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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-21 · 8 (21.2.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
8 (21.2.1935)
Date
1935-02-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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I;M j: E LMÄLtz »SW* MM... Wir hören fast täglich diesen ominösen Ans. sprach: „Entschuldigen Sie, dies und jenes kann ich nicht tun, ich bin nämlich noch religiös!" Wenn man noch religiös ist, so heisst das, man sieht über kurz oder lang die Zeit kommen, wo man eben nicht m ehr religiös ist... Ich finde, dies „noch religiös" passt nicht mehr in nufere Tage. Es war das Signnm jener Jahrzehnte des Uebergangs, als die Großeltern noch fromme Inden waren, die Eltern allem Modernen schon ausgeschlossen, die Enkel schon geniert vor der llnnvelt, aber noch zu verwurzelt im alten Brauch, um ihn zu verleben. Sie warteten ge. tvisserinaßen auf einen Stoß von außen, der sie vor sich selbst entschuldigte, wenn sie eine religiöse Borschrift nach der anderen über Bord warfen. Bi§ dahin waren sie eben „noch religiös", und in diesem „noch" lag schon die Absicht, früher oder später damit Schluß zu machen. Honte, da eine nnchr religiös gestimmte Zeit, jtrönmng vorherrscht, sollte es viel öfter heißen, ich bin wieder religiös. Aber wenn man auch dieses Bekenntnis zur Rückkehr nicht immer ans den Lippen tragen soll, das Wort „noch religiös" als Entschuldigung sollte endgültig verschwinden. WK-ÄM Wrr: Ä hrr StLwra- In der Düsseldorfer Synagoge sprach Rabbiner Dr. Ignatz Man da um (Frankfurt a. M.) über das Thema: „'Kmim und Grenzen der Diaspora." Während Staat und Volkstum etwas. Naturgegebenes sind, ist Diaspora ein unnatürlicher Instand. Staat und Bollstnin beruhen ans Macht. Ein Ball der Diaspora lernst keine Macht: es ist unpolitisch. Die Einheit seiner Gemeinschaft wurzelt im Geisligen: vei dem jüdischen Bolk im Glauben, in der Berbnndenheit mit Gott. Sie ist seine soziologiselie Basis. Ueberall leben Inden in dev- Diaspor.r, anrli in Palästina, denn hier sind sie dem Schüße einer fremder« Macht unterstellt, auf den sie siel, stützen. Indische Diaspora ist schuldlose Schuld, darum Schicksal und Tragik, das Judentnm verliert zu allen Zeiten Menschen teils durch äußere Einflüsse. teils durei« Abfall von Gott. Er erhält sich durch den „Rest", der in Gottesnähe bleibe. Die jüdische Emanzipation, die bisher ihre Reci)te aus denr lr'iveralismrrs hcrlcitete, hat sich nmznstellen ans das R'ee!,t der eigenen Art und des Religiösen. Das deutsche Judentum rnusi unter anen Nmständeu aufrechterlralten und darf nickst lignidieri werden. Es kann nach wie vor Gesclsichte machen, denn, wie die Geschichte Israels berveist, liegt seine einige Eristcnz in seinen historischen Gestalten, also 'in der Führung durch sich bervälirende Persönlichkeiten. Mag auch ein Teil der heutigen Jugend wandern, weil sic für sich den Leberisraum 'als zu eng empfindet: der jüngsten Generation kann ans einem erstarkten deutselten Judentum neuer Lebensraum erwachsen. Beharren, das heiße, die noch vorhandene Stellung mit aller Kraft halten, nicht in materieller, sondern vor allem in geistiger Hinsicht, und aushar. reu, das heiße, voll Hoffnung aus eine bessere Zukunst blicken: hieraus kann und wird dem deutscheu Judentum neue Kraft und eine glückliche Zeit erblühen. Icon. SslLrsisalea Mit NaÄbargebiete - Nach längerer Pause versammelten sich am 17. Februar 1935 in Herford die Delegierten aus fast allen Ortsgruppen des Landesverbandes zu einer Laudesverbaudstagung. Der Leiter der Tagung. Dr. Katzen stein. Bielefeld, gedachte zunächst mit herzlichen Dankesworten, des werstorbcnen lanaiährigen Syndikus, Prediger Goldmanu, und des langjährigen Vorsitzenden des Landesverbandes, Direktor Baruch. Es folgte ein mit großem 'Bestall ausgenom- - menes Referat von Dr. Alfred Hrrschberg über die Arbeit deS CB im vergangenen Jahre, in dem der Redner die alle Gebiete des jüdischen Seins umfassende Arbeit des EB erschöpfend behandelte. 'Anschließend referierte der Shndikus Dr. Da v i d s o h n über die Tätigkeit des Landesverbandet Eine eingehende Aussprache, in der Dr. Hirsch'berg wiederholt das Wort nahm, bewies das große Interesse, mit dein seine Ausführungen - ausgenommen waren. . . Am Abeiid fand in der Synagoge m Bielefeld vor Mitgliedern des EB und zahlreichen Gasten eine Kundgebung statt. Dr. Alfred Hirschberg sprach über „Idee und Arbeit im deutschen Judentum". Seine eindrucksvollen 'Ausführungen werden dem kB, wie Dr. Katzenstcin, der die Kundgebung eiiileitcte mid schloß, am Schluß der Kundgebung bernerlte, sicherlich zahlreiche neue Freuiidc gewonnen haben. AheialML-MMeii In Krefeld sprach am 12. Februar in der überfüllten Synagoge Rabbiner Dr. iL-warscnskh über das Thema: „Deutscher Jude — wohin?" Sein Bortrag, in denr er als einzige Lvsnligsmöqlichkcit der deutschen Judcnsrage die auf deutschem Heimatbodcn bejahte, hinterlreß auf die Hörer den tiefsten Eindruck. Am 5. Februar 1935 sprach in der Synagoge Hagen in einer von der Ortsgruppe des (5.-33. gemeinsam mit dein R. j. F. veranstalteten Versammlnng Dr. Walther Ost Wald (Münster) über das Thema: „A ns der G e s ch i ch t e d er I n d e n i n W e st f a l e n und a in Niederr h e i n." Die Ansführniigen des Redners, die von hoher Sachkunde getragen waren, fandcii große Beachtung. SJfieinEßstö Einlsrheinl Am 12. Februar fand eine Kundgebung des E. - B. in Düren statt. Es sprach Rabbiner Dr. Eichel buche r (Düsseldorf) über das Thema „Unsere Zukunft in Deutschland", lieber den Inhalt seiner'Ausführungen berichtigten . wir erst kürzlich gelcgeritlich des Vortragsberichtes für die Ortsgriippe Bonn. Nach ihin sprach Landesverbandssyndikiis Assessor Selo. Er berichtete ausführlich über die ivichtige 'Arbeit des E.°B. für die Eristenzerhaltnng der deutschen Juden. Beide Redner ernteten starken Beifall. Seifen uns fiefScti-SiQifau 7(n der Synagoge in Bad N anheim versammelten sich am 16. Februar fast alle Geineindemitgliedcr. Es sprach Syndikus des Landesverbandes Hessen und Hessen-Nassau des Central-Bcreins, Tr. Wvlfgang S. Matzdorss, Frankfurt a. Bst, über das Thema: „Deutsches Judentum in dieser Zeit!" Illach dein Bortrag, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, wurden in zwangloser Unterhaltung noch Einzelfragen aus der Arbeit des Ecntral-Ber'eins erörtert. In Schotten in Oberhessen hörte fast die ganze Gemeinde sowie Freunde ans den Nachbargemeinden am 17^ Februar einen Bortrag von Dr. Wolfgang S. Matzdo rff über das Thema: „Der Weg des deutschen Inden." Nach beiden Beranstaltungcn konnte eine Anzahl von neuen Freunden dem Central-Bereins als Mitglieder zugeführt werden. RocdwesldeiMland Am 11. Februar sprach der Syndikus des Landesverbandes Nordwestdeutschland, Dr. Werner GrnnSfeld (Hamburg), in der Ortsgruppe Delmcrihorst über die tragenden Gesichtspunkte der umsangreichen C.-B.-Arbeit. Die zahlreich erschienenen Zuhörer folgten mit großer 'Anteilnahme den Ausführungen des Referenten. In einer besonders auch von zahlreichen umliegenden Orten sehr gick besuchten Versammlung der Gemeinde Hameln sprach am 13. Februar Dr. G r n n 8 s e l d (Hainburg) über „Arbeit und Lebcnsranm der deutschen Inden und deutschjüdische Zukunftsgestaltung". Ter Redner brachte den Zuhörern in eindrucksvoller Weise die Wichtigkeit der vom (5.-33. geleisteten Arbeit näher, einer 'Arbeit, die gerade auch von den anwesenden Nichtmitglicdern des C.-33. in der anschließenden Aussprache restlos anerkannt wurde. Auch in Hameln war der Vortrag 'Anstakt zu einer neuen, nutzbringenden Tätigkeit der Ortsgruppe. MMcldeulWand Bei einem Gemeinschaftsabend der Frcniengruppe des (5.43., des BDII, des Sportvereins „Schild" und der Geselligen 'Bereinigung dcntschjüdischer Bernfstätiger sprach Direktorin i. R. Burg heim über das Thema: „Durch Selbstbesinnung zur Selbstcrziehnng." Tie Rednerin gab ein Bild über die wichtigen Erziehnngsprobleme vom allgemeinethischen Standpunkt. Än den Bortrag schloß sich eine eingehende 'Aussprache an. NiebmÄlesicn In Landes Hut sprach am 5. Februar Kirrt S ch rv e r i n (Breslau) über „Ein Iahryrmdert Emanzipation". Nach einem historischen Ucberblick über die Ereignisse, die zur Emanzipation führten rrnd über den Kamps nnr die Volte Gleichberechtigung ging der Redner ausführlich auf die durch die Emanzipation bedingten inneren Reformen im deutschen Judentum und ans das. Wirken der deutschen Juden in der deutschen Umwelt ein. 'An Hand zahlreicher Beispiele bewies er, daß das Jahrhundert der Emanzipation trotz vieler ungesunder Erscheinungen (z. B. Taufe und Bcrufsschichtnng) sowohl für das innerjüdische Leben nste für die Beziehungen zur Außenwelt gleich fruchtbar gewesen ist. Württembergischer Landesausschutz Dc. Bruno Weil (Berlin): 28. flrbruar: Ulm: „Bilanz zweier Jahre." 27. Februar, 20 Uhr 18 Min.: Stuttgart: „Der Weg der deutschen Juden." Bürgcrmuseum. Landesverband Baden 24. Februar, 15 Uhr: Mosbach: Gemeindeversammlung. Rechtsanwalt Hugo Stein. Synagoge. Landesverband Hessen-Nassau und Hessen 24. Februar, 14 Uhr -10 Min.: Bebra: Vezirksveranstaltung. Itichtbildcrvortray: „Ilr, die Heimat Abrahams." Frl. Studienrätin Rosic Stern (Frankfurt a. M.). Ansprache: Dr. Wolfgang S. Matzdorff (Frankfurt a. M.). Hotel Factenheim. Landesverband Oberschlesien 21. Februar, 20 Uhr: Neustadt O.-S.: Instizrat Dr. Skalier (Beuthen): „Die Zukunft der deutschen Juden." Hotel „Goldenes Kreuz". Landesverband Mitteldeutschland 23. Februar, 2V Uhr 30 Min.: Ehcmnitz: Dr. Bruno Weil: „Der Zusammenbruch der Emanzipation?" Gr. Saal des Gemeindehauses, Mutfchmannstraßc 9. Landesverband Rheinland-Westfalen 24. Februar, 20 Uhr 15 Min.: Hagen: Gemeindeversammlung. Dr. Alfred Herschberg (Berlin): „Neubau des deutschen Judentums." Synagoge. 25. Februar, 20 Uh- 30 Min.: Wuppertal-Llberlra- Dr. Alfred Hirlchberg: „Neubau des deutschen Juden, tums." Gelber Saal der Stadthalle Elberfelds -■; Landesverband Rheinland (linksrheinisch) 23. Februar. 20 Uhr: Bitburg: Bczirksversammlun« Dr. Hans Jacobi: „FUr unseren Arbcits. und Lebens raum. Für deutsch-jüdische Zukunft.' Synagoge. 24. Februar. 11 Uhr: Dollendorf: Bezirksvcrsammlun«. «»***■ Dr. Bruno Weil spricht außerdem auf Einladung bec ' Snnagogcngemeinden in Nürnberg, Große Synagoge, Sonntag, den 24. Februar 17 Uhr, über „Die Wellenlinie des liidischen Schictsalsst Augsburg, Synagoge, Dienstag, den 26. Februar, 20 Uhr über „Rückblick und Ausschau". ' Aus Len Familien Iustizrat Dr. L i ch t c n st c i n (Königsberg i. ^x.) beging seinen 75. Geburtstag. — Tr. Wobcvt D a v s v (Riochernich) wurde am 21. Februar 70 Jahre alt. — 'Adolf Glaser (Berlin N"V\) feiert am 24. Februar seinen 70. Geburtstag. — Hermann Abraharz (Essen) wird am 27. Februar 00 Jahre alt. — grau Marie B a d r i a n , geb. Kvnigsbergcr 'Üichterselde- Ost) begeht am 2«. Februar ihren 80. Geburtstag. — In Sinzig konnten Salumon W olff nebst 0>n{tin in körperlicher und geistiger Wi'ntiflfeit ihre goldene Hochzeit feiern. Fast die ganze Ltadt nahm an dem seltenen Jubelfest teil. Auch die andersgläubig Nachbarschaft hatte durch Ausschmückung ihrer Häuser das greise Paar geehrt. Julius Meyer, der erste Vorsitzende der Gemcindc C a st r o p - R. feiert am 22. Februar seinen 7n. (v: burtstag und zugleich sein 25jähriges Jubiläum im Gemeindcvvrsiand. Ter Jubilar hat sich um die Gemeinde außerordentliche Verdienste erworben. Der langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe d» C.-B. in Schönlanke, Moritz Badt, begeht am 2.0. ,Februar seinen 75. Geburtstag. Moritz Badt. der die Ortsgruppe mit ins Leben gerufen hat. vertritt den E.-V.-Gedankcn in der Grenzmark auf das stärkste. Viele Jahre hindurch wirkte er als Repräsentantrnvorstcher und Vorsteher der Synagogengemcinde. lieber 25 Jahre war er Stadtverordneter. Auch in einer Reihe von Vereinen nahm der Jubilar Ehrenposten ein. Hauptlehrer Fritz Kaiser (Tuisburg-Ruhrort) 25 Jahre im Berus. 'Am 22. Februar begeht Prediger und Hauptlehrer Fritz Kaiser. Tuis> burg.Ruhrvrt, sein 25jnhriges 'Ainlsjiibiläum. Während dieser ganzen Zeit war er als Lehrer in Westdeutschland tätig, abgesehen von den Jahren seiner Kricgstätigkeit. ststich bestandenein (vrunu'ii übte er das Lehrcramt von 1910 bis 1912 in Brilon, von 1912 bis 1914 in Werther bei Biclefeld Nlis. Ten Weltkrieg machte er voit Beginn bis Ende als Frontsoldat mit. 3kach dem Wasfenstii!- stand war er noch ein Jahr in Kettwig a. ix tsstihr tätig und siedelte 1919 nach Tnisbiirg-Ruhrvrt über, wo er seitdem das Predigeranrt versieht. Bis zum Vorjahr leitete er die Jüdische Volks' schule in Dnisburg-Nuyrort und ist seit einem Jahr an der Essener Iüdisck)eu Bolksschnlc tätig. Fritz Kaiser hat sich stets mit Hingabe der Ä'il' arbeit im E.-B. gewidmet. Seit Dielen Jahren gehört er dem Borstand der Ortsgruppe Tnisburg an, seit ztvei Jahren leitet er sie ah Worfifcitbcv. Unter seiner Führung wurde die Pcrschwelzuvg der Ortsgruppen Duisburg und Hamborn vorgenommen, die jetzt gerneinsam von ihm geleitet werden. Im Vorstände des Landesverbandes Rheinland-Westfalen erfreut man sich gleichfalls seit Jahren seines klugen lltates. Wir wünsck)cn Fritz Kaiser Glück und hoffen ans seine Mitarbeit noch für viele Jahre. Erasi Plaut. Neue jüdische Bolksschule in Düsseldorf, sis ist geplant, daß die Gemeindeverwaltung von Düsseldorf zum 1. April eine jüdische Bolksschule einrichtet. Tie Gemeindekvrperschasten haben einstimmig einen entsprechenden Beschluß gefaßt. Das Wormser Bildnngstverk hatte Max und Lene Sinzhcimcr, 'Albert Levi, Otto Hüttenbach und Fritz Liebhold zu einem Kammermnsikabcud verpflichtet. Es gab das Kiavierguarteit in E.-moil von Mozart, die .ylaviersvnate in I)-ckur <>s>. 'Ar. 2 von Buxtehude und als Abschluß Schuberts Forellen-Ouintett, das in einer leichten, straff rhythmischen 'Art zum 'Bortrag gebracht wurde. Die rührige Kunstgemeinde in Köln macht sich uerdings verdient um die Einrichtung von onzerten für Berufstätige", deren erstes sie ter Mitwirkung von Ruth K i s ch -'A r n d t ltl - und "Alice Krieger- I s a n c (Klavier) canstaltete. Das Auftreten der Sängerin, die ee Ifohe Mnsilalität, ihre belonndernstverte Techk zuerst in Gesäugen von Strattner und Händel wies, um später alle Möglichkeiten ihrer kultierten Stimme und- Vortragsweise in Liedern u Hugo Wolf zu zeigen, bildet jedesmal ein nstlerisches Ereignis. Ihr zur Seite war Willi ö )v c n st e i n der ebenbürtige Partner am iavier. Die Pianistin Alice Krieger-Isaac, deren wnehmes Spiel immer wieder fesselt, brachte mit item Gelingen Werke von Mozart. Schubert und )vpin. Zugunsten des Wohlfahrtsamtes der Synp'gcngcmeinde Köln veranstalteten, die Obernitoren Israel 'Alter (Tenor), Hannover, e r m amt I. Flei s ch m a n n (Bariton), öln, und 3t auntern Fleischnian n OBarrin) Frankfurt a. M„ ein Konzert unter Mitirkuna der Jüdischen Chorvereinigung. -vie iesmal wenig glücklich gelöste Pr^rammfrage ob den Sängern nicht genügend Ntöglichketten ic Schönheit ihres Stimmmaterials ins geeignete icht zu rücken und ihre sonst so starke persönliche tote zur Entfaltung zu bringen. (Immer wieder rncht da die ssrage auf: Warum schaffen und die lingen jüdischen Komponisten nicht meyr znagogale Musik, ein 'Gebiet, auf dem Unendiches geleistet werden könnte?) Die Chorver inigung leistete Erfreuliches unter der Leitung »on Kapellmeister Kurt H^ernemann, der nich der ausgezeichnete Begleiter der O^wrum ,m Flügel war. Die . Orgel spwlte Aloys Ire uz. —S'o— Erstatuckiches leistete das erst seit kurzer Zeit bestehende Streichquartett des Kiilturbundes Rhein- Main (Professor Hans B a s s c r m a n n , Ernst Driicker, 3ticl)ard Karp, Professor Felix R. Mendelssohn) in einem Kammer,nilsikabend, veranstaltet von. Indischen Killtiirbniid Rhein- Ruhr in dessen sämtlichen 'Anschluß-Städten. Weich und träumerisch klang das für Brahms so bezeichnende Frage- und Llntkvortspiel der Instru- .mente in den, Onartctt n-nic>ll, ap. 51, Nr. 2, meisterlich war der Bortrag des ties-Poctischen, abgeklärte!, Quartetts in ck-moll („Der Tod und das Mädchen") von Schubert: die fein abgcstimmte Dynamik in Mozarts e-llnr-Qilartett ließ das eifrige Bemühen der Küiistler erkeniien, in die Materie des bedeutenden, in seiner Herbheit nicht leicht vcrständlrcheri Werkes eiirzudringen. Das Publikum spendete reichen Beifall. — j-o— Alice Lisfma n n und Gcrtrild N e lt in aiut- B r ü n n gaben in Düsseldorf il>r zrveites Sonderlonzert an zwei Klavieren. ' Die Künstlerinnen haben durch vieles Znsaminenspiel in 'Anschlag, Phrasierung und Dynamik jene Geschlossenheit erlangt, die beim Bortrag von Wcrkcil an zwei Flügeln unerläßlich ist. So kamen eine Sonate von Fritz Brandt, nenn Variationen über ein Thema von Julius Wcißmann und die Sonate k-moll, op. 34 von Brahms zu ausgeglichener Darstellung. Den Pianistinnen dankte sehr die zahlreiche Zuhorerschast. Herta B e r t h o I d - P l a a t (Klavier) und Konzertmeister i. R. Mar B e r t h o l d (Geige) - mnsizierten vor fast ausverkaustem Haus. Mit sicherem Stilgefühl und ganzer Hingabe an die Werke hörte man Sonaten von Bach, Beethoven, Brahms und Mozart. Der Pianistin, niemals nur Begleiterin, sondern stets einfühlsame Mitgestalterm, eignet sauberste Technik und vornehmer 3lnschlag, dem Geiger, unterstützt durch Ruhe der Haltung und einwandfreie Bogcntechnik, schöne undplastische Tongebung. Leider ließ die Ungunst der Witterung^ das Instrument nicht durchweg zu schlackcnfreicm Llnsprechen kommen. Dennoch tvar cs ein erfreuliches Musizieren, das den Ausführenden herzlichen Dank brachte. In einem Hauskonzert stellte sich' zum ersten Male die jugendliche Pianistin Ruth Hirschland der jüdischen Oeffentlichkeit vor. Sie spielte die anspruchsvolle Kreisleriana von ' Schumann mit bravouröser Technik und für ihre Jugend reifer 'Ailssassung. 3lnch in Stücken von Ehopin und Tebussy gab sie Persönliches und Vielversprechendes. Zn' ihr gesellte sich Herta (5> I ü cf in a n ii mit Gesängen von Brahms, Wolf, Richard Strauß, Psitzner und einigen Liedern italienischer Provenienz. Ihrer kultivierten 'Altstimme zu lauschen ist immer hoher Genuß. Erwin Palm bewährte sich wieder als vorzüglicher Licdbcglcitcr. 3coo. In den schönen Räumen des Essener Jugendheims veranstaltete eine kleine Gruppe jüdischer Künstler einen „Bunten?lbend" mit großem Erfolg. Der Besuch war stark, der Beifall spontan. Albert Rothschild (Hannover) konferierte mit Eleganz und Schlagfcrtigkcit und war ansgezeichnet in feinen humorvollen Splvszencu. Erna Magnus (Hagen) brachte Biolinvorträge in ansprechendem Spiel zu Gehör. Genia Fuls (Düsseldorf) gefiel sehr mit jiddischen und rnssischen Liedern. Lotte Heine (Essen) tanzte; iyre ernsten Tänze fügten sich harmonisch in das stilvolle Milien des Raumes; sic erntete großen Beifall. Käte Frohsinn (Essen) überraschte wieder einmal durch die Vielseitigkeit ihrer ansgezeichneten musikalischen Darbictnngeu. Werner Schüler (Essen) war der unermüdliche Begleiter. E. R. Einem sehr zurückhaltenden Horerkrcis stellte sich in Hamburg als ein neuer und unbekannter Mann Willy Busch ho ff vor. und es spricht für seine nicht gewöhnliche Begabung, daß cs ihm gelang, dieses sprichwörtlich reservierte Hamburger Publikum zu gewinnen. Buschhoff sprach Werke von Hamsun, Tolstoi und Dostojewski, und er sprach sie — schon dies ein 3Dagnis und eine respektable Leistung — ohne Benutzung der Bücher. Die dadurch gewonnene Souveränität ' mißbrauchte er nicht zu artistischen Spielereien. Mit bescheidensten äußeren Dritteln und dennoch mit einem bedeutenden Reichtum der 9rüancierung und Sprachformung brachte er den Hörern die Dichtungen wirklich nahe und tat. so der wesentlichsten Forderung an einen guten Sprecher genüge: seine eigene Person vor der Slufgabe der künstlerischen Nachgestaltung vergessen.zu machen. Dieser Künstler hat Slnspruch auf Gehör und Förderung. Die Hamburger jüdische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft beweist, daß sie gewillt ist. auch auf literarischem Gebiet Gutes zu bringen. Mit dem guten Willen der Leitung allein ist allerdings wenig getan, solange sich das Publikum in so beschämend geringem Grade für Knlturdinge interessiert. E<H. Das Programm des 5. Konzertes des HainbnrgerIüdischen Kammerorchesters (LeitungEdvard Moritz) brachte eine interessante, mit starken, Beifall aufgenommeue Erstanssührung, eine Kantate für 'Altstimme und Streichorchester, „Tcr ewige Ruf", von Edvard Moritz. Rach den cinführenden Worten des Komponisten wird „in dieser Hauskantate, dem Sinn einer konzertierenden Hausmusik entsprechend, versucht, einen alten --til ansdrucksmäßig durch die 33ielfältigkeit der Dichtungen und die daraus bedingte Bereicherung der Musik zu beleben". Der Vers,ich ist gelungen. Tie ersten drei Gesänge (Terte von Grete Gulbranson, Aerlaine und Loerke) haben eine schinermütige ekstatische Stimmung, während der vierte Gesang — Ylondell (Loerke) — nach antiker 'Weise als Satirspiel angefügt ist. Svivohl die ersicii Teile wie das heitere Nachspiel zeichnen sich durch eine eigenartige, fesselnde und den Charakter der Terte gut treffende Harmonik ans. Hinzu kam. daß das Werk vom Orchester sehr klangschön gespielt wurde, daß vor allem der Komponist in Paula L i n d b e r g eine ganz hervorragende Interpretin für den schwierigen Gesangspart gefunden hatte. Tie Sängerin hatte auch mit den, Vertrag zivcier?lrien aus dem „Elias" großen Erfolg. Tie Aufführung der übrigen Werke (Schein, Purcell. Inon und Bivaldi) litt unter manchen Unebenheiten, die bei einer gründlicheren Vorbereitung zu vermeiden gewesen wären. „Die neue Liturgie für den Sabbatvormittag." Durch ein technisches Versehen waren die Schlußousführungen unseres Mitarbeiters L. A. zu diesem Thema in der vorigen Nummer fortgefallen. Es war hervorgehoben worden, das Positive in der Frage der Synagogcnliturgie bestehe darin, daß zum ersten Male nicht ein-einzelner an die Reform der 2w>- agogenmusik herangeht, sondern eine große jüdische Organisation, der wir für ihre Initiative zu danken haben. Die Wiedergabe, die vor' Vertretern des Gemeindevorstandes. der Kultusverwattung und zahlreichen musikalischen Funktionären der Gemeinde stattsand, wurde von 3Ucrander W e i n b a u m und Oberkantor Hans John' betreut. MoliereS „Tartüff" in Breslau. Ter Bühnenbildner, von dem in der Besprechung der vorigen Woche hervorgehoben wurde, daß er mit Geschmack und Geschick gearbeitet habe, war Kurt Leuner.

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