Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 3 (17.1.1935)
- Date
- 1935-01-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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nuiüiflcit Treue der sie irancnbou Personen. U n - gebildet heit bedeutet A b n e h m e n der Verantwortung durch Gruppen. Die Bildimg-Zarbeit aber will die Menschen der Weltanschauung vereinen und Ernst machen mit der WeltanschauungSwahrhcit als letztem Ziel. Das lyrische Andante von Max Neger, ebenfalls gespielt von der Kannnerstreichvereinigung der Musikfreunde unter Leitung von Artur Holde beschloß diese nachdenklich stimmende Feierstunde. W. S. M.f Frankfurt a. 9)t. Gi'iiif öiursn: Sen IM» M Faust Im Verein für jüdische Geschichte und Litera-' tnr, Berlin, machte Dr. Ernst Simon' Mitteilung von vergleichenden Forschungen über Hiob und Faust. Er bemerkte einleitend, daß der Titel „Von Hiob zu Faust" insofern nicijt ganz zutreffend sei, als cs sich bei seinen — übrigens noch nicht abgeschlossenen — Untersuchungen keineswegs darum handelt, etwa eine literaryislorische Entwicklung anfznzeigen, die mit.Hiob beginnt und mit Faust ihren Abschluß findet: vielmehr soll versucht werden. zwischen den Gestatten Hiobs und Fansts Parallelen zn ziehen, wobei die bekannte Vor- U'endnng der beiden ersten Kapitel des Buches Hiob für den „Prolog tiu Himmel" selbstverständlich nnveriictsichtigt bleiben kann. Als Beispiel des Beabsichtigten verglich Simon die Formen, irr denen Hiob und Jaust sich bervähren müssen: Hiob wird ans die Leidprobe, Faust auf die Lilstprobe gestellt. Simon ist auf das Problem Hiob—Faust bei seinen Arbeiten über den Einfluß des Alten Testaments auf das christliche Mittelalter gekommen. Bei diesen Arbeiten fand er, daß der Kirchenvater Origines da? Hivb-Probleur ans Ießis augewcndet und dieseii an die stelle von Hiob gesetzt hat, während sich anderseits luni Jesus zu, Faust ohne Schwierigleiten Vergleiche ziehen lassen. Bei den Vergleichen zwischen Hiob und Faust ergeben sich eine Anzahl von Einzclproblemen und Fragen, die Simon einstweilen nur kurz streifen konnte: die religiöse Entwicklung Goethes, die verschiedenen Stadien der ,.Fnnst"-Fragmente, die Bedeutung der beiden Vorspiele des „Faust", etwaige Anspielungen auf Jesus im „Faust" und die Frage, inwieweit Goethe die Schriften des Origincs kannte, müssen in den Kreis der Untersuchungen gezogen werden. Dem Abschluß und der Veröffentlichung der sehr interessanten Arbeit darf mit großem Interesse cntgcgengesehen werden, Günther Looscr Sr. Mar Breuer: rrabbiuec tzirilb als Wegweiser »er jüdislhen VeMchte Alms dilmw Meu und SeSsen-NÄLU Am Dienstag, dem 8. Januar, sprach Nabbincr Dr. Diencmami (Offenbach) in der Frankfurter Ortsgruppe des Eentral-Vercins über „Eindrücke von meiner. Palästina-Ncise". Die Veranstaltung hatte sich eines so starken VesucheS zu erfreuen, daß mehr als 500 Personen wegen Uebersüllnng des Saales keinen Einlaß mehr fanden. Eingangs betonte der Redner, daß Palästina eine Realität sei und daß cs deshalb hierüber keinen Kampf der Weltanschauungen geben dürfe. Er schilderte dann anschaulich das Land in seinem äußeren Aufbau, die Struktur der Städte und ländlichen Siedlungen, insbesondere der Kwuza, die er als die wahre Ai'vaftqucllc deS Landes bezeichnet?. Die deutschen Inden in Palästina befinden sich zu einem erheblichen Teil in einer geistigen Isolierung. da sie die hebräische Landesspräche nur unvollkommen beherrschen und häufig ihre Informationen über das Land erst durch die dentsch-jüdische Presse erfahren. Die religiöse Situation r.m Lande wurde bisher charakterisiert durch eine starke Abneigung der Arbeiterschaft zu eigentlichem religiösen Leben. Immerhin ist auclj hier durch die starke Ausweitung der Sabbat- Heiligung ein neuer Ansatzpunkt für eine stärkere geistige Verbindung zwischen altem und neuem Jischnw gegeben. In seinem Schlußwort betonte der Vorsitzende, Dr. Mainzer, die Notwendigkeit. tatkräftig für die jüdischen Menschen in Deutschland cinzutreten, eine Aufgabe, deren Durchführung der Eentral-Verein csts seine vornehmste Pflicht ansähe. Linksrheln Anl Sonntag, dem 6. Januar d. I.. sprach Dr. Hans Jaeobi in der Synagoge Geilenkirchen vor den Orten Geilenkirchen. Hünshoven. Bauche m und G a n g e l t über das Thema „Für unseren Arbcits- und Lebensraum. Für deutsch-jüdische Zukunft". Die Darstellung der praktischen Arbeit des Eentral-Vereins machte auf die Hörerschaft einen so starken Eindruck, daß die Neugründung der Ortsgruppe Geilenkirchen beschlossen wurde. Den Borsitz der Ortsgruppe übernahm Hermann Dahl in Hünshoven bei Geilenkirchen. Es meldeten sich darauf 15 Mitglieder. Der anwesende Gemeindevorsitzende von Heinsberg bat darum, auch in H e i n 8 b e r g eine Ortsgruppe zn gründen. Am 13. Januar sprach Dr. Hans Jacobi in der Synagoge in Höngen über das gleiche Thema. Die Veranstaltung war ausgezeichnet besucht. Die Hörer folgten den Ausführungen mit großem Interesse. Nach dem Vortrag wurden Fragen juristisch-wirtschaftlicher Art gestellt. Dann wurde die Ortsgruppe Hänge n neu gegründet. Alle männlichen Mitglieder der Synagogengemeinde Höngen traten der Ortsgruppe bei. rete Edelherm, über „Die öffentliche Meinung im deutschen Judentum". Der Bortrag fand, wie zuvor in Hamburg und Leipzig, auch in Dresden lebhafte Aufmerksamkeit. Groß-Berlin In brr Poii-damcr ©IjnnnOfK sprach Dr. Alfred Hirschberg über „Der Weg m das neue Jahr". Seine Ausführungen wurden vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, Rabbiner Dr. Schreiber, eingeleitet und von Alfred Wrrtenberg und Erwin Jospe musikalisch umrahmt. C.-V.-Kalender Landesverband Nordwcstdeuischland 1». Januar, 20 Uhr 30 Min.: Hamburg: Wirtschaft-- Versammlung. Iustizrat Dr. Julius Brodnitz (Berlins, Dr. Aisred Hirschbcrg (Berlin), RegierungsdircHor r. N. Kurt Fricdländcr (Berlin): „Die Arbeit des Ceutral-Vcreins zur Wirtschaftsgestaltung der deutschen Juden." Gabricl'Rreßer» Eaal de» Tempels, Obcrstrahe 120. 20. Januar, 10 Uhr 30 Min.: Hamburg: Landroverbcucdstagung. Iustizrat Dr. Julius Brodnitz (Der- Nn), Dr. Alfred Hirschberg (Berlin), Dr. Werner Grunsseld (Hamburg). (Sabricl-Rießer-Saal des Tempels, Oberstraße 120. 21. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Bremen: Gemeindeversammlung. Dr. Alfred Hirschberg (Berlin): „Idee und Arbeit im deutschen Judentum." » Landesverband Groß-Berlin dcarbeit geleistet. Außer den Berbandssrennden nahm auch die ganze Gemeinde Rexingen «« der Tagung teil. Der Leiter des Verbands, ±z. Vaul Eppstein (Berlin) führte zwei Arbeit«.- gemeinschasten, die übrigen leiteten Hernrich Frankfurter (Göppingen), , Martin %ü t n b o r f c t (Stuttgart), Dr. I u l r u s W e hl Stuttgart) und Karl A d l c r ^tmgart). Tw Lcrntagung in R e ck l i n g h a u l e n brachte Arbeitsgcmeinschaften von Emil Mann her m c r (Kleve), M a r t i n seliger ^Berlin), Rabbiner Dr. A l f r e d Philipp (E berseld), Dr. Kurt S t e i n b e r g (Esten) und Walter Ms M FWiiirn Hermann Stcflcl (Berlin) wurde am 24. Tcacnibcr 1934*75 Jahre alt und feiert am 13. <,anuar mit seiner Gattin das Fest der Goldenen Hochzeit. — Gehctmrat Warschauer (Iiwwrazlaw) bcgnig am 15 Januar feinen 80. Geburtstag. — irrau Rcssalie Schwarz (Berlin) wird am 20. Januar d5 Jahre alt. — Blar K nttner (Berlin) vollendet am 20. Januar sein SO. Lebensjahr. — Frau Paulinc Sötten ft ein (Oschersleben. Bode) begeht am 21. Januar ihren 75. Geburtstag. — Frau Emma L i e b e r m a n n geb. Diekmann (Bcrlin-Wilmersdors) feiert am 22. Januar ihren 70. Geburtstag. — Mar Philipp (Schönlankc. Ostbahn) wird am 22. Januar 75 Jahre alt. — Moses Hamburger ' (Seligenstadt, Hessen) stierte am 19. Januar den 90. Geburtstag. Er ist der älteste jüdische Lehrer Deutschlands. — Sally Lust (Roßwein) starb nn 70. Lebensjahr. * In der Synagoge Osstnbnrg fand eine Abschiedsfeier für Bcsirlsrabbiner Tr. 11 ck o statt, bei der, würdig umrahmt von Gesangsvorträgen, Reden -von Vertretern säst aller jüdischen Institutionell, der Synagogengemcinde, des Oberrats der Israeliten usw. * zum Lob des scheidenden Mannes gehalten wurden. 2t. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Ortagruvpe Lharlottrnburg: Dr. Fritz Goldschinilit, Norbert Wollheim: „Für unseren Arbcits. und Lebensraum, für deutsch-jüdische Zukunft." Im Hause von Herrn Hans H. Kochmann, Charlotten» bürg, Bleibtreustraße 15/16. Landesverband Rheinland-Westfalen 22. Januar, 20 Uhr 30 Mia.: Selseukircheu: Gemeindeversammlung. Dr. Plaut. 23. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Lünen: Gemeindeversammlung.- Dr. Steinbcrg. Landesverband Mitteldeutschland 23. Januar, 20 Ahr: Dessau: Landgerichtsrat i. R. Dr. Kurt Cohn (Chemnitz) und Syndikus Kurt Sabatzky (Leipzig): „Umblick und Ausblick." Gemeindehaus.' 24. Januar, 20 Ahr: Bcrnburg: Landgerichtsrat i. N. Dr. Kurt Cohn (Chemnitz!: „Die Lage der Juden in Mitteldeutschland und im Reich." Gemeindcsaal. Landesverband Oberschlesien 1». Januar, 20 Ahr 1.» Min.: Dr.-Strehlitz: Iustizrat Dr. Skalier (Beuthen): „Die Zukunft der deutschen Juden." Wintcrsynagoge. 20. Januar, 17 Ahr: Grottkau: Dr. Erich Hirschberg (Oppeln): „Jüdische Gegenwartsfragen." Landesverband Schlesien 23. Januar, 20 Uhr: Zauer: Gemeindeversammlung. Dr. Breitbarth (Breslau): „Für deutsch-jüdische Zukunft." 50 Fahre EtWMM m Eii'enaÄ Ter Festgottesdienst anläßlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Synagoge zu Eisenach. zu dem auch die Nachbargemeinden ihre-Vcrtreter gcsandt hatten, fand letzten Sonntag im festlich ausgeschmückten Gotteshaus in großer Form und höchster Weihe statt. Nach einem »Festpräludium für Orgel-Harmouium, das Manfred Malsch (Erfurt) feierlich und in künstlerischem Spiel technisch vollendet erklingen ließ, sang der gut geschulte Synagogenchor unter der sicheren Stabführung von Julius Heidungsfeld (Eisenach). Als weitere Solisten sangen Irma Simon (Lehrte) und Kantor Lötveuthal. Die große Festpredigt im Mittelpunkt des Gottesdienstes mit Ansprache hielt Rabbiner Dr. Wiesen, der tief zn Herzen gehende Worte religiöser Andacht fand. Namens des Vorstands der Gemeinde sprach Dr. Alfred Backhauß über die Entwicklung der Gemeinde und ihrer Synagoge. Namens des Landesverbands sprach Rabbiner Dr. Fränkel (Meiningen). Landesverband Rheinland (Linksrheinisch) 23. Januar, 20 Uhr 15 Min.: Neuwied: Assessor Richard Selo (Düsseldorf): „Mille und Weg des deutschen Iudcu» ' tum9." Gemeindcsaal. Die Nabbiner-Hirsch-Gesellschast in Frankfurt am Alain beging den Jahrzeittag von Samson Raphael Hirsch durch eine Veranstaltung, bei welcher Dr. Jsaac Breuer über „Rabbiner Hirsch als Wegweiser in die jüdische Geschichte" sprach. Der Redner setzte sich zunächst mit den Aeüßerungen auseinander, die dahin gehen, das Wirken von Rabbiner Hirsch sei überholt, da seine Lehre Thora im doroch errz durch die jüngste Entwicklung des deutschen Judentums ad absurdum geführt sei. Samson Raphael Hirsch steht vor der Geschichte da als legitimer Revolutionär. Die rettende Tat Hirschs sieht Breuer darin, daß er im Vertrauen in die Kraft des Thorageistes seinem Volk die Wahrheit kündete,, daß die Thora mit MillrldriMland In der Frauengruppe Dresden sprach die Schristleiterin der „E.-V.-Zeitung", Dr. Marga- ■ ihrer ewigen Kraft berufen sei, über einen jeden dereeli erez zu richten. Die Entwicklung des jüdischen Nationalheims hänge davon ab, ob der Aufbau unter der Herrschaft der Thora vollzogen werde oder aber, ob der Zionismus in Angleichung an die Völker der Erde sein Lebensgesetz .jeweils den veränderten Lebensformen anpasse. Breuer sieht die Lebensfrage der Judenheit in der Entscheidung der Parole Hirsch oder Herzl. LemWüngen res Mischen Nugendverbandes An den Weihnachtstagen fanden im Jugendverband zwei Lerntagungen statt, für die süddeutschen Bünde in Rexingen (Württemberg) und für die nordwestdeutschen in Recklinghausen. Mit der Wahl von Rexingen zur Lerntagung wurde gleichzeitig ein Beitrag zur Kleingemein. Sie bistot für den geringen Vierteljahr*- beifrag von-RM. 3.25 vier wertvolle Bücher im Jahr und die „Blätter der JBV." AsWÄs tMd^kä, Mt Jetzt beitretende Mitglieder können alt ertfet Buch wählon i Entweder Georg Hermann „Eine Zelt »tlrbt" oder „DiejüditcheSibel in deuf t dier Sprach e",Bd.l (Tora) Im Februar bringen wir Prof. Elbogen „Die Geschichte der Juden in Oeu t* ch la n d ", dann folgt ein Palästina- Bilderband, herausaegeb.v.Dr. Georg Landauer u.der neue Rom an v.Karf Jakob Hirsdt „Hochzeitimaridi in Moli" JÜDISCHE BUCH-VEREINIGUNG BERLIN WES, PARISER STRASSE 7b / OUVA J t Ott» mö $ in -Mii Wh im MW In einem der Sonderkonzerte der Künstlerhilfe Berlin musizierte das Bvris-Kroyt- Quartett (Boris Kroyt, Benjamin Bernfeld, Heinz Lllciden, Godfried Zeelander). Das Zu- - fammenspiel der Künstler ergibt ein gut auseinander eingestelltes Ensemble, in dem mit innerer Beteiligung und Temperament gespielt wird, das besonders die rhythmischen Ansdrucksmöglichleiten mit starken ^Akzenten unterstreicht und ausivertet; das trat namentlich bei der Wiedergabe eines Haydn-Quartetts zutage, der allerdings - sonst die letzte Akluratesse im Zusammenspiel und in der Reinheit der Intonation abging. Das Erpressive, die kantable Bvgenfüyrung. der füllige Ton beherrschten den Charakter der Interpretation von Beethovens Harfenquartett. Hier und auch bei Debussys G-moll-Guattett überzeugte das Kroyt - Ensemble durch sein Können und das ruarme unmittelbare Empfinden und Eingehen auf so verschiedengeartete Musikstile. In einem Konzert stellte sich ein Tenor aus Palästina, Mordechai Roth. vor. Zweifellos besitzt Roth entwicklungsfähiges Material, dem aber ernsthaftestes Studium und Auswertung der „ stimmlichen Möglichkeiten noch bevorsteht; besonders wird an der Höhe zu arbeiten sein. Vorläufig singt Roth alles im gleichen Tonfall, ohne jode Nuancen in der Tonstärke. Im Programm sielen ein paar jemenitische und arabische Stücke und die Liedbearbeitungen von Jacob Schönberg auf. Begleitet wurde Roth von Fela Roih- Tannenbaum, die auch als Solistin hervortrat. Die Pianistin hätte sich mit dem Flügel, der seine Tücken hat, noch vertrauter machen müssen. Am besten geriet ihr der Schlußsatz aus einer der Mozartschen 6-ckur-Sonaten, dem sie mit ihrer leichten, geläufigen Fingergewaydtheu gut beikam, schwächer war ihr Spiel in Scar-. lattis O-ckur-Sonate und einem Scherzo von Chopin. Beatrice Waghalter zeigt, daß sie zu einer Sängerin von weitreichenderer Bedeutung heranwächst; sie ist im Begriff, das Chanson auf eine neue künstlerische Höhe zn heben, ihm eme ..seriöse" Stellung zu erobern. Ihre strahlenden Wmmittel. die KeMgkeit ihres Aürttags, ihr Temperament wirken hinreißend. Die Beherrschung der bedeutendsten Sprachen Europas ist schon öfter erwähnt worden. Nach dem letzten Leipziger Konzert müssen auch die Gemütstiefe und Sprachsicherheit im jiddischen Lied her- * vorgehoben werden. Nur eine Sorge bleibt: daß sich nämlich die Künstlerin durch die Leichtigkeit, mit der sie Erfolge erringt, nicht verleiten läßt, in ein gewisses „Schludern" in Intonation und melodischer Linienführung zu verfallen. Am Flügel präsentierte sich diesmal Professor Ignatz Wagst a l t e t, der Vater der Sängerin, mit der Sicher- . heit und Eleganz des erfahrenen Musikers. M. T. Die Geigerin Au nie Stei ger-B etzak, Frankfurt a. M., gab in Erfurt einen mit Begeiste- , rung aufgenommenen Konzertabend, an dem sie klastische und andere Musikstücke musikalisch und mit ausgezeichneter Technik zum Vortrag brachte. Höhepunkt war das Konzert in e-moll von Mendelssohn. Die Begleitung lag bei Dr. Willy S a l o m o n, Frankfurt a. M., in besten Händen. Dr. Karl Ritter, früher Dramaturg des Gießener Stadttheaters, zaubert in einer Gießener kulturellen Veranstaltung „Menschen und Typen, Figuren aus eigener Feder in Maske und Kostüm" mir erstaunlicher Wandlungsfähigkeit vor die Seele. Ein Streifziig durch alle Seiten jüdischen und menschlichen Sems, durchpulst von echtem Theaterblut und getragen von einer überaus vornehmen. liebenswürdigen Persönlichkeit. Werner Dreh fuß (Gießen) trug in bester Weise musika-, lisch-pianistisch zur Verschönerung bei. Dr.8. In einem Orchesterkonzert deS Kulturbundes in Frankfurt a. M. hatten Ernst Drucker (Violine) und Richard K arp (Bratsche), die beide auch dem Kammermusik-Quartett angehören, Gelegenheit, ihre solistischen Fähigkeiten an der hübschen, wenig gespielten „8iiifome concertante“ von Mozart' bK.D. 364) zu erweisen; die vornehme flüssige Interpretation fand sehr freundliche Anerkennung. ' — 1t. Die Kulturgemeinschaft der Jüdischen Gemeinde Jdar-Obersteiu veranstaltete eine Ausstellung „Jüdische Kultgegenstände", die eine interesiante Schau alter Familenstücke und Kultgeräte aus. dem Naheaau brachte. Landesrabbiner Dr. Lew in, .Hoppsiaedten, hatte sich besonders um die Gestaltung der Ausstellung bemüht und hielt einen Vor« . trag über die Geschichte der Juden an der Nahe von ihren Anfängen zur Römerzeit bis zum IS. Jahrhundert. Dr. Hermann heimer, Kustos ' des Jüdischen ' Museums in * Frankfurt a. M., sprach im Nahmen dieser Deranstaltung über das „Kunstschaffen der Juden". In Klebe fand im Hause des Vorsitzenden der Ortsgruppe des (5.-33., David Weyl, ein Konzert statt. Es musizierten Hilde Silberbach- F r a e n k e l, Köln (Klavier), Alice Schwarz, Köln (Gesang) und Elfriede Wolfs, Kleve (Violine). Die Veranstaltung war auch von Mitgliedern der Nachbargemeinden C a l c a r und Goch gut besucht. Hilde Silberbach-Fraenkcl erwies sich als hervorragende Pianistin und Begleiterin. Die Sopranistin Alice Schwarz brachte unter vielen anderen zwei hebräische Lieder mit Atusik von Inlins G o l d b e r g, Köln, zu Gehör. Elfriede Wolfs trug Stücke von Wieniawsky und Händel ausdrucksstark vor. — Im Rahmen eines Vortragszyklus über „Jüdische Geschichte" sprach Lehrer E. Mannheimer über die „Geschichte der Juden in Spanien". Der jüdische Kunst- und Literaturverein Recklinghausen veranstaltete gemeinsam mit der Essener Jüdischen Künstlerhilfe einen Kulturabend. Rabbiner Dr. S. Auerbach hielt die Begrüßungsansprache. Berechtigten Erfolg hatten der 15jährige Geiger Hans Kaufmann und Käie F r o h s i n n mit ihren kabarettistischen Darbietungen. Lotte Heinen wartete mit eigenen Tanzschöpfungen auf, Viktor H e r z s e l d sang einige Lieder, deren Auswahl nicht geschickt erschien, Werner Schüler begleitete die Künstler mit Zurückhaltung. Richard G o l d e ck konferierte lustig, wenn auch ein wenig zu viel. Eine Frage sei gestattet: darf man an einem jüdischen Kulturabend keine jüdischen Darbietungen erwarten? F.B. In einer auch aus der Umgebung stark besuch, ten Kulturveranstaltung der Gemeinde Buer i. W. ■ sprach Prediger G. Bär über „WaS uns die heutige Zeit gegeben hat". Für die musikalische, Umrahmung des schönen Abends sorgten Dr. Elka n, Düsseldorf (Gesang), Frau Langer (Violine) und Amtsgerichtsrat Langer (Klavier). Der dritte Tlbend , der Bildungsgemeinschaft Darmstadter Juden zeigte die reise Kunst und überragende Gestaltungskraft Otto Bernst ein 8. Den letzten Abend bestritt das Hüttenbach-Ouartett, WormS, bestehend aus Frau 'Hüttenbach und den Herren Kehr, Sander? und Hüttenbach/ ES brachte Streich.- quartette von Siegfried May. dem heimijchen Komponisten, und Schubert. Das 1926 ent-' standene Werk Mays zeigt trotz Anlehnung an den klassischen Stil der Wiener Schule Originalität der Erfindung. May offenbart sich in diesem Opus wie auch in seinen anderen Kompositionen (Lieder, Kammermusik, Orchesterwerke) als tief empfindender Künstler. Der große Erfolg des Abends war aber nur durch die kongeniale Wiedergabe durch das Hüttenbach-Ouartett möglich. In der fünften Veranstaltung der Bildung», gemeinschaft Darmstädter Juden erwies sich die Geigerin Steiger-Betzak als reife, großzügige Gestalteriu 'in Werken von Händel und Bach u. a. Die oft männliche Herbheit ihres Tones wandelte sich über die Eorelli-Variationcu von Tartim-Kreisler zu der Süße und Innigkeit eines Mendelssohnschen „Liedes ohne Worte". In der vorzüglich ausgesührten Klavierbegleitung und in Stücken von Phil. E. Bach. Mendelssohn und Chopin legte Erna Mann (Darmstadt) Zeugnis von gepflegter Technik und ausgeprägtem Gestaliungswillen ab. In einen Bunten Abend brachte Alfons Fink (Berlin) Laune. Mit ihm wirkten gemeinsam die Frankfurter Tänzerin Ereil H a u ck. Erika W a rten sieben (Darmstadt) als gewandte Disense, Siegfried May (Darmstadt), der Altmeister des Kabaretts, Rolf Sander (Frankfurt a. M.), ein junger, strahlender Tenor, und nicht zuletzt Frau Morgen stern (Frankfurt a. M.) als nimmermüde Begleiterin. _ Dr. L. M. 20. Januar, vormittags 11 Uhr, findet in der Sin akadenne die erste Morgenfeier des Jüdischen Leb Hauses statt. Tie drei angekündigten Morgenfew! sollen die. drei Typen des Juden darstellen, wie sic i Werk des Dichters I. L. Perez erscheinen: den dulde den. sinnenden und überwindenden Juden <1 E der ersten Veranstaltung steht als Sin brld des duldenden Juden, für diese Feier von dc I 311 c *1e r dichterisch gestaltet, t fvsur Hwb, umrahmt von einer Auslese klas d°"°° »indb°.R » Leo Hirsch und Dr. I. MeitliS haben d. Beginn ihrer Arbeitsgemeinschaft „O st jüdisch Literatur" am den 22. Januar verlegen müsse stro§^4Sfinbct im Frauenklub. Lützot Die Ärbeitsgemeinschaft über jüdische Presse, d D? : Dr. Kurt^Pinthu Dr- Robert Weltsch geleitet wird, findet jeden Mit wo^. 20.30 Ufo im Biblrotheklg< Fa^straß