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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-29 · 48 (29.11.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
48 (29.11.1934)
Date
1934-11-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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✓'V'* «*-*•.A^*r/r\ y\ y '/ vvwvV1'^ tS^li/v C *'/i!j 'S'sJJ vy O' W-J vw' P J V V V* Vj/1 W'JV :| V -| vO <.ssO „Wir hallen, rvir tragen im Wandel der Zeiten das Erbe der Väter, das ewige Cut, Wir schöpfen ausClaubcn, aus Leiden imdStrciten die dauernde Jugend, den schaffenden Mut.“ Am Sonntag, bem 25. November, wurde in Frankfurt die Pädagogische Wvche des Philanthropins feierlich eröffnet. In der schönen, mit Bildern früherer Rektoren geschmückten Aula begrünte nach Orgetpräludinm und Fcstgesang Oberstudien, direltvr Dr. Driesen den Borsitzenden des gcschäftssnhrendcn Anschusses der Neichsvcrtrctuug der dcuitschen Juden, Ntinisterialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, bon Präsidenten des Preußischen Landesverbandes füdischer (^mrinbm, Kammergericlitsrat n. D. Leo Wolfs, der gleichzeitig als Liertrcter der Berliner jüdischen Gemeinde er. schienen war, den Borsitzendcn des Schulrats des Philanthropins, Sanitätsrat Dr. Ettlinger, den Borsitzcndcn der Franlfnrter Jüdischen Gemeinde. Jnstizrat Dr. Blaii, den Präsidenten des Oberrats der Badischen Israeliten, Professor Dr. Nathan Stein, die Vertreter des Bayerischen Landes- Verbandes Israelitischer Gemeinden, Oberstlandcsgerichtsrat Dr. Neumeyer und Dr. Freund, den Vertreter des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Hessen, Rabbiner Dr. Levi, den Vorsitzenden des Neichsverbandes der Landesverbände jüdischer Lehrer Deutschlands, Nettor Dr. H. Stern (Berlin), die Vertreter des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des Rcichsbnnds südischer Frontsoldaten und anderer Organisationen, die Direktoren der jüdischen Schulen Deutschlands und die Pädagogen, die aiis dem ganzen Reich sowie ans der freien Siadt Danzig zur Teilnahme an der ..Pädagogische,! Woche" naä) Frankfurt gekommen ivaren. Ein kurzer R'undgang durch die Räume dcS Philanthropins, in denen zahlreiche, zur Ergänzung der Referate dienende Ausstellungen untergevracht sind, erweckt ein Gefühl der Achtung rwr dieser ältesten jüdischen Schule Deutschlands. Die Liebe, mit der die Ausstellung angelegt wurde, die strahlenden Gesichter der Schüler, die Festtagssiinunuug, auch aus den Gesichtern der Eltern, dies allein spricht eine beredte Sprache. Der Geist der Schule ist in dem Merkblatt, das das Philanthrovin heransgegeben hat. in Worten eingegangen. Diese zehn Sätze, die die geistigen Grundlagen des Philanthropins erläutern, jeder s'tzort für Wort inhaltsreich, gipfeln in der Forderung: ..Sie müssen dereinst Mitarbeiten, als Arbeiter der Hand und des Geistes, an der schweren Aufgabe der deutschen Iudenycit. einen lebenswilrdigcn und lebensmöglichen Platz zu gestalten m dem weltpolitisch wieder freien, heimatlichen Deutschland, und dein Judentum, im Bewußtsein seiner religiösen Menschheitsausgaben, eine Möglichkeit zu schassen, innerhalb des Raumes und des Geistes der Menschheit." Wenn cs überhaupt noch prinzipielle Gegner der jüdischen Schute gibt: angesichts dieser ehrwürdigen deutschen und jüdischen Tradition muß jede Gegnerschaft verstuinmen. Eine achtklassige Volksschule mit Knaben und Mädchen, ein Resormrealghinnasium, das von der Nutersekunda bis zum' Abitur in seinen Klassengcmeinschastcn Inngens und Mädels gemeinsam^ erzieht, und cin Mädchenlhzemn, das ist der Ausbau der Schule, die als ihre charakteristischen Einrichtungen n. a. anssührt: Gesamtunter r i ch t, A r b e i t s g e m e i n s ch a s t, „A l I g e m e i n e P r o b l e m e des Judent n m s", S p i e l s ch a r, S ch n l o r ch c st e r, Sportverein. W e r l st ä t t c n für Buchbinderei. Tischlerei und Schneiderei und Berufsberatung. Der Siolz auf diese vorbildliche Schule sprach ans den einleitenden Worten des Obcrstudiendirektors Dr. Otto Driesen. Er verlas zunächst einen Begrüß,mgsbrief von Leo Baeck, der mii seinen Glückwünschen Ausführungen über die Bedeutung der Sprache dem Pyilanthrvpin gewidmet hatte: „Sprache ist Daseinsbesitztnm menschlicher Gemeinschaft. Das lvitl sagen: sie ist hier überliefert, von Geschlecht zu Geschlecht, und wird doch imrner N'ieder, dnrcl, jedes neue Leben, geboren — ein Erbe und doch eine Aufgabe, die sich stets wieder stellt. Beides zusammen lvird datier zu ihrer Wirklichkeit und Wesenheit: oas Ueberlonuvene. d!c Sache, die im Wandel beharrl. und das Persönliche, der Ausdruck, den das Ich verleiht: sie ist liier die Sprache aller einst und letzt und ist die Sprache jedes einzelnen in seinem Heute, lind wie der Mensch ist sie in 'Innerlichem und Aenßeclichem. im Erhabenen und Gewöhnlichen gebildet, und lvie in ihm kann dieses eine und dieses andere ihr zur Gegenwart und zur Zukunft werden. Auch die Sprache eines Balles Hai dal,er ihr Sihutsat; sie hat il>re kleinen und ihre großen .'seilen. Bald so!! sic nur brauchbares Werkzeug des Alltags sein oder lbnendes Mittel der Selbstsucht, bald dürfen Wahrhaftigkeit und Verlangen nach Recht, Vornehmheit und Sehnsucht in ihr leben. Sie kau'n so Wandlungen ihres Gehaltes erfahren durch alles das, was in ihr bestinunend wird. unb fic hat so ihre Siege und ihre Niederlagen — und das sind die eigentlichen, die entscheidenden Siege und Niederlagen eines Volles. Sie gewinnt neuen Bereich und verliert alten, ererbten durch das. was sie der Welt zu beoeisten beginnt. Ausdruck eines Hohen oder Ausdruck eines Niedrigen inmitten der Menschheit. Auf Ehrfurcht vor der Sprache, Ehrerbietung damit gegen Blei,scheu, deren Suchen und Hoffen in dieser Sprache ringt und den Reichtum der Besonderheit ihr schenkt, gründet sich aller Sinn für eine weite Gemeinschaft, alle Liebe zu ihr und ihrer Heimat, ist die Kraft dieser Achtung im Schwinden, dann wird das Empfinden für die Gesamtheit im Weichen sein, und die Kultur, die im Lande lebt, wird sich verengen. Denn das ist doch einende Bildung, Kulrur: die Fähigkeit der einen, innerhalb der verbindenden Ganzen einen: Eigentümlichen Form und Wort zu geben, und diese Fähigkeit der anderen Verständnis und Hcrzcnsscheu dem cntgcgenznbringen. In der Sprache wohnt so eine sittliche Ans. gäbe auch, und wir deutschen Inden dürfen wissen, daß sic zu uns hintritt, daß wir sie — heute zumal — erfüllen sollen. Sprache des Menschei:, Seele seiner Sprache ist das, was durch seine Worte offenbart ist. Von einem Ernst und einer Geradheit, von einer Tapferkeit und einer Hoffnung, von einer Frömmigkeit und einer Ehrfurcht, von einer inneren demütigen Größe kann die Sprache eines Menschen zeugen. Es ist ein Gebot, auch der Kultur, daß die Seele des Juden spreche und die Seele des Inden höre." „Zwischen Traum und Wirklichkeit", so führte Otto Driesen^ in seiner Eröffnungsrede ans, „sind unsere Tage." Was gestern selbstverständlich war, ist heute phantastisch. Was gestern dem Reich der Phantasie angehörte, heute ist cs Wirklichkeit. Wer weiß was das heute Wirkliche und daS heute noch Phantastische morgen ist? Lehrer, die in einer solche,: Zeit der Wende leben, dürfen nicht lachen und nicht weinen mit der Zeit. Denn sie sind bcrusen zuhührcn. Die Eltern, die Gemeinden, jeder blickt ans die indische Schule als die Trägerin der deutsch-jüdischen Zukunft. Das Philanthropin hat ein Merkblatt heransgegeben. aber Merkblätter sind eben nur Merkblätter. Der Prüfstein der Schule ist das Miterlcben des Schülers. Die Erziehung der Schüler 'st auf die Freude am Dasein gerichtet, die Grundlage jedes würdigen Lebens. Und so soll die Freude der Aeltcren über die Schulsrcnde der Jüngeren ein HauptcrlebniS der pädagogischen Woche sein, von der Trost und Hoffnung ausgehen sollen. Die Erziehung zur Freude als sittlicher Grundhaltung ist etwas Ernstes, und es wird um so ernster, je drückender der Alltmust. Die Geineinschaftsschnle der Juden deutscher Sprache birgt eine Sonderausgabe: DaS deutsche Indeutun: bildet keine Einheit, wohl aber eine Gemeinschaft. Die innere Wärme und der Wert der. Gemeinschaft erwachsen ans dem gegenseitigen Verständnis. Die Ausgabe erwächst aus dem Grundsatz des Philanthropin: Werde ü'as du bist, und du rvir st dich durchsetzen: wir» die Lehrer werden dir helfen. So gilt es,'Wege zur seelisch freien und natürlicher: Berufswahl zu öffnen. Im letzten Teil seiner Ansprache zeigte Otto Driesen das Verhältnis des Philanthropin znm Iugendbund und zun: Elternhaus ans. Die Schule soll nicht vorübcrgehcn am „Wegrvciscr der Bünde": denn hier herrscht Leben. Und dennoch: die pädagogische Führung läßt sich die Lehrerschaft niemals nehmen, sa, sie wird sie sich gegebenenfalls erzwingen. Jugend hat das Wort, aber nicht das große Wort im Philanthrop:::. Jeder Bund, gleich welcher Richtung, kann in der Schule sprechen. Der Führnngsanspruch der Schule kennt nur eine Grenze: Die unantastbare, ehrwürdige Gemeinschaft des Elternhauses, die vorbehaltlos gleichberechtigt empfunden wird. Das Philanthropin trägt seine 130 Jahre -alte Fahne weiter, ans der die Worte: Heimat. Glaube und Menschheit stehen. Tic Zeit hat ans die andere Seite bm neue Begriffe gesetzt: Kraft, Zucht und Tiefe. Seit 3000 Jahren inarschicrt das jüdische Heer, Kinder von Simson, David, Bar Kochba und Juda Mcil'kabi sind sie und ,verden lveiter leben. Sanitätsrat E t t l i n g e r überbrachte die Grüße des Vorstandes des Schulrates. Geistige Erschütterung bewährt sic!) nicht immer, und deshalb darf die Schule nicht den Forderungen der Mode nachgebcn. Die Schule braucht Ruhe, Sannnlnng und Bcstüichigkeit zu ihrer Arbeit Ohne die Tradition abzubrcchen, soll sie ans den unerschöpflichen Kraftguetlen des jüdischen Seins vom Alten zuu: Neuen führen. Das Wort des Propheten: „Seid getrost und arbeitet; deu'u ich bin mit euch, spricht der Herr", gilt mehr denn je. Justizrat Blau, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frnnlfuri. sprach in Worten der P'.ahnuug. der Zuversicht und der Aufeuernng die innere Antestnah,ne der Genn'inde an, Werke des Philantt)ropin aus. Kumm eine Geuieiude hat so stark den Wechsel von N'iedergaug und Ansslieg der deutschen Juden mitgencacht wie Iranksnrt a. SJJ!. In diesen: Ringen hat die Frankjnrter Indenheii das Vertrauen ans die einig,> Gerechtigkeit und auf den Hilter Israels nie verlassen. „Jüdisches Frankfurt h: Not. weite Hände und Herzen, lasse dicl> leiten von den, nicht zu brechenden Witzen, dich trotz allein zu erhalten. Harre aus, mit den Geist zu erhalten, ist die Forderung an,h nieiterhin." Dr. Otto Hirsch brachte den Gruß und den Dank der Rtz'ichsverlretimg und der Landesverbände der jiidischeu Gemeinden. Sei es doch die vornelpnste Ausgabe der Reichsvertretung, die Entivick- Im,fl der Schule und des Vstdnngsivejens zu fürdern. Kein bessere: Gruß schiene ihn: an: Platz als der. den Wilhelm A.'eister ans seinen: Gang durch das Bergivcrk der erzieherischen'Provinz denen zurufen will, die ihn: Glückauf grüßen: Sinn auf!; denn Sinn ist n,c'I>r als Glück. Als letzter tztedner brachte Rektor Heinemaun Stern, de: Vorsitzende des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine, den Tank der Lehrer zun: Aiisdrnck. Niematldea: tut das Lernen mehr not als dem Lehrer, der in seinen vier Milden ständig der Vereinsanulng preisgegeben ist. In allen pädagogischen Diskussionen in der jüdischen Presse haben nur selten die Lehrer mitgesprvchcn. Das liegt daran, daß Praltiker nur ans der Erfahrung sprechen wollen. Das Wohin ivar allen von Anfang an klar, aber das Wie war fraglich. Kluß war cs deshalb, daß erst jetzt nach dem Ablauf cir:er gewissen Ze:t Praktiker in einer Woche ihre Erfahrungen zeigen wollen. So wie bic Menschen aller jüdisch-politischen Richtungen hier zusammensitzen, soll es bleiben; denn politische Gegensätze beherrscl)en die Arbeit nicht. Möge die Lust der. Einheit und des Friedens erhalten bleiben. Am Ätittag trafen sich die Teilnehmer Per Pädagogischen Woche zu Ehren der auswärtigen Gäste bei einen: Imbiß. In vielen Ansprachen wurde das Philanthropin. seine Lehrerschaft und sein Rektor gerühmt. Ter Nachmittag brachte das erste Referat, in dem Dr. Siegunind Hirsch den „Geist des Philanthropin in: Lichte der Schriften seiner Lehrer" aufzeigte. Wirkungsvoll ergänzt wurde dieses Referat dlüch die gleichnamige bibliographische Ausstellung. Ter Abend vereiitte die Teilnehmer bei einen: Kunstabend: „Jüdisches Erleben im deutschen Knltnrkreis". Bewunderung lösten die Chöre des Philanthropin aus. die sich mit Hans Assenh e i n: und Bettina F o i t l c r, den^Solytcn ^des Abends, abwcchselten. War der erste Teil der Bortragssotge. der den 24. Psalm von Gluck, Arien ans den Oratorien Handels „Saul" und Haydns Schöpfung". Schubert-Lieder und einen Toppelchor von Atendelssohn-Bartholdy brachte, schon ein Erfolg, so erreichte die Begeisterung der Zuhörer m dem zweiten Teil ihren Höhepunkt, als Nt. Lerthold A u c r b a ch in den von Alfred A n e r b a ch geschriebenen und vorgetragenen Skizzen Erinnerungen ans dem alten Frankfurt in der älteren Generation anfsteigcn ließ. Chassidische Geschichten waren^ in das Progrmnm eingefügt, das durch die Uranssührnng ostjüdischcr Lieder abgerundet wurde. Ein wirkungsvoller Anstalt der Pädagogischen. Woche. Günter Friedländer Anläßlich der Erössnnng der „Pädagogischen Woche" des Frankfurter Philanthrop:,:^ fand am 25. November in Frankfurt eine Konferenz der pädagogischen Fachgruppe des Neichsverbau des jüdischerLchrer statt. I. B. L e v y sprach über „Jüdische Schule der Zukunft, Lehrerbildnng und Lehrcrstand". Tie Frankfurter Ortsgruppe des Lchrcrvcrbandes hatte beschlossen, im Anschluß an die „Pädagogische Woche" ständige Ausbildnngskollegien an den bestehenden Schulen für die Kollegen acis dein Reiche einzurichten, um damit dem gesamten Lchrerstand die Ntitwirknng bei der Lehrcrsortbildung zu ermöglichen. Dieser Beschluß bildete den Gegenstand einer eingehcnden Erörterung ans der Zlvnscrcnz. Der Präsident der Neichskammer der bilden^ den Künste hat unterm 20. November eine dritte' Anordnung betreffend den Schutz des Bcrnses und die Berufsansnbnng der Architekten erlassen^ Die Anordnung stützt sich auf § 25 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Rcichslultnrkammergesctzes vom 1. November 1933 (NGLll 7. S. 797—799). Danach fallen Leistungen und' Arbeiten rein technischer Art nicht unter den Bc^ griff der baulichen Gestaltung im Sinne der rnfeS und die Bcrufsansübung der Architekten vom 28. September d. I. (vergl. Dir. 40 der „E.-D.-Zeitung"" vom 5. Oktober d. I.). Zu den Le:stm:gen und Arbeiten rein technischer Llrt sind zu re6)nen: Bauliche Aenderungen in: Innern bestehender Gebäude, wie Versetzen von Türen. Ausbrcchei: von Zivischemvänden, Einziehcn von Decken, Verstärken von Fundamenten usw.. Anbauten, Ergänzungen oder Erneuerungen, die nach außen entweder überhaupt nicht hervortreten oder das Gesicht des Stadt- oder Ortsbildes oder der Landschaft nicht bceinfkussen. Handelt es sich hierbei um bauliche Aenderungen künstlerisch wertvoller Bantei:, die beren Gesamthaltung beeinflussen, so liegt der Begriff der baulichen Gestaltung vor. In Zweifelssälleu entscheidet der Präsident der Reichskamnrer der bildenden Künste oder der von ihm beauftragte Leiter der Landesstcllen. Unter der Oberleitung -in: Sinne des § 8 der Anordnung betreffend den Sclintz des Berufes und die Bernfsausübimg der Architekten ist oie künst. lerische Oberleitung zu verstellen. Hicrzri gehören nicht die verantivorrliche techniscl>e Leitung der Ausführung und die örtliche Banführnng. Ist an den: Sitz einer Banpvlizeiöehörde lein Architekt vorhanden, der gemäß 8 7 der ersten Anordnung belressend den Sclnitz des Berufes lind die Bernssansübnng der Archiiekien eigene En!- ttn'irsc' z» Bauten als bairpokizeiliclie Eingaben bei den znstälidige» Behörden cinznreiclien und dort für bei: Bauherrn zu vertreteil berechiigt ist, und würdeu sich liieraus nachivcrsbar Stockimgen des Arbestsinarktes ergeben, so kann nach P.'aßgabe des Abs. 2 für Personen, die Eiitivürse zu Ba'liteu bei den Baiipolizeibehördei: einreichei: ,vollen. Bcfreiunng von der Pfiicl,t zur Zugehörigkeit zur Känuncr wegen geringfügiger' oder gelegeniliclier Ansi'ibilng der Architektenlätigkeit beivilligt werden. Die Befreiung von der Ziigehörigkeit der Reichskanuner der bildenden Künste lvird für die Plaiibearbeitirng des einzelnen BamverkeS ausgesprochc,'!,, wenn der Nacstiveis der Stock»,na des Arbeitsmarltes durch eine Erklärung des Treuhänders der Arbeit oder seines örtlich Beauftragten erbracht ist. Der Antrag „ns Befreiung' ist au den Leiter der örtlich znständigei: Landesstckle der Reichslämmer der bildenden Küuste zu richten, lieber die Befreiung wird gegei: Zahlung einer Verwaltungsgebühr von 3 RM eine Bcschcuuguna erteilt, die der Baupolizeibehürdc bet der Einreichung der Baupläne vorzrilegen ist. Die Mitwirkung eines nach 8 7 der ersten AnordlUtng betreffend den Schlitz des Berufes :md d:e BerussauSübung der Architekten zum Ein- Q „TJ „ Landesverband inkand-Wesifalcn 5. Den .Wille und :. Bruno Werl (Berlin) :er, U Uhr: Wuppertal. :er, 20 Uhr 45 Essen, er, 20 Uhr 39 Min.: Dortmund. Gladbach: Dr. Er:n't Plaut (Cifcnj; Il'cq öcr öcuUdjcrt Jüdin." ndesverüand Groß-Berlin 2. Dc-crnb:r, 17 Uhr: DrtsgruppL Osten und AlHandcr bos Bundes Deuisch^nd'ueliee Ju-nn». Cstanukla-Fugendieicr. Lc'ücordiu.CL.'e, Ändrn:a2str „r. 21) Uhr: Änndaelninc:. Ernst Behrendt: „^ca. biflft Gemein,chaft-hinn " Bunter Bdcnd. Concordii. Gäle, Andreasstrastc 04. 4. Dezember, 20 Uh:: Orwaruppe Nordnslen n-'d Neuer Snungoacnncrein 8li)lestrcis;e. Chnnnktn-^eier. Dr Friedrich Brodnist: Begrüßunar-ausorachc. Ltnn'or B. Schreiber: B<n.;ündeir oe.: Lhanuttcl'^ichtcr. diner Dr. Btanfred Swcir,c»ski,: Ansprüche. Äednre:, Prachtstttc am Mcirchenbrunncn, Am Friedrichs. 6. Dezember, "20 Ahr :iO Min.: Or!-5grupvc 7örin,enst- und Jüdischer Frn:,euvcrein Weißeusec. Chanin!.,. Feier. Arnold Slciu: „CdannNa — ein Mach,r.,al .für Gectenmart unb Zukunft." Gesang: Alirc Geüeüberq. Bepleilnn^: .sano ZuNauen. Anschiiestrnd qr. ^'clliries Dcisaiumenseiu. Ncsiaurant „Berliner Ho,'", Weißcuscc, Lan^hunosiroßc (A:u Antouplatz). Landesverband Brandenburg 2. Dezember, 11 Ahr 20 Min.: Berlin: Landec-nerbopdc'- tagunq. Dr. Alfred Hirschbecp: „Die Tätigkeit dcö C. lP." Logeuhau-o,!tlristscraßc 10. Landesverband Hessen-Nassau 29. Sioocmbct, 20 Ahr: Frankfurt c, M.: Äecht-^n,^^,« Dr. Otto Hrcht (Frenitsurt): „Dar Recht des Handelsrertretcrs nach den neuesten Gerichtseutscheidiiiigen und Hnndelsstebrönchrn." Otto Nerufmann iFrankfur:,: „Die Grnndzügc der lommenden Steuerreform unter Bcrüchsichtigung der Besteuerung des Handelsoertre. lers." Dr. Wolfganq S. Mastdorfs <Frcuikfiirt): „Zur Frage des jüdischen wirtschaftenden Menschen." Goethe- Raffer, Zctt 27, l. Landesverband Pommern Dr. Dcrthvld Wciiibcrg lBerlin): „Heute und :n alle Zukunft deutsches Judentum." 30. November: Äöslin; 1. Dezember: Lelgord: 2. Dezember: Tcmpclburg. Landesverband Mitteldcutschland 1. Dezember: Annaberg: vandgcrichtsrat a. D. Dr. Kur: Cohn cCheiunist): „Die Hage der aenischrn Juden und 4. Dezember, 20 Ahr: Eislebcn: Sturt Sabastkp Nicipyo).- „Dcn.tsch-iüdisches Dasein heute und morgen." Spuaaoöe. 8. Dezember: Wcißcnscls a. d. Saale: Dr. ttnri eohn sChemnitz): „Die Aufbauarbeit des C.-V." Gemeinde- 8. Dezember: Dresden: Dr. Alfred 5sirschbcrg (Berlin): „gdce und Arbeit im deutschen Judentum." Landesverband Baden Dr. Fritz Goldschmidt lDcrlin): ,,F>:r nrstrrr Arbcils. und 2cbcn-srai:m! Für deutsch-iui-re 1. Dezember: Konstanz: Hotel St. Johann. 2. Dezember, 20 Ahr: Frcibnrg: Breisgau.Hoae. 3. Dezember, 20 Ahr: Ofscnburg: Gemeindcsoal. Landesverband lttordwcstdcutschkand 2. Dezember, 23 Ahr 30 Min.: Einbeck: Gemeiuinrur« sammlung.- Dr. Werner GrunsfclÄ (Hamdmg)« Sp mgogc, Goeihestrastr. L. Ds-em.bcr, 21 Ahr: 5ttcl: Giinccnde.vers6M7>wing. Du Grunsreld (Hamburg). Spnagoge. Eaethestraste. 4. Dezember, 20 Ahr 30 Min.: Hamburg: Frauen Frau Marlen Iacobseu: „Thomas Manns Geschichten 5macobs." Hcimhndcr Strasta 70. 2. Dezember, 20 Ahr 30 Min.: Wilhelmshaoes: Gememde« nerfamnilnng. Amtsgerichtsrat a. D. Dr. 'Fräst Gele,« schmidt (Berlin): „Für unseren Arbeits- und Vcbenorannil Für dcutschhüdische Zukunft." Schullslak der o. Dezember, 20 Ahr 30 Min.: Hamburg: Aerzleversainmlnng. Anilsgcrichisrat a. D. Dr. Fritz Goldschmidt (Berlin): „Acrztercchtliche Fragen." Palast-Hotel, Fest« saal. Neuer Iungferustir-.t. 8. Dezember, 20 Ahr 30 Min.: Goitrugen: Gemeinde Versammlung. Dr. Fritz Goldschmidt (Berlin). ßinunnii!isiuiiriiirkiiüimiiniuuinniniüin;ni:iriuniuiuiuäiiiiiui;i reichen von Bauentwürfen berechtigten Architelicn istz ferner nicht erforderlich, wenn Entioürse zu Bauten als baupolizeiliche Eingaben von Behörden innerhalb ihres zuständigen Ausgabcnkreiscs eingereicht werden. Vor Mitgliedern des NS-Lehrerbundes des Kreises Stuttgart hielt Ministerialrat Dr. Stälist einen Bortrag über Vererbnngssragen. Daöci führte er u. a. aus, wenn wir bemüht seien, nnicr Volk von allem 7Fremdrassigen zu säubern, dann dürsten wir innerhalb unserer eigenen Räume nicht in einen Rassenmateriakismus verfallen. Wir dürsten nicht dem gegenwärtig grassierenden „Blondsimmel" huldigen, dem jetzt schon Ströme von Lüasscrstvfssupcroxhd geopfert ivirrden, um als rassereiner Arier weithin zu leuchten. Tas äirßerc Erscheinnogsbild brauche keinesivegs dem inneren Erbbild zu gleichen, da die Natur oeide-' getrennt vererben könne. Nicht jeder und iede Hochblonde sei inuerticy ebenso rein gerwamich. und in vielen Duakelhaarigen stecke eine iieldisclie Seele, ptac!; dein äußeren Bilde iiher Raisenn'erl oder 'imwerl zu urteilen, sei salscl, unb uiigereä,! und zeuge von wenig Wissen in der Sacl,e. Ent« sehcideild allein sei das Jiiucrc des Aienschen. Al,lässt ich der 100. Stistungsseier der Uni* versität Bern hielt der ueugewähite Reiior. Professor Haller, einen beinerkcnsiverten Vortrag über das aktuelle lphema „!1celigioi,»nd Rasse", in dern er u. a. aussührte, daß die Religuul nicht allein von der 3>'asse bedingt sei. Lllohl können rassische Einflüsse »utgespielt 1,aben. aber nur im Zusammenhang mit solchei, der Familic, der Sippe und der nnrischastlrelien Lebeusvedin« guugen. Dabei sei nicht zu vergessen, daß „Rasse"' ein dhnamischer Begriff ist. der einem ständigen Wechsel unterliegt. Früher machte die Wisien« schast den Fehler, Spraeligruppcn ivio Semiten oder Jndogernmnen mit Rassen zu identifizieren. Der Ethnographie und der Archäologie gelang es aber, primitibe Regeln und Kulte bei allen Rest" ginnen in übereinstimmender Gemeinsamkeit fest« zustellen, als et'.vas, was guer durch sie hindurch« geht, ohne Beschränkung auf Sprache oder Rasse. Religion bringe letzten Endes nichts Trennendes, sondern Gemoinschastsbildendes; ihr Endziel ist eine „heilige Gemeinschaft". d) i. Umfang 478 Seiten Preis: Kartoniert RM 5.50, Leinen RM 6.30 ’szfl 0 /\ VS;3nl IC73' tun V V uHU'UlM U LJl ER,C8aS5NSwfltAG Durch die Buchhandlungen :ÜSl liöÖSSbüCSl? VGA |fm£3

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