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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-31 · 5 (31.1.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
5 (31.1.1935)
Date
1935-01-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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I Hinter dem Begriff der „Zerstreuung" der Inden stellen konkreie Tatsachen. Es ist nur .'gl -natürlich und verständlich, das; gerade die Juden in Deutschland für Zahl, Anteil lind Bedeutung S>er Juden in den anderen Ländern beträchtliches Interesse staben, beider kann mitn dieses Interesse auir in beschränktem Umfange befriedigen, denn die statistischen Grundlagen sind lückenhaft. Die wesentlichste» sozivgraphischcn Ansknnftsstellen über tue. quantitative Größenordnung der Inden in istrer Zerstreuung über die ureisten Länder der Erde sind die amtlichen Statistiken der einzelnen Länder. Diese sind aber keineswegs einilicitlich, so weit sie vorhanden sind. Ein Teil der Künder erfaßt nicht das Religionsbekenntnis trotz einer sonst ansgezeichnelen Bevölkerungsstatistik, in manchen Ländern sind diese Allgaben, so nu'it cs sie gibt, ltirtit verösfenllickil. bin Teil der enrolpäiscsteu Länder ersaßt die Luiden unter doppeltem Gesichtspunkt, einmal nänllich nach denl Religionsbekenntnis der Einlvohner und zum anderen nach bcrNativnalitätszngehörigleit. Manchmal lvirdanch leides nebeneinander ersaßt. In solchen Ländern ergeben sich dann interessante Aufschlüsse darüber, wieviele Juden sich zur jüdischen Religion, aber nicht zur jüdischen Nation zugehörig süstleu und tungekehrt, wieviele Juden sich zur jüdischen Station beteiun'n, nicht aber.zur jüdischen Religion. Ta die Angaben, sei es die über religiöse oder nationale Zngcbörigleit natürlich mir bei allgemeinen Volkszählungen erfaßt lverden können — bekanntlich selbst in kleinen Ländern für die Staatskasse eine Millwneube'lastiing bedeuten —. so siild die interessanten statistischen Angabe,, für die einzelnen Läilder natürlich llicht alle ans den gleichen Zeitpunkt abgestcllt. Aber überall, wo e3 vo,' Bedeutung ist, haben nach dem Kriege Volks« zählnngen stattgefnnden lind erlauben einen Einblick in die Bevölkerungsstruktur der Nachkricgsgegcnlvart. Muß man sich bei manchen Ländern auch ans wenige Zahlen beschränken, oft nur auf gang allgclneine Skelettziffern, so kann man aber auch iu diesen Fällen durch Vergleich mit den übrigcu Ziffcru des betreffeudcn Laubes zumeist ein deutliches Bild von der quantitativen Bedeutung der Juden iu dem stressenden Staate geben. Insgesamt gesehen spiegeln diese Zahlen das, was hinter dem Begriff der Zer- (Nachdruck verboten) strcnung der Juden über die Welt steht. Denn in jedem Erdteil, in der Ueberzahl der Länder und fast in jedem Zipfel der bewohnten Teile der Erde leben auch Inder,, die sich wirtschaftlich und sozial mehr oder weniger stark ihrer limrvelt angepaßt haben, aber dennoch drirch die Jahrhunderte ihrem Glauben treu geblieben sind, der heute noch das gerneinsarne Bindeglied mit den Inden der anderen Länder ist. Wir unternehmen es. in zwangloser Reihenfolge an tiefer Stelle in knappen Strichen die quantitative Größenordnung der Inden in den einzelnen Ländern Europas rrnd der anderen Erdteile zur TarstcUrnrg zu bringen, die Reihenfolge der Länder ist nieder durch die absolute Zahl der Juden noch durch den Prozentualen Anteil bestimiut. sie wird im wesentlichen sich nach der geographische,, Aneinanderreihung der einzelnen Länder bestimme». Für jedes Land, in dein Juden leben, soll ein klares, wenn auch in [einem Format . nach den gegebenen Möglichkeiten verschieden großes Röntgenbild von der Zahl und Bedeutung der Inden gegeben werden, wobei das neueste zugängliche Material verarbeitet werden wird. In der nächsten „E.-V.-Zcitnug" wird die soziogtaphisch-statistischc Darstellung im Nvrdosten Europas beginnen, mit der Bedeutung der Inden in Australien wird der Zyklus abgeschlossen weiden. Bei jeder Einzeldarstellung für ein Land muß man sich vor Augen halten, daß heute etwa lp Millionen Inden mit den übrigen 2,0 Milliarden Mensckeu auf der Erde leben, so daß die Zahl der Jude,, unter allen Menschen weit weniger als 1 Prozent (genau 0.8 Prozent) beträgt. Wir werden sehen, in welchen Ländern in den Zentren des jüdischen Lebens dieser Durchschnitt weit überschritten wird — so in Osteuropa, in Nordamerika und natürlich in Palästina —, und wir werden sehen, in welchen Ländern der Erddnrchschnitt nicht im entferntesten erreicht wird; Länder, in denen entweder der Strom früherer jüdischer Wandccnngen vorübcrgegangen ist oder in denen ihre Zahl durch Verfolgungen sich reduziert hat oder aber nw die Inden in den anderen Völkern ihrer Umwelt anfgegangcn sind und auch den Glauben ihrer Väter ausgcgeben haben. Dr. E. R—x. eungnng. widmete dem Objekt eine ganze Seite seiner Lktober-Nnminer. - Die Bewegung entstand durch die deutsche nationale Revolution, die eine allgemeine Auswanderung von Inden verursachte, noch einmal mußten die zerstreuten Stännne Israels ans einer bleibenden Heimat heransgehen. _ Durch die Berichte, daß die.Mandschurei große Strecken Landes habe, in denen eine große Kolonie gegründet werden könne, erhob sich einige Begeisterung. Sie entwickelte sich bis z» dem Punkte, daß an die mandschurische Regierung und an das japanische Außenministerium Anfragen gerichtet wnrdcm das Ergebnis war wie erwartet: Keine dieser Behörden verbot eine EiiNvandernng voll Inden, aber beide machteil auf die nnverkeilnbaren Schwierigkeiten aufmerksam. Gleichzeitig riet Mr. James M'acDvnnld. der Sonderkoinmisfar des Völkerbundes, ein zuverlässiger Freund Zions, in einem freundlichen, aber elltschiedcnen Briefe den Organisationen ab, solche phantastischen Pläne zu nähren. Die wesentlichen Boranssetznngen für eine Massenbewegung der Juden diesseits lonrcu: Die Inden benötigen eil, Land, das sich in einem langen Friedenszlistaiid befindet, N'ährend die Mandschurei in einem Uebergarlgsstadimn ist. .Uli,na Nlid Sprache bieten linüberloindliche Schwierigkeiten. Die Transportkosten von r»n not, Inden bis zur Mandschurei und die Ausgaben für die Niederlassungen lvären unüberwindlich. Es gibt keinen Fvnds zur Finanzierung einer solchen AnSwandcrnlig. Aber das Argument, das nn? am meisten überzeugend erschien, bezog sich ans die Wünsche der Juden selbst. Hat irgend jemand sic gefragt, ob sic cs wünschen lvürdcl,, sich hier en niasse anznsiedeln? Anscheinend nicht, und wenn eine Abstimmung vorgcschlagen lverden lvürde, so würde die Antwort riegativ aiisfalleik. Die Vertreter der Idee eines großen Israels in der Mandschurei sollten sich in ihren Entscheidlingen burd) die abschreckende Geschichte der Ztaifeng- Iliden beeinflussen lassen. Diese Inden, die iu Ehina siedelten, wurden nicht etlva niedergemetzelt, man lies;'sie auch nicht in ihrer Existenz mnkommen. Sie wnrden einfach anfgcsogen, und kaum eine Spur verblieb Vvl, einer einst ausgedehnten Gemeinschaft. Nur gelegentlich kann man noch eigentümliche Gesichtszüge sehen. Tie Mandschure, ist überwiegend chinesisch liild mandschurisch und es würde ztveifellvü schädlich für die Erhaltung des jüdischen StanlmeS fein, lvenn man sie in zu große Nähe mit dein nnilachgiebigen eingeborenen Volke bringen lvürde. llebecdies ist die Haltung der mandschurischen Bevölkerung nicht befragt worden. Es kan., sein, daß sic nicht iu der Stimmung ist. gegenwärtig eine starke ausländische Kolonie zu verdauen. „fanatischen Haßgesang", einem „erzürnten Rassen jnden" spricht und daraus die „unmittelbare Größe dcr jüdischen Gefahr" herleitet, Unsere Nachforschnngell haben ergeben, daß tatsächlich ein Schreiben der zitierten Art vorliegt, daß aber der Alliance Israi'ckite lliliversellc der Name des Unterzeichners Lvllbet völlig unbekannt ist. Es gibt keinen Delegierten dcr französischen Sektion der Alliance und die Alliance fügt hinzu, daß sie auch keinen französischen Inden namens Loubet kenne. Ter „Haßgesang" entpuppt sich damit als Mißbrauch und Mystifikation. Ernst Moritz Arnöt Am 29. Ianirar war der 7-"». Todestag Ernst Moritz Arndts. In seinem „Versuch in vfrgleichender Völkergeschichtc", der 1844 erschienen ist, lesen wir: „Ich spreche hier von den Büchern deS Alten Bundes. Diese Bücher des Alten Testaments, was für ein Weltbnch sind sie. man möchte sagen, ein ewiges Lebensbnch für alle Zeiten und Geschlechter." Alfred Zmmias Mitte Januar starb in Leipzig der Ordinarius für Religionsgeschichte an der Leivziger Universität. Professor D. Tr. Alfred IeremiaS. Icremms, der. wie er selbst wiederholt betonte, trotz seines alttestamci'.tari'chen Namens rein arischer Abstammung ist. hat im Rahmen seiner bedeutungsvollen und umfangreichen wißenschaftlichen BerasstMlichnngen auch zn Problemen Stellung genommen, die uns Inden betreffen. Tic „Allgemeine Zeitilng Eyemmtz" bringt in ihrer Unterhaltungsbeilage vom 10. Januar unter der llebcrschrift „Eine Gewisscnssrage" die lvahrscheinlich letzte wisseilsck,as!liche Aeußernng I, remias' zn einem uns stark beivegendcu Probtcm. An die „Allgemeine. Zeitung" war nämlich vom Leserkreis die Frage gerichtet lvvrdcn, ob der Gott des Alten Testaments derselbe sei. wie der Gott, den auch die Ehristen verehren. Jeremias stellt dazu fest, daß dies der »Fall sei, „dcr Gott der Inden . . . ist derselbe persönliche Schöpfergott wie der Gott der Ehristen." Die Betrachtung schließt mit folgenden Sätzen: „Es besteht kaum ein triftiger Grund, heilige Worte der prophetisch-israelitischen Religion, wie Halleluja. Hosianna, Zion. Jehova ans dem christlichen Sprachgebrauch alisznrotten. Sie stannnel, nicht ans dem Indentnrn. sondern a,lS der israelitisch-prophetischen Relimon, die als eine Vorstnfe zum Ehristentum, Weltrcligion angesehen werden kann." Anläßlich des 2'ijährigen Jubiläums der ungarisch-jüdischen Zeitschrift für .Nimst und -Nultur „Mult öi; .Jövö" (Vergangenheit und Zukunft) hat dcr reformierte Bischof und Mitglied des ungarischen Oberhauses Dr. Desidcr Baltazör all die JnbilänmS-Versammlung einen ..Fcstgruß von außen" gesandt, in dem eS u. a. heißt: ..Die von Gott gutgeheißene Zeugenschaft dcr jüdischen Geschichte besagt, daß es schon einmal ein Land der Wahrheit, e,n Reich des Friedens gab. Der spürst dieses Landes, der König dieses Reiches war Abrahan,. Erbe und Vererbender der Verheißung, die die Erde mit dem Himmel verbindet. Er ist der mit dem Strahlcnglanz des ewigen Lichtes gekrönte König, in dem auch wir das Vorbild des Messias sehel,. Möge „Mult es Jövö“ auch Weckerhin diesem König Untertanendienste leisten, von dem auch ich die Forderung des auf den Sieg der Wahrheit gegründeten Friedens übernommen habe. Darmn karn, ich Zielsetzung. Adel. Segen nild Ergebnisse des jüdischen Geistes werten und schätzen. Diese Ergebnisse werden stets über den düsteren Fluten der Mißverständnisse. Anschnldigungen und Gehässigkeiten emporleuchten wie ein Lcuchtturm über stürmenden Meeren." * Die „Protokolle der Weisen von Zion", die bereits vor fünf Jahren in ferbv-kroatischer Ucbersttzung. in lateinischen Lettern gedruckt, heranSgcgebenIvurden. sind nunmehr auch in kyrillischer Schrift gedruckt und massenweise nnentgcltlich versandt worden. Diese Propaganda findet jedoch keinen besonderen Widerhall. Ji, der vergangenen Woche lvürde dem Berner Polizeirichter, Gerichtspräsideilt W. M e Y e r. das einige hundert Seiten nmfaß'ellde Gutachten des von den Angeklagten im Prozeß nn, die „Protokolle de.r Weisen von Zion" benannten Experten, Oberstleutnant a. D. Fleischhauer, übergeben. Diese» und die bereits von früher her vorliegenden Gutachten des gerichtlich bestellten Sächverständigel, Loosli n>,d des von den Klägern benannten Sachverständigen Prof. Baumgartcn müssen nun vom Gericht den Experten gegenseitig zur Durchsicht übergeben werden. Die Prüfung der Gutcichtcn dürste längere Zeit in Anspruch nehmen. Ans diesem Grimde ist mit der .Fortsetzung des Prozesses nicht vor Ende Februar zu rechnen. * In Civita Becchir fand die feierliche Eröffnung dcr ersten jüdischen Ntarineschule statt. Der Feier wohnten Oberrabbiner Professor Dr. Angela Sacerdoti, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Rom. Rechtsanwalt Mincrbi. der Vorsitzende des Jüdischen Sportklub!?. Rechtsanwalt Bassano, und eine größere Zahl anderer führender jüdischer Persönlichkeiten, solvie Vertreter der Behörden bei. * Die jüdischen Aerdändc in Sndslawicn wollen mit Unterstützung dcr rumänischen Inden als Zeichen ihrer Verehrung iu Palästina ein Denkinal für Körng Alexander von Südslawicn errichten. In jüngster Zeit lvnrde in der Presse vielfach das Projekt besprochen, deutsche Juden in großer Zahl in dem dem Birvbidschan bellachbarten Gebiet von Ntandsehnko anznsiedcln. Dieser Plan scheint setzt endgltttig sallellgclassel, zn sein. Tie Zeitschrift „Mansynrian Daily Nelvs". die größte in englischer Sprache erscheinende Zeitschrift des Landes, die in japanischen, Besitz ist inld der Regierung nc,hestcht. schreibt in ihrer NtonatSauSgabe vorn Dezember 1934 in einem Aufsatz „Jüdische Kolonie": - Das Projekt, eine Kclonie von 50 000 deutschen Inden in der Mandschurei anznsiedeln. ist anfgegeben lvorden. Es schlug fehl, bevor es z,rr XMitöführung gelangte. Diese Idee lvar aus dcr Verzlveiflung geboren und entsprach nicht den gestrnder,, praktischen Plänen, für die die Iirden bekannt sind. „Israels Rtessenger" in schanghai, ein internationales Organ der Zionistischen Ver- Die EMemdrn In einem aufschlußreichen Aufsatz, der in dcr Nelv.Porker Zeitschrift „Current History" erjchien, berichtet Professor Atanrice Halperin über die neuen politischen Strömungen in Mexiko, von bellen eine unsere besondere Aiifinerksainkeit verdient. Eine neu organisierte faschistische Gruppe, die EancksaS Toradas („Goldhemdei,"), die ..Acciön Revolncionaria Atexicanista", hat — wie Professor Halperin untteilt — die Unterstützung mehrerer in, Ruhestand befindlicher Generäle gesnildcn und soll sich der geheimen Förderung durch Präsident Rvdriguez und Aarön Srienz, den Gouverneur des Bundesdistrikts, erfreuen. Wenigstens ist die Haltlmg der Regierung diesen Goldhemdcn gegenüber die einer lvohllvollcnden Neutralität. Die wesentlichen Progcammpllnkte der Gvldhemden sind A n t i s e m i t i s m n s. AntibolschcwismnS und „Mexiko den Atexikanern". Tie Organisation ist delltkich vom Nativnalsozialisilms inspiriert, soll aber beträchtliche Unterstützlmg bei den französischen Bcklcidnngs- und Mannfaktn'rwarenfirulen findcn, die in den größeren Städten zahlreich vertreten sind und die Konkurrenz der kleinen jüdischen K l c i d e r l ä d e n zrr spüren beginnen. Tie Gvldhcinden greifen auch die Ehiuese,! an. die in großer Zahl in Ntexilo leben. Ta die Ehincsen als Tagelöhner nicht mit den Indianern konkurrieren können, sind sie größtenteils kleine Händler geworden, die die RUßgunst der weißen Ladenbesitzer erregen. Mr ist ßm Loubet? - GelchiÄte einer MWikativn Das „Frankfierker Dolksblatt" Nr. 9 vom 10. Januar'1935 teilt seinen Lesern mit. daß nach einer Veröfscntlichnng der österreichischen „Rund- Post" an den ehemaligen UnterrichtSminisier Dr. Czermak von einen, Delegierten der franzvsischeu Sektion der Alliance Jsra«'lite Universelle, Paris, gez. Loubet, ein Schreiben gerichtet worden ist. in dem Dr. Ezerinak wegen der Herausgäbe seines Bllches „Ordnurig der Jndenfrage" angegriffen wird. Die „E.-A.-Zcitnug" hatte dieses Bllch in N7. 1 (1934) besprochen. Ter vom „Franksurter Bolksblatt" zitierte Brief enthält tatsächlich Allsdrücke, die unter Kulturmenschen unnblich sind. Dem Wortlaut deS Briefes läßt das Vollsblatt einen Kvrmnerckar folgen, in dem eS von dem Msofsor Wob Earo, SU seinem in». Sebnrlskage am 2. Februar Jakob Earo. als Sohn des Rabbiners Josef Ehaim Earo am 2. Februar 183.'» in Gncscn ge-- boren. hat den größten Ruf als Geschichtsschreiber Polens crlvorben. Seine Entwicklung war durch seine Jugend, seine Lehr- und Wandcrjahre entschieden. In einem Grenzlande ausgewachsen, wo deutsche und slawische Eigenart sich durchd'ringem hatte er schon früh seine Lebensaufgabe erkannt:' dem deutschen Volke das Verständnis für die slawische Kulturwelt durch das Studium ihrer Geschichte zu erschließen. Nachdem er als junger Privatdozeut in Jena einem Ruf als Reisebegleiter der Großfürstin Helene von Rußland gefolgt war, tvnrde er nach mehreren Jahren 1868 zmn Honorarprofessor an der Urnversität Breslau ernannt. 1882 lvürde für sein Hauptfach, die slawische Geschichte, eine ordentliche Prvfessnr^ geschaffen, in dcr er bis zn stillem Tode an, 10. Dezember 1904 erfolgreich lvirlte. Unter feinen Werken ist das bedcntcildste die Fvrtsetzrmg der bvn Röpell begonnenen „Geschichte Polens" in der Heeren-Uckertschen Sammlung der „Staatengeschichte", in dcr er in vier Bänden die polnische Geschichte von 1300 bis 1506 behandelte. Hierzu kamen einige Monographien, wie „Das Interregnum Polens im Jahre 1587", „Aus der Kanzlei Kaiser Sigismunds" und die Herausgabe des „Löher cnncelhtriae Stanislai Ciolekt“, eines Formelbnchs ans der Zeit dcr hnssitischcn Bewegung. Sein Hauptwerk enthält übrigens einen niteressarcken Exkurs über das jüdische Generalpriviletx und eine Sarnmlnikg seiner Vorträge eine Heim «tndie über „Polnische Inder,". Seirre anregende Vortragskunst vereinigte eine Schar begeisterter Zrchörer in seinen Kollegien. Obgleich er Jahre hindurch alle Archive und Brblwtheken Osteuropas durchstöberte, um neues -Onellenmaterial für seine Lebensarbeit zn erlangen, nahm er auch an anderen literarischen Bestrebungen teil. Das Geschick hatte ihm nicht nur einen scharfen -Lpnrsinn für verborgene!ü>rv' tive und frische Empfänglichkeit für fremde Zustände ans beit Weg gegeben, sondern vor allem eme schöpferische Phantasie, die allein es crmöglicht, den verblichenen Gestalten atter Ueberlieferung wahres Leben cinzuhauchen. nwr. h Eer3in,ßinB3l!Bi!OiZoaKÄ Sism.8100-15. Zimmerv.M.6,-nn q FanilSeÄlin © Ijcerkomfortzimmcr auch für Ehepaare Vorzügliche Wiener Küche. Jcdo Diät. Schwalbe, Cliarlottcnburfir 1. Momm8on*trasse 55. CI Stemplatz097t, Kinderheim Michendorf hei Berlin. TeL: Oliva5854/Miehcndorf304 psaSaSSSfifflül iS113üa!li ES 5“! Vorm. Frau EScScao Hagonsfirocso 39-47 / Telefon: H 9 Schmargendorf7751 hat in seinem Betriebe die folgenden Aendorungtn vorgenommen: L Erhebliche Oorabsetznngr der Preise, auf Wunsoh: Pauschal" abmachnngcn. „ . _ 2. Streng klinische Ärztliche Versorgung der Kranken. 8. 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