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Central-Verein-Zeitung · 1935-03-21 · 12 (21.3.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
12 (21.3.1935)
Date
1935-03-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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/^U'^&t>y’vvvVv*ji^$) &pr\^ A4 /pZ?A?\ WiML WtK U!T^G . V». WDssen Die Zahl der Juden in den beiden skandinavischen Königreichen ist absvlut und relativ sehr klein, ihre Angleichung an die Umwelt eine besonders weit vorgcschrittcnc. In Schweden leben unter rund 6140 000 Einwohnern etwa 7000 Inden und zwar innerhalb einer zu mehr als 99 Prozent evangelischen Bevölkerung. In Schweden betrug ihre Zahl vor etwa zwei Menschenaltcrn (1870) rund 1850 Köpfe, zehn Jahre später sind cs etwa 3000, im Jahre der Jahrhundertwende 4000, sic erhöhte sich dann 1990 auf rund 6500. 1930 hat eine neue Volkszählung stattgefnnden. deren Ergebnisse hinsichtlich der Konscssioiisaufgliederung der Bevölkerung leider noch nicht vvrliegcn. doch wird die Zahl der Juden in Schweden gegenwärtig kaum viel höher als bei 7000 liegen, was einem Anteil von elf Juden unter sc 1 O O00 6inw ohner n gleichkounnt. eine Größenordnung. die im Nahmen der europäischen Länder mit zu den niedrigsten gehört. Eine b c v ü l l c r u u g s k u n d l i ch e Besonderheit des jüdischen Sektors in Schweden ist die Tatsache, da ft in ihm ein Männerü b c r s 6) u ß fcstzustellen ist. Bekanntlich ist bei der Mehrzahl aller Völker und Nationen und auch bei fast allen jüdischen Volksteilen in den einzelnen Ländern ein inehr oder weniger erheblicher Frauenüberschuß sestznstellen. In Schweden dagegen konnncn aus 100 jüdische Männer nur 90 jüdische Frauen. Die Gründe dürsten zweierlei Natur sein. Einmal gehen eine große Anzahl Frauen dein Judentum durch Al i s ch e h e u verloren. die in Schweden'überaus zahlreich sind, zum anderen erklärt sich der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung, mcmi er sich auch absolut in sehr geringen Grenzen erhält, aus einer Zuw a über li li g a u s Osteuropa, eine Erscheinung. die stets münnerbetont ist und die Sernalprvpvrtionen einer Bevölkerungsgruppc in Richtung eines zahlenmäßigen Ausgleiches zwischen beiden Geschlechtern oder sogar eines Frauenmangels beeinflußt. Welche Nolle in Schweden diese Erscheinung spielt, erhellt aus der Tatsache, daß bei der. letzten statistischen Aolksdurchlenchtung nur zwei Drittel der Juden schivedischc Staatsbürger waren. Wie in Mittel- und Westeuropa ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts der Anteil der .I ii ö c li b immer stärker z u sa in m c li - gesch r umpst, nur sind die Gefahren, die daraus für den Bestand der Juden in Schweden resultieren, um dcssentivillen viel größer, weil dieser Splitter absolut bereits ein sehr kleiner ist. Der Zeitraum der Selbstauslösung aus einem Sterbeübcrschuß heraus ist kürzer als in den mittcl- und westeuropäischen Ländern, in denen die absoluten Bestände erheblich größer sind. Die Gründe für die Ueberalterung der schwedischen Iudenheit liegen im übrigen nicht allein in der abwärts geneigten Geburtenkurve, sondern auch in der auf rasche Assimilierung ge* richteten gesetzlichen Regelung, nach der Kinder aus.Mischehen nur bei vorherigem Ileberciukommen der Eltern Juden werden, sonst aber der christlichen Religion zugcführt werden müssen. B c rii f S st r n k t u r e l l ist hcrvorznheben, daß neben der natürlich großen Bedentung des Handels für den von Juden ausgesülltcn Wirtschaftsranm die P r o d u k t i o n in Handwerk und Industrie säst ein Drittel von ihnen ernährt. ~ Aus der geographischen Struktur ist hervor« zuheben, daß der sonst vorwiegenden großstädtischen Konzentration in Schweden — im Gegensatz zu der Iudenheit in Dänemark — geringcre Bedeutung zukommt. In der Stadt Stockholm selbst leben nur etiva 2800, also etwa 40 Prozent aller Inden Schwedens; der übrige Teil, also mehr als 4000 Juden, lebt über das g a n z e Land v e r st r c n t. Es ist intcressant, daß in sämtlichen 24 Departements, in die das Königreich Schweden verwaltnngsmüßig ausgcteilt ist, Juden wohnen, am 'meisten akkumuliert in Göteborg und in Malmö. Aber auch in den reinen Landbezirken finden jüdische Familien ihre Existenz, eines der vielen instruktiven Beispiele, wie selbst in einem schwach von Juden besiedelten Lande ihre gebietliche Streuung eine sehr weitreichende ist. (Nachdruck verboten.) Dr. E. R—z. Reue ZÄ.len über öle MlSWaMMruiig Die Gesamtzahl der in den Jahren 1933/34 ans Deutschland legal eingewanderten Juden beträgt 16 639. Sie verteilt sich ans die Jahre 1933/34 in der Weise, daß 1933 7210 und 1934 9429 Menschen ins Land gekommen sind. Von ihnen kamen ans Arbeiterzertisikate 1933 3129. 1934 4082 nach Palästina. Der Nest der einwanderndeil Personen war entweder im Besitz des Vorzcigegcldes von 1000 Pfund, oder es waren Schüler, Angehörige palästinensischer Einwohner. oder Touristen, denen nachträglich die Möglichkeit des dauernden Aufenthalts gegeben wurde. Während die aus Deutschland auf Arbeiter- Zertifikate Eimvandcrnden nur etwa 20 Prozent der gesamten Einwanderung dieser Kategorie bildeten, stellten die deutschen Einwanderer 47 Prozent aller im Jahre 1934 zur Landwirtschaft gegangenen Menschen und 24 Prozent aller in Handwerk und Kleinindustrie Tätigen. Aus den absoluten Zahlen für Okt. . . 1326 Einwanderer aus Deutschland, für Nov. . . 827 für Dez. . . 669 .. „ darf nicht geschlossen werden, daß die Einwanderung sich vermindert, da der ans diesen Zahlen zu entnehmende Rückgang auf Saisoneinslüße und aus die Einwanderungsbestimmungen, nach denen jährlich zweimal, nämlich zu Beginn des Frühjahres und des Winters, die neue Zertisikatsqnote ansgegeben wird, zurückzuführen ist. Die ersten beiden Monate des Jahres 1935 haben wieder eine' Steigerung ' der Einwanderungszahl erkennen lassen. ' Es ist im ganzen anzunchmen, daß die Gesamtzahl der in Palästina ansässigen, aus Deutschland gekommenen Juden zurzeit mehr als 22 000 beträgt. In Anwesenheit des High Commissioner von Palästina. Sir Arthur Wauchope. des Bürgermeisters Mcir Dizengoff, des Obcrrabbiners llzicl, des Distriktskommissars Erosbie und anderer hoher Rcgicrungsbcamtcr, fand in . Tel Awiw die Grundsteinlegung zu eineni Ingenieurhaus statt, das vom Verband der Ingenieure und Architekten Palästinas erbaut werden wird. ÄüSto Lied gchsAn- Ein soeben erschienener Bericht des Völker» bundslommissars mit dem Titel „Eine Krise in der Universitätsweli" behandelt die Auswanderung nichtarischer deutscher Gelehrter ans Deutschland. Ein Drittel von ihnen, 248 an der Zahl, hat in den Kulturstaatcn eine neue ständige Arbeitsmöglichkeit gefunden, davon sind 40 in Großbritannien. 366 sind vorübergehend mit wissenschaftlichen Aufgaben betraut worden. 170 genießen englische Gastfreundschaft. Ter Bericht des Völkerbundskormnisfars hebt wie der von uns in Nr. 11 der „E.-V.-Zeitung" zitierte Bericht der „Hohen .Kommission für deutsche Ans- Wanderer" hervor, daß die Hilfe von den dentscheu Gelehrten mehr als vergolten worden sei. Schon setzt verdanke man ihnen eine -Reihe von bedeutenden Entdeckungen, wertvolle Beiträge zur Forschung seien von ihnen geliefert worden. M) UM §srr!Um und Me" Der berühmte Krebsforscher und ehemalige Leiter des Berliner Krebsinstituts, Professor Ferdinand Blumenthal, der jetzt an der Belgrader Universität eine Lehrkanzel innchat, hielt in Budapest ans Einladung des ungarischen Aerztevcrbandes eine Vorlesung über moderne Krebsbehandlnng. In einem Interview hat Professor Blumenthal folgende Aeußerung getan: „In meinem .Herzen ist kein Funken von Haß oder Rachsucht. Was ich geleistet habe, verdanke ich der Tatsache, daß ich Deutscher bin. Für meine Mitdeutschen hege ich volle Achtung. Ich setze meine Arbeit in Belgrad fort, obwohl mir dort nicht dieselben Mittel zur Verfügung stehen wie in Berlin, aber ich bin nicht verbittert. Ich klage nicht und verleugne es nicht, daß ich Deutscher bin. Ich mußte Deutschland verlassen, aber ich bleibe weiter Deutscher und Jude." M LSS issm a3§- Nea<cHa,w'ic§zt®E& In Rew - Perseh (11225) hat das Staats- Parlament ein Gesetz gegen antisemitische Propaganda angenommen. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bis zu 5000 Dollars oder auch mit beidem bestraft. -v . Ans Anlaß des hundertjährigen Bestehens der L i b a n e r Großen S h n a g o g c sandte der lettische Ministerpräsident 1l l m a n i s ein Glückwunschschreiben an die dortige Gemeinde. Der Senat der Freien Stadt Danzig hat auf eine Bvhkottbcschwcrde der Danziger Gemeinde die der Beschwerde zugrunde liegenden Tatsachen zugegeben und Abhilfe versprochen. Der Senat drückt stin Bedauern über diese Vorfälle aus. Inzwischen hat sich der Gemeindevorstand erneut genötigt gesehen, beim Senat Beschwerde über die Verteilung von gedruckten Boykottaussorderungen in Danziger Schulen und über Bohkottanreizungeu durch einen Beamten innerhalb seiner Diensttätigkert zu erheben. * . Präsident Roosevelt hat auf die Frage einiger Pressevertreter, ob seine Lorsahren Juden gewesen seien, folgende Antwort gegeben: „Aiciue Ahnen sind vor 300-Jahren aus Holland hier eingewandert. Ob diese holländischen Vorfahren Juden, Katholiken oder Protestanten waren, kümmert mich nicht, solange ich weiß, daß sic gute Bürger und gottesgläubig waren." -i» Im Alter von 6l Jahren ist in Prag der be. kannte Rechtsanwalt, Politiker und Publizist Tr. Jiudrich K o h n. der geistige Führer der sprachlich und kulturell tschechisch orientierten Juden in der Tschechosloivakci (Tschechojiiden) gestorben. Tr. Kohii war vor Jahrzchnteu einer der engsten Mitarbeiter Professor Masarhls. Er hat mehrere soziologische und philosophische Schriften versaßt. V Der neue Vorstand der Unioir österreichischer Juden, der auf der vor kurzem abgehalteneu Ge* ucralversaiuuiluiig gewählt wurde, hat sich kon* stituicrt. Zmn Präsidenten wurde der belannte ehemalige Vertreter der Union in der Wiener Kultnsgcmeinde, Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, zu Vizepräsidenten wurden Tr. Josef T i ch o und Tr. Karl Steiner, zmn Schriftführer Regierungsrat Dr. Max Lenk ge. wählt. _ MAMA M MM Md ArlMMsM Tie auf Auordnung des Herrn Präsidenten der Reichsschrifttumskainmcr vom Börsenvcrein der Deutschen Buchhändler mit dem Lande Sachsen iind dem Rat der Stadt Leipzig ins Leben gerufene N e i ch s s ch u l e des Deutschen Buchhandels beginnt ihre Tätigkeit am 1. April 1935. Die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt wird mit ihr organisatorisch vereinigt. Tie Ncichsschule hat die Ausgabe der abschließcnden Schulung jedes jungen deutschen Buchhändlers ans staatspolitischem, kulturpolitischem und fachlichem Gebiet. Tic Lehrzeit für den Buch* häudlerberuf im deutschen Verlags-, Zwischenbuch. Handels-, Ladenbuchhandcls- und sonstigen BuchhandclSwescn gilt nur dann als ordnungsgemäß abgeschlossen,. wenn sie durch die vom Buchhandel eingerichtete G eh i l f e n p rü fun g beendet wird. Ter Gehilsenprüsung muß im letzten Jahre der Lehrzeit ein vierwöchiger Besuch der Neichsschule vorausgehen. Nei chssch uIe und Geh i l s e n p r ü s u n g zusammen bilden grundsätzlich die Voraussetzung zur endgültigen Ausnahme in die Fachschaft der Angestellten in Buchhandel und Verlag. Rur aus diesem Wege erhält nach dem Reichskulturkauunergesetz der Buchhandlungsgehilfe den endgültigen Ausweis der Mitgliedschaft in der ReichsschrnttilmStammcr und damit die Berechtigung zur Bekleidung von Stellungen im Buchhandel, für die diese Mitgliedschaft Vorschrift ist. Für die Reich:- schule, die Gehilseuprüsung und die Ausnahme in die Fachschast der Angestellten im Bund reichsdentscher Buchhändler ist nach den Durchführungsbestimmungen vom 10. März 1935 a r i s ch e Abstammung Bedingung. Nichtarische Lehrlinge, die während der Übergangszeit im Buchhandel noch vorhanden sind, können mit der Aufnahme in die Fachschast und mit der Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer nicht mehr rechnen, auch wenn sie zum Beleg ihrer richtig abgeschlossenen Lehrzeit die Gehilfen- Prüfung durchgemacht haben. mm iiEssiLEüfj Berlin, Sra Oaimfiof Zoa Ka,n65^ j Jel.: Bistn. 8100-15. Zimmer v.M. 8,-an^ aiiiiimii «GGKssKWffM flÄSrOHSPSM x-L-mmiM — UüCUl Lw'-iisü J B« H«-> . Pasasson SCalRSkaS, Berl.-Charlottenbg., Bismarckstrass# 102 (U-Bahnhof). Tel.: C 1 StcinpL 1273. Komfortz. m. Bad 2.50 31 k. Doppelz. 6.- 31k. an. Daucrpens. 110-165.- 31k. Ehepaare 220.- 31k. an. Familienheim, HikolsburgcrplalzB Komfortzimmer, leer oder möbliert, bei erstklassiger Verptlegung zu massigen Preisen. O. Behrendt, Berlin. Tel. 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