Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 52 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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K/&yE3E)GEä Jan. 1935 Tewefh 5695 3. Donnerstag 23. Jaum Kippur Koton Schewat 5695 3. Sonnabend 1. Wochenabscbnitt: Woero 2. B. M. 6,2-9,35 Haftara: Ez. 28,25—29,21 Rausch Chaudcsch 12. Sonnabend 8. Wochenabschnitt: Bau 2. B. M. 10—13,16 Haltara: Jer. 46,13-28 19. Sonnabend 15. Schabboss Schiroh Wochenabschnitt: Beschalach 2 B. M. 13,17-17,16 Haftara: Richter 4,4-5,31 . Chamischo Ossor bischwat, Neujahrsfest der Bäume 26. Sonnabend 22. Wochenabschnitt: Jissrau 2. B. M. 18-20 Haftara: Jes. 6,i_7,e, 9,5- 31. Donnerstag 27. Jaum Kippur Koton (v. 8 di it r r r f p n (ihn- und Assimi. bPion" pnnic uurtidjnfti» und fozicilgefchtchtlich bc« ttierfpit*tvcvtc oott Tr. B. Wcinrhb iilipi* rinc jüdische „Heiratsgesellschaft" in Berlin uor i;»0 Jahren und Lr. Hanns Reißner über die Neustädter Indeugemeinde. Die „Informationsblätter", die die Zeutralmohlfahrtsstellc int Australe de- Zentralausschusses herausgibt, bringen in ihrer November- Doppeliuiumter Material aus allen Gebieten jüdischer Sozialarbeit. da? an dieser Stelle größtenteils tm einzelnen lausend bekanntgegeben wurde. Tie Rubriken Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege, zu denen auch das sozial- und Arbeitsrecht gehört, Wirtschaftspolitik, Allgemeine Ltaatsverwalttmg, Knlturpolitil und Rechtspflege bringen vortreffliche llebernchten über die gesetzlichen Bestimmungen und die sonstigen Neuregelungen ans den letzten Blochen. Das Kapitel „Ausland" enthält kurze Mitteilungen über Arbeits- und Niederlassungsmög-- lichkeiten in 'Pitlüstina, Holland, Spanien sowie in nvrd. uiid südaiiierikaiuscherl Ländern.?lus der hier schon besprochenen Werbeschrift des Zentralaiisschiisses ist der interessante Abschnitt über das jüdische Beriifsunischichtnugsioerk abgedruett. Tie übrigen zentralen' chörpcrscl)aften veröffentlichen tvcseiitliche Mitteilungen aus ihrem Arbeits- Uiid Aufgabenbereich. Die reichhaltige Nummer 9 der ..Informationsblätter" vom 1~>. Dezember enthält h. g. besonders wertvolle Mitteilungen ans dem Gebiet der Wohlfahrtspflege. In der Schriftenreihe der Zcntralwohlsahrtsstelle und der Zentralstelle für jüdische Wirtscl-aftshilfe erschien vor kurzem alb. Heft 6 eine Darstellung r i: n d l a g e n f ü r d i e B e r ii f §• i!, :■ b i i d;i -z o n I ii d c n i n Dciitsch . ln:: d". N.'an j.nü! darin anher den Richtlinien \w Negeluna Zerussansbildnng und Berufs-. r:n>'ch'.hltt>-g eine :'H Handlung von Dr. Otto Neu'» o n : g e r nn.'r die rechtlichen Grundlagen der B.e- '"n>."ur.'.")ichl '-.z ,'un Anhang wird eine Uebcr^ inn i iv. erstellen für Berufsausbildung und die Ansbildungsstätten für BernfSumschichtung in Deutschland gegeben. E. G. L. Das „Deutsche Reichssportabzeichen" in Gold' erhielt am 2t. Dezember das langjährige Mit. glied des Central-Vereins, Luitpold Landmann. Berlin-Wilmersdorf, vom Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, Berlin. •V. =UD-&a mü3gj: Die Ortsgruppe Hannover hatte die führenden Persönlichkeiten des Handels und der Industrie zu einer Wirtschaftlerl>esprechuiig eingeladett. Der überfüllte Saal der Zion-Loge rechtfertigte das Verlangen aller interessierten Kreise nach einer derartigen Aussprachemöglichkeit. Ter verdienstvolle Ortsgruppetworsitzende, Rudolf' Hcrzber g. konnte in seinen einleitenden Worten eine große Anzahl auswärtiger Freunde ans dem Bezirk -Hannover begrüßen. Syndikus Dr. Hans Roichmann, Berlin, sprach in umfassender llöeise über die Wirtschaftsgestaltung der letzten Zeit. NegiernngZdirektor i. N. Kurt Friedlän der -behandelte in feinem Referat in der Hauptsache arbeits- und sozialrechtliche Fragen. In gemeiusckiaftlicher Aussprache wurden die vielfachen Probleme von Recht und Wirtschaft er- örtert und gelöst. Die im Jahre 1934 erfolgte Zusammenfassung der ehemals selbständigen Landesverbände und Syndikate Norddeutschlaiid und Hannover ersordcrtc in den letzten Wochen und Monaten eine ausgedehnte Ncisetätigkeit des Syndikus des Landesverbandes Nordwestdeutschland. Neben zahl- ' reichen Borträgen, über die an dieser Stelle laufend berichtet worden ist. konnte die' innere Ecschlossenhe-it des neugebildeten Landesverbandes Nordwestdeutschland durch persönliche Besuche aller Ortsgruppen hergestellt und vertieft werden. Landesverbandsshndikus Dr. Grunsfcld hatte Gelegenheit, die Ortsgruppen in E m d e n , L e e r, Oldenburg, Delmenhorst, Bremen, K r e l. Lübeck, R o st o d, Hildesheim. Hannover, Lüneburg, Braunschweig. Hameln. Parchim usw. zu besuchen und alle Fragen, die der Vertiefung der C.-V.-Arbeit dienen, zu besprechen. SroßÄrrlin Am 12. Dezember fand unter der Leitung von Instizrat Dr. B r o d n i tz ein Vortragsabend für die dem C.-V. angehörenden Berliner Rechtsanwälte statt. Zahlreiche Freunde hatten der Einladung Folge geleistet und nahinen mit Interesse die Ausführungen von Rabbiner Dr. Benno Jacob (Hamburgs über „Mißverstandene Grundsätze des jüdischen Rechts" und AmtsgcrichtSrat a. D. Dr. Fritz G o l d s ch m i b t über „Probleme der neuen Reehtsgestaltung" entgegen. Rabbiner Tr. Jacob legte die Stellung des jüdischen Rechts zum nichtjüdischen Menschen dar und ging dann insbesondere auf handelsrechtliche und prozeßrechtliche Vorschriften ein, die durch entstellte oder mißverstandene Zitierung mitunter Zur Abwertung jüdischer Prozcßbeteiligten angeführt werden. Amtsgerichtsrat Dr. Goldschmidt sah seine Aufgabe darin, die Rechtsanwälte auf Neue, durch den llmschwüng entstandene oder neugeformte Rechts, naterien hinzuweiscn. Er erörterte Probleme des Wirtschafts- und Sozialrechts und des Aerzte- und Bcamtenrechts. An die Referate schloß sich eine Diskussion, in der die Tätigkeit. deS Centralvereins dankbar anerkannt wurde und die bewies, daß die Informationen über den Arbeits- und Problemkreis des C.-V. großes Interesse gefunden hatten. Ls LM MÄliM Sanitätsrat Dr. Zimmermann (Dresden) feierte am 12. Dezember seinen 70. Grburtstag. —* Stadtrat a. D. Max Friedländer (Oppeln), Gründungsmitglied der dortigen Ortsgruppe des Central-Vereins, hat am 16. Dezember seinen 75. Geburtstag gefeiert. — Lina S t e i g e r w a l d (Heilbronn) beging am 17. Dezember ihren 80. Geburtstag. — Paul G o l d s ch m i d t (Bramleld bei Hamburg), seit ungefähr 30 Jahren bcm Central- Vcrcin angchörig, wurde am 19. Dezember 60 Jahre alt. — Joseph WiSloch (Frankfurt am Main) feierte am 22. Dezember seinen 80. Geburtstag. Lisbeth M arcuse (Liegnitz) beging am 27 Dezember ihren 70. Geburtstag. — Theodor (fdltcin (Karlsruhe in Oberschlcsien) feiert am 31. Dezember seinen 73. Geburtstag. — Joses Hartzmann, Mitinhaber der Firma Gebrüder Hartzmann (Krefeld) vollendet am 1. Januar dos 70. Lebensjahr. Er tft eines der eifrigsten und treuesten Mitglieder der dortigen Ortsgruppen deS Ecntral-BcreinS. — Lina Mandus (Berlin) wird am 3. Januar 70 Jahre alt. — Agathe DefricS geb. Zsay (Duisburg- Meidcrich) feiert am 1. Januar ihren 80. Geburtstag. — Anna (5 b en ft ein geb. Fabian (Dad Polzin) vollendet am 6. Januar ihr 70. Lebensjahr. — Max .Grün (Dresden) starb im 80. Lebensjahr. Am 1. Januar feiert I. Neustadt (Glvgau) sein 50jährigcS Amtsjubiläum als Inspektor der dortigen Shnagogen-Gcmcinde. — M. Steinhardt (Bad Ems) bittet uns, von folgender Danksagung Kenntnis zu geben: „Es sind mir anläßlich der Feier meines 70. Geburtstages Glückwünsche in so übergroßer Zahl zugegangcn, daß cs mir zu meinem großen Bedauern unmöglich ist, sie einzeln zu beantworten. I6) bitte daher die Freunde, es mir nicht zu verübeln, wenn ich ihnen nur auf diesem Wege meinen innigsten Dank aussprcche." In Dortmund starb kürzlich das Ehrenmitglied des Gcmeindcvorslandes, David L e e s e r, tut 82. Lebensjahre. Von 1904—1929 war er Vorsteher der hiesigen Shnagoacngemeinde, die er in schlvicrigcr Zeit vorbildlich führte. Leescr war stellvertretender Vorsitzender im Verwaltung?- ansschuß des Verbandes der Shnagogcngcmeinden Westfalens und Mitgliel) des Vorstandes vom Israelitischen Altersheim in Westfalen und bekleidete viele jüdische Ehrenämter. Dem C.-V. ■ gehörte er seit seiner Gründung an. SÄ sMeSra Soeben erreicht uns die Nachricht, daß Thekla Fricdlaender in diesen Tagen gestorben ist. Hochbetagt hat sie ihre Augen für immer geschlossen. Sie war ein Mensch, der nie für sich, stets nur für die Gesamtheit gearbeitet hat. Zu einer Zeit, als noch kaum eine Frau an das Frauenstudium dachte, hat sic sich juristische Kenntnisse angeeignet. Mit unendlicher Zähigkeit ist sie für die Verbesserilng des Schicksals der Gefangenen eingetreten, in immer wiederholten Eingaben hat sie schließlich die Einrichtung einer weiblichen Gcfangcncnfürsorge durchgesetzt. Vor mehr als zwanzig Jahren schuf sie Aröcitcrinuenheime, in denen sic im Norden und Osten Berlins nicht nur die Fortbildung für Mädchen ermöglichte, sondern auch versuchte, ihnen durch Feiern und kleine Aufführungen sonnige Stunden nach der Arbeit zu schaffen. Im Berliner Lyzeumklub war sie ihrer Menschlichkeit und Warmherzig- feit wegen ebenso beliebt wie bei all den Menschen, denen sie von der Wärme ihres mütterlichen Herzens in der sozialen Fürsorge spendete. Sie war eine von den Frauen, die allen Menschen., mit denen sie zufammentraf. ohne jemals, auf religiöse Dinge einzugehen oder sich besonders als Jüdin zu demonstrieren, durch ihre menschliche Haltung die Achtung vor der jüdischen Frau abzwang. __ Dr. M. E. AsWAr UMMSrÄ in M Ter Breslauer Religiös-Liberale Verein feiert Freitagabend. Jede Woche ladet er 150 Menschen Schachaufgabe Nr. 25 von Dr. M. Lewitt (Berlin)' . Professor Dr. E. Fuld (Berlin) gewidmet. X rJU L U& WpIss: Khö, 8k6, Ba3, Schwarz: Ka6, Bfö, h6 (3) Lösung der Aufgabe Nr. 21 In dem Diagramm ist noch ein weißer Bauer auf 63 hinzuzusügen. — 1. Ldl—bS, hG—h3: 2. T)b2—sr7 und 3. Se&-dG malt. ... , bGXg3; 2. Tc2—h2, KbTXcB; 3. Db2--z2 Richtige Lösungen gingen ein von: U. Lindner (Burglunstadti, Herbert Hermann (Ratibor). Tr. meb. Wilhelrn Roserrberg (Pforzheim). Tr. med. Hermanir Löb (Bochum). Rechtsanwalt Frit, Neuland (Atünchen), Ludwig Sildcrstein (Scheinfurt). Siegln. Austerlitz (Gießen-, A. Baronowitz, Georg Lange (Berlin). Gottfried Gumbel (Stuttgart). Hans Entzn (Berlin). Lothar Schönthal (Nürnberg), Arthur Jacob (Siegburg). Ohne den weißen B(I3 kann in der Variante außer mit Tb2 .auch mit Td2 fortgesetzt werben Diese Lösung sandten ein: Aler Becher (Königsberg-. Michael Lcvtz (Krefeld). Hans Stcinberger (Ba„- rerith). Tierarzt M. Koschminski (Land-berg), Eriv, Rubensohn (Hildesheim), Rabbiner Dr. Tänzer (Göppingen). Tr. med. Erich Kaufmann (Elsen). W. Löwenstcin (Grevenbroich). Willy Michaelis. Dr. med. Hans Goldmann (Berlin), Günther Aptclmann (Bayreuth). ein, die gegen ein ganz geringes Entgelt — wenn das nicht aufznbringen ist, ohne Bezahlung — an festlicher Tafel seine Gäste sind. Jeder soll etwa einmal im Atonat zugelassen sein, so daß ungefähr 600 Menschen betreut werden. Aber die Abende sollen nicht den Charakter einer Nnterstntzunysangelegenheit tragen, sondern eine Familienfeier sein, bei der es leine Standesunterschiede gibt. Am ersten Abend nahmen die 3tabbiner Tr. V o g e l st c i n mrd Tr. Sänger, der Vorsitzende der Synagogengemcindc. Stadtrat a.D. L e ß, und andere führende Persönlichkeiten der Gemeinde teil. Grete B i a l cröffnete den Abend mit dem Segen über die bereits brennenden Lichter. Gemei'nderabbiner Tr. V o g e l st e i it gab bcm Abend die traditionelle religiöse Weihe und sprach über die Symbole der Sabbat- und der Channkkaseicr. Während des Essens ging der Vorsitzende des Rcligiös-Liberalen Vereins, Philipp Lachs, ans die Ziele ein, die die Freitagavendfeiern verfolgen sollen. Ein Jugendlicher trug darauf eindrucksvoll den Prophetenabschnitt des Sabbat vor. Dann folgte der gemeinsame Gesang von „Schir hamaalaus" und das von Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein voraetragene Tischgebet. Im weiteren Verlauf des Aoendtz, der die Teilnehmer noch in anregender Geselligkeit zusammenhielt, sang Käthe Fischer, von Selma Woli- S o b e r s k i begleitet, Lieder von Mozart und jüdische Volkslieder. 8chv. int — übrigens wie auch manches andere zu schnell dirigierten — Traucrmarsch, und er erledigte seine Ausgabe mit großem Geschick. Gertrud M a r c u 3 war tüchtige Begleiterin am Cembalo. Tie Tertübertragung von Gerd in ns, die Kretzschmar schon wegen ihrer häufig sinnlos entstellenden Betonungen abgelehnt hatte, sollte besser durch die älteren llelx'rsetztmgen. von M o f e I zum Beispiel, ober neue Bearbeitung ersetzt werden. Kai. Berlin u D r a-cappclla-Off)or Tr. Ludwig M i s ch s, die „Neue Ni'adrtgalvereinigung". die im Bechstein-Saal vor die Oessentlichkeit trat, hat wanches zugelernt; die Intonation ist wesentlich sauberer geworden, der Zusammenklang erreicht schon in manchem den harmonisch abgestimmten Ton. der meist erst nach jahrelanger Arbeit erzielt werden kann, sicherlich bedeuten die für mehrere Abgänge neu eingesprnngenen Stimmen einen schönen Gcwitm. Hier lvird mit Liebe und gutem Vermögen der hohen Kunst des a-cäppoNa-Gesanges gedient. Tr. Misch trifft in der reiä-en, wegen alter Sch-vierigkeitcn stets vernachlässigten Literatur, kluge tmd geschmackvolle Auswahl, bcsottders das ..Abschiedslied" vott Brahms und Schumaltnü „Schmied" wttrden unter feiner Leitung sehr fein ausgcmalt. Als Kuriosum war die Aufführung des von Schubert für Snlzer hebräisch lvmponierten 92. Psalms von besonderem Interesse, im Solo-Quartett fiel hier die schöne Stimtne von Hertha Brotz auf, als „Kantor" fungierte machtvoll Wilhelm G n t t m a n n, der den solistischcn Teil des Abends bestritt. Die Niesenstimme des Batz-Baritons zeichnet sich durch die männliche - Schönheit des Klanges mtd wahrhaft gewaltige Ausdruckskraft aus. Man glaubt die Gellert-Lieder Beethovens in ihrer großartigen Erhabenheit noch niemals so gehört ztl haben, die (Lteigentng in „Die Himmel rühmen" war mit grandioser dramatischer Wucht dnrchgcführt. schlechtweg, vollkommen gesungener Beethoven; die Zuhörer war n hingerissen. Auch die Lieder Gerhard Goldschlags, der am Flügel begleitete, kamen durch die Bortragskunst GuttmannS zur Geltung, erneut ließ sich starke Empfindungskraft, mit der zwar die Erfindungsgabe nicht wetteifern kann, auS den^ Kompositionen heraushören. ' Kai Zu einigen der Dezember-Konzerte hat der Kultnrbimd den Pianisten Partl Aron verpflichtet. Wir begrüßen alles, was von der Schablone abweicht und neuen Zielen Zttstrcbt. aber wir halten es für fraglich, ob das Kulturbund-Publikum eine so lauge Kette lauter kleiner, meist moderner Stücke interessieren kann: neben Bartok tmd Eastclmtovo- TedeSco wird auch Tcbtissy dent Laien „modern" klingett, daß er es in Wirklichkeit nicht ist, steht hier nicht ztir Diskussion.- Dabott abgesehen ist ein Klavierabend ständig von der Gefahr der Monotonie bedroht, mtd diese Gefahr wird mtr ein Pianist von überragcttdem Format bannen können. Wir tim Paul Aron, der als einsatzbereiter Förderer moderner Kunst seit langem einen geachteten Namen hat. kein Unrecht, wenn wir ihn dieser höchsten Nangklasse nicht znzählen. Seine Gedächtnisleistnng nutß man bewundern (er spielte u. a. den ganzen zweiten Batt.d von Tebussys Prölndes atlswendig); allerdings fehlen feiner Interpretation der impressionistischen Ntusik die Halbschatten, die Schleier, das Äll-sieriöse, seinem Ehopinspiel die Vielfalt der Anschlagsnuancen, die Poesie; die Walzer tmd auch eilt' paar Brahmsstücke kommen merktvürdig nüchtern und ausdrucksarm heratrS. LA. Mannheim Bei ungewöhnlich starkem Besuch veranstaltete der hiesige „Liederkranz" einen Solist-enabend mit dem Pianisten Georg B e r t r a nt, Berlin, und der Geigerin Anni Steiger-Betzak, Frankfnrt a. Ät. Georg Bcrtrattt, der mit Brahms begann urtd mit Ehopin fein offizielles Programm schloß, bot als Höhepunkt die Schumann schert Kin-- derszencn op. 15, die man oft, aber nur ganz feiten so kongenial hört. Die ehrlich begeisterten Hörer rangen ihm atn Schlüsse noch drei Zugaben ab. Annt Steiger-Detzak lag mehr als die Frühlingssonate Bcethovetts Bachs v-moU-Chacanne für Violine allein, die sie in schöner Klarheit auflxmte. Für den nachhaltigen Beifall dankte sie mit dctn Perpctttutit mobile Paganinis in der KreiSlerschen Bcarbettttng. daL aber ihr technisches Können erneut bewies. Im Nahmen der Konzerte des hiesigen Liederkranzes war das Orchester des Kulturbundes Rhein- Main erstmals bei uns zu Gast. Unter der ebenso temperamentvollen wie überlegenen Führung Hans Wilhelm Steinbergs errang es sich vor allem mit der 4. Sinfonie Beethovens durchschlagenden Erfolg. Höhepunkt war das unsterbliche Adagio, in dem die von Professor B a s s e r m a n n geführten Streicher die ganze Schönheit ihrer Tongebung entfalteten. Mit diesem Beethoven hatten sich die Frankfurter die Mannheimer erobert. Solistin tvar die Mannheimer Geigerin Lene Hesse-Sinheimer, die, ttach Ueberwindung verständlicher Nervosität zu Beginn. in Beethovens Violinkonzert ihr bekannt respektables technisches Können und die ganze Schönheit ihres Tones eutfaltcu konnte. Hugo Adlers Lehrkantate „L i ch t und Volk" in der packenden gehobenen Dichtung Max G r ü n e w a l d s wttrde in der Haupt-Tynagoge in neuer Bearbeitung aufgeführt. Ter Komponist hat das Werk trotz des starken Erfolges der Uraufführung vor vier Jahren mnsikalisch völlig neubearbeitet, rveil sich die dantalige Formuttg, besonders die orchestrale Besetzung praktisch nicht betvährte. Adler hat es nun für ein Klavier mit vollem Streichorchester bearbeitet. Hierbei wurde nattirgemäß vieles neu geformt, die melodische Substanz des Werkes aber nur an wenigen Stellen verändert. Die neue Orchesterbearbeitung ist konzentrierter; am Eingang des dritten Teiles tmd an dessen Ende wurden selbständige Orchesterstücke eingelegt. Da bet der hiesigen Erstaufsührnng, einer Veranstaltung des Lchrhauscs, aus tech- Nischen Grt'ntdcn große Strcichungeit vorgenommen wttrden, konnte turnt kein völlig geschlossenes Bild der Neubearbeittrng getvinnen, die immer noch erhebliche Anforderungen an die Atisführcnden stellt. Trotz der Streichuttgen wurden tnehrfach starke Wirkungen erreicht. An erster Stelle muß Kapellmeister Max Sinzh e i m e r genannt werden, dank dessen überlegener Führung man auch über kleine Schwankungen erfolgreich hinwegkam. Von den Solisten sang Mathilde LazaruS, die sich nur vor dem Forcieren hüten muß, die Sopranpartie mit bemerkenswerter Mttsikalität. Schade, daß Lisbeth Dühron, die ihren Part mit Wärme vertrat, diesmal nicht immer einsatzsicher war. Prächtig Selma W e i l - E l k als Vertreterin der Altpartte und der warme Bariton Jos. Levis. Dem Orchester der Jnstrumentalgemeinschaft wie dem Chor deS „Licderkranz" war das von Clara G o l d f ch m i d t und Ida F r a n k - L e s e r wirksam und rhythmisch prägnant gespielte Klavier erne starke Stütze. Auch der Kinderchor tat sein möglichstes. Während von den Sprechern Richard H i r s ch derart anspruchsvollen Aufgaben noch nrcht.gewachsen ist. trug Fratn O p p e n h e i m e r wesentlich zur nachhaltigen Wirkung der Grünewaldschen Dichtung bei. lieber eine Frage des Werkes „Was ist das Glückt sprach nach dem dritten Teil der Ausführung Rabbiner Dr. Geis. So. Frankfurt a. M. Die beiden bekannten Frankfurter Kantoren, der Violinist Theo Ra tu er tntd der Sättger Huts A s s c n h c i ttt, veranstalteten einen slawischen Abend. Der wohlgclungcne Abend brachte Worte von Tschaikowsty. Dvorak sorvie slawisckie Volkslieder. .. Tie Frankfurter Gesellschaft für jüdische Volksbildung beging das Chanulkafest dtirch eine Feier, in deren Mittelpunkt eine religiöse Ansprache von Gemeinderabbincr Tr. Georg Salzberger stand. Arthur Hold cjntt seiner Kammerstreichervereititgung und der Singgettossenschaft der Musikfreunde gab der Feier den inttstkalischeit Rahmen. Unter den Solisten traten besonders Oberkantor Nathan Sa - r e tz k Y und der Geiger Theo Rainer hervor. Düffetdork Zu einem Sieber- und Mmternlienb liaiteii sich die Sängerin Annie Landsberg (Breslau) nnb dre Pianistin Alice L i f f m a n n (Düsseldorf) verbttttden. Ter vott der Bühtte kommenden Sängerin eignet ein wohlgcschnltcs, besonders itt bcr Mittellage, plastisch klingendes Organ, das dem Kvitzertgefang dtirch feinsitutigen Vortrag Rechnung zu tragetr versteht. Sic brachte Lieder von Mozart. Gottschalk tmd Hugo Wolfs sotvie einige Opcrnarien von Tonizctti, Vlozart nnb Verdi. Alice Liffmann betvährte sich nicht nur in der Begleitung, sondern auch kn Stücken von Mendelssohn unb^ Chopin wiederum als ansgezeichuete Pianistin. Das attfttahntefreudige Publikum dankte den Künstlerinnen hcrzlichst. Unter der ^Leitung voit Ertvin P a l m veranstaltete die Syttagogeilgemeiude eine Chanulkaseter. Zum Vortrag kamen Chöre von Schalit ans der Kantate op. 28, die Arie „Höre Israel" aus Mendelssohn, welche Alice S ch tu a r z (Krefeld) nnt gutem Dortrag sang, der Psalm 117 von E. Bloch und die Zionshymne von Milhaud. Memhart Maurs Rezitationen waren nur eindruckltch in der Vorlesung „ans den Makkabäern". Hier traf er den rechten^ Ton. Bei einigen Psalmen und Gedichten von Bialik gelang ihm "lcht die erwartete Vermittelung. Die Chöre, ausgesührt vom Gemischten Chor (an der-Orgel Adolf M t n 'g e rs), - boten die gewohnte gute Leistung. Icon