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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-31 · 5 (31.1.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
5 (31.1.1935)
Date
1935-01-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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I I Wann und wo finden Sio Rat? Unksrhein Köln Aenppinahaus. Breite Strasse P2—9ö, III, Dimmer 76—78. Montag bis Pre;.tag 10—13 Ubr. Aachen tm Büro ron Rcchisa.nwalt Karl LnwensUin. Wilbclnjstrasso 25. 16—Ift'u Uhr, am 12. und 26. Februar. Kohlen« ln der Wohnung von Paul Hirsch, Kaiser - tN’ilhetm - Ring 37,1. 15Im—18)3 Ubr, am 5. und 19. Februar. ira Büro von Rccfatsnnrvalt Dr. Voremhorg.?imeoustr. 13, II. 111 -1—13«a Uhr. am 6. und 20. Februar. Hi'fcrt. 2£cniflc Grimbflcbnnfcn t ronen sein Schassen: Der jüdische Glaube verlangt ein fitt- Iid>c2> Sollen, mit dem wir das Sein in unserer N:nwclt zu durchdriitgcn haben; jüdischer Glaube ist ohne Bindung an das Gesetz nidit denkbar, vorn Leben und von der Entwicklung gestaltet, aber nicht dein einzelnen zur Formung- oder Beseitigung überlassen werden darf; das Wcdjt wird nicht von Imponderabilien geschaffen, sondern das Recht schafft erst die Imponderabilien. Aus diesen wenigen starken tzrkcnntniswicrzcln wuchs der vielästige Baum seines rednerischen und publizistischen Schaffens — ob er die Apologie in neue Formen fügte, ob er die Frage der Juden im deutschen Kiiltiirkreis untersuchte, ob er vor allein in seinem nachgelassenen Werk: ..Deutschjüdilche Eristeuz heute" Borgäuge prüfte und Maszstübe schuf, ob er in der Studie „Warum sind und bleibeit tvir Juden?" in hinreißendem Idealismus das Wesen des Judentums gestaltete, oder ob er sich über aktuelle Fragen der innerjüdischen Politik auslicß. Palästinaproblcme, Ostjudcntum, Abwehr und Gemeinden. Bon einheitlicher Grnitdhaltung her, der nichts Jüdisches freutd blieb, klärie und versachlichte er dic Atiseittandcrsetzung. Sein Werk rechtfertigt unfern Tank und unser Gedenken. Tie Rechtstrtigung * ü r uns aber kann nur darin bestehen, daß wir uns nach ihin. dein tiusirlitbarcn Flügelmann, In unserer Haltung ausrichten." Entil Fischer sang Schuberts „Grenzen der Menschheit", die Orgel intonierte Brahnts: ..Tenn alles Fleisch, es ist nnc Gras" at s dem Deutschen Regniem — die eindrucksvolle Feier war beendet.?lm Sottutag. dem 27. Januar. versamncltcn sich unter stärkster Beteiliguttg die Telesierten zur Laudesverbandslaguug. Ittstizrat Dr. Brodnitz erüffuete die Tagung. Ter louttnissarische Landesverbaudsvorsinende. Laudgerichlsrat i. R. Tr. Kurl E ahn (Ehcmnttz) erstattete zuitächst einen Bericht über die Arbeit des Landesverbattdes auf dein Gebiet der Ausbürgerting .sotv.ie des Aerzte- und Auwalts» rechts. Seine Au^sührungeu lv,irden durch ^eittgehettde Darlegungen des Lattdesverbands-Sbttdiktis Kurl' S a b ä tz k Y ergänzt, der über die Lage der Juden itt Mitteldeutschland tutd die Tätigkeit des Lattdesvcrbaudcs ans dent Gebiet des Wirischaflsschtitzes tutd auf rulturcUoii Gebiet berichtete. Sodann behandelte in umfassender Weise der Syndikus des b'.-B.. Tr. Alfred Hirschberg, die Gesamtsituation der deutschen Itiden. Er gab ein ausführliches Bild über die seelische Gesamt Haltung. wie über die schtvebettdett staatsbürgerlieiett, rechtlichen, wirtschaftlichen und geistigen Fragen. Ittstizrat Tr. Brodnitz tvies ans die Entwicklung in den lepten ztvci Jahren hin. itt denen das detttsche Itidenlum vor außerordentlich schwere Ausgaben gestellt sei. Es sei eine Freude, Zu sehen, in welchem Maße cs sie erfüllt habe. Gerade in den letzten Wochen habe sich die Reichs- Vertretung der detitschcn Itiden der Aufgabe unterzogen, das jüdische Hilsswerk neu zu organi-, sieren mtd zu rationalisieren, denn die deutschen Juden könnten sich nicht auf die Hilfe der ausländischen Glaubensgenossen verlassen, sondern sie müßten sich selbst helfen. Hier sei es notwendig,' stärkste Opfer zu bringen. Die alten Grundsäße des E.-B. habe er in die Gegenwartssituation mit hinübergenommcn, die Ideologie von Deutschtum und Judentum habe sich nicht geäitdert. Selbstverständlich wollten wir in stärkstem Maße, daß sich die Jugend unseren Reihen anschließo. Nur wer den wirklichen deutschen und jüdischen. Standpunkt vertritt, werde sich die Achtung der Umwelt erriitgen. Immer wieder müsse matt an den jüdischen Arbeitgeber appellieren, jüdische Attgcstellte einzustellen. Ter jüdische Arbeitnehmer müsse in der gleichen Weise sozial behandelt werden wie der arische. Die Wahl des Vorstandes ergab: In Vorsißcnden wurden der bisherige kommissarische Landesverbandsvorsitzende. Landgerichtsrat i. N. Dr. Kurt Cohn (Chemnitz) und der bisher stellvertretende Landcsverbandsvorsitzende Rudolf A p t (Dresden) gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedcrgewählt. Reu hinzugewählt wtirde Rechtsanwalt tmd Notar Dr. Erich Sonder (Dessau). Zu Kasscitprüferu wurde Willy Seemann und Dr. Rudolf Neumann (Leipzig) bestellt. Eine ciiigchcnde Aussprache, die auf sehr hoher Warte stand, schuf den Eindruck, daß der E.-V.- Gcdanke in Mitteldeutschland aufs stärkste befruchtet und vertieft hat. * Am 23. Januar veranstaltete die Ortsgruppe Dessatt eilten Vortragsabend, bei welchem Landgerichtsrat i. R. Dr. Lohn (Chemnitz) und Syndikus Sabatzkh (Leipzig) unter dein Titel „Nmblick und Ausblick" über die Lage der deutschen Inden berichteten. Die beiden Referate zeigten an zahlreichen Beispielen die Erfolge der mühevollen inti) verantwor111ngs schweren Arbeit, die der E.-B. int Interesse der deutschen Juden leistet. Die Versammluug. die von Rechtsanwalt Dr. Sonder geleitet wurde und die aus allen Kreisen der Gemeinde sehr zahlreich besucht war. folgte-den Ausführungen der beiden Redner sichtlich mit lebhaftem Interesse und dankte mit herzlichem Beifall. Am 2-1. Januar sprach in einer sehr gut besuchten Mitglieder- und Gemeindeversammlung in Bcrnburg der Vorsitzende des Mitteldeutschen. Landesverbandes. Landgerichtsrat i. R. Dr. C v h n. über „Jüdische Heimat in Deutschland". Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Paul Gumpel, gedachte zuvor in ehrenden Worten Felix Goldmanns. In Zerbst sprach in der dichtgefüllten Synagoge unter Leitung des Ortsgruppenvorsitzenden Eugen B o r i n s k i Syndilns Kurt S a b a tz k h (Leipzig) über ..Jüdische Ausgabe in deutschen Landen". An die Ausführungen des Referats schloß sich eine Diskussion an. Mo8-Bcrlin Die ..Eottcordia-Säle" im Berliner Osten waren von Hunderten von Zuhörern überfüllt, die den Aiissührnngen von Rabbiner Dr. Swa rscnskh und Dr. Eva R e i ch m,a n n . I ii n g - mann mit angespanntestem Interesse folgten. Dr. Eva Reichmann-Jungntann sprach von der jüdischen Gesaintverantwortung. in die jeder Jnde hineingestellt sei. und hob hervor, daß gerade ans dieser Gesamtverantwortmtg heraus das deutsch-südische Dasein bejaht werden müsse. Zu alleu Zeiteu habe es ei neu jüdischen Mittelpunkt gegeben. Seit der Zeit Mendelssohns war d»s deutsche Judentum dieser Mittelpunkt, und diese Aufgabe falle ihm gerade iu der heutigen Zeit in doppelter Bedeutung zu. Die geistigen Ergebnisse der Emanzipation sind so groß und bleibend gewesen, daß man schon um ihrer willen die Emanzipation nicht als mißlungen mischen dürfe. — Rabbiner Dr. Manfred S w arsensky sprach von den Leistungen des Palästiua-Ausbaus, . die man in ihrer wirtschaftlichen — und all- . . gemein indischen Bedeutung nicht unterschätzen dürfe, dic aber in ihrer politischen Bedeutung keinen Anspruch auf Totalität haben. Ter Zionismus sn keine politische Lösung der Judenfrage, und die deutsche Judcnfrage könne nur in Deutschland gelöst werden, aber ebensowenig in Palästina, wie sie in Frankreich, Holland oder Polen gelost werden könne. Für die in Deutschland verbleibenden Inden täte der gleiche Pioniergeist not, der in Palästina herrsche, und der Gedanke der „Alijah" müsse auch für die deutsche Judeuhcit Bedeutung haben; denn Alijah heiße nichts.anderes als: ans der Tiefe in die Höhe streben. Tie Versammlung, die von Dr. Rudolf H. H e i m a n s o h n geleitet wurde, spendete beiden Rclmeru wiederholt und auch spontan stürmischen Beifall. Norbwesl-Srullckland In einer gut besuchten Versammlung in Oldenburg am 27. Januar, zu der die ganze Gemeinde eingeladen war und an der Vertreter benachbarter Ortsgruvpen teilnahmen, sprach Rechtsanwalt Dr. E ich Holz (Hamburg) -über den „Sinn ber Geschichte". Ter Vortragende betonte. daß schon zur Zeit des Tempels in Jerusalem mehr Inden in der Diaspora lebten als in Palästina, dciß die deutschen Juden seit fast zweitausend Jahren mit deutschem Boden verwachsen find und daß jüdisches Gebot und deutscher Wille nn Leid erst recht Bekenntnis und Treue zum Vaterland fo::dern. Die Versammlung dankte degeistert und wiederholte den Beifall nach den . Schlußworten, die der Redner nach einer lebhaften Diskussion sprach. Brandenburg In den Ortsgruppen Krossen/Oder und Guben sprach am 26. und 27. Januar das Mitglied des Hauptvorsiaudes des E.-B., Ernst Behrendt (Berlin), über „Dcntsch.jüdisches Schicksal in dieser Zeit". In Krossen leitete die Kundgebung Prediger Heinz I u it 9 r, während in Guben Dr. Paul 'Cohn den Vorsitz führte. Beide Veranstaltungen waren von den Mitgliedern der Gemeinden, die von der C.-V.-Ortsgruppe vollzählig eingeladcn war, außerordentlich stark besucht. Sugv Stein über Eugen Flicks Im Jüdischen Lchrhans Karlsruhe sprach im Rahmen einer Reihe von Vorträgen, die zum Verständnis der Gmanzipationszett führen sollte. Rechtsanwalt Hugo Stellt, der Vorsitzende des badischen Laude-Verbandes des E.-A., über Eugen Fuchs, den geistigen Lenker der Enttvicklnng in dreißig Jahren C.-B.-Ausban und damit in dreißig Jahren deutsch-jiidischen Schicksals. An dem durch seine glänzende Diktion im Sprachlichen wie im Stilisltschen fossclnden Vortrag war das mitreißendste. daß, wie immer, die Beziehung und engste Verknüpfung dev Denkens und Wirkens dieses Mannes zu unserer Zeit sickitbar wurde. Wo Gabriel Riester rufhörte, begann Eugen Fuchs,, aber wir können nicht dort weiterbauen, wo er geendet hal, sondern find überhaupt nur iutstandc, auf unserem Weg fortzuschrciten. wenn wir begreifen und fruchtbar gestalten, was unV von ihm kam. Erschütternd lvarcn die vorgelesenen Stellen ans Engen Fuchs' Reden und Schriften: kein Wort davon brauchte man heute fortzulassen, um cttva ihre sichere Zeitnürkung noch.zu unterstreichen. Vielleicht war der Bortrag mehr noch eine lüustlcrischc als eine wissenschaftliche Leistung, aber es wollte jedem so scheinen, daß gerade dies die richtige Art sei. dom großen und zn früh verstorbenen Führer der deutschen Juden gerecht zu werden. H. S — r. C.-V.-Kalender Landesverband Groß-Berlin •4. ftc&riiar, 20 Uhr 13 M-».r Ortsgruppe Frftdcuau - blr*ilt&-'Pat)lciu: Dr. Friedrich B r 0 d nltz, Dr. ' Alfred $> i t f di b c t n : „Der Weg der deutsche,r 3u£>iHntc.Irtfcr Friedennu <<-csclllchaftssaal), Sl’getu. strafte 1 (Ei„qa»a irantcrftröRr). 5. ftebru.ir, 20 Uhr HO Min.: Ortsgruppe Wrcheiisee ,mk> ^und Dculsch.Ilidischcr Jugend. Einleitend^ Referat SVrtfa Schäfer: „Bund und Elternhaus. Restaurant Berliner Hof, Wcitzcnscc, Langennsssratze 1. Landesverband Grenzmark 3. Februar, 15 Ahr: Schneidemllbl: Landcsvcrbandstagung. Bortrag Dr. Alfred H i r s ch b e r g (Berlin) über die Arbeit des C.-B. t 3. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Kundgebung. Dr. Alfred Hirfchberg (Berlin): „Idee und Arbeit im deutschen Judentum". Frühere Logs, Aldrechtslrahe 17. Landesverband Ostpreußen 3. Februar, N Ahr: Elbing (für die westliche«, Sruppe, der Provinz): Dezirkstagung. Adolf R u b i n ft « i i, (Berlinl. Dr. Angerthal (KLnigsderg). Scmeinde. Haus, öturmstraße S. Landesverband Hessen-Nassau und Hessen 3. F-bruar, 15 Ahe 30 Mi«.: Butzbach: Bczickstogung. Dr. Wolfgang \5. M - tzdorff: „Dic Aufbauarbeit des C.-B." -Synagoge. Landesverband Lberschlesien 2. Februar, 20 Ahr: Kreuzburg: Landgerichtsrat Dr. H i r s ch b e r g sOppeln): „Jüdische (Segenwactosragrn.- vnnagoge. 3. Februar, 15 Ahr: «onstadt: Londgerichtsrat Dr. H i r s ch b e r g (Oppeln): „Jüdische Gegenwartssragen.- Hotcl Lange. 3. Februar, 20 Ahr: Aoseuberq: Landgerichtgrat Dr. H i r s ch b e r g (Oppeln): „Jüdische cbegenwartsfrageu." Hoirl Bagtnstn. 4. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Beuthr« V.-T.r C.-B., Franknversammlnng: Melanie P o l l a k (Hindenburg O.-«.): „Einführung in die E-B.'Frauenarbeit." Loge. «. Februar, 2y Ahr: Leobschütz: Rechtsanwalt Dr. Weber (Ratibor): „Deutscher Jude wohin?" Bahnhosshotcl. Landesverband Nordwestdeutschland 2. Februar, 20 Ahr 30 Ml«.: Hamburg: Deutsch.jüdischer Kreis im Central-Berein: Rechtsanwalt Dr. E. F ü r t h; „Bon der Vernunft zum (Slauben." Jugctchhcim, John», allee 51. 1. Februar, 20 Ahr 30 Min.: Hamburg, Frauengrupp» des Central-Siercins: Dr. Siephatt ttanfer: „Tradition als Ausgabe." Hcimhudcr Straße «0. Landesverband Baden I. Februar, 20 Uhr 30 Min.: Dades-Bade«: Rechtsanwalt Dr. Erich Lehr (Kaiserslautern): „Deutsches Judentum heute und morgen." Eentral-Hotel. 10. Februar, 18 Abr 30 Mi».: Rastatt: Rechtsanwalt Dr. Erich Kehr (Kaiserslantern): „Für unseren Arbeitr¬ und Lcbenoraum." cücniciiidcsaal. Landesverband Rheinland-Westfalen 3. Februar, 18 Ahr: Niedcrmarsberg: Bezirksvcrsamm« lung. Dr. Kurt Stcinberg (Essen). S. Februar, 20 Uhr 30 Rin.: Obcrhausxn: Dr. Kurt Steinbcrg (Essen). 7. Februar, 20 Uhr 15 Min.: Mülheim-Ruhr: Dr. Kurt' cstcinbrrg (Essen). Aus den Familien Isidor A b r a h a m (Oranienburg). Dorßaud^- ntitglied des Eentral-Bercins Ortsgrupve Oranienbura. bc,tltlg am 27. Iannar sein 2äjohrigeS Eeschättsjnbilänm. — Frau Assalyc Dciric » (T.i ^ieiberich) mtirhc?>» Ialtrc all. — Jacob Lion < T.-Melderuh) seterle setnett stil. Geburtstag. — '.Vioses o 1) t b c t n c'Podenscldc, Wescrl beging «m, ‘27, Januar seinen 7<). Geburtstag. — Frau Helene Samclfüit (Berlin) feierte am 3. Februar ihren *.tO. Geburtstag. — Fratt Julie Bl a r cli a n d gcb. Sll)i>nbach (Scycrntbcck b Wesel) vollendet um 3. Fe> hvuar ihr 8'>. Lebensjahr. — Frau Berta itocbfl gel>. Zcrsowski (poikwiss Kreis Glogau) wird am -l. Februar s."> Jahre alt. — Iosef Rosctrthal (Beuthen) begeht am 8. Februar feinen 70. Geburtstag. — Georg Sobcrjky und Frau (Tüsseldoril begingen am 2<>. Januar das Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Äloritr Putter und Frau geb. Wallncr (Berlin-Wilmersdorf) feiern am 3. Februar ihre goldene Hochzeit. — Earl 'Bein und Frau Rosoiie geb. Gerechter (Lefzno i. P.) begehen daS Fest ihrer., goldenen Hochzeit. ehrliches Wollen notwendig ins Leere (zelen ntttßte, katn nwii mt der Frage nicht vorüber, ob nicht angesichts der Btintheit und Bielsältigk'it des. jüdischen Musiklebens, ans die )vir stolz si> d, gerade eine autoritäre Leukting ttud Geschmaclssühruug mitunter am Platze lväre. I!. 8—r. Dasselbe Konzert fand im Ilcahmeu der Lehc- Hans-Beraustaltimg in Frciburg i. B. statt m d wurde dort sehr bersällig anfgenommeu. In Detmold, Gütersloh und Minden i. W. sprach Julius Bab (Berlin) im Dezember über ..Judentum und Schauspielkunst", in Soest, Or^ nabriick und Herford i. W. über „Goethe und die Inden". Die Vorträge fanden überall starken Beitall. — Im Iannar fanden in denielbeu lzmn Kulturbund deutscher Inden für Ostwest-' taten und angrenzende Gebiete gehörenden) Orten Kammernnisilabcnde statt. Eharlotte R o s e n . Berlin, und Erna Klein, Berlin, brachten eine gut gctvählte Folge klassischer Biolin- und Klaviermilsi'k zn Gehör. Beide Künstlerinnen wurden begeistert gefeiert. In Woldenberg (Renmark) hielt am 20. Ja« nuar der neue Bezirlsrabbiner Dr. Fritz P l o t k e, Landsberg a. W-, einen interessanten Bortrag über dic gegenwärtigen Zcitberhältnisse. Eine Weihestnnde seltener Art bedeutete der Lichtbilderbortrag, den Rabbiner Dr. A u g - a p f e l, Jnfterbürg. über „Jüdische Kulturstätten am Rhein — 1000 Jahre jüdischer Geschichte" gemeinsam mit Apotheker W a l d. Insterburg, in der Tilsiter Synagoge hielt. Die Veranstaltung ging über den üblichen rltahmen eines Gemeindeabends weit hinaus, sie wurde allen Besuchern zu einem eindrucksvolle!» Erlebnis. In Breslau fanden in den letzten Ltzochen tzorkragsabeudc von Joses ' P I a >t t Lndtvig öardt (z)vei Abende) und Tela L i p i n s k a z a vier Abende) statt. Alle Veranstaltungen waren msverkanft und fanden den stürmischen Betsall Zer Zuhörer. . In einem Kantoralcn Abend in Dresden zeigte der Berliner Oberkantor M. Le»vando»vsky in den Gebeten — besonders „W hogen baadenu und „Al taschlichenu“ aus ber Joniktppur- Liturgie — eine Verständnis- und gemuttwlle Verbundenheit mit dem Inhalt; feine freien „Intprovisationen" verrieten ein echtes valent für dieses alte eindrucksvolle Rhapsodentnm. Eine eigene -Komposition' ,)Dic Bernfung des Jcrcmm, ist ein düsteres Tongemälde. Mit schlichlcr Einfühlung begleitete ihn Willy Aron, der auch Dvorak und Schalits Geistliche Lieder — von Herta B! a n t u c r . F a l k innig vorgetragen -- sehr zu beleben rvnßte. Der Dresdner Vvrbetcr Hal mos. der sich zugleich mit den Soli als hocl)lvertiger Vertreter der lantvraleit Tradition erwies, führte seinen aus schönen Knaben- und Biännerstimmett gemischten Ehor erstmalig vor, sowie seinen Jngendchor ,.Misrachi“. K. H. Eine wahre Feierstnnde erlebte der Kammermnsiksrennd in einem Schnbert-Konzcrt in Köln, das von Prof. Niichael Wittels. Köln (Klavier), und einigen Mitgliedern des s\ nltn r b n n d o r eh est e r s R Hein- B! a i n bestritten wurde. Beim Vortrag des annmtig-melodischen F-clue Trios (np. 00) Ernst Drucker spielte Geige, Felir R. Ri e n d o t s s o h n war der Eellist — gefiel die seinsinnige Anffassnng und und die vornehme Zurück. Haltung des Pianisten. Rian hörte ferner das Forellen-Onintetl. lvobci sich zu den genannten Künftlern Richard K a r p (Bratsche) rmd Ernst B ö h m (Kontrabaß) gesellten. De. G H tut (Tüssesdorf. Bariton), sang, von Professor Wittels aufs geschmackvollste begleitet, Lieder des genialen Nicr-. stors. Der Beifall war herzlich. —vo— -Im Mittelpunkt des Jamiar-Orchesterkonzertes des Kulturbundes Rhein-Main in Frankfurt a. M. stand eine d e n t s ch e U r a n f f i't h r u n g : die ans-, gezeichnete Frankfurter Pianistin Heida oor* in a n n s setzte sich mit großem Können und voller, Hingabe für das zlveite Klavierkonzert, op. 61, von (yvitft I o eil ein und durfte für die unbedingt sichere, hervorragend gestaltete Interpretation des unge-' mein schwierigen, für Spieler und Hörer anspruchsvollen Werks den gebührenden starken Beifall entgegeimel>men. Ernst Tvch. unter den .Modernen unbestritten einer der Begabtesten und Origmellsten, hat dieses Klavierkonzert eine „Symphonie für Klavier und Orchester" benannt, um von vornherein zu betonen, daß ihm an der möglichst innigen Ber-' bindnna des führenden Tastinstrumeutes mit dem Gesamtmstrumentalkörper besonders gelegen ist. An Klängen, die zunächst rvie grelle unversöhnliche Dissonanzen anmuten, ist nicht gespart; aber der Hörer spürt doch bald die stark bewegende musikantische Kraft heraus, er vernimmt plastische Themen, die in lebendigem, alle Bedenken entwassnenden Schwung vorgeführt und verarbeitet tverden. Am zwingendstet» scheint mir in, dieser Hinsickst das erste Allegro F» sein: warme Gesiihlstönc sprechet» ans dem Adagio, nicht am wenigsten zn Beginn dieses schönest Satzes. Eine reizvosle „Suite ans einem Märchenspiel" der Frankfurter Kotnponistin Rosy Eciaer- Kullmant». vom Orchester duftig und sprühend vermittelt, eröffnete heiter den Abend, den Hans Wilhelm Stcinberg mit einer der unbekannten Schubert-Sinfonien froh ansklingcn ließ. Trefflich diszipliniertes Musizieren ist einem Abend der Jüdischen C h v r ve r e i n i g u n g in Frankfurt a. M. nachznrühmcn. dic m»ter^ der feinsinnigen Leitung ihres Gründers und Stabsnhrers Dr. R. Eh re »re ich Kompositionen von Schubert- Brahms n.rd Bach hören ließ. Tiefe Empfindung, in ganz schlichte Formen gekleidet, spricht ans dem rund Jahre alten kleinen- Oratorimn „Jephta" des Italieners Garissimi, bei deessn Wiedergabe daS Solistengnariett von Emmy Joseph. Paula Le vH. Mar Lipmann und. Janto Kauf mann zmn guten Gelingen mitvcrhals. Einen seiner rasch leliebt getvordenen Ton- und Wort-Abende voranstalicte wiederum Ma^ Neumann, der selbst einig? Orchcstcrstücke mit viel Temperament dirigierte Ein Sketch Alfred A »er« bachü „Ter H))pochonl'er" kleidete ein nicht allzu reichhaltiges Kabarcttpr>ogramm ein. bei dein Wally Arco, die frühere „Rbsiellvirtiu" des Frankfurter Opernhauses, eine graziöse, stimmbegabte'VortragSkünstlerin, für die durch Krankheit verhinderte Berlinerin Eamilla Spira mit Erfolg einsprnngr Tie übrigen Darbietungen lvaren Verscijiedeulvertig — genannt seien noch von den Mitwirtenden Annolise B c n d o r. Lissi S ch l o ß und Edi Schreiner^ —; ein paar satirische nnd parodistische Anspielungen des Itahmerttextes ziemlich niveanlvs. —tt. Die Gesellschaft für jüdische Volksb i l d n n g. Frankfurt.a. Nt., gab den Frankfurter Schulkindern zu- Ehautischvh'Ossar beschwat ein reizendes Fest. Der Kiudc-rchvr der Jüdischen Chor- Vereinigung führte eine richtige Oper ans. eine Zusamntenstellung von Liedern und verbindendem Text. Komponist »st der junge vickverspreck-ende Frankfurter .Musiker - Herbert F r o m m. Tie Sicherung in der Erfüllung des schlichten innigen.Kindstons" (pdr allem in dem rührend einfachen Schlußchor vorn .Mumlein klein") und die auch an dieser kleineren Aufgabe wieder deutlich werdenden außerordentlichen Gestaltungskraft be§ Dirigenten Dr. Ehr e n r e i ch, dieses geborenen Chorerziehers, ver- Znittelterr ein künftlerisckies Erlebnis. TeS 14jährigen gewandten unb einfühlsatnen Klavierbegleiters Wal. ter H i r s ch sei noch besottbers gedacht. > Klcinkunstabcnd beim Elternhilfswerk. Das Eltcrnhilfswerl für die jüdische Jugend trat mit einer Veranstaltung an die Oefsentlichkeit, die der Werbung für seine Arbeit dienen sollte. Im ersten Teil saug und spielte der „Elub der Jngcnd" unter Leitung von Heinz; Be r'e nd t mit Jugendlichen des EHW-Krciscs ein schon einmal gezeigtes und hier gewürdigtes Progranzm. D-aun folgte ein bunter Abend, an dem Gerd Herrnstadt. dic Geschwister Ltzeiß. Agnes Lenbach/Margarete Moses. JUa Felicia und Willi Prager mitwirkten. X. j. R. Zur Feier von Handels £50. Geburtstag ver-; anstatten der Kulturbund deutscher. I u d c n ti nd die K ü n st l e r h i l s c der I ü - d i sch e n 63 c m c i n b c Berti n am 1 l. Februar. 20.»ä ilhr. in der Philharinonic eine einmalige Autnihrung des Oratoriums „Belsazar' unter Leitung von Tr. Kurt Singer. Auc-sührenve . Und: der Kurt Siugerschc Ehor. der Opernchor des Kulturbundes (Leitung: Bcrthvld Sander). daS i-rchefter des Kulturbundes. Der musikalische Einführungskurs für die bevorstehende Anführung von Handels „Belsazar" wtrd von Tr. Rtargot R i e ß und Else E o h n -' Braus nitz »viederholt. Einführungen in andere Werke »verden vorbreitct. Beginn: Mittwoch. 6. Februar. 6 llhr. Landshtttcr Straße 4. , JubilLumslünzert der Jüdischen Orchkster-Be,- e»nlgung. Tje Jüdische Orchestef-Vereinigung unler Leitung ihres Tirigenten Lev Kopf gibt aus Anlaß ihrcs^zehnjälirigen Bestehens ein Konzert, bei dem als -Lvlist Stefan Frontet (Violine) mitwirkt. Tas prvgramtn umfaßt Werke von Haendel, Goldmctrk und Rtendelssohn. _ wetster der Kunstgeschichte, am 1. Iannar lK'5 sein E-F Lebensjahr vollendete, berichtete die Presse, daß der Vvlksbnnd für das Deutschtnm im Auslände, dessen ä l t e st e s Ehren mit g l i e d er ist, ihm eilt Glückwunschtelegramm gesendet l)abe. Es^ ist wenig bekannt, daß der gefeierte Gelehrte. Nrchtarier ist. .Sein Vater, war der bekannte. Maler Louis Gurlitt. seine Mutter. Johanne Lewald. eine Schivester von - Fanny Lewald. Tie Familie Lewald. ursprünglich Markus, gehört zu den zahlreichen jüdischen Familien Königsbergs, die rm Anfang des Ist. Jahrhunderts teils sich selbst taufen lreßeit, teils ihre Kinder christlich aufzvgen. Cornelms Gurlitt, ein Bruder des seinerzeit.sehrbekannten Pädagogen Ludwig Gurlitt, ist ein Vetter des Olympiakoinmissars Lewald, r H.K. '<)

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