Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 11 (14.3.1935)
- Date
- 1935-03-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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V»ä^ ijk&kjf ijjrvvU *srv$ wy^^W *i/vL»' V!. Memsek Dänemark ist das südlichste. abev am dichtesten bevölkerte der drei nordeurvpäischen Königreiche. Seine .3 550 000 Einwohner sind zu 99 Prozents evangelischer Konfession. Nach dem Stande der' Nachkriegszählung von 1921 lebten in diesem Jahr nur rund 6000 Juden in Dänemark, eine Zahl die auch durch die Auswanderung deutscher Juden nori) den Ereignissen des Jahres 1933 in der (Gegenwart nur ans etwa 7000 nngewachsen sein wird. Prozentual ist der jüdische Bevölkerungsfcvl in Dänemark größer als in den beiden skandinavischcn Aionarchicn, er beträgt 0,17 Prozent, deutlicher ausgedrückt heißt dos. daß unter 10000 Einwohnern Dänemarks 17 zurjüdischenGlaubensgemeinschaft gehören. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die ersten Zahlen von Juden in Dänemark: in dieser Zeit kamen portugiesische Juden auf dem Wege über Hamburg in das Land, um sich dort niederzulassen. Zwei Jahrhunderte etwa sind vergangen, und eine Statistik des Jahres 13-10 weist eine Zahl von 3850 Juden in Dänemark aus, von denen bereits mehr als die Hälfte in der Hauptstadt Kopenhagen und etwa 40 Prozent in Provinzstädten und auf dem Dorfe leben. An der Jahrhimdertwende finden wir eine Zahl von 3500 Juden im Königreiche, von ihnen leben bereits über 3000 in Kopenhagen. Diese Zahl erhöht pd) dann durch E i n w a n d e r u n. g r u s s i s ch c t Juden. 1911 ist sie aus 5290 gestiegen, und 1921 ist die südijche Bevölkerung weiter auf 5905 Köpfe angewachscn, von denen mehr als 90 Prozent in Kopenhagen konzentriert sind. Wie kaum in einem iinbcuu Lande haben sich die dänischen Juden in der Landeshauptstadt und zugleich der einzigen Großstadt niedergelassen. Das kleine Häuflein von Juden. die nvch zu Anfang des 70. Jahrhunderts in Kleinstädten und Marktstecken il)r Brot fanden, ist znsammcngescknnolzen: nach dem Kriege lebten außerhalb der Großstadt mir noch 150 Inder, in Provinzslädten und etwa 300 ans dem stachen Lande. Aber es ist bezeichn nend. daß selbst diese wenigen jüdischen Familien Dänemarks, die nicht in Kopenhagen wohnen, l'i b c t das ganze d ä nische Land bet« st reut sind' die Statistik weist sie in den s ä m 111 di c n 2 2 Vorhände n e n A m ts - kreisen des Königreichs aus, wenn auch in dem einen oder anderen nur zlvei oder drei südische Famliien Arbeit und Brot finden. Ein Gemeinde- Zusammenschluß besteht außer in Kopenhagen nur noch in A anders, einem -Vasen an der Nordvstküste Dänemarks, unweit des Kattegat. Für Dänemark wie für die anderen nordischen Staaten ist die enge kulturelle, soziale und wirts ch östliche B e r k n ii p f u n g mit der U in >velt für die Juden charakteristisch. Das drückt sich auch in der Zahl der Mischehen ans. die außerordentlich hoch ist. Schon zu Beginn des Jahrhunderts war fast in einem Drittel aller von Juden geschlossenen Ehen der Ehepartner protestantischen Glaubens. Diese Entwicklung insbesondere führt dazu, daß der Kreis der alteingesessenen Inder, Dänemarks immer enger wird und der jüdische Sektor des Landes fast allein durch die russischen Flüchtlinge sich in seiner Quantität erhalten bzw. ein wenig vergrößern konnte. Als Beweis hierfür dient die statistisch belegte Tatsache, daß die Zahl der russischeu Juden Kopenhagens im Jahre 1905 etlva 250 Köpfe unter den 3'2O0 Juden der Stadt betrug, während sie 1921 bereits etwa auf die Hälfte der über 5500köpfigen Kopenhagener Gemeinde gestiegen ist. was den absoluten Rückgang der Zahl der einhei,nischen dänischen Juden erkennen lässt. Troß der jüdijchcn Frauenverluste durch Mischehen und der die Serualproportion einer Bevölkerungsgrnppc beeinflussenden Einwanderung weist die dänische Jndcnheit einen Frauenüberschuß aus. Er ist aus den genannten Gründen jedoch erheblich geringer als bet der übrigen Bevölkerung Dänemarks. In Personalunion mit Dänemar? verbunden ist das K ö n i g r e i ch I s l a n d in der letzten Konsessionsstatiftik der Vorkriegszeit (1910) stnd keine Menschen jüdischen Glaubens auf Island festgestellt worden. Leider existieren für die Nachkriegszeit keine neuen Feststellungen, doch, ist nicht ausgeschlossen, daß in den vergangenen 25 Jahren auch einige Juden sich ans der Insel niedergelassen haben. In neuester Zeit hält der Hilfsverein der deutschen Juden nach von ihm cingcholtcn Juformationen eine gewisse S i e d l u n g s Möglichkeit junger, landwirtschaftlich v o r g e b i l d e t e r Inden auf Island für gegeben. So nstrd die im Flusse befindliche Wanderbewcgung der - mitteleuropäischen Juden vielleicht auch in dieses nördliche Jusetland jüdische Menschen verpflanzen und die Zahl der jüdischen, Splitter auf der Erde wieder um einen vermehren. ' Dr. E. R—z. * (Nachdruck verbotenst M u W / Reue Ergebnisse der letzten LölMählong Die allgemeinen konfessionsstatistischen Ergebnisse der Volkszählung vom 16. Juni 1933 stnd hinsichtlich der jüdischen Bevölkerung an dieser Stelle schon vor niehreren Monaten ausführlich behandelt worden. lBgl. dazu die Aussätze „Weniger als eine halbe Million'" in Nr. 43 vom 25. Oktober 1934 und „Wo wohnen die deutschen Inden?" in Nr. 44 vom 1. November 1934.) Dabei spielten neben der geographischen Verteilungdie leitenden Gesichtspunkte des Rückganges der jüdischen Bevölkerungs- Ziffer und der Betrachtung der Ursachen und der Behebung dieser Entwicklung die wesentlichste Rolle. Eine neue amtliche Berösseutlichung („Wirtschaft und Statistik". 2. Februarheft 1935. herausgcgeben vom Statistischen Reichsaintst beschäftigt sich vornehmlich init der weiteren Verstärkung des großstädtischen Elements unter den Juden und ihrer zunehmenden Konzentration an wenigen Stellen. Festziihalten ist. daß im ganzen 4 99 582 deuts ch c I nde it, d. h. Glaubenssuden, gezählt wurden. Sic wachen — was man den Reichsdnrchschnitt nennt — 0,77 v. H. der Gesamtbcvölkerung Konzentrierung in den Großstädten. Die Zusaimnenballung jüdischer Massen in den Großstädten ist bekanntlich keine Erscheinung der jüngsten Zeit. Die Zohll der großstädtischen Juden hat sich zwischen 1871 und 1925 verfünffacht. 1871 wohnte etwa ein Fünftel aller Juden innerhalb der heutigen Reichsgrenzen in Großstädten, 1900 fast die Halste; 1925 waren cs zwei Drittel und 1933 sogar 70.6 v. H. Dieser Zunahme der absoluten Zahl steht ein andauerndes Sinken der Antcilszisser gegenüber, die das Verhältnis zur Zahl der Gesamtbevöllerung ansdrückt. ' In den 52 Großstädten des Deutschen Reiches wohnten 193.3 rund 354 000 Juden, d. h. sieben Zehntel ihrer Gesamtzahl. Die Antcilsgnotc der großstädtischen Juden an der Gesamtbevolkerung beträgt 1,79 v. H. Berlin nimmt mich wie vor die absolut überragende Stelle ein: niit über 160000 oder 32,1 v. H. aller in Deutschland wohnenden Juden «gegenüber :>0.«> v. H. bei der Zählung im Jahre 1925) marschiert die Reichs- Hauptstadt an der Spitze. Erst in größeren Abständen folgen F r a u k f u r t a. M. mit rund 26 200 (4.7 v. H.i. Breslau mit 20 '200 (3/2 v. Hst. Hamburg mit 16900 (1,5 v. Hst. Köln mit 14 800 (2.0 v. Hst und Leipzig mit N61X1 (1.6 v. Hst. Allein Berlin und diese fünf Großgemeinden beherbergen die H ä l f t e d e r Gesamtzahl der deutschen 7g,den. Bemerkenswert ist dabei, daß bei der Betrachtung des prozentualen Verhältnisses der jüdischen zur Gesamstbevölterung Frankfurta. All. mit 4.7 v. H. an erster Stelle steht, während dann erst Berlin mit 3,8 v. H. folgt.. Neben Breslau weist noch Beuthen (O.-Sst einen Anteilsatz der südischei, Bevöllerung von 3,2 v. H. auf. Bon den deutschen Großstädten haben außer Köln noch Mannhein, (2,3 v. Hst, Würzburg (2,1 v. Hst, Karlsruhe (2,«)v. Hst, Nürnberg und Mainz (je 1.8 v. Hst einen Anteilssatz von. über 1.8 v. H. Bon den Großstädten verzeichnen Remscheid (0,3 v. Hst, Kiel und Solingen (mit je 0,2 v. Hst den geringsten jüdischeu Bevölkerungsantcil. Juden in den deutschen Mittclgemeindcn. Zwei Vorbemerkungen: Mittelgi'incindcn im Sinne von Konnnunen sind Städte zwischen 10 000 und 100 001) Einwohnern. Jüdische Großgemeinden sind .Uicktusgcmeinden mitmehr als 1000 Juden. In einigen mittleren deutschen Städten bestehen jüdische Großgemeinden, so z. B. in Fürth, wo nach den Angaben der aintlichen Veröffentlichung bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die zahlenmäßig führende südische Gcineinde Frankens bzw. Baherns überhaupt war. Ein. weit über dem Reichsdurchschnitt liegender Bevöllerungsanteil ist. ferner in Fulda, Bruchsal, Landau, Bingen, Eschwege und Kitzingen sestzustellen. Die Klcinstodtjuden. Der Anteil der Juden an der Bevölkerung in den Kommunen zwischen 2000 und 10 000 Einwohnern beträgt in, Reichsdurchschnitt 0.2 v. H. Die stärksten Verbreitungsgebiete der Kleinstadtjuden - sind die preußische Provinz H c s s e n - N a s s a u und das Land H es s e n. In diesen Bezirken wohnte 19:13 über ein Viertel aller kleinstädtischen Juden. Dann folgen benachbarte Gebiete ach Rhein und Main, Gegenden ältester Niederlassung deutscher Juden. Ter Osten spielt in diese», Zusammenhang seit der Abtretung von Posen, Westpreußen und Teilen Oberschlesiens keine wesentliche Nolle mehr. Ausgenommen hiervon ist die Grenzmark, in der immerhin der Anteil an der Kleinstodthevölkerung noch 0,7 v. H. beträgt. Im übrigen Reich ' liegt er fast durchweg unter dieser Zahl. In Nord- Westdeutschland, Nord- und Mitteldeutschland ist der Abstrom der Kleinstadtjuden größer als in den viel älteren jüdischen Niederlassungsgebieten um Rhein, Main und Neckar. In einigen norddeutschen Ländern sind die Kleinstadtjuden heute nahezu verschwunden. - Rückgang gegenüber 1925. Es ist schon früher festgestellt und näher crläutert worden, daß sich die Zahl der Inden in Deutschland gegenüber 192-5 um säst 65 000 verringert bat. Tie neue amtliche Veröffentlichung bemerkt hierzu, daß damit die Zahl der Juden zum ersten Mal seit der Emanzrpat i o n von rund 120 Jahren , m g a n z e n z u » rückgegangen ist. Dieser Rückgang ergebe sich im wesentlichen aus den, Ileberschuß der Zahl der Sti-rbefälle über die Zahl der Geburten. den Am-, lvittc, und der Abwaiidcrii-.ig von Inden i»r Anschluß an die Neuordnung der politischen Verhältniste. An den, Rückgang sind die Groß-, Mittelnnd Kleinstädte ü, gleichem Maße, mit etwa je -20 000 beteiligt. Ta? bedeutet, im einzelnen betrachtet, eine verhältnismäßig starke Schrumpfung der südischen Gemeinden in den Mittel- und Kleinstädten. während der Abgang in den Großstädten relativ gering ist. Dadurch hat sich selbstverständlich der Anteil der Großstadtjuden an'der Eesamtzahl aller Juden erhöht. Die hier wiedergcgebenen Zahlen gehen aus 1933 zurück, tönncr, also keinen Anspruch darauf ' machen, ein getreues Spiegelbild des gegenwärtigen Status zu gebe«,. Sie inüssen in erster Reihe als richtungsweisende Anhaltspunkte betrachtet und gewertet werden. E. G. L. Bad Annes Tie Synagoge in Bad Honnef wurde erbrochcn und mit Unrat besudelt. Gebetsbücher mur. den zerrissen, ein Thoramantel und die Armenbüchse gestohlen. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. Beurlaubung denAngestelllen unäSir&äittm für die Zwecke der Leideserziclumg Iw Reichsgesetzhs.ckt vom 20. Februar 19-6. j-t das Gesetz über die Beurlaubung von Angeileillcn und 'Arbeiten für Zwecke der Leibeserziehung vom 15. Februar 1935 verkündet worden. Zu, ihn, wirb Arbeitern und Angestellten die Möglichkeit gc. währt, an einem von, Reichs,ninistcr des Innern, oder einer von ihn, bestirnmtei, Stelle anerkannt» Lehrgang für Leibesübungen tcilznnehinen. ohne daß sie Gefahr kaufen', ihm, '.'Irbeitsplatz zu verliere». Deshalb wird öesiimml. daß jeder im Reichsgebiet beschäftigte boutfeTje mänuliche Arbeiter und Angestellte aus seinen An. trag — mit dem eine. Bescheinigung der zuständigen stelle über die Anerkennung"des Lehrganges sowie die schriftliche Zulassung zur Teilnahme an diesem Lehrgang vorznlegcn ist — zur Teilnahme an solchem Lehrgang zu beurlauben ist. Der Urlaub zur Teilnahme an dein Lehrgang ist dein Arbeitnehiner außerhalb des bestimmungsgemäß ihm sonst zustehenden Urlaubs zu gewähren. Ter Arbeitnehiner darf wegen der Teilnahme an den, Lehrgang stricht gekündigt werden. er hat ober auch während der Dauer dieses Urlaubs keinen Anspruch auf Zahlung von CrnN gelt und sonstigen Bezügen. Die Regelung der Fragen der Sozialversicherug soll in, stöege der Durchführungsverordnung erfolgen. Die Zuckeressen des Arbeitgebers lverden dadurch gewahrt, daß er gegen die Beurlaubung bei einer nvch von, Reichsinnenminister zu bestimn,enden Stelle Einwendungen erheben kann, wenn ein geeigneter Ersatz für den Arbeitnehmer nicht beschafft werden kann und die Beurlaubung zu einer verhältnismäßig großen Schädigung des Betriebes fuhren. würde. Max Goldstern. Tl 5/° 'iß .lb Samaiorie. - tüsiir&lUiiW* äl&UbU <ui«U ÜUhB'ViÄ, W*/ 0. H. - : vorm. Frau Kcler.a Meyer Hagenstrsr.se 39-47 l Telefon: H9 Schmargendorf 7751 hat. in srinem Betriebe die folgenden Aenderungen vorgenommen: 1, Erhebliche Herabsetzung: der Freise. auf Wunsch: Pauschala bin ach n ngen. 2. Streng lilin,solle ärztliche Versorgung der Kranket). 8. Modernisierung der F.leciro - Hydrotherapie Röntgenuntersuchungen. Diathermie, Kurzwellen, Grundumsatzbestimmungen. 4. Errichtung eine? Fenslonshauses für besonders Pflege- und Erholungsbedürftige zu billigen festen Monatssätzen. , Unverändert bleibt der Grundsatz, dass jeder Kranke sich von dem Arzt seiner Wahl behandeln lassen kann, ferner die als vorztigrllcti anerkannte "Verpflegung. 5\ Berlin,Um BalmiiolZoa "’S | ^el.: Bism. 8100-15. Zimmer y.W.6,-an^ , Charlotte Mockrauer Wilmersdorf, Meierottostrafle 5 gegenüber Park. Leerkornfortz., zusammenhäng. Sorgfältige Küche. Rpste Empf. Oliva. J. 2. 3415. 12-1. Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiniiiiiiniiiiüiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiiiiir; r ISIP10IESSS1 KEsJSEBEIBlSTEITTE -> IN SAD KISSINGEN E. V. Mit Abteilung Mädchengenesungsstätte für Envachsene. Anmeldungen: Nürnberg• A, JakobsSrassQ 12- Besuchen Sie laus Königsiein/Taunus das kultivierte Erholungshaus. Vornehme Pension in Mönchen nimmt Pauergäste mit und ohne erstkl. Verpflegung auf. (Auch mit eig. Möbeln) Fließ. Wasser. Zenfralb.. Telephon. Bad, beste Lage. 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