Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 7 (14.2.1935)
- Date
- 1935-02-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2278097-2278104--09212-2290310- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MMN VW j In überfüllten Versammlungen, die der C.-V. in Beuchen und Gleiwitz einberufen hatte, sprach unter stürmischem Beifall Dr. Bruno Weil über „Die Wellenlinie jüdischen Schicksals" und „Bilanz zweier Jahre". Weil erklärte u. a.. daß er noch ganz unter dem Eindruck der Ereignisse anläßlich und nach der Saarabstimmung stehe, die er im Saargebiet als Abstimmungsberechtigter mitgemacht habe. Gewisse Vergleiche zwischen den Vorgängen in Oberschlesicn und denen an der Saar — also zwischen dem äußersten Südwesten und dem äußersten Süd osten des Rerckics — liegen nahe, auch soweit es sich um dre Frage des deutsck)en Judentums handele. Oberschlesien sei seinerzeit von der Botschafterkonferenz geteilt, und es seien damit zahlreiche deutsche Judeii mit ihren übrigen Volks, genossen dem polnischen Staate zugeteilt worden. Die Saar aber, die sich mit über neunzig Prozent für die Rückkehr 31t Deutschland ausgesprochen habe, sei ungeteilt an das Reich ziirückgegebcn worden. Oberschlesien habe eine starke jüdische Bevölkerung besessen; an der Saar gäbe es unter 5,40 000 Abstimmungsberechtigten etwa 2000 jüdische Stimmen. Die Juden konnten somit an der Saar, da sie nur etwa ein drittel Prozent der Stimmen hätten, einen irgendwie in die Waagschale fallenden Einfluß überhaupt nicht ansübcn. Obcrschlesien sei im deutscl)-polnischen Minderhcitenabkommen auf fünfzehn Jahre ein besonderer Minderheitenschutz zugesagt worden, dessen Wesen und Bedeutung angesichts der Petition Bernheim im Jahre 1033 im Völkerbund ausführlich erörtert worden sei. Für die Saar sei in den römischen Abmachnn;wn eine Frist von einem Jahr nach der Acndernng des Regimes, also bis zum 1. März 1030. vereinbart worden, während der die Ariergeseßgebung nicht eingeführt werde. Wie er, der Redner, tn seiner in Saarbrücken unmittelbar nach der Abstimmung als Gruß an die saarländischen Inden abgegebenen Erklärung bereits gesagt habe, gäben sich die saarländischen Juden der Hoffnung hin. ..daß deren Einführung auch nach Ablauf dieses Jahres nicht erfolgen wird". Bezüglich der Abwanderung habe es in dieser Erklärung geheißen: „Die deutschen Juden W V Kt jf haben es immer abgelehnt, sich zum Richter über den einzelnen auszuwersen, der sich nach schweren seelischen Konflikten zur Emigration entschlossen hat. Aber sie wünschen, daß, wie das deutsche, auch das seit Jahrhunderten im Saargebiet verwurzelte saarländische Judentum nicht ,durch die Abwanderung seine geistig und materiell wichtigsten Glieder verliere". Nach den aus dem Saargebiet bisher übermittelten Nachrichten halte sich sowohl . die allgemeine Abwanderung, wie insbesondere auch die jübifcljc, in bescheidenen Grenze n. Während die Emigration des Jahres 1033 zu 80 Prozent jüdisch und nur zu 14 Prozent nichtjüdisch gewesen sei, lagen die Ziffern an der Saar fast umgekehrt. Wohl 90 Prozent aller Anwändern den seien Nichtjuden. Die Zahl der jüdischen Männer, die an der Saar parteipolitisch tätig gewesen seien, ließ . sich an den Fingern einer Hand abzähleu. Sie 'teiltet jedoch aus ei gen ein Entschluß das Schicksal ihrer politischen Parteifreunde. Es habe sich aber nachträglich ergeben, daß eine nicht unerhebliche Zahl von Juden sich der deutschen Front angeschlossen hatte. . Dr. Weil entwickelte dann iveiter den aus seinen Berliner Vorträgen und seinem Buch ..Ter Weg der deutschen Juden" bekannten Gedanken, daß die so geschaffene besondere Rechtslage der Juden in Oberschlesien und an der Saar unter Umständen eine wichtige Rolle in der Frage der endgültigen Gestaltung des Schicksals der deutschen Juden spielen könne. Wann und wo finden Sie Rat? Sanrsrebict Saarbrücken .T u r i s t t R c. h wirtschaftliche 9 p r o c h stunde des C.-V. bis auf •weiteren Im Hotel Messmcr, Mittwochs von 16—1H T”hr, Donnerstags von 10—12 Uhr, Freitags von 10—12 Uhr. Ministerialdirektor Heimberger, der im Zusammenhang mit der Saarabstimmung mehrfach genannt wurde, ist weder Jude noch jüdischer Abstammung. f WWMM Md §WM§W Da 8 ..Deutsche Aerzteblatt" vom 9. Februar 19.85 veröffentlicht an leitender Stelle unter der Ueberschrift „Deutsche Volksgesundheit rus Blut und Boden" die folgende Verlautbarung . de8 Reichsärzteführers: Durch Wurfsendung ist eine Werbeschrift für das Blatt „Deutsche Volksgesundheit aus Blut und Boden", herausgegeben von Gauleiter Pg. Julius Streicher, verschickt worden. In Beantwortung zahlreicher deswegen an mich gerichteter Anfragen weise ich zur Klarstellung auf folgendes hin: ■ l. Weder das Hauptamt für Volksgesund, heit der NSDAP noch der NS-Aerztebund, noch irgendeine andere ärztliche Dienststelle ist an - der Zeitschrift „Deutsche Lolksgesnndheit aus Blut und Boden" in irgendeiner Form beteiligt. Die in der Wurfsendung enthaltenen Aufsätze sind ohne Füblungnahme mit uns, geschweige denn unter unserer Billigung erschienen; sie stellen lediglich die persönliche Meinung dcS Verfassers dar. Wenn das „Deutsche Aerzteblatt in Heft 51 des Jahrganges 1934 einen Bericht über eine Rede des Gauleiters Pg. Juli u j Streicher gebracht hat, so kommt dadurch nicht etwa zum Ausdruck, daß die ärztliche Führung den Ansichten Pg. Streichers tn allen Punkten zustimme. Insbesondere wird dadurch nicht den Gedankengängen und Ausfassungen zugesiimmt, die das Gebiet der Volksaesundheit berühren. Die ärztliche Führung hat völliges Verständnis für den Kampf Julius Streichers gegen jüdischen Emfluß. gegen Rassenvermischung und völkische Entartung und ist bereit, ihn m diesem . Kampfe zu unterstützen. Diese Einstellung bedeutet aoer nicht die Bejahung aller rastenpolitischen und rassehygieuischen Auffastungen und Theorien Pg. Streichers., . . ' Ich stelle ferner ausdrücklich fest, daß wrr als Aerzte die in der Zeitschrift „deutsche Volksgesilndheit airS Blut und Boden entwickelten Gedankcugänge über die Impfung als abwegig und den Scuchenschutz des deutschen Volles gefährdend ablehnen. 2. Die Kritik des Blattes „Deutsche Volksgesundheit aus Blut und Boden" an dem allein meiner Verantwortlichkeit unterstehenden Rudolf - Heß - Krankenhaus tn Dresden beruht auf völliger Unkenntnis der Verhältniste. Ich habe nicht d/e Absicht mich mit der genannten Zeitschrift in eine Auseinandersetzung einzulasten, stelle aber fest, daß es nicht die Aufaabe deS Rudolf-Hetz- Krankenhauses ist und fern kann, d e Gegen sätze zwischen der sogenannten Schulmedrzm . und der biologischen Richtimg zu vertiefen, sondern zwischen beiden eine Brücke zu schlage r im Intereste der Gesundheit unseres deutschen Volkes. München, den 8»™* * * Der Präsident deS Reichsgesundheitsamtes und sie Staatökommistare für das GesundheitSwesen in Bayern, Baden, Sachsen, ^hurr gen und Württemberg haben nachfolgende Schreiben an den Führer und Reichskanzler unfcr an alle in Betracht kommenden Stellen gerichtet: „Als Propaganda einer in Nürnberg erscheinenden Zeitschrift „Deutsche Volks - gesundheit a u 8 Blut und Boden" wurde vor einigen Tagen eine Werbeschrift an alle Aerzte Deutschlands versaiidt. Wir verkennen nicht die Richtigkeit der politischen Tendenz, die aus der Wurfsendung spricht, und bejahen ganz besonders die Forderung nach Bekämpfung deS Judentums und nach der unbedingt notwendigen Acndernng der schulmedizinischen Ausbildung der deutschen Aerzteschast in biologischer Hinsicht. Wir stellen in diesem. Zusammenhänge fest, daß die nationalsozialtstischen Aerzte von Beginn ihres Zusammenschlusses an drese Neuorientierung der Medizin nicht nur gefordert, sondern zum großen Teil auch bereits verwirklicht haben. Wir lehnen aber in aller Entschiedenheit ab die von falschen Voraussetzungen ausgehende, auf uncrwiesenen Grundlagen und teilweise falscher Unterrichtung ausgebaute und nur als Schlagworte ztt wertende Tendenz der Flugschrift, soweit sie auf die Ablehnung der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten durch Impfstoffe aller Art hinausläuft. Diese unsere Ablehnung liegt begründet in unserem Derantwortungsvewußtsein für den uns übertragenen Gesundheitsschutz und die Gesundheitsführung des deutschen Volkes. Vorgänge obiger Art gefährden auf das schwerste die Entwicklung zu einem gesunden, leistungsfähigen und sonnt wehrhaften oeutschen Volke." * In einer uns vorliegenden Nummer der „Deutschen Volksgemeinschaft" vom 1. Februar heißt e3 in einem einleitenden Satz: „Die Folgen der Nastenschande": „Artfremdes Eiweiß ist Gift". Ein zweiter Aufsatz ist überschrieben: „Artfremdes Blut wirkt wie Gift — Artfremde Dlutkreuzung erzeugt minderwertige Nachkommen". Wir beabsichtigen nicht eine wissenschaftliche Auseinandersetzung über die Rassenfrage. Aber ' wir sind der Meinung, daß nicht nur auf einem engen wistenschaftlichen Gebiet die Vermeidung von falschen Voraussetzungen, von unerwiesenen Grundlagen und von Schlagworten gefordert werden sollte. Das Judentum kennt, von der Grundanschauung ausgehend, daß Gott den Menschen in seinem Ebenbilde erschaffen habe, und daß keine Menschen-- gruppe sich von Natur aus höher dünken solle als eine andere, nicht, die grundsätzlich abwertende Beurteilung der Mischehe. Don dem Augenblick an. wo ein Mensch sich zum Judentum bekennt, gilt er von unserem Standpunkt auch als jüdisch. Nach der in der „Deutschen Volksgesundhert" vertretenen These müßte jedoch jedes Kind aus einer sogenannten Mischehe eine Art Gift- Produkt sein. Es gibt neben zahllosen normalen Sprößlingen aus Mischehen auch einige besonders bekannte Namen, wie die Nobel - Prei 8 - träger Paul Heyse, Adolf von Bayer und Niels Bohr, wie als sinen der Bekanntesten der letzten Jahre den Teilnehmer der ersten deutschen Atlantiküberquerung,' Freiherrn von Hühnefeld, ferner einen Mann wie Graf Arco. den großen Radioforschcr. Man wird wohl diese Männer, kaum als minderwertig bezeichnen können . . » LN M MWÄMOZLiMA , ' Der „Angriff" vom 9. Februar vermerkt unter der Ucoerschrift ..Ritualmordzeuge meldet sich", daß in Bern seit alten Zeiten ein Brunnen stünde, der „Kindlifrcsser"-Brunncn. Es wird hinzngesügt, daß es sich ohne Frage um ein regelrechtes Ritualmorddenkmal handele. Der Leser muß aus der Art der Darstellung den Eindruck erhalten, als ob die Tatsache, daß ein solcher Brunnen da ist, das Targestellte bereits als historisch zutreffend dokumentiere. Wir halten eine solche Beweisführung nicht für durchgreifend. Wir erinnern uns, tn Museen Bildwerke gesehen zu haben, in denen etwa Perseus einen Drachen tötet. ■ Oder Gemälde, in denen Zeus als Adler den Ganymed raubt oder als Stier Europa auf seinem Rücken entführt. Oder wir kennen auf zahlreichen Denkmälern die Herrliche Gestalt deS Ritters St. Georg, der einen Drachen tötet. Wir glauben, daß man deshalb solche Bildwerke ganz allgemein nicht als Beweis für die Tatsächlichkeit der durch sie verkörperten Vorgänge ansehen wird. Zum Ritnalmordproblem äußert sich auch die Beckumcr „Glocke" vom 3. Februar in einer längeren Zuschrift. Hier wird ausgeführt, daß es mit dem sogenannten Ritualmord doch etwas auf sich haben müste. weil in der Dolksmeinung immer wieder diese Anschauung auftrete. Es ist noch gar nicht lange her. daß aus Grund der Volksmeinung die Anschauung, es gäbe Hexen, für so richtig gehalten worden ist. daß sie zur Verbrennung von unschuldiden Menschen führte W tdM MMZr Auf einer Veranstaltung der Ortsgruppe Nürnberg der „Nordischen Gesellschaft" sprach Gauleiter Julius Streicher Einführungs- Worte zu einem Vortrag von Professor Dr. Mjöen- OSlo über „Nordisches Erbgut und Sippenknlt". „Selbstverständlich beschäftigte sich Julius Streicher", so berichtet die „Fränkische Tageszeitung", „ausführlich mit der Judenfrage, dem wichtigsten Teilgebiet, dem Kerngcbiet aller rassenpvlitischen Arbeit." Die „Fränkische Tageszeitung" zitiert sodann wörtlich einige Sätze au8 der Rede von Julius Streicher. Danach sagte er u. a.: „Es gab zu allen Zeiten Seher unter den ■ nordischen Völkern. Und je nach ihrer Art haben sie von der Zukunft gesprochen. Der eine sagte, cs gebe eine gelbe Gefahr in der Zukunft, der andere wieder spricht von der schwarzen Gefahr, wieder ein anderer erkennt, daß e8 erne Judengefahr gibt, aus Jahrtausenden her, — kurzum, es gibt Seher, schauende Menschen, die da wissen, daß sich am Horizont Dinge abzeichnen, die zwangsläufig über uns hereinbrechen werden ... „Man muß mit den Augen des Rassenkenners schauen, damit wir nicht blind hineinmarschieren-in die Zukunft, in der sich so ernste Dinge entscheiden. Man muß unterscheiden können, was ein Neger. Mongole, -nordischer Mensch und ein Jude ist. Nur wer das kann, vermag jeder Nasse gerecht zu werden, selbst den Juden. Und ich glaube, es gibt keinen, der bester den Juden gerecht zu werden vermag als ich. Diese Gerechtigkeit kommt darin zum Ausdruck, daß ich die Oeffentlichkeit seit fünfzehn Jahren unablässig darüber aufkläre, wer der Jude ist..." ,.I6 Millionen Juden leben aufgetcilt in allen Völkern und es ist sonderbar, während alle anderen Völker ihre Kraft, ihr Glück darin finden, daß sie ein Vaterland besitzen, und auf einem Ackerboden, den sie geschaffen haben, leben, ist das Aufgeteiltsein in alle Völker beim Juden nach außen sein Unglück, in Wirklichkeit aber seine Macht. In dem Augenblick, wo wir das Sechzehnmillionenvolk der Juden zusammenholen, meinetwegen auf einer einsamen Insel, da kann der Jude nicht mehr Jude sein, er kann nicht mehr leben, ebenso wie Ungeziefer nicht mehr leben kann, wenn man ihm seinen Boden, aus dem er sich als Parasit ernährt. entzieht!" „Glauben Sie mir, wenn einmal der ewige Jude zu Paaren getrieben ist in all den uns noch heute feindlichen Völkern, dann wird es nicht mehr schwer sein, die letzten Dinge aus dem Wege zu räumen, die uns bisher getrennt haben!" Wohl selten ist die Relativität des Begriffes Gerechtigkeit so deutlich geworden, wie bei der Definition, was Gerechtigkeit gegenüber den Juden sein soll. Wir glauben, daß die maßlose Beschimpfung einer verschwindenden Minorität innerhalb des deutschen Volkes — sieben Menschen unter Tausend — und innerhalb anderer Völker üblicherweise nicht mit dem Prädikat .gerecht" anzusprechen sein wird. Es ist uns auch nicht bekannt, daß etwa führende Engländer, Franzosen,- Italiener, Amerikaner, die in ihrer Mitte wohnenden Juden in der Form charakterisieren, wie es durch Gauleiter Streicher geschehen ist. Jedenfalls bezeugt die geachtete Stellung, die. >. unsere Glaubensbrllder in fast allen Ländern der Welt einnehmen, daß man diese Definition von 'Gerechtigkeit gegenüber den Inden, die Herr Streicher ausgestellt hat, nicht zu akzeptieren geneigt ist. __ '.Storni Gott Qgföföct MOM? In der „Dolksparole" in Düsseldorf veröffentlicht Staatsminister Schemm, der Führer des nationalsozialistischen Lehrerbundes einen Aufsatz, in dem er auch auf das Judentum eingeht. Es heißt u. a.: „Sein auf Materialismus und irdischen besitzmäßigen- Genuß eingestelltes Wesen, das keine großen EwigkeitSaedanken in sich barg, bewirkte .naturgemäß die Ueberzeugung, daß dieser stets . olcichbleibende materialistische Genußzustand ge- . schlich geregelt werden mußte. Daher kam das Z .Gesetzbuch. die Tora. Im Laufeder Jahr- Hunderte jedoch erwies sich dieses Gesetzbuch alS ‘ Fizsspflcge •System utUiur u. Besiege«. »i!« fus:te:cmrird»(i. Nachweis de: nächsten Varkautsstella durch DEUTSCHE SCHOLL WERKE GJB.b.H. Frankfurt a. M., SOd 10. unzureichend, entweder waren die Maschen zu groß oder zu klein, und cs galt, gewistcnsbcruhtgcnde Paragraphen zu schaffen. So schufen die alttestamentlichen juristischen Zauberkünstler das um viele Paragraphen erweiterte Gescheswcrk der Mischna und man plünderte lustig, im Nahmen dc8 Gesetzes sich von Jaweh beschützt fühlend, die Mitmenschen aus und bezog sich dabei noch auf Recht, Gesetz und Moral. Es dauerte auch nicht lauge, dann waren auch hier bald Defekte und Fehler. Unzulänglichkeiten, vielleicht auS Gewissensbissen fühlbar. Deshalb schufen die vorhin erwähnten GesetzeSfabrikantcn das Teufelswerk der Weltgeschichte, den Talmud, der ein Gesetzbuch darstcllt. welches mit den Begriffen Recht und Moral die niedrigsten Gemein- ' heiten verbindet." ' Das deutsche Strafgesetzbuch kennt die Delikte der Gotteslästerung und Rcligionsbcschimpfung, gegen die der § 106 der Strafgesetzbücher in Geltung ist. Seinen Schutz genießen alle innerhalb des Gebietes des Deutschen Reiches anerkannten Religionögesellschafteu. Die jüdisck)e Religionögesellschaft ist staatlich anerkannt. Es liegt eine große Anzahl von Erklärungen vor. daß die Absicht der Sondergesetzgebung gegenüber den deutschen Juden sogar in bezug auf die Rastensrage nicht diffamierend benbsichtigt sei, daß sie aber auf keinen Fall die Ausübung der religiösen Verpflichtungen behindern wolle. Ganz besonders feierlich ist das namens des Deutschen Reiches bereits im September 1933 durch den Gesandten von Keller in Genf erklärt worden. Ein Schutz der Ausübung ist ohne Schuh des Inhalts der Religion nicht denkbar. ES kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Ausführungen, die wir eben veröffentlichten, eine ReligionSbeschimpfung im Sinne des § 166 beö Strafgesetzbuches darstellcn. Gotteslästerung bedeutet nicht, daß etwa Gott vor einer Lästerung in Schutz genommen werden müsseI Ter Gott der monotheistischen Religionen sicht zu sehr außerhalb jeder menschlichen Kritik, als dasr er menschliche Gesetze zu seinem Schutze nötig hätte. Was das Gesetz aber schützen will, ist das religiöse Empfinden der Menschen. und wir erklären feierlich vor aller Oesscnllichkeit, daß mit der Beschimpfung unserer Thora, die nach der Lehre unseres Glaubens Ausfluß göttlicher Offenbarung ist. desselben Gottes, der auch der Gott der christlichen Religionen ist, nicht nur die religiösen Empfindungen der deutschen Juden, sondern der Juden überall in der Welt aufs schwerste verletzt worden sind. Uns in eine Kontroverse über Wesen und Inhalt deS Talmud einzulasten, liegt in diesem Zusammenhang keine Veranlassung vor. An dieser Stelle sind erst in letzter Zeit erneut aus der Feder von Rabbiner Dr. Escijclbacher eine Reihe von Unanfechtbaren Feststellungen veröffentlicht worden, die den Nachweis" erbringen, daß die Behauptungen, die aus dem Talmud ein Teufelswerk machen, im wesentlichen auf völliger Unkenntnis des Talmud und dem Unvermögen, ihm im Urtext zu studieren, beruhen. MMLiWMrsM . Die „Fränkische Tagfytetung" meldet, daß vom Reichs- und preußi-chen Atinister des Innern die Fcststellnng getroffen worden sei. daß da3 Vermögen des FÜrther Fabrikanten August Bauernfrcund zur Förderung Volks- und staatsfeindlicher Bestrebungen im Sinne deS Gesetzes vom 14. Juli 1933 bestimmt gewesen sei. Ta8 Vermögen sei schon r>or einiger Zeit vonder Polizeidirektion Nürnberg-,Fürth beschlagnahmt worden. Tie „Fränkische Tageszeitung" verweist in diesem Zusammenhang auf den Kampf des „Stürmers und des Gauleiters Julius Streicher in dieser Sache. Danach steht also fest, daß es sich in diesem vom „Stürmer" kürzlich sensationell aufgegrisfenen Fall um eine längere Zeit zurückliegende, den Behörden bereits bekannte Angelegenheit handelt. _ Ser „WlSriS ici 20. Mimtet»" Die „Germania" schreibt: »Das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg stellt in einem Erlaß fest, daß neuerdings in einzelnen Tagesblättern von der Reichsstells zur Förderung des deutschen Schrifttums in auffallender Weise Propaganda für Roscnbergs ^Mythus des 20. Jahrhunderts" gemacht werde. Auch wird immer wieder in Schulungslageru und Einführungskursen . in die NS Weltanschauung der „Mythus" als ein parteiamtliches Lehrbuch ausgegeben und empfohlen. Demgegenüber l»etont das erzbischöfliche Ordinariat im Interesse der Klarheit, daß sowohl die maßgebenden amt- . Uchen Stellen wie auch Roseuberg selber das Buch stets als Privatarbeit bezeichnet haben." Wie die .Landeözeitung" ln Neustrelitz meldet, sind die Schaufenster verschiedener jüdischer Firmen von unbekannter Hand mit der Aufschrift „Juden" versehen worden. Die Beschriftung ist mrt einer säurehaltigen Farbe vorgenommen,, die eß bisher unmöglich machte, dieses Wort abzu^ waschen oder zu entfernen. Hanpuehriftletter: Dr. Alfr«dH)r*chb«rg; Stellvertr.: Dr. Margarete Edelhetm. Beide;a Berlin. FilrRücksendunjr ucverlanirter Manuskripte ist Freiomscblae beizufügen Leiter der Aozeigen* Abteilung und verantvrcrtlicb fflr den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA IV Vj 48 923. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben» e. V.. Berlin W 15. Emser Strasse 42. Tel.>A<:r.t „Ceotralglaubeo Berlin " Pernspr. J 2 Oliva 814I--45 Postscheck: Berlin 80472 Druck der' Bark- und Tiefdruck Gesellschaft mbH; Berlin SW 19 Zurzeit iet Preisliste Nr. 8 gültig Bezugspreis vierteljahrlick BM 170