Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 48 (29.11.1934)
- Date
- 1934-11-29
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2277379-2278044-2278092--09022-2290104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fiMJiMA E r surrte) 7. Fortsetzung Züm 7. Dezember Frühmorgens war cS; Josef, Jakobi Sohn, wollte ans seinem Bette aufstehcu, aber er blieb noch ein Weilchen liegen und dachte der Traume,'die er ine Schlafe gehabt. Alls einmal sah er die Bilder wieder deutlich vor sich, und schnell ging er aus dem Bette hin zu den Brüdern, um ihnen die merkwürdigen Träume zu erzählen. „Ach, las; uns doch mit deinen Sieben und dummen Träumen in Ruhe. Dil meinst, weil Vater dir einen Nock mit Pelz gegeben hat, der schöner ist als unserer, kannst du in den Hellen Tag hinein träumen und brauchst nichts zu tun! Geh und laß uuZ in Ruhe, oder bist bu vielleicht gekommen, um zu sehen, was wir treiben, damit du dann zu Vater laufen kannst, uns zu verklatschen!" — „Ach, Brüder, werdet doch nicht böse, laßt mich euch doch erzählen." — Jakob kam dazu und sagte: „Du bist doch ein Träumer, aber lvenn es dir Spaß macht, erzähle." Joses sing an: „Draußen im Felde arbeitete ich mit meinen Brüdern, das Korn war bereits geschnitten, wir. meine Brüder imd ich, wollten die Garben Zusammentragen aus die Mitte des Feldes, da dort bereits ein Hansen lag. Meine Garben konnte ich nicht tragen, sie wollten nicht zum Hausen kommen, sie stellten sich, blieben stehen und eure Garben kamen 31t meinen, stellten sich wie ein Kreis um meine Garben llnd bückten sich." Die Brüder stießen sich gegenseitig an und sagten: „Der dumme Junge, der will uns ans diese Weise sagen, daß er über uns herrschen will, der will König oder Kaiser über uns werden, der dumme Junge!" Josef hörte gar nicht auf das Geschwätz der Brüder, er sah nur seine Träume vor sich, und er hatte doch in der Nacht gar zwei. Den »weiten wollte er doch auch so gerne erzählen. So sprach er weiter: „Dunkel war's, denn es war Nacht. der Himmel klar, es standen aber nicht der Mond und viele Sterne am Himmel, sondern Sonne, Mond und elf Sterne waren am Himmel und bückten sic!) vor mir." Da wurde Jakob böse und sagte: „Meinst du init Sonne und Mond deine''Eltern und mit den elf Sternen deine elf Brüder? Sollen sich vielleicht deine Eltern vor dir bücken, auch deine Prüder? Tue lieber was. statt m den Tag hincinzllträmnen!" J<»kob ging aus dem Zimmer und dachte, merkwürdig sind ja doch die Träume, ich will sie mir inerten, aber der Junge soll cs nicht wissen. e| o?.ctz se'rne - < •>. 1 v MM Hell schien die Sonne, viele ihrer Strahlen hatten sich in das Zimmer Jakobs hincingestohlen, wo Jakob mit seinem Sohne Josef . saß. „Geh", sprach Jakob zu Joses, „geh ein wenig an die Lust, geh hin zu deinen Brüdern. weit draußen weiden sie die Schafe." Josef zog den schönen neuen Rock an, den der Vater ihm geschenkt hatte, und ging zu seinen Brüdern auf die Weide. Als er hinkam, waren die Brüder weiter fortgegangen, weil die Schafe das Gras auf dieser Weide schon abgesresscn hatten. Josef suchte lange und freute sich, als er sic endlich gesunden Hatte. Die Brüder, die ihn kommen hörten, sagten zueinander: „Guckt den mal an, der da kommt, was will er hier, der in seinem schönen neuen Nock, er lvill nur sehen, was wir tun, um uns dann vielleicht bei Vater anzuschwärzen." Josef rief schon von weitem: ..Guten Tag, sagt mir doch auch Guten Tag! Was habt ihr denn, daß ihr mich alle so böse betrachtet." „Du Träumer, was willst du hier, warte, wir werden dich totschlagen!" „Totschlägen", ruft Rüben, „nein, das erlaube ich nicht. Joses ist unser Bruder, vergeht das nicht. und Vaters Liebling. Hier ist eine tiefe Grube, werft ihn hinein, aber tötet ihn nicht." Rüben dachte sich, wenn die Brüder von der Weide heimgehen, hole ich Josef heimlich heraus und bringe ihn zu Vater zurück. „Zieh' deinen Nock aus!" schrien sie ihn an, „aus. los, mach schnell!" „Aber Brüder, was wollt ihr von mir. laßt mich doch am Leben!" Schon packten sie ihn, warfen ihn in eine tiefe, tiefe Grube und fetzten sich abseits zum Essen, als ob nichts geschehen wäre. „Was soll der Bruder uns in der Grube? Hier stirbt er uns, hat kein Essen, kein Trinken, Tiere können kommen und ihn fressen. Lieber wollen mrr ihn fremden Leuten, die da drüben gehen, mitgeben! Auf, Brüder, holt ihn aus der Grube, wir wollen nicht an & ^XMMJL;!einem Tode schuld sein", sagte Juda. Sie zogen ihn heraus, riesen die Leute an, die vorüber kamen, und verkauften ihren eigenen Bruder. Die Leute nahmen Joses gerne; denn er war ein schöner Junge. Sie setzten ihn auf ein Kamel, das sie mitführten, um schneller vorwärts zu kommen. Joses dachte, was soll ich hier bei den fremden Menschen, mein Vater sitzt zu Hause, wartet aus mich, und lvenn ich lücht zu ihm komme, dann wird ihm das Kummer bereiten. Die Brüder werden nicht erzählen, daß sie mir Böses getan, und Vater wird meinen, daß ich von wilden Tieren gefressen wurde. Helle Tränen liefen ihm die Backen herunter, immer lauter lvurde sein Schluchzen. Die Leute, die ihn mit sich führten, ärgerten sich, schlugen ihn und riefen: ..Halt deinen Mund, dummer Junge!" Da setzte aus einmal ein fürchterliches Gewitter ein; cs donnerte und blitzte so stark, daß den Wanderern ganz bange wurde. „Warum dieses Wetter?" sprachen sie, „lvas haben wir getan, daß Gott so böse auf uns ist, sollte es vielleicht ivegen dieses dummen Jungen sein, den wir geschlagen, daß uns jetzt Gott so ein furchtbares Gewitter schickt? Wären wir ihn nur los!" Immer stärker wurde der Donner, immer heftiger die Blitze; da kamen noch andere Leute des Weges, fcCjncfl liefen sie, die Josef bei sich, hatten, zu den anderen mit der Frage: „Könnt ihr den Jungen brauchen?" Da Josef schön und groß gewachsen war, kauften sie ihn gern und nahmen ihn mit sich in ein fremdes Land, nach Aegypten. Zu Hause aber saß Vater Jakob und weinte um seinen Sohn Joses, trauerte um ihn und konnte nie so recht froh mehr sein; ihm fehlte sein Sohn Josef. HAHR hAhü ri' Joses war nun in Aegypten. Die Leuts hatten ihn an Potiphar verkauft, der ihn gerne nahm, da er viel Arbeit hatte. Er mußte das Essen für den König von Aegypten kochen. Josef dachte viel an zu Hanse, gar oft überfiel ihn das Heimweh, aber dann sprach er sich selbst Mut zu, hatte ihn doch sein Vater immer gelehrt, daß Gott im Himmel jedem Menschen gerne hilft, der auf ihn vertraut. Potiphar hatte Freude an dem munteren Jungen und zeigte ihm die Kunst des Kochens. Josef lernte Fische und Fleisch schön zubereiten, sorgte auch so gut für das Haus seines Herrn, daß Potiphar sich um nichts mehr zu kümmern brauchte. Das ärgerte seine Frau. Dieser hebräische Junge sollte alles hier im Hause zu sagen haben, nein, da wollte sie auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Jeden Abend, wenn Potiphar heimkam. wußte sie etwas Schlechtes über Josef Zu sagen, aber ihr Manu wollte ihn doch nicht fvrtschicken, hatte er ihn doch so liebgewonnen. Seine Frau aber verstand es immer und immer wieder, auf Joses bei Potiphar zu schimpfen, bis dieser ihn eines Tages nahm und ins Gefängnis warf. Armer Joses, fort von Vater, fort von der Heimat, draußen im fremden Lande und jetzt im Gefängnis. Und warum? Nur, weil die Frau Potiphar ihn nicht leiden mochte. Joses ließ den Mut nicht sinken, Gott wird mir schon Helsen, war sein ständiges Denken. Als er eine Zcitlaug im Gefängnis war und die Eesängnisdiener ihn besser kannten, hatten' auch sie ihre Freude an dem munteren Jungen; er durste helfen, sich um die anderen Gefangenen, kümmern. Viel war er mit des Königs Bäcker und des Königs Weinschenk zusammen. Die mußten auch ins Gefängnis wandern. Schlimmes hatten auch sie nicht getan, der König hatte sie ins Gefängnis stecken lassen, weil in feinem Wein eine Fliege tag, den mochte er nun nicht mehr trinken. Dafür ließ er sich frische Brötchen bringen, biß tüchtig hinein, da schrie er aus: „Au, mein Zahn!" Er hatte auf ein kleines Sandkorn, welches aus Versehen mitgebacken war, gebissen. „Au", schrie er, „au und pfui, an einein Morgen in meinem Essen Fliegen und Sand, holt den Mundschenk und den Bäcker, fort, marsch ins Gefängnis mit ihnen!" * *.:.*C£las!i& Murröseheuli. .. i n Pac&cr M a .. S#-N I,.--'_■iranmeuJil; An einem Tage, es ist schon lange her, da saßen der Mundschenk und der Bäcker des Königs Pharao zusammen, ließen die Köpfe hängen und stierten in eine Ecke, so, als ob sie nicht recht bei Tröste wären. Josef, frohen Mutes, trotz allem Schrecklichen, das ihm passiert war, riß die Türe zu ihrer Stube auf und ries: „Guten Morgen, meine Herren,. warum so still, was ist euch? Vielleicht schlecht' geschlafen, oder gar Traume -gehabt, die euer Gefallen nicht gesunden?" „Hört doch den Bub, weiß schon wieder, was bei uns los ist, komm' herein, wir wollen dir einmal unsere Träume erzählen, ob du wohl eine Erklärung für sie hast?" Der Mundschenk fing an: „Ich träumte, ein Weinstock hat drei Ranken, an den drei ' Ranken wollen drei Knospen wachsen; aber > sie sind erst im Beginnen, und schon ist die Blume da. Ehe kleine Traubenbeeren ansetzen zum Wachsen, sind die Beeren schon reif. Von diesen Beeren preßte ich den Wein in Pharaos Becher und gab ihn Pharao." Josef fühlte auf einmal die Stärke Gottes in sich und deutete den Traum. „Mundschenk, sei froh, warum so ein Gesicht nach einem so schönen Traume. Nicht länger als drei Tage wird es dauern, und Pharao hat seinen Groll gegen dich vergessen; er wird dich rufen lassen, und du wirst ihm wieder ben Wein wie früher einschenken dürfen." 1'—pHf n Lvww- Chanukka ist schon immer das Fest der Kinder gewesen. Kein Wunder also, daß sich in diesem Jahr die Anfragen häufen: Was sollen wir Chanukka aufführen? Ja, was soll man eigentlich wirklich Chanukka aufführen? Man läßt sich also von den Verlagen, die für Chaunkla-Stücke in Frage kommen können, Probestücke schicken. Ein kurzer Blick in diese Heft, chen, die erst um 1925 erschienen sind — und schon befindet mau sich in fernen, vergangenen Zeiten. Munter tummelt sich hier der Prinz Chanukka, der die braven Knaben besticht tmd sich den erstaunten Kiridern also vorstellt: „Gebe ihnen fröhliche Gesichter, und. Augen, die heller noch sind als die Lichter. Und rühre ich ihnen das Herzchen an, es nur in Jubel noch schlagen kann. Ich gebe ihnen fröhlichen Mut, ich mache sie "fromm, ich maä)e sie gut." Ja, glücklich die Kinder, die Prinz Chanukka mit seinem Besuch beehrt. Dann wieder spukt der Chanukka-Mann herum. Mit einem vollen Sack kommt er durch die Tür und fragt das bestürzte Kind: ..Ich komme her, will einmal fragen, kannst dir auch gut die Brache sagen?" Und wenn er aijch glücklicherweise dem Kinde nur im Traiint erschien, so hat er doch seinen Zweck erfüllt. T-enn das brave Kleine hat die Moral erkannt und faßt sie zusammen: „Doch merke ich den Sinn mir brav: Hebräisch lernt man nicht im Schlaf." „Aus der Makkabäerzeit", so heißt ein anderes Stück, lind schüchtern und klein gedruckt heißt es dann: „Nach den niederländischen Volksliedern bearbeitet. Für Chor und Sologesang mit verbindenden Deklamationen." Der reizendste dieser Ergüsse ist aber das „Spiel mit Gesang und Neigen: Chanukka im Puppenladen." Hier nimmt ein Tirolerbub sein Dirndl in die Arme mit den Worten: „Ich bin ein Tiroler Vua. habe Nägel an mein' Schna, esse gerne Leberknödel, und dies ist mein süßes Mädel. Spielt die Musik dideldnm, dreh ichs Madel flink herum." Und das Dirndl antwortet: „Tanz mit mir, mein liebes Büberl, hier ni diesem seinen Stüberl. weil doch heut zu dieser Frist Chanukka gekommen ist." Und nun tanzen sie. und man hört im Geiste förmlich das Chanukka-Lied als Ländler, von einem jauchzenden Jnhu begleitet. Und mitten in die lustige Gesellschaft platzt Chanukta, um die Puppen als Geschenke für brave Kinder zu. holen. Aber nur d i e Puppe wird für würdig befunden (gab es 1924 denn auch schon eine jüdische Mode?), die in einem netten Verslein ihre Jüdischkeit unter Beweis stellt. So nähert sich der Prinz Chanukka dem Tiroler Pärchen und fragt: „Ei, ihr zwei Tiroler da. was denkt ihr an Chanukka?" Und welch seltsame Wandlung: die Puppen, die verschenkt werden sollen, antworten, allen voran der Bub: „Das weiß ich schon heut genau, dieses Madel wird meine Frau, und ich Hab mirü vorgeuönnnen. wenn wir Kinder dann bekommen, will ich sie nur Gutes lehren. . . Juden sollen sie sich nennen, und zum Judentum bekennen. Stammbewußt und ohne Scheu, stark im Glauben, fest und treu." Mit kvwundernswerter Ausdauer geht Chanukka die Reihe der Puppen herab, bis er an den Struwwelpeter kommt: „Was tust du hier, Schwerenöter, ungekämmter Struwwelpeter?" Der antwortet nun schmollend: „Herr, man lacht mich hier im Haus wegen meiner Nägel aus. Macht nichts, gilt es Judas Ehren, kann ich mich mit Nägeln wehren." Sind wir dieser Zeit schon wieder so fern? Von wem wurden diese Stücke eigentlich aufgeführt? Sehr viele Jugendgruppenführer, Neligionslehrer und Vorsitzende von Frauenvereinen werden in diesem Jahr schwere Tage verbracht haben, um ein geeignetes Stück zur Aufführung zu finden. Viele Gruppen haben sich geholfen, indem sie begannen. eine neue Chanukka-Literatur zu schaffen. Ein Stoff aus dem Midrasch wurde genommen und in den Gruppen zu einem Stück durch Stegreifszenen gestaltet. So brachten gerade die „Jetzt erzähle du, Bäcker!" „Ich träge d'rcr Körbe auf meinem Kops, in dem obersten habe ich seine Kuchen, gute Brötchen. alles, was Pharao so gern rßt. Ich bringe es ltidir Pharao; denn Vögel sind gekommen und haben alle gute Backware aus meinem Korbe gepickt." Joses erklärte auch diesen Traum. '„In drei Tagen wirst du sterben., Vögel werden kommen und an dir herumpicken." So kam es, ganz so, wie Josef die Träume erklärte. Die Fliege im Wein hatte Pharao vergessen: aber das Sandkorn hatte ihm den Zahn verletzt und ihm Zahnschmerzen gemacht. Das verzieh der König dem Bäcker nicht, dafür mußte er sterben. Alice Oppenheimer (Fortsetzung folgt.) „Eine Mutter erzählt die Bibel" (von Adam und Eva bis JakobS Tuü> von Alice Oppenheimer, Zeichnungen von Jgna Bcth, das billige Chanukka-Geschenk, ist soeben in Buchform im Philo-Verlag (Berlin) er» schienen. Alles Nähere im Inseratenteil. Jüngeren ihr eigenes Erleben in diese Stücke. Eine Gruppe versuchte, die Malkabäergeschichte selbst zu einer Aufführung zu gestalten, und es kam den Jungens. hier weniger darauf an. die Heldentat des Juda Makkabi als vielmehr das Dulden des Volkes in den Mittelpunkt zu stellen. Keine Äckenutnisse, als wackere Enkel des Inda Mallabi weiterleben zu wollen, füllen die Zeilen dieses Stückes. Hier wird von jüdischer Not gesprochen. Und mehr. Hier spricht diese jüdische Not selbst. Andere Gruppen wieder haben sich geholfen, in. dem sie auf jede „Ausführung" verzichten werden. „Wir werden keine großartigen Versprechungen machen", sagte mir ein Pimpf. „Wir feiern ein Chanukka der Tat. Wir werden Kinder, die in keinem Bund sind, und die kein Chanukta feiern würden, zu uns cinladen und mit ihnen singen und lesen. Du mußt nämlich wissen", fügt er geheimnisvoll hinzu, „daß unsere Mädels Strümpfe gestrickt haben un& unsere Jungens Spielzeug repariert. Das werden nur den Kindern scheuten. Da hatten wir natürlich für Proben, fürA»ß sührnngen. gar keine Zeit." Ich schlage das Büchlein mit dem Chmwkli. Männchen zu. So schnall wird es niemand wehr aufschlagen. Wenn wir im Heim die Gesch'chtder Emanzipation durchsprechen. werden wir ry uns wieder vornehmen. Wenn wir ihre Verfallszeit kennenlernen wollen. Günter Frieälände*« , Dabrrr Schönberger: Valak, Zilcavr, Israel, Festtagsspiel für die jüdische Jugend, im Verlag G. Nansenberg, Aachen. Stück, das sich zur Aufführung für 10* bis Ichährige recht gut eignet. Für Jugendgruppen, suhrer ent guter Hinweis, wie man 'biblische Stoffe nn Laienspiel gestalten könnte. Der Versuch. die Sprache des Kindes zu sprechen, ist meisteils gelungen, nur selten wirkt er etwas übertrieben. Die Anforderungen an den Regisseur imfr allerdings etwas zu hoch gestellt. Am ge- Umgensten ist die Vereinigung der feierlichen Sprache mit dem Fassungsvermögen des Kindes. 6. F. ©*? mt mmt . ^lter Freund, Sie find geliefert, nun gibtkeine Allsrede mehr. Vor ein paar Monaten eu tlarten L>ie in beziig auf das jüdische Wissen und Empfinden, das Sie nicht hätten: man könnte sich doch so etlvas nicht „anquälen". Steht es noch nnmcr_ so mit Ihnen? Heute hatten mir fnapp .pvr Chanukka. Sie wissen nicht, was das KH' jüdisches Fest, zur Erinnerung an das -Ucakkabäer-Wlinder, acht Tage lang wie eine klassische Bauernhochzeit urld mindestens so lustig. Zu den Spielregeln dieses Vergnügens lnm in >threm Jargon zir bleiben) gehört auch, das; man spielt. Ich erinnere irttdj sehr wohl, wie tvir als Kinder unsere Eltern und Verwandten an chen Chanukkaabenden tnmiini« jicrt haben, sie mußten mit uns spielen, und vom Lotto bis zum Städte-LuarieU wurde ihnen nicksts erlassen, vom Treilderl ganz zu schiveigen. Sie haben ,nel)r Glück, iie Wunen ein kurzweiligeres Spiel haben, lvenn Sie wollen: Sie müßten ftch nur diese acht "Abende Zeit nehmen, und snr den Spaß wäre gesorgt. Da iü näinlich ein Büchlein erschienen mit dem Titel: „Wer? Was? Warum? 613 Fragen und An!- lvorten. Ein Querschnitt durch das Judentum." (Die Verfasser heißen Dr. E. Grünthal und G. Kutichuk, es ist durch die Varia-Aerlagsanslieierung zu haben), und wenn Sie die Sache etwa so machen, daß einer von Ihren Leuten ansgelm't öer jedem der Uebrigen zehn Fragen aus dem Buch zu stellen, und daß jeder Gefragte, der drei von den zehn Fragen nicht beantivorteu kann, eine Nuß. bei fünf Fragen einen Apfel und bei Groschen zu opfern hat. dann können Sie pch auf ^allerlei gefaßt machen. Tenn die prägen betreffen alle möglichen jüdischen Dinge, von Anquälen ist keine Rede mehr, es rvird Jhrien Vergnügen machen. Sie werden Appetit aus die jüdische Substanz bekommen. Sie werden — gleich anfangen: Wieviel Juden gibt es ans der Welt? Wie wurde der Fahneneid bei den Israeliten geleistet? Wie hieß der erste bekannte Toufilmdarsteller? Warum verhängt man bei einem Todesfalls die Spiegel? Warirm hat Atichelangelos N^fes Hörner? Wer war Bar Kochba? Woher kommt der Name Monh? War Moses verheiratet? (Wenn Sie jetzt antworten: „Nteine Sorge!", kommen Sic als Monstrum ins Museum, aber wenn sie die richtigen Antworten wissen wollen, schaffen Sie sich das Buch an.) H. I