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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-24 · 4 (24.1.1935) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
4 (24.1.1935)
Date
1935-01-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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dem Gebiet von Stillebcn zeigt sich die grobe Begabung dieses Künstlers; hier sehen wir Stilleben von Fischen, das uns ebenso durch die Fülle seiner Farben erfreut wie daS Blumenstilleben, das lyrischer, symphonischer wirkt. Reizende Pastellstudien zu Kinderbildern sehen wir in einer anderen Ecke des Ateliers. Biele, viele Bilder hat Eduard Einschlag gemalt; von allen weiß er etwas zu er.zählen. Wir Leipziger sind stolz, daß wir einen so bedeutenden Maler Mitteldeutschlands zu den Unseren zählen dürfen. H. s. MWkluss EiWÄ in ReWrn Ter in Dresden lebende Maler und Graphiker Bruno Gimpel zeigt gegenwärtig in den Näumen der Fraiernitas-Loge eine größere Anzahl seiner Oeigcmälde und Aquarelle. Wir freuten uns. in den beiden vorjährigen großen, össentlichen Kunstausstellungen Dresdens einige bedeutende Arbeiten von ihm zu sehen; die Fachkritik hat — ohne allerdings von seiner jüdischen Abstammnng zn wißen — damals gerade den urwüchsig norddeutschen, herbere Charakter der Gimpelschen Bilder heroorgehobcn. GimpcIS Schaffen spricht deutlich von unauslöslicher Bersch,nolzenheit mit deutschem Wesen und zwar in seiner verschlossensten. fchwergegliederten Form: der norddeutschen Küste. Er hatte in diesem Sommer Gelegenheit, in seiner Heimat Rostock wieder Bilder jener Landschaft zu malen. Es Prägen sich ein Seebild: „Stürmische See*,- breitftrichig und temperamentvoll hingeworfen, ein „Pommerfches Dorf* voll lebendiger Farben und Formen, ein ..Zerklüftetes User am Meer*, ein „Sonnenbeschiencner Strand* besonders ein. Lust und Licht der Strandblicke, Dünenbildcr. -L>asenansschnitte leben in ursprünglicher Frische in Aquarellen, in denen sich Gimpels überlegene Technik zeigt. Auch seine Beherrschung der graphischen Techniken hat er in den Dienst der Pommcrschcn Landschaften gestellt. Einige lithographische Blätter: alte nordische Bauernhäuser und knorrige Darß-Bäume sind von bedeutenden Kulturorganisationen mit Recht warm empfohlen worden. Einen interessanten Teil seines Schaffens bilden seine farbig und stofflich fesselnden „Stilleben*. Ein Prächtiges Dlumenstück von meister-, iicf}cr Komposition wurde von der „Jüdischen Künstlerhilse Dresden* angekaust. glicht unerwähnt sollen die mehr dekorativen Blätter Gimpels bleiben: vor allem Entwürfe für Glasfenster, die in dem Nostocker Kranken- Haus in früheren Jahren zur Ausführung gekommen sind. Gimpel, der ein Jahrzehnt als Vorsitzender der Gebrauchs - Graphiker- Organisation anerkannt wirkte, sollte auch bei größeren Aufgaben im Ncklamewcsen. wie auch bei Entwürfen zu Exlibris von der deutschen Judenheit künftig nicht übersehen werden. E. B. Mslegtaphkv tAN Mlüitina Am 20. Januar legten im Kä sicler Kulturbund die bekannte Photographin Aenne Mos», bacher (Kassel) und Dr. O. I. Rosenthal (Kassel) die Ergebnisse ihres vierteljährigen Aufenthaltes in Palästina vor. In über 100 Lichtbildern wurden das Land und die Menschen lebendig. Die technische Oualitat des ' Bildmaterials, die künstlerische Bildkomposition und die meisterhafte Verteilung von Licht und Schatten zeigten, daß die Photographin starke und eigenwillige Begabung besitzt. Stadt und Land. Juden und Araber, ins« besondere jüdisches Aufbauwerk, sind so plastisch wiedergegeben, daß dem Betrachter ein lebendiger- Eindruck dessen vermittelt wird, was sich in Pa« lästina vollzieht. Eine besondere Wirkung geht von der technisch und inhaltlich hervorragenden Wiedergabe der Menschentypen dcS Landes aus. Das Eigenartige und Vieltypische des Landes, die Unzahl der Gegensätze wurde in Bild und Wort lebendig. Der begleitende Vortrag von Dr. Rosenthal unterstützte die Bildwirkung aufs wirksamste. Seine einleitenden Worte und die Erläuterung der Bilder ließen jüdisches Empfinden und intensive Beschäftigung mit der Materie erkennen. Die Zuhörer dankten mit starkem Beifall. Di“. Theodor Dcllerie. DMÄusgen U einem Vortragsabend MWMörrDsrMWWW« Ein Verein ehemaliger Schüler, bestrebt, sich der Auflösung, in der sich die tausend jüdischen Kleinvereine Berlins befinden, zu entziehen und ein Sammelbecken aller ehemaligen jüdischen Schüler zu werden, veranstaltete kürzlich eine Zusammenkunft, die er etwas anspruchsvoll als „Kundgebung* bezeichnete und zu der wenige Dutzend Besucher erschienen waren. Ein Rabbiner hatte sich als Redner zur Verfügung gestellt und unternahm es. von dem „Wesen und den Idealen der heutigen jüdischen Jugend* ein Bild zu geben. ES liegt in der Linie, die diese Zeitung zu halten bestrebt ist und die im Leitartikel der vorigen Nummer ansgezc-igt wurde, wenn wir den aktuellen Anlaß dieser Veranstaltung zu einer grundsätz. lichen 'Bemerkung benutzen. Die Situation, in der sich das deutsche Judentum befindet, erfordert ein sparsames Wirtschaften mit seinen sachlichen und personalen Mitteln und Möglichkeiten, wobei nach' den Gesetzen der Qekonomie das Verhältnis zwischen Zweck und Aufwand sehr sorgfältig ins Auge zu.sasien ist. Wenn wenige Menschen das Bedürfnis verspüren, die Erinnerung an die gemeinsckzaftlick)e Schulzeit wachznhalten. so ist das eine private Liebhaberei, die sie pflegen mögen; aber es geht weit über daS Maß des Zulässigen hinaus, wenn man die Oefsentlichkeit und die jüdische Presse mit derlei internen Angelegenheiten befaßt. Wir begrüßen die Intensität, mit der deutsche Juden sich in dieser Zeit ein eigenständiges Leben aufznbauen bemühen, und wir sind bereit, diese Bemühungen durch unser Wort zu fördern und zu stützen. Um so stärker sollten die ihr Verantwortungsgefühl befragen, die diese Förderung von uns verlangen. Es geht aus vielerlei Gründen nicht an. aus privaten Dingen eine öffentliche Angelegenheit zu machen. Der Raum in den Spalten einer jüdischen Zeitung ist kostbar. Er darf nur einer einzigen Sache gehören, nämlich dem Aufbau und der Erhaltung der geistigen und materiellen Existenz der deutschen Juden, und das kritische Amt des jüdischen Journalisten besteht darin, hier den letzten Maßstab zn suchen und anzulegen. Das gilt nicht nur für die Veranstaltungen; es gilt auch — davon ist vor einer Woche deutlich gesprochen worden — gegenüber den Mitwirkenden, dem Künstler mit» dem Redner. Die kritische Verpflichtung des Berichterstatters, die ihm befiehlt, zu schweigen oder zu reden, hört auch vor Persönlichkeiten nicht auf. die in der jüdischen Oefsentlichkeit ein Amt und eine Stimme haben. Don ihnen muß erst recht jener Ernst und' jene sachliche Strenge gefordert werden, die allein sie berechtigt, Wortführer der jüdischen Sache zu sein. Wer sich der Oefsentlichkeit stellt, muß mit ihr rechnen, und der Reporter begeht eine Pflicht-" Verletzung, wenn er schlicht referiert oder schamhaft schweigt, wo er reden mußte. Das Wesen und die Ideale der heutigen jüdischen Jugend — Thema des Vortragsabends, von dem hier gefprochen wird —, da8 ist eine Sache, deren Behandlung eine sehr genaue Kenntnis der geistigen und soziologischen Probleme voraussetzt, mit denen eine in Zeiten innerer und äußerer Wandlung erwachsende Generation in ihren besten Köpfen ringt. Man trifft die Dinge, um die es geht, nicht und tut der Sache der Verständigung zwischen Alten, und Jungen schlechteDienfte, wenn man die äußeren Erscheinungsformen eines Entwicklungsprozesses * in einer auf die Lachmuskeln spekulierenden Redeweise darftellt und von den Hintergründen schweigt. Auch in vier Dutzend Menschen können scherzhafte Mißverständnisse zu echtem Unverständnis führen, das weit über die vier Wände des DortragSsaaleS hinaus wirkt. K. 3. R. , Schachaufgabe Nr. 27 von Paul Notenblatt (Berlin) worlkz A. coeb Am 17. Januar starb M o r t A. Qoeb in Berlin. Der Verstorbene bat jayrelana dem Hauptvorstand des (5.-V. anaebört und seinen Rat und seine praktische Hilfe vielfach der Dcreintzleituna zuteil werden lassen. Aus den FMilien .Am 11. Januar starb Ferdinand Wirth (Geinünden-Hnnsrück). Wirth war lange Jahre Bor«, sitzender der Ortsgruppe Gemündcn des E.-V. —' Eduard 61S net (Berlin) feierte am 13. Januar seinen 70. Geburtstag. Er Hai sich als treues Mitglied des C.-B. bewährt. — Rabbiner Dr. K a h l - b e r g (Halle) beging am 20. Januar sein 25jähriges AmtSjubiläum. — Willy Hermann (Gotha) feierte am 23. Januar seinen (50. Geburtstag. — SanitätSrat Dr. Jacques Oe st reicher (Berlin) vollendet am 27. Januar sein 75. Lebensjahr. — Meier Buchheim (Dauborn) wird am 29. Januar 70 Jahre alt. — David Präger (Plauen). Mitbegründer der Ortsgruppe Vogtland des C.-V.. feiert am 2. Februar seinen 70. Geburtstag. — Lehrer und Kantor Alfred Stern, der Vertrauensmann der Ortsgruppe Alzey des E.-D., istim 70. Lebensjahr gestorben. Er hat sich stets mit Liebe und Eiser für die deutsch-jüdische Idee eingesetzt. Die Gemeinde, in der er 44 Jahre wirkte, betrauert seinen Heimgang tief. — Mar rR c i n h o l d (Bamberg) vollendet am 3. Februar sein'85. Lebensjahr. — Kürzlich starb Leopold Ron? (Lichtenan). Er war vierzig Jahre hindurch Vorsteher seiner Gemeinde. Der Generalagent der Nordstern-Lebensversicherung Hermann Siegel und Frau Paula geb. Juliusbürget feierten am 13. Januar ihre Goldene Hochzeit. Siegel war lange Jahre hindurch Vorstand des Verein? „Gewul Tanro", dessen Ehrenvorsitz er jetzt inncyat. Der Israelitische Tempel-Verband, Hamburg, erstattet Bericht über eine Sitzung des Verwaltungs- Ausschusses, die Anfang des Monats stattgefundcn hat. Ihm entnehincn wir zu unserer Freude, daß das Mitglied des Hauptvorstandes des C.-D., Dr. Helmuth Nathan, in den Verwaltungs-Ausschuß gewählt worden ist. Die Freie Jüdische Volkshochschule, Breölau, gibt, ein Vorlesungsverzeichnis für ihr 32. Halbsemester (Januar—März 1935) heraus. Das Semester wurde am 20. Januar mit einem Vortrag von Professor Dr. - Martin B u b e r über „Jüdische Geschichtsanschauung* eröffnet. Von besonderer Bedeutung ist eine Vortragsreihe über Moses Maimonidcs anläßlich seines 800. Geburtstages. in deren Nahmen Dr. Heinrich Speyer. Dr. Israel Nab in. Professor Dr. I. Heinemann und Dr. Albert Lewkowitz sprechen werden. Rabbiner Dr. I. Maybaum Matt in zwei Zügen xVeiss: Ka4, Da5, Tb3, Tc2, Lc3, '-Sei, Sd4. Bh3 (8) Schwarr. Kc4. Dtr3, Tdi. Tfl. Sb8, Bd2 (6; Lösung der Aufgabe Nr. 26: 1. s2—a4, Ld8Xf6; 2. Sd7—b6f usw. .... Lc8X<17; 2. Df(>X<9i usw. .... Lc8—b7; 2. Df6-f3 usw. . . . . Shß—*4; 2. DfßXHfumv. .... Ld8—c7; 2. Sd7X®yf usv. * Nichtige Lösungen sandten ein: H. Lindncr fDnrgkunstadi), Erich Rubcnsvhn (Hildcsheim). Zahnarzt Tr. Ernst David (Mechernich). Siegmund Austerlitz (Gießen). Rabbiner Dr. Tänzer (Göppingen), Hans Steinbergcr (Bayreuth). Dr. med. Hermann Löb (Bochum). Rechtsanwalt Fritz Neuland (München'». Kantor D. Eohn (Koblenz), Tierarzt Mar Koschminski (Landtzbcrg). Herbert Hermann (Ratibor). Gottfried Gnmbcl (Stuttgart). Ernst Finger (Vilshofcn), Dr. med. Hans Schllsingcr «Mannheim). Tr. med. Willi Roscndcrg (.Pforzheim), L. Guggenheimcr (Eßlingen), A. Loewer stein (Grevenbroich). L. Mchrländer. Lothar Wcndrincr (Konstadt). Georg Lange, A. Baronowih. Willy Michaelis, Augenarzt Dr. A. Czcllitzer, Sanitiitsrat Dr. S. Domke. Dr. med. Hans Goldmann (Berlin), .Arthur Jacob (Sicgburg), Dr. med. Erich Kaufmann (Elsen«. Hans Cohn (Berlin). I. Baumann «Köln), Julius Eottheincr (München). Für die 25 Schachaufgaben, die wir in dem vergangenen Jahre in unserer Schnchcck: veröfsentlicht haben, sind uns von etwa 123 vcrschi.'dcncn Löserin mehr oder weniger regelmäßig, richtige Lösungen eingesandt worden. — Wir bringen hiermit die Namen der fleißigsten und erfolgreichsten Löser. Tie bcigcfügte Ziffer bedeutet die Anzahl der richtig gelösten Aufgaben. ' Arthur Jacob (Sicgburg a. Gic(;) 25, Lothar Schönthal (Nürnberg) 23. Tierarzt Mar. Koschminsti (Landsberg a. d. Warthe) 21, Erich Rubensvhn (Hildcshcim) 21. A. Baronmvitz (Berlin) '19, Gottfried Gurnbel (Stuttgart) 18. Dr. med. Hermann Löb (Bochum) 18. Georg Lange (Berlin) 17. Michael Levy iKreseld) 17. H. Lindncr »Bui glnnstadt) 17, Karl Bechhöscr ('Nürnberg) 16. Sanitätsrat Dt.' S. Domke (Berlin) l6. Willy Michaelis (Berlin) 10, Dr. med. Hans Schlesinger (Manichen.i) 15, Leopold Mchrländer (Konstadt) 12, A. Loewer stein (Grevenbroich) 11, Rabbiner Dr. Tänzer (Göppingen) 10. hält zwei Vorträge über-„Probleme des -deutsche Judentums*. Dr, Else Merdner. spricht -irr fünf Abenden über „Jüdische Figuren: in .Romanen der Weltliteratur*. Die übrigen Vorträge sind geschichtlichen und künfgeschichtlichen Themen, der Erläuterung jüdischer Quellen und Sprachstudien Vorbehalten. Außerdem findet eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften statt. - " Unser photographischer Mitarbeiter Herbert Sonnenseld begibt sich auf Einladung bet- Arnold- Bernstein-Rccdcrei. Hamburg, in diesen Tagen mit dem neuen Dampfer „Tel Aviv* auf eine Mittelmeerreise mit dem Ziel Palästina. Er wird diese Fahrt als Bildberichterstatter mitmachen und gleichzeitig einen Film drehen. . ' Das Jüdische Lehrhaus Berlin veransürltet drei Morgenfeiern, die unter der Sinngebung der „Duldende Jude*, der „Sinnende Jude*, der „Ueberwindende Jude* gestaltet werden. Die erste dieser Feiern fand am Sonntag vormittag unter Mitwirkung des Frey-Quartetts, der Rezitatoren Johanna Meyer und Ludwig Hardt, der Sänger Paula L i n d b e r g und Hans John und der Pianisten Margarete Moses und Dr. Jacob Schönberg statt. Die erste Feierstunde war vielleicht rin Experiment, aber jedenfalls ein vorzüglich geglücktes. Gleich das Streichquartett von Erneft Bloch brachte andächtige Stimmung, die sich bei der Vorlesung von Johanna Meyer aus dem ersten Kapitel des Buches Hiob, übersetzt von Torczyner, zu einer wirklich religiösen erhob. Dann las die Sprecherin ein von Ludwig Meid ne r zu dieser Feier geschriebenes Manuskript. Mährend der biblische Hiob vor dem Hörer als Gestalt des Duldenden monumental erschien, zerfloß Meiduers Darstellung ohne tiefen Eindruck zu hinterlassen. Das Manuskript war zu lang, und rührte mehr an den Intellekt als an das Herz, und gerade das gelingt doch sonst dem so tief empfindenden Künstler Meidner in seiner bildnerischen , und schriftstellerischen Sinngebung so vollkommen. Die Auswahl der Gesänge: HändelS Samson- Arie. der 137, Psalm, hebräische und - jiddische ■ Volkslieder, zum Schluß der 13. Psalm war außerordentlich glücklich, und Paula Lindberg sowie Oberkantor Hans John fügten sich mit ihren Stimmen und ihrer Stimmung dem Zwecke :: der Veranstaltung ausgezeichnet ein. Am stärksten ) aber waren Ludwig Hardts Vorlesungen. Es gefiel das machtvolle „Immer wieder* aus Karl , Wolfskehls „Die Stimme spricht*, es unterhielt mit wehmütigem Einschlag die Geschichte deS?• kleinen Simson (die eigentlich die Geschichte des; großen Simson ist) aus Heines Memoiren des i Herrn von Schnabelcwopski. und e8 wurde, zu r einem großen KrkebM £>jß MteHchstung de§ „Roten Jtzig* mit dem Leutnant von Charolais^ aus Richard Beer-Hoffmanns „Grafen von Charolais*. Die Worte, die der Jude über datz Ende seines zu Tode gefolterten Vaters und über die Beziehung des Vaters zum Sohn im jüdischen Herzen findet. daS große Dulden, das aus dem Ende des Vaters und aus dem tagtäglichen Erlebnis des kleinen Juden aufsteigt, so unnachahmlich gesprochen und erlebt von Ludwig Hardt, dem^ Sprecher, Mimiker und, wa8 noch mehr ist, dem Menschen, bleibt der wichtigste Nachklang dieser wirklichen Sonntagmorgen-Feierstunde. vr. M. E. Sura 50. TodrÄLg des.MrrWeliZSAckerers" Am 24. Januar ist der 50. Todestag des mit Recht als weltberühmt geltenden Zauberkünstlers Samuel Bellachini. Die Tatsache, daß Bellachini einer der beiden einzigen Zauberkünstler ist, denen in den Standard-Lexiken BrockhauS und Meyer, selbst in den letzten Auflagen, einige Stich. Worte gewidmet sind, beweist zur Genüge, wie hoch man ihn einschätzt. Daß er Jude östlicher Herkunft war und daß sein Grab sich draußen in Weißensee befindet, habe ich selbst wieder neu entdeckt und darüber 1933 in meinem Buch „Die Juden in der Zauberkunst* geschrieben. Fast allgemein besteht die Ansicht, „Bellachini* sei ein italienischer Eigenname, und der Träger dieses Namens sei selbst italienischer Herkunft. Es wird aber wahrscheinlich kein geringes Staunen Hervorrufen, zu erfahren, daß „Bellachini* in Wirklichkeit eine Ableitung von seinem bürgerlichen Namen Berkach darstellt, und daß Verlach wiederum als Abkürzung von Ben Rabbi Löb Chajim, wie sich des „AllerweltszaubererL* Großvater nannte,- entstanden ist. Schon in verhältnismäßig jungen Jahren war es Bellachini gelungen, vor allem in Deutschlant» die Aufmerksamkeit der Freunde der. Zauberkunst in starkem Maße auf sich zu lenken; und in seinen dreißiger Jahren — am 12. Februar 1864 -* er vor Kosilex Wilhelm I. m einer Aondervorstellung auftreten; bei dieser Gelegenheit wurde er zum „Hofkünstler* ernannt. Don diesem Zeitpunkt an nahmen sein Ansehen und seine Beliebtheit bis zu seinem Tode noch fast ununterbrochen zu. Man erwartete sein Auftreten stets mit Spannung. Er verstand es wie nur wenige seiner Fachgenossen, die Zuschauer durch seine Vorführungen, die alle von Vorträgen — vielfach derb humoristischen — begleitet waren, aufs angenehmste zu unterhalten. Immer wieder wurde mir von älteren Personen, die ihn noch selbst gesehen hatten, versichert, der Künstler habe seine Darbietungen so wirkungsvoll gestaltet, daß das Publikum oft daran zweifeln mußte, ob alle Experimente auf rein natürlichen Vorgängen beruhten. In der Tat, man kann einem Zauberkünstler kein besseres Zeugnis ausstellen! Aber Bellachini war auch ein Pädagoge von nicht geringer Bedeutung. Durch. seine Schule gingen mehrere Künstler, die in der Folgezeit selbst großen Ruf erlangten. Auch der Generalintendant v. Hülsen, der später so manche Stunde Kaiser Wilhelm II. durch Zauberkunststücke unterhielt, hatte sich bei Bellachini persönlich ausbilden lassen. Mehr als hundert Anekdoten über Bellachini sind bekannt geworden; und die Menge der sonstigen schriftlichen und mündlichen Ueberlieferungen über diesen Manipulator sind unübersehbar.' Die Zahl der Zauberamateure und Berufskünstler, die ihre Liebe zur natürlichen Magie dem Erlebnis einer Bellachini-Dorstellung zn verdanken haben, ist Legion; ebenso die vielen Bellachini-Bücher und Pseudo-Bellachinis. wie wir sie noch immer in der Provinz antreffen können. So hat Bellachini, zumal in Deutschland, daS Ansehen und die Beliebtheit der modernen Salonmagie in einem Maße vermehrt wie kein zweiter. Noch heute wird er in weitesten Kreisen als der klassische Hexenmeister angesehen, und sein Name' wird vielfach für da8 Wort Zauberkünstler schlecht. ' hin verwandt. Günther S&mmaim. ZsMunjt '' ' In einem Auffa MAM Fr, ..Vom Wesen der Volkskunst* SS. Schrsan» 1, tzejy bemüht sich Egon K o r n ui a n li,' die Dolkskui als eine Wiedergeburt des Kl'instlcri'chen aus de Volk zu deuten. Um eine Bestimmung des Begriff Vollslunst. so führt er aus. haben sich schon vic Forscher bemüht. Es zeigt sich dabei wie schmier der Begriff eindeutig fesizulcgen ist. Wir denk heute bei diesem Wort vorwiegend an das al bäuerliche Schaffen, wie es — meist ans dem 18. m beginnenden 19. Jahrhundert erhallen in tx deutschen Heimatmuseen anzutreffen ist. Was dies Volkskunst ihren besonderen Charakti'r gibt, ist d Umstand, daß wir sie zu großen 2'.eilen als e Laienschaffen betrachten. Ter Begriff „Lai (von lao3 Volt) bedeutet aber diber nicht U vermögen. Dilettantismus, sondern er bedeut, daß dieses Schaffen nicht als Spezi Aistentum ij liert. sondern daß es das bildneriiche Vermög, und damit den Kulturbesitz eines ganzen Leben kreises darstellt. Was weiter dem Begriff Volkskunst heute sein, besonderen Klang gibt, das ist. daß er (wie Kor mann meint) eine Sehnsucht verkörpert. T Sehnsucht, aus der Lebensenkfremdung und' Js lieruna der Kunst zu einem volksper!)<mdeuen Au druck der Form zu kommen. Loläie Volksui Lebensverbundenheit hatte die alte Lwttsknnst^ da um ist der Begriff heute wie zu einem Progrmn der Erneuernng gcivordcn. In b<m Wort fl» zwei,Teile enthalten, die erst zusammen Tein» Sinn erfüllen: Volk und Kunst. Ten Namen Volk Kunst verdient nur ein Schaffen, das wirkli volksverbunden ist aber auch nur ein Schassen, dc wirklich zu Kunst gediehen ist. LirAMMs EMMrül tot Tate Gallery sesGMkl Da2 Selbstporträt Professor Max Liebermann! das in der vor kurzem in den Leicester Gallerie ausgestellten Kollektion von Werken des Künstler enthalten war, wurde, wie aus London gemeldk wird, von Simon Marx erworben und'der Tai Gallery zum Geschenk gemacht. Liebermann malte datz Porträt im vergangene! Sommer. „Daily Mail* erklärt, die Neuerwerbun bilde eine begrüßenswerte ' Bereicherung de Sammlungen kontrnentaler / Kunst in der- Tat Gallery. DaS Bild beweise, daß sein Schöpfer -siä auch im hohen Alter jene Verve und Vitalität be wahrt hat, die in früherer Zeit seinen Ruhm'be LkM-eLr«, - -

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