Seite der Jugend
- Journal
- Seite der Jugend
- Volume
- 1935
- Issue
- 2 (21.2.1935)
- Date
- 1935-02-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdischen Autoren stammen, die übrigen sind deutsche Volkslieder aus dem ld. Jahrhundert. Ein Beispiel, ein lautreres Kampfgespräch zwischen Bürger und Bauer über den Wert ihrer Stände, möge hier auszugsweise folgen. Ein Krieg hat sich gefangen an wo! /.wischen dem paucr und bnrgcrsmann; darvon ich itzundert wil heben an ein neues Lied zu singen, welcher wird gewinnen. Der Inirger spricht aus Übermut: mir sein so reich an geld und an gut, das man fiir uns tut rucken .den hut; man tut uns gar friindlieh griissen, tut tnenehen pauern viirdriessen. Ach. biirger, schweig itzun«!ert still und poch mit deinem gut nit vil: merk uf. was ich dir itzundert sagen will man rurket vor mencheni den hut, hot. kum drei heller im gut ... Der pauer ist docli der allerhest. er war der erst und bleibt der letzt, ir Inirger sind der pauern ges(; und wenn kein pauer nit. wäre stiind des bürgern kästen Irre . . , Adam, der war der erste mann, und da er aus der Erden kam. war er ein pauer um! ein ackersmann ir seid von pauern geboren, und tet es euch noch so zuren . , 4 „Bund oder Verein“ Mit der gleichen Frische mangelnder Oricnlierlheit, die mau der .lugend oft und g'rn vorwirft, wenn sie zu Problemen deutsrhjüdisclier (iegmnvart spricht, schildert das „(ietaeindehlalt fiir die jüdischen Gemeinden in Rheinland und Westfalen“ (Nr. 5 vom 1. Februar) in einem Aufsatz den Weg und die Entwicklung des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend. „Es gab schon immer“, schreibt, der ungenannte Verfasser, „Jugendvcrcine, und der Zusammenschluss der jüdischen Jugend war an sieh nichts Neues. Aber diese. Bewegung, die mit. der Gründung des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend die. allgemeine Aufmerksamkeit, auf sieh zog. schien andere. Ziele zu verfolgen. Der BDJJ konnte innerhalb eines Jahres 120 Ortsgruppen auf/.ielicn, das macht in jeder Woche zwei bis drei Gründungen. Es liegt auf der Hand, dass selbst eine grosse mit- Tris.HC.ndo Idee nicht solche Ausstrahlungen haben und mit solcher Schnelligkeit Anhänger und Führer um sich scharen konnte. Wenn man aber der Tatsache. Rechnung trägt, dass dieser Bund in enger Anlehnung an den ("cntral-Vercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und an den Keichshtmd jüdischer Frontsoldaten arbeitete, wenn man weiss, wie sehr diese Vereinigungen bemüht waren, in der Hoffnung auf Nachwuchs" die Jugend an sich zu binden, kann man über solch erfolgreiche, organisatorische) Arbeit nicht mehr erstaunt sein. . . . Wer .Symptome zu deuten weiss, der konnte eine Entwicklung ahnen, die nunmehr eingetretrn ist.,.. Gelegentlich einer Führerzusammenkunft des BDJJ, die zur Jahreswende .1Ü3D35 im Bröltalhaus stattfand, ist denn auch der Beschluss zu seiner Verselbständigung gefasst worden. Er bleibt eng befreundet mit den beiden Organisationen, die ihn geschaffen haben, alter er ist entschlossen, ein unabhängiges Eigenleben zu führen. Wir wissen nicht, was diesen Entschluss hervorgerufen hat, können uns aber sehr wohl vorstellen, dass es der bcslo Ausweg war, einem allseiligeu Liebeswerbcu auszuweiehen. . . ln der jüdischen Oeffeniliehkeit ist in den letzten Monaten schon manchmal über den Bund gesprochen worden, freundlich oder feindlich, und wir Hessen es schweigend hingehen, weil es an uns abglitt. Hier aber wird, inmitten zahlreicher wohlmeinend-ermahnender Worte, allzu deutlich, wie wenig manche Kreise im deutschen Judentum die echte Bewegung, die in unserem Bunde steckt, begriffen haben. Von allem Anfang an haben die Führer des Bundes sich zur Autonomie bekannt, und wenn hier oder dort eine Bestrebung auftrat, den Bund für irgendeine deutschjiidische Organisation in Anspruch zu nehmen und ihn als ihre Nachwuchs- und Erziehungsjugend zu proklamieren, so sind wir mit Schärfe und Nachdruck dagegen aufgetreten. Vielleicht weiss man beim ,.Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen“ noch nicht, was alles seit Lehnitz geschah und wie stark unser Wille ist, ein von den Envachsenen- Führerfager sw? der Skihütte Did Ortsgruppenleiter des Bundes aus Stuttgart und Ulm und fast alle Sportgruppenleiter des RjF aus Württemberg waren zu einem Ta? gemeinsamen Lernens und Skifahrens auf dio herrliche, kleine Miltdtal-Hütto des Stuttgarter RjF in den Schwarzwald gekommen. Am Samstag sprachen wir nach der Ilawdala über die Möglichkeiten jüdischer Arbeit. Jedes der vier Gebiete, Geschichte, Gegeuwarskunde, Dieses Lied gibt wie alle Lie'der der Sammlung und viele andere dieser Art Zeugnis von dem Verständnis der Juden für deutsche Gemütsliefe und ihre Teilnahme an den allge-. meinen Fragen. Solche Zeugnisse belegen nicht das literarische Interesse irgendeines vereinzelten Sammlers, sondern das tatsächlich allgemein: vorhandene Verlangen der Juden nach geistigem gegenwartsnahen Kulturstoff. Vor allem dies wollte ich hier zu verdeutlichen suchen, dass wir zu Recht unsere Verbundenheit mit deutscher Wesensart von der historischen Gegebenheit des Zusammenfalls politischer Ideen des vorigen Jahrhunderts mit dem prophetischen Ideal unserer Bibel unabhängig fühlen, dass vielmehr über diesen historischen Schnittpunkt hinaus die Kräfte unseres Lebens aus der Tiefe der Vergangenheit zu uns sprechen. Aber das Verdienst der Väter — das erscheint uns das innerste Prinzip jüdischer Geschichte — ist nicht der Kinder Erbe, sondern ihre Aufgabe. Es gebürt zum wesentlichsten Grundgedanken des Judentums, dass der einzelne in ihm seine Sinnbezogenheil durch das ilineingestelltsein in die Folge der Geschlechter erfährt und doch zugleich ein Individuum, ein Geschöpf Gottes ist. So wird dio Treue zur Religion der Väter wie die Treue zur Geschieht« nur dann ihre Wahrheit besitzen, wenn sie zugleich die Treue zu sich seihst bedeutet. Helmut Galliner (Berlin). Organisationen deutlich sich abhehendes eigenständiges Leben zu führen und uufzubnuen. Es war nicht notwendig, im Bröltalhnus über diese unsere Unabhängigkeit viel Worte zu machen, wie das „Gemeimleblatl“ vermeint — es soll seinem Berichterstatter schärfer auf die Finger sehen —. weil diese Dinge für uns klar stehen, seit mehr als einem Jahr. Und gar ein förmlicher Beschluss sollte ergangen sein? Das „Gemeindeblatl“, das das Gras wachsen zu hören glaubt, kommt um ein Jahr zu spät. In Lehnitz waren diese Dinge ein Problem, im Bröltalhaus hat uns anderes bewegt. Auch dieses „andere“ versucht der Artikel, mit dem wir uns hier befassen, zu deuten und zu begreifen, „Bund oder Verein“ überschreibt es seine Ausführungen, und das Fragezeichen hinter den Worten steht zwar nicht auf dem Papier, aber cs ist dennoch deutlich lesbar. „Das selbstbewusste Bosch reiten <lcs eigenen Weges“, heisst cs da. „lässt erwarten, dass .hier hündische Jugend am Werke ist. Ihr einen Lebensinhalt. zu "eben, wird dio nicht leichte Arbeit berufener Führer sein . . . Gelingt cs dieser Jugend wirklich, die jüdische Religion des Alltags vorzu- Icben und nicht mir zu beten, gelingt ihr die Unerbittlichkeit der Wahrheit gegen sieh und die jüdische Gesellschaft, dann ist dieses ein Kclbstnpfer, das eines ganzen vollen Lebens. Dio Requisiten sind vorhanden, die Menschen strömen willig dem Bunde zu. junge begeisterte Führer sind zur Steile. Erstünde die Jugend, wie wir sie erhoffen, dann wäre dem deutschen Judentum und seiner Zukunft geholfen. Uns braucht dann nicht uni sie zu bangen, ihr jüdisches Leben wird sich überall erfüllen.“ Dem „Gemeindeblntt für Rheinland und Westfalen“ braucht wirklich nicht bange zu sein. Es hat, so sieht man, das löbliche Streben, seinen Lesern ein Abbild vom Bunde und seiner Bewegung zu geben. Nur erkennt es nicht, wie billig es ist, von anderen auf Zeitungspapier, „die Unerbittlichkeit der Wahrheit gegen sich und die jüdische Gesellschaft“, „das Selbstopfer eines ganzen vollen Lebens“ zu fordern. Der Bund, das weiss jeder, der in ihm steht, leidet schwere Not um die Klarheit seines Weges. Aber er wehrt sich dagegen, wenn Unberufene und Halborientierte daherkommen und irgend etwas sagen, uns aufmunternd auf die Schulter klopfen, malmend die Finger heben und dann guten Mutes ihrer Wege gehen. Wenn das ..Gemm'ndeblatt für Rheinland und Westfalen“ wirklich, wie es schreibt, nicht zu den überflüssigen Leiden gehören will, die „unserer strebenden Jugend“ billigen Rat geben, so soll es schweigen. Wir hören gern und willig auf die, die uns Entscheidendes zu sagen haben. Aber wir lächeln — das ist unsere Gegenwehr —, wenn irgendwo jemand mit schwungvoll-abgegriffenen Worten zu entdecken glaubt, worum wir täglich ringen. K. J. ß. Hebräisch und Bibel wurde gründlich durchgesprochen. Der Sonntag begann mit erfrischender Gymnastik, an der zum Erstaunen aller auch die Mädels fast vollzählig teilnahmen. Der Vormittag galt sachlicher Arbeit: Paul Yogi Mayer, der dT'if ganzen Kurs leitete, gab Anweisungen fiir Gymnastik, nannte Liederbücher und anderes Material für die Gruppenarbeit. Nach einer kurzen Begründung der Notwendigkeit des gemeinschaftlich von Bund und RjF durchgefünrten Kurses gab Yogi einen erschöpfenden Bericht von den Organisationen des deutschen Judentums und ihrer Arbeit. Den Mittag über lüfteten wir uns beim Skiläufen tüchtig aus. Doch bald holte uns Yogi wieder in die Hütte. Das abschliessende Gespräch galt der zukünftigen Arbeit auf dein Lande. Es besteht vielfach die Auffassung, in kleinen. Gemeinden dürfe es um der Einheit willen nur einen neutralen Jugendverein, aber keine Gruppe des „Bundes“ geben. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Spannung zwischen deuischjüdischcr und zionistischer Anschauung überall besteht. Sie soll nicht gelöst .werden. Man soll um gegensätzliche Auffassungen wissen und sie nicht vertuschen wollen. Denn über diese Gegensätze hinweg gibt es eine Gemeinsamkeit, die der Verwirklichung. H. G.IL ESteraabend der Stuttgarter Der grosse Sind des Oberen Museums in Stuttgart war bis auf den letzten l’Iätz besetzt, als die Pimpfen unter Flöten- und Geigenspiel auf die Bühne zogen. Nach einem Lied begriissle ein Führer des Bundes die erschienenen Eltern und Freunde. Er wie« darauT hin, dass Stuttgart zur Zeit der Gründung des Bundes die einzige süddeutsche Ortsgruppe war. Er berichtete vom raschen Wachstum der Ortsgruppe, betonte, dass eine selbständige Jugendbewegung nötiger sei als je, erbat aber dringend die Hilfe der älteren Generation auf sozialem Gebiet. Dem GV und RJF wurde für ihre Hilfe gedankt, ebenso dem Gemoindevorstoberamt für sein Wohlwollen. Nach zwei Vorführungen der Mädels ergriff 'der stellverlrclende Bundesleiler. Günter Friedländer aus Berlin, das Wort. Im Vergleich mit den anderen Organisationen des deutschen Judentums stellte er den Standort des Bundes klar heraus. Die Führer des Bundes waren schon vor dem Umbruch von der Notwendigkeit jüdischer Arbeit überzeugt. Doch schuf die Ausgliederung aus dem deutschen Leben vor zwei Jahren eine völlig veränderte Lage. Wir hängen, trotz allem was geschehen war, fest au Deutschland. Wir glauben an dio Möglichkeil, in Deutschland ein sinnvolles Leben führen zu können. Praktisch wird dies freilich nur dann möglich sein, wenn uns die ältere Generation hilft, alle unsere Menschen in Lehrstellen unterzubringen und auch weiterhin zu beschäftigen. Der zweite Teil des Abends begann mit einem Trio und einem Sprechchor der Aelterenschaft. Nach einem messianischen Volkslied führten die Mittleren ein Spiel auf, das ihnen ein Freund geschrieben halle. Dem Stück lag die Erzählung vom Halstuch von Agnon und ein Heimabend des Stuttgarter 4. Fähnleins im vergangenen Herbst zugrunde. Ein Konzertstück beschloss das Programm. Nach dem Elternabend sassen die Führer des Bundes noch lange mit einigen Eltern in ernster Aussprache zusammen. H. G. H. Der SVÜamzer „Vorirapp“ kommt zum Bund Die dculschjüdische Jugend in Mainz hat erkannt, dass nur von einer geschlossenen, einheitlichen Gruppe gleichgesinnter Menschen erfolgreiche Arbeit in ihrem Sinne geleistet werden kann. Deshalb hat sich die Gefolgschaft Mainz des „Deutsche« Vortrupp“ entschlossen, den „Vortrupp“ zu verlassen, sich mit der Mainzer Ortsgruppe des Bundes zu verbinden und als Aelterengruppe des B.d.j.J. ihre deutsch jüdische Arbeit in verstärktem Masse fortzuführen. II. L. Der Hamburger Deutschjüdische Kreis im C.-V- Dcr in Hamburg von der deutsch-jüdischen Jugend vor drei Jahren gegründete Deutschjüdische Kreis, der später in den Bund übergegangen ist, hat sich jetzt dem C.-V. angeschlossen. Er umfasst Menschen deutschjüdischer Gesinnung, die — durch Idee und Ziel mit den grossen deutsch-jüdischen Organisationen engstens verbunden — sich in dieser kleinen Gemeinschaft zu intensiver geistiger. Arbeit, zu ernstem Gedankenaustausch und zu freundschaftlicher Geselligkeit zusammengeschlossen haben. In Gemeinschaftsarbeit und Vorträgen befasst sich der Deutsch-jüdische Kreis mit allgemeinen kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen; er bemüht sich um die Vertiefung des Wissens uin Judentum, jüdische Geschichte und Lehre. Aus diesen beiden Elementen sucht er die Formung seiner Menschen vorzunehmen. Durch Zeiterkenntnis und innere Wandlung bedingt, entstand in uns das Bestreben, uns einer grösseren Gemeinschaft einzugliedern, uns einzuordnen, wenn auch nicht aufzugeben. So sind wir heute dazu gekommen, uns dem C.-V. anzuschliessen, mit dem wir schon seit der Gründung eine gesinnungsmässige Einheit darstellen. Wir glauben, dass ein Deutsch-jüdischer Kreis im C.-V. ein bestimmtes Aufgabengebiet zu erfüllen, eine eigentlich bis jetzt bestehende Lücke auszufüllen hat. Senta Meyer (Hamburg), Von der Jagend der Umwelt Organisation und Bewegung Unter der Uobcrschrift „Das Prinzip dor Selbslfiihrung“ veröffentlicht der Jugendiührer des Deutschen Reiches, Baldur v. Schi rach, in den „Nationalsozialistischen Monatsheften“ (HeR i)8 vom Januar 19Hö) einen Aufsatz, der seinem Buch „Die Hitler-Jugend“ entnommen ist. Es gebe, so führt v. Schirach aus, zwei Arten, Jugend zu organisieren. Nach der einen werden Führer aus anderen Organisationen hcrausgenommen und der jugendlichen Gefolgschaft gegeben, so dass ihre Erfahrung und Ausbildung <lie Ruhe und Ordnung in der ihnen anvertrauten Jugend gewährleistet. Dieses System garantiere Genauigkeit und Pünktlichkeit im<| eine, ruhige, stetige Entwicklung, weil hm Führerkorps seine eigene Sturm- und Drangzeit überwunden habe um! selbst ausserhalb <]og Krziehungswerkes stellt. Es übertrage ja anderen Gemeinschaften gesammelte Erfahrungen auf die Jugendlichen. Hier liege aber auch die Schwäche dieser Art von Jngendführung, weil in den besten Jugendorganisationen solcher Art die Jugend wohl organisiert und erzog«>n, aber nicht im modernen Sinne geführt \v<*n]e. Im Begriff der Jngendführung sei die Erziehung genau so wie die organisatorische Erfassung ei n geschlossen. Man könne den einen dieser Organisationswoge als den der „Selbstführung“, den andeieu als den der „bereitgestellten Führung“ ho zeichnen. Nur durch die Selhstfiiliriing bestehe aber eine Organisation der Bcweguiu, die bereitgestellle Führung vermöge im Höchstfälle eine gute 0 r g n n i s a t i o n aufzubauen. Die Hitler-Jugend habe den langen, mühevollen Weg des Aufbaues einer Jugendorganisation nach dom Prinzip der Selbslführung beschritlon und sei aus tiefinnerster Gewissheit von der Richtigkeit gerade dieses Weges überzeugt. Selbstführung der Jugend, so fährt Baidur v. Schirach fort, sei nicht bürokratisch zu verstehen, dass jeder Dreissigjährige aus der Führung ausschciden müsse. Auch der Grundsatz „Jugend muss von Jugend geführt werden“ sei nach seinem Geist, nicht nach seinem Buchstaben zu verstehen. Altersgrenzen seien nicht zu ziehen. Alles Schematische töte ab. Deutschland sei das Land der Jugendbewegung, und Jugendbewegung und Selbstführung seien unzertrennbar. Jugendführung heisse gegen sich selbst härter sein als gegen die Gefolgschaft. .Führer im wahrhaftigen Sinne sei aber immer nur der Gestaltende, der Zuchtvolle. Nur eins entscheide über den Anspruch zur Führung: Der Führer müsse vom Adel der Leistung sein, von dem einzigen Adel, den die neue Jugend kennt. Eine neue Lebensform In einem Aufsatz „Das Lager“ („Deutsches Volkstum“, 16. Jahrgang, 19. Heft) berichtet Albrecht Erich Günther von der eigentümlichen neuen Form menschlichen Gemeinschaftslebens, die sich in unserer Zeit herausgebildet hat. Im Lager, erklärt Günther, hat sich die junge Generation eine eigene Lebensform geschaffen. Das ist ein sehr bedeutsamer Vorgang, denn das Entstehen neuer Sitte und echter Lebensform beweist die Wirksamkeit starker bildender Kräfte überpersönlicher Art. Was bei der älteren Generation noch vielfach äussere Organisation ist, ist bei der jüngeren bereits wachsende Ordnung. Das lässt sich an einem sehr eigentümlichen Verhältnis erkennen: die äusseren Lebensbedingungen und Betriebsformell des Lagers können je nach Zweck und Gelegenheit sehr verschieden 6ein, ohne dass damit dem im Lager wirksamen seelischen Vorgang Abbruch geschähe; aber anderseits: kein Idealismus kann den „Lagergeisl“ von der lagermässigen Gestaltung des äusseren. Lebens leslösen. Es gibt Lager in Zelten und in Häusern, Lager von dreissig und von mehreren hundert, ja tausend Teilnehmern: es gibt Lager, in denen die körperliche Arbeit, andere, in denen die geistige Schulung vorherrscht, Lager, die kaum eine Woche dauern, und Standlager, in. denen die Belegschaft nach sechs Wochen, nach 6echs Monaten wechselt, Lager, die ein festbesoldetes Stammpersonal haben, und andere, die mit einem Mindestmass fester Organisation zustande kommen. Dazu kommt die grosse Vielfalt der Lagerzwecke; auch in der riesigen Organisation des Arbeitsdienstes gibt die Mannigfaltigkeit der Arbeitsvorhaben den Lagern ein verschiedenes Gepräge. Dazu kommen Schulmigslager, Sporllager aller Art — eine unübersehbare Fülle eigentümlicher Gemeinschaften. iL öisrßsi: Sc&aSanSsreieftt' in Klasse» für Schüler jeden Alters tu n (r: Fron »*r. Eleonore GoIUscbuitdt in-Schmargondort, Augusto Victor.a-b rasso 6 ,stunden 12-2 Uhr t.'igl. ^cl. II 9, lo01.y PrlvaCschuEa PeBSeson Rerlln W 15, Parisor Sir. 4 J2 6770 4Grundschulk!.aUosifr.f.Knab.u. Mädchen gern oinsam.- Lyzon IklassA I-I f. Mädchen Aufnahme für Kinder aller Konfessionen. U Ssr. 1 »»1 1 <•** hemmte) in j3 sMalssgastea aofgesssataea jMiIunjirn :m Dir!>r. F. Rclcll, Berlin. oJssc'iisoe, t’m'liMirm-.vO! 22. n •erd iöhoro Privatschulo Dr. Alfred Adler, orlin W. 62, La .ndgrafeust r. 10 (Lflt r.owpl.) 'ür Kuriben u. Mädchen. Seata bis Ol>eririnia. BcKond.Sehnollnusbi!d£. f-d-<>• I Iclfo. Anmeldung, jederzeit. Toi. B5,4147. m\hh Lessor.s Goiwoxsat. Miss Fiedler (jflwess) J 2 1063. Warttombergische Strass# 33. •j cftig&ß&tma »on tcßn.^fiiilenf innen cn Jj tiicMjin. 3niUfricti, tlacfl. Ion3cifion. 3 Physik, Chemie, klin. Chemie, Ana- | tomle, histolog. Technik, Parasito* a logie,Serologie,Troponkrankhelton, J Röntgonologio, Photographie. | eigener 0rüfunß3au«fi8u&. Berlin 35 50, 2<mcnt;icnflra&e 3. i 3 4 Schcrfa 6616. tlrsteniclSsiYSik Ssäislnas Franafuri a.D (Philanthropin) Knaben, welche eine der Schulen der jlid. Gcmoinde Frankfurt a. M. (Realgymnasium, Realschule, Volksschule) bcsuchon wollen, finden eine gute Fasniisenpension im Hauso eines Studlenratcs, wo sfo tu allen Unterrichtsfächern verständnisvoll gefördert werden. Anfr. unter F. P. 5S2 an „Werra“ Werbogoa. m. b. II., Frank« furt a. 51. Sa dteifb'u Gl fcii (Familiencharaktor) in ländl. Vorort Berlins. Geeignete Schulen am Ort, Umgangssprache englisch, Engländer im Hause. 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