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Central-Verein-Zeitung · 1935-03-07 · 10 (7.3.1935) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
10 (7.3.1935)
Date
1935-03-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr, 10 2. Belbl. •* m ■ Zl; UU G5 (? h □ Rnnnnnnn jit ..j r '' f ] 1915 Gedenkstunde für Max Liebermann Vor geladenem Publikum gedachten die Berl i n c r Jüdische Gemeinde und der K u l-' turbund Deutscher Juden am2.Märzin einer künstlerischen Feierstunde im „Berliner Theater" ihres großen Toten Max Liebermann. Kurzen Worten des Gemeindevorschenden, Heinrich Stahl. Gvethe-Aersen, vorgctragen von Friß W i st e n, folgte die Gedächtnisrede Professor j Radierung \ von Max ' Lieber mann aus dem Philo-Lexikon Adolph G oldschmidts. Cie galt weniger dem Inden als dem Menschen und Künstler Licbcrmann. Gewiß bilde Lieberrnann, so führte Goldschmidt ungefähr ans. einen Stolz der Inden, aber damit würde er selbst nicht zufrieden, gewesen sein. Er habe nicht danach gestrebt, ass Maler Jude zu sein. Kunst habe für ihn keine konfessionelle oder rassische Eigenart besessen. Für ihn habe cs keine alte und keine neue, sondern nur gute und schlechte Kunst gegeben. Diese Haltung habe sich auf seine Beurteilung der Menschen und auf sein Handeln in der Oeffentlichkeit übertragen. Licbermanns Eigenart als Porträtist gab dein Redner Gelegenheit, diese Thesen zu erhärten. „Was Licbcrmann geschaffen hat, wird lebendig bleiben, nicht als da8 ' Werk eines jüdischen, sondern auch als daS eines deutschen Malers"» Beethovens Trauerrnarsch aus der „Eroica", gespielt vom Kulturbnndorchester unter Josef R v s e u st o ck. cröffnctc, Mozarts „Trauermusik" de schloß die würdige Feier. Auf der Bühne hatte man, umrahmt von schlichtem Grün, ein Selbstportrat dcS Dinkers ausgestellt. Keiner der Anwesenden wird sich in dieser Stunde der zwingenden Lebendigkeit des Bildes haben entziehen können. Stumm verliest, als sich der Vorhang langsam senkte, die Menge das Haus. Im Gedächtnis blieb ihr das Bild eines gütigen Menschen, der einer der Großen im Reiche der Kunst war. Man vermißte im Zuschauerraum die Jugend, deren Vertreter, wie wir erfahren, nicht geladen waren. vr. , geseste halten, aber die Erfüllung dieses Wollcns 'wird ihnen sehr erschwert, und zwar vor allem den Alleinstehenden. Die bekannten rituellen Spcischäuscr Berlins, in denen man zwar gut ißt und sich wohlfühlen kann, berücksichtigen die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Besucher viel zu wenig. Welcher Angestellte, wer aus dem verarmten Mittelstand, kann sich ein Gedeck für ein bis zwei Mark leisten oder h la carte für zwei bis drei Mark essen? Es kommt noch hinzu, daß selbst diese Restaurants nur in wenigen Gegenden Berlins zu finden sind, so daß zu den Kosten des Essens meist noch das Fahrgeld hinzukommt.. Das ist uni so verwunderlicher, als die Adaß Iisroel, die Kaschruthkommissiou der . Jüdischen Gemeinde und die orthodoxen Vereine es doch zu ihren Aufgaben zählen, den orthodoxen Gomeindemitglicdern das Einhalten der Speisegesetze zu ermöglichen. Die rituellen Speisehäuser sollten mit Rücksicht auf die minderbemittelten Inden auch ein Gedeck für 50 bis 70 Pfennig einführen. Es gibt zwar die Mittclstandsküchc im Synagogenhanse Münchener Straße und einige ähnliche Einrichtungeu. die eine Mahlzeit für diesen Preis geben. Diese Küchen sind aber gemeinnützig und nicht jedermann zugängig. Wenn solche Speisehäuser in allen Stadtteilen zu finden wären, wenn sie vegetarische, koschere Kost verabreichten, so würden sie wahrscheinlich nicht nur den Zuspruch jüdischer Gäste-finden, wenn sie mindestens bis abends acht Uhr geöffnet blieben. Viele alleinstehende Personen, die nicht in der Lage sind, sich eine ausreichende Mahlzeit für diesen Preis selbst zuzubereiten, würden diese Küchen aufsucheu, wobei es selbstverständlich ist, daß in ihnen auch teurere. Gerichte geführt werden könnten. Diese Zeilen sollen die zuständigen Stellen, aber auch Privatunternehmer veranlassen, sich mit dieser Frage zu befassen: vielleicht werden sie auch den einen oder den anderen, dev heute einen neuen Beruf sucht, auf den Gedanken bringen, sich mit solch einem billigen rituellen Mittagstisch eine Existenz aufzubaucn. Käthe Kaufmann. Gottesdienste In den Gemeinde-Synagogen am 8. and 9. März 1935 Alter Rituö: Alte Synagoge (A.S.), Heidereutergasse 2—4; Synagoge Kaiscrstraße 29/30 (ftotf.); Synagoge Stylestraße 53 (Rhkej; Synagoge Pestalozziftrah« 14/15 (Pesta); Synagoge Kottbusser Ufer 48/49 (Kottb.). — AhawaS Reim; Synagoge Münchener Straße 87 (Mü.); Synagoge Grunewald (Grün.), Franzensbader Straße 7. Neuer NituS:. Neue Synagoge (N.S.), Oranienburger Straße 30; Synagoge Lindenstroße 48—50 (Li.); Synagoge Lützow» straße 10 (Lü.); Synagoge Fasanenstraß« 79 88 föaf.); Synagoge Levepotvstraße 7 8 (Lev.); Synagoge Frle» denbteinpel (Fried.), Markgraf-Albrrcht-Straße 11/12; Synagoge Prinzregentcnstrahe 69/70 (Prinzreg.): Synagoge Schmargendorf. Berkaer Straße 82—35 (Alteroheim) sSchmarg.s. - Synagoge Köpenick (Köp.). Freiheit 8: Synagoge Oranienburg, Havelstrabe 6. Freitag abend: (Vk Stunden vor Nacht Lichtzünden und Werkverbol) Synagogen mit altem Ritus und Altcrsversorgungsanstalten sowie Synagogen Lindenstraße und Fricdenstcmpel: 18 Uhr. Jeden Freitag abend: Neue Synagoge, Synagogen Lühowstroßc und Fasancnstraßc: 18 Uhr; Synagogen Levcßowstrahe und Schmargendorf: 19 Uhr; Synagoge Prinzrcgentenstraßc: 19 Uhr 15 Min.; Synagogen Lühowstroßc. Fasancnstraßc und Friedenstemvel: Iugcndfeicrn im Anschluß an den - Hauptgottcsdienst. Predigten: Fried.: Tr. Warschauer; Li.: Tr. Lubliner. Ansprachen: N. S.: Tr. Blumenthal; Lü.: Tr. Salomonski; Fas.: Dr. Swarsensky; Lev.: Tr. Lewkowitz; Prinzreg.: Tr. Wiener. Vorn Gross-Berliner C.-V. Rituelle Speisehäuser — aber billig! Viele Juden, orthodoxe und liberale, nationaljüdische und deutschiüdische, wollen die Sperse- Ter 13. Zug und die Gruppe NW des 6. Zuges des Bundes D c u t s ch -> I ü d i s ch er Jugend veranstaltete gemeinsam mit der Ortsgruppe NW des E. - V. eine SabbathMachmittagsfeicr, die sich eines starken Besuches zu erfreuen hatte. Bereits beim Beginn der, Feierstunde war der Trausaal der Synagoge Lcvetzowstraße überfüllt. Die zahlreich erschienene Jugend marschierte in geordnetem Zuge ein. Rabbiner Dr. Karl N o s e n t h a l cröffnctc die Sabbath.Feier mit einer Ansprache. Er ermahnte die Jugend, stark zu sein in der Schwere der Zeit und unbeirrt an den Lebcnsidealen bewußten Judentums und unerschütterlichen Deutschtums festzuhalten. Auf die Ansprache des Vorsitzenden folgten Darbietungen der Jugend, die von deren Führern Hem» Scharlinski und Hansjürgen Hauff mir großem Verständnis und Liebe zur^ Sache vorbereitet waren. Sprechchöre, Gedichtvorträhe und Musik wechselten in bunter Folge. Hanssürgen Hanfs sprach vom Sinn der Sabbath-Aeihestunde, die der Jugend eckte „Oncg Schabbath" vermitteln solle. Zwischen die einzelnen Vorträge waren musikalische Darbietungen hiugestreut; die 6. Sinfonie von Beethoven umrahmte die Feier und gab ihr eine besondere Höhe und Weihe. Die zahlreiche Zuhörerschaft lauschte ergriffen und in wirklicher Andacht den Vorführungen jugendlicher Menschen. Am 4. März fand im Klubheim des Jüdischen Frauenbundes ein Teeabend statt, den die Ortsgruppe Alter Westen veranstaltete. Rach einem Referat von Hilde Marx, über ..Feierstunden", die damit als ..Rednerin" debütierte, nahm Margarete Fried das Wort zu Ausführungen über Jugendfragen. Ter Abend, brachte dem C.-V. und besonders der Frauenarbeitsgcmcin» schast eine Zahl neuer Freunde. Im Berliner Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens sprach im Rahmen einer Mitaliederversammlnng Dr. Rudolf H. Hcimnn* fohn über die Arbeit des E.-B. Er schilderte die Leistungen, die der Eentral-Vercin für die Existcnzsichernng im allgemeinen aufzuweisen hat und beleuchtete die wirtschaftliche Situation der einzelnen Berufe innerhalb des Judentums. Die Ausführungen des Redners fanden bei den sehr zahlreich Erschienenen lebhaften Anklang. 11. März, 2» Uhr 30 Min.: Frcnienarbeitsgemeinschast. Margarete Fried: „Aus den Werken von Moses MaimonidcS". Logenhaus, Kleist-, straße 10. Roter Saal. 12. März. 20 Uhr. 30 Min.: Heimabend. Dr. Werner Rvscnstock: „Fragen und Aufgaben des deutschen Judentums". Im Hause von Herrn und Frau E. Horuemann, Eharlottenburg. Dahlmannstraße 11. 14. März. 20 Uhr 30 Min.: Heimabend. Adolf Nubinstein: „Arbeit für die Gemeinschaft". Im Sause von Herrn und Frau E. Sußmann, KW 87, Lcvehowstraße 13a. Sonnabend vormittag: Synagogen mit altem RltuS und Altersversorgungsanstalten: 9 Uhr: Frichgottesdienst Synagogen Rhkcstroße und Kottbusser User: 7 Uhr. Synagogen mit neuem Ritus: Hauytgottesdienst: 10 Uhr. Frühgottcsdicnst: Synagogen Lindenstraße. Lcvetzowstraße und Prinzrcgentcnstraßc: 7.30 Uhr. Predigten: Li.: Dr. Dogclstcin. Jugendgottesdienst: Jeden Sonnabend 16 Uhr: Synagoge Münchener Straße: Tr. A. Lcvy. Syn. Kottbusser User: Tr. Jakobovits. S'abbat-Ausgang: 18 Uhr 39 Min. Gottesdienst an den Wochentagen: Abends Alte Synagoge: Beginn wie am vorhergehenden Freitagabend; iibrige Synagogen: 14 Uhr. Morgens: Synagogen mit altem RUu<: 7 Uhr. Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr 30 Min. In den Vereins-Synagogen Jüdische Reformgemeinde-Gottesdienste. Freitagabend. 5. März, (8 Uhr 30 Min.: Lvgenyqu«. Kleiststraßc 10. Predigt: Tr. Rosenthal. Sonntag. 10. Mar;. 10 Uhr 30 Min.: Gotteshaus. Joyannisstraße 16. Predigt: Tr. Eottschalk. — Liberale Synagoge Norden. Schönhauser Allee 162. Freitag. 10 Uhr 15 Min.: Predigt: Gras. Sonnabend. 10 Uhr: Sit.: Graf. — Liberale Synagoge Osten. Kaiscrstraße 30. Freitag, 10 Uhr 30 Min.: Predigt: Brasch. Sonnabend. 10 Uhr: Lit.: Brasch. — Liberale Synagoge Nordost. Prenzlauer Promenade 176. Freitag. 1!» Uhr 3» Min.: Predigt: Dr. v. d. Zyl. — Liberale Synagoge Wcstend, Kaiscrdamm 78. Freitag. 1? Uhr: Predigt: Tr. Plant. — Liberale Synagoge Wedding-Reinickendorf, Persische Straße 13. Altersheim. Freitag. 10 Uhr 30 Ai in.: Predigt: Goch. — Israelitische Bereinigung Lichtenberg, Synagoge Frankfurter Allee 85. Täglicher und Sabbathgottcsdicnst. Freitagabend nach dem Gottesdienst Vortragsreihe von Rabbiner Tr. 'Artur Rosenthal übcr^ cnisgewähltc Stoffe der indischen Geschichte. Sonnabend vormittag A n - svrache von Rabbiner Tr. Artur Rosenthal. — Synagoge Gesundbrunnen^ Ahawas Achim. Piinzenallcc 87. Freitag, 18 Uhr. Sonnabend, 9 Uhr: Mincho. 17 Uhr 45 Min.: Lchrvortrag über Mischna Tcrumaus. Rabbiner Tr. Alexander. Sabbotausgang 18 Uhr 39 Min. Werktags 7 und 18 Uhr. Sonntags 7 Uhr 30 Min. — Jüdische Religion»- gemeinde Cborlottenburg, Schulstraßc 7. Freitag. 18 Uhr. Sonnabend, 9 Uhr 30 Min.: Predigt: Rabbincr-Kand. Hamburger. — Religionsverein Ken« Tempelhof. Muß'chlstraßc 22. Freitag, 18 Uhr. Sonnabend. 10 Uhr. im Anschluß an den Gottesdienst Jugendscier. 18 Uhr: Mincha und Maariw. Montag. 11. März, 20 Uhr 36 Min.: Gemeindeabend. Rabb.-Kand. Wrcszynski svricht über ,.Datz Buch Hiob". — Jüdischer ReligionSverein Friedenau-Sieglitz und Umgegend. Sticrstrahe 21. Freitag. 17 Uhr 45 Min.: Jngcndseicr. Leitung und Ansprache: sind. Winter. Sabbath 9 Uhr. Mincha 17 Uhr 45 Min. Midrasch-Bortrag: Rabbiner Tr. Winter. Sabbath- Ausgang 18 Uhr 27 Min. Sonntag 8 Uhr 30 Min. Mittwoch. 20 Uhr. Gemcindeabend mit musikalischdeklamatorischen Vorträgen. Donnerstag. 20 Uhr: Talmud: Tr. Harry Lcwy. Tr. Löb. Bibliothek und Lesehalle: Sonntag. 10 bis 12 Uhr, Mittwoch. 18 bis 20 Uhr. — Shnagogrnvrrein Ahawas Scholaum und Mögen Dowid, Kleine Auguststraße 10. Täglich 7 Uhr und abends B'sman Gottesdienst in der neu- - renovierten eigenen Shnagoge. Anschließend täglich Lchrvortrag von Rabbiner Flicser Friedman«. Freitag, 18 Uhr, Sonnabend, 9 Uhr. Aus den Synägogenvereinen Synagoge Rhkestraße. Sonnabend, 9. Marz. 20 Uhr 30 Min.: Lchrvortrag Rabbiner Tr. Freier: „Religion und Schicksal". — Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. A.. Bezirksgruppe Charlottenburg-West, und Liberal« Shnagoge Wesiend. Mittwoch. 13. März, 20 Uhr 20 Mm.: Vortragsabend. Rabbiner Dr. Sänger: „Wende und Wiedergeburt im jüdischen Schicksal". Schulaula, Eharlottenburg 9. Kaiscroamm 78. — Synagogenderein Kaiserstraße. Mittwoch. 13, März. 20 Uhr 30 Min.: Dr. Erwin Schestelowitz: „Dterkwürdigkeiten aus der jüdischen Geschichte'. Aula der Knabenschule, Kaiscrstraße 20/30. / \ :\ \ W u r y IT ]Ts: D\TJ Knmla^cn Plattfuflelnlagen n. Mußu.Gipjabdruck ■ Gummlstrilmpte OrthopBdia, eigene Werkstatt. bloter. Pämtl. Kratikrnk. u.Bchörd. / BERLIN N. 24. Fricdriohstr. 118. (h. Oranlenb. Tor), v 1 Nord. 1442. &2ft6‘rädQG' ln Größter üuswali! Beparatnrcn werden sofort aur.ecfflhrt. SALLY MAILICH, BERLIN NO 43. Neue KSnIgifraue 19 a t Bekleidung i /«r QUvrh für Q)am$ Btrlln W 62 KurfünUnstr. 123 B4 Bavaria 21 ST t Briickereie» Drucksachen Bürobedarf jeder Ari dnreh /. Felix L Mannaberg \ Buckdrudccrct Karates* AöMcrk.liG9 Fr.E.Rülf, ies,Hnl'7.50 B6, Cornelius 3051 Praliwerl »ei bultf Fnhrriider Färbereien fOr Wolle, Boumw., Seide u. Kunstseide Bleicherei Mercoriiation Spulerei Färberei §. FoBdmann Berlln-Obors«hön«weld* Tel.i Sammel-Nr. F 2 Oberspree 0104. Jateie-Slcin ’KÄ" Koannfertttronff und Rcparatarcn TfiKl.Tour. nach all. StadttolL u. Vororten. Fensterreinigung PS HANS SCHWARZ lj! 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