Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 11 (14.3.1935)
- Date
- 1935-03-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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MttaTi. Ihr ober standet am Ziele tmb die Flügel be§ Tores öffneten sich vor euch." Und Esther verstand die Legende, die ihr der Poet des Hofes erzählt hatte und sie war guter Dinge und zeigte dem König ein heiteres Antlitz. Der Traum aber blieb ihren Nächten von nun an fern ..« M MMZW öSs ÄS» Dem soeben erschienenen Märzhcft des „Morgen", das im Hinblick ans Purim eine zeitnahe Betrachtung „Feste und Tage" oinlcitet, gibt Leo B a e ck s Anssatz „Der jüdische Mensch" seine bestimmende »tote. In einer Zeit, die den jüdischen »Renschcn in cinenr vielfach verzerrten Bild vor die Blicke der Menschen hinstetlt und Gefahr besteht, das; auch Inden, die sich selbst nicht kennen, innerlich unsicher werden, zeichnet Baeck das Bild des jüdischen Menschen so. U'ic es 2'A Jahrtausende gestaltet haben. Nicht um der Apologie, sondern uni der Selbsterkenntnis willen wird in geistvoller Znsammcnschau die Vielfalt der Kräfte herausgearbeitet, die den Inden in feiner menschlichen Besonderheit geformt hat. Schon die geographische Lage Palästinas und die Gegensätzlichkeit seiner Natur Haber; tiefe Züge in das geistige Antlitz des Inden geprägt. Sic haben die syntpeiisehe Gabe jüdischen Geistes zur Entfaltung gebracht, die Festhalten an der partiknlärerr Eigenart mit wcltosfcner Aufgeschlossenheit verbindet, sie haben die inneren Voraussetzungen für die Möglichkeit schöpferischen jüdischen Lebens in der Diaspora geirl)<iffcn und den unverlierbaren sozialen Zug in das Wesen des jüdischen Menschen cingcgrabcu. Die äußeren Gegebenheiten lonnten aber erst ihre fruchtbare Kraft entfalten durch das Theozentrische der jüdischen Weltanschauung. die die Gesamtheit des Lebens ans Gott und sein Gebot bezieht und damit im „Tragischen" — int Gegensatz zum griechischen Inhalt dieses Bcgrisses — die Uueudlichleit menschlicher Verantwortung begreift. Tradition wird für den Inden nicht nur Verbundenheit mit dem Vergangenen, sondern znm Träger messianischcr Ge- Knßheit. Im dauernden Erleben seines Andersscin erfährt er den Sinn seiner Geschichte. Solange die jüdische Einhcitsknltnr des Mittelalters bestand, bestand auch ein im wesentlichen einheitliches Bild des jüdischen Menschen. Erst unter dem Einflns; der neuzeitlichen Säkularisierung verfiel auch der Jude auf weite Strecken hin der Snbstanzlostgleit. Die netteste Zeit hat die Möglichkeit geschossen, das; der jüdische Mensch sich wiedcrsindet. Baecls Artikel ist viel mehr als eine bloste Analyse; er ist ein Aufruf. der gehört werden muß. gerade destvegen. tveil Gefahr besteht, das; die Erschüttertmg dieser Zeit zu sehr an der Oberfläche bleibt. Hier, tvo in die letzten Tiefen unseres Seins geleuchtet, rvird. für die nur unseren Blick öffnen müssen, wollen wir tvahrhast zu uns finden, wird zugleich der Abstand deutlich zwischen dem indischen Menschen unserer Tage tind dem „jüdischen 'Menschen", wie Baeck ihn vor uns hinstellt. Eineir jüdischen Menschen, dessen Leben mehr als die Hälfte der Emanzipationsepoche des deutschen Judentums umfaßte, zeichnet Hermann G u n d e r S h e i in e r in „Mar Liebermann", der in jeder Beziehung ein Repräsentant des dctckschcn Judentums des 19. Iahchnnderts war. Wie die spezifisch deutsche Richtung innerhalb des Impressionismus geprägt zn haben seine Leistung in der Kunstgeschichte ist, so fühlte cr sich der jüdischen Wurzel seines Dasein? nicht stärker verlumben als der durchschnittliche jüdische Bürger seiner Epoche. Seine gelegentlichen Acnßerintgen über das Indenttim in den letzteit Jahren toerdcn begreiflich als Reaktion ans seine früher gelockerten Bindungen. Leo H i r s ch setzt seine Erzählung „An der Grenze" fort. Zu thrcm 250. Gcburlstaa würdigt Oskar G u t t m a n n „Bach tutd Handel" rn ihrer mnsikgeschichtlichen Bedeutung. Es ist ansschlnßreich zu erkcunen, wie Felix Mendelssohn. Siegfried Ochs und Otto Klcinpercr ein icdcr m seiner Art an einer Bach-Renaissance mitgewirkt haben. Obwohl in Einzelheiten auch andere Deutungen möglich wären, decken die Gcdanlcit Errch Rosenthals über die gesellschaftliche Bedetüung des „Viehmarltes" für den Jüdischen Bevöllerungsteil. der in ländlichen Gegenden diesem Berussztvcige angchört, bisher wenig beachtete Ztlsainntenhänge ans. Im An sch Ins; an Hermann Gcrsons Schrift „Werklente", ans der Proben mitgeteut werden, zeigt Eva R c i ch m a n n - I u n g m a n lt, wie bie jüdische Entscheidung diese Elilegrnppe innerhalb unserer Jugendbewegung. die den Lstcg ans der bürgerlichen Assimilation zur Ehaluzinth fand tind durch das letzte Ernstnehmcn ihrer jüdischeu und menschlichen Ideale die Ehrfurcht aller verdient, die Entscheidungen ans solch tiefer Verantwortung lieben, die beiden Pole Deutschland und Palästina zu neuer fruchtbarer Spanmmg kommen läßt. Gegenüber oberflächlichen Deutungen wird mit Recht Darauf Hingelviesen, daß der Weg des Bundes ein „Geschenk indischer Erneuerung aus deutsch-jüdischer Durchdringung" ist. Bemerkung'« zur Situation des amerikanischen Judentums, Worte der Erinncrnilg an Fritz Engel und I. E. Poritzkh sowie die Besprechung einer Anzahl neuem jüdischer Bücher vervollständigt das wie immer, so auch diesmal, überaus anregende Heft des „Morgen". Dr. Manfred Swarscusky. EiW KunLgrSrmg des preGMn LWöcMÄrmhes Der preußische Landesverband jüdischer Gemeinden veranstaltete im Anschluß au eine Sitzung seines Großen Rates in der Synagoge Fasanenstrafte eine außerordentlich starlbcsuchte Kundgebung. Der Vorsitzende deS Landesverbandes. Kammergerichtsrat i. R. Wolfs, führte einleitend aus: Die 'Arbeit des Landesverbandes habe trotz der Entlastung, die sie durch die Rcichsvcrtretnng der Deutschen Juden erfahren habe, an Umfang noch zugeuommen. Zunt Ansgabenkreis des Landesverbandes gehöre vor allein das Schnlwerk und der Ausgleich der Lasten zlvisehen Grvß- und Kleingcmeinden: im Zuge dieser Arbeit hatten sich der Oldcnburgische und der Thüringische Landesverband sowie die saarländischen Gemeinden dem Preußischen Landesverband angeschlossen. Rabiner Dr. Max Esche lbacher, Düsseldorf. legte eilt Bekenntnis ab zu dem jüdischen Geist, der im Dunkel der Zeit wieder zu erstrahlen beginnt. Das Judentum ist ein Fundament, nicht eilt Ornament unseres Lebens. Die jüdische Gemeinde habe deshalb neue Pflichten itnd eine neue Würde erhalten. Für die Menschen aber, die in den kleinen Gemeinden leben, einsam und abgeschieden vom lebendigen Leben der jüdischen Gesamtheit, ist der preußische Landesverband ihre Gemeinde. Seine Arbeit ist darum Arbeit an der Ztlknnft des deutschen Judentums, ' das zu sich . selbst und feiner Bestimmung znrücklchrt. Als Vertreter der in dein Landesverband neu eingegliedericn saarländischen Gemeinden, sprach der Landesrabbiner des Saarlandes, Dr. R otfi* schild, Saarbrücken. Er überbrachte Gruß und Dank der rücklehrenden Gemeinden an das deutsche Judentum, mit dem sie Sorge und Arbeit, Freude und Erfüllung gemeinsam tragen. Rechtsanwalt Dr. Alfred K I e e , Berlin, sprach abschließend über die geschichtliche Bedeutung der jüdischen Gemeinde. In der Gestalt der Gemeinden ist das Judentum seit 200» Jahren durch die Geschichte gegangen. Darum ist in unserer'Zeit Belauschter Kulturbund JNach der Ccncralprohc: Engel am Büfcll: Hinter den Kulissen: 6 Uhr: In der Garderobe; Und in der Pause: Umbau, Umbau . . ./ Zriiii n u.iifjrn ''<>» Avfrt der Nus zur Erhaltung des Judentums, der Nus zur Erhaltung der jüdischen Kleingcmeinden, deren Aufgabe es ist, die Äsen scheu, die heute znm Judentum zurücklehren, zu Stolz und Würde zu führen. Die Kundgebung wurde von musikalischen Darbietungen umrahmt. Das Orchester der Künstler- Hilfe spielte unter Leitung von Berthvld Golds ch m t b t zwei Konzerte von Händel. An der Orgel waltete klug disponierend Licdwig Altm ann , der zusammen mit dem Cellisten Godsried Zcelander und der Altistin Paula Lindbe r g auch als Solist seine. Kunst erwies. K. J. R. Bei btt Schlußveranstaltung der seelischen Winterhilfe „Freude im Winter", die im Fricdcnetemvel ain 16. März. 20 Uhr. stattfindet, wird der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Direktor Stahl, sprechen. Tela Lipinskoja. Am 28. März, 20.15 Uhr, fiitdet im Bach-Saal ein Abend der gefeierten Künstlerin Tela Lipinskaja statt. Veröi-ErlkauWrMg Die nächste Premiere des Kulturbundes Dcutfcljcr Inden ist eine Fcstborstellung von Verdis „Nabucco" am 1. April im Berliner Theater. Damit erscheint dieses Ingcndwerk Verdis erstmals auf einer Berliner Bühne. Musikalische Leitung hat Joseph Rosen stock. Regie führt Dr. Kurt Singer, Bühnenbilder und Kostüme entwirft Heinz Eond e l l. — Ein Einführungsvortrag von Stefan K a y s e r findet am 2. April statt. WitiMMg lN MlkrMrg Die Ausführung des Pirandellvschen Dramas von den sechs Personen weckt eine Erinnerung an Mar Pallen bergt inib cs ist überhaupt die vielleicht stärkste Erinnerung mt Pallenbcrg. die ich besitze. Man kamt ihr um so unbefangener nachgehen, als sie keinerlei bedrückenden Vergleich für die jetzige Darstellung der Rolle in sich schließt, denn der eigentlich ganz große, der unvergeßliche Moment Max-Pallenbergs steht gar nicht in dem Text. inte cr heute gespielt wird, war offenbar eine Einlage — eine Erfindung des Schauspielers' ober seines Regisseurs Max Reinhardt. Damit ist aber nicht etwa gesagt, daß Pallen-' berg in dieser Rolle der losgelassene Improvisator war. der fröhlich, unbekümmert um die Absichten des Autors sein tolles Wesen trieb. Im Gegenteil: er war. tuic bei jeder ernsten literarischen Aufgabe ganz wunderbar bei der Sache. Er spielte zunächst (unter leitchter Benutzung seines nächsten Vorbildes Mar Reinhardts einen nervösen, sahrigen. stets gereizten Thcatcrdircktor, der sich mit etwas gelangweilter Routine der Probe eines neuen Slücks widmet, und durch das Anstauchenjener sechs Personen, die da fertig gedichtet wer- - den wollen, erst nur heftig verärgert wird. Tann aber war es wunderbar, tvie allmählich Interesse, Staunen, Angst von dem Wesen und Schicksal dieser nnheimlichcit Gestalten ihn überkvmmt, und rvic cr schließlich init einer Art starrer Melancholie in das unergründliche Rätsel von Wirklichkeit tmd Spiel gerät. — Eine große, farbenreiche, vorzügliche Leistung: aber der unvergleichliche, eigentliche Moment lag ans einem Seitenwege. . Es kommt der Augenblick, in dem die Personen. und .tzvar der Vater und die Tochter, die gräßliche Szene agieren,- die sich zwischen ihnen zugetragen hat, und die Schauspieler sogleich versuchen, dieses Stück.Leben nun mit ihrer Kunst uachznahmen. Der Theaterdircltor und Regisseur greift verbessernd ein. Und zwar soll er dem Buch nach die Partie des Vaters spielen und dem Schauspieler vormachcn. Pallenberg aber wagte etwas Erstaunliches: er spielte gerade die Partie der Tochter der unzulänglichen' Darstellerin vor. Er.stand mit dem Rücken znm Publikum und wollte den Moment verkörpern, itt dem das Mädchen zusammen fährt, weil der Mann das Zimmer betritt, dem sie .ansgeliefert, werdcrt soll. Da war ein ganz lciscS Schwanken, ein Zu- ^Wnenjinkyn, ein Haltsuchen, der Hände nach rück. wärts und dann ein Znsannncnschaiiern der Schultern, und das gab einen Eindruck, den man nie vergessen hat! Es war hilfloses Znsammensinken der Kreatur im reinsten und furchtbarsten Ausdruck. Dieser große Menschendarsteller hat tatsächlich nur mit seinem Rücken, mit seinen Schultern den tragischen Moment einer Mädchenseele so erschütternd dargestellt, wie es keine der anwesenden Schanspiclerinnen vermochte, und wie es stärker auch die größteSchauspielerin nicht können wird. Es war eine Offenbarung schauspielerischen Genies, wie ich nie eine stärkere gesehen habe; es war der denkbar größte und sicherste Beweis für die Tatsache, daß »Rar Pallenbcrg nicht nur der vielbelachte Witrstel. nicht nur etn bös witziger nihilistischer Zerstörer, sondern eine der gefühlsmäßigsten und hingehendsten Mcnschendarsieller war, einer der größten Meister der zauberhaft verwandelnden Körperlunst, der je auf einer. Bühne gesunden hat. j. B—b . KW MS KAM LrlslöMg M eins» „©ffentn Aries", In Nr. 10 der „C.-B.-Zcitung" vom 7. März veröffentlichten Sie unter der Uebcrschrist „Weniger Dilettantismus!" einen Offenen Brief, gegen den ich als Leiter des Berliner Kulturbundes hiermit Protest einle^c, und zwar im Namen aller Schauspieler und Säuger, die ich für unser Ensemble engagiert habe. Es ist unter ihnen kein einziger, der nicht schon vor 1933 auf den Brettern gestanden hätte, keiner, den nicht der Umschwung tu Deutschland aus dem Sattel gehoben hätte. -Wer behauptet, es seien „Dilettanten". „Lokalgrößen". „Söhne und. Töchter aus gutem Haus" bei uns zu finden, springt leichtsinnig mit der Wahrheit um. Von einer „Verkennung unserer Aufgaben" kann ebensowenig gesprochen werden wie von' unserem An-, spruch, als Wohltätigkeittzinstitution betrachtet zu werden. Wir sind immer dafür eingctreten, den, stellungslos gewordenen Künstlern eine neue Stätte der Wirksamkeit zu schassen — und haben es erreicht! Wenn wir eine junge,, unausgelebtc und unansgespiclte Begabung entdecken, dann' werden wir sic Herausstellen, einerlei, vb sie ans' reichem oder armem Hans stammt, gerade tveil. wir nur .den Unterschied. der lünMriMr; Leistung, nicht des Milieus anerlennen. Auch hier geht der Brief von E. M. an den Wirtlichleiten und Wahrheiten vorbei. Vielleicht meint der Einsender nicht Berlin; dann hat er sich schlecht ansgcdrückt. Aber auch für die Kulturbünde im Reich, die uns angeschloß'cn sind (Köln, Hamburg, Frankfurt a. M.. Breslau) und die regelmäßig oder gelegentlich selbst Theater spielen, trifft der Vorwurf nicht zn. Bleiben die kleinen Provinzstädte. Hier ist ans naheliegenden Gründen das Engagement von Bc- ' russkünstlern aus den umgebenden Zentren nicht immer möglich. Und hier schadet der Einsatz lokaler Beliebtheiten, wenn sie Niveau zu halten vermögen, nicht viel. Man unterschätze den Tilettantrsmns für die Gemeinschaftsarbeit nicht. Kammermusik und Ehorpflegc ist ohne den Dilettantismus jetzt undenkbar. Rur Auswahl, Sichtung und — Führung tut not. Vielleicht hat jener weise Mann recht, der einmal sagte, es gebe in der Knust nur einen wirklichen, be-- tufenen, idealen Vertreter: den Dilettanten. _. Dr. Kurt Singer. MAM Ausstellung Martha Eohn-Lcbenheim. Weniger wäre mehr gewesen! Diesen Eindruck nimmt.man mit nach Hause, wenn man an die achtzig Bilder betrachtet hat, die die Künstlerin in ihren;.Atelier jetzt ansstellt und die einen Ueberblick über sechs Jahre Arbeit bieten. Hat man die Rosinen aus. dem Kuchen gefunden, kamt man vieles Gute und Eindrttcksvolle zu einem Gesamtbild abrundcn. Martha Cohn-Lebenheim liebt keine „Ismen", wie sie sagt, steckt aber doch zutiefst in den For. dertlNgen und Gedankengängen des Expressionismus. Dafür zeugt die große Vorliebe für Formatiouen in mancher Landschaft, zum Beistnel bie straff znsarmnengezogenen Baumpartien der „Delfter Kanallandschaft", die plastische Wirkung der Häuser ihres „Holländischen Dorfes". Schließlich das Jndustriemotiv, die Schiffe, des sehr beachtlicheu Stettiner Hafenbildes. Immer wenn die Künstlerin die gedämpften Farben ihrer Pakette klingen läßt, gehen wir mit ihr mit. wir können Verstehen ausbringen für ein gelbes Hans, das sich mitten in dörflicher Landschaft gegen einen gelben Abendhimmel abhebt, wir empfinden auch dich' Stimmung mit. die auZ einem .. ^Hafenbstd", ' ja blau wtz xosq hingehaucht, schwingt. Dagegen stehen wir dem Bemühen, Gefühle nur mit Linien auszudrückcn, fremder gegenüber. und ein Gemälde „Spannung" oder die sehr repräsentativ gehängte „Flucht" vermag uns trotz mancher technisch vollendeten Einzelheit nicht über eine Effekthascherei hinwcgzutrösten. »leben den Landschaften dürfen die Porträts der Künstlerin nicht unerwähnt bleiben, die zum Teil gut geratener Abbilder des gegenwärtigen jübischen Leberts finb, auch die schnell hingervorkenen Bleistiftzeichnungen der. Oberammergauer Schan- ' spieler, mit denen Martha Cohn-Lcbenheim auch ‘ außerhalb Berlins viel Erfolg erzielte. Dr. 0. B. Das Internationale Kunst- und A u k t i o n s h a n s hatte am 12. März eine bcfondors schöne Versteigerung. Es kamen Möbel. Plastiken, Teppiche, Golddosen und Gemälde alter mid neuer »Reister unter den Hammer. Darunter Werte von Liebermann und Ury. Nr. 83: »Rar Liebermamt: Gärtner ouf de nt Parkwca. Signiert. Pastell. Ein Gärtrier mit blauer Schürze fegt mit einem Besen den dämmrigen Parlweg. Seine Bewegung ist kaum merklich. Tie Sonne ahnt man durch sparsame Lichlflistken. Das ganze Bild ist ruhig und dämmerig wie der darauf vorgestellte Park.. Nr. 106: Mar Liebermann: Straße in Wann- , sie. Signiert und datiert 1927. Malpappe. Die Straße liegt in eiitem schönen, warmen Sonnenlicht, das durch das Grün der'Bäume gedämpft ist. Kein greller Ton. Nr. 103: Lcsser llrt): Winter im Tiergarten. Im Vordergrund Frau und Kavalier von Bogenlampen beleuchtet. Signiert. Pastell. Eine Nachtszene. Turille Tone. Das Gesicht der Frack und die Reihe der Bogenlampen sind allein als Helligkeitchervorgehvbcn. , . Nr. 105: ' Lcsser Ury: Untergrundbahnhof Nollendorfplatz in Berlin. Signiert. Ein nasser, graiwr, unfreundlicher Tag. Wolkenfctzen. Gebättde, Autos und ,Figuren, spiegeln '. sich verschwommen auf der feuchten Straße. Eine grüne, schlanke, schreitende Fraucnsilhouette im Vordergrund ist der einzige, wirklich - hcrvortrctende Farbakzent. Das - ganze ist eine traurige, sehr - treffend erfaßte GroßstadtlauLschast. J)rt M.-I4 Aekennann-Spriosss.