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Central-Verein-Zeitung · 1934-12-13 · 50 (13.12.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
50 (13.12.1934)
Date
1934-12-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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n»f iü bische (Sobcn, 1907/09 belief sich bet jüdische VIntofl dtif J7 (i[0 Mark bei einem (Sefamtmtjipmmen van 91 J 05 Mark. »US eine jüdische Gtiftunn von ganz besondcrer Prägung ist die von Frau und Fraulein Marie P f u n g st zum Andenken an Artkinr >stnigst im Jahre 1018 mit einem Grundkapital von 9.'» V.'illinnen Rllirk errichtete Arthur-Psungst- Stiftung zu kennzeichnen. Sie sielst ihre Aufgabe in der Verbreiterung und Vertiefung der Volksbildung durch .Nurse, Herausgabe cinschlägider Schriften nsiv. st ine Gründung aus jüngerer Zeit ist die Henry-u. - Emma-B n dg e-Stiftung, die ein Vllttevohciui für Angehörige aller Konfessionen nnteriiält. Der Ruhm der Rothschild 8 als Begründer und Förderer von Blökst fahrig- und Wissenschaftsorganisationen ist so bekannt, daß hier ein znsammenfassender Hinweis: genügt. - Schon im Jahre 1$2S nurd den ..Gebrüdern von Rothschild" lFrankfurt und Lmidonl eröffnet. „daß der Senat mit besonderem Wohlgefallen die zur Erreichung eines wohltätigen ^meefcv in hiesiger freier Stadt gewidmete Spende von 5000 Gulden entgegengenommen halw." lind bn ist die rühmt ichst bekannte Rothschild-Bibliothek. d<i ist die Legion der DarlchnS^Hilss. und Nnterstntznngsanstalten, die den Rothschilds ihre stntstehung verdanken. ^Ule jüdischen Kreise haben sich in Frankfurt im den Dienst der sozialen Sache gestellt. Milde Stiftungen aller Art wurden bedacht, neue zu llnterstützinigs-. zu ErzieHnngs- und Stipendienzwesten geschaffen. ,Odilen- und Kleiderkassen. - Altersheime entstehen und die VolksbitduugSarbeit wird aktiv gefördert. Ein bißchen wehmütig mag e? stimmen, wenn inan in einer Urkunde liest (Städtisches Archiv), daß die Stadt Frankfurt „gnädigst geruhte", eine dem Hospital zum Heiligen Geist, andere gleichzeitig dem Armen- und Waisenhaus, dem Kastenamt und der Senekendergischen Stiftung im Jahre I8lü von der jüdischen Gemeinde- Angewandte Schenkungen anzunehmen. wobei einer der Herren Bürgermeister meinte der Besorgnis Ausdruck geben zu müssen. daS Geschenk könnte eine Lockspeise sein, damit christliches, bei Juden bediensteteS Gesinde im Hospital Aufnahme finden könne! llnS genüge da? Bewußtsein, daß die gute indische Tradition und die Uebung der Jahrtausende unS unsere Haltung in Wissenschafts- und Wohliahrtsdingeu porgefchrieben hat und allezeit vorfchreiben wird. Oer Zcntralaussdiijss für Hilfe \ und Aufbau an die Frauen Der Fewtra laus schuß für Hilfe und Ausbau ocrantzaltete Montag nachinittag im Berliner Vagcrllmns einen Tie. um au die Berliner jüdische Frauenwelt einen starken kippelt zur Mitarbeit .nn Ausbauwert für das deutsstio Judentum zu richten. Direktor Friedrich Borchard und Dr. Fruedrich Brodnitz schilderten die Bedeutung des Zentralausschussos. Dr. Brvdnitz gab irr einem Lickst.vildervortrag einen kleinen Einblick in das. U'LS bis jeht bereits auf den Gebieten der Bc-eni'Umschichtung, der Wohlfahrtspflege nub dcÄ kulturellen Aufbauwerkes geleistet worden in. Beide Referenten betonten, welche Pflichten gerade die jüdische Frau als Kameradin des Phinncs und als Beraterin ihrer Söhne und 'Töchter Hai, an doni großen Werl, für die deutschen Anden eine tatsächliche und seelische Existenzbasis zu schaffen, beiznsteuern. eck. Emr* (T^WoEBcso^mmmm In einer Anzahl größerer badischer Städte berichtete AmtsgerichtSrat a. D. Dr. Frist G o lösch m i d t (Berlin) über die Stellung des C.-D. zu den Problemen der Gegcmvart und über die praktische Bereinc-arbeit. In Bruchsal sprach Dr. Goldsehmidt am 27. November in der pollbesestten Synagoge. Die unter Leitung von Julius Marx stehende Ortsgruppe umfaßte fast die gesamte Gemeinde. Am 28. November fand eine Gemeindcpersammlung des stcntralvereinS in Heidelberg statt, die von Michel Lieb hold geleitet und überfüllt war. Ebenso gut besucht war der Bortrag des gleichen Referenten'in Pforzheim unter Leitung von Lehrer L o m m e v. Am 1. Dezember folgte eine Versammlung in K o n st a n z unter Leitung von Rechtsanwalt Bloch. Auch hier wurde der Vortrag des Restreuten mit größtem Interesse, anfgeiwmme». TaS gleiche galt für die am 2. Dezember abgekxiltene Versammlung in Freiburg, eingeleitet von Rechtsanwalt Dr. Mayer mit einem Aufruf zur Mitarbeit. Die Vortragsreihe fand ihren Abschluß mit einer Gemcindepersammlnng des st.-V. in O s s e n - bürg im Gemeindehaus unter der Leitung des Vorsitzenden. Rechtsanwalt Dr. Schleicher. 3u dieser Sitzung waren auch Freunde aus der weiteren Umgebung der Stadt gekommen. In einer überfüllten Versammlung in Ma n nfj e i m sprach Rechte,iwoalt Dr. Kehr (Kaiserslautern) über „Deutsches Judentum heute und morgen". Die Veranstaltung, die unter__ der Leitung von Rechtsanwalt Dr. Elbert stand und die durch Vorträge der E.-V.-Iugend im BDIJ, Ludwig-Tietz-Grnppe bereichert wurde, nahm eine alle Anwesenden überaus befriedigenden Verlauf. Ans der Fülle der Veranstaltungen, die in den letzten Wochen und Monaten in Hamburg- A l t o n a durchgesührt wurden, ragen zwei Vortragsabende in bemerkenswerter Weise hervor. Ain 28. November sprach Rabbiner Dr. Manfred S io a r s e n s k y. Berlin, wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen, zu den Mitgliedern des st. V. und der Gemeinde über „Prüfung und Bewährung". Die Zuhörer wurden durch die Fülle der Gedanken und Formulierungen stark gefesselt. Die Ausführungen hinterlicßcu stärksten Eindruck. Am 5. Dezember hatte die Ortsgruppe Hamdurg-Altona des C..-V. die jüdischen Aerzte zu einem für sie besonders wichtigen Vortrag eingeladen. AnstSgoriststSrat a. D. Tr. Fritz Goldschmidt. Berlin, sprach über daS neue Aerzterecht. Nach kurzen ÄegrnßnngSworten des Leiters der Versammlung, Dr. Helmut Nathan, ergriff Dr. Goldschmidt das Wort zu etwa änderthalbstündigen, hoch bedeutsamen Ausführungen, denen bi* etwa 150 erschienenen Zuhörer mit großer Aufmerksamkeit folgten. AmtsgerichtSrat a. D. Dr. Goldfchmidt berichtete außerdem am -t. Dezember rn W i l» he lmL haben und am 6. Dezember in Güttingen in außerordentlich gut besuchten Mitgliederversanunlungen über die Tätigkeit dcS Centralvereins. Er gab einen lleberblick über die praktische Arbeit im. Interesse der Gesamtheit der deutschen Juden und behandelte darüber hinaus die Grundeinstellung deS st.-V. gegenüber den Problemen der Zeit. Die Versammlung in Wilhelmshaven wurde durch Kurt de Tau be, die in Gotlingen durch Friedrich R o s c n b e r g geleitet. Versammlungsteilnehmer, die bisher der Arbeit de3 st.°V. fernstanden, gaben zu erkennen, daß sie nunmehr von der Notwcndigleit der Tätigkeit durchdrungen seien, die der jüdischen Gesamtheit zugute käme. Am 2. Dezember hatte die Ortsgruppe dcS <5.-23, st t u b r cl zu einer sthannlka-Feier cingcladen. Nach einleitenden Worten deS Vorsitzenden, Rudolf Adler, hielt Lehrer Singer eine stimmungsvolle Ansprast>e. Anschließend sprach der Syndikus des Landesverbandes Nordivestdeutschland, Dr. Werner G r n n s f e l d, Hamburg, über die vielseitige Tätigkeit des st.-B. im Interesse der stristenzsichernng und -erhaltnng der deutsck>en Inden. Ter Höhepunkt der Feier waren die von Olvrkantor Iß Alter, Hannover, zu Gehör gebrachten jüdisstien Gesänge. Ter Sänger wurde in feinsinniger W-eiso von John Mandelbrod, Hannover, begleitet. Am 20. November führte die Ortsgruppe P a rch i m in Mecklenburg nach langer Z/it eine st.-B.« Veranstaltung durch. Der Einladung des Vorsitzenden der Ortsgruppe, El kan. war außer den Mitgliedern der Gemeinde Pgrchim eine Reihe von Freunden der näheren Umgebung gefolgt. LandeLperlrandsfyndikus Dr. Werner G r u n s - feld. Hamburg, berichtete' eingehend über die Arbeit des st.-V. Tr. Berthold W c i n b e r g (Berlin) und Landesverbandsstmdikus Otto Michelsohn (Stettin) sprachen vor den Mitgliedern der Gemeinden Sto lp. Sch lawc, Lauen bürg, K o l b e r g , N e u st e t t i n. B u b l i st und K ös l i it. Sämtliche Veranstaltungen waren überaus stark besucht. Dr. Berthold Weinberg legte in seinem Vortrag „Heute und in alle Zukunft deutsches Judentum" die Grundlagen der E.-V.-Jdee dar und entwickelte daraus die notwendige umfassende Arbeit des Centralvereins für die Erhaltung des deutschen Judentums. Otto Michelsohu ergänzte die Ausführungen, indem er einen Bericht über die im letzten Jahr geleistete Arbeit gab. SHßeföeafft&teift Bei einer Bezirkstagung der anhalt'.schen und benachbarten Ortsgruppen des Bezirks Mitteldeutschland, die am 25. November in Köthen unter Leitung des Ortsgrichpenvorsitzenden Isidor S ch ö n f e l d stattfand, hielt Landgcrichtsrat i. N. Dr. Kurt stöhn (Chemnitz) ein Referat über „Die Aufbauarbeit deS st.-B. im Reiche". Ter Vortrag fand bei der Versammlung regen Beifall. In der Synagoge in Schmalkalden fand unter Leitung des OrtSgruppenvorsttzenden, Rechtsanwalt Dr. Alfred Müller, ein gutbesuchter Vortragsabend statt, bei dem LandeSverbandssyndikus Sabatzky (Leipzig) über daS Thema: ..Deutsch-jüdischeS Dasein heute und morgen" sprach. Am nächsten Abend war ein Vortrag mit dem gleichen Thema in Suhl avgesetzt. den der bot* tige OrtSaruppenvorsistends Daniel Nußbaum leitete. An beide Vorträge schloß sich eine Dirküsston an. Zunächst gab der kommissarische Landesverbandsvorsitzonde. Landgerichtsrat a. D. Kurt Cohn (Chcmnist). ein Referat über ..Die Aufbauarbeit des stentral-DereinS im Reiche", während der LandcSverbandSsyndikuS Kurt S a b a st k y über ..Die Arbeit des Central-DercinL in Mitteldeutschland" berichtete. In Bitterfeld sprach Syndiku« s?urt Sabatzky in einer ausgezeichnet besuchten Gemeindeversammlung über das Thema: „Deutschjüdisches Dasein heute uird morgen." Im dichtgesülllen Saale des.Hotels -..Weißer Bär", Magdeburg, referierten Amtsgerichtsrat a. 2. Frist G o l d s cki m i d t (Berlin), sowie der LandesverbandSspndilus Kurt Sabatzky über das Thema: ..Deutsch-jüdische Gegenwart." Der OrtSgrnpPenvorsistendc Dr. Ernst Merzb a ch imterilrich in seinen Anssührungcn die wenvolle Tätigkeit der Zentrale und des Landesverbandes znm Wohle der deutschen Iudcnheit. Die Versammlung tvurdc stimmungsvoll umrahmt von Lieder- und Sprechchörcn der dentjch.jüdifchcn Jugend. Im Anschluß hieran schloß sich unter Leitung des svacharztcs Dr. Wal deck tMagbebürg) eine Versammlung der jüdischen Aerzte und Zur Beachtung! Die Telephonmmunern der Hauptgescbäflsslelle des Centralvereins in Berlin lauten: J 2 Oliva 8141—45 Zahnärzte an, in der ihre Bernssprobteme von Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Goldfchniidt be^ handelt ivnrden. In der Synagoge in Stendal sprach Syndikus Kurt Sabatzky über das Thema: ..Von der Emanzipation zur GegenwartSsiination." Ten Rahmen gab ein Gemeindeabend, der vom Gemeindevorsistcnden Rlattuschal geleitet wurde. Tie st.--V.-Frauengrnppe Leipzig trat mit einer großen kulturellen Veranstaltung an die Oesfcntlichkeit. in der Julius Bab (.Berlin) über „Shylock—Nathan—Judith" sprach. Am 4. Dezember fand ein Vortragsabend dcr Ortsgruppe st i s I e b e n statt, der sich auch aus S a n d c r s l e b e n und H c t t st e d t eines guten Besuches zu erfreuen hatte. Nach dem Anzünden der sthanukkalichter und einleitenden Worten des Ortsgruppeiworststenden Lehrer Ri o s b n üi referierte Landesverbandsfyndilns Kurt S abatzly (Leipzig). Zum ersten Riale fand am 5. Dezember in He'iligenstadt ein Vortragsabend unter Leitung von Adolf Lahn statt. Hier referierte Kurt Sabatzky (Leipzig) über „Teutsch-südische Schich salsgestaltung". Dem stentral-Verein konnte eure Reihe neuer Mitglieder zugcsührt werden. Unter Leitung von Haupt lehrcr Fritz Kaiser fand in Duisburg im Theodor- Lautcr-HauS eine Versammlung statt, in der der Rechtsanwalt Dr. David Krombach. stfsen, Vorsitzender des Landesver. bandeS Rheinland-Westfalen, vor einer außer' ordentlich großen Zuhörerschaft über das Thema „Die deutsch."jüdische 'Ausgabe: Haltung und Arbeit" sprach. Tie Ausführungen wurden mit lang anhaltendem Beifall ausgenommen. Eine größere Zahl von Ncuanmcldungen war der Er« folg dieses Abends. In der Synagoge in Hamborn sprach der Syndikus des Landesverbandes Dr. Ernst Plaut. Essen, über „Wille und Weg der deub schon Juden". Auch hier folgte eine große Zw hörerzahl gespannt den Ausführungen. Im Schlußwort gab dcr Ortsgrnppenvorsitzcnds die Gründe bekannt, die eine Bereinigung der Ortsgruppen Duisburg und Hamborn notwendig gemacht hatten. Eine lebhafte Anssprache bestätigte da-Z Dedürsnis nach derartigen Informationen. Der rege Beifall und die Aufnahme neuer Mitglieder kennzeichneten den vollen Erfolg dieses Abends. dcr Kinder zu beobachten, als ihnen die Märchen vom ..Kalif Storch", „Der glückliche Prinz" u. a. erzäylt wurden. Ta-> letzte Konzert vor seiner Arislandstonrnee gab Stefan Frenkel, am Flügel von der einln'imisclieu 'Pianistin Edith lllu ssak mit viel Gcfwick begleitet, in Plaumu Noch nie war das Urteil so einmütig wie über diesen Abend, der die meisterlichen Fähigkeiten des Künstlers von neuem bewies. «w.V**xo;« e**; Lndlvig H ardt begann eine Tournee durch Alitteldentschland mit einem Abend in der dichtvcsep.icn Slinagogc zu Güttingen, Umhin mich anS dcr weiteren Umgegend die erwartnngsvollen Anhörer '»nsammengeströmt waren. ,,Bib- Ulche und jüdische Gestalten" hieß der Abend. ,urt Kullnrbund H a n n v v e r ivnrden die Besucher chliterlebe:,do klassischer und moderner Dicl'.iungei: solvic biblischer Begebenhcitem Ter Ausschuß für Kunstpslcge in der Israelitisdlcn Rcligionsgemeinde 'st I a n e n i. V. begann seine Winierdarbictnngen mit einem Rezitationsabeild von Hardt. In Dresden trat dcr Voriragsküusller in einer Veranstaltmlg der Iüdiscl,en Knustlcrhilfe ans: in sthemnitz füllte er einen Abend des KnltnrauSschusses dcr dortigen Gemeinde, in Hamvlirg den zlveiten Werbeabend der jüdischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. In allen Städten hatte Ludwig Hardt überfüllte Säle und dank seiner stets perlönlich pointierten Vortragsweise und seiner geistvollen Plaudereien stärksten Beifall. Kürzlich fand ein außerordentlich stark bcsuchtcr Gemeindcabeud statt. Mitwirkende waren die Sängerinnen Ruth Hennig, Breslau, und Lilli Lieb recht. Liegnitz, deren musikalische Vorträge bcifallssrohc Alyuahme fanden. In der Reihe der Hansveranstaltungeli des Pianisten Josef Wagner laT Lcssie Sachs eigene Gedichte, Grotesken und Prosa. Nach einem witzigen Prolog las sie Teile al!-s einem Hörspiel „Der Alaun, der vom Atonde fiel" -r’iu dem sich die Gestaltungskraft der Dichterin, die ans kleinen Erlebnisfen des mcnschliclien Daseins Svenen voll eindringlicher Wirkung und erregender L-paummg zu formen weiß, zeigte. Die bescmderc Eigenart der Autorin liegt jedoch in der dichterischen Ausgestaltung von Nlomcntbildern deS 'Alltags, deren Rntzamoendnilg sie mit weisen Lehren und leichter Ironie oft glnch verrät. Was sie hier an Unmittelbarkeit der lLäiildernng, an Frische deS Hmnors und an Grazie des Vortrags gibt, ist köstlich und voll starker EindruckSkraft. 8<-lnv, Im zweiten Konzert des Jüdischen Musikvcreins Breslau sang Herta G l n ck m a n n den Schmnannschen Zyklus „Fraueickiebe und -leben". Lieder von Hugo Wolf und Volkslieder. In den verständnisvoll gewählten Gesängen fand die Künstlerin für jede Empsindnugsart den rechten Ton und innere Wärme, obrvvhl ihr Vortrag zurückhaltend war. Als musterhafter Begleiter zeichnete sich Kurt Havelland auL. Dcr Berliner Pianist Bruno Eisner spielte Beethoven. Mozart. Scarlatti und Chopin. Tie Werke, in denen er sich mehr^ von dcr klavieriftischen akä von der poetischen Seite zeigen konnte, gelangen ihm am besten. 6. P. KÄWLAÄ ßäBt ln SSrrKAekka Die Werbeaktion des Kulturbundes deutscher Juden. Zweigstelle Oberschlesicn. wurde in Anwesenheit von Intendanten Dr. Knrt Singer, Berliry durch Veranstaltungen in G l e i w i tz. B e u t h e n und H i n d e n b u r g eingeleitct und von Herbert B u k y und Heinz II ck o in dcn^ Kleingemeinden R o s e n b e r g. N e u st a d I, Lose l, Qbcrglogau. Le ob schütz und Groß- S t r e h l i tz zwischen dem 25. November und 1. Dezember fortgesetzt. In Oppeln und N a t i b o r waren diese Wcrbcabende mit Ludwig- H a r d t - Veranstaltungen verbunden. Im Mittelpunkt der zu diesem Zweck in Gkeiwitz. Beuthen und Hindenburg ciubernfenen Gemeindeversammlungen stand eine Ansprache von Dr. Singer, der hierbei auch die Richtlinien entwickelte, von denen er sich bei der Ausstellung des Kulturbund- Programms leiten laste. In G lei Witz spielte da8 einheimische jüdische Orchester unter der bewährten Leitung von Sanitätsrat Dr. Blumenfeld I. Iiytizrat Kochmann begrüßte den Gast, Oberkantor Cohn sang mit prächtiger Stimme „Nun scheint in vollem Glanze dcr Himmel" aus der „Schöpfung". Rabbiner Tr. Och.s wiederholte den Appell zum Eintritt in den Klckturbnnd. Der Gkciwitzer Kulturlmndchor saug mit Orchcsterbe-- gkeittmg unter Willy Flcis6)ers Leitung. Alö .Solisten wirkten mit Oberkantor Cohn, Frau S i - m e n a it c x und Heinz lt ck o. In B c u 11]| c n wurde die Veranstaltung durch dasselbe Orchester musikalisch umrahmt. Rabbiner Professor G o l i n s k i sprach Worte des GrußeS mid Tankes. In Hindenburg sang Kantor <2challamach die Arie „Herr Gott Abrahams" ails dem „EliaS". Rechtsamvalt Dr. Schäfer degrüßte den Redner. T-er Kuabenchor unter Strauß braclite das „Iigdal" von Lcwandvwski zu Gehör. In ben Kleingemeinden sprach Heinz N ck o über das Thema „Was bietet der Kulturbund den Kleingemeinden?". Herbert Buky umrahmte den Vortrag mit ernsten und heiteren Rezitationen. Noberall wurden die Darbietungen mit herzlichem Beifall arifgenommcn und hatten den Erfolg, daß die meisten Mtglieder Der Kleingemeinden dem Kulturbund bcitraten. 8. mm s.-s. Am Vußtaa fand unter regster Beteiligung zmn ersten Male ein Synagogenkönzert statt. Ruth Hennig brachte mit warmer, kräftiger Stimme Arien, hebräische Gesänge und Lieder zu Gehör. Die Begleitung hatte Günter Pulvermacher. Lotte Rosendaum-Schwarz zeigte in der Wiedergabe u. a. von Werken von Oppenheimer. Edmond Flog und Beer-Hosmann ihr« große AuSdrucks sählgkeit. ,, Max 91 a tj m e t (Berlin) gab in seinem K 3ert Proben seines reifen gesanglichen Könne Der umfangreiche, in der Höhe leicht teno klingende Bariton ist in allen Lagen und Rcgist durchgcbildet und jedem Gcfühlöautzdruck die: bar Am schönsten gelangen neben.altitalienist Gesängen von Durante und Scarlatti Arien c ..Messias und „Elias", ferner russische und i btfcl)c Lieder.^ Lola Kronheimer (Münch erfreicko durcy fein differenzierte Beglettuna \ den Vortraa der entzückenden kleinen Sona von Domencio Scarlatti und der duftigen Var Uov» »örieusss von Felix Mendelssohn. Dr. 6 WiÄSsa nuuui,uuuV occanuaueie eine rviaur-( denkfeier. zu der einer der besten Kenner I Verstorbenen, Rabbiner Schlesinger. Buck am Federsee. gewonnen war. Ein lieber al 8«filig&tt’£esaus SßWäbsu jieaü SA 8sin pult und suchte der Zuhörerschaft in feinst uni gcr Weise den weltanschaulichen Hintergrund dcr seelischen Kämpfe BialikS zwischen dem Iüdi'chcn und dem Europäischen ansznzeigen. Die Gedankcngänge waren zn weitschichtig änsgebant. als daß sie leicht verständlich gewesen wären. Im zweilcn Teil sprachen B. Renka und A. Scl,a:nermann ans deutsch und hebräisch einige der großen Gedichte Bialiks: der bekannte Münchener Tenor Mos dach er sang hebräische Volkslieder mit seiner schönen, wenn and) für den kleinen Raum viel zu großen Stimme. Tie Kiirvier' begleitung besorgte Kapellmeister Erich Erck in gewohnt taktvoller Weise. Während der Alwllnno des Abends einen sehr erfreulichen Eindruck hinterließ, kann man dies von den Rezitationen von B. Renka und A. Schainermann nicht ohne weiteres behaupten. Sie entgiugeit beide nicht der Gefahr, einen ohnehin „sentimentalischen" Dichicr im Pathos der Wiedergabe zu übersteigeru. Mit berheißungsvollem?h,stakt begann die Wintersaison des Münchener Kulturbunds. Swiai: Frenkel bewies aufs neue, daß er ein überragender Virtuose, ein seinsülilender Musiker iü. Er brachte Reger und Schubert, wobei er in Alma Weiß eine vortreffliche Begleiterin fand, die mit einer temperamentvollen Wiedergabe von Chopins b'-mvll-Fantasie ihre ernste Künstlerschait Erwies. Außerdem bot Frenkel eine eigene Sonate für Solovioline, welche als opns 1 eines Siebzehnjährigen nicht allzu streng unter die Lupe des Künstlerischen genommen werden darf, ferner Paganini, „On brenven" unb Ernest Bloch. Werke, welche trotz mancher technischer Aeußerlichkciten starke Eindrücke zu lösen vermochten. Ein weiteres von Josef Ziegler, dem Leiter des Münchener Syuagogenchars. vorbereitetes Tempelkvnzert. zu welchem Oberkantor Israel Alter (Hannover) als Gast geladen war. stand im wesentlichen im Zeichen jüdischer liturgischer Musik. Josef Ziegler hatte als Komponist ein „Muh towu“ sür Solo, Chor und Orgel sowie ein Col nidre“, Präludium für Orgel, beigesteuert, beides Werke von starker Wirkjamkeit. Mendelssohns 98. Psalm wirkten als Solisten Sonja Ziegler und die Kammersänger Ries und Ernst Mo Lb ach er mit. Der Syn^ agogenchor crwreS sich als gut geschult, wennllstich schon au8 numerischen Gründen ihm die künstlerische Vcrwirklichnug des Mcndelüsohuschen Malmtz schwierig fallen mußte. .La.

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