Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 10 (7.3.1935)
- Date
- 1935-03-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Zum 85. EeburiAag drs „Veritas vincit!“ Die Wahrheit, siegt — diesen stolzen Wahlspruch, -der einst die Hussitensahnen zierte, hat Thomas Garrigue Masaryk sich auserkoren. Er hat ihm allzeit nachgelcbt. Sein Kamps gegen die Lüge war dornenvoll; aber wenn es auch manchmal schien, als sollte die Schar der sanatischcn Gegner den wackeren. Streiter niederzwingen, so siel ihm doch am Ende immer wieder der Sieg zu. Zum erstenmal machte der junge Prager Professor Masaryk sich bei seinen Landsleuten unbeliebt, als er und sein Kollege Gebauer (1886) die Königinhoser Handschrift, das Heiligtum des tschechischen Nationalismus, für eine Fälschung zu erklären wagten. Diese Handschrist war 1817 in dem Städtchen Königinhof an der Elbe von einem gewissen Hanka angeblich „entdeckt* worden und sollte alttschechische epische und lyrische Gedichte von hohem künstlerischen Wert aus dem 13. Jahrh. enthalten. Masaryk und Gebauer wiesen in mehreren Aussätzen mit den Mitteln philologischer und soziologischer Kritik einwandfrei nach, das; cs sich hier — und ebenso bei der Grünberger Handschrift, einem ähnlichen Fall — nicht um Perlen mittelalterlicher Dich, tung, sondern um eine ungewöhnlich freche Betrügerei des Bibliothekars Hanka handelte, der selbst ein Goethe zum Opfer gefallen war. Die tschechischen Nationalisten, die ihr Idol stürzen sahen, wehrten sich nicht etwa mit sachlichen Argu. menten, sondern antworteten aus die so peinliche Enthüllung nur mit einer Flut von Beschimpfungen. Daß die Freimaurer die beiden Professoren mit Millionenbeträgen bestochen hätten, war noch die mindeste „Liebenswürdigkeit*, die man über sie verbreitete. In „Narodni listy.*, einem der einflußreichsten Blätter des Landes, rief man Masaryk zu: „Geh zum Teufel, schändlicher Derräter. und schließe Dich mit Deinem zweifelhaften geistigen Bißchen und mit Deiner moralischen Elendigkeit an wen Du willst, an. Nur untersteh Dich nicht mehr, unsere geheiligte Sprache zu benutzen und sie mit Deinem niederträchtigen Geist und vergiftenden Atem zu trüben!* Nun. Masaryk ist vor diesem hysterischen Geschrei nicht davongelaufen, und heute weiß jedes tschechische Schulkind. daß die Königinhofer Handschrift nur ein Fälscher-Kunststück war. Um der Wahrheit willen geriet Masaryk gegen das Iahrhundertende in einen neuen Streit, der seinem Ansehen im Lande, ja. seiner Existenz noch gefährlicher zu werden drohte als die Handschriften-Affärc. Im Wald bei Polna. nahe der böhmisch-mährischen Grenze, war um die Osterzeit 1899 die zwanzigjährige Agnes Hruza ermordet aufgefunden worden. Als angeblicher Täter wurde der jüdische Landstreicher Leopold Hilsner verhaftet; man inachte ihm den Prozeß, da nach Ansicht der Aerzte und Juristen und vor allem der Bevölkerung ein Ritualmord vorzuliegen schien. Hilsner wurde, obwohl lediglich einige Indizien gegen ihn Vorlagen, vom Kuttenberger Gericht zum Tode verurteilt — die Wiener und Prager Antisemiten triumphierten . . . Masaryk hatte sich zunächst um die Polnaer Angelegenheit nicht weiter gekümmert. Seit er H. Stracks grundlegendes Buch kannte, war .für ihn daS ganze Thema „Ritualmord* erledigt. Er sah in all diesen Prozessen nur Auswirkungen desselben Aberglaubens, der einst in seinem eigenen Heimatdorf geherrscht hatte. Als kleines Kind hatte er von seiner Mutter — Masaryk stammt aus den allerbescheidensten Verhältnissen; sein Aufstieg zu den Höhen der Philosophie und der Staatskunst verdient darum unsere besondere Bewunderung — gehört, daß die Juden eben zu Ostern christliches Blut brauchten. Daraufhin hatte er. als er zum erstenmal mit Juden zusanuucnkam, diesen in seiner kindlichen Logik auf die Finger gesehen, ob wirklich Blut daran klebe. Erst allmählich, so berichtet er, habe er die Scheu vor den Juden überwunden. Die Reste dieses Vorurteils mögen sich wohl in seiner Wiener Studentenzeit verloren haben: damals war er Erzieher im Haus eines angesehenen jüdischen Bankiers. Auch der Umgang mit dem hervorragenden Philosophen Th. G o m p e r z. der ihn vielfach förderte, dürfte ihn eines Besseren belehrt haben. Seitdem hat er. dessen Geist alle großen Kulturen der modernen Welt umspannt, gerade auch deutschjüdische Autoren immer wieder studiert; Heine und Börne, Moritz Hartmann und Jakob Wassermann sind ihm gleichermaßen gegenwärtig. Und den Juden seiner Heimat hat er 1900 das Zeugnis ausgestellt, sie stünden moralisch zu hoch und gehörten zur Elite des Judentums überhaupt „wie kann man ihnen den barbarischen Ritualmord imputieren*! Als Masaryk auf die schändlichen Einzelheiten der „Hilsneriade* aufmerksam gemacht wurde, begann er sich doch sehr gründlich dafür zu interessieren. Bald erkannte er. daß „der Dreyfus- Prozeß im Polnaer Prozeß seine psychologische Fortsetzung gefunden hat*, und beschloß zu handeln. Er ging in das Büro der Wiener „Zeit* und bot dieser eine große Veröffentlichung über den Fall an. Der Redakteur, Isidor Singer, hatte Bedenken nicht gegen den Aufsatz, sondern gegen Masaryks Autorschaft; wenn dieser persönlich für Hilsner einträte, würde man ihm nachsagen, er wäre vor; den Juden bestochen, und dann wäre c8 um seine politische Laufbahn geschehen. Doch mit seinen Argumenten kam Singer bei dem neuen Zola nicht an den Rechten; Masaryk ließ nicht nach. Sein Pamphlet „Ueber die Notwendigkeit der Revision des Polnaer Pro» zesies* erschien also und hatte genau die von dem Redakteur erwartete Wirkung;. eZ. .hagelte nur so Verleumdungen. Die Prager Nationalisten rasten. 1200 Studenten rotteten sich zusammen, um den bösen Profesior an der Durchführung seines philosophischen Kollegs zu hindern. Da Masaryk Lei ihrem Geheul und Geschrei nicht zu Worte kommen konnte, schrieb er — zur Abwehr perfider Behauptungen — an die Tafel, er sei nicht bestochen und habe auch nicht seinen Namen für eine fremde Arbeit hergegeben. „Ich habe durch gewissenhafte Studien erkannt, daß die Durchführung de8 Polnaer Prozesses direkt ein Attentat auf Vernunft und Menschlichkeit ist. Ich habe ohne Diplomatie die Freiheit des Denkens und Fühlens verteidigt und werde es immer tun.* Die verhetzten Studenten ließen sich durch diese Erklärung nicht beruhigen; da auch an den folgenden Tagen die Demonstrationen sich fortsetzten, stellte Masaryk seine Vorlesungen einstweilen ein. Seinen Kampf für Hilsner führte er nun mit verdoppelter Kraft und Entschlossenheit weiter. Er besichtigte den mutmaßlichen Tatort bei Polna. studierte die Sachverständigengutachten und daS Prozeßprotokoll bis zum letzten I-Tüpfelchen, holte den Rat führender Fachleute ein und faßte dann seine Uebcrzeugungen in einer neuen Schrift „Die Bedeutung des Polnaer Verbrechens für den Ritualaberglanben* (Verlag H..S. Hermann) zusammen, deren Scharfsinn man noch heute bewundern muß, zumal der Verfasser ja ein forensischer Laie ist. Er kennzeichnete einleitend - daS Ritualmordmärcheu als „eine Schmach der Zeiten, eine brennende Anklage des offiziellen' Christentums, die offene Tür alles übrigen Aberglaubens.* Dann deckte er die unzähligen sachlichen Widersprüche auf. in die sich die vom Ritualmordwahn mitersaßten ärztlichen Gutachter verwickelt hatten, schilderte die geradezu grotesken Mängel des ganzen Polnaer Verfahrens und kam zu dem Ergebnis, daß der kulturelle, religiöse, medizinische und juristische Schandfleck dieses Prozesses durch eine energisch und sachlich geführte Revisionsverhandlung beseitigt werden müßte. Ueber die tieferen Motive seines Kampfes hat Mäsaryk im Roichsrat erzählt, er habe nicht Hilsner, sondern die Christen vor dem Aberglauben verteidigen wollen. „Ich bin aber aufgetreten, nicht um die Juden zu schützen, sondern, um unserm Volke das Abergläubische zu nehmen, weil jeder Aberglaube, und zumal dieser Aberglaube, nach meiner Ueberzeugung schädlich ist.* Mit leidenschaftlichen Worten hat er sich dann aber auch gegen den ganzen Antisemitismus gewandt — man lese den Passus in Ernst RychnovskyS vortrefflicher Masaryk-Biographie nach — und hat weiter betont, wenn er je in seinem Leben mit etwas zufrieden gewesen sei. so mit seiner Haltung im Polnaer Fall. Noch einmal ging'er gegen die Ritualmordlüge an, als Ende 1913 in Kiew der Fall Beilis schwebte. Damals trat er als Redner in einer großen Protestversammlung auf und erklärte: „Für die Kultur ganz Europas kann es nicht gleichgültig sein, daß dieses Märchen fortdauert, dieses Rückgrat des Antisemitismus bestehen bleibt.* Es ist nicht unsere Aufgabe, das staats, männische Wirken Masaryks zu beurteilen; wer sich selbst ein Bild davon machen will, lese des Präsidenten Erinnerungen, die unter dem Titel „Die Weltrevolution* deutsch bei Erich Reiß (Berlin) erschienen sind. Wir begnügen uns hier . mit dem Wunsche, der 85jährige, der eben erst dank seiner bewunderungswürdigen Elastizität eine ernste Erkrankung überwunden hat, möge noch lange seines Amtes walten. Denn seine abgeklärte Persönlichkeit ist die stärkste Bürgschaft dafür, daß in der Tschechoslowakei die antisemitischen Strömungen, die sich unlängst beim Prager Hochschulkonflikt wieder einmal bemerkbar machten, nicht zur Vorherrschaft gelangen. F. H. * Anläßlich des 85. Geburtstages des Präsidenten der Republik fanden in allen Prager Synagogen Festgottesdienste statt, in denen das Leben und Wirken des Präsidenten der Republik besonders gewürdigt wurde. Die Gottesdienste wurden mit der SiaatshymNe abgeschlossen. fr j 'ASM Reue EMMM mr die Lage In einer Konferenz der Wiener Auslandsjournalistcn. die im Bundeskanzleramt stattfand, berichtete der österreichische Außenminister Bergor-Walden egg über den Staatsbesuch, den er zusammen mit- Bundeskanzler Dr. Schuschnigg in Paris und London abgestattet hat. Der Minister führte aus, er habe bei dem Staatsbesuch erklärt, die kulturellen und religiösen Minoritäten genösien in Oesterreich volle Freiheit. Was von ihnen verlangt werde, sei nur/ daß sie sich zum Staate bekennen. Jene Minderheiten, die sich irgendwie dem Staate entgcgenstellten, hätten, wie jeder andere Staatsbürger, mit den gesetzlichen Maßnahmen zu rechnen; .solche Minderheiten könne man nicht brauchen. Oesterreich sei geradezu beispielgebend für den Schutz der Minoritäten, die über nichts zu klagen hätten, wenn sie sich dem Staate einsügtcn. Vor feiner Abreise au8 London hatte Dr. Schuschnigg einem Vertreter der I.T.A. gegenüber Erklärungen abgegeben, ans denen man Einzelheiten über die in Paris und London gemachten Mitteilungen entnehmen kann. Ter Bundeskanzler führte im Verlauf der Unterredung aus, daß es für Oesterreich eine Judenfrage im eigcntlichen Sinne des Wortes nicht gäbe. Maßnahmen, die an manchen Stellen einen anderen Eindruck erweckt hätten, feien nur von politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten diktiert worden. Die Gründe für den hohen Anteil der Inden an gewissen Bernfszweigen seien ihm, dem Minister. natürlich bekannt. Menschen, die einen Erwerb suchten, seien aber nicht geneigt. Ueberlegungen geschichtlicher Art anzustellen. Dadurch seien die Schwierigkeiten in den j u r i st i s ch e n und medizinischen Berufen z: B. entstanden. Es habe daher auch im Interesse der Juden selbst gelegen, den Zutritt zu diesen Berufen einzuschränken. Erworbene Rechte seien hierbei nicht beeinträchtigt worden und würden es auch in Zukunft nicht werden. Beim Zusammenbruch der großen'Banken sei die Regierung genötigt gewesen, neue Männer an die Spttze jener Institute zu berufen, Personalverminderungen vorzunehmen. Juden und. Christen seien von diesen Maßnahmen in gleicher Weise betroffen worden. Dasselbe gelte für Industrie und Handwerk, wo durch die Einführung eines Qualifikationsnachweises gewisse schädliche Elemente zugunsten des alteingesessenen Handwerks und Kaufmannstandes ausgemerzt worden seien. Das neue Regime habe versucht, die Verwaltung der Stadt Wien von sozialdemokrati- . schen Einflüssen zu befreien. Es Uetze sich schwer feststellen, inwieweit der einzelne sich seinerzeit dem Sozialismus aus wirklicher Ueberzeuaung angeschlossen habe. Soweit durch diese Maßnahmen Unrecht geschehen sei, habe man versucht, es wieder autzumachen. Zweifellos habe auch eine Anzahl jüdischer Aerzte unter diesen Maßnahmen gelitten. Die von gewissen Kreisen vorgeschlagene Aus- Weisung von „O st i u b c n* sei von der Regierung nicht in Betracht gezogen worden. Es gäbe eine Reihe von Gründen, die eine solche Maßnahme unmöglich machten; sie würde einen Teil der Bevölkerung treffen, der seit 20 Jahren in Wien lebt und dort Wurzel gefaßt habe. Diese Menschen seien auch zu alteingesessenen jüdischen ■ Familien in verwandtschaftliche Beziehung getreten und seien mit ihnen in einer Weise ver-' bunden, daß ihre Ausweisung eine bedauerliche Wirkung auf tue gesamte österreichische Judtznheit' hätte. Außerdem hätten diese Juden auf. ihre frühere Staatsangehörigkeit verzichtet und seien „heimatlos* geworden; infolgedessen würde" tsine Ausweisung völkerrechtliche Komplikationen herbersübren. Darum entbehrten alle Gerüchte über ' dre Anwendung solcher Maßnahmen absolut jeder Grundlage und die an sie geknüpften Befurch, tungen seien vollständig unbegründet. Daß die Jahl der in ö fentlichen Diensten beschäftigten Juden sehr klein sei. muß auf dre historische Entwicklung zurückgeführt werden. Diejenigen Juden ober, die in öffentlichen Aemtern Anstellung gefunden hätten, könnten, entsprechend ihrer Tüchtigkeit und den von ihnen geleisteten Diensten, hohe und sogar höchste Stellungen erreichen. Es gab und gebe noch jüdische Ministerialräte, sogar Direktoren verschiedener Zweige des öffentlichen Dienstes, denen höchst wichtige Ausgaben anvertraut seien. Würde die Negierung alle gegen die Juden in ber Presse oder bei öffentlichen Kundgebungen gerichteten Angriffe verbieten, so würde dies als ein Beweis einer Parteilichkeit angesehen werden, die im Gegensatz stünde zu den von der Regierung verfolgten Zielen. Alle antisemitischen Zeitungen und Flugschriften, 'in denen Angriffe über die zulässige Grenze hinausgehen, werden regelmäßig beschlagnahmt. Weder die österreichischen Juden, noch ihre Glaubensgenossen im Ausland, so heißt es in der Erklärung zum Schluß, haben einen Grund, Befürchtungen betreffend die Zukunft der Juden in Oesterreich zu hegen. Die wiederholt von der Re- - gierung gegebenen Versicherungen, daß sie keinerlei Maßnahmen zu treffen beabsichtige, die die Rechte der jüdischen Bürger Oesterreichs beeinträchtigen, sollten ihnen volle Zuversicht geben. Im Zusammenhang mit diesen Erklärungen ist es interessant, daß der Jüdische Volks, bund in Oesterreich dem Bundeskanzleramt in diesen Tagen eine Eingabe überreicht hat. in der im Zusammenhang mit den Schmähungen gegen das Judentum und die B Religion Rechtsschutz durch eine entlde Novellierung des Strafgesetzbuches verlangt wird. Es muffe, so heißt es rn dieser Eingabe, jedem einzelnen Angehörigen und jeder Organisation einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschast die Möglichkeit >gegeben werden, Schmähungen und Beschimpfungen eben der Gemeinschaft, der er angehört, auf dem Wege der Privaklage zu verfolgen und Bestrafung zu begehren. # Der spanische Außenminister hat im Aufträge des Präsidenten der spanischen Republik dem jüdischen Tonmeister Ludwig Heß aus Berlin den Orden „Caballero de la Orden de la Republica* mit einer Ansprache Persönlich überreicht. * Der vom Verband der jüdischen Gemeinden Italiens mit der Ordnung der Bibliotheken und Archive der italienisch-jüdischen Gemeinden beauftragte Historiker und Bibliograph Dr. Jesajah Sonne hat in der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde von Ferrara ein bisher unbekanntes Manuskript Leon ba Modenas entdeckt. Das in den Jahren 1600 bis 1601 niedergeschriebene Manuskript ist ein Kommentar zu den Sprüchen in Form von Vorlesungen, die er seinen Schülern hielt. Das Manuskript enthält auch Kommentare seiner Schüler Rabbi Asarjah Figo. Rabbi Abraham Lomdroso und Rabbi Jacob Lbadjah. * Der auf Wunsch des Staatspräsidenten der Türkei, Kemal Attatürk, in daS türkische - Parlament, als Vertreter der Juderiheit gewählte . Deputierte Dr. A b r e v a j a wurde in Smyrna -aeboren und ist jetzt 55 Jahre alt. Er ist Pro- , fessor für Pathologie an der Universität Istanbul. . Seit 1909 ist er Mitglied der obersten Hygienekommiffion der Türkei.' Er wurde nun auf der "Liste" der regierenden Dolkspartei im Wahlkreis c / / Zu haben in den guten Fachgeschäften Anatolien ins Parlament gewählt. Unter den Juden der Türkei herrscht Befriedigung darüber, daß sie, zum erstenmal, einen aus ihrer Gemeinschaft im türkischen Parlament besitzen. V Der Berner Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zion* wird am 29. April im Affisensaal in Bern wieder ausgenommen werden. * Auf Grund der im April 1934 vom Parlament des Staates Manitoba einstimmig angenommenen Novelle zum Gesetz gegen Verleumdung, durch die jedem Angehörigen einer Nasse oder eines Glaubens Klagerccht bei Kollektivbeleidigung seiner Gemeinsamkeit eingeränmt wird, wurde der kanadische Nationalist und Herausgeber einer antisemitischen Zeitung, William Whittaker, durch Gerichtsurteil verpflichtet, keinerlei gegen die Juden gerichteten Verleumdungen mehr zu veröffentlichen. Der unmittelbare Anlaß für die Erlassung des Gesetzes war der Wunsch, der antisemitischen Propaganda entgegenzutreten und insbesondere die Verbreitung der „Protokolle der Weisen von Zion* zu verhindern. - Enmd!ose MMWMlWrMg , - Im Anschluß an eine Meldung über die Verurteilung eines jüdischen Viehhändlers wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 16 000 RM bemerkt der „Westdeutsche Beobachter* in Köln, daß „jedes neue Berbrcchcn des Juden- Packs . . . eine ernste Warnung für die ser*, die sich mit Juden in geschäftlichen und gesellschaftlichen Verkehr einlassen. Statistische Aufzeichnungen beweisen, daß der Anteil der Juden an Verbrechen und Vergehen aller Art im Verhältnis zu ihrer Bevölkernngsstärke außerordentlich hoch ist. Es ist also keine ungerechtfertigte Verallgemeinerung eines einzelnen Falles, wenn man dem Judentum in seiner Gesamtheit mit größter Zurückhaltung gegenübertritt. Wer die Geschichte und vor allem den jüdischen „Moral*kodex, den Talmud nnb den Schulchan Aruch kennt, weiß, daß für den Juden geradezu das Gebot besteht, den Nicht-Judcn zu begaunern. (Hier irrt der „Westdeutsche Beobachter* besonders. D. Schrift!.) Es ist daher kein Zufall, daß die Zunft der Barmat. der Sklarek und Kntisker nicht ausstirbt imb daß immer neue jüdische Parasiten entstehen. Während jüdische Emigranten in Prag, iu Paris und New-Iork in der schmählichsten Art und Weise gegen das neue Deutschland hetzen, während das Judentum des Auslandes zum Boykott deutscher Waren in der ganzen Welt aufruft, wagen eS die Mitglieder derselben Nasse, in' Deutschland ihr Schacher- und Gaunertum unentwegt sortzusetzen, begünstigt durch den Leichtsinn und die Dummheit mancher Kreise, die immer noch nicht die Gefahr des Weltfeindes erkannt haben, die durch Unterhaltung geschäftlichen Verkehrs mit jüdischen Händlern und Geschäften dem Ganner- und Verbrechertum sogar noch wesentlichen Vorschub leisten. Das Urteil gegen den Viehjuden ... mag allen denen die Angen öffnen, die bisher die nationalsozialistische Einstellung zur Judensrage als ungerecht und übertrieben angesehen haben.* Es scheint uns, als ob auf die Steuerhinterziehung eines einzelnen, die wir aufs schärfste verurteilen, und die;a auch, wie wir lesen, gerichtlich' geahndet worden ist, allzu viel politisches, außenpolitisches und weltanschauliches Gepäck geladen jvorden ist. Ser »Tag brr jüdMen Fugend" ' verschoben Wie der NeichSausschuß der jüdischen Iugendderbände mittcilt, ist der von ihm auf den 1». und 11. März einbcrufene „Tag der jüdischen Jugend* auf einen späteren Termin verschoben worden. WrmüÄLM SAm EliiMrM - Das Recht zur Aufstellung und Vermietung von Y Stühlen auf städtischem Straßenland soll auf ein' Jahr für den Bereich des Bezirksamtes Berlin-*; Mitte^ vergeben werden. - In der entsprechenden; Ausschreibung, die der Bezirlsbürgermeister des .' Verwaltungsbezirks Mitte im Amtsblatt der Stadt Berlin erläßt, heißt es, daß Bewerber, die Angebote abgeben wollen, den amtlichen Nachweis ihrer, arischen Abstammung zu führen haben. Der Llrlerrmragcavb der D. T. Der Führerstab der Deutschen Turnerschast gibt eine Einheitssatzung bekannt, die in der ver-- öfsentlichten Fassung von den angeschloffenen-Ver- ' einen anzunehmen ,st. § 2, der sich über Zweck und Ziel eines Turnvereins ausspricht, enthält unter andcrm folgenden Satz: „Ter Verein lehnt Bestrebungen und Bindungen klaffcntrennendee und konfessioneller Art ab. § 4 lautet: „Mit-.' Glieder des Vereins können nur unbescholtenst putsche werden Als Deutsche gelten nur Volksgenossen, deren Eltern und Großeltern Arier sind/ Haopta-hrlltleUerr vr. Alfred Blrsehberg; Stollvertr. Dr Margarete Edelbe.m Beide :q Berlin Für Rücksendung unverlangter Manuskr.pi# Ist Freiamrchlag beizufücen Leiter der Anzeigen- Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Friedrich Nathan. Berlin.. 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