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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-22 · 47 (22.11.1934) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
47 (22.11.1934)
Date
1934-11-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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geseßgebuna wurde der Dauer gesichert und aus dem jüdisch-geistigen System des Kapitalismus herausaehoben. eine konsequente Durchführung der staatlichen Neuordnung schnitt alle organisatortscheu Wurzeln des alten Parteilebens und der Kleinstaaterei ab, die marxistischen Parteien wurden zersprengt lind der deutsche Arbeiter aus den Krallen der ihn tyrannisierenden marxistischen Juden gerettet." Zum Schluss wrdert von Leers ii. a. „Ablehnung aller minderrassigen und jüdischen Ideen. Anknüpfung an die Ueberliescrung der gesamten nordischen Urkultur" sowie „Seelen-Entjudung". Von der Herbsttagung des WSL5 Aus der Herbsttagung des sächsischen Nationalsozialistischen Lehrerbmid?s hielt der Neichsleiter des Außenpolitischen Amtes und Beauftragte des Führers für weltanschauliche Schulung. Alfred Rotenberg, eine großangelegte Rede, in der er der Zeitschrift „Politische Erziehung- (Jahrgang I0333K IE Heit» zufolge u. a. ausführte: „Die Kunst sondert sich (in der Vergangenheit) vom völkischen Leben ab und wird eine Angelegenheit des Großstadtsnobs, und das Kunstwerk, früher ein Erzeugnis von Blut und Boden, wird ein Spekulationsobjelt von südischen Kunsthändlern und wird gehandelt an Börsen wie nur irgendein Börsen'papier/ Proicstor Ernst R r i e cf (Heidelberg) hielt einen Bortrag über „Erziehung und Weltnm'chaimng. in dem er die frühere Haltung des deutschen Bürgertums scharf kritisierte: Diese Zer- OkS des Schhct Vir haben in der vorigen Woche den Aufruf der Reichsvertretung der deutschen Juden an die Eltern der jüdischen Schuljugend über die Ausgestaltung des Sabbat veröneiitiicht. Die Gemeinden werden jetzt an die jüdische Elternschaft mit einem Rundschreiben herantreten, in dem sie den Eltern die Befreiung der Kinder vom Unterricht am Sabbat nahelcgen und der Erwartung Ausdruck geben, das; die jüdische Elternschaft ..aus. nahmslos von der Möglichkeit Gebrauch macht, ihren Kindern die Heiligung des cabbattages zu ermöglichen und sie dadurch in der Treue zum Judentum zu festigen und zu starten." Zn Ergänzung der Mitteilungen der Reichsvertretnng erläßt der Reichsausschuß der jüdischen Iugendverbände noch folgenden Aufruf: „Der Ausruf der Neichsvertretung der deutscheu Juden den vom Schulunterricht befreiten Sabbat der jüdischen Zugend in seitlicher Ausgestaltung wieder zu einem Mittelpunkt jüdv lchen Gemeinschaftslebens zu machen, wird bei den jüdischen Zugendbündcn den stärksten Widerhall finden. In dem Wunsche, dem Sabbat seine alte Bedeutung wiederzngeben, begcgnen sich alle Richtungen der jüdischen Jugend. Wie die Neichsvertretung die Gemeinden zur Mitarbeit an der Ausgestaltung des Sabbats der jüdischen Schuljugend sammelt, so ruft der Neichsausschuß der jüdischen Iugendverbände die jüdischen Iugendbünde aus. ihre Kräfte für diese große Ausgabe bereitzustellen. Ihre Lösung hängt von den Menschen ab. den Rabbinern, den Lehrern und den Jugendführern, die eingesetzt werden können. Eine schematische Regelung würde den örtlichen Arbeitsloienvoraussetzunaen nicht gerecht werden. In jeder Gemeinde sollen deshalb nach der Anregung der Neichsvertretung Beratungen zur Planung der Sabbatgestaltung stattfinden. Wir fordern . unsere Landesausschüsse und Lrtsringe aus, sich den Gemeinden zur Beratung und Mitarbeit tatkräilig't zur Verfügung zu stellen. Ein Werk, das der südischen Jugend dienen soll, darf nicht ohne die tätige Mitwirkung der Jugend selbst ausgebaut werden." Hirse Erklärung des Lehrer verband es Der Schulreserent der Neichsvertretung der deutschen Juden, Studienrat Dr. Adolf Leschn i tz e x, hat in der Jüdischen Schulzeitung vom 1. November 1934 einen Aussatz über „Reichs- Vertretung und Lehrerschaftveröffentlicht, in dem er die neue Bedeutung, die dem jüdischen Lehrerstande durch die erhöhte Bedeutung der jüdischen schule zuteil geworden ist und die besondere Verbundenheit der Neichsvertretung der deutschen Juden mit der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands hervorhob. Ter Vorstand des Reichsverbandes der jüdischen Lehr e r v e r e i n e hat im Anschluß an diesen Artikel nachstehende Erklärung veröffentlicht: „Wir begrüßen die Ausführungen des Herrn Schulreserenten der Neichsvertretung der deutschen Juden aufs wärmste und versichern, daß wir die Bestrebungen der Neichsvertretung auf Erweiterung und Festigung jüdischen Schulwesens tatkräftig unterstützen werden. Wir erwarten aber auch von der Neichsvertretung, daß sie über der Sorge um die Schule nicht die Fürsorge für die^Lehrer vergessen wird. Eine leistungsfähige schule setzt eine entsprechende Lehrerichaft voraus, und eine Lehrerschaft ist nur dann leistungsfähig, wenn ihr die ihrem Werte und ihren Ausgaben entsprechenden Lebensbedingungen gewährt werden. Da wir wissen, daß die Neichsvertretung diese Aufgaben nur dann lösen kann, wenn ihrer Gesamtarbeit das gebührende Interesse und das notwendige Vertrauen im deutschen Judentum JMe 31ke 3$üchec von der BuchfoandSung am ZOO FRITZ R I N Q Chsrloltenburg. Jos cfelmslhaler Str. 43-44 Mitglied der Jüdischen Gemeinde Telefon Bismarck 6506 Zusendung nach aUen Stadtteilen Von Heinz Meyer * 8® risienheit in ein hohes und ein niedriges Dasein., diese realistische Haltung des deutschen Bürgers ließ ihn immer nach den sogenannten geistigen Werten Ausschau halten und dabei vergessen, daß noch etwas hinter ihm war. Sie hat verschuldet, - daß die um die Mitte des IS. Jahrhunderts sich formende Arbeiterschaft führerlos geblieben ist von den deutschen, daß sie damit den jüdischen Führern. den Fremden, den marxistischen, und dem Marrismus und dem Materialismus verschrieben ist/ Jn einer Ansprache „Der Wille des Führers ur?d die deutsche Schule* unterrichtete der Gauamisleiter des NSLB, Arthur G ö p f e r t. über die Tendenzen der neuen deutschen Schule: „Sie umschließt die Erziehung zur Volksgemeinschaft. Durch höchste Entfaltung des gegebenen Rassenivertes zur höchsten Entfaltung der deutschen Kraft. Damit verwirklichen wir. was der Führer fordert: die deutsche Rasscnschule. Revolutionär ist der Gedanke einer rassischen Vielgestaltigkeit des Schulwesens in geistiger Einheit. Gesüge werden sich ändern und Bildungsstoffe werden wechseln. Die fachliche Ausbildung gewinnt unter dem neuen Gesichtspunkt eine ungeahnte Bedentnng. Berufs- und Fachschule werden Gegenstand höchster Beachtung sein. In und an ihnen werden sich die bedeutsamen pädagogischen Fortschritte vollziehen. Vom gleichen Gedanken aus zieht neues Leben in die höheren Schulen ein. Sie werden Schulen sein, deren rassische Auslese eine geistige Auslese ist und die es als höchste Aufgabe betrachten, aus schlichtem Volkstum ein durchgeistigstes Volkstum zu entivicleln. Sie werden nicht einem lebensfremden Gelehrtentum, sondern einem wissenschaftlich gegründeten Deutschtum dienen." entgegengebracht wird, wollen wir der Reichsvertretuug das Versprechen geben, daß die Lehrerschaft nach Kräften mithelfen wird, einer segensreichen Tätigkeit der Gesamtvertrctung der deutschen Juden den Boden zu bereiten." Lernzeit für jüdische Jugendführer in Bayern Im Anschluß an die überbündische Führertagung in Lehnitz, über die wir in der „Seite der Jugend* berichteten, fand vom 1. bis 4. November eine Lernzeit für bayerische Iugendführer statt, die von dem Verband bayerischer israelitischer Gemeinden in Gemeinschaft mit der Mittelsstelle für jüdische Erwachsenenbildung eingerichtet worden war. Zum erstenmal war den bayerischen bündischen Führern aller Richtungen und einer Anzahl von Lehrern Gelegenheit geboten, ihre Lern, und Lehrmethoden an klassischen Beispielen nachzuprüfen und ihre Kenntnisse nicht nur in methodischer, sondern auch in tatsächlicher Richtung zu erweitern. Rabbiner Dr. Leo Baerwald sprach über „Die biblische Geschichte für Jugendliche", mit Professor Kurt B o n d y, Frankfurt am Main, unterhielt man sich angeregt einerr ganzen Vormittag lang über die wesentlichen pädagogischen Fragen, die den jüdischen Jugendsührer von heute bewegen. Hugo Roseutha! aus Herrlingen sprach über die „Psychologie des jüdischen Kindes", zunächst in einem kleineren Kreis, dann am Abend im großen Museumssaal im Nähmen einer allgemeinen Veranstaltung des Kulturbundes. Tie Höhepunkte der Lernzeit waren durch die Stunden bezeichnet, in denen Tr. Ernst Simon über „Jossel von Nosheim", über „Jugend und Tradition", über „Bialik und der Schabbath" sprach uird Direktor Karl Adler aus Stuttgart seine Singkurse abhielt. Beide sind große Pädagogen, über deren Wirkung man denen nichts mehr zu sagen braucht, die sie nur ein einziges Mal an sich selbst verspürt haben. Der letzte Tag brachte neben Ausführungen von Professor Dr. Ernst Kantorowicz über „Gegenivartskunde" ein ausgezeichnetes Referat von Dr. Ludwig Feuchtwange r. München, über „Jüdische Gegenwartskunde". Der Abend des 4. November brachte einen höchst münchnerischen Ausklang der Tagung. Die Teilnehmer waren zur ersten Vorstellung des jüdischen Marionettentheaters von Alfons Rosenberg eingeladen. Sein „Golemspiel" weist schöne Bühnenbilder und außerordentlich ausdrucksvoll geschnitzte Figuren aus. Für die endgültige Aufführung muß man nur wünschen, daß der Geist der Marionette, der nicht ein individualisierender. sondern ein typisierender Geist ist, in einer stärkeren Drastik und Dramatik der Handlung wie der Sprechweise zum Ausdruck gebracht wird. Ca. Vom Elternhilfswerk für die jüdische Jugend Von Oktober 1033 bis 30. September 1934 wurden im wesentlichen die Anträge von 312 Familien in 344 Beratungen bearbeitet. Dre Zentrale für private Fürsorge wurde in einigen Fällen zu umfangreicher Hilfe herangezogen. Der Uebergang auf jüdische Schulen wurde rn vielen Fällen durchgesührt. Freunde deS EHW gewährten erholungsbedürftigen Jugendlichen mehrwöchige Erholungsaufenthalte. Der auf Anregung des EHW eingerichtete M i t t a g s t i s ch für Seminaristen der jüdischen Volksschullehrerbildungsstätte weist einen regelmäßigen Besuch von 14 Seminaristen auf. Die Verbindung des EHW mit den Jugendlichen wird auch nach dem Schulabgang weiter gepflegt. Für die Berufsausbildung wurden in zahlreichen Fällen Lehrling sbeihilfen vermittelt. Einige Miturienten und Witurientinnen wurden für das Volksschullehrerseminar vorgeschlagen. Für einige noch nicht berufsreise Schulentlassene wurde die Aufnähme in die Vorlehre des Jugendpflegedezernats der Gemeinde veranlaßt. Bei den Jugendlichen besteht ein außerordentlich ernster Arbeitswille, vorurteilsloser Sinn für das Praktische und strenge Pslichtcrfüllnng in der ge¬ Das Schlagwort von der Neusormung deS jüdischen Menschen tönt uiis heute allerorts entgegen, handle es sich dabei um Erwachsenenbildüng, um bündische oder gar — und dies nicht zuletzt — lim schulische Erziehung. Neugcformt werden soll die innere Haltung des Menschen, das Bewußtsein aller, nur Glieder in der Kette der jüdischen Gemeinschaft, mit gemeinsamem geschichtlichen Erlebnis und gemeinsamem Schicksal zu sein. Wir wollen uns nicht mit Plastik. Musik und Malerei jüdischeii Inhalts, nicht mit jüdischer Geschichte und der Methode wie all den Dingen, insbesondere bei der Erwachsenenbildung, an den Menschen herangebrachtwerden, um ihn innerlich zu formen, befassen, sondern ivollcn aus der gesamten jüdischen Bildnngs-arbeit nur die schulische von der deutschkundlichen Seite ans herausnehmen. Gerade hier in der Schule muß die bereits oben ausgesprochene Forderung von der Formung zum jüdischen Menschen, beste Wirklichkeit werden. Die Formnngsarbeit und die Hinführung zum bewußten jüdischen Menschen wurde früher im allgemeinen durch Hebräisch und Biblische Geschichte als Fach zu erreichen versucht. Man brachte dem Kinde vielfach Wort- und Tatsachenwissen bei und glaubte dann, nach Vermittlung einer bestimmten Wissensmenge einem in feinem Tun und Lenken jüdischen Menschen herangebildet zn haben. Der Grnndirrtum bestand einfach darin, daß man nur den Verstand und nicht das ganze Kind zu erfassen versuchte, das erst dann im besten Sinne bildend beeinflußt wird, wenn es wirklich in und mit den Dingen lebt. Diese Einsicht in die Kindesseele fehlte, und die Folge dieser fehlenden Einsicht ist die große Schar religiös und überhaupt jüdischen Fragen gegenüber Gleichgültiger, die erst jetzt im Gefühl seelischer Leere in den Kreis jüdisch interessierter Menschen hineinkvmmen. Welche Stoffe mm bringen diese für das Kind geistig und seelisch formenden Werte} Von wetchen Inhalten überhaupt wird denn das ganze Kind beeindruckt!! Die Fragestellung dreht sich im wesentlichen um das den jeiveiligen Altersstufen entsprechende das jüdische Kind in seiner geistig-scelischen Substanz formende Kinder- und Jugendbuch. Märchen, Sage. Schwank, Heldenerzählung und die aus der Wirklichkeit kindlichem Erlebens genommenen Schilderungen (wie Klein Heini z. B.) sind allgemein das Kind ansprechcnde Inhalte. Das Märchen mit seinen nur guten oder nur' schlechten Menschen (Schwarz- Weißzeichnung), mit seinem unmittelbaren Uebergang vom Alltäglichen ins Wunderbare, die Heldenerzählung mit ihren herrlichen Taten an Mut und Tapferkeit vollbringenden Menschen. die ihre Sehnsucht nach unbekannten Welten Wirklichkeit werden lassen und selbst als glänzende Gestalten wagemutiger Abenteurer, als Vaganten oder fahrendes Volk unbekannte Länder durchziehen, sie entsprechen — sowohl Märchen als auch Heldenerzählung — völlig der dem Kinde einer bestimmten Altersstufe eigentümlichen Vorstellungswählten oder übernommenen Arbeit. Es hat sich ein vertrauensvolles Einvernehmen mit den Jugendlichen und den Eltern entwickelt. Die Zusammenarbeit mit den bestehenden Organisationen festigt sich zu planvoller, einheitlicher Leistung. Ein Kursus für konservative Religionslehrer Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat beschlossen, einen besonderen Kursus zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, für religiös kons e r v a t i v e Bewerber einzurichten, falls eine genügend große Zahl von Anmeldungen erfolgt. Zur Teilnahme sind ebenso wie an dem bereits bestehenden Kursus nur solche Herren und Damen berechtigt, die eine staatliche Lehrerprüfung abgelegt haben. Der Kursus soll in Berlin an zwei Nachmittagen pro Woche im Umfänge von je zwei Doppelstunden stattsinden und zwei Jahre dauern. Anmeldungen konservativer Bewerber werden an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenbürg 2, Kantstraße 158, erbeten. Aus den VortrcgssäEen Matinee des Patenschaftökomitees für das Adaß-Schulwerk, Berlin. Das Patenschaftskomitee der Adaß Iisroel harte zn einer Matinee eingeladen. Rektor Sinasohn sprach mit der Begrüßung seinen Dank aus: für den zur Verfügung gestellten Raum des Admiralskasinos und den Film, der nachher lief, für die dem Schulwerk bereitS zuteil gewordenen Spenden. Um neue Mit- Hilfe warb er durch einen kurzen Bericht über den Arbeitsbereich dieses Schnlwerkes, das es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, armen intelligenten Kindern eine Ausbildung an höheren Schulen zu ermöglichen; die Tatsache, daß von den begünstig, ten Kindern der Adaß Iisroel 33 Prozent Freischüler find, beweist die Berechtigung dieses Strebens durch den Erfolg. Außerdem konnten im letzten Jahr 250 verschickte Kinder die notwendige Erholung finden — man brachte für Heizung 1000 Zentner Kohle auf und suchte so dem Satz gerecht zu werden: „Kein Kind soll frieren". Jeden Morgen im Winter bekommen die Kinder heißen Kakao, täglich werden 80 Mittagsmahlzeiten ausgcgeben, 90 Kinder find vollständig zu bekleiden — und jetzt steht die Chanukkabcscherung vor der Tür, aber die Spenden fließen spärlich. Wenige Worte, die vieles sagten. Die kurze Ansprache, an deren Schluß Rektor Smaweit; alles. waS dieser Welt gemäß ist. wird willig ailfgenommen, von ihr abseitiges oft ganz abgelehnt oder nur rein verstandesmäßig behalten. Natürlich wird das jüdische Kind durch diese Inhalte nicht jüdisch geformt; eine Prägung in diesem Sinne kann nur aus den entsprechenden Stoffen, kommen. Die Schaffung des für di-? schulische Arbeit brauchtnren Kinder- und Jugendbuches ist daher mehr als je die Forderung der Zeit. Die bunte Fülle und Verschiedciiartigleit des gelebten Lebens der Inden in aller Weit mit ihren Festen, Feiern, ihren Höhe- und Tiefpunkten des Daseins, die Menschen der Bibel und der iüdischcn Geschichte bilden genug des Stoffes für Märchen, Heldeuerzählung und Schwank. Man begegnet verschiedentlich jüdischen Ingenebüchern, die in der Wahl der Stoffe und dcr Wort-, gar nicht der Vorstellungswelt und dem beg'.jiülichcn Denken des Kindes entsprechen, oder. nag. der anderen Seite, bei dem Versuch, lindertümiich und kindlich zu sein, in die kindische Ebene hinabgleiten. Im jüdischen Kindermid Ingeudbuci, muß das auch vorhanden sein, was allgemein alkünstlerische Echtheit und pinchologische Gemäßheit bezeichnet wird. d. h. die Erzählung muß einzig und allein durch die Art. mit der ße das Kind erlebnismäßigauspricht, wirken. Erst wenn diese Forderung, die man an das jüdische Märchen, d,e jüdische Heldenerzählung stellt, erfüllt ist, ergeben sich weitere Wege, diese künstlerisch geiorinten Stoffe mimisch-dramatisch von den Kleinen barstellen zu lassen. Selbst im improvisierten irhcater spiel wird den Kindern Gelegenheit gegeben, sich phantasiemäßig mit den jüdischen Helden der Ec zählung so fest und tief zu verbinden, wie dies wohl schwerlich das Wort des Lehrers vermag. Das mm soll die Aufgabe des Kinder- und Jugend buches sein: das jüdische Kind in und mit den jüdischen Gestalten der Vergangenheit und Gegen wart leben zu lassen. Von hier aus ist es sell»'t möglich, den eigentlichen Religionsunterricht neu zu beleben. Wo einzelne jüdische Jugendbücher in gelmige uer Weise erschienen sind, dürfte ein Hauptumstaaö unberücksichtigt gelassen worden sein, nämlich der,, daß das jüdische Buch nicht ein Vorrecht für Äintv-r begüterter Eltern, sondern auch eine unbedingte Forderung für die zum größten Teil unbemittelten Vo!ksschulk:nder ist. Damit ergäben sich auch Bedingungen, die an die äußere Form zu stellen sind. (Lesebändchen!) Die Diotwendigkeit jüdischer Jugendliteratur soll damit in allem nicht bloß ausgesp-vchene Erkenntnis, sondern Ruf an alle sein, die da geben können. » Im „Zentralblatt für die gesamte Unterrichts- Verwaltung Preußens" (Jahrgang 76, 18. Hest) wird amtlichersiits eine umfangreiche Lifte von Büchern für die Schülerlektüre empfohlen. Darunter befindet sich Georg Schweitzer: „Von Khortum zum Kongo. Emin Paschas Leben und Sterben." (Berlin,'Verlag O. Stollberg u. Co.) svhu und mit ihm das Publikum zweier verdienter Männer gedachte — Meier Hildesheimer und Kugelmann —, war umrahmt von Gesängen des Schülerchors der Adaß Iisroel. Bitte und Dank zugleich klang aus den jungen Stimmen. Dann lief der Film „Die Finanzen des GrohherzogsF H. M. Kinder» und Jugend-Alijjah. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Iugend-Alijah hacke zu einem ersten Jnformationsabend eiugeladen, nachdem nun die Ergebnisse einer ein jährigen Arbeit vorliegen. Dr. Iosephthal und Landgerichtsrat Rau schilderten Tatsachen und Eindrücke, aus einer Reise in Palästina gesammelt. Dr. I o s e p h t h a l betonte das Prinzip der Iugeud-Alijah. nur bereits vor der Abreise gebildete und aufeinander eingestellte Gruppen ms neue Leben zu führen, tn die verschiedenen Lied' limgen, wo sich der Heranwachsenden Generation eine geistige und körperliche, gemeinschaftlich gestärkte Ausbildung bietet, die zugleich das Problem des „Nachher" dadurch löst, daß die Menschen für sich selbst arbeiten und für das Land, in dem sie bleiben.^^ Landgerichtsrat Rau sprach kurz. über einige Siedlungen iin besonderen und gab intcressante Zahlen aus der Arbeit. Oberin Der g e r vom Kinderheim Ahawah erzählte in mütterlicher Weise von dem Leben der Kinder und ihrer ernsten Tätigkeit. Zum Schluß des Abends sprach noch Eva Stern von dem nächsten Ziel der Arbeit, dem noch zu festigenden Kontakt mit den deutscl)en Juden. Den Vorsitz des Abends führte M. Schattner. Ich .VI. Die Jüdische K'mderhilfe e. A. Berlin gab in den Räumen von Georg Bertram einen Werbeabend, der über ihre Ziele und Arbeiten unterrichten sollte. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache von Rabbiner Dr. Warschauer, der die Gesamtverantwortung aller jüdischen Menschen für die junge Generation und zumal das unter schwierigen hygienischen und sozialen Verhältnissea aufwachchnde Kind aus der biblischen Geschichte um die Geburt Samuels geistvoll herzuleiteu verstand. Ein Werbefilm, von Erna H o l d h e k :n nicht ohne Geschick ausgenommen, veranschaulichte in munteren und ernsten Bildern das Leben und Treiben im Klnderheim in der Auguststraße. das die Älnderhilfe unterhält, und gab Aufschluß über die vorzügliche ärztliche und pädagogische Betreuung der kleinen Schützlinge: der Film wird in allen jüdischen Zirkeln, die für das Arbeitsgebiet der Kinderhilfe Interesse haben, gern kojtenlos zur Aufführung gebracht. 'Klavierspiel des Hausherrn — besonders ansprechend in Schumanns „Kinderszenen" — umrahmte die gelimgei'.c Veranstaltung. k. j. r.

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