Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 12 (21.3.1935)
- Date
- 1935-03-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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t. I p 175 MW VrMLÄSrr EWsgc-se Gerson Stern läßt in seinem Nmnan „Weg ohne Ende" Prager jüdische Kausleute ans ihrem Rückweg au) Dcirtschland in Baprenth für mehrere Tage Aufenthalt nehmen. Hier ist eine jüdische Gemeinde mit einein Rabbiner an der Spike. Falls diese Mitteilung ans historischen Ciit'Ilcn beruht, ln men wir mit dieser Tatsache frühesten.) in da-) Jahr I75!>.;\it diesem Jahre nnirde nämlich die jetzige Bahreuther Gemeinde begründet. Bahreuth Ivar scheu früh Lik einer jüdischen Gemeinde. Jur IN. Ialirlmndert werden schcnr Inden genannt. 35J5 muhten sie die Stadt verlassen. Einzelnen Inden wurde später der Aufenthalt wieder gestattet, zur Gründung einer Gemeinde kain e-) erst tvieder l75v. Sb ihr ein Rabbiner vvn Anfang an zur Seite stand, ist nicht besannt: wir dürfen cs aber au? einem Gnadenerivei? an den Bizernbbiner Salvmvn Kohn. an« nehmen. der in einer Ilrlnnde de-) Jahres 1762 erwähnt wird. Ter damalig^ Markgraf Friedrich, der Gemahl der Friederike Sophie. einer Schwester Friedriche des Grasten, hatte wie andere Fürsten, jüdische Hoffakloren und Tinanzageuten Einem Vvn ihnen. Mose? Seele! ld. h. Mvse?. Sohn de4 S ecket) und seinem Bruder David, gestattete er in diesem Jahr den Ban einer Synagoge und die Ansiedlniig vvn zehn jüdischen Familien. Ein neue-) Opernhaus ivar 3 747 erstanden. Ta) alte „Evmvdicn- und Üledvutenhau)" in seiner lhnehvarsihast ivar uubciiuht. Diese) kaufte Mose) Seelel um 8-'5l) sl. Rh. und liest e) auf eigene -Nosten zu einer Shnagvge umbauen. Am Sabbath Para 5520 — 15. Nlärz 1760. vvr 175 Jahren alle. wurde sie eingeweiht. Ein schöner Ban im marlgrästichcn Barvct ist da) Gvtte-r-hau). Tie Heilige Lade zu beiden Seiten Vvn je zwei Säulen tlanlierl, die Frauengalerie auf acht Säulen rulumd. alle marmorier: au) massivem Holz. entsprechen dein Stil der Zeit. Ein prachtvoller Vorhang mit lvstbareu Stickereien tvird der jungen Gemeinde von ihrem Gründer Mose) Seele! und seiner Frau geschenkt. Er trägt da? Tattnn Sabbath Bereschith 5520 — 1759, und ist ein Werk de) Goldsticler) Ivspe in Baier)dvrs. Dieser Sri — zwischen Erlangen und Forchheim hatte schon seil langer Feit eine grostc jüdische Gemeinde. Ein marlgrnslicher Resident und Hofsaltor ivar ihr Oberhaupt, und Mitglieder dieser Gemeinde übersiedelten nach Bahrenth zur Gründung einer Tochiergemeinde. Dem Landrabbiner von Baiersdorf unterstand auch die Bahreuther Iudenschast. die zunächst nur einen Bizerabbinec halle. Mose) Sockel ist kinderlo) gestorben. Todesjahr und Grab sind nubelauut. Er teilte da) Schicksal manck, anderer, die sich höfischer Gunst ersrenen dursten. Eine Untersuchung umrde gegen ihn eingeleitet, er liest sein Berinvgen im Stich und blieb verschollen. Tie Shnagvge hatte er seinem Bruder und Erben David Seckel hinterlassen, der sie im Sinne ihre) Gründer) 1772 der Geineinde als Eigentum hinterliest. Sie hatte sich inzwischen durch Zuzug erheblich vergrößert. 1786 tonnte sie auch einen eigenen Friedhof erwerben. Ter Friede blieb trotz der oft wenig freundlichen äußeren Verhältnisse nicht immer gewahrt. Gemeindesatzungen sollten Ordnung und Recht Herstellen, doch die Uueinialeit war nicht zu bannen. Schließlich griff die Negierung ein und schuf 1786 eine neue Verfassung. Da? Schicksal der Gemeinde ist der Spiegel der Zeit. Die Zahl der Familien wurde beschränkt und begrenzt. Da?. 'Markgrafentum Bayreuth hatte inzlvischen mehrfach feine Herr- >. scher gewechselt. Es kam an Preußen, dann all Frankreich, bi? es 1810 an Bayern siel. Das Religionsedikt von 1813 iiuitbc die Verfassung der bayerischen und damit der Bahreuther Juden. Kabbi'nor Pr. Salomon, Bayreuth. Cjfinüüisrnt dt. SJrSl <5 Sake all Am 27. März feiert Sanitätsrat Dr. Sigmund Weil, Stuttgart, ein langjährige) Mitglied de) C.-V.. seinen 75. Geburtstag. Sanitätsrat Dr. Signnind Weil ist gebürtiger .Württemberger. Vor wenigen Blonaten, am 7. Juli 1934, feierte er sein vchähriges. goldenes Doktorjnbiläum. Au) diesem Anlast erneuerte die medizinische Fakultät der Universität 'München sein Doktordiplom mit ehrendem Begleitschreiben de) Dekan) der medizinischen Fakultät München. Jur Weltkrieg leitete Sanitätsrat Weil eine Abteilung de) Militärlazaretts Falkertschule in Stuttgart als Oberstabsarzt. Sanitätsrat Weil ist Ehrenmitglied der Israelitischen Waisen- und Erziehungsanstalt Wilhelmspflege in Eßlingen und Ehrenmitglied de) Israelitischen Krankenuiiterstützungsvereins in Stuttgart. Er war mehrere Jahre, bi) 1929, im Ausschuß de) Stuttgarter Israelitischen Gemeindevorsteheramte) tätig und setzte sich in dieser Tätigkeit besonder) für die Fürsorgearbeit der Gemeinde ein. Glückwunsch an Scmüärsral Dr. Schlesinger Ein treuer Freund de) Eentralverein), ein stolzer, aufrechter Jude, ein nmrmherziger. edler Mensch feiert am 24. 'März da) Fest der goldenen Hochzeit: e>5 ist Sauität)rat Tr. Schlesinger in Oppeln. Wer dem Jubilar je im besten begegnet ist. wer ihn in seiner jüdiseiien Tätigkeit al? EBer. 'Mitbegründer des Jüdisch-Liberalen Verein), in seinen', jahrzehntelangen Wirken al) Vorsteher der Synagogengemeinde. deren Ehrenpräsident er Pjeutc ist, keuneulerute. der rveiß, das; e) sich um eine Persönlichkeit besvndereit Forutal) haitdelt. Wer ihm aber darüber hinan) al) Arzt uitd al) Mensch nahesteheu durfte, der feiert — ob nah oder fern — mit herzlichen, liebenden Wünschen Ni) frohe Familienfest mit ihm uitd der Gefährtin seine) Leben). Sanitätsrat Tr. Schlesinger hat sich tveit über den -Urei) seiner persönlichen und seiner jüdischen Freunde hinaus einen Namen geschaffen: bei Aeginn de) Weltkriege) organisierte er sofort da) gesautte Lazarettweseu seiner -Heimatstadt Oppeln, und er betreute e) bi) zum Ende de) .Uriege). Er erhielt da) Eiserne Kreuz au: tveisteu Baude ilud wurde bei Anwesenheit de) Reichsprösideuten Hiudeuburg von diesen! durch besondere Ansprache ausgezeichnet. , Wir wünschen dein ausgezeichneten Manne und seiner Gattin noch viele Jahre persötilichen und familiären Glücke-:, und ungebrochener Tatkraft für seine Gemeinschaft. Asses Kaufmann (STcftl) gestorben Mit Joses Kaufmann (Kehlt, der am 15. März im 73. Jahre eine) arbeitsreichen Leben) starb, hat da-? badische Indelttnm einen seiner besten Söhne verloren. Al) Seniorchef der Futtermittelwerke Michael Kaufmann Söhne und al? treuer Sohn des Hanauer Landes mit Wirtschaft und Landschaft seiner geliebten badischen Heirnat eng verwurzelt, verstand er e) in hohem Maße, sich die Achtung und Wertschätzung seiner Mitbürger zu erringen, für deren Wohl er al) Stadtverordneter und Bezirksrat segensreich tvirkte. Ganz besondere Berdlenste erwarb sich der Heimgegangene um die Sache seiner Glaubensgemeinschaft und um die badische Laudessyuagoge, deren Synode ihn zu ihren tatkräftigsten und bewährtesten 'Mitarbeitern zählte. Die Ortsgruppe de? Centralvereins leitete er seit ihrer Gründung als Vorsitzender, und sein kluger Rat und der Zauber seiner starken Persönlichkeit verschafften ihm auch hier weit über die engere Heimat hinan), Achtung und Ansehen. Für den Eentral-Verein entbot bei der Beisetznngsseier der Vorsitzende des badischen Landesverbände), Rechtsanwalt Hugo Stein (Karlsruhe) dem unvergeßlichen Mitarbeiter und Freund Dank und Abschiedsgruß. Frier in Wegnitz Der Ncligiös'liberale Verein der Synagogengemeinde zu' Liegnitz und die Ortsgruppe des Bunde) deutschst üdischer Jugend, die an) dem alten ..Ili" hervorgcgangen ist. begingen am 16. und 17. März gemeinsam da) Fest ihre) 20jährigen Bestehens. Ein Begrnßnngsabend vereint«? die zahlreichen Gäste au) Schlesien, Sachsen unt> Berlin und bildete den Auftakt zu der würdigen Feier des folgenden Tage), die zugleich dem Andenken der im Weltkrieg gefallenen Helden galt. Im Mittelpunkt der von Orgelmusik und den Gesängen Susanne Steins umrahmten Feierstunde stand die Festrede de) Vorsitzenden des Liegnitzcr Religiös-liberalen Verein). Dr. Walter S ch eher. Vertreter vieler jüdischer Institutionen und Organisationen brachten dem Religiösliberalen Verein und der Bundesgrnppe Gruß und Glückwmtsch: unter ihnen sprach für den Central-Verein Dr. Kurt Julius R i e g n e r. Am Nachmittag fand eine Arbeitsgemeinschaft statt, in der Franz R o s c n t h a I (Breslau) und Rcchtsailwalt Dr. Heinrich Stern (Berlin) über die Fragen der' jüdischen Jugend und der jüdischen Gemeinden referierten. -As den Familien Frau D. Elcsstitann (Köln) wurde am 6. März 80 Jahre alt. — Wilhelm Feilchcnfcld (Berlin) feierte am 17. März seinen 75. Geburtstag. — Frau Auguste Lcwinsti gcb. Alexander (Berlin) wird am 22. März 75 Jahre alt. — Frau Jenny Feige (Benthen. Oberschlesicn) begeht am 23. März ihren 75. Geburtstag. — I. L e s ch z i n e r (Zeitz), Gcineindevvrsteher und Vorstandsmitglied der Ortsgruppe de? C.-V.. feiert am 24. März seinen 70. Geburtstag. — David Lew in (Schmargendorf) vollendet aill 26. März sein 75. Lebensjahr. — Frau Fanny K a tz (Kassel) begeht am 26. März ihren 70. Geburtstag. Breslau: 24. März. 20 Uhr: 6cf)uhcrt«-<?Uicnb bps Gcrstmannschen Fraiicnchors. Vercinshaus Äürassierstraße. Frankfurt a. M.: 25. März. -20 Uhr 30 Min.: GcsMäiast für jlldische Volks, dildmig. Lriniierungpn an BrrUiold Auerbach. Alfred Ancebach reutierr. Borlragssaal, Unteclindau 2t. 28. März. 20 Uhr: Unllurbiiiid deutscher Juden AhclniWnln.- VI. Orcheslrrkonzert des ftiiIfucbint5ord)ff(rr3. „Amabnth Katode sch" von eirnest Bloch. Wcstend» ^>v>c>itugp, Fecihrre vom Steiii-Strallc. Kulturbund Rhein-Ruhr: ,,Wao ihr molll": 21. Mitr,. 2«, Uhr 13 Min.: Nöln. Wcitzcr Saal der Bürger. vPiUlschoft. 23. März. 20 Uhr 80 Min.: Ärcfcld: Theatersaal der Stady».- 20. üitärz. 20 Uhr 30 Min.: Aachen: Ncnts Kurhaus. 27. März, 20 Uhr 80 Min.: AccUinghousen: Jüdisches DeineindPhons. 28. März. 20 Uhr 80 Min.: Kclsenkirchcn: Loge. 80. und 31. März, 20 Uhr 30 Min.: Essen: Gcnicindchaus. EchaSlnrifter AiemzeAllsÄ erstorben Aus Kopenhagen kommt die Nachricht, daß der hochbegabte bedeutende Schachmeister Aron Niemzowitsch dort im Krankenhaus an einer Lungenkrankheit, 48 Jahre alt, gestorben ist. Er stammt au) Riga. Schon früh lvurdc sein großes VM + W*' Schachaufgabe Rr. 31 von Max Wiener (Wittenberg). Matt in vier Zügen \Va\ss: Ke3, Del. Tdl, Lgl, Ba4, <34, eö (7) Schwarz: Kf3, Bg2 (2) ¥ Lösung der Ausgabe Nr. 30: 1. b7—b8 S! Zupzwan?. Kf2—gl; 2. SfG—g4 usw. Kf2—cl; 2. Sf6—e4 usw. ..... Kf2Xe3; 2. Sf6—e4 usw. .Kf2Xg3; 2. Dhö—e2 (fl) usw. Ter Bauer kann sich) nur in einen Springer verwandeln, da Schwarz sonst nach dem 2. Zuge von Weiß patt ist, und zwar cutivedcr auf g 1 oder c 3. V Richtige Lösungen gingen ein Von: A. Baronowitt. Han) Cohn. Dr. med. Han) t^old- * mann (Berlin), Michael Levy (Krefeld), Hans Slcin- -bcrgcr (Bayreuth). Tr. med. Hermann Löb (Bochum), Siegmrind Austerlitz (Gießen), Adolf Landau (Wolscn, Krei) Bitterfeld), Iustizrat M. Hvslcin (Bamberg). A. Lvcweustcin (t6rcvenbroich). Grich Rubcusohn (Hildesheim), Mar Wiener (Wittcuberg). Leopold Alehrländer (Konstadt). Gottfried Gumbol^ (Stuttgart). Tr. med. Erich Kaufmann (Elsen), tsanitäts« rat Tr. S. Tomke (Berlin). Weitere richtige Lösirngen von Nr. 29 gingen ein von: Tr. web. Hans Golbmann kBerlin), Dr. med. Roscnberg (Pforcheim), Lothar Wendrincr, Leopold Mchrlänbcr (Konstabt). Schachbrirskasten. H. L. (Vurgkr,nstadt). Unsere Zeitung nürb auch im 'Ausland gelesen. — Justizrat M. H. (Bamberg). Besten Tank für den Treizüger, der in Betracht kommt. » Das i n t e r n a t i o n a l e Schachturnier in Moskau ist inzioischeu beendet worden. Tie Preisträger — welche übrigens, außer Eapablanca und Nomanowski. Juden sind — sind folgende: 1. und 2. Preis geteilt zwischen Lotwinnik und' Flohr. je 13 Punkte. 3. Laster 12^, 1. Eapablanca 12. 5. Spielmann 11, 6. Löwenfisch 10'7, 7.-9. Kan, Lilientlial, Nomanowski je 10. — Es folgen dann! Alatorzcw. Godkitze, Ragoiin. Rabinowitfch. Rjumiil je 9':. Lisihin 9. Stahlberg %'A. Bogalirtschuk 8, Pirc Tl-j, Tschechoiocr b'/~, AI iß Mcnschil \'v. Tie Sensation des Turniers war zweifellos dei! frühere Schachwcltmeister Tr. Einanuck Laster. Eü l,at (außer ihm nur Flol,r) leine einzige Partie vcr, Ivren. und das ist bei feinem Alter von bald 07 Jahren eine einzig dastehende und bcwnnderns» werte Leistung. Schachtaleut bekannt, seinen ersten Ruhm errang er als LOjähriger im großen Ostender Turnic? 1907, wo er mit Mieses den 3. und 4. Preis teilte, dicht hinter Bernstein und Rubinstein. Seitdem war er Preisträger in vielen internationalen Schachturnieren und konnte sich zeitweilig nicht mit Unrecht al) ein Anwärter ans die Weltmeisterschaft betrachten. Sein letzter großer Erfolg wa< der 1. Preis im Berliner Jubiläums-Tnrnice 1927 vor Bogoljubow.?. R. SiUü EÄWtnis vL» MO DÄMM Joseph Telmont ist zur Ruhe eiugegangen. Es war still geworden um ihn. Er sehnte sich nach der Arbeit, die er genau so unendlich liebte wie den Erfolg. Welch ein eigenartiges Leben hat dieser Mann doch hinter sich! Vor Jahren lernten wir uns keimen. Er ivar damals ein vielbeschäftigter Regisseur und brauchte für seinen Film, der über die Lüge de) 'stitnalmorde) Ausllärniig geben sollte. > Eharalteristila eiues hüdischen 'Milieu): nicht etwa eine) häuslichen, sondern eine) Gotteshauses. Der- Film kain heran-? lind durcheilte die ganze Welt.- Delmout selbst aber behielt Iuteressc für alle),, was mit Juden und Judentum zusammenhängt. Jahre war ich mit ihm befreundet, ehe ich erfuhr. daß er katholischen Glauben) war. In der üriegszeit bekam er die stärkste Vcrbindnng mit dem ostjndischen Schicksal. Damals erwachte in ihm der Plan, ein groß angelegtes. Buch 'über dieses Schicksal zu schreiben. Später' fand der Plan in dem Roman „Juden in Ketten",- der in vielen tausend Exemplaren verbreitet lvurde, seine Verwirtlichung. Einer österreichischen Bauernfamilie entstammeud wuchs Telmont in Artistenlreisen ans. In frühester Kindheit bereit? sah man ihn auf dem/ Seil hcrmnturnen. Ein schwerer Unfall machte dieser Karriere ein Ende. Dann ging der. Weg' zum Zirkus. Delmout wurde Tierbändiger, schlug und .biß sich mit Raubtieren furchtlos Iierum. -- Dieses sonst so gütige Auge konnte stahlhart werden, .wenn er seine wilden Tiere im' Zaum hielt. Und ivie liebte er sie! Mit welcher' Begeisterung konnte er von Tieren sprechen, die ihm ungleich wertvoller als Manischen erschienen.. Das erfuhr man so recht ans seinen zahllosen schriftstellerischen Bekenntnissen. Die Schriftstellerlaufbahn war die letzte seines Leben). Dickleibige Bücher, kurz hingeivorsene Zeitungsskizzen - wechselten in bunter Folge. Die'kleinste Episodeseines Leben? fand ihre Reminiszenz, nicht etwa, insensationeller Aufmachung^ sondern schlicht und natürlich niedergeschriebcn. . Delmout hatte stärkstes Interesse für alles, was mit d(m Judentum zusammenhängt. Wenn der Tvd ihm-nicht die Feder au? der Hand genommen bäte, er hatte auch lvoiterhin dem jüdischen Schicksal mit seinen großen schriftstellerischen Gaben gedient. Sein letzte? Asyl wurde Pistyan. Dort lebte er: mit' seiner klugen^ blonden Frau, utuaB« lässig weiter arbeitend. Noch im letzten Sommer entwickelte er mir seine Pläne, in denen die jüdische Frage keine geringe Rolle spielte. Nur mntlos war er geworden, still und mutlos. Bisweilen leuchtete noch fein uubersiegter Humor ans. Doch ein Ahnen der Erfüllung seine) Schicksals lag über ihm. Um diesen Ehristcn Joseph Delmout' sollen auch Juden trauern. Maguus Davidsohn. In K ö l n iverden sich am .14. April -Shlli agogengemcindc und Jüdisches Lchrhaus zu einem gemeinsamen Festakt vereinigen. Da) . Hauptreserat des Präsidenten der Reichsvcrtrctung^ Dr. Leo Baeck wird von Ansprachen der Ge-, meindcrabbincr Dr. Kober und Dr. Räson- -t h a l umrahmt. Die .Kölner jüdische Ehorvercinignng unter ihrem Dirigenten Kurt Heiuenifliin wird den musikalischen Teil der. Feier bestreiten. * Rabbiner Dr. Armand K a m inka . der ■ Leiter de). Wiener Maimonidcs-Jnstitnts, wurde von der spanischen Regierung eingeladen, an den offiziellen Feiern in Eordova tellznnehincn. Dr. Armand wird im Nahmen der Festlichkeiten, einen Vortrag halten. ch- . Im Jboro-amerikanischcn Jnsiitilt iii- Dia«' drid hielt Olga Briceüo einen Vortrag über- Maimonides. In den nächsten Wochen, folgen Referate von Francisco Vera: „Maimonides und die Mathematik des 12. Jahrhunderts". Don Pedro de Repide: „Maimonides. ein spanischer Weiser". Dr. Garcia bei Real: „Maimonides, der Philosoph und Mediziner", Dr.-Fernandez Alcaldo: ' „Tie Forschung des Maimonides und .die -Arznei-.. Wissenschaft". — Bei 'der großen Feier am 23. März, die unter dem Protektorat der spani- ' schon Regierung steht und -von -den verschiedenen Fakultäten der. Universität veranstaltet wird, sind al? Referenten vorgesehen: Don Moifes H.'Arancot, Don 'Jgnacio Bauer und Don Cristobal de Castro. . - # , Das Zentralkomitee für die Feier des 800. Geburtstages Maimonides kündigt Veranstaltungen in allen Teilen der Vereinigten.Staaten am 14. April an. , Zahlreiche amerikanische Universitäten, darunter auch die Columbia-Univcrfiiät - und die' Äale-Universität, werdenbesondere Feiern abtzalteg. - Der dritte von der Gemeinde Frankfurt a. d. O. veranstaltete Kulturabend brachte ein volkstürnliches Konzert. Ten instrumentalen Teil bestritten Kapellmeistcr S e g a l I. Klavier (Berlin), und der Cellist Paul Blumenfeld (Berlin), die sich, im gemein-' samen Musizieren mit der durch Klarheit de) Aufhcme) und '4'>erinrierlichmig de? Gefühlsgehaltes fesselnden Wiedergabe der Cello-Lvnate von; . Beethoven, op. 5, bewährten. Solistisch wußte-der Pianist al? .geschmackvoller C'hvpin-Spieler zu gefallen, während der Cellist besonders durch die vcwelle Tongcbnng in Bruchs KonzertbearbeiLnng T\öl nidr'e Beifall gewann. Bon den von Ilse N e.u ma rk (Fronksu'rt a. d. O.) und Tr. Walter-... Fricdländcr (Berlin) dargebotenen vokalen. Sckppfnngen machten die jiddischen und hebräischen. Lieder den bei weitem stärlsten Eindruck. ' D. Dela L i p i n s t a j a entzückte mit neuen. Nummern und ihren erprobten Schlagern, wie ilnmer Pointensichcr, lvitzig und strahlend, ihr Pulilikum in Frankfurt a. M.; es hätte sich er-, übrigt, ihr große), abivechsluugsreiche) Programmnoch durch mehrere Ouvertüren (Orchesterleitung: Max Neumann) und Solonummern auszuweiten. Else R h p i n s k i erwies sich als ausgezeichnete Harfenistin, und Charlotte Massen--' bürg.sang mit angenehmem, tragendem Alt meh.' rere Opernarien. Auch in Darmstadt hatte Dela- Lipinskaja gewaltigen Erfolg. Die Stärke und Vielfältigkeit ihrer unerhört reichen Ausdrucksflala erlaubt ihr, den weiten Raum zwischen grotesker Komik und erschütterndster Tragik. zu dnrchmesscn. Im Mannheimer „Liederkranz" gab - Dela Lipinskaja, die dank der Einmaligkeit ihrer. j Kunst und des Charmes ihrer Persönlichkeit: ' jubelnden Beifall auslöste, einen. Abend. Jedes ' Wort klingt zu trocken, zu banal, das man über ' die Kunst einer-Dela Lipinskaja zu sagen hätte;' viele Hunderte ließen sich von dem Charme der berühmt gewordenen Diseuse anlocken und überfluteten geradezu die Säle, die dem Kulturbund Nhein-Ruhr zur Verfügung gestellt wurden. Wie immer flogen ihr die Herzen zu. Jede ihrer ..Nummern^ bildet ein Meisterstück. ' Walter' La j ta i -La z a r u 3, der einen Teil der Darbietungen mit Geschniack und Geschick begleitete, bewährte, sich als Pianist von Rang. - Es regnete . Zugaben. Der Vortragsabend fand in Köln, Aachen, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, .Krefeld, Merttinghausea und Wuppertal statt. Paula L i n d b e r g hat eine sehr erfolgreiche Tournee in der Schweiz beendet. Tie Presse hebt die Schönheit ihrer Alistimmö wie die Vielseitigkeit ihres Repertoires besonders anerkennend hervor. Herta G l ü ck m a n n. Breslau, fand auf ihrer' letzten Hollandtonrnee mit dem Haager Residentie - Orchester begeisterte Aufnahme bei Pnblikiiin und Prest'e. Auf Grimd der Erfolge lvurde die Künstlerin zu weiteren Konzerten verpflichtet. . Tie Sopranistin Bettina Feitler (Frankfurt a. M.) sang im Baseler Rundfunk und im Konservatorium Basel mit großem Erfolg. * - Ter Kulturbund deutscher Juden, Bezirk Rhein- Main, Frankfurt a. M., kann am 1. April auf sein erstes Dereinsjahr zurückblickeu. 75 Orchester-' und Kammermusikabende konnten in 30 jüdischen Gemeinden de) weiteren Frankfurter Bezirk) veranstaltet werden: sie fanden überall ein gute), vielfach ein b/geisterte) Echo. Man will versuchen.' die Nlitgliedcrzahl durch Lcrtragsscnlung wesentlich zu vergrößern. Jedenfalls kann die Leitung des Kulturbundes betonen, daß sie ihr hochwertige) küristlerische) Prograuun im wesentlichen voll durchgesührt hat. und daß c) ihr mit Hilse eines Zuschusses der Gemeinde gelungen ist. ihren Etat ausgeglichen zu haben. Die Klangkuktur des Orchester), dem zahlreiche auch solistisch hervortretende Musiker augehören, hat sich, zumal bei den Bläsern merklich gehoben. Mit Recht stellt der künstlerische Leiter Hans Wilhelm Steinberg die Forderung nach einem künstlerisch hochwertigen Niveau allem voran: auch bei voller Durchführung dieses Prinzips wird es ihm in Zukunft sicher, möglich fein, gerade auch Frankfurter Solisten.noch mehr heranznziehen. Inden kommenden Monaten soll u. a. die Uraufführung eines jüdischen -Schauspiels erfolgen und die heitere Musik etwas stärker berücksichtigt werden. Bei den reichen Beständen, die der Frankfurter Privat besitz aüstveist. wird sicher die gemeinsam mit dem Central"Verein. den drei Frankfurter U.-B.-B.-Logen und der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmälcr ge- - plante 3)l ß x - Lieberrnann - Ausstellung ein Erfolg werden und das reiche Schaffen des dahlngegangenen großen Künstlers vollgültig veravschcmlicheu... -