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Central-Verein-Zeitung · 1935-03-07 · 10 (7.3.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
10 (7.3.1935)
Date
1935-03-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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m KvSMm«^ b:öi $uj U'.^1 £;,'{> V, SMtz m LÄ MLWtzÄtLt X-mi.vn und das P.'emelgebiet waren bekannt, lich bi-r vor anderthalb Jahrzehnten Teile des Deutschen 'Reiche-). Leit Kriegsende ist Danzig Freistaat unter dem Protektorat des Völkerbundes. das Memelgebiet umrdc 1920 abgetreten, z«rnächst war cs ebenfalls Freistaat unter der Verwaltung des Völkerbundes, wurde aber J9*23 als autonomes Gebiet an Litauen übergeben. Der Freistaat Danzig, zu dem außer dem ei gen! liehen Stadtgebiet von Danzig auch noch das Seebad Zoppot und drei weitere Landkreise geboren, bat nach der letzten statistischen Feststellung (1929) rund 1 0 5 0 0 \ ii b i f d> c E i n w o l) - ner; das culspriclit einem Prozentsatz von 2,6. Seit vielen bundcrt Fahren wohnen Inden in Danzig, früher auch in der Nähe von Danzig in dem Ort Schottland. ein Name, der manchem deutschen Inden ans der Fainilienforschnng bckannt ist. Vor 120 Jahren — 3816-- N'aren etiva 88oo Inden in Danzig belieimatet, bis zur Jahrhundertwende verringerte sich ihre Iaht ans etiva VW«!, eine Entnncilnng. die insbesondere ans wrrtschas! liehen Gründen sich erklärt. Seit der Jahrhundertwende ist der indische Bevölkerungsanteil allinälüich angewachscn. Bei der ersten erfolgreichen Volkszählung des fiirrgen Freistaates im Winter 1928 befanden sich 7000 Inden im gesamten Staatsgebiet, von denen jedoch mir eilt Drittel die Danziger Staatsangehörigkeit besaßen. Gilt knappes Jahr später toar die Zahl der Inden um weitere kJ<h>0 angestiegen, von >921 bis 1929 erhöhte sie sie!) noch um etiva 1200 Personen. Diese Steigerung ist besonders im letzten Jahrzehnt das Ergebnis einer . erneuten Zuwanderung, vielfach auch russischer Flüchtlinge. Damit erklärt sich auch die Tatsache. daß die Juden der Stadt Danzig auch jetzt ngch einen Männerüberschiiß — das Zeichen einer Znwauderimgserschermmg -- ausweisen. Einen n a t ü r I i ch e n Bevölkern ngszn Iva chs verntag der kleine Splitlcr der über die Erde verstreuten Juden, der in Danzig lebt, nicht mehr.zu verzcichitcn. Schon bei der letzten statistischen Erhebung vor 12 Jahren wurde sestgestellt. wie g e r i n g b t c G c b nrten - f r e u d i g l e i t in den Danziger jüdischen Familien ist. Ter Prozentsatz der kinderlosen jüdischen Ehen ist erheblich größer als bei der Danzigee Gesaiutbevöllerung. jüdische Ehett mit zwei und inehr >6indcrr« siiid prozentual nur ein Viertel so stark vertreten als bei dcru uichtjüdischen Bevölkerungstcil. Der Geburtenrückgang ist bei den Danziger Juden wie bei den dcutscheil außerordentlich hoch. Bei ohnehin sehr niedrigem Stande ist die Geburtenzahl in dem Lustrum von 1928 bis 1988 etiva nur ein Drittel znrückgegangcn. Zu diesen Versallserscheinnngcn kommen weiter Verluste bnrdj 3Ji i s ch e h e n : daß auch diese erheblich sind, ist daraus zu erkenneri. daß. gemessen an allen bestehenden jüdischen Eh?n im Jahre 1923. bereits acht Prozent Mischehen tvaren, toas ans ' einen außerordentlich hohen Prozentsatz der RU sch - chen an den jährlich geschlvsscucn neuen Ehen schließen läßt. Die Mehrzahl der Jndcri ernährt sich in der Stadt Danzig selbst und in Zoppot. Aber auch auf dem Lande des kleinen Staatsgebietes wohnen etwa 73 bis 80 jüdische Familien, also ans der Danziger Höhe, in der Danziger Niederung und dem Großen Werder. Tic B e r u s 8 g l i c d c r u n g der Inden des Danziger Staates spiegelt sich in seinem Charakter al-5 Industrie- und Hafengebict. Im Jahre 1923 standen 190 der 2600 erwerbstätigen Inden im öffentlichen Dienst und in freien Berufen; inwicweit diese Größenordnung für die Gegenwart noch Mrifft, kann statistisch nicht nachgeprnft werden. Beachtenswert ist schließlich noch die Bedeutung Danzigs, die cs in den letzten Jahren als A n s w andern n g 4 haf c n s ü r die I n d c n des O st c n s belommen hat. Irr den« Jahrfünft von 1920 bis 1923 allein sind etwa «10 000 Juden über den Danziger Hafen nach U o A lt lt d anada ansgcwandcrt. Das Memelgebiet. früher der nördlichste Teil von Ostpreußen, weist unter seinen 141000 Einwohnern eine jüdische Bcbölkcrnng von rund 2100 köpfen ans. tlntcr 100 Atemelländern leben demnach knapp zwei Inden. Glücklicherweise sind die Juden des Memclgcbietes von den westeuropäischen Tendenzen des Gcburlenrückganges noch nicht in dem Maße angesteckt, wie dies für die deutschen oder auch für die Danziger Inden gilt. Immerhin standen nach der letzten Volkszählung (1925) noch 35 Prozent der mcmelländischen Juden in den beiden ersten Lebens- Tic Auswanderung von Inden ans Deutschland in den letzten beiden Jahren ist zahlenmäßig nicht genau zu erfassen. Nur für einen kleiner! älreis, wie ihn eine Mitlelgemcinde von etwas über tausend Seelen darstellt, lassen sich zuverlässige Angaben machen, da hier ein einzelner alle Fälle persönlich kennen und verfolgen kann.. Ein solcher Ausschnitt ist natürlich zu klein, als das; seine Zahlen verallgemeinert werden dürften. Die - besonderen Vediirgnngen, von denen der Umfang der Auswanderung abhängt, sind in den einzelnen Landcsteilen. ferner in Kleinstadt, Mittelstadt, Großstadt, schließlich bei dein verschiedenen Bcvölkerniigsanteil der Juden hier und dort so bcrschicdcn, daß gewiß in manchen Orten die Auswanderung noch geringer ist als in der hier untersuchten Gemeinde, und anderwärts drei- oder viermal so groß. Vielleicht lassen sich aber ans den hier genannten Zahlen Schlüsse ans gewisse Tendenzen der Anstvandernng ziehen. Daher seien sie unter dem nötigen Vorbehalt mitgctcrlt. Die untersuchte Genreinde hat zurzeit noch rund 1000 Seelen. Es sind in den beiden vergangenen Jahren zusammen genau 100 Personen ansgewandert, also nicht ganz 10 Prozent. Da die Gesamtzahl gerade 100 beträgt, sind alle weiter angeführten Zahlen zugleich auch Hundcrtsätze.' Bon den Ansgervanderten waren 62 männlich, 38 weiblich. Es ist eine bekannte Erscheinung, daß bei jeder Ansrvandernng die Männer überwicgen. Es wanderten 13 Fanrilien mit im ganzen 41 Angehörigen aus. außerdem 39 Einzelpersonen. Die jahrzehnten und auch die Gcburtcnknrvc der letzten zehn Jahre zeigt, daß der Tiefpunkt des Geburtenrückganges, der natürlich auch im Memelgebiet zu verspüren war, überwunden zu sein scheint und die quantitative Größenordnung der mcmelländischcn Judenheit nicht negativ beeinflußt. So klein die Zahl der Juden im Memelgebiet ist, einen so interessanten Einblick gewährt sie der jüdisch-soziographischen Forschung. Die memelländische Statistik hat nämlich drei hierfür wichtige Merkmale in gegenseitiger Verbindung miteinander erfaßt: die Staatsangehörigkeit, die Nationalität und das Nelig i o n s b e E c n n t n t §. Das Ergebnis wirft ein interessantes Schlaglicht auf die Mentalität der dort lebenden Inden. Von den 2100 jüdischen Menschen des Memclgcbietes besitzen rrmd 2230 die litauische Staatsangehörigkeit: 700 von diesen bezeichnen sich als litauischer Nationalität, 6 0 0 suhlen sich zur j ü d i s ch c n Nation gehörig und 300 haben als ihre Nationalität die deutsche angegeben. Diese Feststellungen sind im Jahre 1923 gemacht, als das Memelgebiet bereits seit zwei Jahren in autonomer Gestalt an Litauen übergeben war. Im übrigen Haber« auch von den 170 Inden im Memelgebiet. die die litauische Staatsangehörigkeit nicht besitzen, sich über 70 als deutscher Nationalität bezeichnet. Diese Zahlen beleuchten die innere Verbundenheit der Juden in den früheren deutschen Gebieten mit dem deutschen Kultur- und Geistesleben. vr. E. R.—z. Auswanderer verteilten sich folgenderrnaßen die Altersstufen: Altersstirfen: Persvuenzahl: - l— .3 Jahre . . 3 v-w „ 11—13 „ . . 10 16—20 „ . . 18 21—25 „ . . 26 26—30 „ . . 12 : 81—35 „ . . 12 86—10 „ 11—15 „ 16—50 „ 51-55 „ 56—60 I 4 61—65 „ , . . . 0 66—70 „ . . . . 1 100 79 Auswanderer waren also unter 33 Jahren, davon 16 Kinder unter 13 Jahren, über 50 Jahre waren nur 8 Auswanderer. Die Auswanderer gingen nach folgenden Ländern: Frankreich .... 30 Personen USA. 21 Palästina. 14 Südamerrta.... 8 „ Schrveiz. 7 „ Italien.• 6 „ England ...... Tschechoslowakei . . Südafrika .... Spanien ..... Schweden .... 1 Indier« ..... 1 China ...... 1 100 haben Sie, wenn Sie bei Ihren Einkäufen unsere Inserenten bevorzugen | TcsMe | Mi» I Jmd I M&» d. h. also nach Enroj'a . . . . » 52 Anrerila . . , , . 29 Asien ...... -16 Asrila..... _._:1 100 Pcrsoui'i! Es sei bemerlt. das; zunächst noch 8 weitere Aus N'andcrer nach Frankreich gegangen sind und 2 weitere nach England, die sich aber dann anderen Ländern zngeroandt haben. Es wandcrten ans: 1988 ...... 13 Personen 1981 ..19 1985 .. 6 100 Personen Von den 1983 Ansgetvandcrtcil sind schätznna-. weise 27 vor der Volkszählnug jenes Jahres si"igegangen, bei der für diese Stadt noch 1>">8 ,>orocn gezählt wurden. Seitdem sind 73 sortgegangei. Als Auswanderer rvnrden stets mir solche Per. soncn betrachtet, die an« 1. Februar 1933 hier ilircn Wohnsitz in dieser Stadt hatten und von hier ins Ausland verzöge" sind- Abgesehen dämm hat auch eine Aöwanderung nach anderen Orten innerhalb Deutschlands staltgcsnnden. der allerdings eine cntsprecherrdc Zmvanderrnrg die Wage halten dürfte. Werter ist aber die Zahl der Ger-.ieinde uoclj znrüclgegangen durch einen gervissen Sterbeüberschns; (198,3: — 9, 1931: — 3) und durch einige Austritte aus den« Judentum. Der Preußische Landesverband jüdischer 6rcincmbcn hat den Großen R a t zur Besprechung des Haushaltsplans 193.5/86 zu einer Sitzung aus den 1<>. März nach Berlin cinberiiscri. Ans diesem Anlaß findet abends 8 Uhr in der Synagoge Fasanenstraße eine .0 n n d g e b u n g statt, ans der Ravbiner Dr. Eschelbachcr-Tüsseldorsi Rechtsamvalt Dr. UlceWcrlin, Rabbiner Tr. Rothschild- Saarbrücken sprechen werden. Den mnsitalischen Teil bestreiten das Orchester der .Münftterhilfc unter Berthold Goldschmidt und die Solisten Paula Lindbcrg. Gottfried Zcelander und Ludwig Altmann. — Ans einer Tagung des Jüdischen L an d ge n«c i n d e r a t s Oldenburg unter Vorsitz von Landrabbiner Dr. de Haas rvnrde ans Grnrrd eines Referates von Uammergerichr.-- rat Leo Wolfs beschlossen, die vldenbnrgischen Shnagvgcirgenieinden dem Prcrißcnverband einznglicdern, mein« auch ans formellen Gründen ein restloses Arifgehcn im Angcnblick noch rächt rnöglich fei. — An« 21. Februar wurde unter den« Vorsitz vor« Rechtsamvalt Dr. Rtar Weiler nach einer Ansprache von Rechtsanwalt Dr. Alfred .Sl t e c Berlin in Saarbrücken die tRückgliederrmg der jüdischen Gemeinden des Saargebiets in den Preußischen Landesverband vollzogen. An der Sitzung des Großer« Rats am 10. Atärz rverdeu für Oldenburg Tr. de Haas, für das Saarland Dr. med. Jsserlin und Rabbiner Dr. Rothschild bereits teilnehmen. ßloKHiföc mfcflanoen m Bezirksrabbiner Dr. Ernst garob (Augsburg) mnmmnem mm, ü£ö^l6:6 EsrIäa,2ü!Saiin!ioiZßaKaS j ^Tel.: Sism.81C0-15.Zimmerv.H.6,-ar^ isi! f-lKilil Ui'Mß Hi) ijt l! bjl- Pension Jlse| Kurfürstendamm 70 I.u. II. Et. s i Leer-Komf.-Zimmer p auch möbliert m.best. Verpflegung | | Eröff. 1. April. J6 Bleibtrcu 3612 | Br. J. Hainbsirssr’s Baräass UanuUca C7i«hA!imnchnrinrffirtn r ’ Ponssora SSeinßfaal Borl.-Charlottenbg., Bismarckstrasse 102 (U-Bahnhof). Tel.: C 1 Steinpl. 1273. Komfortz. m. Bad 2.5>0 Blk. Doppel/.. ü.- Mk. an. Daucrpens. 110-1Ö5.- ilk. Ehepaare 220.- Mk. an. für Nervöse und Erholungsbedürftige.. . Zeitgemäße Preise. Pauschalkuren. H bei Berlin 3>fi?SS.-!SGl:3GirnJ Telefon 43 1 Sommer und Vi/lnfor. j SasalQElao UsöSorfsKe Inh. Fr. Julie Goldstoin. Klinische Kuranstalt. Erbolunpsu. Dauerhc.ini. Jede Di St, niedrige Preise. Pnuschalkurcn. Grosser Park. 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