Kinderblatt
- Journal
- Kinderblatt
- Volume
- 1934
- Issue
- 10 (1.11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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il.Wasistan dem Globus falsch? — 2. Macht aus dem Stern einen Mögen Dovid. — 3. Kannein hebräisches Gebetbuch so aussehen? 4. Was findet ihr an diesem Haus merkwürdig? — 5. Geht diese Uhr richtig? —- 6. Ist dieser Chanukkah-Leuchter vollständig? .<&wv&w h tUltlAAMA' .HanS B., Verlitt-Eharlottcriburg, Ü'A Jahre alt, schreibt: Lieber E.-B.t Ich wünsche einen Briefwechsel mit' einen, Jungen'anÄ dem B. D. I. I. (Mng) im Alter vvn acht bis zehn-Jahren. Fritz W., Verlin-Charlottcnbttrg, 12 Jahre alt, schreibt: Lieber C.-B.l Ich lerne jetzt für mich Stenographie, Einheit^schrist, und cs macht nur mächtigen Spas;, kannst Du nicht mal in Deinem Kinderblatt anfragen, ob nicht ein Junge oder ein Mädel Lust hätte, mit mir in einen Stenographie-Briepvechsel zu treten? Ich glaube, wir lünnten dann beide eine Menge lernen. Eva Neubauer, Alice Koster, Walter Koster, Inge Margoniucr, Berlin. Lielvr C.-B.! Was. hältst Tu davon, wenn alle jüdischen Kinder seht vor Chanullah zu Hanse eine Büchse aufstellen und darin ihre Pfennige und Groschen für die jüdischen Armen sparen? Wir vier halvn itn§ das so ausgedacht rmd selbst schon damit angefaugen. Aiisierdem suchen »vir unsere alten Spielsachen und Bücher heraus, bringen sic tvieder m Ordnung und geben sie zusammen mit dem Geld der Gemeinde. Ta tvird doch sicher eine ganze Menge Zusammenkommen und es ist doch für uns Kruder nicht so schwer, »venu nur mal aus einen Bonbon oder »vas anderes Süßes verzichten! Ruth A., Stettin, schreibt: Lieber C.-B.l Ich sauge seht schon rnit den Haudarbciicir an, die ich meiner Mutti zum Gl-arrntkah sci)enten Nult. Al»er leider weih ich noch nichts, das ich meinen Bali schenken numte. Frage doch mal in deinem Kinderbtatt au, ob mir nicht ein Junge oder ein Mädel einen gutei, Nat gelvu kam». - ' K,»rt R., Berlin, schreibt:. Liel'er C.-B.? Ich habe vor cm paar Lagen un Theater den „Jeremias'" vor» Zweig geseher». Es »var gairz »vundervvll und du kannst dir gar nicht vorstelleu, »vie schrectlich ich mir »vünsche, selbst ein großer Schauspieler zu »verden. Hanna W., Kissingen, schreibt: Lieber E.-B?. Deute dir. ich habe ein Brüderchen betommen. Ich freue . mirfj mächtig und »rollte dir das doch gleich Mitteilen. Wie schön, »venu ich ihm später deine Kiitderzeitung vorlesen kann. Lothar G., Sicgmariugct», schreibt: Lieber (5.-B.! Ich habe einen ^kipagei. den haben mir meine Eltern vor zwei Jahren zum (Geburtstag gescheut t. Ich habe ihm schon viele'Wörter bei ge bracht und »venu ich ans der Schule komme, begrünt er inich mit einem lauten „A 'nen Dag. Lothar", ist das nicht nett? WM-mtmUtd Ans den Silben: a — be — bel — bi — bo — de — de — hir —* lar — Uu — mcl — na — ra — re — sel — si — tha» —- tir — n — n — nr — za sind zehn Wörter zn bilden, deren Auiangsvuchstaben. Vvn oben nach nuten gelesen, den Rainen eine-:' jüdischen Kunstinstituts ergeben. ' Tie Wörter bedeuten: l. Berg in Palästina. 2. Bogel. 8. Baum. 4. Ehemalige Königstadt in Israel. 5. Weiblicher Borname. 6. Frucht des Weinstoch:-. 7. Heilige Schrift. 8. König von Juda. l>. Werk von Lessing. 10. Richterin. Bon I n g e L a st, 1 2 I a h r e a l t. Lösung des Rätsels ans der vorige»» Nummer: Du sollst Bater ihiC» Mutter ehren. - Mr. 10 Beilage der C.-V.» Zeitung 1. Movember 1934 Nein, war das eine Aufregung! Lilli und ihr Bruder Erwin sollten Mitwirken bei der Teateraussührnng in» „Bund". Eine richtige Vorstellung sollte es werden mit Kostümen und Kulissen in einen» richtigen Theater vor vielen Zuschauern, und das Geld für die Eintrittskarten weit zur Hilfe für ein jüdisches Waisenhaus bestimmt. Auch das Theaterstück »var ihnen schm» bekannt, es hieß ..Die Himmelsleiter" und Lilli und Erwin hatten bereits ihre Rollen zugeteilt bekommen. Ter zehnjährige Erwin sollte den Jakob spielen und die zarte siebenjährige Litt» einen Engel. Jeden Tag gingen sie zn den Proben und i»mner näher rückte der große Tag. Lilli und Envin konnten an nichts anderes mehr denken, znm Glück »varen gerade Schulferien, so daß sie sich vollkommen den Vorbereitungen »vidmen konnten. Die Generalprobe hatte stallgefnnden und nun »var der langersehnte Tag da. in dessen Abendstunden die Vorstellung slallsinden sollte. Tie Geschwister »varen schrecklich aufgeregt, jedes saß in einer anderen Ecke des Kinderzimwers und sagte tvieder und »nieder den Terl vor sich hin. „Sei doch nicht so laut!" rief Ernün plönlich, „man kann ja gar nicht mehr hören was mau lagt.'" „Ich laut?" erwiderte Lilli und sie weinte beinahe. ..und dabei sitze ich doch hier so ruhig in meiner Ecke." ..Natürlich bist du laut geiveser»'." ries Erivin noch heftiger. ..und überha»»pt. »vozu Mädchen da eigentlich mitmachen dürfen, rnvchte ich rvissen! Ta, spiele lieber mit deiner Puppe und laß das Theaterspielen!" »u»d dabei schleuderte er eine von Lillis Puppen i»n Bogen durch das Zimmer. Krrrech! machte es, und der schöne Puppenkopf war ein Trümmerhaufen. . Weineltd lief Lilli zn der zerbrochenen Puppe. „Nelly! schrie sie, „Oh. mein Rellhchen!", denn Nellh war ihre Lieblingspnppe. Aber »vas nützte da alles Weinen, die Puppe »vnrde nicht wieder ganz. „Erwin", sagte Klein-Lilli unter Tränen. „Erivin. sage, daß es dir leid tick, und daß du es nie tvieder machen willst!" „Ach was", sagte Erivin trotzig, „gar nicht leid tut eS mir, und wenn d»» mich wieder ärgerst, dann ' iverw ich dir deine ganzen Ptippen an die Wand." llitb MIN »var der schöne Tag. auf den sich, beide so gefveut hatten ganz verdorben. Tie Geschivister redeten kein Wort miteinailder. ohne sich anznsehen, gingen sie am.Abend, - jedes au einer Seite der Mutter, ins Theater,, und dort gesellte sich Erivin zn den Jungen »nid Lilli blieb bei den kleinen Mädchen. ' ' ‘ Troüdem nahm die Vorstellung ihren Lauf. Es tarn me Szene, in der Jakob seinem Bruder Esau die Erstgeburt ab- - kauft und eine andere, in der er an Stelle des Aelteren vor dem sterbenden Vater gesegnet wird. Und nun kam der Höhe Punkt de* Abends, der'dritte Att, in de»n Jakob die Himmels'