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Central-Verein-Zeitung · 1935-01-04 · 1 (4.1.1935) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
1 (4.1.1935)
Date
1935-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Vq Nr. 1 1. Boiblatt 4. Januar 1935 Von Mark WWnikec 2Helleicht ist. oa? Besondere an diesen Brieten von Ausgewanderten, daß sie im Geiste der Gemeinsdmst und der Sorge um andere Menschen, nicht bloß um Verwandte, sondern um völlig fremde, aber schicksalswäßig verbundene Menschen geschrieben sind. Der i'idische Auswanderer taucht nicht anonym unter im fernen Land, in da4 ihn die Not getrieben hat. Gr suhlt sich als leimende Zelte in einem lebendigen Organismus, und fein cö ist. die Begehung zur Heimat zu span-- uen. sobald er sicheren? Boden unter den Füßen hat. Gr beobachtet mit verdoppelter, mit vervielfachter Augenschärfe das Land, dessen wirtschaftliche Struktur ihm bald Lücken enthüllen wird. Aufnahmemnglichkeiten. Zufunstsmoglichleiten. Bei manchem lockert sich unter dein südlichen Himmel glücklicherer Länder, die die industrielle Krise nicht kennen. jene lähmende Berkrompstheit deS Verzweifelten. Sie schlägt um in einen Heißhunger nach Arbeit. Diele Menschen? die f'rriifiq onfassen. die oft unter harten Lehensbedingungen ganz von vorn ansangen müssen, sie sind glücklich, daß sie wieder arbeiten dürfen. tlnd sie wollen, daß wir ihre Freude teilen, um ihretwillen und um andererwillen. die ihnen vielleicht Nachfolgen wollen oder müssen. Buenos Aires. 14. März 1934. Jetzt. nochhem idi schon 4 Monate im Lande bin. will ich Ihnen auch nütteilen. daß es mir ganz out g<wi. Ich bin sehr zufrieden, denn ich verdiene letzt schon mehr als mein Lebensmimmum. Ich habe gute Verbindungen, und man empfiehlt mich immer weiter. Es gibt hier allerhand Berufe. von denen man in Europa keine Vorstellung bat. und die so manchem Menschen, besonders Männern. Weiterhelsen. Auf alle Fälle ist es hier io. daß ein Mensch, der arbeiten will, auch Arbeit bekommen kann. Montevideo. 24. März 1934. ... Nun sind wir etwa.acht Wochen im Lande und haben schon etwas uruguapisches Leben kennengelernt. Hier fragt Sie niemand, wer und was Sie sind. Das Land ist erst 101 Jahr alt und muß noch kultiviert und industrialisiert werden; es gibt sehr viel Sachen, die hier noch nicht erzeugt werden. Im ganzen Lande Uruguay sind etwa zwei Millionen Einwohner. Es ist" hier für jeden noch eine Zukunft.... Montevideo, 25. März 1934. Entschuldigen Sie bitte mein langes Stillschweigen. Ich will Ihnen ehrlich sägen, ich war ständtg beschäftigt. Zuerst mit der Suche nach Arbeit, dann als ich etwas gefunden hatte, mit dreier. So. wie wir es uns vorgestellt haben, ist e? keineswegs. Arbeitslosigkeit und Weltkrise sind auch hier anzutreffen. und so braucht man sich n'cht zu wundern, wenn man lediglich seinen Lebensunterhalt verdient, was auch schon eine große Kunst ist. Ich beschäftige mich hier mit der Erzeugung und Vertrieb von Parfümerien, was bestimmt bisher nicht gefehlt hat. Immerhin Hobe ,ch es gewagt. Was werden wird, weiß niemand... Soo Paulo, 9. Mar 1934. Eine Stellung für Sie zu bekommen, ist ganz ousgefchlojsen. da Sic ia die Landessprache nicht beherrschen. Wenn Sie ein paar tausend Mark haben, so können Sie sich hier ein kleines Geschäft, ganz gleich welcher Branche, aufmachen oder kaufen. 2000 bis 3009 oder 4000 Mark sind für hiesige Verhältnisse 20 cnntos de Reis und damit können Sie viel beginne», Für Binder ist es hier herrsich, auch für einen selbst ist das Leben phantastisch schön. Das Leben ist sehr billig. Fleisch kostet fast nichts. Häuser gibt es schon für 250 bis 300 Milreis gleich 60 NM. Möbel auch sehr billig. Nur Bekleidung ist teuer. San Paulo, den 29'. Mai 1934. Inzwischen habe ich mich hier ganz gut eingewöhnt. Soviel ich beurteilen kann, ist die Unterbringung in kaufmännischen Stellen ohne Kapitalbete'ligung sehr schwierig, wenn auch der hiesige Hikfsverein manchmal mit Erfolg Stellen vermit- ieTt hat . . . Tic Weltwirtschaftskrise bat auch vor. Brasilien nicht Hakt gemacht. Da mau sich hier aber schon seit einer Reihe von Jahren auf eine gewisse Unabhängigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht von der übrigen Welt eingestellt hat und keine so große Industrie hat. die ausschließlich oder im wesentlichen aus den Erpor.t angeuüesen ist wie bei uns. sind auch die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise nicht so stark wie in anderen, mehr industriell eingestellten Ländern. Santiago de Chile, den 14. Juni 1934. Das hiesige deutsche Hilsskomitee konnte bisher allen Anforderungen gerecht werden und alle Auswanderer sind bisher restlos untergebracht. Finanzsorgen kennt das Komitee erfreulicherweise auch nicht, so daß man nun für absehbare Zeit allen. Anforderungen gerecht werden kann. Hingegen ist es unmöglich, auf Grund Ihrer Einzelansragen Stellungen im voraus zu besorgen. Niemand stellt hier Leute nur auf Grund von Zeugnissen oder genauer Angabe des Lebenslaufes ein; die betreffenden Herren müssen sich selbst vorstellen.' Aus diesem Grunde empfehle ich Ihnen, in erster Linie alleinstehenden jungen Kausleuten und Handwerkern mit Sprachkenntnissen und etwas Barmitteln zur Uebersiedlung nach hier zu raten. Auch landwirtschaftlich gut geschulte Kräfte haben Aussicht; aber in jedem Fall müssen die jungen Leute auf gut Glück herauskommen. Est ist ganz ausgeschlossen, im Poraus irgend welche Positionen zu besorgen, denn hier in Chile wird viel versprochen und wenig gehalten, und so kann man eine Anstellung erst als lOOprozentig gesichert ansehen, wenn der. betreffende Einwanderer an seinem Arbeitsplatz steht. Wilhelm Guttmann Pb nt.. Herbert. Sonnen feM (Berlin) Alexander Kipnhs n!l!!i!!!ll!llil[[|li[|iliif!i{|lllll!i|[l[!i[[{||[([[i[!ii[([[[!|{l|[(![!i|[||i[|||([n[!!l(l({!illl(|lillllll({!|[f[[[[!||||[|([f|[[([|f[[|||(((||[||||(nil[ni![l[|[!niiniin!lin(f Valparaiso, den 2. Juli 1934. Ich hatte das Glück, daß gerade ein Buchhalter- Posten frei wurde. Mein Vorgänger. Arier, ist nach mehrjähriger Tätigkeit zu seisien Eltern nach Deutschland gefahren, um dort ein Geschäft zu übernehmen. Diese Stellung konnte mir während der llebersahrt ein in Santiago wohnender Freund meiner Vaters offen lassen. In Valparaiso wurde ich von einem Vertreter des Komitees abgeholt. Es gefällt mir in Chile bisher ausgezeichnet, und ich fühle mich glücklich und zufrieden, besonders, weil ich tüchtig zu arbeiten habe. Asuncion, 7. Juli 1934. - . . . Ich möchte Ihnen im folgenden ungeschminkte Wahrheit über das Land und über die Existenzmoglichkeit in dem Lande geben, damit nicht Leute hierher gelockt werden, und zwar von Leuten, die aus purem Geschätisinteresse Nceulinge hierher locken, die für das Land absolut nicht geeignet sind und den anderen und dem Lande zur Last fallen. Es gibt hier im Lande zweierlei Eristenzmöglichkeiten. Erstens in der Campagne und zweitens in der Stadt. Es ist für jeden Neuankömmling schwer, besonders, wenn er nicht die Sprache beherrscht. in kaufmännischer Stellung hier unterzukommen. Gesuchter dagegen sind Handwerker fast aller Gattungen: zum Beispiel wäre für einige Herrenschneider noch gute Verwendung.- Für richtiger halte ich eine andere Sache. Das Land Hai fast keine Industrie. Es ist hier ein junges Land, das vorläufig noch vom benachbarten Ar« gentnrien und teilweise sogar von Europa beziehen muß. Wenn Sie Leute herübersenden wollen. so empfehle ich sehr, den Leuten erst ein Vierteljahr Unterricht in einer Weberei zu erteilen und dann den Leuten Webstühle. tue ja heute drüben billig sind, mitzugeben, so baß sie hier sosort anfangen können zu spinnen und zu weben. Tie Baumwolle wächst im Lande und geht, weil keine Webereien hier sind, zuerst nach Argentinien und kommt als Fertigsabrikat zurück. Dos wäre ern Vorschlag. Des weiteren könnte wohl eine Schnellsohlere, existieren. Außerdem könnten ein bis zwei Photowatongeschäste bestehen, da der Hiesige aus Photographieren versessen ist. Weiterhin könnte gut existieren ein Hersteller bon Verbandwatte und ähnlichen Artikeln. die sonst aus den Nachbarländern bezogen werben müiie. Zum Landleben selbst würde ich — selbst-wenn er in der Londwirtschait groß geworden sein sollte — keinem raten. Es ist fast ein Unding, mit der billigen Arbertskrast des Hiesigen. der ein äußerst anspruchsloser, bescheidener Mensch ist. zu konkurrieren. Ich selbst war etwa sieben Monate in der deutschen Kolonie Independencia und C.-V.-Leser trinken nur den Kaffee, Tee, Kakao der Camajo Kaffee GroHrästerei Bremen Vertreter.werden noch eingestellt. KWM mb VMM m MM und im SM Sütlm Der Lieder- und Arienabenö von Aleranden .9 i p n i s war ein vollendeter Genuß. Da schweigt jede Kritik, und es bleiben reines Glücksempfinden und tiefe Dankbarkeit für das. was' der Sänger und sein ebenbürtiger Begleiter. Dr. A. Ernst Wolfs, boten. Das Programm war kontrastreich und interessant zusammengestellt. Zarte Licder von Schumann, die die meisterhafte Beherrschung des ungeheuren Stimmmaterials bewundernd erke-nnen ließen, teils dramatischere, teils innigere Lieder von Gretschaninoff. Arien aus '..Boris Godunofs". aus ..Ton Carlos", die herrliche ..Zaiüberflöten"-Arie und viele Zugaben. Beifallsstürme burchbrausten den Beethoven-Saal. —m. Am Sonntag lud der Berliner Kulturbund die Kinder seiner Mitglieder zu emem Palästina-Vortrag mit Lichtbildern von Dr.,Max Qsborn. Kinder, besonders so kleine, wie zu diesem Vortrag erschienen waren, sind kultur- und kilnsthistorisch 'noch nicht so interessiert. wie Erwachsene; sie wareii eher gespannt, das neu entstehende Palästina kennenzulernen wo reder vor, ilmen ein paar Verwandte und Bekannte hat. Lro kam es. daß die Kinder, für die sa d» Bortrog sein sollte am Anfang etwas unbeteiligt blieben. Da wurden Grabmäler und Gedenffteme gezeigt, die sie zwar an die Helden und Propheten der Bibel erinnern sollten - ober maulen. Tore und Tempel rö,nische,i. griechischen, arabischen undpu dischen Ursprungs, das alles m einer l^stgen und kahlen Landschaft, vermögen Kinder noch ™ fesseln. Später zeigte Dr. Osborn moderne Städte mit großen Gebäuden und fraßen. - Kamele und Autos, Araber ^rt ^ez und enropaffch gekleidete Menschen und englrsches Mrl^r bMtd incheinander wimmelten, zuletzt kte lungen mit flachen Häuschen tmmtten g v Plantagen. Dos sahen die Kinder gern. we. -s war am zweiten Weihnachistage. em Iubirsabend ohne laute Feierlichkeit, aber er Rückerinnerung: dreißig Jahre wirkt L Hardt nun als Dortragskünstler. das Erve eines Alexander. Strakosch und Emil Milan auf eine besondere, nur ihm eigene Art getreulich verwaltend. Was wir.an ihm haben, ist in diesen Blättern oft gesagt worden: einen leidenschaftlichen- Düener am 'Worte der Dichter, aus denen ein messerscharfer Intellekt, ein instiaktsicherer. impulsiver Wille und ein aufwühlendes Pathos des Herzens letzte, allerletzte Ausdrucksmöglichkeiton schöpft: dazu einen lächeürden. lachenden Weltbetrochter. bei dem weder die Grazien noch die Kobolde des Humors ausgeblieben sind. Und auf Humor war das Iuüiläumsprogramm fast durchweg gestellt; abseits standen nur Goethe. Novalis und. neben dem genialen Spötter Heine (durch dessen köstliche Krähwinleliode der E.haraktc- Ytirifcc Hardt einen leiernden Ausrufer auf feinem milden Amtsschimmel trotten läßt), der furiose Ankläger in dem dumpfen Wutschrei ..Nicht gedacht soll seiner werden". Im übrigen: Heiterkeit in allen Graben und Schattierungen, nicht nlTp* gleichwertig, manches in seiner allzu aphoristischen Form zerftatternd. im ganz«, aber cm überaus lustiges Kunterbunt in Vers und Prosa. Besinnliches und Groteskes, Schnurriges und Satirisches. Paul Scheerbart. der heute fast schon Vergessene, neben Wilhelm Busch, dem großen Humoristen aus pessimistischem Weltgesuhl: Peter Ältcnberq.- der zarte Seelenfänger. der auch wettern und fluchen'konnte, neben dem immer noch lebendigen, immer noch durch seine nachdenklichen, phantastischen Ironien erhet.ter.nden Chrlsttan Morgenstern. Neu in dem Programm — und tue eigentliche Entdeckung des Abends - war eine Erzählung „Onkel Bobek heiratet von Hermann Ungar, dem hochbegabten, früh verschrbenen deutsch-jüdischen Dichterem la^Uches.^dyll.voll Saft und Kraft und innerer Fröhlichkeit, die sich wie ein breiter'Strom über die belustigten Zu- Hörer ergoß. L* MigÄecg i. Br. Der Kulturbund deutscher I>ide», Berlin, der Nivstbreußisch- Gründung wztmschm unter seine Fittiche genommen - hat. entsarüste ermge vortreffliche Musikanten und Schauspieler zu nßSftfhieX Tos Programm, ganz auf Ndkoko äbaesteM. löste durch seinen emhertlrchen Stil größte Befriediguilg aus. Vlozarts „Kleine Nachtmusik" sp^te das Streichquartett' d^s Kul-' W 'Ä.' von seiner zehnjährigen Tätigkeit an der König?-' berger Oper her bekannt und geschätzt, hatte mit Arien von Caldora. Gluck un^ Mozart starken Erfolg. Seine Partnerin. Ncka Atlaß. zeigte einen reinen, nicht zu großen Sopran, der gerade für Rokokomusik wie geschaffen war. Große Freude hatten wir an den ganz reizenden Szenen der kleinen Oper ..La serva padrona“ von Pergolese. in der Rita Atlaß als Serpino neben ihrer rühmlichen Gesongskunst auch eine außer, ordentliche Vühnengewandtheit bewies. Leo Rohr stellte stimmlich und schauspielerisch einen überzeugenden Pandolso aus die Bühne. Kuthans Bedienter Scapin trug gleichfalls wesentlich zum Erfolge des Stückes bei. Besonderes Lob verdient die bewundernswerte musikalische Leitung durch Dr. Hugo Strelitzer, der auch für die treffsichere Bearbeitung verantwortlich zeichnete. Dr. M. A. Danzig Der Kulturbund der Juden in Danzig urocht in diesem Jahr den Versuch, die Arbeit des Kulturbundes mehr in die Trete zu erstrecken, indem neben den großen Veranstaltungen mit auswärtigen Kräften zahlreiche Arbeitsgemeinschaften unter Leitung einheimischer Dozenten in dos Programm ausgenommen wurden. Dieser Anfang eines jüdischen Lehrhauses hat lebhafte Anteil, nähme unter der älteren Gerrecation wie unter der Jugend gefunden. Eröffnet wurde der zweite Arbertswurter mit einem feierlichen Auftakt in der Großen Synagoge. Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky (Berlin) sprach über „Die religiöse Haltung der Gegenwart", während Oberkantor Karl Neumann (Berlin) religiöse Gesänge zum Vortrag brachte. Als erste musikalische Veranstaltung' folgte ein Abend des Rose- Trios, dessen jugendliche Musizierfreüdigkeit überaus herzlichen Beifall auslöste. Mit dem Kulturbund in K ö n i g s b e r g hat sich eine praktische Arbeitsgemeinschaft herausgebildet. E. L. , LeivZtg Frieda und Mus ja Gott lieb musizierten mit dem glänzenden- Bratscher .Karl S ch e r b und dem jungen Hans-^fleter B e r n f e l d (Klarinette). Das Programm brachte Dvoräks F-dur« Quartett, das mit musikalischem Feingefühl zum Ausdruck gebrächt wurde, Mozarts' Klarinettentrio und das F-moU-Quartett von Brahms. - ES. Vor ausverkauftem Haus fand das Konzert von Beatrice Waghalter ..Chansons aller Völker" statt. Voll Erwartung und mit strenger Kritik lauschte das Leipziger Publikum den Liedern der jungen Künstlerin. <■0 wundervoll wie der Charme und das Temperament dieser schönen Erscheinung, so absolut sicher und gewandt wie ihr Stil und Auftreten. jo zart und natürlich ist auch die Art. in der sie mit schauspielerischem Können jedem Lied seine Eigenart abzugcivinnen versieht. Beatrice Wag- Holter hat an diesem Abend wiederum eine Probe ihres großen Könnens und ihres geradezu unerschöpflichen Repertoires gegeben. Sie wurde außerordentlich gefeiert. Alfred Simon begleitete - verständnisvoll, während man bei Wolf Muth bei aller Anerkennung mehr Zurückhaltung hätte erwarten können. Dr. §. Dccsdrn Drei Kunstabende bedeutender Künstler hatten sich starken Zuspruchs zu erfreuen. Paula Lindberg <Gesang). Stefan A u b e r kCello) und Professor Georg Bertram (Klavier) boten in vollendeter ILicdergabe vor allem klassische und romantische Kunst. In zwei geradezu dramatischen Gesangsszenen von Moussorgjkh zeigte sich eine besonders charaklerrsierende Olusdruckskraft der eigenartig sarntnen Altstimme von Paula Lindberg. In den sieben jüdischen Gesängen erweckte sie die darin ruhenden eigentümlichen seelischen Werte zu vollem Leben. Im Rahmen der Veranstaltungen der jüdischen Künftlerhilic brachten Otto B e r n st e i u und Jenny Schaffer ein vielseitiges Programm. Man hörte, meisterlich sein vargetragen: Buber. Auerbach. Börne. Bialil. Sd)olem?llechem u. o. Ein Experiment war es. mit verteilten Rollen einige ^zencn aus Stefan'Zweigs „Jeremias" zu lei'en, das aber auch in dreier Fornr der Bearbeituna seine Wirkung als schicksalhaft bedeutendes Werk nicht verfehlte. Ein Konzert mit nur südischen Kompositionen gab die Dresdner Altistin Herta' M autner* Fa lk. Nach einem formschönen Psalm des ein^ heimischen Oberkantors Raphael H o f ft e i n, sang sie mit echt nachgesühller Wehmut und Leidenschaft hebräische Lieder. Höhepunkt des Abeuds war eine der fünf Seelenlieder von Heinrich Schalit aus Terte von Jehuda Halcvi. Tie ungewöhnlich schöne Altstimme Herta Mautner-Falls kam noch

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