccabaus". Soziale Gruppe Lchwcid- "itzcr Liraßc. Rhein-Ruhr: Liidifcher Kulturbund. Dfrenbach^Abend mit De. Aiiueliefc Landau. Erna Eisner. Map Kultner: 21- M-rrz, 2, und 4. April, 20 Uhr 15 Min.: «sl»- Aheinlandloae. Ijoas'' ** ^in,: Recklinghousco: Geuicinde- 3. April, 20 Uhr 30 Min.: Aachen: Neues Äurhouc-. Ehrentafel. Am Hcldengcdcnllag hat die Eernetnde Eden Loben (Rheinpfalz) im Hiahincn einer schlichten Feier für ihre gefallenen Söhne m der Synagoge eine Gedenktafel enthüllt. Naheäu. 200 Nlanner und Frauen füllten den feierlich geschmückten Raum. Musikalische Tarbietunacn, Gedächtnisworte von Lehrer Bär und Am'vrachcn der Vertreter zahlreicher jüdischer Organisationen umrahmten die Gedenkrede von- Bezirksrabbiner Dr. S t e ck e l m a ch e r (Bad Dürkheim), v. 3. Ernst Locbner & Horkiieimer Frankfurt a. Kl. Llebfraacnb.crg LS. I. Stock - Gcgr. 1837 Engi. und Deutsche Hsrrenstofie