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Central-Verein-Zeitung · 1935-02-07 · 6 (7.2.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
6 (7.2.1935)
Date
1935-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Hmnss r Friifeteia ' Das bekannte Spezialhaus Frankfurt a.M./ Offenbaeh/Giessen Bibel als Selbst- und Naturbefahung. als ftärfftc Aenßernng seines durch Gott inspirierten Machtgenwls. bei den geschichtlichen Inden al-Z eine Maral der Lebcnsverncinnng dnrchgesetzt habe, ans deren Baden dann die christliche Maral erwachsen sei. In jedem ^valfc wurde diese Haltung, wie die Redner in an einer Reihe von Zitaten eriveisen kannte, durch einen ungewähnlichcn Respekt destimmt, den Nietzsche dem ..merkwürdigsten Balk der Weltgeschichte" und seiner in die Ankunft weisenden. kulturcrhaltendcn Lebenskraft cntgegenbrachte und der auch in Nietzsches scharfer, völlig eindeutiger Ablehnung des Antisemitismus zu überzeugendem Ausdruck gekanunen ist. Die allgemeinen Deduktionen deS ziveifelloS sehr gehaltballen Vortrages hätten getviß mehr Anschaulichkeit gewonnen, wenn sie in einer lebendigen, beispielhaften Individualisierung ein Gegengcivicht gefunden hätten. Sa wäre, bei der. Behandlung deS Problems der jüdischen Geistig, keit. daS Nietzsche mehrfach gestreift hat. mindestens ein Hinweis auf Heinrich Heine (..ein europäisches Ereignis") und IaegucS Offenbach („dieser geisrreichste und übermütigste Sathr") am Platze gewesen. und ebenso wäre Nietzsches Stellung zu den antisemitischen Tendenzen sinnfälliger, konkreter in Erscheinung getreten, wenn sein Zerwürfnis mit Richard Wagner (daS. nach Nietzsches eigenem Bekenntnis, auch auf Wagners antisemitische Neigungen zurnckznsühren war), in die Betrachtung einbezagen worden wäre. Und schließlich durste man auch die Gegenfrage stellen: Wie hat sich daS Judentum mit Nietzsche auseinandergesetzt? Seine Lehre hat bis in die neuhebräische Literatur hinein gewirkt: und zu seinen eifrigsten und energischsten Interpreten gehören gerade Inden, von denen Georg Brandes der erste war. der zu einer Aeit. in der Nietzsche der große Aertrümmcrer traditioneller Werte, nach als verfemt galt, öffentliche Vorlesungen über seine Philosophie gehalten hat. H. L. Leo DsMÄd AlteNMsi und ErörtLuÄ In einer Feierstunde in der Hauptshnagogc zu München hielt Gemcinde-RabbincrTr.Leo Bacrwald einen Bortrag „Unser Gottesdienst nnd unser Gebetbuch". Gr w ißte dabei eine lebendige Verbindung mit der grauen Borzeit herzustellen, in der das Opfer fast die einzige Form der Gottesverehrung darstellte, schilderte dann, welch untergeordnete Nolle den wenigen Lob- und Bitt-. Dank- und Segenssprüchen im jüdischen Gottesdienst bis zur Zerstörung des ersten Tempels zukam nnd wie dann bis zum Jahre 70 Opferdienft und Gebet gleichgeachtet nebeneinander bestehen, Erst seit damals kennt der jüdische Gottesdienst das Gebet rast ausschließlich alS die Form seiner Andacht. Baerwald umriß die historische Entwicklung nnscrer Gebctsvrduungcn und der einzelnen Stücke unserer Tesillvth und. stellte in Packender, durch eindringliche Beispiele belegter Weise dar, wie die Jahrhunderte Stück an Stück fügten, seit den Tankliedcrn beim Auszug aus Acghptcu, über die Worte deS Psalters und der Propheten, den Gebeten aus dem Talnmd und die.Klagelieder des spanischen und deutschen Mittelalters bis zn den Gebetsdichtnngen der AabbaViftcn, denen wir Las L'cho Dandi des Freitag-Abends verdanken. Der Bassist Matthias Urwand (von Kapellmeister Erich Erck an der Orgel stimmungsvoll begleitet) hatte die weihevolle Stunde mit Mendelssohns „Gebet" würdig eröffnet und mit dem „Arioso" geschlossen. H. L—nun. W(sip (C^W* MreEA Am 22. Januar veranstaltete die Ortsgruppe Königsberg des C.-V. unter Vorsitz von Geheimrat F et 11 c n l) c i n eine. Mitgliederversammlung.. Nach einleitenden Mitteilungen des Vorsitzenden sprach Landesvcrbandsshndikus Dr. Augerthal 51t dem Thema „AuS unserer Arbeit für deutschjüdischen Lebensraum". Die vom Landesverband Ostpreußen für seine lvestlichcn Ortsgruppen und Mitgliedergemein, schäften cinbcrusene Bezirkstagung, die am :r. Februar in Elbing stattfand, war von Mitgliedern der größeren Gruppen Elbing, Marienburg und Maricnwerder gut besucht. Tic Gritz'pen Brauns berg, Pr.- H v I l a n d, Saatfeld und N 0 s e n b e r g hatten Delegierte entsandt. Ber Beginn der BezirkStagung. die von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Elbing. Georg O ch S. geleitet wurde, begrüßte der Vorsitzende .des Landesverbandes Ost- .Preußen, Sanitätsrat Dr. Pollnow (Königsberg). die Erschienenen. ^LandcsderbandssyndikuS Tr. A n g e r t h a l (Königsberg) erörterte die besondere Lage der Kleingeiueinoon in Ostpreußen und hob hervor, daß der G^V. eine der stärksten Kräfte sei. die den Bestand der Kleingemeinden solange irgend möglich zu sichern suchten. In einem umfassenden Neferat sprach der Dezernent der Berliner Geschäftsstelle des E.-V., Adolf Rubinstei n. über Bemühungen und Leistungen des C.-D. im Ningerr um deutschjüdischen Lebensramu. Seine fesselnden Ausführungen fandenlebhaften Beifall. Eine Aussprache schloß sich an. Meinland-Aellsalen Seit Jahresbeginn hat der Landesverband eine größere Anzahl von Versammlungen veranstaltet. Dr. P laut sprach in einer Gemeindeversammlung in Gclsenkirchen. Bon besonders lebhaftem Beifall wurde der Redner unterbrochen, als er von den jüdischen Arbeitgebern forderte, daß sie auch ihrerseits dem Willen weiter Kreise der jüdischen Jugend, in Deutschland ein Leben in Arbeit und Würde zu führen, Rechnung tragen nlüßten. Tr. Stein berg sprach in Gemeindevcrsamnllurlgen in Castrop-Rauxel, Lünen und Neuß über: „Deutsches Judentum — unser Schicksal als Ausgabe." Weiterhin setzte der Landesverband die Reihe von Bezirkstagungcn fort, die jeweils eine Anzahl kleiner Gemeinden an einem günstig gelegenen Mittelpunkt vereinigt. So sprach Dr. P l au t in Kaldenkirchen, Opladen und Lippstadt, Dr. Stein» berg in Meschede und Niedermarsberg. NiereriÄleiien In Iaucr sprach am 20. Januar Landcsver» bandsshndikns Dr. Rudolf Brcitbarth über die historische Entwicklung der Rechtslage der deutschen Inden und über das praktische Wirken des C.-V. Seine Ausführungen wllrden mit großem Interesse ausgenommen. LilMhrln Am 16. Januar sprachen Dr. Hans Jacobe (Köln) in Koblcilz in einer Gemeindeversammlung über das Thcrna „Iugendland und Jugendleben" und Paul H i r s ch allS Aachen zum Thema „Jüdische Religion und Neutralität". Der Abend, der unter dem Motto stand: Die Jugend hat das Wort, war vom C.-B.. N. j. F. und B. D.I. I. gemeinsam veranstaltet. Der ganz ausgezeichnete Besuch zeigt das Interesse, daß diesem Abend von der Gemeinde Koblenz entgegen gebracht wurde. Die Vorträge, die sowohl die sachliche Stellungnähme als auch jugendliche Begeisterung nicht vermissen ließen und großen Beifall fanden, wurden durch disziplinierle und wohlaelungene Darbietungen der Iugendgruppen des B. D. I. I. umrahmt. ILj/Q. Am 23. Januar sprach Dr. HanS ' Jacob: in einer Bezirksversammlung in . Heinsberg. Der glänzende Besuch bezeugte ~ wieder einmal, wie dankbar man gerade in den -kleinen Orten für Rat, Aufklärung und geistige Abwechslung ist. In der dem Vortrag folgenden Aussprache wurde vor allen Dingen eure stärkere iugendpflegerische Arbeit in den kleinen Gemeinden gefordert. Tann wurde die Ortsgruppe Heinsberg des C.-D. neu gegründet. Es traten alle Gcmeindemitglieder> bei. Die Leitung der Ortsgruppe übernahm dankenswerter Weife Arthur Wolfs (Heinsberg). Adolph Spiero, der sich für den C.-V. immer gern eingesetzt hat, wird ihm zur Seite stehen. Ecemniark Nach längerer Pause versammelten sich in S ch n e i d e m ü h l die Delegierten der grcnzmärlischen Ortsgruppen des C.-V. zu einer Landesvcrbandstagung unter Leitung von Ludwig Rvsenthal (Schneidcmühl), um ein ausführliches Referat von Dr. Alfred H i r s ch b e r g entgegenzunehmen. An das Referat schloß sich eine mehrstündige Aussprache, in der Dr. Hirschberg wiederholt das- Wort nahm. Nach der organisatorischen Seite hin wurde beschlossen, den Landesverband in einen Bezirksverband umzuwandeln und ihn dem Landesverband Brandenburg cinzugliedern. Ludwig Roscnthal tritt in den engeren Vorstand von Brandenburg-Grenzmark ein. Für die Grenzmark, deren kleine und mittlere Orte ganz besondere Betreuung erfordern, ist die Errichtung einer juristisch, wirtschaftlichen Beratungsstelle bei der Bcreinsleitung beantragt worden. Dem Beschluß wird stattaegebcn werden. Am Abend versammelten sich die Delegierten und Mitglieder des E.-V. und zahlreiche Gäste zu einer Kundgebung. Die Veranstaltung war überfüllt. Nach rezitatorischen und musikalischen Darbietungen. bei denen Pauli Schlamnc. Rudi Gutmann. Georg Tischauer, Joachim Anschcl und Ludwig Rvsenthal nütwirltcn, der auch die Kundgebung cinlcitete und schloß, hielt Dr. Alfred Hirschbcrg ein mit stürmischem Beifall aufgenommenes Referat: „Aufgabe und Arbeit im deutschen Judentum". * Landesverband Oberschlesien Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil (Berlin')r 11. Februar. 20 Uhr 30 Min.: Benthe n O.-2.: „Dir Wellenlinie jüdischen Schicksals." Koiserhofsaal. 12. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Glciwitz: „Bilanz zweier Jahre." Dllithiicrsaal, Klostcrstraße 1. Landesverband Hessen-Nassau und Hessen -IG, Februar, 14 Uhr: Marburg a. l>. 8. Bezirkstag«»«: Dr. Alfred Hirschberg (Berlin), Dr. Wolfaang 6. Mntzdorss (Frankfurt) „Die Arbeit des L.-V." Dr. Hirschderg spricht am gleichen Tage in Giehen 20 Uhr 15, Min. und am N.- Februar, 20 Uhr 30 Min., ur Wiesbaden über „Nom Neubau unserer Gemeinschaft". 11. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Frankfurt a. M.: Gemcindeversammiung. R.-A. Dr. Rudolf Lavmann (Köln): „Der jüdische Mensch in ber Prodlemati! unserer Zeit." Vorträge des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend. Vcrcinshaus, Efchersheimerlandstraße 27. Landesverband Nordwestdcutschland 17. Februar, 1« Uhr: Wilhelmshaven: Dezirkstagung Oldenburg-Dstfriesland. Rudolf Hcrzbcra (Hannover). Dr. Bcrlhold Weinberg (Berlin), Dr. Werner Gruns» seid (Hamburg). „Filr unseren Arbeite, und Lebensraumi — Für deutsch-liidische ZukunsU" GeseUschasrs« Landesverband Rheinland (Linksrheinisch) 12, Februar, 20 Uhr 30 Min.: Dürrn: Rabbiner Dr» Lscheldochcr (Dilsseidors): „Die Ausgabe unserer jiidi. scheu Zukunft." Assessor Slich. Selo (Diisseldors): „2>te - Leistung des C.-V. für unseren Arbeit-, und Lebensraum." Restaurant „Zur Altdeutschen", Ahrweiler Straße 20. Landesverband Rheinland-Westfalen 10 Februar, 11 Uhr: Dortmund: 10. Februar, 20 Uhr 13 Min.: Duisburg-Hamborn: 11. Februar, 20 Uhr 43 Min.: Essen: 12. Februar, A Uhr 30 Mi».r Lkreseld: Geinrindeuersammlungen. Rabbiner Dr. Manfred Ewarsenskii (Bulin): „Drutscher Jude, wohin?" Schachaufgabe Nr. 28 von S. NotcnsLern (Berlin) Matt in zwei Zügen Weiss: Ka8, Dd7, TcS, Tho, Lg2, Sc4,!:lö, Bbö, d6, di, (3. gG (12) Schwarz: Kd5, Dg8, TI4, Lr8, Sa4, Sdl, Bb7, g7 (8) * Lösung der Aufgabe Nr. 27: 1. Sd4—f3» (drohend L — Abriigsmatt). . . „ Ke4Xf3f; 2. Le3—dl matt. . . „ Tf-JXf3; 2. Tb3—bl matt. .Td 1—el; 2. Sf3Xd2 matt. . . . SiiG—gi; 2. Sf.>—gä matt. .. . n Sb6—fo; 2. OaH—a8 matt. Richklge Lösungen gingen ein von: A. Baronowitz HanS Eohn. Mar Hcrzberg, Georg Lange. Willr, Michaeliö, Sanitätö'rat Dr. S. Domkc (BerlinV L. Aichriänder (Konstadt). Ernst Finger (Dilshofen), Rabbiner Tr. Tänzer (Göppingen), Jakob Aauinann (Köln). Kantor D. Cohn (Koblcni). Ciegmund Austerlitz (Gießen). A. Loewcnstein (Grevenbroich). Tr. med. B. Rosenbaum (Dresden). Tr. rned. Erich Kaufmann (Elsen), Alcr Becker (Königsberg), Herbert -bcimann (Ratibor). Tr. med. W. Rosenberg (Pforzheim). Lothar Schönthal (Nürnberg). H. Lindncr (Burgkundstadt). Dr. Ernst Boehm. Rechtsanwalt (Brieg), Sanitätsrat Tr. Rittcrband (Tsterodc), Gottfried Gumbel (Stuttgart). Lothar Euggcnhcimer (Eßlingen), Tr. mcd. Hermann Lob (Bochum), Tr. mcd. Schumadicr (Hamburg). HanS Steinbergcr (Bayreuth). Erich Rubensohn (HilbcShcim), Tierarzt?Rax Koschminsti. Frau Tilde Adler (Landsbcrg a. d. Warthe). Tr. med. Hans Goldmann (Berlin). Rechtsanwalt Dr. I. Lehmann (RegenS» bürg). Ernst Straus (Edenkoben). Mehre dieser Löser übersahen jedoch, daß in der Hauptvariante Ke!><f3 der weiße König im. Schoch steht und daher der Lc3 nicht beliebig, sondern nach dl ziehen muß. In einer Partie, die kürzlich von S. Rotenstekq» der die weißen Steine hatte, gespielt wurde,, ent» stand folgende Stellung: Weiß am Zuge kündigt Matt in 6 Zügen ttty 1. Dh3Xh7fI, Kh$Xh7, 2. Te3—h3f, — - - 3. Th3—hßf, 1. h2—hlf, 5. S/5—e3f, 6. 8c3—e2 matt. Gemeinde bekannte sich mit ihrem Beifall zu sich selbst. A.H. v 1 Der. Festaufführung, die zugunsten der?kltersbrlfsanstalten der Jüdischen Gemeinde Berlin durch Moritz Rosenthal veranlaßt worden war. ging ein Prolog von Leo Hirsch, ge- .sprochen von Liselotte Gollin, voraus. ' Drostffor KrssM 6® Zchre aS In den ersten Tagen des F'ebrllar ist Fritz Kreisler 60 Jahre alt geworden. Seit einem Jahrzehnt wohl hat man ihn in Detstschland nicht mehr gehört — er lebt in den Vereinigten Staaten. Er ist als „Wunderkind" groß geworden, als Zwölfjähriger schon errang er in einem nicht etwa nnbedentenden Wettbewerb in Paris den großen Rom-Preis: in der an geigenden Wunderknaben nicht armen Mnsikgeschrchtc ist das ein einzig dastehendes Ereignis. Bei dem Kind fiel bereits die Zartheit des Tones und eine verblüffende technische Meisterschaft auf, die größte Schwierigkeiten mit spielerisch annmtender LelchLigkeit zu nehmen wußte. Er ging durch die Schule des jüngeren HellmeSberger in Wien, seiner Vaterstadt, und auch bei Dclibes am Pariser Konservatorium war er in Pflege, so daß er ungefähr zwischen dem größten Klassiker der neueren- Zeit, der übrigens wie Kreisler Jude war, Joseph Joachim, nnd Psahe nnd Thiband eine Mittelitellung einnrmmt. Ans den ersten nmjnbclten Konzerttourneen in alle Welt ivar kein Geringerer als lllloriz Rosenthal Kreislers Partner, der phänomenale Techniker der modernen Klaviervirtuosen. Der humorvolle nnd besinnliche Kreisler war für die Lyrik prädestiniert, der unendlich weiche Ton seines Spiels, das namentlich im Piano einen berückenden Liebreiz ausübte, kam hinzu, und deshalb wurden feine, liebenswürdige Kabinettstücke in ihrer Anmut durch seinen Vortrag am wirksamsten, und diese waren es auch — vielfach eigene Kompositionen und Bearbeitungen -- die seine Popularität begründeten. Zmn Teil noch mit Hilfe der Schallplatte, denn von keinem Jnstrumentalisten sind so zahlreiche Aufnahmen erschienen wie von Kreisler. Die Höhepmikto in seinem ° künstlerischen Nachschasfen waren die Wiedergabe der Konzerte von Beethoven und Aiendelssohch inSbespnoere das jtzxudelndL Kondo bei Beethoven von ihm zu hören, war ein einzigartiges Erlebnis, auch Kriegs L-moll-Sonate, besonders die liebliche Romanze im Mittelsatz, wird kaum wieder ähnlich vollendete JMerpretatwn erfahren. Fritz Kreisler, der große jüdische Künstler, ist sein Leben lang für die deutsche Musik und für Deutschland eingetreten, wie seine ständige tätige Hilfsbereilschast während des Weltkriegs und der nachfolgenden Jahre zeigt. Auch deshalb denkt heute etno unermeßlich große Gemeinde mit Dank und Liebe an ihn. Lai. ZUN DLS WA Mtd ZAÄ In Frankfurt am Main starb der Schauspieler Alfred Hauck, ein langjähriges Mitglied des Central'Vercins. Das Stadtblatt der „Frankfurter Zeitung" vom 2. Februar widmet ihm einen Nachruf, in dem cs heißt: „Der älteren Generation Frankfurter Theaterbesucher wird die Persönlichkeit von Alfred Hauck noch in guter Erinnerung sein als die eines Darstellers, der vor allem in Sing- und Sprechrollen der Spielopcr und der.Operette überaus charakteristische Gestalten schuf. In seinen Glanzzeiten war Hauck eine erste Kraft des Opernhauses; von kaum überbictbarer Sicherheit und Vielseitigkeit erschien seine Ausformung humorvoller Figuren, sowohl mimisch, gestisch als auch stimmlich; seine Musikalität war ihm dabei von besonderem Werte, sie ließ ihn auch gelegentlich in seriösen Partien die Aufgabe gut ausfüllen. Die humane Gesinnung, die ein hervortretendes Dkerkmal seines Wesens war. führte ihn u. a. dazu, sich der notleidenden Witwen und Waisen von früheren Mitgliedern der Frankfurter Stadttheater anzunehmen und zu ihrer Unterstützung einen Verein mit besonderer Hilsskasse zu gründen (1903). Infolge Haucks Werbung kam ein Fonds von einer halben^ Million Mark zustande,. aus dem viel Notigelindert werden konnte. Die Inflation hat später auch diese Unterstützung?lasse zerstört, doch wußte ihr Gründer stets noch Hilfe und Mittel füc-tiefen charitativer; Zwech zu jinderi «•* - *' ♦ Die Aufführung eines jüdischen Marionetten- 'theaters: so gehört es sich für die Stadt der Pocci und Schmid, der Binder und Brann! Das jüdische und das münchnerische Element vereinigten sich in der Vorstellung der Spielgruppe von Vcrthold Wolfs, die in München vor ausverlaustem Haus die dramatische Skizze ..Ntoses" von Strindberg nnd das „Mädchen von Elizondo" von Ofsenbach vorsührto. Obwohl der „Moses" einen sehr ernsten und spröden Stoff darstellt, fesselte er infolge der charakteristisch gestalteten Pupven und der überaus schönen Bühnenbilder von Marieluise K0hn und Rudolf Gruft das Publikum. Die Aegypter-Szenen und das große Geschehen vor dem brennenden Dornbusch gelangten zu besonders eindrucksvoller Wirkung. Das Stück, im ganzen genommen, darf tvirlltch nur als eine „Skizze" aufgesaßt werden: es ist mehr eine Folge von Bildern, als daß der dramatische Gehalt der biblischen Ereignisse voll ausgeschöpft wäre. Um so bemerkenswerter ist es. wie sehr es der vorzüglichen Führung der Puppen und den Sprechern gelang, einzelne Bilder, wie beispielsweise die Wirkung der ägyptischen Plagen auf den Pharao oder die Verzweiflung des Moses angesichts der Widersetzlichleit des Volkes in der Wüste, lebendig zu machen. Es war ein Wagnis, nach dem „Mvses^ eine so leichte nnd spritzige Angelegenheit wie das Ossenvachsche „Mädchen von Elizondo"' zum besten zu geben. Aber alle Befürchrungen, d.ic man vorher hegen konnte, wurden zerstreut, wenn man die köscmde und lockernde Wirkung des reizenden Spiels, daS wie für die Marionettenbühne geschaffen schien, auf dje Gesamtheit der Zuhörerschaft beobachten konnte. Die virtuose Führung der Puppen veranlaßte das Publikum mehrmals zu Beifallskundgebungen auf offener Szene. Man darf den Bericht über diesen eigenarkigen und schönen Premierenabend nicht abschließcn, ohne die Sprecher und Sänger, dre bei beiden Stücken nntwirkten, zu erwähnen.' Elisabeth Springer, die wir hoffentlich bald auf einer wirklichen Bühne hören dürfen, Sonja Ziegler, die wir als Konzertsängerin langst kennen, Bernhard Renka, Walther'Nies und trotz Indisposition auch Dr. Paul Kuhn leisteten - SukMeichnete. Weit. ML ioMg beim die Sprecher noch etwas mehr gegen die Mittezu placiert werden. Am Flügel saß Dr. Joses Waldner. Die Puppensührung, über die das verdiente Lob schon ausgesprochen ist, lag in den Händen von Marieluise K 0 h n, Lotte Ernst» Schönberg. Elisabeth Springer und Verthold Wolfs. Man darf hoffen, daß dieser ersten Ausführung recht viele Wiederholungen in München und in anderen Städten des Reichs folgen. Ca. * Alexander Kipnis gab Lieder- und Arienadende im Jüdischen Musikverein Brev» lau, im Anschluß daran irn Oberschlesischen Kulturbund in Glciwitz und außerdem im Konigsberger Kulturbund. Er erwies sich mit seinem umfassenden und reichhaltigen Programm wieder als Gestalter jeder Gattung der Gesangskunst. Besondere Bewunderung erregte die schöne Behandlung russischer Volkslieder. In Breslau und Glciwitz wirkte Kurt Havelland, Breslau, als ausgezeichneter Begleiter, in Königsberg Leo T a u b m a n n. Ueberäll erntete der Sänger begeisterten Beifall. Das Orchester de? Jüdischen Kul» turbundeS Rhein-Main, Frankfurt a.M., 'spielte unter der straffen, überlegenen Leitung seines Dirigenten Hans Wilhelm Steinberg in Kassel, Hannover und Hamburg. Die große Klangkulüir, die jede Gruppe des Orchesters anszeichnet, entzückte besonders. Professor Bas s ermann wirkte in Hannover im Violinkonzert von Tschaikowski als Geiger von echter Atusickalität und virtuosem Können. Tie Kvnzerte hinterließen überall starken Eindruck. Ter Kcunmerinusilabend von Hella Chitrik (Klavier) und Leo Schwarz (Violine) in Leipzig hatte hohes Niveau; um so bedauerlicher ist es, daß der Grotrian-Steinweg-Saal nur halb gefüllt war. Anscheinend hat man in Leipzig - Verständnis nur für ganz leichte Kost. Leo Schwarz' meisterliche Gestaltungskraft zeigte sein vielseitiges Können, das nirgends an der Oberfläche bleibt. Hella Chitrik, eine temperamentvolle Pianistin, paßt sich verständnisvoll an; sie spielt technisch vollendet. Bei der Brahms-Sonate hatte sie' noch einige Hemmungen zu über^ winden. Das Zusammenwirken dieser.berdey LhmMr zeigtL Jfrwfs Deschloffenheit. &&

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