Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 2 (10.1.1935)
- Date
- 1935-01-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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iin der Gestalt Esras, die Tragfähigkeit devl.vir Klibausky vorgctragenen Thesen für den Geschichtsunterricht zu erweisen. Er zeigte in seiner Charakteristik Esras dir? Verflochtenheit - dieses großen Restaurators des Judentums mit dem Leben der Umwelt, arbeitete dann aber auch die Eigenständigkeit und jüdische Prägung seines, großen NefornuverkeS heraus. — Mit besonderem Geschick verstand es Dr. Fritz Bamberger (Berlin) die Gestalt,des Maimonides den Zuhörern nahezubringen. Sou'vhl dem Philosophen lvie dem AiobifiFator des jüdischen Gesetzes wurde dieses Bild gerecht. Studiendirektor Dr. Friß Steinthal lMünster) behandelte das Thema: .Jüdischer Stoff im Deutsch-Unterricht der Volksschule." Ucber methodische fragen de? hebräischen Sprachlmterricht-; sprach außerordentlich ausschlußrcich Dr. Murt L evh (.uöln).- Seine Forderung. daß der hebräisäie Unterricht fern voll asten Btetlu'den des fremdsprachlichen llnterrichtK, vor allein betaue- «niedein hebräischen Sprach- ' ge ist der alten und neuen Litcratnr gestaltet werden müsse, fand besonderen Anllang bei den-Teilnchmcrn der Arbeitsgemeinschaft. Die Nutzanwendung dieser Forderung brachte ein Kursus von Dr. K l i ba n s k y, der eine Analyse des Gedichts von Bialik: ^Segen des Volkes" unter Zugrundelegung der vom Dichter benutzten biblischen und talmudischcn Stellen gab. Ueber Besonderheiten der geistigen., seelischen und körperlichen Veranlagung des jüdischen Kindes sprach in zwei Abend-'Vorlesnugcn Professor Sclma Meyer (Düsseldorf). Viele psychologische Probleme, die mit der Erziehung des jüdischen Kindes Zusammenhängen, wurden in der sehr lebhaft geführten Diskussion besprochen. — Das Erfreuliche der Tagung war das einmütige Zusammenarbeiten der verschiedenen im Dienste der jüdischen Erziehung stehenden Lehr- Persönlichkeiten. —h— LcriWA in ZnLAWnnn Ter Verband der Synagogengemeinden der Provinz Nicderschlesien, der oberschlestsa,e Synagogengcmcindcn-Bcrband und die Mittelsteste für jüdische Erwachsenenbildung veranstalteten vom Ü7. Dezember bis 3. Januar in Bad Salzbrunn eine Lernwochc, an der über 59 Teilnehmer aus Breslau und der Provinz teilnahmen. Professor Martin Buber besprach den zweiten Teil des Buches Jesaja. Professor I. H eine man n (Breslau) behandelte mit souveräner'Beherrschung der Duellen das Judentum in der römischen Kaiserzeit. In die Frühzelt der neueren jüdischen Geschichte führte Dr. Ernst Simon, der das Ringen des Amsterdamer Rabbiners Manasse ben Israel um die Wiederzulassung der Inden in England darlcgte. Professor Ernst. Kantorowicz (Frankfurt) wies in seinem Kurs über Geiellschastskunde eine Fülle von Material zur Erarbeitung dieser Wissensstoffe nach. . Dozent Dr. . Albert Lewkowitz (Breslau) gestaltete sein Re- - serat über die jüdische Erwachsenenbildung in Schlesien zu einem grundsätzlichen Bortrag über indische Erwachsenenbildung aus. Am Erössuungs? abend hatte Obermagistratsrat i. N. Dr. Gutt-. m a n n (Breslau) narnens des nicderschlesischcn Verbandes der Synagogcngemeinden das Ziel der Lernwoche gekennzeichnet. Landgerichtsrat - Dr. H irschberg (Opveln), der sich um das Zustandekommen der Tagung verdient gemacht hat, sprach für denSynagogen-Gemeindeuverband der Provinz Oberschlesien: zum Abschluß sprach Prosessor Martin Buber ergreifend und mitreißend zum Sinn der Zeit. Kurt Schwerin (Breslau). rTJrr q aitim* cu Erüv'ÄertÄ In einer von Rabbiner Dr. N o s e n t h a l geleiteten überfüllten Sonntagsmatinee der Orts-' gruppe Nordosten am Bundesratsufer, sprachen Dr.-' Bruno- Glaserfel d. Borsitzender des .Landesverbandes, Dr. Weinberg von der Hauptgeschäftsstelle, Norbert Wollheim vom Bund Dcutscl)>Jüdi. scher Jugend. Nach dem mit stürmischem Beifall mifgeuvnunenen Bekenntnis von.Dr. Weinberg zum deutschen Jndentnnrigab Dr. Glascrfeld einen um- - fassenden llcbcrblick über die .praktische Arbeit dcS - C.-A. Als letzter sprach-Norbert Wollheun, der besondere Zustimmung mit dem eindringlichen Appell fand, erwerbslos gervvrdenen jungen Meujchen, soweit cs irgend peht, Arbeit zu geben. Die Reden ivaren von inustkalischen und gesanglichen Tarbietungen umrahmt, unter. denen besonders Toni. T a s.e n hcrvorzuhebeli ist. C.-V.-K&ietzder Landesverband Groß-Berlin 14. Januar. 20 Ahr 30 Min.: Ortsgruppe Potsdam: Dr. Alfred Hirschbcrg: „Der Weg in das neu« Jahr* Künstlerische Umrahmung: Alfred Wittenberg (Violine), Lrwiu Iospe (Orgel). Synagoge Potsdam, Wilhelm- 15. Januar, 20 Uhr 30 Min.: Ortsgruppe Pankow: Dr. Bcrthold Weinberg. Adolf Rndinslcin: „Für unseren Arbcits- und Lebensraum — für dentfch-jüdifche Zukunft." Ansprache: Direktor Oskar Israel. Kilnst- Icrische Umrahmung: Alfred Witicndcra (Violine), Paul Vlumenscld (Violoncello),, Bianca Israel (Klavier). Lchrliugsheim. Pankow, Ättihleustraße 24. 17. Januar, 20 Uhr 30 Min.: L.-B.-Frauenarbeitsgemeinfclmft. Dr. Erna Goldschmidt: „Francnleden in fernen Ländern." Logcnhaus, KIciststrahe 10. Landesverband Rheinland (Linksrhein) 13. Januar: Höngen, 13 Uhr: Bczirksversammlung: Dr. Hans Iacobi (Köln): „Für unseren Arbcits- und Lebensraum in Deutschland, für dcutsch-iüdische Znknnft." Synagoge Hönaeu. IS. Januar: Koblenz, 20 Uhr 30 Miv.r Dezlrksversamm» lung: Dr. Hans Iacobi (Köln): „Iugendland unk» Iugendleben." (Die Jugend hat das Wort.) Gemeindcsaal. Florinsmarkt II. 20. Januar: Jülich, 13 Uhr: Bezirksversaiumlung: Dr. Haus Iacobi (Köln): „Für unseren Arbcits- und Lebensraum in Deuschlana, für dcutsch-tündische gnfinift." Gemeindehaus Jülich. 20. Januar: Köln. 12 Uhr: Assessor Richard Selo (Düsseldorf) (im Rahmen der ärztlichen Fortbildungskurse): „Die weltanschauliche Grundlage des modernen Acrztcrechtcs." Loge, Cäeilienstraße 18—22. Landesverband Rheinland-Westfalen 17. Januar: Ccsstrop-Rauxcl, 20 Uhr 30 Min.: Dr. Kurt Stcinbcvg (Eisen). Landesverband Oberschlesien 1«. Januar: Obcrglogau. Rechtsanwalt Dr. Weber (Natidor): „Deutscher Jude wohin?" Sellen-Nassau und Sellen In Wetzlar fand am Sonntag, dem 6. Januar, eine Bczirkstagung des Central-Bercius statt, zir der.' etwa 109 Porsoncn'aus Wetzlar und dem Landkreiserschienen, waren.: Im Mittelpunkt, der Tagung ° stand das Referat des Landesverbands-Syndikus Tr.. Wolfgang S. .Matzdors, Fraulfnrt a. M. über. „Die Aufbauarbeit, des Eentral-Vereiiis". an das sich, eine'ausgedehnte Aussprache, an schloß. .Das Mitglied' des ' Landesverbandsvorstaudes, Lothar B a u e r, ' Frankfurt a. M., fand im Lause der Ausspräche Gelegenheit, eingehend über die geistige Grundhaltung des Ccntral-Äereinszu sprechen. Tie Versammlung -, war auch von jungen Freunden des Cöntral-Vereins - stark besucht.- Zum Schluß der Versanmilung konnte eine Anzahl Neuanmeldungen sestgestellt werden. LlnkLrliein . Ter Landesverband Linksrhein des C.-V. umfaßt/ organisatorisch die großen Gebirgskomplexe Eifel,. Westerwald und Hunsrück mit ihren zahlreichen Kleinstädten und Dörfern, in denen Juden wohnen. Seine Arbeit in der ersten Hälfte des Wmters galt deshalb zu einem sehr erheblichen Teil der Sorge und Beratung für die Juden an den kleinen Platzen. Zn diesem Zweck hielt Dr. Hans Jacob: vom Landesverbandssyndikat in Bezirlsversammlungen m den Stützortcn Frechen, Blum ent hak, Hennef, Siegburg, Mondorf, Euskirchen, Linz, Honnef, Mayen und zuletzt in L i n n i ch Vorträge, die über die praktische Arbeit und die idieste Ausrichtung des C.-V. ausführliche Aufklärung gaben. Rach den Vorträgen stellten die Zuhörer Fragen über alle juristisch-wirtschaftlichen Belange, die sic als Juden betrafen, die Dr. Iacobi eingehend bcantivortetc. In dankbarer Anerkennung der rnühcvotten Sorge des ( C.-V. traten allerorten Mcnscheu neu in die Reihen ' des C.-V. In der zweiten Hälfte des Winters wird Dr. Iacobi diese wichtige Arbeit sortsctzen, und vor allem den entlegenen Hunsrück aufsuchen. Ausörn fehlen Hugo Goldberg (Gleiwih) feierte am 7. Januar seinen 60. Geburtstag. — Adolf Steinkritzer- ' (Parchim) wurde am 8. Januar 70 Jahre alt. —■ Jacob Steilberger (Wiesbaden) feiert am; 33. Januar seinen 90. Geburtstag. — Fedvr Schweiger (Gleiwlh O.-S.) wird am 15. Januar, 70 Jahre alt. — Frau Elise Schwager (Eham,: Bayern) begeht am 15. Januar ihren 80. Geburtstag. — In Oppeln feierten ihren 70. Geburtstag am' 29. Dezember Alfred Courant und am 1. Januar- Ernst K o st c r l i tz. Am 18. Januar feiert der Mitbegründer der Ortsgruppe Tarmstadt deS E.-V., Geheimer Justizrat Dr. Reis, seinen 80. Geburtstag. Seine Gattin vollendet am gleichen Tage ihr 70. Lebensjahr. Wir gratulieren dem würdigen Paar, dos in voller; ' Rüstigkeit an allen Ereignissen lebhaften Anteil nimmt und in weiten Kreisen der Bevölkerung besonderes Ansehen genießt, herzlich. eimgogroaemetM Miezen feiert Zo jähriges gubiläum Am Sonntag, den 6. Januar, konnte die Synagoyengemeinde Wriezen a. Oder auf das 59jährige Bestehen ihres Gotteshauses zurückblicken. Bei der Feier in der schön geschmückten Synagoge schilderte Gemeindevorsteher Radzewski, die Entwicklung dieser märkischpn Kleingemeirrde: man erfuhr, daß bereits 1629 Juden urkundlich für Wriezen nachgcrviesen sind. Aber erst 1829 konnte zur Errichtung einer bescheidenen Synagoge geschritten werden. Erfreulicherweise hat in Wriezen — im Gegensatz zum Schicksal so vieler Kleingemeinüen — die Zahl der Geimeiudemitglieder sich kaum verringert. Die Festpredigt wurde von Rabbiner Dr. Emik Bernhard-Cohn gehalten, der auch die Glück-- wünsche des. Preußischen Landesverbandes und der- Berliner.. Jüdischen Gemeinde übcrbrachte. Anschließend vereinigte Gemeindevorsteher Radzewski , die gesamte Gemeinde sowie,die auswärtigen Teil,-' nchiner der Feier in gastlicher Weise in seinem HauseZ _ v. L. P. Wohlfahrtvbriesmarken im Werte von 3 bis 40/ Pfennig zum Preise von 5 bis 75 Pfennig und- Btarlenheftchen zum Preise von 2 RBt, sonne Markenheftchenbogen zum Preise von 8 und 12 NM . werden durch das Jüdische Wohlfahrtsamt vertrieben. Das Jüdische Wohlfahrtsamt, dem 40 Prozent deS Erlöses dieser Marken, die als vollgültige Postwertzeichen gelten, verbleiben, nimmt Be», stellungen jederzeit unter D 1 Norden 6711, Apparat 37, telephonisch und schriftlich 6 2, Rosenstraße 2—4, Zimmer 19, entgegen. Auf Wunschwerden die Marken ins Haus gebracht.; Schachaufgabe Nr. 26 von Michael Levy (Krefew) Matt in drei Zügen Wci«: Kc2.‘ Vl6. Lr5. 8<l7, Ba2. W, c3. ot (8) Schwarz: Kc-i, Lc8, Ld8, Sh6, Ba5, d8, e5, f7, (2 (S) Lösung der Ausgabe Nr. 25: 1. Sf6—do, K:i0—sä 2. Sd5—c3, Ka*>—a6 (bß) sobald Schwarz einen Bauern zieht, so erobert der weiße Aönig diesen und später den anderen.Bauern. 3. Sc3—dl. 4. Sd 1—1)2, 5. Sb2—oi, 8. ScTil!2, 9. Sd2~h3, 10. Sh3—cö, 11. a5—aß, 12. :i4— 13. Sc5-d3, 14. Sd3—bl, 15. Sb4—cß. Kn 6—a3 Ka5—aß (1-6) Kuß—a7 Ka7—aß KnG—a7 Kaß—a7 Ka7—a8 KaT—n8 Ka8—a 7 Ka7—-a8 mm. muß Schwarz die Bauern bewegen, die verloren gehen. Bevor Lüeiß den .zweiten Lauern schlägt, hebt er durch aß—a7 die Pattgcfahr auf und zieht seinen Aönig biö b5 und in werteren wenigen Zügen den Springer nach <-7 unter Opferung des Bauern a7. Ter Ba5 ist nun mehr auszuyalten. Richtige Löstingen sandten ein: Erich Rubensohn (Hildesheim). Gottfried Eurnbcl (Stuttgart). Dr. H. Löb (Bochum), Ulrich Weil (Pforzheim). Ernst - Finge! (Bilshofen). A. Austerlitz (Gießen), Tr. mcd. Rosenberg (Psörzheim), Tierarzt M. Koschminski.^ (Landsberg), Hans ^teinberger (Bayreuth), L. Mehrländer (Konstädt), Bertha Malsch (Erfurt-, Sanckätsrat Tr. S. Domke (Berlin), Artur - Jacob (>siegburg), H. Lindner (Burglünstadt), Lothar Schönthol (Nürnberg), Tr. med. Erich ' Kaufmann - (Elsen), Kantor D. Cohn (Koblenz). •' Weitere richtige Lösungen von Nr. 21 sandten elni L. Mehrländer (Konstädt), Dr. Ernst Boehm (Lrieg)< S ch a ch b r i e f k a st e n. B. - M. (Erfurt): In 2lusgadc-plr. 24 sxtzt Sc6—96 matt, wenn die. weiße Tame aus gl steht. — H. C.. (Berlin-Heiligensee): . Leider nicht verwendbar. — I. E. (Würzburg): Im allgemeinen nicht. .: - - -' - $n H astings ist das diesjährige tulcrnationale Dt e i st c r t u r n i e r beenbet. worden.- Den h bis Z. Preis errangen mit* je 614 Zählern der englische Vorkämpfer Sir Thonms,. der hol-- ländische Vorkämpfer Dr. Enwe und Per Tscheche' Flohr. Vierter wurde derfrühere 'Weltmeister Eapavlanca mit^ölS-Zählern, dann'folgen Lilien.--' thal und Botwinnik mit je 5 Zählern. —.Flohr und Lilienthal, . 25 bziv. 23 Jahre alt, gehören bereits -^u denbedeutendstenjüdischen Schach- ~ meistern - internationalen Rufes. - ' - rft Mitte Februar findet in Moskau ein großes ' internationales Schachturriier statt. Als sichere Teilnehmer gelten bereits: Capablcmca (Kuba),. Flohr (Tschechoslowakei), Spielmann (Oesterreich), Lasker (Deutschland)- Pire (Jugoslawien), Nimzo- - witsch (Dänemark), Lilienchal (Ungarn). großem und zartem Ton fromme Kantilenen der deutschen 'Meister imb eine nicht verfälschende eigene Bearbeitung der Kol nidre: Alice Geisenberg sang Diendelc-sohn und Händel mit biegsamem, auc-drucksstarlem Sopran, der neu verpflichtete Kantor N e u m a n n ioird nach iveiterer Stimmbildung neben seiner -Aanpttätigkcit dem. Gemeindelcben von schönem Nutzen sein können. Im Mittelpunkt de-> Averids stand ein Bericht des Vorsitzenden Julius S t e r n b e r g über den Werdegang der von ihm betreuten Gemeinde. X. Im 4. '- Abonnemeutskonzert des jüdischen' Mnstkvereins Breslau wirkte als Solistin Gertrud W c r th e i m am Eembalo, das dem Konzert seinen Eharaltcr gab. Eine Glanzleistung bot sie in einem Konzert von Ditterodvrf. für das sie selbst die Kadenz geschaffen hat. Ein besonderes Lob Isterbei dem begleitenden Streichorchester unter .(kurt H a v e l l a n d! Einen seltenen musikalischen Genus; verschafften zwei Sätze ans dem Quartett v-moll für drei Flöten und Eembalo von-.Telemann, ausgesührt von Gerhard Jablonski, Jeinrich Lamm, Rudolf Beerel und. Gertrud Wertste im, die auch noch in Werken von Häildck, Rarneau, Mozart und Daquin ihre Kunst unter Beweis stellte. Einen toürdigcn Anstatt und Abschluß bildete das Arandenbnrgische Konzert Nr. 3 von I. S. Bach und die Sinfonie Nr. 13'von Haydn unter der^ lneisterhastcn Leitung Havellands. Der Kunstterkreis, die Interessengemeinschaft jüdischer Künstler, veranstaltete einen Bnnten APend. Anni Hecker bewies die techiiische Reinheit und die T'onschörchcit ihrer Stimme. Mathilde H i t s ch - ,u aufs m a n n (Klavier) spielte > den Faustwalzcr von Liszt: sie beherrscht die schwrerrgsten Kadenzen mit überlegener Technik und gestaltet das Thema mit sicherem Erfassen der-Jdee.- Hanni Golz holte sich als «oubrctte m;t be° liebten Opperettenschlagern viri Beifall; -sie singt und tanzt sympathisch. Im Heinerle-Dnctt-war. der kleine Franz I a s ch k o w i tz ihr Partner, .der viel natürlicher hätte spielen müssen, yerta- Äer'mer sang temperamentvoll ihre Estansons, und Erich Gnttstadt plauderte elegant und. witzig:' Lilli S a n d b e r g zeigte zwei liertere- Tanzszencn. Zn ihrerausgesprochenen-.- kimstle. rischen Begabung treten Temperament unoz Geist. Atit der-erstmalig aufgesührten Szene „Sandbergs tönende Wochenschau" holte fie sich wit-.Dieser! reizvollen Schöpfung den -stürmischen Beifall deS- Hauses. Egmwnt Pollak war,der mustkalische, Leiter und. getreue Begleiter des Abends, an dem man eine jüdische Note leider vermissen mutzte. 8dw. In Fulda fand ein Kammerniusik-Abend statt, der von der M a i n z e r Jüdischen Trio-' Vereinigung bestritten wurde. Das rythmisch und technisch eigenartige Trio von. Robert Kahn 0;nis 35 in c-moll wurde von den Künstlern meisterhaft zu Gehör gebracht. Ebenso gelang die Wiedergabe deS Mozart-Trio Nr. ill in c-dur. Besonderen Beifall fand das Trio in c-moll Ov. 66 von Mendelssohn. Paula Abrastam (Klavier), Theo Rainer (Violine) und Dr. Paul Frank (Violoncello) erwiesen sich als ausgezeichnete Künstler. In einem zum Besten des israelitischen^ Kinderhortes in Kassel veranstalteten Konzertsang Ernst Wolfs (Frankfurt am Main) und gefiel d::rch seine gut klingende Stimme und die lebendige Art seines Vortrages außerordentlich. Seine pianistische Leistung,, die überlegene Art seiner- Begleitung machten besonderen Eindruck. Die vom Kulturbund veranstaltete Chanukka-, seier wies einen Besuch auf, wie ihn die Kasseler Gemeinde wohl noch nie erlebt hat. DaS Programrn tvurde vorwiegend von Kindern bestritten. Amelie Heinemann sang mit sympathischer/ wohlkultivierter Stimme Kinderlieber von Neinecke, Blech u. a. F. Ein Konzert zugunsten der sozialen Einrichtnngen.der Frankfurter Ortsgruppe des R. j. F. führte den verstärkten Wiesbadener Synagogenchor ' unter seinem Dirigenten S. Lilienthal auf das Podium des großen Saalbaus. Mit. unter-' schiedlichem Gelingen bemühte sich die vokal- und chortechnisch nur bedingt geschulte Sängerschar um die Wiedergabe anspruchsvoller Werke (Meyer-' beer. Schallt, Kultmusik). Das Streben, den zeit-' genösstschcn jüdischen Künstlern £ir dienen, kam besonders durch Orgelwerke von Siegfried Würzburger, Lieder von Rosy Geiger-Kullmann, Heinrich Schalit irnd Biolinstücke von Bloch und. Achron zum Ausdruck. Aus der großen Schar der Mitwirkenden. von denen nicht alle den für repräsentative Veranstaltungen unerläßlichen, Grad deS solistischen Könnens-auszuweisen hatten, seien -der bewährte Baritonist-Nikolaus Nan»' m o.w'- F l e.i s ch uta n ii.' Herta, H i'r s.ch •: Bx-a-rnssen- (Sopran). und Selmar.• Vi.Ptor (Vchlme) .erwähnt, . Volksmusik des Ostens in teilweise sehr hübschen Bearbeitungen und originale Kompositionen bal-- ladesken oder tänzerischen Charakters von ostjüdischen Autoren (Engel, Silver, Rosowsky und anderen) bildeten den Inhalt eines farbigen Programms. das der Bassist Heinrich Bornstein in Frankfurt am Main Zusammengestellt hatte. Er kennt die Literatur dieser für Leben und Seele des Ostjudcn aufschlußreichen Kleiukuust und l i n g e r (Gesang), Ruth A e i l (Klavier). Theo' Rainer (Violine). und Rudolf. Döblin (Cello). •. A. H—*. ' Leonore Schwarz und Rolf Sander ver-' anstalteten gemeinsam einen Lieder- und Arien.. abend. Leonore Schwarz besitzt eine - umfangreiche Altstimme, dre. besonders bei den Arien - mit zur Geltung kam, während der Vortrag der Liederden hierfür erforderlichen disserenzierten verinnerlichten Ausdruck vermissen ließ. Rolf Sander weiß mit seiner ansprechenden Tenorstimme und mit seiner gediegenen Vortragsweise' schon recht yute Wirkungen zu erzielen. Bei weiterem Stiidlum wird er sich technisch noch ver-- vvllkommnen. Ein Duett aus „Der Troubadour"- beschlvß den Abend. Dr. Willy Salomon war ein ausgezeichneter Begleiter. . Im Nahmen der Veranstaltungen de§ Geselligkoitsausschusses der jüdischen Organisationen Koblenz traten die Koloratursängerin Emmy Io-' seph (Mannheim) und der Pianist Raphael Ru-' bi n siei n (Koblenz) auf. Enrmy Joseph entzückte durch Lieder und Arien von Verdi, Schubert, Mozart u. a.- Raphael Rubtnstein erwies sich als verständnisvoller Begleiter und Pianist besten Stils. ..... Ernst: Wolfs bestritt mit ebenso großem Erfolg einen Lieder, und Klavierabend in Mainz.' Der hochbegabte Künstler, -der sich selbst begleitete^ zeigte, daß er ein ebenso guter Pianist als Sänger' .ist. Er bot in der Hauptsache Schubertlieder und synagogale Gesäuge. Im überfüllten Gcmeindesaal sprach Rabbiner Dr. S. Leviüber „Maiiizer jüdische. Geschichte" mit Lichtbildern. Besonderem Interesse begegneten, seine Ausführungen über eigene Forschertätigkeit auf dem Gebiete der.Grabstein- und Denkmalsunde' au8 der Römerzeik.; Jüdische..Lichtbildner zeigten in den' Räumen der.Rhenusloge künstlerische Ausnahmen, u. a. „Jüdisches in deutscher Landschaft" und „Tie deutsche.Landschaft von Juden gesehen". Tie Linstlerische Anordnung besorgte Tr. Walter Vogel (Mainz). Tie Ausstellung wurde stark beachtet. . in—I. TaS Orchester des Kulturbundes Rhein-Main, Frankfurt a. M-, unter Leitung von Hans Wilhelm S t e i n b e r g. spielte in den letzten Wochen in zahlreichen Großstädten des Rhein-, Main- und - Ruhrgebietcs.- Das Programm blieb zwar nicht - immer dasselbe, wenn auch -die Ausführung be- - stimmter klassischer Werke im Vordergrund stand.. In Frankfurt a. M. hörte man die heitere, Hyndnsche Sinfonie mit dem Paukonschlag, Beethovens Violinkonzert, vorzüglich gespielt vom... Primgeiger des Orchesters, Professor. Hans- Vassermann, und die an rhnthmijcheu und: melodischen Einfällen - reiche, effektvolle Serenade., für Streichorchester, op. 48 von Tschaikowski. In Mainz bestand die Vortragsfolge aus der „Coriolan"-Ouvertüre und der 4. Sinfonie von . Beethoven sowie Arnold Schönbergs „Verklärter Nacht", während beim Gastspiel im Bilduiigsaui- ' schuß der Syuagogengemeinde - Tüstcldors an die Stelle der 4. Beethoven-Sinfonie die Vierte. .' von Mendelssohn, die italienische, trat. In.- Köln, Aachen, Dortmund, Essen, Krefeld und - Wuppertal übte Tschaikowskis Serenade große. Wirkung aus. In Darius Atilhauds anmutiggeistreicher Serenade hielten sich die Blaser" besonders tapfer. Beethovens Vierte beschloß die Konzerte in diesen sechs zum Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr ' gehörenden - 'Städten. Im Kulturkreis Trier, der dem kulturellem Leben der jüdischen Gemeinde neuen Auftrieb zu geben, verspricht, wurden die „Coriotan"-Ouvertüre iind dag Violinkonzert von .Beethoven sowie die duftige italienische Sinfonie von Mendelssohn zu Gehör gebracht. Das Orchester des Kulturbundes. Rhein-' Main hat dank seiner hinaebungsvollen' Arbeit- , und der Erziehurigstüchtigkeit seines mitreißenden- Dirigenten H. W. Steinberg bedeutende Fort" schritte gemacht. Die Konzerte fanden in allen Städten begeisterten Zuspruch. Doranzeiae. Am 14. und' 15.Januar finden im Berliner Theater' -Zwei 'Gastvorstcllunaen de? - Jüdischen Kulturbundes R h e i n-« R u h r- (Sitz' Köln) mit dem -Schauspiel - von Julius Wv l f f -. lohn „Joseph .den. Matthias' statt, da«, unlängst in Köln mit. großem Erfolg zur Uraust führung kam.