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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-29 · 48 (29.11.1934) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
48 (29.11.1934)
Date
1934-11-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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■ferar- V ysjnrpci Nr*48 j O Lj o Lj uU 1. Beiblatt (tUhmmmlklkm ^EhrmmcEhm Von den fünf Söhnen des greisen Mattathias. des Priesters zu Mvdin, der den Kampf gegen Antiochus Epiphaues an der Spitze der Ecictzeslreucu cröffncte, sind seine drei Söhne Juda^ der Btakkabäer (Hämmercr), Jonathan imd Sunon als Kriegshelden und Diplomaten in die Weltgeschichte cingegangen. Inda, den sein Vater zum Nachfolger bestimmte, kämpfte nacheinander siegreich gegen vier große Heere der Dorier bei Bethvrou. Emmaus und gegen Liiiniiachos bei Bcthzur, säuberte das Land Judäa vom Feinde, besetzte Jerusalem und 'vnil>tc den geschändeten Tempel von neuem feierlich ein hn der Folgezeit hält er sich standhaft im belagerten Jerusalem gegen Lysias und errridit einen günstigen Fricdensschluß und den ribzug der griechischen Besatzung. hieran reiht sich der Feldzug gegen N'itanor. den Juda bei Kephor Salama entslheidend schlägt. Nikauor kommt jedoch mit einem vcrstürlten Heer zurück; er erleidet abermals eine Niederlage und büßt sogar das .Vc^cn ein. Nun rückt ein neues syrisches Heer unter Batchides an. Mit dreitausend Mann muß!t;1] Juda bei Alasa einer feindlichen Ueberuiacht von zwanzigtausend cntgegensteUen und fällt. Tein Nachfolger wurde sein jüngster Bruder Jonathan. Ihm gestattete der syrische König Demetrius I., eigene Truppen zu halten, mit denen er in Jerusalem einzog. Ter Gegenkönig Alexander Balas übcrbot ihn und ernannte Jonathan zum Hohenpriester und zu'ci Jahre später zum Strategen von Judäa. Diese Toppelstellnng wurde ihm zum Verhängnis. Trypho. der Vormund des Kronprätendenten Antiochus VI., ladet ihn zu sremidschastlichen Verhandlungen ein und läßt ihn töten. Die Nachfolgerschaft tritt Jonathans Bruder Simon an. Gr bekämpft das Heer Tryplws. wird, vorher Vasall, jetzt Bnndesgenossc des Denictrius II. und befreit Judäa von jeder Tribntlcistung. Im Jahre 142 wird Judäa ein unabhängiger Staat. Das freie Volt ernennt Simon zum Hohenpriester und überträgt ihm die weltliche Gewalt der Heersührnng mit dem Titel „Fürst". Er begründet die Dynastie der Hasmonäer in Judäa, aber auch ihm ist der Heldentod ans dem Schlachtfeld nicht vergönnt. Zusammen mit seinen beiden Söhnen Mattathias und Judas wird er bei einem Mahle von seinem Tochtermann Vtolenräns erschlagen. Aber damit sind die Heldentaten der drei .^asmouäcr und ihrer Heere nicht erschöpft; inan lese sic im I. Luch der Makkabäer nach, das mit Simons Tod endet. Wo findet der jüdische Leser jedoch die beiden Makkabäerbücher? Nicht in der „Heiligen Schrift". Diese ist um das Jahr 160 zur Zeit der Makkabäersiege. mindestens aber im Jahre 6? der fetzigen Zeitrechnung, mit vierundzwanzig Büchern abgeschlossen worden. Ausgenommen wurde, wie Tr. Bernseld im. Vornwrt zu der von ilnn übersetzten „Heiligen Schrift" meint, sede Schrift, die „sich durch Inhalt und religiösen Ton als würdig er- U'ies. natürlich nach der zu jener Zeit in der Jndeuheit herrschenden Anschauung über Religion und Moral". Das Makkabäcrbuch, das nach Ansicht von Bernseld einen großen Wert besitzt, erachtete man nicht für würdig — wies es vielmehr;n-. ruck. Es befindet sich in der Sammlung der ..apotryphischen" Bücher, und diese befinden sich wiederum in der Luther-Bibel. . . Im 1. Buch der Makkabäer K. 5, 63 stoßen wir auf folgende in schlichter Form gehaltene Anerkennung der Makkabäer: „Inda und seine Brüder wurden großgeachtet bei dem ganzen Israel und bei allen Heiden, lind wo man sie nannte, wurden sic gepriesen." Welches Ansehen Juda im Ausland „bei den Heiden" genoß, bekundet weiter Kap. 8,23: Die Römer schlossen einen Frenndschastsb'uid mit Juda und ließen ihn ans eherne Tafeln schreiben und schickten znm Gedächtnis dcs aufgerichteten Friedens und Bundes eine Tafel an Juda mit der Einleitung; „Mögen die Römer und die Inden Glück und Frieden Acht Tage muß. man . Lichter zünden, steht aus . einem schön Lemcftten Blatte eines -alten 'Gebetbuches, das die Vorschriften für das Chanukkafest enthält, acht Tage werden täglich zwei — am ersten Tage drei — Segenssprüche gesagt, in jedes Morgengebet wird ein Stück ans der Makkabäergeschichte eingefügt und dann das Hallelgebet gesprochen. An acht Abenden sitzt die Familie gemütlich zusammen und spielt mit den Kindern das alte überlieferte Trendelspiel, während die Lichter aus dem Ehanukkateuchter langsam abbrennen. Eine der beiden Hauptsormcn der Menorah ist die Lampe ans Bronze, Messing, Silber oder Zinn mit reichverzierter Rückwand. Im Steg sind acht Vertiefungen und Tüllen für das Oet. In neuerer. Zeit ließ man aus Lampen, die nur für Brennöl eingerichtet waren, einen Dorn als Kerzcnhaltcr anssehen. Die Kandelaberform, deren acht oder neun Arme alle in einer Ebene enden oder in stilisierter Weise stusenartig angcorduet sind, war eigentlich nur für den Tempel bestimmt, doch heute findet man sic als Tischleuchter auch im häuslichen Kreise. Natürlich gibt es im nüchternen Zeitalter der Technik auch Ehanukkalampeu mit elektrischen Birnen. Aber nur aus Sicherheitsgründen, zur Aufstellung iit Synagogen muß manchmal auf Schönheit und Feierlichkeit brennender Kerzen verzichtet werden. Historisch interessant ist es, daß Abbildungen der Menorah, die aus dem 12. Jahrhundert stammen, den Chanukkaleuchter stets mit sieben Armen darstcllen; erst viel später weisen die ältesten erhaltenen Stücke acht und mehr Arme auf. Ter Würde des Festes entsprechend wird die Menorah nicht einfach auf den Tisch gestellt, sondern auf eine für diesen Zweck augefertigt Decke, wie mau sie in ähnlicher Ausführung am Freitag abend benutzt, um sie über den Barches zu legen. Die Decke des Chanukkaleuchters ist mit Emblemen und Sprüchen, die sich auf das Weihefest beziehen, bestickt: über einem siebenarmigen Leuchter ranken sich früchtetragende Zweige von Olivenbäumen empor, wohl ein Sinnbild der mündlichen und schriftlichen Lehre. 8?,rv — / . ß «J j o * ' Az; ' -■ * ww ‘ > ~* *-^>~* Ä. _ . . > { * ■ o VW* 2a; \ ' 4\.. > i * \ o . V. v\~~ ■ O K. f&m: MM Ms r*'; Links oben: Alte Lampe (Mitte 18. Jahrhundert) Fiisse und Dorn für die Kerzen wurden erst später hinzugefügt. — Links unten: Anzünden der Menorah am Chanttkkaabcnd aus einer Passah-Hagada, Amsterdam 1695 Rechts oben: Vorschriften für das Chanukkafest, Miniatur aus einem Siddur. Italien 16. Jahrhundert. Original im Britischen Museum London. - Rechts unten : Decke für den Chanukkaleuchter aus der Synagoge in Padua. 17. Jahrhundert haben zu Land und zu Wasser und behütet sein. vor Krieg und Feinden ewiglich!" Als Juda der Uebermacht der Feinde ritterlich unterlag und fiel, da trauerte „alles , Volk Israel mit ihn lauge Zeit und beklagte ' ihn sehr: Ach, daß der Held umgckommen ist, der Israel gcschühet und errettet hat!" (Kap. 9,21.) Dem Volke Israel bot sich noch besondere Gelegenheit, Simon zu ehren: Es ernannte ihn zum Hohenpriester, Feldhauptmann und „Fürsten, der Juden", fclirieb dies aus eine eherne Tafel und ließ diese im Umgang des Tempels aushüngen und in der Schatzkammer aufbewahren. Solche Anerkennung zollte damals das Volk seinen verdienstvollen Führern. Wie sich aber später das offizielle Judentum den Atakkabäern gegenüber verhielt, be- ' urteilt Professor Tr. Ncnmaun in „Ullsteins' Weltgeschichte", I. Band, S. 439: „Die großen ■ Makkabäer haben für die Juden eine nene Zeit des Ruhmes und Glanzes heraufgeführt, die der des David und Salomo nicht uachsteht; aber erhalten hat die Erinnerung au jene^große Zeit und ihre großen Fürsten nicht die Synagoge, sondern die Kirche, die uns die Makkabäerbücher aufbewahrt hat; in der indischen Tradition, im Talmud, sind die Makkabäer wie in einer Versenkung verschwunden." In der Mischua im Jahre 200 der heutigen Zeitrechnung und in der palüstinischeit dTxl' L&W Erzeugnisse sind in zahlreichen - 1 Zigarren-Spezialgeschäften in Berlin und im Reich erhältlich Fabrikation in Ostpreußen Zum Fest höbsdfo© Gesehen!*- Kisten zu 10,25 u.50Stuck Inhalt in allen Preislagen IlltöWlgfS Kulturwerk C eine Überraschung in Feinheit und Vollkommenheit Kulturwerk A.10 Pf. Rares Avis FofoBvarhen ausgezeichnete Zigarre Kulturwerk B.15 Pf V

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