Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 9 (28.2.1935)
- Date
- 1935-02-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2277379-2278097-2278106--09252-2290354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.f ipn -finnci i-Boiwan L-i'^LlvJv—JiiLk 23. Februar Kleine öntrrhalMg M Lols Barr Eure knappe halbe Stunde vor dem Start zum Internationalen Schwimmwettkampf des „Ataklabi" im Berliner Stadtbad Wedding. Lolo Gx»er, die akademische Weltmeisterin im 200r u stschw im me n vom Jahre 1930, sitzt da und nü-^' ein großes Abzeichen auf ihren Badeanzmg. „Haben Sie gar kein Lampen- bzw. Wasserfieber?" frage ich. „Nein. Das wäre auch unberechtigt. Vs geht uns ja eigentlich heute weniger um einzelne Rekorde als um die Tatsache: jüdischer Sport: natürlich sind auch für seine Belebung Höchstleistungen erstrebenswert und unerläßlich." Eine weitere, ziemlich banale Frage meinerseits: „Was haben Sic eigentlich für die nächste Zeit vor, Fräulein Baer?" Und eine tu solchem Fall keineswegs landläufige Antwort: „Ich möchte auf den ganzen Wcttkampfsport verzichten zugunsten des allgemeinen jüdischen Sportes in Deutschland. Wir haben sehr wenige jüdische Sportlehrer und brauchen sie dringend; ich mochte mich dazu ausbildcn: dann ist cs natürlich mit dem Spezialspvrt vorbei, das weiß ich. Aber schließlich ist es eine Aufgabe, die sich lohnt. Wir tnüssen alles dransetzen, heute mehr denn je. die jüdische Jugend in Deutschland zu stählen, itnb zwar vernünftig und sinngemäß, und ihr den für ihren Lebenskampf unerläßlichen Pioniergeist einzngeben: dazu gehört sportliche Pflege und Schilling in erster Linie." „Welchem größeren jüdischen Verband haben Sie sich angeschlosscn, Fräulein Baer? Sie gehörten doch früher immer einer. paritätischen Bereinigung an, nicht?!" „Ja; ich war immer der Meinung, man müßte so lange wie möglich auch dabei bleiben; denn dadurch allein kann man die Umwelt von seiner Wertigkeit überzeugen; auch heute verbindet mich noch treue Freundschaft mit vielen meiner damaligen Spvrtkantcraden. Rach dem Umbruch kam natürlich für mich nur der Sportverband des RjF in Betracht, in dessen Nahmen ich heilte arbeite unb auch in Frankfurt eine Jugendabtcilung der Schwimmerinnen trainiere: diese jungen Menschen sind, soweit sie sich überhaupt jemandem angcschlossen haben, zum größten Teil im Bund Deutsch-Jüdischer Jugend, und ich kann mit Freude feststellen, daß gerade sie in der Ausbildung meine Besten sind. . . Aber jetzt tnüssen Sie mich entschuldigen, ich muß mein Köfferchen packen" — und eine gttte Stunde später startete Lolo Baer zttm 100-Meter-Brustschwimmen und hatte wieder mal gesiegt. Hilda Marx. Verlaus und Ergebnisse Das Schwimmsest brachte neben den besten jüdischeu Schwimmern Deutschlands die international allererste Masse darstellenden Schtviuutter von H ag i b v r (P r a g) und B. A. C. (B u d a p e st) an den Start, unter denett sich der mehrmalige Landesmeister und Europazwcitc Abeles (Prag) und der mehrmalige akademische Weltmeister und Europa- Vierte Szekelh (Budapest) befanden. Naturgemäß hatten unsere deutschen Vertreter gegen diese Gegner keine Gewinnchancen, doch trösteten das hervorragende, ja begeisternde können der Ausländer und der tapfere Widerstand der detitschen Schwimmer darüber himveg. Von den deutschen Teilnehmern erwiesen sich die Schwimmer der B. S. G. 33 (im RjF) als die erfolgreichsten. MN HO Ulf feil Sie vermochten obendrein sämtliche Jugcndkonkurrenzen überlegen zu gewinnenwobei ganz besonders die erst 14jährige Gisela Schneider zu gefallen wußte, die auch im Damen-Brustschwimmen hinter so guten Schwinnnerinnen wie der ehemaligen akademischen Weltmcisterin Lolo Baer (Schild, Frankfurt a. 'MI, Wolfs (Offenbach) uitd Si orn (B. S. G.) vor der besten Bar Kochbanerin Glaß (Berlin) zu einem beachtlichen vierten Platz kam. Höhepunkte des großartig organisierten Festes stellten die 3 mal ütl-Meter-Lagenstaffel dar, in der Szekelh über 60 Meter Brust gegen seinen großen Gegner Abeles einen entscheidenden Vorsprung in hinreißendem Stil erkämpfen konnte, die Schwcllstaffcl, in der Tichauer (B. S. G.) auf der letzten Bahn gegen den Schlußmann der Makkabi-Reichsstasfel einen knappen Sieg für die B. S. G. herausholte, die 3 mal 100- Meter-Erawl'Staffel, in der sich die Makkabi- Reichsstaffcl zunächst gegen ihre, großen Gegner Hagibor Prag I und lt beachtlich hielt, dann aber durch ihrett allzu schivachen Schlußmann Cahtt glatt verlor, und das Wasserballspiel, in dem in einem Exhibitionmatch die Prager dank ihrer vollendeten Technik und Kombination gegen die an und für sich schnelleren Budapester hoch mit 6:1 (3 :0) Toren Sieger blieben. Doch boten auch die Eittzelkätnpfe hervorragenden Sport: bei ihnen hatten allerdings bei den Herren die Ausländer den Sieger unter sich auszmnachen. Besonders beachtlich die Zeit von Szekelh. der ohne sich anzustrengen für die Uw-Meter-Crawl nur 1.04,6 benötigte, der überlegene Sieg von Abeles im 200-Mcter- Brnstschwiinmen in 3.04,2 und die Zeit des Ziegers. Getreuer (Prag), im 400-Meter-Crawl in 5.37,2, die sich auf jedem Schwimmsest ohne weiteres sehen lassen können. Sehr großen Beifall fand auch das Schanspriugen, in dem uebett dem früheren brandenbnrgischcn Meister Leiser (B. S. G.), der Prager Beck vor allein mit seinem eineinhalb Salto rückwärts und der erst 15 Jahre alte Kirchner (B. S. G.) immer neue Beifallsstürme entfesselten Alles in allem ein musterhaftes Fest, durch dessen' Veranstaltung der Makknbi dem gesamten jüdischen Schwimmsport einen großen Dienst geleistet hat. Ergebnisse: Männer: 300 Meter Rücken: 3. Klauß (VAE Budapest) 1,18.4: 2. Beran (Hagibor Prag'» 1.2t.»: 3. Mehscl 0820 33 Berlin) 1.25.0. — 400 Meter Crawl: 1. Getreuer (Hagibor Prag) 5.37 2; 2. Beck (Hagibor Prag) 5.46.0: Szabo (VAE Budapest) ausgegebon. — 200 Bieter Brust: 1. Abeles (Hagibor Prag) 3.04,2: 2. Goldschmidt (Frankfurt a. M.) 3.08.5. — 100 Meter Crawl: 1. Szekely (VAE Budapest) 1,04.5: 2. Reiner (Hagibor Prag) 1.06.8; 3. Led.'rer (Hagibor Prag) 1.07,1. — Schwellstaffel: 1.582(5 331 (H. Lewin. Arnhold. Tichaucr) 4.34.8; 2. Makkabi- Reichsstasfel 4,36.0; 3. »2(5 3311. — 3X100 Meter Crawl: 1. Hagibor Prag I (Beran, Getreuer. Sabudko) 3,33.3; 2. Hagibor Prag 11; 3. MakkabirRcichsstaffcl. — 3 x50-Pietcr-Lagenstasfel: 1. VAE Budapest (Klauß. Szekelh, Szabo) 1.42,4; 2. Hagibor Prag (Beran.' Abeles. Sabubko) 1.44,1: 3. BS(5 33 I (Kabden. Lcwin, Flörsheim) 1,19,1. — Damen: 100 Meter Brust: 1. Baer (Schild Frankfurt a. M.) 1.35.8; 2. Wolff (JSB Offcnbach» 1.35.9: 3. Korn (BSE 33) 1.40.0): 4. Gisela Schneider (BSG 33) 1,44.2. — 4X50 Nieter Brust: 1. »2(5 33 1 (Schneider. Bernhardt, Freund. Korn) 3.17.8; 2. Bar Kvchba l 3.34.8: 3. BSG 33 1 k. — Juni v ren : 100 Nieter Br»rst: 1. Arnhold 1,30,8; 2. Korn 1.35.8: 3. Ficgel 1,36,4 (sämtlich BSG 33). — Juniorinnen: 50 Nieter Brust: 1. Gisela Schneider (BSG 33) 47.6; 2. Landauer (Bar Kochba Hamburg) 48.3: 3. Gotthold (Bar Kochba Hamburg) 48.8. — A l t e H c r r e n : 50 Meter Brust: 1. Gottschalk (BSG 33) 45,3; 2. Böhm (Bar Kochba Berlin) 49.1. H. A. C. AndreaiWeUsgerber im Atelier bei Max Liebermann Der bekannte Vie/in* virtuose spielt im Rahmen eines Sonder• honxerts des Berliner Kulturbundes am 11, Marx IlilllillllllllllllltlllltlllllllltllllllllllliiilllSlllllllllllllllllllllililllllllllllllllüllllilllllllllUllllllllililllilllllliilillillllllllllllllilililllllllllll'llllllllllllllllll MMO» KariKßKpKM Aus der neuesten ZeilsSristen-Llleralur Die Zeitschrift „Jüdische W o h l f a h r t s - pflege und Sozialpolitik" leitet ihren 5: Jahrgang mit einer Uebersichtsskizze über die rvescntlichen Gesichtspunkte und Aufgaben der jüdischeu Sozialarbcit im Jahre 1935 eiti. Zu Beginn ioird festgestellt, daß das vergangene Jahr für die deutschen Juden neben neuen Erschütternngen eine gewisse Konsolidierung erfahren hat. Diese Konsolidierung hat eine Planung der jüdischen sozialen Arbeit aus etwas längere Sicht möglich gemacht. Au erster Stelle wird die Wirtschaftshilfe hervorgchoben, als deren stärkste Stütze die Kleintredithilfe gilt. Die Wirtschaftshilfe wird sich weiterhin, vor allem im Interesse der Jugendlichen, die Berufsausbildung und Berufsumfchichtuug angelegen sein lasten. Vordringlich ist dje Sorge für die aus dem Wirtschaftsprozeß ausgegliederteu jüdischen Menschen. In erster Reihe wird au die Schaffung und Wahrnehmung von Arbeitsmöglich' feiten in Deutschland gedacht. Man rechnet mit einer stärkeren R ü ck w a n d e r u n g. da die Arlteitsmöglichteiteu im Auslände beschränkt sind. Die Auswanderung wird sich nach den Erfahruugen der ins Ausland Gegangenen stärker auf die entlegeneren Gebiete erstrecken und daher eine größere Belastikng als bisher darstellen. Eine besondere Rolle wird auch in Zukunft die Palästina- Wanderung spielen. Von der Wohlfahrtspflege, die im Rahmen des Hilfs- und Aufbauwerks wieder eine umfassendere Bedeutung gewinnt, soll die Anregung zu einer sozialpädagogischeu Aktion zur Umgestaltung des Lebensstandards gewisser Schichten nnsgehen. Erwähnt werden rtoch die Frage des Nachwuchses für die Svziälnrbert. das Schulwesen nnd die Erwachsenenbildung. In deni gleicheti Heft referieren Siddh Wronsly über „Wege der Wohlfahrtspflege in Palästina". Tr. Hilde Otteuhcimcr über „Entstehung und Entwickliing der jüdischen Erzichungssürsorge in Deutschland" und Dr. Adelheid Lcvy über die Praxis der jüdischen Wohlfahrtsarbeit. Die „Informationsblätter" des Zentralausschusses für Hilfe imd Aufbau unterrichten in ihrer Februar-Nummer u. a. über Fragen der Arbeitsbeschaffung für deutsche Rückwanderer, ausländische Arveitnehmer, landwirtschaftliche Wanderarbeiter, gelernte Metallarbeiter, ferner über iteuc Durchführungsbestimmungen zur Kleiurentnerhilfe, die Neuregelung der Umsatz-, Bermögcus- und Körpcrschaftsstcuer. int übrigen über Vorgänge und Anordnungen ans den Gebieten der Sozialpolitik, Wohlfahrtspflege. Wirtschaftspolitik. Kulturpolitik und der allgemeinen Staatsverwaltung. Im „Jüdischen Handwerker' (Februar 1935) werden die Stellung und die gehobene Bedeutung des Mittelstandes im deutschen Judentum allgemein behandelt. Für ihn gilt es, führend und handelnd innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu wirken und sich die berechtigten Ansprüche zu sichern. E. G. L. Aus den Vorkragsälen. Max W!«sr: MiMNidrS' Sltnssn um dos Allem Tie Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums setzte ihre Maimonides-Bortragsrcihc mit Ausführungen von Rabbiner Tr. Mar Wiener über „Das Ringen um das Shsteni" fort. Wiener ging von der Frage aus, ivas Maimvnidcs und feine Lehre dem Ji^>entiün voll heute bedeuten könnten. Das Denkgebäude des Maimonides wies zwei Teile auf, einen rationalistischen und einen religiösen. Das Problem Feiner Tcnkerpersönlichkeit ist die Bereinigung dieser beiden Teile in der Einheit eines Sl)stems. Maimonides fragte nach Wiener über die bloße Auslegung hinaus nach den „Gründen" des Religionsgesctzes, nach den göttlichen Motiven. Er fühlte in sich die Verpflichtung. Gott zu erkcnneil und zu durchschauen. Die Lehren des Aristoteles und des Plotin von dem vernunstgentäßen, geistigen, in seiner Reinheit unnahbaren und darum iveltüberlegenen Gott, ben kein Band mit dein Irdischen verbindet, bog er ins Jüdische um: Der philosophische Gott dieser Denker wurde und blieb bei Maimonides der Gott des Juden, der Jude bleiben wollte, jener Gott, der die Welt liebt und sie schuf. „CAMAJO'MKAFFEE-CiROSSROSTERF.r Carl Max Josephs I BREMEN 4 JW Vertreter werden noch eingekeilt. —»»■ . Andel und das alte Aament In einem Aufsatz „Händel imb das Alte Testament" von Ernst Zander in der „Allgemeineti Musikzeitung" vom 22. Februar, spricht der Verfasser davon, daß trotz der Entscheidung der Reichskulturlammcr bezüglich der llnbcdeuklichkeit, Händclsche Oratorien nach alttcstamcntlichcn Texten aufzuführeu, in der Praxis hier ein „stiller Boykott" festzustellen sei. Zander sagt weiter: „Die Abneigung gegen alles Semitische schien sich damals vom religiösen oder rassischen Gebiete atrch ans das Gebiet der Kunst zu übertragen. Kvnsegncnterweise konnte sich das nicht etwa aiif das mnsikalische Gebiet beschränken, sondern hätte auch vor den Meisterwerken eines Michelangelo. Rcmbraudt, Raffael nicht haltmachen dürfen. Man braucht diese Perspektive mir zu eröffnen, um die Unmöglichkeit eines solchen Uebergreifens von prinzipiellen Forderungen auf küusilerisches Gebiet einzusehen.' Zander zählt daun die Oratorien auf. denen Ereignisse der Bibel zugrunde liegen und kommt zu folgenden Feststellungen: „Schon die Aufzählung dieser Titel genügt, zu zeigen, welche Verarmung ein Ausführungsverbot zur Folge hätte haben müssen. Ein solches hätte nur dann eine Berechtigung gehabt, wenn in diesen Werken Verherrlichungen des JndentnmS zu scheu .... wären." V Bei der Eröffnung der Händel-Feier in Halle hielt Reichsleitcr Alfred Rv send erg eine Ansprache, die der „Völkische Beobachter" vom 23. Februar im Wortlaut wicdergibt. In dieser Rede heißt cs u. a.: „Aehnlich wie später ein Beethoven Ausschau hielt nach großen Dichtern, denen er sich als Musiker zugesetlen konnte, ähnlich wie Goethe nach großen Musikern für seine worttondrama- Ischcn Gedanken suchte, so sali sich auch Handel in seiner Welt um, um für seine kämpferychen Melodien ein Wortgehalt und eine wortdramatische Form zu finden. 5Da hat er dann bald nach dem einen, bald nach dem anderen Thcnia gcgrisfcii. hat einen „Armitiius' komponiert, einen „Julius Caesar' und einen „Tamcrlan', und wählte schließlich in Ermangelung großer Vorwürfe alttestamentliche Stoffe. Es muß für diesen Gestalter der'Töne schwer gewesen sein, Texte aus den Händen Zweitrangiger entgegenuehmen zu müssen und einen 'Gehalt mit Namen benannt zu sehen, die wenig der Art seines Wesens entsprachen. Der Messias des JndentnmS und der Messias Georg Friedrich Handels haben innerlich letztlich nichts miteinander gemeinsam, was wohl schon seine Zeit empfand, die ihn öfters den großen Heiden nannte. Die gervaltigen Fanfaren dieses Werkes sind ein kampssroher Siegesjubcl, den die europäische Seele, sei cs in England, sei es in Deutschland, iiruner begreifen wird. Selbst die Darstellung demütiger Zerknirschung, wie sie den Worten ausgcdrückt erscheint, findet bei Händel eine kraftgesättigte, abwehrbereite musikalische Deutung." Für uns ist die Bibel nnd ihre textliche Gestaltung begreiflicherweise kein literavisä)es Produkt. dessen Rang innerhalb der allgemeinen literarischen Produktion zu bemessen wäre. Ser siWViki'LiiMlurivLllbLwerb Für die Beteiligung des deutschen Schristtnms am künstlerischen Wettbewerb der Nationen zur Olympia 1936 wird ein vorbereitender A u s s ch e i d n n g 4 w e t t b c w e r b veranstaltet, der die Werke ermitteln soll, die Deutschland für die olympische Atlszcichnung vorschlägt. Veranstalter ist die Rcichsschriftt u m s k a m in e r. Zur Beteiligung sind veröffentlichte und unveröffentlichte Werke des Schrifttnins geeignet, die nach dem 1. Januar 1932 geschaffen oder veröffentlicht sein müssen und-. Beziehungen zmn Sport anfivcisen. Die Schöpfer der eingesandtcn Werke müssen deutsche, die Werke jn deutscher Sprache geschrieben sein. An dem Ausscheidungswettbewerb dürfen ans Grund einer Mitteilung des Reichsverbandes Deutscher Schriftstellcr e. B. nur Deutsche, keine Juden oder N i ch t a r i e r. sich beteiligen. Wche SvM wollen sie hören? Wie der „Aufstieg', BerlagSnachrichten von Bote & Bock. Berlin. 3. Jahrgg. Nr. 10, mittcilt. entschieden sich bei einer Rundfrage der Operndirektivn Leipzig, welche Opern die Anrechtsinhaber in erster Reihe zu sehen wünschten, bei etwa 1000 Antworten 75 für die „Afrikanerin' von Meyerbeer, 68 für die „Hugenotten" und 63 für OsfenbachS ,HoffmannS Erzählungen^ Das Bildnis des Oberstudiendirettors Dr. Otto Driesen (Frankfurt a. Main), das wir in der letzten Nummer veröffentlicht haben, war nach einer Zeichnung von Arthur G a l l i n e r. Frankfurt a. Main, hergestellt. Komrte und BortröM in MM Bei einer Veranstaltung bei Weil wurde ein Mendelssohn-Trio von-Grete Sultan (Klavier). Manritz van den Berg (Violine) und Ewel S t e g m a n n (Cello) in gutem Zusammenspiel dargeboten. Die Pianistin bevorzugt die gedämpften, trockenen Klangfarben, denen sie bei Beethoven mehr von dem vorgeschriebenen „expressivo" hätte bei- - mischen müssen; intensiver war ihr Dortraa bei Schumanns „Kreisleriana', deren Wiedergabe in der Vereinigung eines leidenschaftlichen Ueberfchwanges mit großer Klarheit in der Ansarbeitnna eine hochwertige Leistung darstellt. Ewel Stegmann spielte seine Sonate ein wenig nüchtern, wenn auch mit großem technischen Können, und der Geiger gab der delikaten Salonmusik der bekannten Cesar-Frank- Sonate des ihr zukommende klangselige Leuchten nnd die improvisierenden Freiheiten in der Gestaltung. Im Mittelpunkt eines Konzertes von Hans Baer, dos ein erfreulich großes Publikum hatte, stand Dvoräks fast nie gespieltes?-mc>N-Trio. Die Wiedergabe' durch Hans Baer (Klavier). Charlotte R v s e n (Bioliile), Godfricd Z c e l a n - der (Cello) ließ — das Ensemble war sä hoc zusammcngcstellt — naturgemäß manchen Wunsch hinsichtlich letzter Präzision und klanglicher Ausgewogenheit offen. Ueber diese Schwächen trug das frische Tempcrarnent der Spieler hinweg, und so kann bei den großen technischen Schwierig«' keiten dieses Stückes eine respektable Leistung an- - erkannt werden. Es war dankenswert, daß auch jüdische Komponisten mit einer Reihe von Liedern zu Gehör kamen; neben Schönberg ließ die oft reizvolle Chromatik in Stücken von Ludwig Schlesinger eine persönlichere Note erkennen. Diese Lieder und noch eine Reihe slawischer gab Lea Koppel (Alt) ansprecherid im Ausdruck und mit guten stimnilichen Anlagen. . Ungewöhnlich bedeutsam war ein Vortrag von Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky in der Synagoge Rvkestraße, der in dem Thema „Religion — heute' eine reiche Gedankenfülle - cheto«- risch meisterhaft zu entivickeln wußte. Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Intensität religiösen Erlebens bei den Juden der der Umwelt entspricht. schilderte der riiedner die beherrschende Stelluitg der Religion im Mittelalter, stellte in Gegensatz dazu die neuere Zeit, in der die steigende Wertschätzung der ralio, die hohe Bewertung der Wunder der Technik und der Naturwissenschaften die Religion scheinbar ersetzen konnten. Aber in der letzten Zeit kam mit der großen Unsicherheit wieder der Glaube an das Geheimnis, der Drang nach religiösem Halt. Umrahmt wurde der Vortrag durch drei der Bekenntnisse des Maimonides imb dem ' Pricstersegen von Jacob D y m o n t stimmungsvoll vertont, in der herben, selbständigen Linienführung des Orgelsatzes, dem deklamotorisch freien Fluß der gesanglichen Führung'. Gute Interpreten waren Oberkantor A h l b e ck und Hermarin Schwarz. L. A. Im Stcrnschen Konservatorium gab Susanne Landsberg -Holländer einen Aricnabeud. Die an sich durch ihr großes ungefüges Ntatcrial schiver zu dirigierende Stimme der Sopranistin ist, wie man erkennen kann, durch intensive Arbeit und starke musikalische Ecstaltuugsgabe zu einem machtvollen Instrument geworden, mit dem die Sängerin sehr klug und wirksam umzugehen weiß. Eine dramatische Szcire aus der „Adt-iernm Lceouvreur“ von Cilöa. in der auch der feinfühlige, intuitiv folgende Begleiter Herrmauu Ludwig am besten zur Geltung kam, wurde mit großartiger, eindringlicher Kraft gesungen. Mit energiegeladener Bogenführung, großem wuchtigen Ton spielte Loris Kroyt Handels L-6ur-Sonate. der Geiger opfert manche Feinheiten dem monnmentalen Aufbau des Gesamtwertes, und so entsteht eine mitreißende, geschlossene Wiedergabe, die allem Nebensächlichen fern bleibt. Mit dem „Barbier von Bagdad' hatte sich die Opernaemeinschast der K ü n st l e r h i I f c eine glückliche nnd dankbare Aufgabe gestellt; ' denn. . abgesehen von der Vernachlässigung durch die Operubühne, sind die musikalischen Kostbarkeiten der Oper von Cornelius für eine konzcrtmäßige Aufführung denkbar geeignet. Sehr sauber und sorgfältig hatte Ernst Ewald Gebert die Fragmente einstudiert, und da noch in.Kurt Rahmer ein Barbier vorhanden war, dessen Baß vom tiefen C an zweieinhalb Oktaven umfaßt, und der routiniert und humorvoll feine, tragikomischen Gesänge auf. dem