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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-14 · 7 (14.2.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
7 (14.2.1935)
Date
1935-02-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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dar gu£a Likör, Ksolsler ^QnchonVII l^QSlSSci ü L'i.'iU vsl Iti die liberale Partei bei allen Wahlen zum Preußischen Landesverband die Mehrheit erlangt. ' IV. Wie ist es zu erklären, daß trotz alledem nicht einmal der Versuch unternommen wurde, den unbefriedigenden Zustand zu ändern? Neben der Krast des Beharrungsvermögens geboten zwei Argumente Halt. Die Herren Stern und Katzenstein weisen mit Nachdruck aus sie hin. Sie berufen sich auf die satzungsmäßige Neutralität^. Pflicht des C.-V. Und sie meinen, daß Kultus- und Kulturaufgaben ohne weltanschaulichen AuSgangspunkt nicht gelost werden können. Heinrich Stern stellt die Spezi alsräge, wie ich mir ..vor allem die Gestaltung des Sabbats in Mittelgemeindcn vorstelle, in denen ein doppelter Aufbau von unten an schon Zahlenmäßig anSgegeschlossen ist". Zuzugcben ist. daß ivir damit bei dem Kern- Punkt des Streites angelangt find. Hier ist gennfsenhafte und leidenschaftslose Prüfung geboten. 1. Vorab ist festzustellcn. das; die Einwendungen nur meinen positiven Vorschlag treffen. Die an dem liberalen Parteiorganismus geübte Kritik wird vom Ergebnis der Untersuchung in .'einem Dralle beeinträchtigt. 2. Beide Einwändc sind voneinander abl,äugig: sie stehen in Wechselwirkung. Weil eine beherrschende Weltanschauung nicht zu entbehren sei. wird dem zur Neutralität verpflichteten b.-V. die Eignung, Partcibildncr zu werden, abgesprochen. Ter E.-V. enthalt sich aber lediglich der Stel« lungnahme zu dem Gegensatz: Orthodoxie oder Liberalismus. Der zionistischen Einstellung steht er nicht neutral gegenüber. Nichtig gestellt lautet daher die Frage: Bildet diese Teil-Neutralität ein beachtliches Hindernis? Sind ernste, folgenschwere Reibungen 311 etwarten? Sei es für den C.-V.. fei cs für die Geineinden, sei es endlich für den religiösen Liberalismus. 3. Nach meiner Meinung ist nichts von alledem zu befürchtcu. Die liberale Partei deukt nicht daran, das Lcbensrecht der Orthodoxie zu beitretten. Sie will den Konservativen die Möglichkeit gewähren, Gewissenspflichten zu genügen. Das gleiche Recht beansprucht der Liberalismus für seine Anhänger. Auch ihnen soll ermöglicht werden, die religiösen Bedürfnisse nach selbstbestimmten Regeln zu befriedigen. Hat aber jede Richtung dazu Gelegenheit, so entfallen die Reibnngsslächen: und der Gcmeindefricden ist insoweit gesichert. Tic Großgemeinden haben diesen Zustand erreicht. In ihnen ist der „doppelte Aufbau von unten an" geschaffen. Die Richtungen leben friedlich miteinander, nachdem sie sich wechselseitig Autonomie gclvährt haben. Die Folge dieses erfreulichen Fortschrittes ist: Diejenige — beschränkte — 'Neutralität. die der C.-B. sich zum Grundsätze gemacht hat. ist in den Großgemeinden anerkannt und verwirklicht. Tic Bedenken, die vor Erreichung dieses Zustandes dem Eintritt des C.-V. in das Gemeindeleben entgcgenstanden. sind nunmehr sortgesallen. Anders liegen die Tinge in den Mittel- und llleingcmcinden. Sie haben den doppelten Aufbau nicht. Und sie sind jetzt weniger als je in der ^age. ihn einzusührcn. Cie sind also genötigt. eS druar) einen guten Griff getan. Es war ein löst- .icher Abend. Nikolai E l i a s ch 0 w führte Regie. Lein Versuch, die Komödie ganz im Stil von '.Nolieres „Illustre Thäütre" darzustcttcu, ist geglückt. Mit sicherem Gefühl stellte er die In- I'.enierung in den Nahmen einer Stegreifkomödie nn Sinne der.„Commedia dell’arte“. Den üb- Ucheu Vorhang ersetzte er durch Paravents >spanische Wände). die mit einer Zeichnung ans :inem Stegreisspiel-Szenarium geschmückt waren. Die Verwandlungen der offenen Szene wurden uii Rahinen einer in die Komödie cinflclmutmi Pantomime borgenommen. Kurt Senner hatte mit Geschmack und Geschick die Bühnenbilder und die technische Einrichtung geschaffen. Durch wenige Wendungen und Drehungen der Kulissen wurde die Szene ansprechend geändert. Der Berliner Kulturbund stellte die reizvollen Kostüme Heinz E 0 n d e l l s zur Verfügung. Heinrich M a r 11 batte ans Werken zeitgenössischer Komponisten «Namean 11. a.) eine Bühnenmusik zusammeuiVl'lfUt, die in der Hauptsache der Untermalung der Pantomime diente. Das Ensemble aus Breslauer und Berliner Künstlern war anSgezelchnet aufeinander eingespielt. Alfred Balthoff war ganz der in Dartüff vernarrte Orgon. In jeder Bewegung, iu jeder mimischen Regung eine prächtige Cha- L.rnltertype, gleich vertrottelt in seiner Verranntbeit wie in seiner Ratlosigkeit, nachdem auch er den Betrug TartüffS erkennt. Seiner Frau Elmire gab Camilla S p i r a den Charme und die llebcrlegenheit der verwöhnten Dame. Köstlich, lvie sie Tartüsf entlarvt. Mar K 0 n i n s k i spielte den Tartüsf als durchtriebenen Bösewicht. Eine überzeugende Leistung, wenn mich die -Schein- Heiligkeit etwas akzentuierter hätte herauskomwen können. Liselotte Rosen (Dorine). Hirsch F r i e d e m a n n (Diener des Tartüffe) und Dorothea K-r'crnfe (Flrpote)" zeigten ein-^nuisantes, "atürlicheS Spiel. - .W Fritz Schöns.e.Id stattete Clöant mit der' ruhige,, Sicherheit des gelehrten Mannes '-ans, der nnt Vcrnunstgründon alles, ins^ Reinx zu bei einer Gestaltung bewenden zu lasten. Das bedeutet aber nicht, daß die Meinungsverschiedenheiten über Kultus- und Kulturfrageu aus- - gekämpft und durch Mehrheitsbeschlüsse entschieden werden. Denn das würde unfehlbar zur Spreu- > gung der Einheitsgemeinden sühren.'die niemand ' verantworten kann. Unter diesem -Zwange hat - man sich durchweg verständigt und sich auf eine mittlere Linie geeinigt, die von beiden Seiten als tragbar empfunden wurde. Je länger der Ausgleich in Kraftbleibt, desto mehr verwurzelt er. Natürlich bleibt nicht immer alles beim alten.' Verschiebt sich z. B.. etwa durch Zuzug, das Zahlenverhältnis der Richtungen, so muß dem Rechnung getragen werden. Und auch andere Umstände geben zu Veränderungen Anlaß. In der Regel vollziehen sich derartige Umgestaltungen wiederum, im Wege der Verständigung. Die Fälle, in denen die Weiterentwickelung durch Machtkämpfe der Parteien bestimmt wirdbilden eine seltene und nnerfrenliche Ausnahme. Weder Heinrich Stern ' noch Willi Katzcnstein werden wünschen, daß sich daran etums ändert. Dr. Katzenstein lehnt e§ ausdrücklich ab, einen Kulturkampf zu entfesseln. 4. Diese Feststellung und die Erkenntnis ihrer ' Zwangsläufigkeit darf freilich nicht zur Untätigkeit. zur geistigen Unbewegtheit führen. Wäre' der Gemeindefrieden nur um diesen Preis zu haben, ' so müßte et unbedenklich preisgcgebcn werden. ' Wir haben lange genug stagniert. Es ist höchste Zeit, diesen Zustand zu überwinden. Frisches warmes Leben soll ihn ablösen. Und Leben heißt kämpfen. Aber dieser Kampf ist kein Parteihader, - kein Wettbewerb um die Stimmen der Wähler/ Er ist auf einer anderen höheren Ebene auszu- ' tragen. Die Weltanschauungen sollen miteinander -ringen. Das ist cs, was auch Stern und Katzen-' stein am Herzen liegt. Sic wollen das religiösliberale Judentum vertiefen und verbreiten. Und darum halten sic an der liberalen Partei fest. Sie fürchten, wie mir scheint, mit der Auflösung der Partei daS taugliche Mittel zur Erfüllung ihrer sittlichen Pflicht auS der Hand zu geben. Gelingt es, nachznweisen, daß das ein Irrtum ist, so hoffe ich auf Verständigung. Der Irrtum liegt darin, daß wiederum Partei und'Anschauung gleichgcsetzt werden. Es fällt mir nicht ein, zu behaupten. daß der religiöse Liberalismus abgestorben sei linb das Feld räumen solle. Ich empfehle keineswegs, die „Vereinigung" aufzulösen. Sie soll fortbestehen. Durch die Preisgabe der Partei wird sie keine Einbuße erleiden.' Sie wird vielmehr an Einfluß. Ansehen rmd Bedeutung gewinnen. Als überparteiliche Vertreterin einer religiösen Weltanschauung wird sie eine weit größere Stoßkraft erlangen. Von dem Zwange, parteimäßig Stellung nehmen zu müssen, befreit, wird sie auf Kreise wirken, die ihr jetzt unzugänglich sind. Der Fortfall der Inkongruenz der Fronten wird dem Liberalismus und den Gemeinden zum Segen, gereichen. Katzenstcin weist sehr richtig darauf hin, das; die „Vereinigung" sich nicht immer-im Rahmen ihrer religiösen Kompetenzen gehalten habe und manchmal „gar zu sehr" in andere Gebiete abgeschweift sei. Und ebenso zutreffend meint er: „Vielleicht hat sie sich dadurch zeitweilig um einen Teil ihrer besten Kräfte gebracht." Wäre Dr. Katzenstein der Ursache dieses Abschweifens, den Gründen nachgcgangen. die zum unerwünschten Kräfteverbrauch führten, so iväre er voraussichtlich zu dem hier verfochtenen Schlüsse gelangt. Er hätte dann erkannt, daß die Fehler zwangsläufig durch die Parteimäßige Gestaltung verursacht würden. Wäre der Bewegung die Einschnürung in Partcistiefel erspart geblieben, so hätte sie die schädlichen Abirrungen vermieden. Mein Vorschlag zielt nicht daraus hin, neue Scheidelinien zu schaffen. Das liegt mir fern. ° Angeregt wird vielmehr, die Formen, in denen ' sich unser Gemeindeleben abspielt, so zu andern, ’ daß sie der tatsächlichen Entwickelung angepaßt werden. Gliederungen sind nicht zu entbehren. Sie stellen die Sammelbecken der verschiedenen Gruppen dar. Und durch Verhandlungen zwischen den Gliederungen kommen die Ausgleiche zustande, ohne die eS nun einmal nicht geht. Schließlich versagt auch der Einwand, daß die Reibungsflächen zwischen Zionismus und C.-D. sich vermindert, die Spannungen nachgelassen haben. Daß man in der praktischen Arbeit weitgehend zum Segen der gemeinsamen Aufgaben Zusammenarbeiten kann, hob ich schon in dem ersten Aufsatz hervor. Daraus folgt jedoch keineswegs. daß die weltanschaulichen Grundlagen hlnfNNg geworden sind. VI. Ob eine Fortsetzung 1)er öffentlichen Aussprache weiterführt, scheint mir zweiselhast. Ich neige 'dazu, diese Frage zu verneinen. Bei dem schrift- - lichen Verfahren sind Mißverständnisse selten ganz zn vermeiden. Es dürfte vorerst genügen, daß die Frage angeschnitten und damit Anlaß geboten ist, ihr nachzugehen. Für forderlicher halte ich es. im engeren Kreise des C.-V. in einen mündlichen Gedankenaustausch cinzutreten. Ich wäre der Leitung dankbar, wenn sie dazu bald Gelegenheit bieten würde. Die Fortsetzung der Anssprache übet die Fragen der Neugliederung der innerjüdischen Gcmeindesronten wird, wie Tr. Herzseld anregt, in mündlicher Aus« spräche erfolgen. Die Schrrstleitung. Men und Men-Nasiou Lehrer Katz (Kassel) sprach am 2. Februar in einer stark besuchten, von W. Brandes geleiteten Gemeindeversammlung in Rotenburg a. d. Fulda über: „Unsere Aufgaben im Dienste des deutschen Judentums." Am Sonntag, 3. Februar, sprach der Syndikus de? Landesverbandes Hessen, Dr. Matzdorff, in Butzbach in der Synagoge über das Thema: „Ausbauarbeit des C.-V." Zlr dieser Veranstaltung hatten sich auch aus den Nachbargemeindeu viele Glaubensgenossen eingefunden, die eingehend über die Arbeit des C.-V. für die deutschen Juden informiert wurden. Die Ortsgruppe Mainz »des Centralvereins veranstaltete am Samstag, 9. Februar, einen Vortragsabend, bei welchem Rabbiner Tr. Ignatz Map bäum (Frankfurt a. O.) über das Thema „Alte und neue Emanzipation" sprach. Am Sonntag, IO.. Februar, sprach auf einer besonders aus den Landgemeinden überaus stark besuchten Bezirksversammluug in Marburg Dr. Alfred Hirsch berg (Berlin) über „Die Arbeit des Centralvcreius." Landesverbandssyndikus Dr. Wolfgang M a tz d 0 r f f hatte Gelegenheit, durch ergänzende, aufklärende Mitteilungen, vor , allem aus den Erfahrungen der Frankfurter Geschäftsstelle. in den Gang der Aussprache einzugreifen. Bemerkenswert war die besonders zahlreiche Beteiligung von jungen Freunden aus den . Landgemeinden. Die Zustimmung zu dem Verlauf der Veranstaltung kam auch in emer Anzahl von NeuanmelduWen zum Ausdruck. 'Am Abend sprach Dr. Alfred Hirschberg in der Gietzener Synagoge über das Thema „Dom Neubau unserer Gemeinschaft." 'Am ll. Februar fntib eine Gemeindeversammlung mit dem gleichen Thema und Redner in Wiesbaden statt. Seinen sämtlichen Vorträgen stellte Dr. Hirsch- , berg ein Gedenlwort auf den verstorbenen Maler M a x Lieber m a u n voran. ' Dr. Rudolf C a l l m a n n (Köln), Stellvertreter ' des Vorsitzenden des C.-V.. sprach am II. Februar' vor einer überfüllten Gemeindeversammlung in Frankfurt a. M. unter starkem Beifall über „Der jüdische Mensch in der Problematik unserer Zeit". NsrLivelldcuIsÄlanö Heber „Jüdische Schule heute" sprach Tr. Ernst Loewenberg vor dem zahlreichen , Zuhörerkreis der C.-V.-Frauengruppe Hamburg. Neben der Lehre -und Geschichte des Judentums, mit welcher gründlich die jüdische Schule sich beschäftigen müsse, forderte Dr. Loewenberg die Wahrung des deutschen Kulturbesitzes nicht nur als Bildnngs-, sondern als Erlebnisgnt. An einem weiteren Abend fesselte Dr. Stefan K a y s e r die C.-D.-Fraucngruppe durch seine bringen glaubt. - Ruth A r b c n war als Orgons verschüchterte Tochter Marianne etwas unsicherer, als man cs von Marianne erwartet hätte. Carola S e ga l l umgab ihre Großmutter'' Madame Pernelle mit der köstlichen Sphäre der Unbelehrbarlelt, Fritz K ahne m amt ,ihren Verlobten Valer mit Frische unb- Eleganz. .Fritz . Ritter als ihr Bruder Damis war ein prächtiger Brausekops. IameS ElSner und Max Drucker bewährten sich in kleinen Rollen. Eljaschoff hatte die graziöse Uebersetznug Ludwig Ftildas im ganzen unverändert gelassen. Für den Schluß hatte er einige moralische Verse zugesetzt, und es war ein guter Einfall, nach dem im Chorus gesprochenen „Das Stück ist aus" ausgerechnet betr Tartüsf sprechen zu lassen „Das Leben geht weiter". Kurt Schwerin. M KM MM Br M SMÄMMkW Der preußische Landesverband Indischer Gemeinden hat einen beachtenswerten Versuch zur Reformierung der Liturgie unternommen. Durch einen Ausschuß von Fachleuten ließ er eine neue Liturgie für den Sabbatvormittag zusammenstellen. die durch Wechselgesäuge eine lebendigere Teilnahme der Gemeittde. besonders der Jugend, an streben sollte, eine Liturgie, die zugleich für den Gottesdienst mittlerer und kleiner Gemeinden geeignet wäre. Also nicht musikalisch stilistische Fragen sind hier bestimmend gewesen, sondern' solche praktischer Erwägung, und so konnte und wollte diese Liturgie auch nicht — wie der Leiter der Aufführung. Alexander Weinbaum, sagt — als Ganzes unbedingt neue Wege. einer zukünftigen liturgischen Entwicklung weisen. Der ■ Verlauf des Gottesdienstes bis zmn Thüraausheben ist besonders ausgestaltet (Audaun aulom, Misniaur schir) dadurch, wird. er. allzu ausgedehnt." Die Liturgie stellt "zusammen: AuS Schalits Freitagabendliturgie das „Bor'chu" und das" Predigtlied', 'ans Blochs „Ä'wbdäss hakaudesch“ ' das „Weohawto“, „Zur jwkroel",. „BV. clmjiinV das Hatte! von Kirschuer, -'das - Aus-: heben von LewandowsLi (daä in eS .U in der Berliner Synagoge. Levetzowstraße. im Gebrauch), auf denselben Text eine Neuvertonung von Nadel usw. Wir haben vor allem nach der Eignung dieser Liturgie als Gebrauchstverk zu fragen, und glauben, daß diese Neuformung die Gemeinde nicht stärker aktivieren wird, als unsere Gemcindepartitur. die ja durch mannigfache Barianten im einzelnen immer wieder abgewaiidelt werden kannn. Tatsache ist, daß die Gemeinde unsere Gesänge, ganz gleich, ob sie bedeutend und von der dem Text entsprechenden Haltung sind oder nicht, mitsmgt, nicht nur in den Großstädten. wo ein Berufschor den Gesang führt, sondern auch in den Kleingemeinden, denen der Landesverband diese Partitur besonders gewidmet wissen will. Ich konnte jüngst in einer Mittelgemeinde Norddeutschlands scststellen.' daß die gesamte Gemeinde selbst so ausgedehnte und komplizierte Stücke wie den 92. und 93. Psalm mitsang. . Daraus ergibt sich: eine Reform der Synagogenmusik muß nach wie vor nach einer leicht faßlichen melodischen Linie streben, deren Ausgestaltung trotzdem mit der Tonsprache unserer Zeit verbunden ist. Notwendigkeit und Möglichkeit, unsere alte Liturgie abzuschaffen, besteht, nur dann,' wenn wir sie durch eine ähnliche, eingängliche, aber künstlerisch eignere und dem Zungen Empfinden näherstehende, ersehen können. Deshalb liegt das Zuknnftsträchtige des Versuchs, den der preußische Landesverband zur Diskussion stellt, nicht darin, daß unser „Hallel", unser „en kelauhenu“ durch im Stil gleiche, im künstlerischen Wert noch farblosere Stücke ersetzt werden, sondern darin, daß Teile ans Werken vom Format eines Schallt und Bloch einem Gebranchszyklns, also einem Werk zur praktischen Verwendung, eingereiht werden.' Wenn Stücke wie Schalits „Kor'chn", das -Predigtlied, das „Weoh.lwto“ und das „Ez chajim“ von Bloch, (die bisher ohne Musik gebetet wurden) in unseren'Gotteshäusern heimisch würden, dann darf.der Landesverband mit dem Erfolge seiner Zielsetznngen zufrieden sein. Allerdings ' sind' .. gerade-diewertvollen Stücke für kleinere. Gc- - meinden zu schwierig, und wegen . derdort , sehletiden Orgelbegleitung kaum ausführbar. Das - .Positive dev. ganzen »Frage besteht darin, daß zum ersten Wale nicht ein Mselner an die Kejor« feinen tiefgehenden Ausführungen über „Ueber< lieserung als Aufgabe". In einer Veranstaltung des Deutsch« lüdlscheu Kreises im C.-V. sprach Dr. Max Eichholz über den „Sinn der Geschichte".. Seine Ausführungen gipfelten in der Erkenntnis von der sclldnngsmäßlgen Ausgabe de8 lüdlschet; Menschen, des Erlebens in der Gesamt- Welt: der Diaspora-Eristenz. . Gleichfalls im Tcutsch-jüdischen Kreis im C.-V. zeigte Dr. Stcgmund Fürth den Weg „Von der Vernunft zmn Glauben"; er zeichnete den Weg des Verstandesmenschen, der die Begrenztheit menschlicher Verstandestätigkeit und die Unmöglichkect der Erforschung des Letzten durch d,e Vernunft erkennen. Mitteldeulschland Heber die Grundgedanken der C.-V.-Bewegung. über die geistige und seelische Haltung des C-V in den letzten beiden Jahren und über seine Prak- ' tijche Arbeit sprach Amtsgerichtsrat a. D. Tr. »xritz Göldschmißt in stark besuchten Versammlungen in Halberstadt. Mühlhausen (Thüringen) imd Erfurt am 28.. 29. und 30 I-rnuar 1933. . Linksrhein Am Ticn-i-iag. bem 5. Februar, sprach «Mar S e l o über aktuelle Problenie aus dem modernen Wrrtschafts. und Arbeitsrecht vor Kanfleuten und Angestellten der Gemeinde Trier. Die Verfammlung war überfüllt. Der Erfolg des VortragS fand auch darin seinen Ausdruck, daß die am folgenden Tage in Trier stattfindende Sprechstunde von allen Kreisen der Wirtschaft zahlreich ausgesucht wurde. Am Donnerstag, dem 7. Februar, sprachen Rabbiner Tr. Eschelbach er aus Tüsieldor mrd Assessor Selo in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Logensaal vor der Bonner Eemeiude über „Tie Ailsgabe unserer jüdischen Zukunst . und „Die Leistung des C.V. für unserem- Arberts- und Lebensraum". . Am 27. Januar sprach Dr. Haus Iacobi . ^llmgoge in Boppard anläßlich einer .llhem-Bezrrksversammluiig vor beit Orten Boppard, Bacharach. Lberwcscl. St. Goar, St. Goakshanscn, Rhens, Werlau unb Beulich zum ilieina „Für unfern Arbeits, und Lebcnsraum. tfür deutsch.jüdische Zukunft". ■ftm 3. Februar sprach Tr. Haus I a c o b i 3um ' gleichen Thema im Gemcindesaal in Jülich. Ter Vortrag wurde mit großem Inter- - esse verfolgt. Am 22. Ianiiar sprach Tr. Hans I a c o b i vor den selbständigen jüdischen Handivcrkern in Köln ' - in der Rheinlaudloge znm Theiria „Ta« deutsche Judentum, seine Stellurig und seine Aufgaben". Die Handwerker rurd ihre - Familienangehörige,i. die fast ausnahmslos erschienen waren, zeigten für die ideellen und praktischen Ausführungen des Redners lebhaftes Interesse. . Baden Am 9. Februar sprach Rechtsanwalt Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern) in einer glänzend besuchteu Versammlung in Baden-Baden über „Deut- .sches Judentum heute und morgen". Nahezu vollzählig war die Gemeinde zu der von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe. Lehrer Grün selb, geleiteten Veranstaltung erschienen. -Ter Vorsitzende^des Landesverbandes Baden, Rechtsaiiwalt Hugo Stein- (Karlsruhe), ergc'iiizte die Darleguiigen deS Redners, indem er Aiisschnitte airs der täglicheii Kleinarbeit des C.«V. gab und zur tatkräftigen Mithilfe aufrief. JO. Februar sprach Dr. Kehr in einer gletchsatts zahlreich besuchten Gemeindeversammlung m Rastatt. And; hier zeigte sich, wie wichtig und notwendig unsere Arbert aerade-in den mittleren und kleinen Gemeinden id und wie dankbar sie von unseren Freunden begrüßt wird. * Landesverband Rordwestdeutschland 1«. ffebruar, 20 Uhr HO Min.: ©efemünbe: «emcinN* vkrsamin-Iimxn Rudolf Lerzbi-rg (L>annovrr), - Dr. Derthold Weinberg (Berlin), ,Dr. Werner Grunsseld (Hamburg): „^iir unseren Ardeits. und Lebensraum, für orutsch.jiidische Zukunft." Gemcinderaum im Sn« - nagogen-gebäude, Echulstraße. Landesverband Baden 18. Februar, 20 Uhr: Freiburg i. Br.r Rechtsanwalt Lüga fclem (Karlsruhe): „Engen Fuchs — und wir." Eitrß' zeitgemäße historische Betrachtung. Synagoge. Landesverband Hesien-Naffau und Hessen 17. Februar, 15. Uhr 00 Min.: Schotten: Bezirkstagung. Dr. Wolfgang S. Matzdorff: „Der /Lea des deutsche» Juden." . Landesverband Ostwestfalett und Nachbargeblete 17. Februar, 15 Uhr: Herford: Landcsverbandstaguna. Dr. Alfred Hirschberg (Berlin) „Ein Jahr C.-P.-Arbeit." 17. Februar, 20 Uhr 3Ö Miu.: Bielefeld: Aundgebungt Dr. Alfred Hirschberg (Berlin) „Idee und Arbeit UN ' deutschen Judentum." Synagoge, Turnerstrahe S.. Landesverband' Rheinland-Westfalen 17. Februar, 15 Uhr: Warburg: Bezirrofagung. Dr. Stell:«.' - - berg (Essen). ' " . . 17. Februar, 13 Uhr 80 Mm.r Rehei«.HLNe»r Bezirk»- tagung. Dr. Plaut (Ess^n).,' 18. Februar, nach«.! «fiten; Bezirkotaauna. Dr. .Stein-.. - -'.,b«rg (Essen). , 1 .' DemeliideversammImiS. I

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