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Central-Verein-Zeitung · 1934-11-08 · 45 (8.11.1934) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
45 (8.11.1934)
Date
1934-11-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr Schölls Fass pflege -System hat Mitte! u. Beheüe ee?. alle Fussbeschwerden. Nachweis der nächsten Verkaufsstelle durch DEUTSCHE SCHOLL WERKE Gjn.bN, Frankfurt a. M., SQd 10. Dann nahm die große Donncrstag-Vortragsreihe ihren Anfang, die das Herzstück alles Arbeitens in diesem indischen Hause ist, und die in gewaltigem Bogen die Wurzelkräfte jüdischen Seins in„TraditionundLeben"umspannen soll. Inmeister- Hafter Rede, die sich über Gedankenführung voll tiefer Einsicht temperamentvoll emporhob, sprach Rabbiner Dr. Leo B a e ck über „Geschichte und Gegenwart". Der Mensch ist das einzige Wesen, das Bewußtsein und also Geschichte hat. Er kennt Werkzeuge, Dichtungen und Gedanken, die er mit sich trägt und die nur Gewalttat ihm rauben kann. Ein Stillschweigendes und ein Bernehmliches, so hat der Philosoph Nicolai Hartmann gesagt, ragt aus der Vergangenheit hinein in unser Leben. Kein Mensch kann sich von der Geschichte befreien, und so ist sie eine Wissenschaft geworden, die heute Liebe und Mode hat. Vorzeit lebt unbewußt fort mit ihrem Können und ihren Künsten. Eine andere Vergangenheit, die gefchichtsumsponnene Zeit Noahs, aber ist cs, aus der der vorderasiatisch-europäisch-amerikanische Kulturkreis mit Bewußtsein emporgewachsen ist. Aegypten lehrte die Menschheit Geometrie und Medizin, Mesopotamien Astronomie und Arithmetik. aber die Griechen erst, Genien des Weiterbildens, haben das Gefundene gestaltet, bis die Römer es mit den Adlern ihrer Legionen über die Erde trugen. Was als Vergangenheit in unsere Zeit hineinreicht, ist Erbe von Aegypten und Mesopotamien, das Griechenland gestaltete. Keiü Mensch der Gegenwart kann dieser Vergangenheit sich entziehen, die von den drei Söhnen des Noah herkommt, diesem Gemisch von hamitischen, semitischen und japhetitischen (griechischen) Elementen, ans denen unsere Bildttng wurde. Bildung ist Tradition, sie kann lasten unb man kann sie zerstören wollen, aber immer wieder bricht das Vernichtete hervor. Jeder Mensch für sich steht in der revolutionären Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, weil sein Wachsen und Werden sich gegen die Tradition entfaltet. Hier steht das Erlebnis des einzelnen, und dort fließt der große Strom, in dem es versinkt. Das Judentum ist der Versuch, den Widerspruch zwischen Tradition und Leben zu lösen. Zeit ist ihm das Zeugende und Gebärende, ihr Antlitz ist stets zur Zukunst gewandt, und alle Vergangenheit ist der Anfang einer ewigen Reihe von Geschlecht zu Geschlecht bis ans Ende der Tage. Diese Welt Israels trat ztvischcn die Welt Aegyptens und Mesopotamiens, und die Menschheit ist von ihr seither nicht lvsgekommen. Die Geschichtsschau Griechenlands, der alle Zeit nur Vergangenheit war, ist überwunden von der aus Weltzeit gestellten, zukuustsgläubigen Perspektive des-Judentums. Auch Israel trug mitunter an der Last der Geschichte, aber es fand stets in die Einheit von Gegenwart und Tradition zurück. Das konnte so sein, weil Geschichte hier den Eintritt bedeutete des Göttlichen ins Menschliche: Offenbarung. Alle Vergangenheit ist dem Juden ewige und bleibende Zukunft, wie es der Nachkommenschaft Abrahams auferlegt 'ist in dem ersten Wort ihrer Geschichte: den Weg des Ewigen zu wahren. Geschichte und Gegenwart, zur Einheit verschmolzen, das ist der Geist der israelitischen Religion. K. J. R. Mm pädagogische Woche ' . des WlMthrsyins" > Das Philanthropin in Frankfurt am Main wird vom 25. bis 30. November eine pädagogische Woche veranstalten), über deren Ziel-Oberstudien- - direktor Dr. D r i e s e rr (Philanthropin) auf ' Wunsch des Jüdischen Lehrervereins vor Kollegen und Kolleginnen sprach. Mehr als je — so führte er etwa aus — muß sich der Lehrer heute im Gedankenkreis der Gemeinschaft festigen, um die innere Auseinandersetzung Mit der Umwelt bestehen zu können. Mehr als je ist es Pflicht der bestehenden Lehrer-., gemeinschafteri, sich, in dieser Aufgabe gegenseitig zu unterstützen, um so mehr, als die Jugend und . rhre Bünde durch stürmisches Weltgeschehen aufgerüttelt und einer ungewissen gefährlichen Zukunft gegenübergestellt sind. Was wir geben müssen, darf sich nicht-auf Theorien beschränken, auch nicht aus Worte und Forderungen. Wir müssen vielmehr unsere tägliche Arbeit mit dem Aufbruch konfrontieren, der rings um uns und in unserem eigenen Kreise vor sich geht. Wie kann dies geschehen? Am zwingendsten dadurch, daß wir unsere tagtägliche Arbeit, so wie sie ist, unseren-Arbeitsgenossen und deren Freunde miterleben lassen und nachher Gelegenheit geben, uns selbst und allen Teilnehmern Wirklichkeit und Forderung zu vergleiche«. Es wird sich zeigen, daß eine Angleichung der Höhenlage von Wirklichkeit und Forderung je nach dem Einzelfall in verschiedener Art erfolgen muß. Das Entscheidende ist: die Angleichung luirb versucht. Das Philanthrop!« läßt nun diese Konfrontierung in Form der geplanten „Pädagogischen Woche" von Sonntag, 25. November, bis Freitag. 30. November, stattfinden. Dabei werden sämtliche Darbietungen grundsätzlich nur von Mitgliedern des Kollegiums des Philauthropin gegeben. Es sind vorgesehen zwanzig U n t c r r i ch t s p r v b e n- (Deutsch, Geschichte, Musik, Hebräisch, Jivrity, Französisch, Englisch, Biblische Geschichte, Palästina, künde, Probleme, Pentateuch-Interpretation, Gesamtunterricht, Sport und Turnen, Biologie, Rassenkunde, Chemie, Physik, Wirtschastskunde),- fünf Referate (das Philanthropin im Lichte der Veröffentlichungen seiner Lehrer, von 180-1 —1034; Kind, Kunst und Handwerk; das Judentum in der neuesten französischen Literatur; zur Psychologie der jugendlichen Aussage; Soziale Schuljugendarbeit und Schulhygiene), zwei V o r - tratz Sab e nd e (Soziologie der Juden« Jüdisch- Motive der bildenden Kunst mit Lichtbildern), zwei K-unstabende (Jüdisches Erleben im deutschen Kulturkreise und „König Saul" als Uraufführung unserer „Spielfchar"). ein gemütliches Beisammensein (Abendveranstaltung) und. eine Freitagabendfeier. Ferner sechs Ausstellungen, bei denen die Mitwirkung der Jugendbünde ein neuer Versuch ist. Die Unterrichtsproben werden vormittags geboten. Tie Anssprachen finden jeweils nachmittags statt. Die Pädagogische Woche wird am Sonntag, 25. November, vormittags 11 Uhr, in der Aula des PhilanthropinS durch eineu-Eröffuuugsakt eingeleitet, zu der der Präsident, der Reichsvertretung, Rabbiner Dr. La eck, sein Erscheinen zugesagt hat. Nach dem Eröffnungsakt findet ein Frühstück zu Ehren der auswärtigen Gäste statt. Um möglichst vielen Kollegen und Anwärtern die Teilnahme an der Woche zu ermöglichen, wird auf Wunsch für kostenlose Unterbringung und Verpflegung gesorgt. Ferner geschieht alles, tim Gemeinden, Gemeiudeverbäude und Organisationen zu veranlassen, fachkundigen Persönlichkeiten die Teilnahme an der pädagogischen Woche zu crmöglichen. Alle Auskünfte erteilt das Sekretariat des PhilanthropinS, Frankfurt a. M., Hebelstraße 15. ...und was Eltern dazu lagen 4 4» In den letzten zwei Jahren ist verhältnismäßig selten in einein öffentlichen, nicht auf einen destimmten Vereinskreis beschränkten Rahmen jüdischen Eltern Gelegenheit gegeben worden, sich über ihre Sorgen und Ansichten atrszusprechen. Manche tuögetr vielleicht meinen, öffentliche Aussprachen zeitigten ohnehin nur selten ein praktisches Ergebui8, tmb es gäbe heute Wichtigeres, als sich mit fremden Menschen über irgendwelche kleinliche Streitpunkte hernmzuzaukeu. Das ist nicht richtig: eine öffentliche Aussprache gibt ein leidlich gutes Bild davon, tvas weite Kreise von Menschen denken und für richtig haltett. Das bewies ein Ausspracheabend, den Ioachitu P r i u z über „G r u n dfragen jüdischer Erziehung" kürzlich begann. Er beschäftigte sich im wesentlichen mit der jüdis ch c n Schule, und die Aussprache zeigte, welchen Platz heute dieses Problem im Denken unserer Menschen eiuuimutt. Alter Pflug aus Jerusalemf der z. Z. im Berliner Volkskunde-Museum ausgestellt ist. (Zu dem Auf tat*: „Aus Berliner Ausstellungen**) Se!t nunmehr fast zwei Jahren ist in Deutsch, land eigentlich jeder Jude mit feinem ganzen Leben in den jüdischen''Bezirk hineingestellt; diese Tatsache hat vielen von uns die Vorstellung ver. mittelt, es würde langsam dahin kommen, daß jeder Jude nicht nur formal im jüdischen Leben tätig sein — also Jüdische Beratungsstellen auf. suchen, seine Kinder in jüdische Schulen schicken, mit gilben stärker wirtschaftlich verbunden sein würde usw. —, sondern auch langsam einen jüdischen I n. halt erkennen und so freiwillig und nicht ge. zwuugen Jude sein loürde. Daß ivir von diesem Ziel noch weit entfernt sind, kann am Beispiel die. scs Abends besonders, dctttlich gezeigt werden. Tausende Kinder jüdischer Eltern besuchen jetzt in Berlin die jüdische Schule. Mau hat gedacht, daß die jüdische-Schule als solche, die früher ein Streit. Punkt der jüdischen Parteien war, eine Selbst. Verständlichkeit sei. Blau hat auch gedacht, daß durch die endlosen Artikelserien in jüdischen Zci. tungen über die jüdische Schule das Für und Wider dieser jüdischen Leistung endgültig geklärt sei Was aber wurde in jener Diskussion gesagt und von einem Teil der Auwescudeii beifällig begrüßt'? Ob nicht in der jüdischei^Schule zu ivenig Disziplin sei; ob nicht die Mische schule an sich, der jüdischen Lehrer wegen, zweitklassig sei; ob nicht gewisse jüdische Fehler und Eigenarten in der jüdischen Schule besonders entwickelt werden; ob nicht durch die jüdische Schule das jüdische Kind für den Lebenskampf in Deutschland untauglich werde; ob nicht die jüdisckm Schule ins Ghetto führe . So wurde Wesentliches und Unwesentliches in einen Topf geworfen; und als jemand sagte, der jüdische Lehrer sei doch schon früher immer'der. spottet worden, da protestierte ein Teil der;>!nwesenden ebenso lachend, während ein anderer Teil nachdenklich schwieg. Die unausgesprochene Grundfrage der Aussprache war: „Schadet die jüdische Schule meinem Kind auch nicht?" Daß diese Fragestellung heute noch in dieser Form mog. lich ist. beweist uns, daß eine innere Remverdung unserer Menschen, aus die ivir alle hoffen, heute noch nicht erreicht ist, und daß, wenn wir ein innerlich neu erstarktes deutsches Judentum wollen, noch viele Aussprachen mit jüdischen 'Menschen über diese und über viele andere Fragen notwendig fein werden. War. Ein ecmcfnbcnbcnb in Scrlin Drei Mitglieder des Berliner GcmciudeeZor. staudes, Moritz Rosenthal, Dr. Walter Alexander und Dipl.-Jug. Bruno W o y d a. legten in der Priuzregentcnstraße Rechenschaft ab über die in drei Jahren liberaler Gemeindepolitik geleistete Arbeit. Als die liberale Partei 19-il die Verwaltung übernahm, sah' sie sich vor schwierige Aufgaben gestellt. JnzwisMn sind stürmische Jahre über die Welt gegangen und haben neue Fragen aufgeworfen. Unter veränderten Verhältnissen hat die Gemeinde versucht, ihre Arbeit nicht nach ivelt. anschaulichen Parolen, sondern nach sachlichen Rot« ■ Wendigkeiten zu orientieren. Das Referat von Dr. Alexander gab interessante Aufschlüsse über die gemeindliche Schulpolitik, die sich auf dem Prinzip der nachdein Lehrplan der deutschen Volksschulen , angelegten. Einheitsschule nusbant. Die. Vorträge waren von erlesenen künst- - lerischen Darbietungen umrahmt. Susanne «kein sang mit ivunderboll strahlendem Alt biblische Lieder von Dvorak und ein Lied von Schubert, Hermann Schey in dramatischer Sieigeruug Arien von Handel und Mendelssohn. Erwin I o s p e s meisterliclws Orgelspiel war beiden Künstlern würdige Begleitung. . K. J. U. Eine Bereinigung der Kölner jüdischen Lehrer«, schaft. Die jüdische Lehrerschaft Von Köln und llim gebnng hat vor einiger Ze.it( eine Arbeitstagung abgehalten. Daraus ist jetzt eine „Freie Bereinigung der Kölner jüdischen Lehrer tmd Lehrerinnen" hervorgegangett.- deren Borsitzetrder Direktor Tr. E. Klibans ky ist. wenn, ja wenn Emil Pottner dieses Zanberststck nicht doch ferkiggcbracht hätte. Lächelnd steht Emil Pottner daneben. Eifrig erklärt er, wie der Truthahn unter seinen Händen gewachsen ist, mit dem ehrlich gemeinten Kompliment seines Kollegen weiß er nichts Rechtes anzufangen. Er ist ein kleiner schmächtiger Mann, das Größte an ihm sind seine Augen. Seine Augen sind ein Bilderbuch mit vielen Seiten, auf denen viel zu lesen steht. Bor allem von den Sommern in Caputh. Hier hat er einen großen Garten mit einer Zucht von allerlei Federvieh, mit vielen Wasservögeln und einem großen Käfig anderer Vögel. Das sind seine Modelle, deren Bewegungen, deren Körper, deren Maße und Ausdruck in seinem Gedächtnis sich so festankern, daß sie dann zu Beginn seiner Arbeitssaison im Herbst beinahe lebendig aus dem Brennofen flattern. Emil Pottner schasst in seiner Werkstatt vollkommen allein. Jede Hilfe lehnt er ab, da ihm/ weil er nur Originale schafft, niemand helfen kann. Auch gönnt er niemand, wie er selbst gesteht. die „Leiden und Freuden, die mit der Töpferei verbunden und gerade das Reizvolle an ihr sind". Aus gesäuberter Tonerde, derselben. Tonerde, aus der die Blumentöpfe gemacht werden, modelliert er die kleinen Tiere und die großen Tiere. Niemand macht ihm das rein Technische nach. die. großen Tiere, so wie wir es vorhin schon beim Truthahn erwähnten, hohl von innen nach' außen zu modellieren. Ter Bildhauer G. sagte voll Bewunderung: „Pottner, von innen sieht das Tier wie ein Dom aus, lassen Sie cs offen, daß jeder yercinsehen kann." Niemand kann ihm weiter die Glasuren nachmachen. Er hat dazu Chemie studiert, und wenn er von Kupferoxyd, das durch das Brennen chinarvt oder ägyptischblau werden kann, spricht, dann bekommen seine Augen einen beglückten Ausdruck. Er brennt Glasuren, die so ein warmes Braun haben wie ein Hasensell, Glasuren, die wie in einen Goldregen getaucht schimmern, Glasuren, die beinahe schwarz sind, und Glasuren, die in einenr satten Grün ertrinken. Kein Stück hat Emil Pottner wiederholt, vervielfältigt. Er hat sich so vor der Gefahr geschützt, in seine Kunst Langeweile und Gewohnheit zu bringen und in Jemen Hausstand Reichtümer. Die Töpferei ist die Kunst der ewigen Ueberraschungen für ihn geblieben. Durch das Schwinden des Materials, durch da? Verändern der gebrannten Farbe, wächst jedesmal von neuem die Spannung vor dem Brennofen. Aber es ist nicht nur die Spannung der technischen Möglichkeiten, es ist die Spannung des großen Künstlers, der.' die. Sprache der Natur kennenlernen will, um sich einen Weg in ihrer Nu- .ergründlichkeit zu Lahnen. Emil Pottner versteht 'die Sprache der Pfauen, Enten, Hühner und Vögel, Emil Pottner weiß genau, was den Truthahn verärgerte und stolz gemacht hat, als'sich seine leuchtend weißen 'Federn so dekorativ' sträubten. Deshalb sind seine Tiere, deshalb ist fein Schaffen lebendig. Seine Kunst ist lebendig tönender Ton, ist die irdene Stimme der Erde. G. H. Aus Mfiiet AEÄMM Bildnisse deutscher Goldschmiede aus dem Porträt-Wettbewerb 1934, der im Aufträge von Generalkonsul Dr. lp c. Ludwig Roselius (Bremen) und auf Anregung von dem Berliner Goldschmied F. N. Wilm ausgeschrieben wurde, sind in den Vereinigten Staatsschulen für freie und an-., gewandte Kunst am Steinplatz ausgestellt. In der Eröffnungsansprache betonten Professor Kutschmann, der Direktor der Kunstakademie, und Goldschmied Wilm, daß die Idee, Goldschmiede von Malern auf die Leinwand zu bringen, uralt, und, in die Praxis umgesetzt worden sei, uni"beiden" Künstlergattungen zu helfen. Denn gleiche Standesinteressen verbinden den Künstler und den Goldschmied, beide wären durch das Band der Kunst verbunden, die wiederum die Menschen miteinander verbinde. Unter den zahlreichen Bildnissen sieht, man das.Porträt von Wilhelm Levin. dem Seniorchef der Goldwarenfabrik Levin in Pforzheim (Braunschweig), ein als Bildnis sehr hochstehendes Werk. da8 uns an LeiblS Arbeiten erinnert, zwei Porträts der Hamburger Künstlerin Alma del Banco .(Katalognummer 22 und Nr. 200), darstellend einen Goldschmied und eine Silberschmiedin ihrer Heimatstadt^ tüchtige und lebensnahe, auch in den Farben ansprechende Leistungen, ferner- Bruno Lippmanns meisterliches Gemälde des Chemnitzer Goldschmieds Carl Wilhelm Mosblech (Katalognummer 148). Im Völkerkunde-Museum sind jetzt neben den Leihgaben, der Albrechtslinie des vormaligen preußischen Königshauses, früher im Prinz- Albrechts-Palais in der Wilhelmstraße, die kostbaren China-Porzellane zu sehen, die Herr Emil Ba er wald .dem Berliner Museum zur Verfügung stellte. Es handelt sich um einzigartige Keramiken, um Blau-weiß-Porzellane der Kanghsi-Pcriode, um Teller, Schalen. Schüsseln, in gelben, blauen, schokoladenbraunen Glasuren', kurz um die wertvollen Bestände dieser früheren Privatsammlung der Reichshauptstadt, die zum Teil in den bedeutenden Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste im Verein mit den Beständen der Sammlung Dr. Herbert G i n 8 b e r g usw. bekanntgeworden waren.' Außerdem zeigt das Völkerkunde-Museum in einer , kleinen Sonderschau die Sammlung E g e r, kostbare und interessante chinesische Schattenspiele, ein komplettes Schattenspieltheater, zahlreiche aus Vüfselhaut geschnittene und bunt bemalte Figuren, die Professor Dr. L e s s r n g an jedem Mittwoch vormittag in einer kürzeren Vortragsstunde regelrecht in Aktion treten läßt und somit den ganzen Zauber dieser fernen und wiederum so nahen Kunst den Europäern nahebringt. Nach Süd-Mesopotamien dagegen versetzt uns die Sonderausstelluug des Vorderasiatischen Museums auf der Museumsinsel. Uruk-Warka ist der Fundort all der Plastiken, Architekturreste, Tonsiguren, Gläser, Siegel, die die deutschen Ausgrabuugcndes Jahres 1934 zutage fördern konnteu. Mit Interesse betrachten wir den Gipsabguß des Obelisken, der die Taten des Königs Salmanassar III. aus Kalach (Nimrud) in Inschriften und Reliefs schildert, wo in der Zweiten Reihe, vonder Spitze des Obelisken gerechnet, die Abgesandten des Königs Jehu von Israel (um 830 v..Chr.) zu sehen sind. Das Original dieses Obelisken befindet sich in London. — In einem der anderen Säle der Ausstellung stoßen wir auf einen weiteren Gipsabguß, der für jüdische Be-. fucher von Interesse ist. -Es .handelt sich um den Gesetzescodex des Königs Hammurabi von Babylon. Der Text. ist., in rund dreihundert Paragraphen niedergelegt, jene Gesetzessammlung durch den König, der selbst sagt: „der Bedrückte, der eine' Rechtssache chat, soll vor mein Bildnis als König der Gerechtigkeit -kommen, die Inschrift, lesen... sein Recht soll er siudeu, sein Herz froh werden (so daß er sagt) Hammurabi ist ein Herr, der wie ein Vater für die Untertanen ist." Dieses interessante Denkmal war in der nordbabylonischen Stadt Sippar ausgestellt und im 12. Jahrhundert nach Susa, als Kriegsbeute gekommen. Bis die französischen Ausgrabungen im Jahre 1897 es wiederfanden und das Original aus schivarzgrauem Diorit im -Louvre Ausstellung fand. 1)5. 0. L. Hermann Sinshcimers Erzählung „Mana Nunnez, eine jüdische Ueberlieferung", die in der letzten Nummer der „E.-B.-Zeituug" beyandcll wurde, ist im Philo-Berlag, Berlin, erschienen. VreiSauSiÄreldtn brr Künillechilie der MiiÄrn Ermcmöe Die Künstleryilfe der Jüdischen Gemeinde. Berlin, stellt an alle Frauen die Preisfrage: .Das Gegeuwartserleben der jüdischen Frau in Deutschland". D>e Beantwortung dieser Frage kann durch Arbeiten au» dem Gebiete der Bildenden Kunst ('Malerei, GrapHn. Psastrk», der Literatur (Dichtung und Prosa» und der Muick beantwortet werden. Für Literatur und l'Oou [mb drei Preise von je 100. 5t> und 30 RM und:»« btc Bildende Kunst je zwei Preise jeder Kategorie ausgesetzt. Die Antworten sind mit einem Kenmoort,z» . versehen und bis zum 1. Dezember 1934 an das Büro der Künstlcrhilfe der Jüdischen Gemeinde. Berlrn' Eharlvttenbnrg. Kantstraße lf.H (die Arbeiten der Lst. denden Kunst sind an das Jüdische Museum. BerU.n dl U, Oranienburger strafte 31) einznsenden. Beurteilungen der eingereichten Arbeiten unterlmM emer Jury, der Mitglieder des Vorstandes der Jul«' scheu Gemeinde, des Jüdischen Frauenbundes, der Frauengruppen ■ des Central-Vereins, der Fraiu-narbeitsgemeinschaft für Palästina ttnd als Fachimu Generalmusikdirektor Joses Rose „stock. Redakteur Fritz Engel, Dr. Mar Osborn und Eugen Sprro. ferner Mitglieder der Kniisilerhilie m? indischen Gemeinde angeboren. Die Arbeiten^ a.' dem Gebiete der Bildenden Kunst sollen dem (tp1' scheu Museum zum Ankauf empfohlen und in cnnr SouderauZstellung gezeigt werden»

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