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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-15 · 46 (15.11.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
46 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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V ori den Scliweiz^r «Inden Zu den scheinbar nur kleinen Einzelheiten, die vvn den Pr'enschen eines Landes, von ihren Gewvhnlieltcn. ihrer Art, ja von ihrem Leben soviel verraten, daß cs beinahe einer Indiskretion gleich kommt, gehört die Festsetzung der Nachtstunde. In Zürich, in Basel, in der Schweiz der Einheimischen werden Punkt zwölf die bei so vorgerückter Stunde schon halbleercn Lokale gesperrt. Hier gilt noch die gesunde, von den Urahnen überlieferte Regel, der Schlaf vor Mitternacht sei der beste, in der Praris. Wie topisch ist diese brave Gewöhnheit für die ruhige, ausgeglichene Schweiz, die keinen Krieg und keine Inflation mitmachte, die keine nervöse Schlaflosigkeit gegen ein flimmerndes, betäubendes "Nachtleben eintauschen mußte, kein ausgelvckcrtes. ungeheiztes und ungemütliches Zuhause an Bardischen vergessen wollte. Das Privatleben ist hier wirklich privat geblieben, zwischen seinen eigenen vier Wänden feiert man die fvcftc und feine guten Stimmungen, wie sie eben fallen, sei es in den eleganten Billen oben am Dvlder. wo in den grünsamtenen Salons die echten Renoirs hängen und die Aussicht an klaren Tagen bis .zum See und in die Berge reicht, oder in den kleinen Mietswohnnilgen am anderen Ende der Stadt. Und am Morgen fängt man die Arbeit pünktlich und mit klar ansgeschlafenen Angen an: ohne viel zu hupen, rollen die großen Autos zu den Büros, ohne viel zu klingeln, fahren die Räder zu den Fabriken, keine Hast, keine Aufregung läßt um zwölf llhr mittags den Beginn der Mittagspause vergessen, friedlich und selbstverständlich arbeitet und schafft man. ißt. trinkt und schläft man. lebt man in der Schweiz. Selbstverständlich kennt dieses idhllisehe Leben auch seine Schattierungen, feine wirtschaftlichen Sorgen und Nöte: aber sie sind ja zu guter Lebt, vergleicht man sie mit den Kämpfen, die ans anderen Großstadtpflastcrn täglich von neuem ausgekochten werden, gering und von keiner zitternden Spannung. Es fehlt hier noch das protzige llebertönen der Sorgen, das geltnnasbednrftige Ueberlchreiten des Mangels. deiner wird, um seinen menschlichen Kredit zn erhöhen, irgendwelche Werte vvn Scheimvcrferlickit anstrahlen lassen, und keiner lvird in seinen Ellenbogen mehr Kraft verschwenden als mit seinen Händen oder mit seinem Kops. Tas alles festznstellen. ist wichtig, wenn man versuchen will, von den Schweizer Inden gesondert zu berichten. Tenn die Schweizer Inden haben nicht nur dieselbe Sperrstunde wie die übrigen Schweizer Bürger, sie finden sie ebenso richtig gewählt, sic leben ebenso zurückgezogen. ihnen mangelt es ebenso an den lauten, großspurigen Tugenden anderer Großstädter, sie sind still und bescheiden, wenn ihr Bankguthaben sehr hoch ist. und sie sind still und bescheiden, wenn ihr Bankguthaben sehrklein oder überhaupt nicht vorhanden ist, was noch viel mehr heißen will. Auch ihre Geschichte ist, gemessen an der Geschichte der Inden in den anderen europäischen Ländern, gemäßigter und milder im Ablauf von antisemitischen Ebben und Fluten, ärmer an Bcrfolgnngen und Vertreibungen.' Sie lebten scholl, iil gerillger Zahl, im Hochmittelalter innerhalb der Schweizer Grenzen und rvohnten in den größeren Städten in besvilderen Teilen, die aber niemals einem abgeschlossenen Getto gleichkamell. Fast alle besaßen einen Schutz- '.md Eöeleltbrief für eine gewisse Zeit. Später wurden sie in Verfolg einer düsteren Anschuldigung wegen Brunnenvergiftllng zum großen Teil allßcr Landes gewiesen. Eine größere Einwanderung von Inden fand erst wieder loährcnd des Dreißigjährigen Krieges statt. Sie fanden Unterkunft in der Grafschaft Baden, in den Gemeinden Lengnau lind Oberdingen. waren zuerst bernslich alifs äußerste eingeschränkt, lind erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ihnen von den Behörden der Bau einer Svnagvge in Lengnau gestattet. Seit dieser Zeit setzten sich dann irillner wieder ansrechte, mutige Männer für das Schweizer Judentum ein. Zuerst war cs Johann Kaspar H a u - ser, Pfarrer am Frauenmünster in Zürich, der als Kellner des Hebräischen im Jahre 1768 znill erstenmal die Geschichte der Schweizer Juden schrieb und Toleranz für sie als Ausdruck humanitärer Gesinnung forderte. Nach der Aufhebilllg der Sonderallfgaben der Juden, wie Leibzoll und Kopsstelier, im Jahre! 7t>8 stellte sich Hans K o n r a b Escher v v n d c r L i n d i vor das von den Reformgegllern angcfochtene Gesetz und rief im Großen Rat: »Hat nicht unsere Religion den. gleichen Ursprung wie die ihrige? Sind nicht ihre Propheten auch die nnsrigen? Wenn sie ihre Verpflichtungen nicht halten wollen, so werden unsere Gesetze sie wie andere ungehorsame Bürger zu strafen wissen, sie sind Menschen Alle Ihre Bücher nur ron der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlotienburg, Joachimsthaler Str. 43*44 Mitglied d-M iüdinchen Gemeinde Tel«'©» Biimartk6506 Zuwendung rach allen Stadtteil«* und sollen nur als solche vom Gesetz angesehen werden." Der Bürgermeister. Paul Usteri bemerkte zu gleicher Zeit, daß die Juden keine besondere Nation bildeten, da sie sich ja allenthalben den Landesgesetzen unterwürfen. Auf Grund des Allianzvertrages zwischen der helvetischen und der französischen Republik, der den französischen Bürgern in der Schweiz Niederlassung und Ausübung eines Gewerbes gestattete, kam es auch zur Einwanderung .französischer Inden, vor allem aus dem Elsaß. Vorübergehend verschlechterte sich dann die Rechtslage der Juden wieder um einige Grade, das aargauische Iudcngesctz von 180» schmälerte ihnen z. B. von neuem die Niederlassungslnöglichkeiten. Nachdem aber dann 1840 der Vorsteher des aargauischen Departements in einem Gutachten zur Revision des Indengesctzes von 1800 offen ausgesprochen hatte, daß die damaligen Lebensmöglichkeiten der Inden den Gesetzen der Toleranz und dcr Hnmanltät anfs frijärfftc widersprächen, erhielten die Bemühungen um die Lösung der Indcnfrage über die Grenzen des Kantons Aargan hinaus einen neuen Anstoß, die Emanzipation kam in Gang. Im Jahre 187>2 wurden die Inden zum Militärdienst zngclassen. im Jahre 187.4 das erste kantonale Leutnantsbrevet einem aargauischen Juden zuerkannt. und im Jahre l8.'»7 nahmen sie das erstemal an den Nationalratswahlen teil. Zwei Jahre später beriet der aargauische Große Rat den Gesetzentwurf, der die vollkommene bürgerliche und politische Emanzipation der dornigen Juden zum Ziel hatte. Viele Redner traten ans. um für das Judentum zn sprechen. Augustin Keller wandte sich scharf gegen jeden verallgemeinernden Vorwurf. der gegen das Judentum vorgebracht wurde. Das Emanzipationsgesetz wurde mit 118' gegen 2 Stimmen angenommen. (6 o t t - fried Keller schrieb aber für seinen Bettagmandatsentwurf vom 2 l. September 1802 folgende Zeilen an seine Mitbürger: ..Der von Euch erwählte Gr,ckm W.-rt liehe Mitbürger, hat mit einigen wenigen. Paragraphen das seit Jahrtausenden geächtete Volk der Inden für unseren Kanton seiner alten Schranken entbunden, und nur haben keine Stimme vernommen, die sich ans Eurer Mitte dagegen erhoben hätte. Ihr habt Euch dadurch selbst geehrt, und Ihr dürft mit diesem Gesetz. das ebenso sehr von der Menschenliebe wie ans Gründen der äußeren Politik endlich geboten war, am kommenden Vettag getrost vor den Gott der Liebe und der Versöhnung treten. An Euch wird cs sodann sein, das geschriebene (üosetz zn einer fruchtbringenden, lebendigen Wahrheit zu machen, indem Ihr den Entfremdeten und Verfolgten, auch int gesellschaftlichen Verkehre, freundlich cntgegengeht und ihrem guten Willen, so sie solchen bezeigen, behilflich seid, ein neues bürgerliches Leben zu beginnen. Was der verjährten Verachtung und Verfolgung nicht gelang. lvird der Liebe gelingen. Die Starrheit dieses Volkes in Sitten und Anschauungen wird sich lösen, seine Schwächen werden sich in nützliche Fähigkeiten, seine mannigfaltigen Begabungen in Tugenden verwandeln, und Ihr werdet eines Tages das Land bereichert haben-" ,Tas wäre in ganz kurzen Zügen die Gcsckiichte der Schweizer Juden bis zu ihrer Emanzipation. Vielleicht liegt cs zum Teil an der etwas schwerfälligeren, behäbigeren Arb der Schweizer, daß das endgültige Emanzipationsgesetz später als in den anderen europäischen Ländern erlassen wurde. Sicher ist aber, daß das langsamere Tempo den Boden für die Emanzipation besser vorbereitet hatte als andersivo, daß die nur schrittweise vollzogene Besserung ihrer Lage den Inden in der Schweiz auf weite Sicht' einen besseren Dienst erlviesen hat, als wenn ihnen die Tore zur blendenden Helligkeit des freien Bürgertums Plötzlich anfgerissen worden wären. Ihre Augen, niemals ganz an die Schwärze des Ghettos gewöhnt wie anderswo, gewöhnten sich langsam an das Licht, langsamer auch als anderswo wuchs ihr Ehrgeiz, 'ihre Fähigkeiten zn beweisen, langsamer als andersivo wuchs ihr Stolz, znm Wettkampf im Leben vollgültige und nicht zn unterschätzende Partner zn sein. Dieses langsame Wachstum brachte eine gewisse Selbstverständlichkeit in das Leben. der Inden mit und ließ so eine fruchtbare Assimilation gelingen. Daß die vom Glück und von der Freiheit nicht überrumpelten Schweizer Juden bedächtiger und schweizerischer ans Werk gingen, sich ihre bürgerliche Existenz aufzubauen, ersparte ihnen den Hohn der Witze über den Parvenü, ersparte ihnen Neid und Anfeindungen und noch vieles andere. Selbstverständlich haben fetzt die Ereignisse in Deutschland auch in der Schlveiz die Judenfrage wieder etwas lebendiger gemacht, es ist aber nicht anzunehmen, daß das demokratische und liberale Bewußtsein der Schweizer Burger überspült werden könnte. Dazu ist auch die Anzahl der Juden zn gering, dazu kennt man auch die einzelnen, die im öffentlichen Leben eine Nolle spielen, als rechtschaffene Männer zu genau. Vielleicht ist für die Haltung des Landes zur Judenfrage auch sein gastlicher, den Fremden gegenüber besonders zuvorkommender Charakter als Reiseland von Einfluß. Die Schweizer Juden selbst sehen chr Bestes daran, den deutschen Juden zu Helsen. Ihre Aktivität und ihre Großzügigkeit ist bewundernswert. So ist znm Beispiel die Zürcher Kultusgemeinde, die schon vor Jahren den Ban einer neuen Shnagoge beschloß, weil die alte von Jahr zu Jahr immer weniger den Ansprüchen der lvachsenden Gemeinde entsprach, jetzt znm Aufschub des Baues gezwungen, weil die Gcgenwartsaufgaben. Unterstützung von Verwandten in Deutschland und wiederholte Aktionen für „Hilfe und Aufbau" sie finanziell so in Anspruch nehmen, daß man ihr zurzeit keine lveitcre Belastung znmnten darf. Im Gegensatz zu Oesterreich und Ungar», wo die Unterstützung und Hülfe .der deutschen Inden mehr einen privaten Charakter trägt, wird in der Schlveiz in aller Oessentlichkeit an den Hilfsaktionen gearbeitet,- und die zur Verfügung stehenden Zeitungen räumen ihnen weite Spalten ein. Tie Prophezeiung Gottfried Kellers, daß sich die Starrheit dieses Volkes in Sitten und Anschauungen lösen werde, hat sich bewahrheitet. Von den in der Schweiz bestehenden viernndzlvanzig Gemeinden ist der größte Teil, entsprechend der Mehrzahl. der jüdischen Bevölkerung, liberal. Nur ganz wenige Gemeinden sind religiös orthodox geblieben. Diese Tatsache lvird in den verschiedenen jüdischen Lagern verschiedene Beurteilung finden. Einstimmig aber lvird man der Erfüllung der anderen Voraussagen Beifall zollen:' Die Inden haben ihre „Schlvächen in nützliche Fähigkeiten, ihre mannigfaltigen Begabungen in Tugend verwandelt und das Land bereichert". _ G. H. ENimgsgenjMimm in Mel Am 4. November beging die ShnagvgewGemeinde Cosel feierlich das .'.0jährige Bestellen ihres Gotteshauses. Mehrere Rabbiner, die Vertreter der oberschlesischen Shnagogen-Gemeinden, verschiedener Organisationen und viele ehemalige Gemeindemitglieder lvaren erschienen, um an dem Jubelfeste teilzunehmen. In der geschmückten Shnagvge fand ein Gottesdienst statt, bei dem Insti.zrat .N v ch m a n n als Vorsitzender deS oberschlesischen Stznagogen-Gemeiudeverbaudes und Mitglied des Preußischen Landesverbandes der Gemeinde Cosel seine Glückwünsche entbot. Er gab ein anschauliches Bild von der topischen Entwicklung der Kleingemeiuden. feintzeichnete ihre Gege>uvartsairfgaben und versprach im Flamen der durch ihn vertretenen Organisationen. die Gemeinde Eoiel bei Erfüllung ihrer jüdischen Pflichten nach Kräften zn fördern. Nach dem ergreifenden Gesangsvortrag des ..Herr Gott Abrahams" aus „Elias" von Mendelssohn-Bartholdy durch Oberkantor Richard Cohn. Gleilvitz. gedackite Bezirksrabbiner Dr. Feinberg, Groß-Otrehlitz. in feiner Festpredigt der Sanagvgemveihe vor 7,0 Jahren, schilderte die Entwicklung des Cvscler Gcmeindelebcns und gab der Hoffnung Ausdruck, das 50jährige Bestehen der Shiiagogc möge für die Gemeinde Cosel eine Befreiung von Sorge durch Rückkehr zum .Judentum werden.- Der Hiudenburger Gemeinderabbiner Tr. K a a tz gedachte der vielen Blutopser des Weltkrieges und der Heimatverbnndenheit des oberschlesischen Juden in den Tagen der Abstimmung. Tie würdige Feier endete mit der deutschen Keduschah von Lewandoivski (Solist Oberkantor Cohn: Gleiivitzcr Shnagvgenchor unter W. Fleischer). Im Rahmen des Festgottesdicnftes zelebrierte Kantor Tvbschiner, Cosel, das Mincha- und Olenugebel. Bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein im Gemeindesaal kamen die Vertreter der Gemeinden, für den C. B. Dr. Iakobow i tz. Bcnthen. und für den Bnc - Brith Rcchtsamvalt Dr. Weber, Natibor. zu Worte. Auch Rabbiner Dr. K r e u g e l, Ratibor, sprach in einer längeren Tischrede über den Sinn einer Synagoge als Stätte der Sammlung. Tann wurde unter Ncbcrreichnng der Ehrenurkunde den früheren Avrstandsmitglicderu Berger und Friedmann ihre Ernennung zn Ehrenvorstehern bekanntgegeben und eine reiche Anzahl von Glückwunschtelegrammen und -briefen verlesen, die ein beredtes Zeugnis von dem guten Einvernehmen der Cofcler Iudenhcit gegenüber ihrer christlichen Umwelt ablegten. __ Herbert Buky. Schachaufgabe Nr. 22 ' von Dr. C. Zepter (Berlin) Deutsches Wochenschach', 1918) E§M Bmt ’ tm pm •■/y,:’.'.'. :■■■■*. Z j/l 4 * rr\ ZJ Jär rf; p;' zy‘ ' n r V'w£krT.i. ’7P. y 1 l'JL’f.: Matt in drei Zügen Weiss: Kr8, I.P5, L;i4, LI»G, Sa7, H;5, d2, d1, e7. 1 pii Schwarz: KaG. Tc2, TgS, T.fl, Llii, BcG, fG. h1 1 g, * Lösung der Aufgabe Nr. 21 Kfi.V--1; 2. . L<1.V -oof, Da« Kh3 —1,2: 2 . Ld7, '—hl, u. 3. I»as: matt. DaS- -b$. u. 3. |,le; Hilft. l»e.li«l»i«: 2. Tair» -hl (k>r„t,ui,-» 3. Da8-g2 f3 matt. Am 12. November starb Erwin Baer. Er erlag einem langen Leiden, dem er sich über ein Jahrzehnt mit Energie entgegengestcmmt hatte. Als er die Aussichtslosigkeit des Widerstandes erkannt hatte, überwand er die Krankheit durch seinen Geist. Jahrelang hat er als Nlrtarbeiter der Frankfurter Eesck)äfts>telle und später als Hilfsarbeiter in der Berliner Zentrale des C.-V. rednerisch und schriftstellerisch für den E.^V. und seine Gedanken gewirkt. Als ihn sein Leiden zivang. diese Tätigkeit auszugeben. setzte er sie in wissenschaftlicher ■ Forschungsarbeit fort. Eine Anzahl wertvoller Untersuchungen soziologischer und gcschichtliä)er lllatur erschienen vor allem im „Nlorgell". Bis in seine letzten Lebenstage hater an einem Ouellenwerk über die Geschichte der Judenemanzipation gearbeitet. Erwin Baer war einer von den Stillen im Lande. Unser stilles Gedenken vereinen wir mit einem lauten Tank. Mus Echoiken gtiloeben Am 4. November 1954 verstarb in Berlin das langjährige Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Lüesermünde-Bremerhaven, Julius Schocken. Der Berstorbene hat sich auch um die Ortsgruppe des E.°B. besondere Verdienste erworben. Der Centra!- vcrein betrauert in Julius Schocken einen auf. richtigen und warmherzigen Freund und Förderer, dcsien Verlust für alle, die ihn kannten, unersetzlich sein wird. Sein Andenken wird von uns stets in Ehren, gehalten werden. ifi B i. i. Es scheitert: R. DcG an K"l! 1. l>dl oder 1. Dt-2 an yO’-j-l! * Richtige Lösungen gingen ein von: Arthur Jaeok (Sieglnirgi. Alichael Levy iKrekeld». «ieorg Lmigi-. . A. Baronowih. Hans Cohn. Sanitätsrat Tr S. Tvmke ^Berlin». Kanwr T. Cohn 'Dr. ined. Hermann eöv (Bochum >. Tier.irg Al. Kvschininfki iLandsöerg», H. Lindner >B»rgkanstadt>. Herbert Oeimann «Rativon, Hermann Ster,mn (Hananl. Lothar Schvnthal. Karl Bed,h>nrr ("Nürnberg). Rechtsainvalt Dr. Ernst Boehm (Brü-g>. Dr. med. Rosenberg (Psorstienni. Erich R»beiisol„i (Hilbesheim). Gottfried Gnmbel (Stuttgart,. T'ümi, Alaenniein (Ainnchen,, Kurt Älever iNieder-Jngrl: heim». Dr. med. Hans Schlesinger iBianiUieimi?veov. Mehrländer (Konstadf. Berta Rlalsch (Erfurt,. Adolf önlomon gcilorbkn Kaum ein Jahr nack, seinem 87,. Gelnirtn^ ist der Reckstsanwnlt und Notar Geheimer Jnsli;-. rat Adolf Salomon gestorben. Salomon. der am der Provinz Posen stammte und zunächst dic Richterlau'bahn einselilng. wurde im Jahre!*?' .pun Rechtsamvalt und A'otar in Posen ermwnt. Vom Jahre 1902 nn bekleidete er das Amt des »Vorsitzenden des Vorstandes der Anwaltskammer. das er bis znm Jahre 1020 fortgeführt hat. weil er bei der Uedernahme der Pofenichen Rechtsvilege durch Polen seine deutsche Staatsangehörigkeit nicht aufgcbeii lvoille. Salomon gehörte viele Jahre der :)wpräsentautenverfammlung und dem Borstande der jüdisckien Gemeinde Posen au und hat dem C.-B. seit. dessen Gründung die Treue bclvahrt. Eduard Mrrfrld 7« Jahre Am 1. Ehesckiwan beging der ilfnhbincr und Arzt Dr. Eduard B i b e r f e l d, Berlin, seinen 70. Geburtstag. Im Jahre 1907als Nachsolger sciries Vaters an das Beth Hamidrasch. Heidt' reutcrgassc. gewählt, entfaltete er auf religiösem und medizinischem Gebiet eine vielseitige, iegens^ reiche Tätigkeit. In der deutsch-holländis.Aeii R-n lästina-Gesellschaft, den, vorziviiistisetien Pro-'llalüstina-Bcrein „Esra". im Verband der Saöba Io freuude, steht er an hervorragender Stelle. Handlungen religiös-halachischer Art, nne auch seine Zeitungsartikel, zeigen den umiasseiiden. tiefschürfenden Geist des Forsckier's. Ein besonderes Verdienst erwarb sich der stubilar um die Venoaltung der Adaß-Jisroel-Gemcinde. Berlin, in der er seit Jahren das Amt des RepräsentanteinVerstchers und des Vorsitzenden der Schulverwaltung bekleidet. Begeistert für die deutsche klassische Literatur ging sein (rinflnß vom Tage der Sckiulgründung an dahin, eine harmonisitze Berbsndnng von Deutschtum und Judentum in der 6"> Ziehung der Adaß.Schüler zu be,nicken. A'vch heute mteressiert sich der Jubilar für jede denil-'l^ ltterarpche Neuerscheinung. Ein Belveis für seine Popularität sind die vielen Anekdoten, die über rhn un Umlauf sind. W i l h e l ni K v ch m a u n (Berlin) wird am -.1. '.UoiUMiiber 87» Jahre alt. Wir beglückwünschen den Jndrlar und seine Angehörigen aufs herzlichste. Au§ den Familitn Jaeob I a c o b s o h n und Frau Minna, geb. Stern (Marwrh bei Belten^ feiern am l8. Aovember ihre goldene Hochzeit. — Pt,ilivv Weiser (Tovt munbt, Borsiandsmrtglied der jüdische» Religivnsgcnmmde. begeht am 21. -November seinen 70durtstaz. ■08)4

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