Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 10 (7.3.1935)
- Date
- 1935-03-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2277379-2278097-2278107--09272-2290375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Esse für sich und' andere eine Stätte bleiben, an der der Geist aufgehoben sei. Zur Einleitung und Mrn Schluß sang Rost) South ei mer-Pri n.8 (Stuttgart) begleitet von Kapellmeister Erick Erck und Benno Sarsky mit sympathischer Stimme .Arien auS Händel. 0». Mrmr-er Avssm: SÄ LSeMiö trS NakmoMrS Im Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums sprach am Sonnabend Rabbiner Dr. Alexander Altmann über „Das Weltbild des Maimonides." Für das jüdische Volk, so etwa führte Dr. Altmaun ans, ist Maimonides niemals gestorben. Denn in jeder Auseinandersetzung chat er gerade als Halachist eine große Rolle gespielt. Wie sah die geistige Situation seiner Zeit ans? Er war der Erbe' zweier Welten, der biblisch« talmudischcn und der griechisch-philosophischen. Auf der einen Seite stand die Bibel, aus der anderen die Philosophie. Was macht nun Ramlwin ans dieser Begegnung? Er suchte die Möglichkeit einer Einheit. Aus jüdischem Bewußtsein heraus »vurde die Philosophie der Zeit, der Aristvtelismns, von ihm anerkannt. Die Aus« einandersctzung ist in se.incm philosophischen Hauptwerk, dem „More Newuchim", nicdergelcgt. Maimonides hatte ein klares Bild vom Weltall. Das Universum ist ihm ein großes Individuum, es ist ein belebtes Ganzes. In ihm steht der denkende Mensch. Schöpferische Vernunft ist in ihm, das Denken ist gleichsam die schöpferische Leistung Gottes. Alles Denken, ein von Gott her strahlender Vorgang, wird heilig. Dieser Ruach ist Maimonides wieder gleichbedeutend mit den Engeln. Der Prophet ist für ihn wie jfder denkende Mensch, nur mit der höchsten Steigerung des Denkens ausgestattet. In der Auffassung des Gottesbegrisscs wehrt sich Rambam gegen die falsche Auffassung seiner jüdischen Zeitgenossen und nicht etwa gegen einen fatschen Gottcsbegriss de§ Judentums. Man sah. .zu seiner Zeit Gott im Bilde des Menschen, in rein anthropvmvrphen Vorstellungen, die Mai« monides scharf bekärnpft. lieber das Wesen Gottes können wir nicht sprechen, weil wir cs nid)t erkennen können. Als Mose Gott bittet, ihm sein Wesen knnd.zntnn. hat er ihm nur seine Wirkungskraft seine Middoth. gezeigt. Das bedeutet für Rambam aber feine Resignation, sondern er ist überwältigt von der Unerkennbarkeit, von dem großen „Rein", in dem jedoch die größte Anerkennung steckt, so daß er ausruft: Preist Gott! In der Aiisfassilng von der Schöpfung unterscheidet sich Maimon gewaltig von seinem Lehrer Aristoteles. Jur Aristoteles ist die Welt ewig. Maimonides versucht zu beweisen, daß die Welt nicht seit Ewigkeit besteht, sondern durch den freien Willen Gottes entstanden ist. Tck für Maimon das Denken ein echt religiöser Akt ist und die Religion um so tiefer steckt? je höher das Denken ist. ist die Wahrscheinlichkeit für die Unsterblichkeit um so größer, je höher der Mensch denkt. Um daher wenigstens das Mindestmaß des Denkens auch dein einfachen Manne zu geben, verfaßt Maimon seine Ikkarim, die Glaubenssätze. Wenn Maimons Ansichten auch nicht immer In das Denksystem des Judentums Hineinpassen, so liegt doch in seinem einheitlichen Weltbild seine Größe. Denn er ioar davon überzeugt, daß die Welt des Judentums nicht neben der Welt des Aristoteles stehen darf. Das bedeutete für feine Zeit eine Synthese des Indcntnms mit der Kultur. So muß jede religiöse Gruppe ihre Wahrheit in die Welt hineinstellcn und eine Synthese ^U.Zu flPm! liefert: ^C-iÜSfcfeajjU \jCQ r/\\ .. € AM AS ©“-KAVFEF-.«ROSS:t<lSTEKEI *“*• <’nrl Max .Totpph« / BRKJIES4 yA* .—Vertreter worden noch eingestellt. tfeiet der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste: 26. März: Feier der phUosoplwch. literarischen Fakultät der Umver,,tat Madrid '(Redner: Professor Dr. David BaumgLr^>t, .Berlin). 27. März: Feier der Arabischen Schule Granada. (Redner: Don E m i 11 o G arera ©oinca). 28. März: Literarische. Verrammlung ■ in der Sierra de Cordoba (Redner: Dr. Gregvra Marc non). 29. März: Vortrag Pro« sessor Dr. Io sä Gaos. Madrrd. 30. Marz: Ansprache Al Zamvras. In S e v i l l a hat sich ein Festkomitee gebildet und zwei Preise ausgeschrieben für je eine Arbeit -mit dem echten Zeitgeist herzustellen versuchen. F. S. WSsia&tra»:'' SSsömßal&cr- »ümg te die Zuluns t;'. Ain letzten Abend der Maimonides«Vortragsreihe, die die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums abhielt, sprach Dr. Fritz Bambcrger über „Die Wirkung in die Zukunft". . Der Einfluß, den Maimonides auf die jüdische wie die irichtjüdische Geistcswclt ausübte, ioar größer als der irgendeines anderen jüdischen Denkers. Jedes Stück des „More Newuchim". seines philosophischen Hauptwerks, hat auf das Denken eines Thomas von Aqnino, eine-s Albertus Magnus eine irgendwie nachweisbare Wirkling gehabt. Die Mystiker imd der Humanismus nahmen einzelne seiner Gedankengäuge vom Mittelalter in die Neuzeit hinüber. Aber sie alle haben das System der maimonidischen Philosophie zerschlagen, mit ans den einzelnen Stücken ihre Dcnkanlicgen zu befriedigen; erst Leibniz hat eine Totalansicht von ihr gewonnen und sic als eine »stimme des Judentums erkannt. Maimonides nämlich hat die Wirkung in die Zukunft, die er hcrvorries, durchaus nicht erstrebt. Er wollte über daS Judentum nicht hinauswirken, er wollte nicht mehr sein als ein „Führer der Verirrten". Seine an Aristoteles ansgebildcte Philosophie sollte dem Judentum nicht die rationale Begründung geben, sondern sie wollte seine religiösen Gehalte, die für Maimoni-' des wahr und glaubwürdig waren, im philosophischen Bereich formulieren, um sie über den intimen Umkreis des jüdischen Selbst hinaus aussprechbar zu machen. Aber das Judentum trug keineswegs die „prästadiliertc Harmonie" eines philosophischen Systems in sich, und so bedurfte der AristoteliSmus, von dem Maimvilidcs ausging, mannigfacher Korrekturen, um mit ihm znsam- KKoinlaNüMMllloN menznstimmen. obwohl er für Maimonides gleich- «<BU1|UUU über „Maimonides und die Philosophie des Islam" und über „Maimonides und'die spamich? rabbinische Kultur". . Das Jüdische Lehrhaus, Berlin, veranstaltet gemeinsam mit, der Berliner Jüdischen Gemeinde am 31. März, vormntags 11 Uhr. in., der Neuen. .Synagoge,., Oranienburger Straße 30, eine Maimonides-Ferer. bei der »zritz Bambergcr und Max Wiener die Festreden halten werden. ' Datz Jüdische L e h r h a u Z , Frankf n r t a. Al., verschiebt seine Feier vom 30. März ans den 11. April. ■ Msrhein Am 23. Februar sprach in der Synagoge in Bitburg ans einer Bezirksversammlung der Orte Bitburg. Kyllburg, Irrel, Sülm und Edingen Dr. Hans Jacob i (Köln) zum Tl)cma „Für unseren Arbeits- und Lcbensranm. Für deutschjüdische Zukunft". Die Veranstaltung war ausgezeichnet besucht. Sämtliche Mitglieder der Ge- - mcinde Bitburg und alle Amvesenden der anderen Gemeinden traten dem C.-V. bei. — Am 24. Februar suchte Dr. Iacobi die Gemeinde Irrel aus, in der gleichfalls alle Mitglieder dem E.-B. beitraten. — Am Abend sprachen in einer Iugendveranstaltnng des C.-V. in Trier Dr. Hans Iacobi vom C.-V. und B. d. j. I. und Paul H i r s ch (Aachen) vom B. d. j. I. in einer außerordentlich stark besuchten Versammlung der Gemeinde Trier. falls eine Wahrheit bedeutete. Hinter dem Streben des Maimonides, die aristotelische Philosophie in eine jüdisch tragbare und verwendungssühige Form umzubiegen, spürten die christlichen Philosophen und Theologen der Zeit etwas Verwandtes. Die Juden haben seine Werke, mit denen er, wie im „Mischne Tora", die bisherige Tradition abschnitt, mit einem ungewöhnlich großen Aufwand von Zustimmung und Ablehnung ausgenommen. Jenen war das Reue, das Maimonides gab, vonvornherein suspekt, diese sahen, daß hier eine Form gefunden war, mit der die Welt umgehen konnte. Im 19. Jahrhundert hat Abraham Geiger erkannt, daß das Judentum, um sich geistig zu sichern, sich eine Form geben müsse, die außerhalb des Jüdischen stehe. Unsere, gegenwärtige Bemühung um eine jüdische Theologie, eine jüdische Religions- Philosophie und ein jüdisches Bildungssystem fordern erneut diese Aussprechbarkeit des Judentums,, die die Auseinandersetzung mit den uns umgebenden Kräften erst ermöglicht. In diesem Sinne ist das Werk des Maimonides den Heutigen aus-' gegeben und die Frage bleibt offen, ob es ihnen über Formales hinaus auch Inhaltliches gibt, wo sie die Systeme und Ansichten der Zeit als Inden nicht bejahen können. X. J. R. Das System des Maimonides. In den nächsten Tagen erscheint im Schoclen-Bcrlag, Berlin, ein Buch von Fritz B a m b e r g e r über „DaS System des Maimonides". Das Werk gibt in einer Analyse des More Newuchim eine kritische Behandlung des Maimonidischen Versuchs einet philosophischen Begründung und Fassung des Judentums. Ne MimsiMS-Feiern In Cordova (Spanien) erstrecken sich die Feiern über fünf Tage. Den Höhepunkt wird eine Ansprache des Präsidenten der Spanischen Republik, Al Zamo ra, bilden. Im einzelnen sieht das Programm unter anderem vor: 25. März: Bor vielen Zuhörern, deren Zahl bei dem interessanten Thema noch größer hätte sein dürfen, sprach in der Düsseldorfer Synagoge Rechtsanwalt Dr.- Rudolf Call mann (Köln), Stellvertreter des Vorsitzenden des C.-V. über: „Der jüdische Mensch in der geistigen Problematik unserer Zeit", ein Thema, das an dieser Stelle bereits ausführlich behandelt wurde (vgl. „C.-B.-Zeitung"- Nr. 49 vom 6. Dezember 1934). Die Beranstaltung wurde von Rabbiner Tr. Mar Esche!» brtdjct geleitet, der die großen Aufgaben des C.-B. im deutschen Judentum kurz umriß. NorrwLübruüLland Am 17. Februar veranstaltete die Ortsgruppe Wilhelmshaven eine Bezirkstagung für Ostfricsland und Oldenburg, die durch das Erscheinen einer großen Anzahl von Ortsgruppenvertretern des Bezirks für die weitere Arbeit des C.-B. von weittragender Bedeutung war. Die gut organisierte und besuchte Tagung wurde von dem Var« sitzenden der Ortsgruppe Wilhelmshaven, Kurt de Taube, mit eindrucksvollen Worten eröffnet. Es sprachen Rudolf Herzberg (Hannover). Tr. Berchold Weinberg (Berlin) und Dr. Werner G r u n s f e l d (Hamburg). MilltlüeulWnnö In einer Versammlung in Zeitz sprach am 28. Februar Kurt Sabatzky (Leipzig) über das Thema „Nach zwei Jahren". Der Redner wies auf die eingehende Arbeit hin, die vom C.-V. seit 1933 geleistet worden ist. Aus ben Familien Joses E r a n k (Leipzig) begel,l um 9. März seinen 70. Geburtstag. — Jakob Engelbert «Ocyringen, Wttbg.) feiert am II. März den 75. Geburtstag. Anr 21. Februar wurde der praktische Arzt, Stabsarzt d. R. a. D. Tr. mcd. Josef Strauß in Krefeld zu Erabe getragen. Ter Verstorbene hat viele Jahre die Geschäfte des Aer.ztcvercins verwaltet und den Verein auch in der Aerztekammec vertreten. Ter O f f i z i c r s v c r e i n Krefeld, die Ortsgruppe dcS Reichsverbandcs deutscher Osfiziere, widmet dem Verstorbenen ^inen Nachruf, in dem cs beißt: „Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der sich im Frieden wie im Kriege bewährt und unserem Verein schon seit langer Zeit vor dem Weltkriege angehört hat. Wir werden nnscrin Kriegskameraden ein ehrendes Andenken bewahren." E1nMrungvonRabSlnrrSr.Kellcr,ScuiScn Am .1. März wurde im Rahmen des Freitagabendgvttesdienstes in der kleinen Synagoge in Beuthen der neue Rabbiner Dr. Keller eingeführt. Namens des Gemeiudevorstandes begrüßte ihn der Gemeindevorsitzende Apotheker Kunz. Für die Besucher der kleinen Synagoge sprach Arnold Wiener. Gemeinderabbiner Professor Dr. Golinski beglückwünschte seinen Amtsbruder zur Aufnahme der Tätigkeit in der Beuthener Gemeinde. In seinen Dankworten entwickelte Rabbiner Dr. Keller ein Bild von den Pflichten und Ausgaben des Rabbiners. Kantor P r z y s tl ch e r gestaltete durch seinen Gesang den Gottesdienst besonders feierlich. 8. (0.-8.) m&mtgeit Frankfurt a. M.: 10. Mörz, 20 lJ.br: Kulturbund deutscher Juden Asicln. Main. Jüdische Musik. Dereinshaus Eschershcimee Bandstraße 27. Breslau: 10. Mürz, 11 Hl,«: Jüdischer Musikocrenr. Orchcsterkonzert. ’ Dirigent: Kurt Havelland. Solist: Simon Goldberg. zjiebich.-Tbcotcr 11. März, 20 ühr 30 Min.: Im Nahmen der Lirbermann» Ausstellung, die tägliäi in der Buchhandlung Li6)!en». stciir. Naiser-Wilhelm-Straße 39, zu besichtigen if!, Pari rag Dr. üiibta 33. Aschheim: „Max Licbermami, sein Leben und Werk." Lessing-Saal. RheinrRuhr: Jüdischer Klilrurbiiiid. Lieber,iianN'<bedöchtni2.Lortrtiiz von Dr. Max Osborn ^Berlin): 7., 9. und 11. März, 20 Uhr 15 Min.: JW/a: Rheinland-Loge. 10. März, 20 Uhr 30 Min.: Essen: Jugendheim, Moltkeplni;..- 12. März, 20 Uhr 20 Min.: Duirburg: Thcodor-Lauicr,, Haus, Äublcnmail 28. 13. März, 20 Uhr 30 Min.: Krefeld: Thcatcrsaal der Stadt« balle. 11. März, 20 Uhr 30 Min.: Wuppertal: Stadthallc, Gelbes ° Llaire Feldern (Chansons und Parodien): 7. und s. März, 20 Uhr 30 Mi».: Duisburg: Thcodsc- Lauter-Hous. 10. und 11. Mörz, 20 Uhr 30 Mia.: Dortmund: Gemcinte« Das „Haus Berta^ in Hervest-Dorsten ist in der Osterzeit vom 29. März bis 16. 2lpril 1933 geöffnet. Die streng rituelle Wirtschastsführung erfordert es, daß das Haus während der Passahtage geschlossen bleibt. Die vier Singharm oniker unter Leitung von H. Cer i ui sangen originelle Jargonlieber und anderes. Bernard A b r a m o w i.t s ch spielte mit gewohnter Meisterschaft Chopin und Delibes. Herta Kahn, am Flügel wirkungsvoll unterstützt von Kapellmeister W. Singer, entzückte durch ihr virtuoses Bioliuspiel, und Erika Storni — frisch, jugendlich und licbenstvürdig riß das Publikum mit Opernarien und italienischen Volksliedern zu Applaussalven hm. K. Behr.ens war ihr ein sicherer Begwrtcr. Unser so überaus beliebter Gesangs- ,^tar" Paul S ch w a r z glänzte durch eine neue Sctte seiner Begabung: er fungierte als Ansager und entscdrgtc sich dieser Aufgabe mit Witz lind Geschicklichkeit. Ern gelungener 2lbend und eine rntereyante Parade unserer Hamburger Talente. LdL Es war ein besonders schönes, kurzes und darum erst recht gewichtiges Programm und ein besonders gelungenes Konzert, das Haus Wilhelm S t e i u b e r g mit dem Kulturbund-Orchester RheiivMain in Frankfurt a. M. zur Ausführung brachte: das Brandcnburgische Konzert vvn I. S. Bach (Nr. 5 in d-dur), nach alter Weise vom Klavier her geleitet, erhielt durchweg straff rhythnüsche Prägung, und die Solisten Erich Töplitz lFlöte), Anuie Steiger-Betzak (Violine) und H. W. S t e i n b e r g (Klavier) fügten sich dem Tutti-Klang gut ein. Es folgte eines der sckstvierrgstcn Beethoven-Stücke, die große 0-dnr-Füge für Streichorct-cstcr, im Bortrag kraftvoll und groß angelegt und entwickelt. Und ^zuleht^ hatte Mozart mit der berühmten Lü-dur-Sinfomo da3 Wort. Vielleicht hätten die einzelnen Stellen, etwa im Schlußsatz, noch etwas leichtere, zartere Farben vertragen; im ganzen aber spielten Steinberg und das in den Bläsergruppen wesentlich gillvachsene Orchester so klangschön, frisch und lebendig. daß sich die Freude vom Podium aus den zahlreichen Hörern unmittelbar mitteilte. -tt. Mit einer „Sprcchsmsonie" Jchuda Halevi legte Alfred Auerbach wieder Zeugnis von dichterisckier Begabung und formalem Können ab. In oratorisch-dramatischen Szenen, in die Bruchstücke aus den Werken Halevis eingebaut sind, schildert Auerbach die Lebensphasen und die innere Entwicklung des großen jüdischen Poeten. Der Hörer befand sich im Banne eines mit neuartigen Mitteln sprachlich und dramaturgisch wchlgeformteu Kunstwerks. Za dessen Dreast standen fähige Jntrepreten: Rudolf Ganz (Halcvi), Sofie S e l i g m a n n, Kammersänger Benno Ziegler. Der 2lutor gab dem farbigen Geschehen mit her sicheren Hand des erfahrenen Regisseurs scharfe Kontraste. In dem vorausgegangcncn Konzert, dessenmusikalische Leitung Mar Reumann hatte, wurde nicht das gleiche Niveau gehalten: Masseuwirkungen. durch 'Schulchöre der Israelitischen Religionsgesellfchast und Erwachsene erzielt, nwßtenin Bokalivcrken von Mehnl, Händel und Lewan« dowski verschiedentlich die künstlerisck)e Qualität ersetzen. Unter einer viel zu robusten Darstellung litten auch die geschmacrtich zum Teil anfechtbaren Orchesternummern. Dem riesigen als GesangS- oder als Spvcchchor auftretenden Ensemble gab der Dirigent festen rhythmischen Halt. Ein groyer' Teil der Hörerschaft spendete dieser effektvollen Außenregie starken Beifall. A. H.—e. Gerne begrüßte man im Münchener Kulturbund Hermann S ch e y, der in Liedern von Beethoven, Schubert, Mahler und Wolf seine Meisterschaft alö Licdgestalter aufs neue bestätigte. Erich Erck am Flüge! war ein adäquater Begleiter. Anläßlich eines Gastspiels Nürnberger Künstler lernte man in Ludwig Grünbaum einen ausgezeichneten Pianisten kennen, der als Interpret Chopinscher und Brahrnsscher Werke seine künstlerische Persönlichkeit zu starker Geltung znbringcn vermochte. Im Zusammenwirken mit der tüchtigen Geigerin Ilse Sorenn errang er für Rathaus' Suite für Violine und Klavier (op. 27) einen durchschlagenden Erfolg. Dieses. atonale Bekenntnis kann seine Abhängigkeit von Hindemith nicht verleugnen. In zwei Arien von Bach für Altstimme und obligate Violine stellte sich Irma Frank al8 geschmackvolle Sängerin vor. Es ist Uebnng geworden, Feierstunden in der 'Synagoge musikalisch zu umrahmen. Matthäus Nrwands profunde und gutgepflegte Baß- stimme ließ in religiösen Gefangen von Mendelssoh'n aushorchen. An. einem Abend zu Handels 259. . Geburtstag sang Noch Sontheimer- Prins^ Stuttgart, mit ansprechender Stimme neben einer Arie aus ^Samson" auch das immer wieder dankbare ^Arioso". Den obligaten Violin- Part steigerte Benno Sarskh durch edle Tongebung. Die Orgel betreute Erich Erck mit be-- Lrnutem Stilgefühl. . Bo. .: Die äußeren Umstände bei der ersten Aufführung einer jüdischen Theatergruppe in München, bei welcher der Einakter von Stefan Zweig „Der verwandelte Komödiant" gegeben wurde, waren nicht sonderlich günstig. Nach turnerischen Vorführungen und vor einem Publikum an langen gedeckten Tischen, bei Uebcrfüllung und dadurch hervorgerufener Unruhe im Saal versuchte die kleine, unter der Leitung von Joseph Weiß stehende Gruppe ' ihr Bestes' zu geben. Das Stück spielt im Rokkoko und will in einer leichten und zugleich ernsthaften Manier vom Wesen der Schauspielkunst handeln. Tie Titelrolle spielte die begabte, junge Schauspielerin Elisabeth Springer, mit deren angenehmer Erscheinung das Pubükum sichtlich sympathisierte. Sie wußte die Verwandlung des Komödianten eindringlich und überzeugend zu gestalten mit einer Stimme, der man freilich gern eine reichere Modulationsfähigkeit roünschen würde. Henny Weiß als Gräfin war in der Rollengestältung leider ein wenig zu gleichmäßig. Eine gute Leistung war der Fürst des Herrn Groß, während der Chevalier des Herrn Ober, mayer, in der Erscheinung grotesk, im ganzen nichts völlig überzeugend wirkte. Die schönen Kostüme waren von Lotte Schönbera-Ernst entworfen und hergestellt. Vor Beginn der Ausführung sprach Elisabeth Springer einen von Ben Chorin (Fritz Rosenthal) gedichteten Vorspruch. ES würde für die weitere Entfaltung der Münchener Theatergruppe sicher gut sein, wenn ihr Gelegenheit gegeben würde, sich in einem modernen Stück weiter zusammenzusvielen. Ca. Nach vieler Mühe ist es endlich auch in Leipzig gelungen, eine Ortsgruppe des Kulturbundes deutscher Juden zu gründen. Mit einem-Werbekonzert des Berliner Kulturbünd-Orchesters unter Generalmusikdirektor Joseph Rosenstock trat, die Ortsgruppe zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. Der Konzertabend rief Stürme der Be- -eists«mhervor. Eröffnetwurde, die Der> anstaltung mit der „Egmont"-Ouvertüre. Den Höhepunkt bildete Schuberts O-ckur-Sinsonie, die Sinfonie mit den „himmlischen Längen". Als Solistin war Tanja Ury-Zunser gewonnen ivorden; man hatte^damit einen recht guten Griff getan. Tie ^Pianistin wußte im Klavierkonzert A-moljl von Schumann das Orchester verständnisvoll zu führen. Das Spiel war so beseelt, daß man gern über einige technische Mängel hinwegsicht. H. 8. EmckulZ xti-rs DreMuMrLibsns Im 1934 hatte der „Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr" ein Preisausschreiben für „Dramen mit jüdischem Gehalt" erlasten, dessen Ergebnis jetzt bekanntgegeben wird: Fünfzig Arbeiten wurden eingereicht: Davon behandeln vierzehn biblische, drei züdisch-historische und drei legendäre Stoffe, acht Arbeiten spielen im jüdischen Milieu, zrvei ranken sich um bedentende Persönlichkeiten der jüdischen Geistesgeschichie nnd nur sechs Einsendungen nehmen zu den Problemen des jüdischen Lebens Stellung. Allgemeine Inhalte haben vierzehn Stück, darunter zwei historische Dramen und ein Kriminalstück. Tie Ordnung nach Stückgattungen - ergibt: Fünsundreißig Schauspiele, ein Mysterienspiel, ein Lehrstück, drei Komödien, -drei Lustspiele, zwei Schwänke, zwei Kinderstücke, zwei Einakrcr und ein Sketch. Die an das Preisausschreiben geknüpften Erwartungen sind leider nur zu einem geringen Teil erfüllt worden. Unter den säst ausschließlich epigonalen Arbeiten jeder Stil« richtung fand sich kein bühnenreifes Werk, dos den besonderen Anforderungen der Kulturbühne enüat hätte. D e r e r st e P r e i s in Höhe von 50 RM konnte deshalb nicht vergeben werden. Das Preisrichterkollegium sprach den z w e i - t e n Preis (100 RM) dem Schauspiel „CHanna" von Martha Wertheimcr, Frankfurt a.M., zu. daS „durch gewisse, bcsonders dramaturgische Mängel zwar noch nicht bühnenreif ist,- die Auszeichnung als beste aller- Einsendungen.und als dichterische Arbeit" verdiene, außerdem wurde.sieben weiteren Einsendern für ihre Arbeiten. eine ^anerkennende Er- WähnungE zuteil«