Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 51 (20.12.1934)
- Date
- 1934-12-20
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2278044-2278095--09074-2290161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
iiiiiniiuuitiiiiiinr:, :.ju EZÄZiÄ O Q ^W^TaI C.-V- Zeitung / 4. BeiLIatt Nr. 51 Donnerstag, den 29. Dezember 1934 UebcF Krankheiten bei Juden Lebensbilder'berühmter er Von Professor Dr. H. Strauss-Berlin lieber die Krankheiten der Juden hat bereits im Jahre 1777 Dr. Elkan Isaak Wolf, Arzt in Mannheim (nach anderen in Metz), ein Buch geschrieben. und schon im Jahre 1699. hatte der Begründer der Gewerbehygiene. Professor Ramazznü in Padua. dessen Gedächtnis in diesem Jahre in Italien gefeiert wurde, in seinem Buche über die „Krankheiten der Handwerker" ein Kapitel über die Krankheiten der Juden gebracht. Dies zeigt, daß man schon lange aus bestimmte Eigentümlichkeiten im Auftreten und im Verlaus geuu]ier Krankheiten bei den Inden aufmerksam geworden ist. Auch heute kann der kritische Beobachter manches Interesse aus dem vorliegenden Gebiete feststellen, trotzdem die Juden heute nicht mel>r in der Abgeschlossenheit leben, wie es damals der Fall war, und trotzdem sie sich in ihren Lebensgewvhnheiten von den damaligen Verhältnissen erheblich entfernt haben. Hier soll nur von einigen inneren Krankheiten die Neve sein. Aus diesem Gebiete ist besonders interessant, daß gewisse Infektionskrankheiten bei Juden oft milder verlausen, als bei Nichtjuden. Man hat die-s speziell bei der Cholera und beim Flecksieber sestgestellt. Dagegen wird von einigen Beiten behauptet, daß Diphtherie und Croup bei Juden häufig schwerer verlausen. alS bei Nichtjudeu. Besonders auffällig sind die Verhältnisse bezüglich der Tuberkulose. Tenn eine ganze Reihe von' Forschern hat sestgestellt, daß Juden der Tuberkulose im ganzen weniger zugänglich sind als Nichtjuden, trotzdem diese Krankheit auch die Juden keineswegs verschont. Das Gesagte gilt wenigstens für Deutschland und auch für Amerika. In beiden Ländern, über welche wir genauere statistische Ergebnisse besitzen, kommt Tuberkulose bei Juden seltener vor als bei Nichtjuden. Jedenfalls ist sie hierzulande seltener als zum Beispiel in vielen Bezirken Polens. Mit Rücksicht auf diese Differenzen hat man geglaubt, den Grund der verschiedenen Häufigkeit des Vorkommens der Tuberkulose wesentlich in Einflüssen der Umwelt, so insbesondere in der Ernährung und Wohnungshpgiene, suchen zu sollen. Jedoch hat eine kritische Betrachtung der Frage zu dem .Schlüsse geführt, daß. auch noch andere Momente mitspielen dürften. Neben den hier genannten Faktoren hat man speziell noch die „Auslese" verantwortlich gemacht. Wenn man bedenkt, daß eine nicht geringe Anzahl von Juden hoch aufgeschossen und von zarter Konstitution ist. also einen Typus darstellt, der ja von der Tuberkulose häufiger befallen wird als der robuste Menschentyp, so muß zur Erklärung dieses auffälligen Verhaltens auch daran gedacht werden, daß die für die Tuberkulose besonders anfälligen Familien im Lause der Jahrhunderte zum großen Teil ausgestorben sind, so daß nur diejenigen übriggeblieben sind, welche durch eine in der Jugend überstandene Tuberkulose mehr oder weniger erfolgreich gegen die Krankheit immunisiert worden sind. Haben doch auch Erfahrungen in Palästina ergeben, daß Juden, welche aus von tuberkulosefreien oder aus au tuberkulosearmen Ländern, wie z. B. dem Jemen, kommen, der Tuberkulose viel leichter anheimsallen, als Juden, welche aus den mit Tuberkulose reichlicher bedachten Ländern eingewandert sind, in welchen die Hauptmasse der Bevölkerung durch Ueberstehen einer gelinden Tuberkulose in der Jugend eine gewisse Immunität gewonnen hat. Ferner ist der Verlauf dieser Krankheit bei den Juden oft gutartiger, insofern als oft vieljährige Perioden der Ruhe den Verlauf unterbrechen, so daß eine nicht ganz geringe Zahl von Tuberkulosen trotz Beftehens der Krankheit doch noch ein höheres Alter erreicht. Trotzdem kommt auch hierzulande eine ganze Reihe rapid verlaufender und mitunter auch mehrere Mitglieder einer Familie dahinrasfender Fälle von Tuberkulose vor. Dagegen kommt Bronchialasthma nach meinen Erfahrungen bei Juden mindestens so häufig vor wie bei Nichtjuden. Im Gegensatz zu dem hier geschilderten Derhalten finden wir allerdings auch einige Erkrankungen bei Juden häufiger als bei Nichtjuden. Nach dieser Richtung sind zunächst gewisse Stoffwechselkrankheiten, so vor allem Diabetes, zu nennen. So entfielen auf 1000 Todesfälle an Diabetes in Berlin im Jahre 1881 bei Juden 16,6 Prozent, bei Nichtjuden 3,4 Prozent, im Jahre 1924/26 bet Juden 34 Prozent, bei Nichtjuden 15,9 Prozent. In einer amerikanischen Statistik vom Jahre 192o waren die entsprechenden Zahlen bet Juden 4-;9 Prozent, bei Nichtjuden 24,5 Prozent. Dabei ist interessant, daß die Häufigkeit der Erblichkeit sich bei Juden und Nichtjuden nur relativ wenig unterscheidet. Sie beträgt allgemein 25 bis 30 Prozent. Nach eigenen Feststellungen beträgt sie bei jüdischen zuckerkranken Männern. 29,7 Prozent, bei jüdischen zuckerkranken Frauen 20.6 Prozent. Die Gründe für die relative Häufigfeit des Diabetes bei Juden liegen u. E. weniger in der Ernährung, obwohl auch diese eine gewisse Nolle spielen dürfte, da wir ja unter dem Einfluß der Kriegsunterernährung einen beträchtlichen Rückgang auf dem Gebiete des Diabetes beobachten koiiuten, als vielmehr in den schweren, durch viele Jahrhunderte fortgesetzten, Erschütterungen des Nervensystems. Die Bedeutung der Nerven für die Entstehung des Diabetes zeigt sich u. a. schon darin, daß der Diabetes viel häufiger die Städter als die Landbewohner betrifft. Auch die Fettsucht trifft man bei Juden verhältnismäßig häufiger als bei Nichtjuden. Hier mag allerdings die Ernährung eine nicht ganz geringe Nolle spielen. Jedoch dürfte auch die sitzende Lebensweise Mitwirken, da ja der Sport bei den Juden erst in den letzten Jahrzehnten die ihm gebührende Verbreitung gefunden hat. Daneben dürsten aber auch Störungen in der Funktion der inneren Drüsen Mitwirken, die sich auf hereditärem Wege forterben. Auch Blutd r u ck st e i g e r u n g e n und Gefäßerkrankungen scheinen mir bei Juden häufiger vvrzukommen als bei Nichtjuden. Gleichzeitig trifft man auch chronische H e r z e r k r a n k u u g e n und chronische N i e r e n e r k r a u k n n g e n bei Inden nicht gerade selten. Auch dies dürfte — wenigstens zum Teil — seinen Grund darin haben, daß die häufigen Nervenerschütterungen und die schweren Sorgen des Alltags zu einer rascheren Abnutzung der Gesäße und damit auch des Herzens führen, als dies bei ruhigeren Lebens- Verhältnissen der Fall ist. Wenn ferner auch Krankheiten des V erbau u n g s k a n a l s bei Juden relativ häufig Vorkommen, so dürfte dies wohl daher kommen, daß weite Kreise noch an einer ziemlich fetten und gewürzreichen Nahrung festhalten, sowie außerdem noch daher, daß oft die Fleischzusuhr zu reichlich und die Gemüse- und Obstziifuhr geringer gewählt wird, als es vom hygienischen Standpunkt zweckmäßig erscheint. Allerdings darf als erfreulich bemerkt werden, daß die Inden im allgemeinen in bezug auf den Alkoholgenuß mäßig sind. Schließlich scheint es, als wenn auch Gallenblasen- und Gallensteinkrankhsnten etwas häufiger Vorkommen als bei den Nichtjuden. Auch dies dürfte, wenigstens zum Teil, mit den bereits geschilderten Ernährungsgewohnheiten Zusammenhängen. Bon den Leberkrankheiten kommt die sogenannte Lebercirchose bei Inden nur relativ selten vvr. lieber die Frage, ob der K r cb s bei den Inden häufiger vorkvmmt als bei den Nichtjuden, sind die Meinungen auch jetzt noch sehr verschieden. Von mehreren Seiten wird allerdings betont, daß der Gebännutterkrebs bei Inden seltener vorkommt als bei Nichtjuden. Nicht bloß beim Krebs, sondern ganz allgemein ist daran zu erinnern, daß die Juden beim Auftreten von Krankheitserscheinnngen häufig sehr vorsorglich sind und infolgedessen den Arzt relativ früh anfsuchen, so das; die Feststellung einer Krankheit früher und auch häufiger erfolgen kann. Das hat sein Gutes, da durch eine frühzeitige Erkennung auch eine frühzeitige Behandlung von Krankheiten erleichtert wird, aber auch den Nachteil, daß viele sich über die Art und den Verlauf ihrer Krankheit Ludwig Traube Ludwig Traube wurde 1818 als Sohn des WeinhändlerS Wilhelm Traube in Ratibor geboren. Er studierte in Breslau, Berlin und Wien, wo damals durch die Einführung der Auskultation, Perkussion und Thermometermessnng neue Gesichtspunkte der Krankenbehandlung gefunden worden waren. Die Berufung Schönl e i n 8 ans Zürich veranlagte Tranbes Rückkehr nach Berlin, wo er seine Studien abschloß. Krankenhäuser und Kliniken waren dem Inden verschlossen. Traube8 wissenschaftlicher Drang fand einen Ausweg. Er nahm in seiner Wohnung wissenschaftliche Experimente an Tieren vor. Das Ergebnis dieses in Deutschland völlig unbekannten Verfahrens war die Veröffentlichung der bahnbrechenden Abhandlung, durch die er der Begründer der experimentellen Pathologie wurde. Trotzdem lvnrde ihm erst 19-18. mehrere Jahre später, die Habilitation in Berlin ermöglicht, und S ch ö n l e i n verschaffte ihm die erste Zivilassistentenstelle an der Charite, wo bisher nur Militärärzte gewirkt hatten. 1953 wurde er dirigierender Arzt der Abteilung für Auskuliation und Perkussion, die 1957 zur vorbereitenden Klinik erhoben wurde. Zugleich wurde er außerordentlicher Professor an der Universität und 1862 ordentlicher Professor am Friedrich-Wilhelm- Jnstitnt. Schnnerigkeiten aller Art. von seinem Kollegen Frerichs veranlaßt, fetzten ein, um ihn ans seiner Stellung zu verdrängen. Traube erbat seine Entlassung, da nahmen die hervorragendsten Aerzte für ihn Partei; besonders vertrat fein Freund A l b r e ch t v o n G r ä f c feine Sache. Da außerdem an Traube ein ehrenvoller Ruf nach Zürich erging — Rufe nach Breslau und Heidelborg hatte er vorher abgelehnt —, lenkte der Kultusminister v o n Nt ü hier ein und hob die von ihm angeordueten Beschränkungen der Tätigkeit Traube« auf. ES lvnrde ihm sogar der Titel Geheimer Medizinalrat verliehen. Das Ordinariat erhielt er erst am 24. Februar 1972 nach Mühlers Abgang. Er war und blieb der e i n z i g e jüdische Ordinarius der medizinischen Fakultät der Berliner Universität. Trotz seiner umfassenden Tätigkeit an den staatlichen Kliniken und seiner wisse'nschaftlichen Forschungen übernahm er unmittelbar nach dem erfolgreichen Abschluß des Kampfes um seine Anerkennung 1871 das Amt des dirigierenden Arztes der inneren Abteilung am Jüdischen Krankenhause. 1875 lvnrde er Ehrendoktor der Universität Leyden, eine Auszeichnung, die. außer ihm nur noch drei deutschen Gelehrten zuteil lvnrde. Im Januar 1876, nach dem Tode seiner Frau, brach er zusammen. Am 30. März legte er seine Aemter nieder, und schon lvenige Tage später, am 11. April 1976, starb er im Alter von mir 59 Jahren. Ludwig Traube ist der geniale Begrüilder einer modernen klinischen Schule, der fast alle oft pessimistische Vorstellungen in einem Grade machen, der nicht immer durch die Schlvere der Erkrankung gerechtfertigt ist. Ties führt dazu, daß zur eigentlichen Krankheit noch eine psychogene Quote hinzukommt, lvelche nicht ganz selten das Krankheitsbewnßtsein des Patienten über das notwendige Maß hinaus steigert. Depressive Einstelllilkg ist aber nicht geeignet, die Widerstandskraft des Patienten zu erhöhen. großen Kliniker der späteren Jahre entstammten. Er führte die exakte Temperaturmessung in die Krankenbeobachtung ein und begründete zum erstenmal die Lehre vom Fieber. Auf fast allen Gebieten der inneren Medizin hat er Grnndlegendes geschaffen. Zn seinem engeren Schülerkreis gehören Männer lvie Leyden, Nt u n f, R üh l e, Cohnheim und N o t h n a g e l. Seine - / . L 5 > \ w \ / ri/" v- \ * ' ß - y-' ' - : J Persönlichkeit, „die eiserne Konsequenz und Unabhängigkeit seiner Forschung, die in den gleichen Eigenschaften des Charakters begründet ist", wie B r r ch o lv es bei dem Festakt anläßlich der 25jährigen Tätigkeit Tranbes an der Charits aussprach, ist schon zu Lebzeiten hock) gewürdigt worden. Bei ' dem Festakt betonte auch H e l m h o l tz die Bedeutung Tranbes und bezeichnete sich "stolz als dessen Schüler. E r n st v o n L e y d e n hat in seiner Gedächtnisrede und in seinen Lebenserinnernngen der Verehrung für seinen Lehrer Ausdruck gegeben. Traube war ein glänzender akademischer Jugenderzieher. Nach P a g e l S Lexikon „gestalteten sich seine Borträge zu einer Art von therapeutisch-klinischem Gottesdienst", und weiter wird betont, daß er nicht müde lvnrde, immer lvieder ans das Sittliche iin Beruf des ‘Arztes hinznlveisen. Xurt Schwerin. Erfreulicherweise läßt die Sportbelvegling, die in den letzten Jahrzehnten auch bei den Inden immer mehr an Boden gewonnen l^t, die Hoffnung berechtigt erscheinen, das; der mit dem Sport verbundene reichliche Genuß von Licht lind Luft sowie auch das körperliche Training nicht bloß für die körperliche Erstarkung, sondern auch für die Verhütung von Krallkheiten förderlich ist. allerdings mir, soweit sportliche Betätigung nicht im Nedermaß erfolgt. Oie Ausbildungsvorschriften für Mediziner Für den jungen jüdischen Menschen ist die Ergreisung des Aerzteberufes — vom rein rechtlichen Stalldpunkt ans betrachtet — durchaus möglich. Es ist jedoch eine Reihe von Eondervorschriften zu beachten, die im folgenden kurz dargestellt seien. Voraussetzung für die Ergreifung des Studiums ist neben der Ablegung des Abiturs der Besitz der Hochschulreife, für deren Zuerkennung das Arierprinzip gesetzlich nicht festgelegt ist. Soweit jüdische Schüler die sonstigen geistigen und körperlichen Qualitäten für die Hochschulreife besitzen, aber die Hochschulreife nicht erhalten. steht ihnen der C.-V. zur Beratung zur Verfügung. Die Aufnahme in die Universität erfolgt nach Maßgabe des Gesetzes gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 (RGBl. I, S. 2251. Hiernach ist darauf zu achten, daß bei Neuaufnahmen der Prozentsatz der Nichtarier nicht 1.5 Prozent übersteigt, wobei Frontkämpferkinder sowie Kinder aus Mischehen, die vor dem 1. April ' 1933 geschlossen sind, außer Ansatz bleiben. Daß dis einmal zugelassenen Studierenden im Lehr- und Lernbetrieb der Hochschule den arischen Studenten g l e i ch g e st c l l t sind, und daß sie bei der Vergebung von Arbeitsplätzen. Praktikantenstellen usrv. nicht benachteiligt werden dürfen, hat der preußische Kultusminister durch Erlaß vom 9. Dezember 1933 — 171 1331 — ausdrücklich festgestellt (vgl. „C.-B.-Zeitung" 1933 Nr. 49). Bei der Zulassung zum Staatsexamen greifen keine Sondervorschriften Platz. Das gleiche gilt für die A b l e g u u g d e s praktischen Jahres; doch nimmt eine Reihe städtischer Krankenhäuser keine jüdischen Medizinalpraktikanten auf. In den Universitätskliniken erfolgt die Ausnahme nach einem bestimmten Prozentsatz. Als hauptsächlichste Ausbildungsmöglichkeiten für Medizinalpraktikanten verbleiben somit die jüdischen Krankenhäuser. Für die Erteilung der Approbation gilt die Verordnung des ReichSinnenministers vom 5. April 1934 („Reichsministerialblatt" Nr. 15 vom 13. April 1934, S. 300), nach der die Prüfungsordnung für Aerzte, Zahnärzte und Apotheker dahin abgeändert worden ist, daß „die Zulassung zu den Prüfungen sowie die Erteilung der Approbation zu untersagen sind, wenn berechtigte Zlveifel an der nationalen oder moralischen Zuverlässigkeit des Antragstellers gegeben sind, insbesondere wenn schlvere strafrechtliche oder sittliche Verfehlungen vorliegen". Irgendwelche Sonderbestimmungen für Nichtarier enthält die Verordnung n i ch t. Doch wird in jedem Jahr nur ein dem nichtarischen Bevölkerungsanteil entsprechender Prozentsatz von nichtarischen Kandidaten approbiert. Den übrigen Kandidaten wird anheimgestellt, ihre Gesuche zu einem späteren Zeitpunkt, etwa in; Januar 1936 oder 1937, je nach Reihenfolge des Eingangs der Anträge, zu erneuern. Soweit in Approbationsangelegenheiten Zweifelsfragen auftauchen, steht unsere Harlptgeschästsstelle den Antragstellern zur Verfügung. r Nach erfolgter Approbation steht der AuS- Bändigung des Doktordiploms nichts im Kege. Die Promotion v v r der Approbation kann grundsätzlich nur bei Verzicht auf die Approbation und ans die Neichsaugehörigkeit erfolgen. Von dem Reichsangehörigkeitsverzicht kann nach dem Erlaß des preußischen Kultusministers vom ‘24. Februar 1934 — UI 349 — abgesehen werden, wenn der Kandidat eine feste Stellung i m A u s land angenommen hat. Das gleiche gilt in einzelnen Fällen für diejenigen Kandidaten, die Nachweisen, daß sie im Ausland studieren Von der Zulassung zur Tätigkeit bei den Krankenkassen sind ‘Aerzte nichtarischer Abstammung gemäß tz 15. Ziffer 2 der Verordnung des Reichsarbeitsmiuisters vom 17. Mai 1934 (RGBl. I, S. 399) ausgeschlossen. — ck In der „Münchener Medizinischen Wochen^ schrist" (Nr. 44/45, vom 8. November 1934) berichten Professor Müller--Heß und Professor Wietholt (Berlin) über „Die ärztlich bedeutsamen A e n d e r u n g e n und Erg ä nZungen de8 Strafgesetze S". Diese Aenderungen sind teils mir ergänzender Art oder verankern Gedanken im Gesetz, nach denen bisher praktisch schon geurteilt wurde, teils werden aber grundsätzlich neue Rechtsverfahren eiugeführt. Die Autoren haben in längeren und für jeden Arzt lesenswerten Ausführungen die Gesichtspunkte zusammengestellt, welche die Stellung und Tätigkeit des Arztes berühren. 50 Jahre sind vergangen, seit Dr. Koller vor der Gesellschaft der Aerzte Wiens seinen Vortrag