Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 11 (29.11.1934)
- Date
- 1934-11-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r SÜnfote E {ifaU* &wMt mv* 4i&, 4wam'/ Ä» iZv^i-Mi' /wtwfo\M Mic£Um A>viUv tyv$$Xwty Am Abend vor Chanukka lvanderte der Prophet Jesaja über daS Land. Da sah er plötzlich im Gebüsch zwei Schlangen, mcd er hörte wie die größere von beiden zu der anderen sagte: „Ter Herr hat mich gesandt, damit ich zmn Hause des hartherzigen und geizigen Samuel gehe und ihn und seine ganze Familie erwürge/ Als der Prophet das hörte,'crschrak er und beschloß, das Unheil vom Haupte des Samuels abziiwenden. Eilenden Schutts lies er quer über das Land, bis er vor dem Hanse des geizigen Mannes stand. Ta verhüllte er sein Angesicht, mn nicht erkannt zu werden, klopfte an die Tür und bat um einen Bissen Brot. 2mm,ot sah mit den 2einen am Tisch, und viele Speisen waren aufgetragen. Cr wandte sich heftig gegen den Fremden und rief: „Kein Bettler hat noch in meinem Hanse ein Stück Brot erhalten, du kannst gleich weiter gehen/ Ter Prophet aber lieh sich nicht abschrecken, ruhig schritt er aus den Tisch zu und setzte sich nieder. Ter erzürnte Samuel reichte ihm unwillig ein Stück Brot und sprach kein Wort. Als der Prophet Jesaja gegessen hatte, sagte er: „Samuel, gib mir noch etwas Brot, damit ich es mitnehmen und unter die Armen verteilen kann/ „Was," rief Samuel voller Zorn, „erst ißt du dich bei mir satt und seht willst du gar noch Speise mitnehmen?" Ta aber erhob sich der Prophet, richtete seine großen, strahlenden Augen auf den geizigen Mann und rief mit lauter Stimme: „Samuel, ich rate dir, gib mir Brot für die Armen!" Zitternd erkannte Samuel den großen Propheten und legte da? Brot in seine Hand. Im gleichen Augenblick hörte man vor der Tür ein gewaltiges Scharren und Knirschen, und als der geang'tigte Samuel die Tür cm weuig öffnete, sah er draußen eine mächtige Schlange. Ter Prophet trat der Schlange entgegen, zeigte ihr das Brot und rief: „Va? suchst du hier? Samuel hat heute der Armen gedacht und nur Speise und Brot für sie gegeben." Und er rang mit der Schlange, bis sie besiegt ain Boden lag. „Sieh." sagte er hierauf zu Samuel, „diese Schlange sandte der Herr, der deinen Untergang beschlossen hatte. Tiesmal habe ich dich retten lönnen, aber sorge dafür, daß nie wieder durch Geiz und -Habsucht eine Schlange aus deinem Herzen erwachte, die dich und die deinen erioürgt, denn noch einmal kann ich dir nicht helfen." Und weinend versprach Samuel, daß lein Hungriger mehr ungespeist von seinem Hause gehen sollte. w K. K. Z. w a,*..;_ *0$ An mancher- Lichte riest, so fröhlich es auch verlief, knüpfen sich späterhin ivehmütige Erinnerungen. Ein solcher Ehannkkaabend ans meiner Kindheit ist mir heute noch in besonders lebhafter Erinnerung. Wie alljährlich war die ganze Familie bei meinem Großvater versammelt. Cr war schon sehr krank, und, obioohl er kaum mehr Hörle, hatte sein Gesicht doch einen andächtig lauschenden Ausdruck, als nach dem Anzünden der Menorah „Moan? Zur" gesungen wurde. Troß quälender Schmerzen zwang er sich, treu der Ueberlieferung und den Gesehen der Religion, einige Stunden init uns heiter und froh zu sein und verkürzte uns Kindern die Zeit bis znm Abendessen mit seinem geliebten Dominospiel, denn dabei brauchte er weder zn sprechen noch zu hören; da? hätte ihn viel zu sehr angestrengt. Wir Enkelkinder lvaren aber selbst bei diesem an und für sich ruhigen Spiel so ansgelassen, daß Großvater trotz seiner Sch,oerhörigleit sich die Ohren zuhalten mußte. Als lvir uns dann etwas früher als die Erwachsenen verabschiedeten, hieß er uns — ganz unerwartet — uns der Größe nach ansslellen, da er uns segnen »volle. Ich lvar mit meinem Platz gar nicht zufrieden, denn ich war doch die Aelteste, aber leider eine der Kleinsten nnd wußte aus der Bibel, daß Jakob seine Söhne dem Alter nach gesegnet hat. Großvater wollte uns jedoch in Orgelpfeifenanssiellung benschen, und schließlich lvar ja die Hauptsache, daß er für jedes Enkelkind bcnfeltuMi alten Segenssprnch gemurmelt hat. Auf dein Nachhauseweg war ich dann gar nicht so ansgelassen und vergnügt lvie sonst nach Ehanukkafeiern, denn ich lvar alt genug, um zu ahnen, daß un3 Großvaters Segen nur so Plötzlich zuteil geworden lvar, lveil er sein baldiges Ende heraimahen suhlte. Und lvirklich hatte er zlim letztenmal für im-? die Ehanrillalichter angezündet, die Lichter, die an diesem Fest seit über zweitausend Jahren jeden Abend, acht Tage lang, brennen. ‘SIMM Fünf Kinderleiestuben hat das Jngeudpslegedezernat der Berliner jüdilchen Gemeinde im August dieses Jahres in verschiedenen Teilen Berlins eröffnet. Kinder im Alter von 8 bis 1-t Jahren sollten hier zusamiiientoiumeii, Schularbeiten machen, gute Bücher lesen und spielen. Und die Kinder kamen, mn diese neue Einrichtung einmal näher zu „prüfen", ein Kind erzählte es dern anderen, und bald halte sich ein regelmäßiger ctamm gebildet. Ter kam und kommt noch heute, jeden Tag. ob ecdraußen regnet oder die Sonne scheint, ganz egal. Bon 8 bi-? 7 Uhr nachm, sind die Kinder täglich hier, und es ist mir schade, daß die Zeit so schnell vergeht. Wenn mn 7 Uhr die Lesestnbe geschlossen lvird, dann ist allgemeiner Protest: „Was, lvir müssen schon gellen, das kann doch noch nicht 7 Uhr sein!" Tie Kinder haben ja nud) in den vier Stunden ein richtiges Pensum zu erfüllen. Ta lverden zunächst ^chularbeilen gemacht. Und weuu man etlvas nicht lveiß. wollte man einen Mittags tisch für bedürstige Schüler entrichten. Ztlm Schills; der Stunde wurde noch verabredet, von jetzt ab innner an zlvei Naclilnittagei; der Woche zu proben. Als Nuth an diesem Mittag nach Hanse ging, lvar sie ganz verrvnndert, lvie ander? mit einemmal die gallze Welt altssah, oblvvhl das Wetter sich eigelltiich nicht gebessert hatte. Da? lag nur darall, daß sie selber so froh rnld vergnügt gelvorden war, so froh, als waren schon irgendivo unsichtbar die Chanukkalichter angeznndet worden! &&tt hiw Hallo, K'nlder! Wer von euch hat noch einen Platz frei auf feinem Ehinmllmvimschzettel? Ter schreibe schnell mal hin: Die „Kunterbunte Spielliste". Das ist ein ganz neues und feines Buch! Da haben zwei Leute, die wissen, daß mau manchmal, wcnn's immerfort regnet, gar nicht mehr lveiß was ansangen, alle möglichen Spiele drin ausgeschrieben und für euch erklärt. Alles könnt ihr drin finden, vom Abzählvers bis znm Rätselraten, vom Trickzeichnen bis zu allen andern möglichen Kunststücken. Ja sogar ein richtiges Theaterstück steht auch drin. Und über daS gailze Buch ist eine Menge bunter Zeichnungen verstreut, damit die „Kunterbunte Spielkiste" »loch kunterbunter allssieht. Also, tver noch.etwa? wünschen darf, der merke sich: Tie „Kunterbunte Spielkiste" von Erich Gevrgi und Hilde Pciser. Herold-Berlag N. & E. Lenk (Stuttgart). _ 6. Ans den Silben: a — al — am — be — bcl — ce — der — fer — fil — ga — hei — ka — ka — kah — kirr — me — mek — ne — ml — Pferd — ft — 1c — u — li —sind 11 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. Anderes Wart für Geschenk 2. Rand eines Gewässers. 8. Gebetriemen. 4. Baum in Palästina. 5. Jüdischer Dichter. 6. Mohammedanischer Gott. 7. Flußtier. 8. König m Juda. 9. Wüstentier. 10. Elektrischer Draht. 11. Kinderfrau. Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter ergeben, von oben nach unten gelesen, einen Fcsttagswttnsch. Ltekan Sclnvarrscliilä. - Text von Zeichnungen von Dolo Biirgncr. Sic-£ßUfa6 fön- Sn-Uutlvwjii' 7 / /// \ //