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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-10 · 2 (10.1.1935) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
2 (10.1.1935)
Date
1935-01-10
Page
– (sequence 16)
Language
German
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to'j 3ieidjSmimfterS des Innern Hinweisen müssen, -as Bericht vermag also leine irgendwie genrfctcn, I)invci(dicnbcit Gründe für bic Entlassung des Klägers, der 2o Jahre zur vollsten Zufrieden», heit der Beklagten seinen Dienst versehen hat, zu finden." Angesichts dieser langjährigen einwandfreien Dienstzeit hat das Gericht für den Fall, daß die Beklagte bte Kündigung nicht widerruft, dein Kläger die höchstmögliche Entschädigung von H00 RBL zugebilligt, die die Beklagte dann an den Kläger zu zahlen hätte. Wie die Jüdische' lelegraphen-Agentur ersährt, ist das Urteil rechtskräftig geworden. ES mutz mehr Vtan WrröM Eine zuSSriit und ihr ES» Tie Zuschrift eines Lesers, der wir unter dem Motto ..Es muh. mehr getan werden" in Rummer .->2 der „G.-V.-Zeituug" vom 28. Dezember Aanm gaben, hat verständlicherweise grohes Intercito ausgelöst und lebhaftes Echo gesnnden. TaS bewein zur Genüge die Zahl der Aeußeruugeu, die uns sowohl aus den Kreisen der indischen Arbeitgcberschast wie der jüdischen Arbeitnehmer, alw der Arbeitskräfte Suchenden ivie der Arbeits-- Tofcn. zngegangen sind Allen Auslassungen gemeinsam iit das Empfinden, dah der jüdische Arbeitsnachweis nichts „tun" konnte, ohne dah etwa die allgemeinen Schwierigkeiten der Arbeitsbe scha ffung vertan nt werden. Ein arbeitsloser Kaufmann, der im Reich lebt, beginnt seinen Brief mit dem Aufruf: „Vergesst uns nicht!" und führt dazu aus: „Dieser Ruf i.ft erü eine furchtbare Notwendigkeit geworden. nach» dein mir. die jüdischen Arbeitslosen besonders der ..Provinz" immer wieder eine der traurigsten tünahrungen machen müssen, die zu machen uns allein Vorbehalten blieb und die uns zuerst selbst unglaubhaft erschien, da nur noch an einen jüdi- 'chiui Gemeinschaftssinn glaubten. ES ist die traurige Erfahrung der Angst des jüdischen Geschäftsmannes vor „Berjudung" seines Betriebes, es' ist ferner die traurige Erfahrung, das; diejeuigen. die tatsächlich noch zu Helsen in der Lage wären, sich aus Feigheit vor dem Bekenntnis zum Judentum auch der Oefsentlichkeit gegenüber, um unserer Not verschließen. Und dies ist um so bcmertenswerter. als sich der größte Teil dieser jüdischen Geschäftswelt . mit Nachdruck zum Scickschtum bekennt und aus ihre Bodenständigkeit hinweist, die sie niemals veranlassen könnte, ihr Vaterland auszugcben. u n d w i r 'i sollen wir, die nur ebenfalls bodenständig sind, die wir mit gleichen Gefühlen zu unserem Vaterland stehen, 'ollen wir aus mangelnder Einsicht dieser Kreise Teutschland den Rücken kehren? Wir tun es nicht und wir wollen es nicht, weil wir unser deutsch.jüdisches Schicksal auch weiterhin mit dem Glauben an^die zahlreichen tragen, die uns noch helfen könnten. Auch wir haben eine Mission zu erfüllen, und zwar die. das Ansehen des deutsch» jüdischen Kaufmannsstaudcs durch »mser Dasein zu stärken und ihn der Zukunft zu. erhalten. Wir appellieren an unser aller gemeinsames deutschjüdisches Schicksal." Ein größerer Geschäftsbetrieb schildert seine .Erfahrungen mit der Qualität der vom jüdischen Arbeitsnachweis angebvtencn kaufmäriiiischen Arbeitskräfte: „Der Hauptgrund liegt Mibedingt bei ciueni Teil der Stellungsuchenden selber. Wenn kansmännisches Personal keine Stenographie- oder S ch rci bm a schi ne nke im tu i sse hat. so ist seine Ausbildung eben mangelhaft. Wenn der jüdische Arbeitsnachweis ihm als minderwertig bekanntes Personal vermittelt, braucht er nicht auf Anerkennungsschreiben zu rechnen. Wenn der Arbeitsnachweis keine billigen oder unentgeltlichen Schnellt'urse wenigstens für Maschineschreiben einrichtet, können die betreffenden Stellen nicht von dorr beseht werden. Wir jüdischen Firmen haben in der weitaus größten Mehrzahl keine Büttel für Sinekuren, wir brauchen aber alle und halten uns die — ach so seltenen — fähigen Mitarbeiter. Wir sind überzeugt, daß der jüdische Arbeitsnachweis viel mehr beansprucht werden würde, wenn er über die Fähigkeiten der Bewerber eingehend unterrichtet wäre." Ans der anderen Leite wird hervorgehobon, daß der jüdische Arbeitsnachweis nicht m der Lage war, einem kaufmännischen Unternehmen geeignete Bewerber zuzuführen. weil niemand den kanfmänm» scheu Beruf ergreifen wolle.durch den städtischen Arbeitsnachweis konnte die freie Stelle sofort beseht werden. Am schwierigsten gestaltet sich, was die letzten Jahre hinreichend erwiesen haben, allenthalben die Unterbringung älterer, ehemals selbständiger, arbeitslos gewordener Kanfleutc. auch wenn sie noch so sehr den Willen und die Kraft zur beruflichen Umstellung haben. Wir wissen, daß sich die indischen Arbeitsvermittlungöstellen m allen ihnen vorliegenden Fällen die erdenklichste Mühe geben, daß sic aber nur allzu oft gerade im Interesse der Aeltercn nichts ansrichtcn können, weil gemäß der allgemeinen wirtschaftlichen Lage das Verhältnis des Angebots und noch dazu des Angebots jüngerer Bienscheu zum Personalbedarf wirtschaftlicher Betriebe ungünstig ist. Hier kann kaum ein jüdischer Spezialsall konstruiert werden. Wir stehen mit dem Schreiber jener Zeilen, der feftstellt: „Es muß mehr -getan werden" auf dem Standpunkt, daß „in der Frage der Unterbringung jüdischer Untätiger" nicht genug geschieht, und appellieren heute wie vor vielen Jahren stets nachdrücktichst an das Gewissen und das- Solidaritätsbewußtsein der jüdischen Arbeitgeber.' Wir stehen aber auch nicht an. den jüdischer Arbeitsuchenden den Wert bester Qualifikation immer wieder vor Augen zu führen und die Notwendigkeit der Qualitätsarbeit aus allen Gebieten einzuprägen. Es gilt, gemeinsam mit den jüdischen Arbeitsvermittlungs¬ und -beschaffungsstellen die bestmögliche Lösung zu finden, Mängel zu beheben, Mängel aber nicht alr Regel, sondern als zu beseitigende Ausuahmeerschci. mmgen zu betrachten. E. G. L. 'vWjip» benutzt die jiMSen Arbeitsnachweise! Die Liste, die wir in Nr. 52 de:: „G.-V.- Zeitung" vom 28. Dezember 1934 veröffentlicht haben, war infolge eines Versehens der Bereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise in Deutschland zum Teil unrichtig. Wir v-rössentlichen deshalb nachfolgend die uns von der Zentrale überreichte richtige Liste: Berlin Arbeitsgemeinschaft der ji'idischcn Arbeitsnachweise: fiir kaufmännisches Personal, für Hauspersonal, für freie Berufe: SW 19, Lindenstraße 48—50; für gewerbliches Personal, für Berufsberatung, für Lehrstellenvermittlung 0 2, Rosenstraße 2—4. Breslau .. . Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen Schlesiens, Schweidnitzer Stadtgraben 23. Frankfurt a. M. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. B.. Königswarterstraße 24. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis und Berufs- .beratung der weiblichen Fürsorge^ e. B. für jüdische Frauen und Mädchen, Hans-Handwerk-Straße 3. Hannover < Jüdischer Stellen- und Arbeitsnachweis, Lange Laube 46. Köln a. Rh. Jüdischer Arbeitsnachweis, Rubensstr. 33. Königsberg i. Pr. Stellenvermittlung des Jüdischen Frauenbundes, Brahmsstraße 5. Mannheim Wohlfahrts- und Jugendamt der israelitischen . Gemeinde, Abtlg. Arbeitsnachweis, M. 6. 12. Unentgeltliche Stellenvermittlung und Berufsberatung für Frauen und Mädchen, C. 4. 12. München Jüdischer Arbeitsnachweis-, Herzog-Mar-Str.5. Stettin Arbeitsnachweis deS ProvinzialvcrbandcS de? Jüdischen Frauenbundes z. Hd. von Frau Therese Hirsch. Falkenwalder Straße 24. Stuttgart - Jüdische Zentralstelle für Berufsberatung und Arbeitsnachweise, Hospitalstraße 36. W.-Elberfeld Jüdischer Wohlsahrtsverband Abtlg. Arbeitsnachweise, Genügsamkcitstraße 7. SlMW? MMeMHMrs, 70 Slchre dl -; Am 12. Januar begeht Hauptlehrer'a. D. Samuel M ü l l e r - Heidelberg seinen 70. Geburtsjag. Samuel Müller ist als Pädagoge in weiten Kreisen belanntgcworden. Bereits sew Erstlingswerk „E i n B u ch f ü r u n s e r e K k n d e r" (1897) ließ das pädagogische Geschick des Verfassers erkennen, und cs nimmt nicht wunder, das; dieses Buch, das mit der erweiterten Ausgabe „Kleine Bibel" schon 15 Auflagen lbei I. B. Metzler, Stuttgart) erlebt hat, dem Verfasser den Titel „Bibel-Müller" eingetragen bat. Welche Wärme strahlt von dieser Darstellung der Biblischen Geschichte aus. welche Verehrung der Heiligen Scfjrift spricht aus ihr! Bald folgten andere Schriften. Zunächst der . „Ueberblick", die „I ü dische Geschichte in G h a r a k t e r b i l d e r n". der zusammen mit Pro» fessor Eisler herausgegebeue „Jüdische Kunft-Kalender", die vielgelesene Schrift: „Ein Buch für unsere Mütter. Sabbat und Festtage im Garten der Kinüheit", Philo-Berlag 1925. unj) schließlich das bekannte Buch „Bon jüdischen Bräuchen und jüdischem G o t t e s d i c n ft". In der ..Frankfurter Zeitung" schrieb Müller gelegentlich über pädagogische Fragen. In selbstloser und erfolgreicher Tätigkeit setzte sich S. Müller für die Sache der jüdischen Lehrer ein. Als II. Dorsitzender des Landesvereins israelitischer Religionslehrer Badens redigierte er die Eingaben an die Behörden, als Abgeordneter in der Israelitischen Synode 'Badens regte er die Neuordmmg der Gehälter der Rabbiner und Lehrer an: im Naphtali-Epsiein-Aerein, dessen I. Vorsitzender er jahrelang mar, und der ihn dann zu seinem Ehrenvorsitzenden ernannte, entfaltete er ein ebenso segrensreiches Wirken wie im Vorstand des „Reichsverbandes jüdischer Lehrer" und in zahlreichen anderen Orgimisationen. denen er in Treue dicm. Sein Schassen wurde von allen Seiten anerkannt. Tie schönste Würdigung seines pädagogischen Wirkens liegt vielleicht in dem Wort, das Hofrat Strübe, Heidelberg, anläßlich einer öffentlichen Schlußprüsung zu den Schülerinnen des Jubilars gesprochen hat: „Ihr könnt die Stätte segnen, an der Ihr bei Herrn Müller in die Schule gegangen seid!"; —s. Eine Vortragsreihe über Maimönides beginnt am Montag, II. Januar, mit eine», UMrtruge von Pr o f. D r. 3 «mar Elbogen über: Leben und Leistung. Es folgen am: 28. Januar: Rabbiner Tr. L. Baeck-' Ter Nainps um die Idee. 11. Februar: Tr. (i Ij. A lbecl: Der ibcale jüdische Staat und seine Gesell gcbung. 25. Februar^ Rabbiner Dr. Mar Wiener: Das Ringen um das «ystein. 4. März: Tr. Fritz B a m b e r g e r: Die Wirkung in die Zukunft. Die Vorträge finden in der Lehranstalt für die Wissencfjaft des Judentums, Berlin > 24, Ärtillerierroße 14, statt. Beginn 20 Uhr abends. j r\rj /R\ n R p // y.\ ' * *■■■•- ~r p'\ Im) fiii; :U-i A«\ fiPETx f'\\ i Mi i tji r - t*' \\ U i( vx h'n P if I'.'AW'.ji i! i V: '•) l [r 'Vx Ji Vf; Felix Buchdahi Betten-Spezlaihaus Erstes Haus am Platze Kaiserstr. 164. flo p p k a macht den Teppich rein\ Du wirst hoch zufrieden sein i l Kllo-Kännchcn Mk. 1?30 » Alleinverkauf: | lepBLir-ZggstlaÄWSM l Xarlsruhc,- RUierstrcüo 5 ylilpii ' s i) :U. '«d b!'ij ÄSWliSLLLbt £ Karlsruhe mit Zweigniederlassungen Pforzheim, Bruchsal, Rastatt, Ravensburg und Herrn. Schmollcr & Co,. Mannheim. Guten Erfolg brüten Dinen Ankündigungen C.-V.'Zeilung lielsa a. EE.Se. n H£RMANNS6 f!50ITZfl€lH /^lil!lil!l!lillllllilIil!illlllil!llll!lllllllllll!llilillli!llllllilllinillliil!I^N I ca^s, eiin ° Breltcstrcsso 159 p EClQidersSoffc — Seidenstoffen Müsiclsöia nn—i Steuclal H «B MÖNCHEN DAMEN-MODESTOFFE luiiiiiuiuiiiiniiiinmiiiimiimiiimniiiiirainiiiiiuiiiiEE^ Gustav Dobrin | Kaufhaus ’s | für sämtliche Bedarfsartikel 9 SlÜEistei* i. W. 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