Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 4 (24.1.1935)
- Date
- 1935-01-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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L^&W^v&E' Dr. Oswald Jonas: Das Wesen des musikalischen Kunstwerks, Saturn-Verlag, Wien. JonaS gehurt zu den Streitern, die eine veraltete Hermeneutik, subjektive ..Deutungen", denen das Werk oft nur als Vorwand dient, auhcrmusikalischc Phrasen überwinden und zum Wesentlichen Vordringen, indem sie als Wesen der Musik das Klangliche erkennen. Doch grenzt sich Jonas gegen im Streben gleiche, in der Tendenz und Auffassung verschiedene moderne Forscher (Kurth. Halm. Schönberg) deutlich ab. Wer das „Wesen des nnlsikalischcn Kunstwerks" erfassen will, hat nach den iiumancnten Gesetzen. die der Musik aller Zeiten eigen sind, zu fragen. -Uiil unbedingter Konsequenz und Einseitigkeit tritt Jonas für unser heute schon oft als abgetan bezeichnetcs musikalisches System ein. Praktisch gilt cs aber nur für die Musil weniger Jahrhunderte, und hier wird sich wohl der Hanpteinwand gegen Jonas erheben (er deutet ihn' selber an). Denn folgerichtig mutz Jonas den Jahrtausenden bis zur Ausbildung der Dur-Tonart die wenig bedeutende Stellung reiner Vorbereitung znwcisen und moderne Theorien (wie Scbönvcrgs Zwölftonmusik) von vornherein ablchnen. Famos ist der Abschnitt über die Bedeutnng des Rhythmus, der übrigens das bestätigt, was ich selbst, wenn auch in anderem Zusammenhange. im Juli HWj in der ..Musik" schrieb. Spcziclle Untersuchungen, eine Einführung in Schenkers Hauptbegriff, die „Urlinie". ergänzen die Zusammenfassung von Jonas. Ich mochte mich nicht mit ihm identifizieren: aber cs ist ein Zeichen von der Bedeutung der Arbeit, daß sie Probleme anrührt und klar ausspricht und eine Diskussion um wesentliche Dinge einleiten kann. Wir müssen uns hier auf die Feststellung beschränken, daß ein Jude seinen Beitrag zu einer Problematik geleistet hat, die wahrscheinlich das Gesicht der Musikforschung. soweit sie nicht rein historisch ist, von Grund aus verändern wird. Wilhelm Walther: Zwei Lieder für eine Singstimme und Klavier, Verlag Anton Böhm und Sohn, Augsburg und Wien. Zwei wunderschöne Gedichte von Karl Wolfskehl. „Vom Nebo" und „Wir sind gewandert zum Abend nieder", erfüllt von dem leisen Schwingen geheimer Sehnsucht nach dem Heiligen Lande, sind von W. Walther in gemäßigt moderne Tonsprache gesagt worden. Walther schreibt einen illustrativen Klaviersatz. nimmt aber der Singstimme nicht die melodische Führung, die er dem textlichen Sinngehalt anzupassen versteht. Das zweite Lied wird durch dte abgegriffenen Wendungen bei dem hymnischen Aufschwung am Schluß in seiner Wirkung sehr geschmälert, das erste ist. wenn auch nicht selbständig und originell in seiner Tonsprache, doch eine dankbare Ausgabe, die des Beifalls sicher ist. Ludwig Altroann. Joachim Stutschewsky: ,.P a läst i nensi s che Skizzen". (Piano-Solo). Universal- E d i 11 o n, Wien und Leipzig.) Auch diese sieben Stücke zeigen die künstlerische Handschrift des Komponisten nach einer überzeugenden und gewinnenden Seite. Es ist erstaunlich, wie er mit relativ wenig Mitteln viel erreicht. In dem „Ekstase" betitelten Stück wirkt diese elementare, fast primitive Eindringlichkeit von Ton und Melodie geradezu erschütternd. Der Komponist bevorzugt hie und da eine kontrapunktisch vertiefte Schreibweise und fugenähnlichc Linienführungen. Die Urväter begegnen einem und Esther. Ruth und Sulamith; der ÄergKarmel undTel-Aviv steigen vor dem inneren Auge auf. Musik, aus musischen Befruchtungen und Schwingungen zu Form geworden — Musik, die int empsangsamen Ohr und in der empsangsamen Seele wie ein Echo aufblüht und mitschwingt — wertvolle Musik, aller Flachheit und hohlen Konvention abhold. W. Handball Neben den Berliner Verbandsspielen vom 6. Januar war das Zusammentreffen der ersten Männertmd Franen-Maunschasten des JTSE 05 mit der Turn- und Sport'Vereinigung „Groß- Berlin". Abteilung Tegel, von besonderem Interesse. Auf Gegners Plast gelang es beiden JTSE- Mannschaften trost Ersatzes hohe Siege zu erringen und ihre derzeitige gute Form unter Beweis zu stellen. Die erste Frauen-Mannschaft gctvann 10:1 (0 :0). ließ jedoch in ihrem Können manche Wünsche offen. Recht hoch war auch das Ergebnis im Männerspiel. Die Schwarz-Weißen siegten mit 12 :1 (7:0) Toren. — Bon den Nerbandsspielen ist der glatte 10: 4- Sieg der Berliner Bar Kochbaner gegen Bar Kochba Stettin, dem man stärkeren widerstand nach den bisher gezeigten Leistungen hätte Zutrauen dürfen, hervorzuhebcn. Erst in der zweiten Halbzeit gelang cs den Stettinern — bis zur Pause stand es bereits 7 :0 für Berlin — durch vier Tore das Resultat auszubessern. Sonst interessiert noch der hohe 18 :1 - Sieg der guten BSG-Iugcnd gegen die 3. Jugend des Bar Kochba. JSK l schlug Bar Kochba IV mit 7 :0. und JTSE 05 1. Jugend war der Vierten des JTSE mit 4 :2 überlegen. In den zwei Frauen-Verbandsspielen blieb JTSE 05!l gegen Bar Kochba III mit 4 :1 siegreich. BSG II und Damen-Ruder-Club 23 I trennten sich nach gleichwertigen Leistungen 1:1 unentschieden. Der 13. Januar brachte in den Vcrbandöspielen den Favoriten klare Punktgewinne. Sv siegten in B e r l i n sowohl der JTSE 05 gegen den JBC Maccabi als auch der erstmalig mit seiner Neuerwerbung Cymbalist (früher Stuttgart) antretende Bar Kochba gegen die eifrige Ruderer- Mannschaft von Triton hoch mit 12:1. Der JTSE 05 hatte in seinem Spiel zunächst einige Widerstände, die allerdings mehr vei den Tücken der schneebedeckten Spielfläche als beim Gegner zu suchen waren, zu überwinden, ehe der ^--icg rn dieser Höhe errungen werden konnte. Bei Halbzeit stand das Spiel 4 :0. Nach der Pause hatte sich dann der JTSE gesunden, so daß er selbst den Verlust seines Tormannes, der sich bei Wwehr eines Torschusses verletzte, ohne große Toreinbuße überstand. In den übrigen Verbandsspiclen ist sonst noch die gute Form der 2. JTSE- Mannschafi hervorzuheben, die Jvria I. mir 11:1 glatt überfuhr. — Nicht ganz erwartet kommt dagegen die 0: I-Niederlage der unglücklich spielenden I. Damenmannschaft der BSG gegen Bar Kochba U. Frauen. Die BSG-Männer, die in den Berbandssprelen am 13. Ianüar keine Beschäftigung gesunden hatten, spielten mit drei Mannschaften gegen TSGB -Spandau. Die I. Mannschaft, die mit mehreren Ersatzleuten antrat, konnte eine knappe Niederlage leider nicht verhindern und mußte sich zum Schluß mit 4 :6 geschlagen bekennen. Es schien, als ob den BSGern. besonders dem sungcn Bannasch, der Boden gar nicht behagte. Gut gefiel diesmal dagegen Groß, der für den nötigen Druck im Sturm sorgte. Auch die II. Mannschaft war nicht erfolgreicher und verlor nach eiuem Überairs schnellen Kamps knapp mit 2 :3 gegen die I. Jugendmannschaft der Spandauer. Allem der „Dritterr" war es Vorbehalten, die Ehre der BSG zrl reiten. Gegen eine kombinierte II. und III. Elf der TSGB behielt sie knapp aber verdient mit 2:1 die Oberhand. F. Am 6. Januar spielten im Rhein-Main- Bezirk Bar Kochba Frankfurt a. M. I.—RIF Mainz I. 9:0; Bar Kochba Frankfurt a. M. II. gegen JJB Hanau I. 10 :2 (Freundschaftstreffen); Bar Kochba Frankfurt a. M. I. Jugend—RIF Wiesbaden III. Senioren 3 :0; Bar Kochba Frankfurt a. M. I. Damen—NIF Mainz I. Damen 10:2. Am 13. Janrrar: RJF Darmstadt I.—RIF Wiesbaden I. 5:6; RIF Darmstadt II.—RIF Wiesbaden II. 0:2; RIF Darmstadt I. Damen RIF Wiesbaden I. Damen 5: <3; RIF Alainz I. Damen—Bar Kochba Frankfurt a. WL I. Damen 1:5; Schild I.—Offenbach I. 2:1? Schild II.—Bar Kochba Frankfurt a. Dt. II. 4:1; Schild III—Offenbach II. 2 :0; Schild I. Damen gegen Schild II. Damen 7:0. Bemerkenswert ist der Sieg der Wiesbadener I. Herrenmannschaft über die gleiche von Darmstadt. Damit hat sich Wiesbaden zweifellos die Meisterschaft in ihrer Gruppe gesichert. Spielergcbnisse vom 6. Januar in Frankfurt a. M.: Schild I-NIF Wiesbaden I 4:5; Schild I I—RIF Wiesbaden 1l 3:2; Schild III— NIF Wiesbaden I II ausgefallen. — Damen: SB Schild I—RIF Wiesbaden I 16:0. Die Spiele waren fetten schön, der hohe Sieg der Frankfurter Damen bedeutet keine Ueberraschung. Sie ist wobl die beste Handball-Mannschaft Cüddcutschlands. Die Herrcn-Mannschaften waren sich ebenbürtig. An tüchtigen Handball-Schiedsrichtern mangelt es noch. Ph. F. Am 20. Januar wurden int südwestdeutschen Bezirk folgenbc Spiele ausgetragen: RjF Wiesbaden I — Dar Kochba Frankfurt a. M. I 6:4 (1 :3), RjF Wiesbaden II — Dar Kochba Frankfurt a. M. Il 2:5. RjF Wiesbaden Damen I —Bar Kochba Damen I 6:11, Schild Frankiurt a. M. I — RjF Darmstadt I 7:1 (2:1),‘ Schild Frankfurt a.M.ll —RjF Darmstadt II 7:4 (6:2). Schild Frankfurt a. M. Damen L — RjF Darmstadt Damen 0:1 (0:1). Die erste Mannschaft des RjF Wiesbaden führt nach diesem Sieg über Bar Kochba Frankfurt a. M., der sehr schwer errungen wurde, die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor Schild und Bar Kochba Frankfurt a. M.. btc punktgleich stehen. Zum Ende der Serie sind noch sehr interessante Ausscheidungskämpfe zu erwarten. Sehr zurückgefallen ist seit etwa einem halben Jahr die Darmstädter Mannschaft, die vorher hervorragende Spiele lieferte und sämtltche Gegner auf der Strecke ließ. Ph.F. RiF Breslaul—- Elektrizitätswerke II 14 : 3 (9:1). Bereits in der ersten Halbzeit machte sich die Ueberlegenheit der RjF-Lcute deutlich bemerkbar. Sr. Fußball Einen sehr beachtlichen Sieg konnte der Spitzenreiter der jüdischen B e r l: n e r Meisterschaft. Hakoah. in einem Klubkampf gegen Eoncordia Wittenau, deren erste Mannschaft in der ersten Krcisklasse des Gaues III in guter Tabellenposition liegt, erringen. Im Kampf der beiderseitigen ersten Mannschaften gab es einen ritterlich geführten Kampf: Eoncordia verschoß nicht weniger als zwei Elfmeterbälle, die der etwas zu scharfe Schiedsrichter Roth (Hagibor) verhängt hatte, absichtlich. Hakoahs großartiges Schlußdreieck verhinderte jeden zählbaren Erfolg der eifrigen Eoncordia-Stürmer. Rach der Pause wurde Eoncordia ständig in die Defensive gedrängt und mußte vier weitere Treffer, durch Schollack und Czupper (drei Tore) hinnehmen, ohne den in vollem Älahe verdienten Ehrentrcffer buchen zu können. Selbst einen dritten, diesmal zu Recht wegen Unfairneß eines Hakoah- Verteidigers verhängten Elfmeter vermochte EoncordiaS Mittelstürmer nicht zu verwandeln, da er den allzu Placiert geschossenen Ball mit unheimlicher Wucht an den Pfosten jagte. Auch bei allen anderen Mannschaften blieb Hakoah klar «. Der gesamte Klubkampf, der als beste. tnda für den jüdischen Sport gelten konnte, wurde somit von Hakoah mit 5:0 Punkten gewonnen. Infolge dcS gefrorenen Bodens hatte am 20. Januar der Spielausschuß jüdischer Fußballvereiue in Berlin in letzter Minute alle Verbandöspiele abgesagt. Nur der JSK erfüllte seine Spielverpslichtung und trat mit zwei Mannschaften gegen den SC Hedia, der der II. Kreisklassedes Gaues III angeyört, an. Der Gauverein stellte Um Kampf der ersten Mannschaften eine überraschend spielstarke Elf ins Feld, die sich zunächst mit den Tücken des steinharten Bodens beiser absand als ihre Gegner und auch an Härte und Schnelligkeit der jüdischen Mannschaft überlegen war. Stand nach der ersten Halbzeit: 4 :_0 für Hedia. Die zwecke Halbzeit sah den J^K in wesentlich besserer Form. Die beiden Außenstürmer kamen wiederholt gefährlich durch und holten auch drei Tore auf. denen aber Hedia int Endspurt noch zwei Treffer entgegensetzte. Hedia ging als verdienter 6:3- Sieger vom Platz. Auch - bas Spiel der zweiten Mannschaften gewann Hedia II ganz überlegen mit 7:3 Torem In der Südwe st deutschen Arbeitsgemcinschast wurden folgende Spiele ausgetragen: BK Friedberg—BK Idar Oberstein 4 :2. Bei Friedberg ntacht sich eine sichtliche Foruwerbesserung bemerkbar, die auch aus dem 0:0-Trefsen gegen Schild Ia hervorgcht. Der junge Verein von Jdar-Oberstein bewies, daß er sich intensiv dem «Port zuwcndet. Er war ein harter Gegner in diesem Kampf. — Ergebnisse vom 13. Januar: Schild Ia—BK Fulda I. 4:0 (2:0): Schild III.—BK Fulda II. 3.6 (3:4); RIF Dtainz I.—BK Ffm. I. 1 :2; AK Ffm. II. gegen Kreuznach I. 1:1 (Freundschaftsspiel). Der Sieg der Schild-Ia-Mannschaft war keine Minute außer Zweifel. Sie hatte von Anbeginn in ihrer Gruppe die Spitzenführung inne. Der Kampf Schild III. gegen Fulda II. war weniger schön. BK II. spielte gegen Kreuznach mit acht Mann und hätte noch gewonnen, wenn nicht der Verteidiger Großmann ein Selbsttor verursacht hätte. Das wichtigste Treffen am 20. Januar im Südwestdcutjchen Bezirk war zweifellos Bar Kochba -Frankfurt a. M. I gegen AJTU« (Allgemerner Jüdischer Turn- und Sportklub) A s ch a f f e n b u r g I. Nach schönem, zähem Kampfe trennten sich die Gegner bei 4:2 (2 : l) für Bar Kochba Frankfurt a.M. Der Platzvevcin gewann verdient und konnte sich damit weiter die Tabellenspitze sichern. Dr. Götz. Mannheim, leitete mit viel Sicherheit urtd Ruhe. Es spielten ferner: Bar Kochba Frankfurt a. M. II — AJTUS Aschaffcnburg II 4:1 in Hanau. JJB Hanau II — Schild Frankfurt a. M. III 2:4 (1:1), JJB Hanau Alte Herren — Schild Franks,irt a. M. Alte Herren 2:4 (0:0), in Friedberg Makkabi Friedberp 1 — Schild Frankfurt o. Dl, Ia 1:3. Ferner: Schild Frankfurt a. M. Schüler A — RjF Darmstadt Schüler 2:1 (2:0), JTB (Jüdischer Turnerbund) Frankfurt a. M. l — JJB Hanau Schüler 3:5 (2:3). JTB Frankfurt a.M.H-AJTUS Aschasfenburg Schüler 1:0 (0:0). Infolge organisatorischer und technischer Schwierigkeiten innerhalb der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft war eine Herausgabe der Spieltabellen bisher nicht möglich. Wir hoffen, diese in Kürze bringen zu können. Ph. F. Hakoah (RjF) Gelse nkirchen I: Sportgruppe RjF Paderborn I. 1:1 (6:0). Man war über die Spielweise von Paderborn überrascht. Die Gelsenkirchener waren durch das Fehlen eines Spielers gehandicapt. Der Schiedsrichter Dr. Eichengrün leitete sehr sicher und hatte das Spiel jederzeit in der Hand. W. H. Am 13. Januar standen sich in Breslau der RjF Breslau und der SC Pfeil gegenüber. Pfeil siegte nach ausgeglichenem Spiel knapp mit 6:5. Nach anfänglichen Erfolgen läßt Breslau erheblich nach und Pfeil kann auf 3:2 aufholen. lalischcs und menschliches Erlebnis, dieser großen Sängerin zuzuhören. Lotte Leonard fang, am Flügel von Hanno Bodenheimer begleitet, altdeutsche Lieder. Arien von Händel, Lieder von Mendelssohn, Schumann. Mahler, Hugo Wolf. Ein Sonderkonzert des Lehrhauses vermittelte die Bekanntschaft mit der bekannten Hamburger Geigerin Herta Kahn, einem echt mnsikantischen Talent. In Kapellmeister . Werner Singer hatte Herta Kahn einen zuverlässigen Begleiter am Flügel. Dr. E. K. Die von Dr. Erich Katz geleitete Gemeinschaft der jüdischen Künstler in Freiburg i. Br. Freya Wolfsbruck (Gesang). Heidi Katz (Klavier). Konzertmeister Herbert Fröhlich (Violine) und Dr. Heinz E d e llst e i n (Violoncello) hat in diesem Winter zu vier Kammermnsikabendcn cingeladen. Der erste Abend brachte ausschließlich Werke von Mozart, während der zweite der alten Kammermusik gewidmet war. Die Leistungen standen auf hohem künstlerischen Niveau. Ende Dezember sangen in Karlsruhe Benno Ziegler und Rolf S a n d e r. von Kapellmeister Kurt Stern begleitet. Lieder. Arien uitd Duette. Daß sie in der Stadt, die so lange die Stätte ihres Wirkens war. die sie nun aber schon längere Zeck verlassen haben, mit Freude und Beifall begrüßt wurden, versteht sich. H. 8—r. Das Sinfoniekonzcrt des Münchener Kulturbundorchestcrs stand im Zeichen Felix Mendelssohn - Bartholdys. Unter der anfeuernden Leitung von Erich E r ck fanden die Hebriden- Ouvertüre, das E-moN- Violinkonzert und die Italienische Sinfonie eine imposante Wredergave. Erck ist es in unermüdlicher Arbert gelungen, das Orchester, das bckamckltch nicht ausschließlich aus Bernssmusikern besteht.' zu einem ausgezeichneten. wohldisziplinierten Klangkörper heranzubtlden. Die Solistin des Abends war Charlotte Ros e n (Berlin). die sich als temperamentvolle Geigerin von erstaunlichem technischen Können erwies. Es rst nicht zuletzt ihr Verdienst, daß das Vtolrnronzert nicht tu Sentimentalität oder Bravour versackte. Die Begleitung durch das Orchester war Vorbildlick).. Leider zeigten sich erhebliche Lücken im Auditorium. La. In einer Weihestunde des Kulturausschusses Ulm fangen das belannte Münchener Vokalquartett (Kammersänger Dr. P. Kuhn, Staatsopernfänger Walter Ries, Emma Färber-Strafs e r. Sonja Ziegler). Synagogeudirigent Josef Ziegler und Hildegard A n d r i e s s e n (Düsseldorf). Erläuterungen und Uebersetzungen hebräischer Texte gab Rabbiner Dr. I. Cohn. Abends gaben die Künstler ein Konzert im „Weißen Roß". Auch aus den Nachbargemcinden von Altenstadt. Buchau. I ch e n h a u s e n. K r u m - bach hatte sich eine stattliche Teilnehmerzahl eingefunden. Die Künstler mögen sich mit einem Gosamtlob begnügen. Arthur Elocsier: DaS Problem deS biblischen Dramas. lieber daS Problem des biblischen Drmnas sprach Tr. A r t h u r E l o e s s e r im Berliner Kulturbund: wie immer, sehr anregend, sehr instruktiv, sehr persönlich. Indem er das umsangreichc Stoffgebiet von den alten Athsterien bis zur Gcgcnrvart abgrenzte, konnte er nur bei dem Wesentlichsten verweilen, wobei er grundsätzlich feststellte, daß die bildertde Kunst und die Musik von der Bibel ungleich stärkere Anregungen empfangen hat als die Bühne, der die mächtige, für die erste reale Anschauung vom historischeu öeben bedeutsamste Vorlage — etwa bei der dramatischen Gestaltung eines Saul, eines Salomo, eines David — nicht mehr viel übrig gelassen habe. In Frankreich war cs Racine, der vor allem in seiner „Athalic", in England war es der Individualist Lord Byron, der in seinem ,Lain* aus der Bibel geschöpft hat: jener vom Urtext weit entfernt, doch nicht ohne Größe, dieser aus eigener Anschauung des Orrcnts und mit den Gedankengängen des 19 Jahrhunderts innig vertraut. Nach Byron hat sich dann in Deutschland' Friedrich Hebbel in seinem Erstlingsdrama „Judith" tief in die Psychologie des Jndentunis eingefühlt; besonders in den Volksszenen seines Stückes sind die Juden ungemein scharf gesehen und gestaltet — andererseits habe Hebbels Zcckgenosse und Antipode Otto Ludwig in der Jambensprache seines AralkabäerdramaS daö eiyent- Uch Heroische der Bibel nur verwässert. Wertere Dichter dieser und der nachfolgenden Zeit wie Lud^ wig Robert in seinem Jephtastück. wie Heinrich Herne im „Almansor". wie Atosenthal in seiner vielgespielten „Delwrah" bis hin zrr WedeklndS „Simfon" verfolgen keine biblischen Absichten; dann aber vollzieht sich, etiva seit 15 bis 20 Jahren, eine neue Wendung in der Geschichte deS biblischen DramaS mit Richard Beer^ofmartns „Jaakobs Traum" und fernem neuesten Schauspiel „Ter junge David", sowie mit Stefan Zwergs ..Jeremias", freilich hat sich nach der Meinung Eloessers auch in diesen Stücken die Bibel selbst nicht übertreffen lassen. Im allgemeirren — schloß der Vortragende nicht ohrre eine gewisse Resignation seine Ausführungen — hat das Problem des biblischen Dramas bis heute noch keine Lösung gefunden. Julius Vab: DaS junge Deutschland und Heinrich Heine. Im Rahmen seines Vortragszyklus .Die großen Bewegungen in der Geschichte der neueren deutschen Dichtung" sprach Julius Bab vor ■ den Mitgliedern des Berliner Kulturbundes zu dem Thema: „Das junge Deutschland und Heintief) Heine". In klaren entwicklungsgeschrchtlrchen Linien zeichnete Bab ein einprägsames Bild jener literarischen Geistesrichtung, dte Ludwig Wienbarg unter dem Slamen „Das junge Deutschland" zusammengefaßt hat, uni) die sich, mit bewußter Abkehr von der wirklichkeitsfremden deutschen Romantik, gegen die politischen und sozialen Mißbrauche der Zeit, gegen d,e Reaktion in ihren verschiedenartigsten Schattierungen und Formen in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts als Protest, und Gesinnunasliteratur zur Wehr setzte. Als die Häupter dieser Bewegung, die vor nunmehr gerade 100 Jahren durch einen Bundesratsbeschluß von: Bannstrahl der Zensur getroffen wurde, charakterisierte der Vortragende kurz die «Autzkow, Laubes Dingelstedt, Th. Mundt, sie alle nur Verfechter ihrer Ideen, kaum jedoch Dichter au8 Blut und Seele heraus; in der Hauptsack>e wandte sich jedoch seine Betrachtung den beiden Juden zu. die im „jungen Deutschland" eine maßgebende'Rolle spielten und die eigentlich als die ersten jüdischen Deutschen nach MoseS Mendelssohn an dem Geistesleben der Nation einen wesentlichen Anteil nahmen: Lud- ' wia Börne und Heinrich Heine. Beide, obwohl völlig divergierende Naturen und aus einem ganz verschiedenen Milieu stammend, fanden sich doch im Dienste der Bestrebungen des „jungen Deutsch, land" mannigfach zusantmen; aber btc Ercksremdüng mußte schließlich eintreten, alS Börne in seirrem Zeit- und Kampfgenossen mehr und mehr den Künstler, den romautious ckäknxjuö erkannte, , dessen eigentümliches Schicksal eS (nach Heinrich LaubeL Worten) war, mit lauter poetischen Eigenschäften in einer durchaus politischen Gesellschaft aufzutreten. Ihren literarischen Niederschlag fand diese Entfremdung auf seiten Heines in seinem Buch über Börne: Bab schätzt es sehr hoch ein und hält es. trotz mancher Entgleisungen, für eines der klarsten und tiefsten Dokumente von Heines Wesen — wobei er freilich verkannt hat, daß es wohl gerade diese häßlichen .Entgleisungen" waren, die Heine gegen sein eigenes Werk eingenommen, ja ihm nach Börnes Tod sogar eine Art Rsuebekenntnis abgerungen haben. IL L. Dsevl» Nosenltsck Im Philo-Lexikon findet man, was man sonst nicht wüßte,' daß Joseph Rosenstock. Generalmusildireltor in Tarmstadt, Wiesbaden, New« Tork. Mannheim und seit 1933 der Schöpfer deS „Kulturbund"-Orchesiers und der Trerchänder der „KulturLuitd"-Oper. 40 Jahre alt wurde. Das ist kein Anlaß, irgendwelche Rückschau zu halten. Das kann nur eine willkommene Gelegenheit sein, dem Manne auf der Höhe seines Lebens und seiner künstlerischen Schaffenskraft für viele Stunden reinsten Genusses zu danken und ihn uns noch oft und lange als „Taktgeber" im Kunstleben des deutschen Judentums zu wünschen. Li. K. Jaques Deval. der Verfasser de» Theaterstücks „Towarisch". das in Berlin einen starken Erfolg hat, soll aus Anfrage einer Budapcster Thcateragcntur im vorigen Jahr erklärt haben, er fet „ein ebenso guter Franzose wie Jude'. Gegenwärtig arbeitet Teval an einem Drehbuch für einen Cternberg-Film. in dem Marlene Dietrich die Hauptrolle spielen soll. Wußten Sie das? Die Gattin des berühmten Schauspielers Eduard Devrient war die am 18. Oktober 1803 in Hamburg geborene Jüdin Therese Schlesinger. — An dem Parterregeschoß deS Hauses Graf-Spee-Straße 15. früher Hoheuzollernstraße 15. zu Berlin, befindet sich eine Gedenktafel aus Bronze mit der Inschrift: Hie,: wohnte in der letzten Zeit vor seinem Tode Berthold Auerbach, geb. 28. 2. 1817. gest. 8. 2. 1882. Seinem Andenken die Stadt Berlin. b. m.