Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 48 (29.11.1934)
- Date
- 1934-11-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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und &rt('i)Iinii[d]iMi O’K'nmva (im 4. und •>. Jahrhundert) Hut „eine onghorsige (tmtmieflnug die Vegrntrdcr der neuen jüdischen Wröfie, die Muflnbücx, önrel) Ignvrier'.rug a 11 fi c [ lT;'[ offen." Auch die jüdische Geschichtsschreibung -- so führt Tr. 'Osofef AUauöiier, Professur an der Hnlversitnt Jerusalem, aus (IesrrL nun Nazareth, S. 180> —. verstand die drei nachfolgenden chllSrnonäer Jochanaan Hhrlanuch 'Ielmda Aristolml und Alexander Januar svivrs die Bedeutung ihrer Siege für die Geschichte der Juden, ja für die Geschichte der ganzen Meusi-yheit. nie zu würdigen. „Wenn diese drei Fürsten nicht gewesen Umrcn, wäre nie ein „Land Israel" entstanden: vielleicht wäre ein kleiner Bezirk „Judäa" übriggcblieücn, der ganz in der groben Provinz „Shria" oder in der kleineren „Palästina" untergegangen wäre. Und dann Hütte weder der Talmud noch das Christentum in Palästina entstehen rönnen." Das Charakterbild der drei letztgenannten Hasmouäersürstcn schwankt allerdings durch der Parteien Vas; und Gunst verwirrt. Dazu äußert sich Josef Kastein in seiner „Geschichte der Juden", S. 145: „Simon, der Fürst, tut an sich nur das, was vernünftige Voraussicht in die Cristen?, des Staates „Judäa" bedeutet, er befestigt die Grenzen des Landes. Aber schon sein Nachfolger und Sohn Jochanaan. vvrkanus treibt Eroberungspolitik. Er will einen großjüdischen Staat haben . . . Es konnte das Volk nicht versöhnen, das; mit der politischen Macht der Wohlstand des Volkes wuchs. Sie waren nicht Untertanen. Aus der mangelnden Ucbereinstimmuug in den Zielen von Volk und Regierung erwuchs seht diejenige Austeilung des Volkes in Parteiungen, die den Nest seiner staatlicher: Existenz mit erbitterten und blutigen Kümpfen erfüllte..." ' Seit Jahrhunderten feiern die Inden das Weihesest au, 2.~>. Kislew, aber nie wurden die drei Makkabäer und ihre Heldentaten mehr gewürdigt und gefeiert als in der Gegenwart mit ihren Sorgen und Nöten. Der Mund des Predigers verkündet im Tempel, das; ben bedrängten Juden allzeit Hilfe geworden sei. Und zu Hause läßt man die Kinder am Lichterzünden und Segenssprnch teilnehmen und beschenkt sie zur Freude und Nacheiferung. Ja. die Makkabäer haben sich für immer einen Platz im Herzen des jüdischen Volkes erworben: ihr leuchtendes Beispiel erfüllt jede jüdische Seele mit Stolz und dankbarer Erinnerung. Wie aber Andersgläubige über die Makkabäer denken, zeigt der große spanische Romancier V icente Blaseo Jbanez. In seiner Novelle „Luna Bemnnvr" läßt er die Heldin, eine Jüdin in Gibraltar, ausrufen: „Oh, es gab unter uns Helden — die Makkabäer. Und ich tiiimnic wie Granadas Thamar von einem Hidalgo, tapfer und Nhn wie Judas Makkabäus, der Cid der Hebräer — der Löwe vom Stamme Juda ..." C.-V.-Kalende? siehe L Beiblatt 4• Seite V Die" Verb.-mdLlaLUüg -des LandeSverbarrdeS Baden im E.-B., die am 25,. November 10;>i nach mehr als einjähriger Pause in Karlsruhe stattfand, war eine Heerschau des badische!: Judentums: 89 Abgesandte nls Vertreter der C.-M-Gruppeu in;>S badische:: Gemeinden" hatten der ergangenen Einladnng Folge geleistet, unter ihnen — anddrücklichst dazu gebeten — die Vorsitzenden der badischen Gruppen de» Bundes deutsch.jüdischer Jugend. Ter LandeLverbandsvorsitzeude Rechtsanwalt Hugo Stein, leitete die Tagung. Nach ihm sprach der Syndikus des C.-V., Dr. Hans 'Reichmanu in weitgreisender grundsätzlicher Art. Nach dem gen:einsamen Essen fand eine spezielle Tagung der Ortsgruppenleiter des' BDJJ. statt, auf der viel diskutiert und noch mehr^<.'.ffstive. Arbeit geleistet wurde. Am Abend fand dann cm Gemeindeabend statt, der von einem Sprechchor des BDJJ. cingeleitet nmrde und auf dein Dr. Hans Ne ich mann über das Thema „Für deutsch-jüdischen Arüeits- und Lebensraun:" sprach. Begeistert mar die Zustimmung, als Dr. Neichmanu a:n Schluß seiner Ausn",hrn"aen über die dentsch-südische Entwicklung der' Vergangenheit^ und Gegenwart die heroische Aufgabe unserer Zukunft aufzeichnete. In L a u p h e i m fand am 30. Oktober eine Mitgliederversammlung statt, bei der Julius Weil in einem Referat: „Die Rechtsstellung der deutschen Juden" eine Darstellung der Gestaltung der Rechtsstellung an Hand der wichtigsten gesetz-. lichcn Bestimmungen, Urteile und Verwaltuugsbescheide gab. Am 3. November versammelten sich die Mitglieder von C r a i l s h e i in zu einem Referat: „Die Situativ:: des deutschen Judentums — Rückblick und Ausblick." Danach fand eine Anssprache insbesondere über die Problematik der Jugend statt, deren Zustinft nicht nur aus ihrem Willen, sondern auch durch ihr Schicksal in deutsch.jüdischem Sinne zip gestalten'ist. In Bad M e r g e n t h e i m fand am 4. November eine sehr gut besuchte Gemeinde^ Versammlung statt, bei der vor etwa 70 Personen aus Mergentheim und Umgebung über das gleiche Thema gesprochen wurde. Am 23. November sprach Dr. Alfred H i r s ch - b e r g in der ül-m-er Synagoge vor der versammelten Gemeinde über das Thema „Deutsches Judentum heute und morgen". Am 24.!)tovember sprach Dr. Alfred H iw s ch - borg in Stuttgart. ..Hierüber finden.nufere... Leser den Bericht an anderer stelle. An: 25. November fand unter der Leitung deS LandcSverbandsvorsitzcndcn, Dr. Gustav Feld mann, die Jahrestagung des W ürt temBer gischen L a u d c s a Ausschusses statt. Alle würstembergischen Ortsgruppen. .mit. einer einzigen Ausnahme.' waren vertreten. Dr. Alfred H i r s ch borg, referierte iim fast eincinhalbstündiger Ausführung über ' „Ein Jahr Arbeit deS Geutral-Vereins".. Ergänzende Mitteilungen erfolgten seitens des Landcsverbandsvorsitzeudeu, Dr. Gustav F c l d m a n n, des Landesverbandssyndikus Dr. Weil und deS Schatzmeisters Direktor G u m b c l. -Das Referat von Tr. Alfred Hirschberg. daS gedanklichen und Tatfachenstoff darbot, wurde lebhaft diskutiert, die Aussprache durch ein Schlußwort des Referenten abgeschlossen, in dem die Anwesenden zu stärkster Verbundenheit mit der großen Sache des dcutscheu Judentums geführt wurden. Am 23. November sprach Dr. Alfred Hirschborg in einer von dem C.-B.-Ortsgruppcnvorsitzenden Max Oltenhciurer geleiteten Gemeind?» Versammlung in Göppingen. Au dcrL sehreingehende Referat über „Deutsches Judentnrn heute und morgen" schloß sich eine schriftliche Fragestellung, von der besonders zionistische Teilnehmer Gebrauch machten. In eine?.: eingehenden Schlußnovrt fetzte sich Dr. Hirsthberg unter steigender Zustimmung der Versarnmluug mit den in Fragen gekleideten Einwendungen gegen die E.-V.-Anschauuug auseinander. Unter Leitung von Kaufmann Hecht fand in N o r d h a u f e u vor einer außerordentlich starken Zuhörerzahl ein Vortrag statt, bei dem Rabbiner Dr. Karl N o s e n t h a l (Berlin) über das Thema: „Gegenwart und Zukunft der deutschen Juden" referierte. Der Vortragende fesselte die Zuhörer aufs alferftärffte, seine Ausführungen wurden mit langanhalteudem Beifall ausgenommen. Nach ihm sprach Landcsverbandssyndikus Kurt Sabatz! y und gab.einen Ueberblick über die Situation der Juden in.Mitteldeutschland. Ein Schlußwort hielt der OrtSgrupPcnvorsitzcnde, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Stern. Am nächsten Vormittag fand mit dem gleiche,: Thema eine Kundgebung des Eentral-Vercins in K ö t h e n statt. . Am 22. November sprach Landesverbandssyndikus Dr. Ai a tz d o r f f in Dar ra ft a b t vor fübi-- scheu Wirtschaftlern über „Aktuelle Fragen". In der letzten Zeit wandte sich die Arbeit des E. B. besonders den Landgeuwinden des Landesverbandes zu. Tr. Matzdorss besuchte u.- a. oberhessische Orte wie: Büdingen, Düdelsheim, Gedern, Lindheiu:, Wenings, Altenstädt, Schotten Büdesheim. Illrwhstein. Alsfeld, die Ortsgruppen in Hersfcld. Brciteubach am Herzberg. Nicderaula und Oberaula, Gcrsfeld, Wüstensacysen, Gelnhausen, Wächtersbach, Schlüchtern, Schmalnau. Es wurde auf diese Weise Gelegenheit geboten, die Freunde in: .Lande mit der Arbeit des E.-V. vertraut' zu machen, sowie Anregungen für die Aufgabengebiete des Landesverbandes entgcgcnzuuchmeu. JMS-Ktwin Am 8. November fand in Trier unter dem Vorsitz von Sigmund Loeb eine große C.-V.-Kuudgobung statt. Die Verai:staltung war glänzend besucht und der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Der Hauptredner des Abends, Rabbiner Dr. E s ch e l b a ch e r (Düsseldorf) sprach über die bürgerliche Befreiung der deutschen Juden, ihre Wirkungen und geistigen Hintergründe, über die praktische RechtschutzarbeiC des E.-V. und den jüdischen Zukunftswillen. Laudesverbandssyndi». kus Assessor Selo ergänzte diese Ausführungen und schilderte die Arbeit des E.-D. ." : V Ir */ W' *; » * IX 4 Ü Ü * i V ♦ Traditionsgennüß fand am Bußtag eine Zusammenkunft der Ortsgruppenvorstände des Landesverbandes Rhe:nla::d'Wejtfale:n statt, die aus 160 Ortsgruppen mit-160 Personen besucht war. 'Sie stand unter der Leitung, von' tlicchtsauwalt Dr. Kronibach, der am Schluß der Veranstaltung einstimmig zum Landesverbands- Vorsitzenden wiedergewählt wurde. Diittelpunkt der Veranstaltung war ein groß angelegtes Referat des Syndikus Dr. Alfred H i r s ch b e r g, - Berlin, das sich mit der Arbeit und Idee des Central- Vereins beschäftigte. Sein Arbeitsbericht fand lebhaftes Interesse und die ideenmäßige Begründung 'der Notwendigkeit der Arbeit des C.-V. im deutschen Judentum stürmische Zustimmung. .Ein ergänzendes Referat über die Arbeit des Landesverbandes hielt Laudesverbandssyndikus Tr. Ernst Plaut. Die angeregte Diskussion, in die auch der Stellvertreter 1:3 Borst'' mtzerr B.Ä., RechBanwair In),-ein war^e -.wch ein .wort von wr. stdce und Arbeit in: deutschen ner—überaus stark Lesetzien er sprach Dr. Alfred Hirsch, neinbeversammlung in H a u: ur. In Li.AA sprach am 18. November Dr. Hans N e i ch a u n (Berlin), üoer „DeutsuzeL Judentun: yeute und morgen". D:e Versammlung, die unter Leitung von Dr. Meyer stand, folgte den Aussührnngcn des Referenten mit gespannter Auf. morksamkeit und danlte ihm mit herzlichem Beifall. Am 21. November veranstaltete die Orts, grn.ppe L, SW, SO des Landesverbandes Groß. Berlin brS Eentralvcreius in Vogels Festst:len eine von Amaudns A b r a h a u: geleitete, gut besuchte Acrsauunlung. Zuerst erzählte Herr Rabbiner Tr. S a l o mou. skr in launiger Weise von der „Geschichte der Juden - in Berlin und Brandenburg". Tan:: las Johann Aceher ans dem „Jeremias" von Stefan Zweig. Zuletzt sprach Tr. Berthold W e i:: 5 c t g. Er gab ein anschauliches Bild von der von: C. V. geleisteten Arbeit, die unter der Parole „Für unseren Arbeits- und Lebcusraum und für deutsch-, jüdische Zukunft" steht. Die Ortsgruppe Osten veranstaltete in den Rämneu des Ehepaares Traube einen Heimabend über das Thenna- „Ter jüdische Eeroerbetrcibcndc". Adolf R-u b i n st e i n gab einen intcressanlcn Einblick in die Lage der gewerblichen Berufe, deren besondere Bedeutung für die gesamte Judenheit er unterstrich, und schilderte. gleichzeitig die Bemühuugeu des Ecntralvereins um die Existenz, sicherung der deutschen Juden. Als erfreuliches Ergebnis ist zu vermerken, daß sämtliche Auwesende, soweit sie dem C. V. noch nicht angehört hatten, ihren Beitritt erklärten. Die Charlottenburger Ortsgruppe des E.-V. hatte zu einer HauSvcraustaltung in die Räume von Dr. Alfred Caro eingeladen, zu der zahlreiche Mitglieder, des C.-A., aber auch viele Nicht- Mitglieder erschienen waren. Dr. Rudolf H.Heimansohn sprach „Vorn ZukunstSwillen"'und das Alitglred der Aundcsleitung des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend Dr. Kurt Julius N iegner „Von Wille und Arbeit der Jugend". Am 21. November referierte Adolf Nubinst e i:: in einer Berliner Mitglrcderverfammümg in: Hotel König von Portugal vor einem grchei: Publilum, das sich fast hundertprozentig aus Handeltreibeuden zusammeusetzte, über „Die Juden im Handel und ihre Pflichtmitgliedschaft in den Organisationen des Handels". Eine lebhafte Aussprache schloß sich an.' Im Anschluß an die Versammlung besprachen jüdische Luftbarkeiisgcwerb« ler im Tleincn Kreis, mit dem Referenten ihre Sondersragen. Ter C.-A. veranstaltet erstmalig am Sonntag. 0. Dezember,'eine Autorundfahrt, die den Teilnrhmern jüdische Berliner Erinnerungsstätte:: aus dem 13. Jahrhundert bis in unsere Zeit hinein vor Augen führen wird. Alte Wohn-, Handels-, Gebets- und Leidensftätten, atte- Lehrhäuser, Bethäuser, Friedlwfr werden sich erschließen und aus dem Wege über das Verständnis für die Vergangenheit den Blick in Gegenwart und Zukunft schärfen und weiten, lieber den großen Linien der geschichtlichen Entwicklung werden die Einzelfchicksale wichtiger jüdischer Persönlichkeiten jener sieben Jahrhunderte nicht unbeachtet bleiben. Alles Nähere im Inseratenteil.?Ws C Bst: 3ulöis Uraufführung im Kulturbund Rhoiu-Ruhr, Löln Die Erörterung der Probleme unserer Zeit von-der Bühne herab ist unmöglich: wir brauchen die Distanz. Deshalb den Griff in die Geschichte. Der Autor Julius W o l s s s o h n geht mit Kühnheit daran, die Vien scheu aus den Jahren 64 bis 70 n. Ehr. zu den Alcuschen von 1934 sprechen zu lassen. Er greift in die bewegendste Epoche jüdischer Vergangenheit. Zur Gestaltung des Stoffes brauchte mau die dichterische Kraft eines Schiller aus seiner reiffren Zeit. Wir wollen, dem jungen Autor „iaht verargen, daß er in Sprache und Gestaltung dieses Aiast dramatischer Erfülltheit nicht erreichen kann. Er gab uns ein Stück,'das,' Noeun nicht Dichtung, sv doch dicht ist — durch die Wahl des Stoffes und die Klarheit der Problemstellung. In: Jahre 64, erhält Joseph ben Matthias, ülstührig. den Auftrag, als Gesandter Judäas nach 9um: zu gehen. Schwer entschließt er sich zur lleberuahiue dieser Aufgabe, deren drohendes Ausmaß er ahnt. Er hat einen Zusammenstoß mit dem assimilierten Juden Gaius ben Manasse, der für das Aufgehen Judäas, im römischen Staatsverband ist. er sicht eine Parade römischer Legionen und erkennt die Aussichtslosigkeit eines Krieges gegen Rom, er-gewinnt für sein Land die Fürsprache der Kaiserin Poppäa. Zurückgekehrt, muß er sesistellc::, daß das Bolk durch stolze, die Lage nicht überblickende Führer verhetzt, seine Rettung von: römischen Joch von einem Krieg erwartet. Selbständige Handlungen einzelner judaischer Truppeuführer ziehen den Vormarsch der Römer nach sich. Joseph, mit dem Auftrag, das Aeußerste zur Erhaltung des Friedens zu tun. wird mit letzten staatlwhen Vollmachten nach Galiläa entsandt. Die Römern belagern' Jotapaka. Joseph hält die Stadt trotz großer Verkuste und Entbehrung. - Nach 49 Tagen ist er Gefangener der Römer. Wie vorher seine Braut Ncirjam, die das Elternhaus verlassen hatte, um Joseph zu folgen, ihn verließ, weil er sich weigerte, im Falle der Niederlage Hand an sich zu legen, so zweifelt jetzt der Kamerad und Mitgefangene an Josephs Atut. bis er Josephs Worte zu verstehen beginnt: „Für-das Vaterland sterben ist schörr. Aber leben, wenn alles zusanlmenbricht, ist mehr." Ms Gefangener bringt Joseph den siegreichen Vespaiian vom Vormarsch auf Jerusalem ab. Er wird der Freund und Berater des Titus und nutzt seine Stellung zur Erhaltung Jerustalcrns. Joseph veranlaßt die judäische Prinzessin Dercnike, Titus das Versprechen abzuuehmeu, den Tempel zu schonen. Man hat Joseph als Abtrünnigen gebannt und verflucht. - Als aber die Not in Jer::salcn: die gräßlichsten Verzweiflungstaten zeitigt, geht er, :rm den tapferen Führer Simon ben Goria zur Rettung seiner Dlitbürger durch Uebergabe der Stadt zu veranlassen; ohne Erfolg. Jerusalem ist, gefallen, .der Tempel zerstört. Joseph sicht die Aufgabe seines Lebens gescheitert. Da erbittet er sich von Titus a::8 der Beute die Schristrollen des Tempels rnud-Schreibkundige aus der Menge der Gefangenen. Er will . das Schicksal bcsiegen durch das Wort: die Schrift wird leben, wo ein J::de lebt, sie zu verkünden. Der Juden Aufgabe ist nicht herrschen, sondern glauben, dienen, bekennen. Tie Aufführung, von Hans Hinrich mit großem Können und intensivster Hingabe geleitet, war ein seltenes Erlebnis. Fast nie findet Schicksalsgeincinschaft und Verbundenheit so spontanen Ausdruck. Gemein schastserlebins, das Theater - nnrner sein sollte, aber nur in'seinen seltenste:: Höhepunkten Unrklich ist. Die Titelrolle lvar dem jungen Heinz Friedeberg anvertraut,,der nach ansänglichem Tasten, wozu ihn die Rolle berechtigte, eine erstaunlich große Form fand. Seine natürliche schauspielerische Begabung und seine intensive und reine Vorstellungskraft trugen Stück und Aufführung und wirkten tief im Publikum.- Nicht die Nolle allein, das ihm durchaus eigene, zeichnend charakterisierende Talent hob Friedeberg aus der Schar'der Mitspielenden heraus. Besonders eindrucksstarke Leistungen boten neben Hans Hinrich als Simon ben Goria vor allem der auch sprachlich hervorragend begabte Max'Kon ins Li als Asranius'Burrüs, Willi Franrec-F-: Titus und mehr noch der-des Rabbi Anania und ' S'ch'u st e r 'als Sams öen Manasse. Leni Stein- Kaiserin Poppäa Große und überzeugende mensch- ■ liche Töne. Hingegen ließ Anna Barbara Sachse^ die Darstellerin der Prinzessin Bcrenike. die über- - legene Weltücwaudtheit/.die Aktivität'und die deut- . liche, aber beherrschte Gespanntheit vermissen, die den Reiz dieser Nolle ausmachen. Die Rolle des Tlberius Alexander war bei Rolf Feldheim in güten Händen. Durch einfache Podeste und wenige Treppenstufen waren bühnenbildncrisch gute Lösungen gefunden. . Die ganze Vorstellung verriet jedenfalls die glückliche Hand eines wirklich Schaffenden. Autor und Theater haben etwas geleistet, was außer den Zeichen von Fleiß und Begabung auch den Ste:::pel des Beispielhaften trägt. I^otts Liege!. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr wiederholt bit Aufführung von Julius Wolsssohns „I o s e P h b e n Matthias" am 3. Dezember, 20K Uhr, in Köln im Weißen Saal der Bürgergesellschast. Entsprechend den behördlichen Bestimmungen ist der Besuch nur Mitgliedern des Kulturbunds möglich. fei Am 17. Oktober 1934 hat die „Jüdische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Hamburg .e.V." die Gemhmigung erhalten, ihre Tätigkeit auszunchmen. Sie soll in der Veranstaltung' von Konzerten, literarischen und wissenschaftlichen Vorträgen und ähnlichen Darbietungen bestellen. Theateraufsührungen sind nicht zugelassen. Älltglwder dürfen Juden sowie alle Nichtarier und deren arische Ehegatten werden. Die Gesellschaft ist für künstlerische Veranstaltungen die einzige behördlich anerkannte Besucherorganisation, d. h. sie ist der Dachvcrband, der für alle Darbietungen verantwortlich ist. Die Vereinigung wird ihren Dtitgl:e6ern außer Konzerten und Vorträgen Ausstellungen und Museumsführungen'bieten; auch sind Veranstaltungen für die Kinder der Mitglieder mnd die-jüdischen Schulen geplant. Zunächst sind vier Werbeabende in Aussicht genommen. Der erste Abend, das Eröffnungskonzert, hat bereits stattgefunden, es folgen ein Vortragsabend mit Ludwig Hardt, ein Konzert' mit Wilhelm Guttmaun und Dr. V. E. Wolfs und Vorträge der Intendanten Dr."Kürt Singer und Leopold Sachse über die Aufgaben des Kulturbundes. Das Eröffnungskonzert im dichtgefüllten, 2000 - Personen fassenden Saal des Conventgartens stellte den erhebenden, verheißungsvollen Auftakt für das Wirken der ne::en Gesellschaft dar. Zum ersten Male hörten wir das Orchester des Kulturbundes: deutscher Juden, Berlin, unter Leitung von, Generalmusikdirektor Joseph No sonstock. Programm des Abends: Beethovens Egmont- Ouvertüre, Mendelssohns Biolin-Konzert und dir große Sinfonie in C-dur von Schubert. Schon dir Aufführung der Ouvertüre — außerordemlich straff und klangschön vorgetrageu — zwingt die Zuhörer in ihren Bar:::. Tann spielt der i. Konzertmeister des Orchesters, Willy Frey, das Herrliche Werk vor: Mendelssohn mit edlem, klarem, schlackenreinem Ton, nicht sentimental,, sondern in vorbildlicher Auffassung, eine ganz ausgezeichnete Leistung, für die die Hamburger dem Solisten und dem ideal' begleitenden -Orchester mit stürmischen: Beifall danken. Ten Höhepunkt bildet tedoch die Ausführung der' Schubert-Sinsonie. Sie brachte dem Dirigenten und seinem jungen Orchester einen triumphalen Erfolg. Das strichlos aufgeführw große Werk hielt das Publikum von Anfang bis Ende in stärkster Spannung. Tie Sinfonie wurde von Rosenstock so überlegen, straff in der Nhythmrk und überzeugend in den Teiupi erfaßt, von: Lrchester in allen Jnstrumentengruppen so glänzend, tonschön und exakt gespielt, daß sich alle Anwesenden beglückt der Freude am Höreu Hingaben. Er-, stauulich und bewundernswert, wie. die Blaser die gefürchteten schwierigen Stellen bewältigten,- wie der Tlrigent es verstand,.mit den verhältnismäßig schwach besetzter: Gruppen, besonders an den Cello- Pulten, .die dcnkbär'größte Wirkung zu erzielen. _ Dr. F. Die gelehrten Frauen. In meiner in der vorigen Nugxmer der „C.-D.-Zeitung" erschienenen Besprechung der letzten Schauspielpremiere des .Kulturbundes habe ich die II e b e r s e tz u:: g von Molreres ..Fernrr.es savaates“ unerwähnt gelassen. Sre stammt, wie ich nachträglich gern seststelle, in ihren flotten, witzigem bei aller kunstvollen ,Re:mverschlingung ungemein schlagkrästigen Knittelversen von Ludwig Fulda, dessen Ueoersetzungen MoliLrescher- We^ke seit langem- :n den Allgemeinbesitz der deutschen Bühne übergegangen sind. H. L.. Dela Lipinstaja. Wie wir ersahreu. ist Walter Lastar-Lazarus nicht der Satte von Dela Lipinjkaia.. _ 3d:t:or. Ernst W-lff (Frankfurt a. M.) singt cm Deze...ber, 19.30 Uhr (deutsche Zeit) in: Lcmooner Rundfunk, von London Regional , gesendet, Lwernarren und Lieder^unter der Leitung von Mr. Zstansord Robinson mit dem_2LC Theaterorchester.